• #31
Liebe FS,
einfache Frage, einfache Antwort: er kann nicht mit Geld umgehen, weil er es niemals gelernt hat. Nicht gelernt hat er es trotz seines hohen Alters, weil sich immer eine dumme Frau fand, die es verhindert hat - erst Mutti, dann Deine Vorgängerinnen und jetzt Du.
Wie die Frauen vor Dir verhinderst Du, dass er es endluch jetzt lernen kann.

Wir haben jetzt gerade beschlossen eine App zu benützen.... So haben wir am Ende des Monats einen guten Überblick....:) wir haben heute damit angefangen und ich bin schon bei + 134 Euro (Einkaufen und Benzin)
Eintippen und Überblick haben hilft euch in keiner Weise weiter. Da kannst Du Dir die Grinsemännchen sparen. Du wirst am Monatsende keinen Cent von ihm bekommen.
Mit einem Mann, dem jeder Euro den er in den Taschen hat brennende Schmerzen verursacht und den er daher ausgeben muss, musst Du täglich abrechnen. Vielleicht lernt er somit Geld umzugehen und Du kannst nach Monaten auf wöchentliche Abrechnung umsteigen. Wenn er das erste Malnicht zahlen kann, sofort zurück auf tägliche Abrechnung.
Das ist wie mit einem Kleinkind - lernen ist nur im Ausmass seiner Fähigkeiten möglich. Diese sind bei ihm fast am Nullpunkt anzusetzen.

Ansonsten bin ich komplett bei @frei keine gemeinsame Lebensplanung mit so einem wirtschaftlichen Totalausfall von Mann. Das bringt Dich in massive Schwierigkeiten. Deinemuhselig zusammengesparten 10.000€ sind in einem Bruchteil der Zeit weg, die Du fürs Sparen benötigt hast.

Das geht nicht, bei einer hälftigen Teilung, die für den schwächeren Partner an die Grenzen seiner Möglichkeiten geht, würde dann ja nur dem besser verdienenden ein Taschengeld übrig bleiben. Man stelle sich die umgekehrte Situation vor: der Mann verdient gut.....

Du bist ein Mann im fortgeschrittenen Lebensalter. Ich frage mich, ob es Dir in diesem Leben noch gelingt, Deinen ausgeprägten Infantilismus (reagieren ohne nachzudenken) hinter Dir zu lassen.

Die FS ist 30 Jahre alt, steht also seit Jahren im Berufsleben. Sie beschreibt einen recht sparsamen Lebensstil und hat dennoch nur 10.000 € auf der hohen Kante. Sie schreibt nichts über hohe Immobilien- und/oder Studienkredite, also gibt es diese nicht, denn sie wohnt in einer Mietwohnung.
Daraus kann ein Mensch mit geringer ökonomischer Kompetenz ableiten, dass sie kein wesentlich höheres Einkommen haben kann als ihr verschuldeter Partner. Sie kann mit vergleichbarem Einkommen besser umgehen als er.

Nicht nur fehlen ihr im Vergleich zu ihm 4 Einkommensjahre sondern er hat 5.000 € Miese und will diese mehren, während sie trotz weniger Berufsjahre schon einiges sparen könnte.
 
  • #32
Macht ihr Witze?

Eine Frau hat mit 30 jämmerliche € 10 000 gespart und ihr nennt das "viel" ?

Ok, sie verfügt über ein überschaubares Einkommen, das aber offensichtlich regelmäßig kommt. Sie hatte - vor diesem Vollpfosten - ein strukturiertes Leben, ist relativ diszipliniert und hat ein wenig gespart. Aber heutzutage sind solche Summen sofort weg, wenn irgendetwas passiert.

Liebe FS, leider ist mit einem solchen Mann keine Lebensplanung möglich. Er wird immer wieder alle möglichen Absprachen über den Haufen werfen und Dich mit in sein Chaos hinein ziehen.

Ich erinnere mich gut an ein verheiratetes Paar, bei dem der Mann ähnlich strukturiert war. Es gab ohnehin schon ein überzogenes Konto, als er unbedingt ein Super-Schnäppchen wahrnehmen musste und einem Kumpel dessen supertolle Motorrad-Jacke abkaufte. Seine Frau lief Amok, aber gekauft war gekauft und es dauerte dennoch noch eine ganze Weile, bis sie dazu in der Lage war sich scheiden zu lassen. Sie war mit den Nerven völlig am Ende und das Zeitfenster für eine Familiengründung war zu.

Sorry, aber ich rate Dir zur Trennung, wenn Du etwas erreichen willst im Leben. Mit diesem Mann geht das nicht.
 
  • #33
Einen verschuldeten Partner hatte ich noch nicht, aber einen Ehemann, der noch ein zweites Studium herangehangen hat und welchen ich in dieser Zeit finanziert habe. Obwohl er wusste, dass es mit meinem Berufsanfängergehalt schwer ist, zwei Menschen, zwei Hunde, ein Auto und die Miete in einer teuren Grossstadt zu finanzieren, wollte er auf Markenklamotten nicht verzichten. Auch unterwegs teuer essen, war für ihn selbstverständlich.
Darüber haben wir uns gestritten und er warf mir vor, ich würde mir ja auch teure Klamotten kaufen.
Zudem erwartete ich als Gegenleistung mehr Unterstützung im Haushalt, was aber nur -wenn überhaupt- nach Aufforderung geschah. Gekocht hat er nie.
Mit der Zeit fühlte ich mich wie eine Mutti, die ständig mit ihrem Kind meckert. Ich hatte jeden Respekt verloren.
Noch heute ist es zwischen meinem besten Freund und mir ein Running Gag: wenn wir über meinen Ex-Mann reden, dann heißt er "das Kind".
So sieht eine Beziehung auf Augenhöhe nicht aus und ich habe ihn später verlassen. Obwohl er am Ende der Ehe gut verdient hat; die Rollen waren einfach zu verfestigt.
 
  • #34
Aber jetzt mal im Ernst. Ich halte Menschen wie dich unerträglich, die ihren Partner nicht so nehmen, wie er ist.

Wie man siehst, Menschen wie du mögen nur Fakes, die sich verstellen können. Echt sein darf man nicht.

Eine sehr pauschale Wertung bzw. Einstellung.
Meiner Meinung nach hat es nichts damit zu tun, einen Menschen nicht so anzunehmen, wie er ist, wenn man ihn auch kritisch in seinen Schwachpunkten sieht. (Ich rede jetzt nicht von den netten, kleinen Macken, die jeder hat und über die man lächelnd hinwegsehen kann bzw. die einen Menschen um so liebenswerter machen.)
Im besten Falle eröffnet gerade eine realistische Betrachtung durch einen "Aussenstehenden" dem Anderen die Möglichkeit sich zu verbessern/zu reifen.
In einer funktionierenden Beziehung nennt man das "aneinander wachsen".
Abgesehen davon besteht ein enormer Unterschied, ob ich allein für mich lebe oder in einer Partnerschaft, in der man ja wohl auch Verantwortung füreinander übernimmt.
In meiner eigenen Wohung kann ich agieren, wie ich will - meinetwegen, sie auch völlig verlottern lassen, jede Nacht Party mit Freunden feiern ... was auch immer ... ohne jegliche Rücksicht.
Allerdings sollte mir - in einer gemeinsamen Wohnung mit dem erwählten Partner - auch klar sein, dass auch dieser seine Bedürfnisse und Befindlichkeiten mit einbringt.
Ergo gilt es Komprommisse zu schliessen und diese solange zu verhandeln, bis keiner mehr das Gefühl verspürt, sich verbiegen zu müssen .
Für mich völlig normal in einer Partnerschaft.
"Ich bin halt so" - die bequemste und einfachste Ausrede überhaupt - negiert allerdings jegliche Chance auf Veränderung/Verbesserung/auf ein wirkliches Miteinander.
Genauso schlimm finde ich es allerdings, jemanden sofort und abolut fallenzulassen, weil er/sie nicht so tickt, wie ich es gerne hätte.

dass ich mich mit so einer Person gar nicht abgeben würde. Ich muss sie daher nicht belehren.

Mein liebster Freund kommt in finanzieller Hinsicht auch überhaupt nicht zurande ... (Materielles ist für ihn eine Ersatzbefriedigung - mangelnde Liebe ausgleichend) - dieser Hintergrund würde aber niemals unsere Freundschaft in Frage stellen - zumal ein gewisser Abstand vorhanden ist und ich weiss, dass er an sich arbeitet.
Dieses Denken - "Mensch mit Problemen - geht gar nicht - nur schnell weg" .... ist mir zutiest zuwider !
(Erstaunlicherweise haben allerdings gerade die Menschen mit gerade dieser Denkweise wesentlich mehr "unter ihre Teppiche" gekehrt ... finden allerdings nicht die Kraft, dies sich selbst einzugestehen ... )
 
  • #35
@alexaalexi
Ich möchte dir und deinem Freund einfach diese Facebook Gruppe empfehlen: "Haushalten mit wenig Geld - sparen für jedermann". Dort findet Ihr günstige Rezepte und lernt Essenspläne zu erstellen, den Wocheneinkauf zu meistern und ein Haushaltsbuch zu führen. Dein Einkauf ist zu teuer! Ihr seid jung und lernfähig. Dein Freund verdient genügend Geld, um sich 50:50 an Kosten für Lebensmittel, Hygiene und NK zu beteiligen. Fordere ihn, er ist kein Kind mehr! Du musst ihn nicht schonen. Das macht sein Arbeitgeber auch nicht und da benimmt er sich! Trau dich und stehe für dich ein. Du bist es dir wert, gut behandelt zu werden von einem Mann, oder? Ich verstehe nicht, warum er mit 1.500 Euro nicht klarkommt. Habt Ihr eine zu große, teure Wohnung angemietet? Ihr solltet auf ein gemeinsames Haushaltskonto für Miete etc. einzahlen. Das Risiko ist leider, wenn sein Dispo platzt und sein Giro geschlossen wird, ist es gut möglich, dass du auf der Miete allein sitzen bleibst. Bildet Euch weiter, es gibt so klasse Rezepte für ein paar Euro. Bestelle einfach alle interessanten Rezepte Newsletter auf Facebook. Achte gut auf dich und darauf, dass du und deine Wünsche nicht zu kurz kommen in der Beziehung. Was schenkt er dir zum Geburtstag?! Schuhe, Ohrringe oder Handtasche für 200 Euro?!! Nein?!!! Wieso nicht, in welcher Blase lebt er? Werde etwas kommunikativer, schlagfertiger und selbstbewusster im Auftreten. Du bist mehr Wert als du denkst. Mache dich nicht soo klein. Macht einen Backpacker Urlaub auf die Kykladen in Griechenland. Das konnten sogar wir uns als Studenten leisten. Es gab griechischen Joghurt mit Honig, Obst und Souflaki. Wenn du etwas abenteuerlicher wirst, dann muss er automatisch mehr Verantwortung übernehmen. Vergiss' mal deinen Geldbeutel beim Ausgehen. Und legt einen Ordner an mit Versicherungen, Rentenauszügen, Bankauszügen und macht eine Übersicht mit Fixkosten und Nebenkosten. Ich drücke dir die Daumen!
 
  • #36
Ich halte Menschen wie dich unerträglich, die ihren Partner nicht so nehmen, wie er ist.
Das erinnert mich an meinen Ex, der gewisse Verhaltensweisen hatte, die mir nicht zusagten, z.B. in meiner Gegenwart seinen Darmwinden freies Geleit zu gewähren und der ebenfalls der Meinung war, ich müsse ihn so nehmen, wie er eben sei.
Meine Haltung dazu: so nehme ich ihn nicht.

Daher auch an dich: wenn du etwas tust, das deiner Partnerin als nicht hinnehmbar erscheint, du dennoch daran festhalten willst und es unerträglich findest, dass sie dies fordert, bleibt nur die Trennung.
Dann muss sie deine Darmwinde, oder um was auch immer es sich handelt, nicht mehr ertragen und du nicht mehr ihre Forderungen nach Unterlassung.

Hier sagen einige, dass die FS ebenfalls nicht den perfekten Umgang mit Geld beherrsche und auch ich finde, dass es schön ist, ab und zu essen zu gehen, und ich denke, darauf läuft es hinaus. Die FS wertet das Verhalten ihres Freundes ( 'nicht mit Geld umgehen können' ), aber wer sagt denn, dass ihr Weg der richtige ist ?
Ja, er ist erwachsen, er trägt die Verantwortung für sein Leben, er kommt gut durch selbiges, weil er gelernt hat, von anderen Geld oder Naturalienzuwendung anzunehmen und die FS sollte ihn so sein lassen wie er es für richtig hält, sie sollte ihn nur eben auch die Konsequenzen allein tragen lassen..oder auch nicht, ganz wie es beliebt.
Wie gesagt, eine Option ist auch, zu entscheiden, ihn weiter zu bewirten. Und dann eben ihre Konsequenzen zu tragen. Z.B. ihren kleinen Notgroschen ( auch ich finde, dass es genau das ist und mitnichten 'viel Geld' ) zu verlieren, weil sie für seine Schulden oder anderen Bedarfe aufkommt.

Ich sehe keine Möglichkeit zwischen den beiden Extremen, sich zu trennen oder sein Anderssein mit allen Konsequenzen zu akzeptieren, denn dass der Mann sein Verhalten zu Geld dauerhaft und für sie zufriedenstellend ändern wird, halte ich für nahezu ausgeschlossen.

w 52
 
  • #37
Liebe FS,

aus welchem Kulturkreis kommt denn dein Freund? Liebst du ihn? Wenn ja, wieso begleichst du nicht seine Schulden bei der Bank und gewährst ihm einen zinzfreien Kredit. Ich finde dein Verhalten richtig arg diesbezüglich. Du beweist eindrucksvoll, dass man in schwierigen Zeiten nicht mit dir rechnen kann.
 
  • #38
Hallo Cressida,

ich glaube dein Beitrag ist der Einzige der nicht zu einer Trennung rät :) Und eine Trennung kommt definitiv nicht in Frage.
Wieso glaube ich dass seine Ausgaben sich durch die App ändern werden.. Ich denke dass er dann mal einen konkreten Überblick hat und ihm dann eben bewusst wird wieviel jeder ausgibt. Ich denke er weiss gar nicht wieviel es kostet einkaufen zu gehen (locker 50 Euro für 3 Tage essen - Frühstück, Mittag, Abend). Da ich immer einkaufen gehe (und das auch selber erledigen möchte) ist ihm gar nicht bewusst wie teuer das kommt.

Liebe Grüsse
 
  • #39
Daraus kann ein Mensch mit geringer ökonomischer Kompetenz ableiten, dass sie kein wesentlich höheres Einkommen haben kann als ihr verschuldeter Partner.
Nun, ich sehe hier keine Anzeichen, daß sie selbst ebenfalls nur 1500€ zur Verfügung hat. Wäre dem wirklich so, müßte man sich aber den Satz
Er verdient leider nur 1.500 Euro/Monat und davon ist bereits alles zu Beginn weg, da er die Hälfte der Miete zahlen muss + Abzahlungen des Kredits.
nochmal auf der Zunge zergehen lassen, denn er erinnert mich sehr an mein Zusammenleben mit einer Frau, die meine Raten für die Mietkaution als meine Privatsache betrachtete („wieso sollte ich mich daran beteiligen, das Geld fließt ja später an Dich zurück”). Das stimmte zwar, aber wer das Geld nicht zur Verfügung hatte, war nun einmal ich. Wenn in einer solchen Konstellation dann Vorwürfe laut werden, weil einer nichts für sich übrig behält und der andere schon, sollte man lieber noch ein zweites Mal nachdenken.
 
  • #40
Liebe FS,

aus welchem Kulturkreis kommt denn dein Freund? Liebst du ihn? Wenn ja, wieso begleichst du nicht seine Schulden bei der Bank und gewährst ihm einen zinzfreien Kredit. Ich finde dein Verhalten richtig arg diesbezüglich. Du beweist eindrucksvoll, dass man in schwierigen Zeiten nicht mit dir rechnen kann.
Das kann doch nicht dein Ernst sein. Da lebt jemand die ganze Zeit über seine Verhältnisse, gibt Geld aus das er nicht hat und der andere darf dann immer wieder seinen Kopf dafür hinhalten. Dann soll sie noch seine Schulden begleichen und ihm noch einen Kredit geben, den er wahrscheinlich erst am St.Nimmerleinstag zurück bezahlt. Das hat nichts mit schlechten Zeiten zu tun. Es ist was anderes wenn jemand unabsichtlich in finanzielle Not kommt. Beispielsweise durch Krankheit. Da kann man helfen. Ansonsten würde ich das auch nicht einsehen.
 
  • #41
Liebe FS,
aus welchem Kulturkreis kommt denn dein Freund? Liebst du ihn? Wenn ja, wieso begleichst du nicht seine Schulden bei der Bank und gewährst ihm einen zinzfreien Kredit. Ich finde dein Verhalten richtig arg diesbezüglich. Du beweist eindrucksvoll, dass man in schwierigen Zeiten nicht mit dir rechnen kann.
Wirst du es aushalten, dass er dich knallhart und eiskalt findet, wenn du ihm die nicht geben willst, obwohl er doch gerade aus seiner Wohnung fliegen soll ?

Violà, du bist knallhart und eiskalt oder in Verums Welt: du liebst den Mann eben nicht genug sowie es ist kein Verlaß auf dich.
Das wird dein Parasit ebenso sehen und sicher auch der ein oder andere in deiner Umwelt, z.B. seine Eltern oder Freunde aber auch vielleicht einige deiner Leute.
Wirst du das aushalten ?
Nochmal mein Tip: trenne dich jetzt lieber gleich, sofort, solange seine Bombe noch nicht hochgegangen ist.
Wenn ihr schon ein Jahr oder so keinen Kontakt mehr hattet und er dann aus seiner Wohnung fliegt, ist es sehr viel leichter, ihn die Konsequenzen seines Tuns selbst tragen zu lassen, also ihm z.B. kein Obdach zu gewähren, als wenn ihr noch zusammen seid.
Bitte ! Zieh ganz schnell die Reißleine !

w 52
 
  • #42
oder in Verums Welt: du liebst den Mann eben nicht genug sowie es ist kein Verlaß auf dich

Ich hoffe nur, dass die FS ihre Verblendung durch diese völlig überspitzten Beiträge einsieht. Auch wenn du mich komisch finden solltest, wenn die FS endlich die rosa Brille absetzen kann, dann würde mich das freuen. Ich bin aber der Meinung, dass wir hier einen Südländer mit dem Drang nach Statussymbolen haben und eine Frau, die sich dringend emanzipieren muss, weil es schade um sie wäre, da sie anscheinend ihr Leben im Großen und Ganzen meistert.
 
C

Charline

Gast
  • #43
Liebe FS,

Du beweist eindrucksvoll, dass man in schwierigen Zeiten nicht mit dir rechnen kann.
Schuhe für 200 € und ständig auswärts essen gehen sind keine "schwierigen Zeiten". Der Typ ist ein Parasit und die FS sein Wirtstier. Warum sollte er sich ändern? Er doch eine "Doofe" gefunden, die ihn indirekt mitfinanziert.
Nochmal: Beteilige ihn an allen gemeinsamen Kosten oder trenn dich räumliche von ihm. Eine rosige Zukunft sehe ich für die FS nicht. Ich hätte arge Bedenken mich auf ihn einzulassen.
In "echten schwierigen Zeiten" wie schwere Erkrankung, unverschuldete Arbeitslosigkeit oder so, würde ich helfen. Aber ich finanziere niemandem unnützen Klimbim. Es müssen nicht 200€ Schuhe sein, es gibt auch bequeme Schuhe für deutlich weniger Geld.
 
  • #44
Da lebt jemand die ganze Zeit über seine Verhältnisse, gibt Geld aus das er nicht hat und der andere darf dann immer wieder seinen Kopf dafür hinhalten.
Es muß zwar auf den aktuellen Fall nicht zutreffen (man sollte dazu die andere Seite hören), aber es gibt durchaus Situationen, in denen der eine Partner dem anderen gar keine Wahl läßt, als über seine Verhältnisse zu leben. Klassiker ist hier die hälftige Kostenteilung in Verbindung mit ungleichem Einkommen: der schwächere Partner wird bis an sein Limit gedrückt, behält also praktisch nichts mehr übrig, während der andere aber noch komfortabel Taschengeld hat und das auch ausgeben will. Natürlich für gemeinsame Unternehmungen, denn man ist ja ein Paar. Und dann heißt es: ich habe den Urlaub für uns beide bezahlt, jetzt bist du an der Reihe, etwas für uns beide zu bezahlen.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist die Verträglichkeit des Berufs mit den Ansprüchen des Partners. Ein Kreativberufler wird deutlich weniger leisten können, wenn der Klammerpartner ihn bei der Arbeit nicht in Ruhe lassen kann. Ein Außendienstler wird deutlich weniger verdienen, wenn der Partner darauf besteht, daß nur ein 8-to-5-Job partnerschaftsverträglich ist, und ihm bei mehr beruflichem Engagement die Hölle heiß macht.

Wenn die beiden nicht zurecht kommen, weil angeblich einer über seine Verhältnisse lebt, sind Beipflichtungen und Delegitimierung von Gegenstimmen wenig hilfreich, sie brauchen eine neutrale Beratung, die die Argumente beider Seiten einbezieht: wofür war der Kredit? Was ist beruflich veranlaßt? Wo sind die Hemmschuhe?
 
  • #45
wieso begleichst du nicht seine Schulden bei der Bank und gewährst ihm einen zinzfreien Kredit. Ich finde dein Verhalten richtig arg diesbezüglich. Du beweist eindrucksvoll, dass man in schwierigen Zeiten nicht mit dir rechnen kann.

Die schwierigen Zeiten dürften bei dem Freund der FS schon sehr lange anhalten. 5000 Euro Konsumschulden macht man nicht an einem Tag. Das war kein einzelner Kredit für eine Küche oder so etwas, sondern baute sich wohl über Jahre auf. Anderenfalls müsste er nicht umschulden.

Liebe FS, gib ihm bloß nichts von deinem Erspartem. Die Summe könntet ihr gerne als Kredit bezeichnen, Fakt bleibt aber du müsstest einen Großteil der Summe abschreiben, weil er entweder gar nicht daran denkt, die Summe zurückzuzahlen (ist ja quasi ein Geschenk unter Partnern) oder sie nicht zurückzahlen kann.

Dann wäre genau der Status eingetreten, vor dem du dich fürchtest.
 
  • #46
locker 50 Euro für 3 Tage essen - Frühstück, Mittag, Abend
Das ist auch noch richtig viel, mit 30 bis 40 Euro könntet ihr auch auskommen. Wenn man wirklich gut selbst kochen kann, kommt man wirklich mit viel weniger aus. Bei 50 Euro sind wohl Zigaretten oder Alkohol dabei oder viel Vorgekochtes?

Es gibt übrigens auch foodsharing- Kreise, die sich engagieren, dass weniger Essen weggeworfen wird. Selbst die Tafeln werfen in manchen Städten im Sommer unglaublich viel weg, weil sie es bei hohen Temperaturen nicht verwerten können. Meine Große kurvt mit einem Lastenrad manchmal die Kisten mit Obst und Gemüse zu den Leuten, die sich in der Foodsharing- Liste eintrugen, und die Geschäfte, die da ihre Törtchen und Brötchen abgeben, sind froh, weniger Müllgebühren tragen zu müssen. Sie zeigte mir Fotos, das sind noch gute Sachen. In ihrer Stadt sind viele Studenten in diesen Listen eingetragen.

Zu deinem Freund: Mehr wirst du von ihm nicht bekommen, egal, wie du es versuchst, anzugehen.
Möglicherweise trennte er sich auch dann von dir, wenn er selbst plötzlich einen besseren Job erhielte- Streitereien um eigene Fehler bleiben feste im Unterbewussten. Gar mancher "rächt" sich dann, wenn es ihm besser geht.

Was für Lebensziele hast du? Willst du Kinder? Willst du noch mehr sparen? Könntest du dir vorstellen, mit ihm zusammen ein monatliches Budget für "Verschwendung", die Freude macht, abzustimmen, wie Essen gehen, schöne Kleidung (für euch beide!). Er auch?

Ohne Moderation zu diesem Konflikt kommt ihr aus eurer Rollenverteilung -du die böse Mama, er derjenige, dem nichts gegönnt wird, obwohl es ihm doch zusteht- vermutlich nicht mehr heraus.

Wenn du die Beziehung heute mit allen Einschränkungen erhalten willst, dann achte darauf, dass dir deine Kompromisse wenigstens nicht morgen auf die Füße fallen-
z.B. dann, wenn du mal eine Zeitlang arbeitsunfähig sein solltest, oder wenn die Waschmaschine mit dem Auto gleichzeitig kaputt geht, wenn du doch noch gern ein Kind hättest, wenn er in Privatinsolvenz gehen muss.... etc.

Ich empfehle dir auch LAT (sonst hängt ihr beide in seiner Insolvenz) und beidseitig ein getrenntes Haushaltsbuch, bis ihr die Kosten besser im Griff habt oder du wenigstens 15.000 oder 20.000 sparen konntest.
 
  • #47
Es muß zwar auf den aktuellen Fall nicht zutreffen (man sollte dazu die andere Seite hören), aber es gibt durchaus Situationen, in denen der eine Partner dem anderen gar keine Wahl läßt, als über seine Verhältnisse zu leben. Klassiker ist hier die hälftige Kostenteilung in Verbindung mit ungleichem Einkommen: der schwächere Partner wird bis an sein Limit gedrückt, behält also praktisch nichts mehr übrig, während der andere aber noch komfortabel Taschengeld hat und das auch ausgeben will. Natürlich für gemeinsame Unternehmungen, denn man ist ja ein Paar. Und dann heißt es: ich habe den Urlaub für uns beide bezahlt, jetzt bist du an der Reihe, etwas für uns beide zu bezahlen.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist die Verträglichkeit des Berufs mit den Ansprüchen des Partners. Ein Kreativberufler wird deutlich weniger leisten können, wenn der Klammerpartner ihn bei der Arbeit nicht in Ruhe lassen kann. Ein Außendienstler wird deutlich weniger verdienen, wenn der Partner darauf besteht, daß nur ein 8-to-5-Job partnerschaftsverträglich ist, und ihm bei mehr beruflichem Engagement die Hölle heiß macht.
Das wäre natürlich auch ungerecht. Es sollte schon so ausgeglichen sein, dass derjenige der wenig verdient nicht genau gleich viel bezahlen muss.

Man muss allerdings auch unterscheiden. Wenn jemand sich überhaupt keine Mühe gibt ist es genau so ungerecht. Wenn beispielsweise einer Arbeitslos ist und Hartz 4 bekommt und sich überhaupt nicht bemüht eine neue Stelle zu bekommen.

Außerdem geht das mit der Aufteilung der Kosten nur wenn man verheiratet ist bzw evtl noch in einer Beziehung. Also, dass derjenige mehr bezahlen muss wo mehr verdient. Die Kosten wie Miete, Storm, Lebensmittel. Wenn man nur in einer WG lebt geht das natürlich nicht. Da muss es natürlich halbe halbe sein.
 
  • #48
Das wäre natürlich auch ungerecht. Es sollte schon so ausgeglichen sein, dass derjenige der wenig verdient nicht genau gleich viel bezahlen muss.
Warum ? Wie definiert man Gerechtigkeit ?
Die 'Linken' haben auf ihren Wahlplakaten immer solche Parolen mit Gerechtigkeit und meinen damit, ich meine als Endziel, als Paradies, dass jeder das Gleiche haben soll.
Dieses Verständnis dieses Begriffes ist weit verbreitet in Deutschland 2019.

Meine Definition weicht davon ab und ich ecke damit oft und gerne und heftig an. Mit meinem Freund rede ich da schon gar nicht drüber, weil wir da wirklich maximal weit entfernt sind voneinander und uns mehrfach in die Wolle kriegten, ohne dass es je die Hoffnung auf einen Konsens geben könnte.
Er will das Bedingungslose Grundeinkommen und ich unterstelle, er fände das geilo, weil er dann abwechselnd gammeln und autoschrauben könnte.
Für mich bedeutet Gerechtigkeit, dass jemand, der erstens sehr viel und sehr lange gelernt hat, sowie bereit ist, das fortlaufend weiterhin zu tun und zweitens sehr viele Stunden pro Tag oder Woche arbeitet und das effizient, auch mehr verdienen und in Folge besitzen soll.
Mit dieser Haltung ecke ich an, das ist in Deutschland 2019 nicht populär.

Wenn ich mit einem Mann zusammen wohnen möchte oder in Urlaub fahren oder essengehen, kann ich freiwillig mehr bezahlen, ihm also ein Geschenk machen. Aber ich kann es einfach nicht einsehen, dass er einen Anspruch auf Alimentierung ableitet allein aus der Tatsache, dass ich mehr habe.
Ich bin damit einverstanden, dass er sich entschieden hat, wenig zu lernen und wenig zu arbeiten und daher immer viel freie Zeit hatte.
Jeder nach seiner Facon, solange er die Konsequenzen selbst trägt und nicht mich dazu auffordert.

Beispiel Urlaub: wenn ich fahren will und zwar teuer und ich weiß, er kann das nicht bezahlen, will aber, dass er dabei ist, gibt es mehrere Möglichkeiten:
- wir fahren gar nicht
- ich fahre allein
- wir machen einen billigen Urlaub
- ich lade ihn ein
Was ich nicht erwarten würde, ist, dass er wegen mir einen Urlaub macht und bezahlt, den er sich nicht leisten kann.
Freiwillig bezahle ich gerne, aber nicht eingefordert.
Erst recht nicht mit Empörung in seiner Stimme, so wie in einigen Texten hier.

w 52

w 52
 
  • #49
Ich meinte damit auch nicht irgendeine Partei. Natürlich finde ich auch der wo viel gelernt hat und hart arbeitet mehr verdienen sollte. Ich meinte damit eher, dass es ungerecht ist das derjenige der viel weniger verdient den gleichen Anteil bezahlen soll. Also so Kosten wie Miete. Strom, Gas, Wasser, Urlaub usw. Da wäre es natürlich voll ungerecht wenn jeder gleich viel bezahlen soll. Außerdem würde ich nie eine Partei wie die Linke wählen. Bin eher andersrum eingestellt. Bin allerdings mitnichten rassistisch.

Das Problem beim bedingungslosen Grundeinkommenn ist wer das bezahlen soll. Da würde man den Steuerzahler zur Kasse bitten.
 
  • #50
@alexaalexi
Jetzt muss ich doch einmal fragen: Was um Himmels willen macht Ihr mit Eurem Geld? Als Paar verfügt Ihr über ein Nettoeinkommen von über 3.000 Euro, oder?! Wo fließt Das alles hin? Es sollte auf jeden Fall für eine große Wohnung und Lebensmittel und Urlaub reichen. Double income, no kids, besser geht's nicht. Bitte kläre uns auf, wieviel Miete und NK zahlt Ihr? Wieviele PKWS habt Ihr? Welche Ratenzahlungen und Kredite laufen da noch? Es kann doch nicht wahr sein, dass man von 3.000 Euro netto zu Zweit nicht ordentlich leben kann?!
 
  • #51
Ach wie schön ich kann mal wieder gegen @frei argumentieren:

Die 'Linken' haben auf ihren Wahlplakaten immer solche Parolen mit Gerechtigkeit und meinen damit, ich meine als Endziel, als Paradies, dass jeder das Gleiche haben soll.

Das ist natürlich Quatsch mit Soße. Mir ist hier nicht klar, wen du mit 'Linke' meinst:
- Die Partei,
- die Mensche welche sich für links erklären,
- die Menschen die du für Linke hält.
Bitte mal klären.

Menschen mit einem halbwegs gefestigten marxistischen Weltbild wollen kein Paradies(1), sie wollen auch nicht, dass jeder das Gleiche verdient. Auch in einer sozialistischen Wirtschaft wird Leistung honoriert. Was es nicht mehr geben soll ist die Bereicherung durch das Kapital. Also, das die Lebenschance für die Menschen durch den Reichtum / die Armut oder besser über die Verfügbarkeit von Kapital definiert werden.
Wir leben hier nicht in einer Leistungsgesellschaft. Ich kann noch so leistungbereit und -fähig sein, ich werde nie das ererbte Vermögen von Susanne Klatte erreichen. Frau Klatte ist wohl intelligent und auch persönlich integer allerdingst reich und bekannt ist sie nicht aufgrund ihrer Leistung. Auch ihr Einfluss auf die Wirtschaft beruht nicht auf ihren Leistungen sondern einzig und allein auf ihren ererbten Vermögen.

Er will das Bedingungslose Grundeinkommen und ich unterstelle, er fände das geilo, weil er dann abwechselnd gammeln und autoschrauben könnte.

Die Linke als Partei und meist alte gestandene Sozialisten tut sich sehr schwer mit dem bedingungslosen Grundeinkommen. Bei diesen Leuten ist der Mythos der Arbeit noch weit verbreitet. Und diese Arbeit sollte gerecht bezahlt werden.

Für mich bedeutet Gerechtigkeit, dass jemand, der erstens sehr viel und sehr lange gelernt hat, sowie bereit ist, das fortlaufend weiterhin zu tun und zweitens sehr viele Stunden pro Tag oder Woche arbeitet und das effizient, auch mehr verdienen und in Folge besitzen soll.

An dem Punkt bin ich mit dir einig.
Allerdings muss auch Chancengleichheit was den Zugang zu Bildung und Arbeitsmöglichkeiten betrifft vorhanden sein und da hinkt es in Deutschland noch gewaltig.

Und noch mal: Warum soll der der viel Kapital geerbt hat viel mehr Geld zu Verfügung haben wie ich der
der erstens sehr viel und sehr lange gelernt hat, sowie bereit ist, das fortlaufend weiterhin zu tun und zweitens sehr viele Stunden pro Tag oder Woche arbeitet und das effizient,
Ist das gerecht?

Allerdings muss ich zugeben, dass es viele utopische Spinner gibt die sich als Linke bezeichnen, gibt.

(1) Das Paradies ist der Traum eines Zechprellers.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #52
Beispiel Urlaub: wenn ich fahren will und zwar teuer und ich weiß, er kann das nicht bezahlen, will aber, dass er dabei ist, gibt es mehrere Möglichkeiten:
- wir fahren gar nicht
- ich fahre allein
- wir machen einen billigen Urlaub
- ich lade ihn ein
Was ich nicht erwarten würde, ist, dass er wegen mir einen Urlaub macht und bezahlt, den er sich nicht leisten kann.
Ich noch mal.
Genau das habe ich gemacht. Sie wollte unbedingt auf die Malediven (in der 80zigern noch ein Traumziel).
Ich bin schon ein Strand und Badetyp, aber ich bin kein Hoteltyp. Also mir hätte Kreta, 3 Sterne mit Frühstück, locker gereicht. Ich konnte mir die Malediven auch nicht wirklich leisten und habe mir Geld geliehen. Sie wusste durchaus, dass es mir finanziell deutlich schlechter geht als ihr, hat mir allerdings nie angeboten einen Teil der Urlaubskosten zu übernehmen.
Vielleicht hätte ich es deutlicher formulieren müssen.
Also @frei , würdest du es merken wenn dein Partner 'Ja' sagt zu einem Urlaub der nicht seine erste Wahl ist und den er sich kaum leisten kann.
PS Der Urlaub war übrigens ganz schön, ich bin halt Pragmatiker und kann geniesen auch wenn das Girokonto mal kräftig aus dem Ruder gerät.
 
  • #53
Frei, grundsätzlich gebe ich dir auch Recht, jedoch funktioniert es eben nicht so in der Praxis. Ich komme aus Ungarn, wo ein Akademiker locker weniger bekommt als ein Handwerker, genauso Juristen weniger verdienen als Leute im Kundenservice. Also ist eben Gerechtigkeit nicht im Kapitalismus zu finden, aber das ist nun off topic. (Es gibt eben keine direkte Korrelation zwischen Bildungsgrad und Verdienst, jedenfalls nicht zwangsläufig, definitiv nicht überall. Da muß man mehrere Faktoren bedenken.)

Alexi: ich würde nicht zur Trennung raten, da Du den Mann liebst. Aber räumliche Trennung schon. Er muß erstmal lernen, selbst klar zu kommen. Das meine ich ernst. Es sieht so aus, dass er nie sich selbst finanzieren musste. Wenn er das nie lernt, wird er weiter so lebensfern denken und tun.
Er muss lernen, ohne Eltern und Freundin erstmal über die Runden kommen. Wie es mal ist, wenn er nicht die teuren Schuhe kaufen kann. Wenn er mal merkt, wieviel der Alltag kostet.
Ich glaube nicht, daß er hardcore parasit ist, also bewusst dich ausnehmen will. Ich würde erstmal vermuten, dass er keine Ahnung hat. Teste dies, und wenn Du merkst, er wollte nur dich ausnutzen, kannst du dich immer noch trennen.
Du tust ihm den größten Gefallen, wenn er lernt, selber Dinge in den Griff zu bekommen. Da profitiert er immer von und du auch. Zusammen wohnen könnt ihr später ja immer noch.
 
  • #54
Naja... jetzt zu meinem Partner: Er hat bereits 5.000 Euro Schulden und denkt schon an den nächsten Kredit. Er möchte einen anderen Kredit aufnehmen um den aktuellen abzubezahlen (!?!?!)...

Er möchte immer auswärts essen gehen und meint das sei doch ganz normal. Er verdient leider nur 1.500 Euro/Monat und davon ist bereits alles zu Beginn weg,

Unsere gemeinsamen Kosten trage ich zu 100% … Essen, etc. ist nun mal teuer und ich möchte einfach nicht das alles übernehmen und irgendwann auf meinen Notgroschen zugreifen müssen weil er nicht mit seinem Geld umgehen kann.

Hallo @alexaalexi,

ich lese immer nur, "er möchte ..."

Dazu so viel: mit diesem Mann wirst du keine schuldenfreie Zukunft haben, denn auch die Benutzung einer App wird ihn nicht davon abhalten, weiter über seine Verhältnisse zu leben.

Warum sollte er auch damit aufhören, wo er doch immer wieder eine Frau finden kann, die für seine Kosten aufkommt, weil er in den Miesen ist.

Das bedeutet für dich, du musst dich nicht mal von ihm trennen, denn früher oder später wird er von selber weg sein, entweder weil er deine ständige Einmischung in seine Finanzen nicht mehr erträgt, denn kein Mann will von seiner Freundin wie ein Kind behandelt werden. Oder wenn deine Spargroschen aufgebraucht sind, denn er ist kein Mann, für den eine Frau interessant ist, die ihn nicht mit finanzieren kann. Vielleicht findet er ja eine Frau, die finanziell besser aufgestellt ist, denn 10.000,- € sind nun wirklich nicht die Welt.

So wird sich also eines Tages alles von selbst erledigen. Ganz ohne App.
 
  • #55
Es kann doch nicht wahr sein, dass man von 3.000 Euro netto zu Zweit nicht ordentlich leben kann?!

Hallo Elfe,

das hängt u.a. davon ab, wo man wohnt. Als Berufsanfängerin habe ich eine zeitlang von etwas weniger als 1500 € netto in der Großstadt leben müssen. Allerdings als Single. Mit der teuren Monatskarte (ein Auto konnte ich mir damals nicht leisten), privater Altersvorsorge reichte es trotz relativ geringer Miete bei einer Genossenschaft gerade so für das nötigste und um 150 bis 200 € im Monat beiseite legen zu können. 1500 € sind nicht viel und besonderer Luxus wie Schuhe für 200 € ist damit nicht drin. Wäre ich der Freund des FS hätte ich mir die damals bestimmt nicht gekauft.
Wohl reichen 1500 € aber, um keine Schulden machen zu müssen und Geld zurückzulegen und seien es für den Einzelnen auch nur 50€ im Monat.
 
  • #56
Ach wie schön ich kann mal wieder gegen @frei argumentieren.
Danke gleichfalls, du bist ein kluger Mann.
Deine Ansichten sind nicht gerade geeignet, Sympathien zu haschen, aber gerade das mag ich. Du hast keine Angst anzuecken und du vertrittst deine Haltungen immer mit logischen Argumenten.
Mir ist hier nicht klar, wen du mit 'Linke' meinst
Ich sprach von Wahlplakaten und meine folglich die Partei. Die Parole habe ich etwas vereinfacht wiedergegeben.

Hm...ich denke darüber nach, was du zum Thema Kommunismus generell und in Bezug auf unsere Gesellschaft sagst und ich würde da gerne ganz viel drüber reden, leider sprengt das hier den Rahmen.
Nur eins: für mich bedeutet Kommunismus, nicht nach Leistung oder Können bezahlt zu werden, sondern nach Bedarf.
Und ich sehe dieses Modell als Utopie, als nicht zu erreichendes Ziel, das vom altruistischen Menschen ausgeht. Davon, das niemand ausgenutzt wird und dass niemand mehr fordert, als er wirklich braucht. Und damit gemeint ist, dass man eben keine Schuhe für 200 € braucht und auch nicht mehr als zwei oder drei Paare.
So sind Menschen aber nicht und auch sonst nahezu keine Spezies auf dieser Welt. Selbst staatenbildende Insekten nehme ich inzwischen nicht mehr aus, denn wenn dort auch das Individuum keine eigenen Ansprüche hat, so hat es sie aber doch für den eigenen Staat und das ist ja auch wieder nur das erweiterte Ego.

Wir leben hier nicht in einer Leistungsgesellschaft. Ich kann noch so leistungbereit und -fähig sein, ich werde nie das ererbte Vermögen von Susanne Klatte erreichen.
Wenn wir Extremfälle mal außer Acht lassen, würde ich dir hier gerne widersprechen.
Kleines Gegenbeispiel gefällig ?
Mein Großvater war zunächst sehr wohlhabend, ist dann aus Ostpreußen geflohen und hat alles Materielle verloren. Mit 50 Jahren hat er im Westen eine neue Arbeitsstelle als Richter gefunden, war bei der Pensonierung der ...sgerichtsdirektor, also Chef seiner Behörde und hatte eine Pension, die uns beiden die Augen tränen ließe. Er hat seinen drei Kindern dann wieder ein richtig hübsches Sümmchen vererbt.
Leistung führte zu Vermögen, wenn auch natürlich nicht so wie in deinem Beispiel.

Menno...ich will noch mehr sagen...

w 52
 
  • #57
Mal sehen, ob ich noch ein bisschen weiterreden darf.

Wir sprachen vom Leisten und Erben.

Und noch mal: Warum soll der der viel Kapital geerbt hat viel mehr Geld zu Verfügung haben wie ich der ( hier mein Zitat: viel arbeiten und so )
Ist das gerecht?
Ja, ich finde das gerecht.
Nochmal mein Großvater: er hat also erstens seinen Kindern viel vererbt und sie außerdem zu großem Leistungswillen erzogen.
Alle drei Kinder haben selbst gute Ausbildungen gehabt, viel gearbeitet, auch meine Tante, nicht nur die Männer, und alle drei haben ebenfalls ordentlich was auf die Seite gelegt.
Ich habe gerade davon profitiert, mein Vater ist im letzten Herbst gestorben und nun war ich dran mit erben.
Ja, ich habe jetzt etwas, was ich mir nicht selbst erarbeitet habe, aber mein Vater und schon mein Großvater haben dafür gearbeitet. Jemand hat dafür gearbeitet und es mir gegeben.
Ich finde das gerecht.
Ich fände es ungerecht, wenn beim Tod des Leistungsbereiten z.B. alles an den Staat fiele. Du nicht ?

Allerdings muss auch Chancengleichheit was den Zugang zu Bildung und Arbeitsmöglichkeiten betrifft vorhanden sein .
Da stimme ich dir zu.
Den Zugang zu Bildung hat heute in Deutschland wirklich jeder, aber dennoch wird es ein Kind aus einer 'bildungsfernen' Familie immer schwerer haben, als z.B. meine Tochter, die schon als Baby in Sprache gebadet wurde, der von klein auf vermittelt wurde, dass Bildung eins der höchsten Güter ist.
Dass Schmarotzen ehrenrührig und peinlich ist.
Kennst du diese unsäglichen Trash-TV-Berichte, in denen H4-Empfänger ohne die geringste Scham fragen, warum sie denn zum Niedriglohn arbeiten sollten, wo sie doch ohne Arbeit viel mehr bekämen und dann sprechen sie von 'ihrem Geld' ( 'der Mann vom Amt wollte mir mein Geld nicht auszahlen' oder so ). nicht erkennend, dass das nicht ihr Geld ist, sondern meins und wahrscheinlich deins.

Diese Haltung haben diese Leute schon als Baby mitbekommen.
Hier sehe ich die Chancenungleichheit.
Wie soll so jemand Lust auf Bildung und Arbeit haben ?

w 52
 
  • #58
Was ist "gut mit Geld umgehen"? Für mich ist Geld "Mittel zum Zweck". Mein persönlicher Zweck ist, es, ein glückliches Leben zu führen. Also maximiere ich mit Geld diesen Zweck.

Ich bin sehr sparsam und weiss mit Geld umzugehen. Ich habe ein Notfallskonto mit ca. 10.000 Euro drauf das ich aber niemals angreifen würde, ausser eben im extremsten Notfall.

Ich finde nicht, dass "sehr sparsam" unbedingt bedeutet, dass Du mit Geld umgehen kannst, wenn:

Monatlich kaufe ich nur wesentliche Dinge wie Essen, Begleichung der Rechnungen, etc.
Unsere gemeinsamen Kosten trage ich zu 100% ausser seinen Teil der Miete.

Du bist geizig mit allem, was Du ausgibst und das, was Du sparst, gibst Du ihm, damit er sich ein Leben erlauben kann, das über seinen Verhältnissen liegt.
Ich finde nicht, dass du gut mit Geld umgehen kannst. Er kann besser mit Geld umgehen. Du verschwendest Dein Geld ohne Nutzen für Dich, indem Du mitfinanzierst, dass er trotz wenig Geld genug ausgeben kann. Im Grunde kann er besser mit Geld umgehen als Du.


So haben wir am Ende des Monats einen guten Überblick und er wird wahrscheinlich auch geschockt sein wenn er sieht wie viel mehr ich bezahle :)

Geschockt wäre er, wenn Du am Monatsende klar machst, dass er künftig einen angemessenen Anteil tragen sollte (Du hast nichts zu euren Einkommensverhältnissen, genauer zu Deinem Einkommen geschrieben). Was erwartest Du? Dankbarkeit oder Gerechtigkeit?

Sein Einkommen ist unterdurchschnittlich. Es ist aus meiner Sicht in Ordnung, wenn Du entsprechend Deinem höheren Einkommen mehr Kosten der Lebenshaltung trägst, sofern Du das möchtest. Aber dann sollten sich beide mit der Verwendung des gemeinsamen Einkommens einig sein. Gute Schuhe für 200 Euro sind nicht an sich falsch. Aber wenn es in einem Monat Schuhe und im nächsten ein neues Iphone sind, dann funktioniert das auf Dauer nicht. Ob Du das dann quersubventionierst, ist Deine Entscheidung. Das als "gut mit Geld umgehen" zu bezeichnen, finde ich fragwürdig.
 
  • #59
Jemand hat dafür gearbeitet und es mir gegeben.
Ich finde das gerecht.
Ich fände es ungerecht, wenn beim Tod des Leistungsbereiten z.B. alles an den Staat fiele. Du nicht ?

Auf den ersten Blick schon. Auf den zweiten lebt unser ganzes System als soziale Marktwirtschaft davon, dass der Kreislauf funktioniert, das Geld also auch wieder ausgegeben wird. Dazu kommt, dass Geld in keinem System gleichmäßig verteilt wird. Anhäufen über ein gewisses Maß hinaus ist aus meiner Sicht dafür schädlich.
Du profitierst von klein auf davon, dass jemand Leistungsbereites Dir vorgelebt hat und Dich dazu erzieht, dass Du selbst eine gute Ausbildung machst und einen guten Start ins Leben hast. Du erbst vielleicht ein Haus und eine Million, die Dir Dein Leben nochmal erleichtern. Ich bin für ordentliche Freibeträge, aber der Rest sollte dann sinnvoll für die Allgemeinheit angelegt werden. Wenn jemand 20 Millionen vererbt, hat er die in den seltensten Fällen wirklich alleine erarbeitet.

Diese Haltung haben diese Leute schon als Baby mitbekommen.
Hier sehe ich die Chancenungleichheit.
Wie soll so jemand Lust auf Bildung und Arbeit haben ?

Ein Fehler im Bildungssystem. Ich finde, so etwas wie Ethik gehört statt Religion in den Stundenplan. Statt Geschichten aus der Bibel zu erzählen, könnte dann genau das vermittelt werden. Jedes Kind sollte ein Gefühl dafür entwickeln, wie es sein Leben entwickeln und gestalten möchte und auf welchen Wegen das möglich ist. Und natürlich auch dafür, wie eine Gesellschaft funktioniert und was dafür notwendig ist.
 
  • #60
Warum soll der der viel Kapital geerbt hat viel mehr Geld zu Verfügung haben wie ich … ist das gerecht?
Wenn ich dazu auch mal was sagen darf: so mancher schuftet sich sein halbes Leben lang im elterlichen Betrieb ab, arbeitet weit unter seinem Wert, mit dem Ziel, das nicht vereinnahmte Geld im Betrieb zu lassen, damit der sich vergrößern oder modernisieren, auf jeden Fall aber zukunftssicher aufstellen kann. Und dann käme der Staat und sagte: dankeschön, Dir steht jetzt als Erbe genauso viel oder so wenig zu wie dem anderen, der sich für ein Einkommen in der Höhe, die Du Dir für Deinen Lebensunterhalt entnommen hast, nicht sonderlich angestrengt hat. Ist das gerecht?

Da wir alle nicht wissen, warum der Lebensgefährte der Fragestellerin so relativ wenig Einkkommen hat, können wir auch nicht nach den Maßstäben eines normalen Arbeitnehmers den Stab über ihn brechen. Möglicherweise baut er sich gerade, wie andere auch, ein Unternehmen auf. Möglicherweise muß er dazu in Kreisen verkehren, in denen man nicht mit Turnschuhen antanzen kann. Möglicherweise sind seine Bankschulden das Ergebnis notwendiger Investitionen. Oder das Geld steckt, wie bei mir, in einer Investition, die beiden nützt.

Meine Freundin hat damals auch eine seltsame Rechnung aufgemacht, um mir zu zeigen, daß ich sie übervorteile. Objektiv betrachtet war's aber genau anders herum.
 
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