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Gast

  • #1

Wieso kommen Pfarrerinnen immer so anklagend rüber?

Habe die Erfahrung gemacht dass protestantische Theologinnen und Pfarrerinnen oft ein extremes schwarz-weiß Bild hegen in dem eindeutig zwichen guten Menschen (Pfarrer, Arme der 3. Welt,
Entwicklungshelfer etc) und schlechten Menschen (Anwälte, alle Büroberufe außer Gemeindeverwaltung, Polizei etc) unterschieden wird. Mit dem Argument "Du willst ja die Welt nicht retten!" gehen besagte Frauen auch auf Partnersuche. Warum kommen viele, vor allem protestantische, Theologinnen selbst bei der Partnerwahl so verquert rüber?
 
  • #2
Na ja, es hat gewiss einen Grund, warum man sich für einen solchen Beruf entscheidet und sich zu so einem Job berufen fühlt. Dass man dann auch entsprechend denkt, fühlt und handelt, ist doch klar. Mich überrascht das nicht.

Zu einer Pfarrerin passen sicherlich nur Partner, die ebenfalls die gleichen christlichen Werte und Beweggründe teilen. Letztlich ist das kein wesentlicher Unterschied zu allen anderen, immer müssen Ansichten und Weltanschauungen harmonieren und kompatibel sein.
 
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Gast

  • #3
Es gehört zum Leben dieser Pfarrerinnen und Pfarrer, dass sie sich mit den Ungerechtigkeiten dieser Welt auseinandersetzen.
Da ist es doch klar, dass die Armen immer die guten sind und die Reichen sind die Bösen. Letztlich ist es ein Unvermögen dieser Menschen, dass sie nicht in der Lage sind, besser zu differenzieren.

Aber lasst Euch sagen, dass es da zum Glück auch viele Pfarrerinnen und Pfarrer gibt, die da bessere An- /Einsichten haben.

Als Partnerin kommt eine solche vom FS beschriebene Frau selbstverständlich nur in Frage, wenn man selber deren Einstellungen teilt oder genug Selbsbewusstsein und auch Bibelkenntnisse hat, um sich mit ihr angemessen auseinander zu setzen.

m52
 
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Gast

  • #4
Na,mich würde mal interessieren,wie der Fragesteller zu dieser Einschätzung kommt.
Wieviele evangelische Pfarrerinnen muß man kennen,um zu einer solchen Erkenntnis zu kommen?
m,59,Atheist
 
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Gast

  • #5
Ich will keine unterkomplexe Antwort geben. Stattdessen sei Dir empfohlen, Nietzsche zu lesen, z.B. die Genealogie der Moral oder seinen Zarathustra. Außerdem dürften Max Webers kulturhistorische Studie über die protestantische Ethik oder die Soziallehren der christlichen Kirchen und Gruppen von Ernst Troeltsch interessante Antworten liefern.
 
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Gast

  • #6
Na,mich würde mal interessieren,wie der Fragesteller zu dieser Einschätzung kommt.
Wieviele evangelische Pfarrerinnen muß man kennen,um zu einer solchen Erkenntnis zu kommen?
m,59,Atheist
Genau das habe ich mir auch gedacht. Wer hat denn hier ein schwarz-weiß-denken? Der FS hat das, denn bei ihm sind Pfarrerinnen eben so und nicht anders.
Ich bin evangelisch (wenn auch nicht kirchlich aktiv) und kenne sehr viele Pfarrerinnen. Teilweise noch aus meiner Jugend, als ich von einer Pfarrerin konfirmiert wurde, teilweise durch Kolleginnen an meiner Schule oder auch im Bekanntenkreis. Und da ist alles dabei, was es eben auch sonst im Leben gibt.
Außerdem ist vielleicht auch noch ausschlaggebend, in welcher Gegend man wohnt. In Norddeutschland sind Protestanden häufig etwas strenger religiös als im katholischen Süden. Hier sind die Evangelen meist wirklich etwas protestantischer = moderner und aufgeschlossener und weltoffener.

Aber es ist doch immer so schön, wenn man Vorurteile hat.
 
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Gast

  • #7
Ich bin Pfarrer. Ich unterteile Menschen nicht in "Gut" oder "Schlechte" - ob sie reich oder arm sind, Entwicklungshelfer oder Investmentbroker, Pfarrer oder Atheisten, Nordlichter oder Süddeutsche. Natürlich denken manche Menschen schwarz-weiß, ob sie nun Pfarrer sind oder Atheisten. Natürlich gibt es moralinsaure Predigten ebenso wie Vorurteile gegenüber Pfarrern. Aber die Wirklichkeit ist eben doch meist etwas differenzierter.
 
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Gast

  • #8
Die evangelische Kirche hat längst ihren christlichen Glauben gegen die Multi-Kulti-Religion getauscht, daher überrascht es ganz und gar nicht, daß jetzt auch dort das typische Schwarz-Weiß-Denken der Linken vorherrscht. Wer immer noch denkt, die Katholen hätten einen Knall, der kennt die Prottis nicht. Es hat schon seinen Grund, warum die ganzen extrem Religiösen in Amiland ausnahmslos Prottis sind (Puritaner, Amish Hobbits, Mormonen, etc.).
Anklagende Pfarrerinnen passen bestens in diese Schema.
Das Schwarz-Weiß-Denken kann man zur Zeit wunderbar am Fall Akif Pirinci sehen. Er, türkischer Herkunft (= Gut), schreibt Wutbuch gegen Multi-Kulti (= Böse). Damit kommen viele Leute in Deutschland nicht klar, weil er in keine der beiden Schubladen paßt.

37m
 
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Gast

  • #9
Meiner Erfahrung nach ist der missionarische Eifer bei den Atheisten viel größer. Die penetrantesten Missionierungsversuche habe ich zumindest immer vonseiten von Atheisten erlebt.

Bei Pfarrern und Pfarrerinnen habe ich die Erfahrung gemacht: Je verbohrter, desto unmusikalischer – je musikalischer, desto offener auch im Denken. Klingt jetzt vielleicht auch irgendwie "schablonenhaft", ist aber meine Erfahrung…

Ganz schlimm sind meine Erfahrungen mit Pfarrern, die auf "modern" machen und am liebsten nur Pop- und Rockmusik in ihrer Kirche möchten. Die sind gegen aussen hipp und trendy, im Innern jedoch entsprechen sie dem verbohrten Bild, das hier in der Eingangsfragestellung gezeichnet wird.
 
M

Mooseba

  • #10
Schwarz-weiß-Denken kenne ich auch nicht. Aber anklagende, moralistische, belehrende, mit dem erhobenen Zeigefinger unterstützte Ansichten sind mir nur allzubekannt. Das ist eine Berufskrankheit - Déformation professionelle. Ich bin der Sohn eines Mannes mit einem solchen Beruf. Mein Vater war wenig duldsam. Was hier manche vor der Pubertät der Kinder warnen, dass dies nochmal eine richtig kritische und stressige Zeit für die Eltern wird, da kann ich nur lachen. Bei uns wurde jegliche Rebellion im Keim erstickt. Echtes Aufbegehren hat man sich lieber nicht getraut. Da herrschte noch Zucht und Ordnung.
Aber mit meinem alten Herrn kann man auch viel lachen (selbst schmutzige Witze sind möglich) und anspruchsvolle Gespräche führen. So einseitig ist es dann doch nicht.

Ja, Pfarrer sind nun mal zugleich Prediger.

(m, 31)