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  • #1

Wieso muss der Mann die Frau unbedingt drei Jahre lang versorgen?

Die anwesenden Damen schreiben immer wieder, dass ihnen in der Kleinkindphase die Versorgung durch ihren Partner enorm wichtig ist. Meine weiblichen Verwandten in Frankreich legen darauf keinen so großen Wert - Kind und Arbeit laufen nebenher, schon in der Kleinkindphase - "crèche" und "école maternelle" unterstützen die Frauen dabei. Bestehen deutsche Frauen entgegen allem Emanzipationsgerede nicht doch auf der traditionellen Rollenverteilung?
 
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  • #2
Das ist eine gute Frage, liebe(r) FS.Habe selbst keine Antwort darauf, würde mich aber auch mal sehr interessieren.Kenne es von Frankreich und Spanien (bin selbst Spanierin) genauso, wie Du es beschreibst, und kein Kind hat dadurch einen Nachteil.Ich würde sogar sagen, im Gegenteil.Bin auf - sinnvolle - Antworten gespannt... (und hoffe, dass nun nicht solche Floskeln kommen wie "das Kind braucht die Mutter unbedingt während der ersten Lebensjahre r.u.d.Uhr o.ä. ;o) ).Übrigens sind die berufstätigen Mütter in Spanien und Frankreich (habe da auch Fam.) doch oftmals sehr viel entspannter, da ausgeglichener, als die "nur"-Mütter ohne Beruf in Deutschland... und das kommt meiner Meinung nach auch den Kindern zugute!
 
  • #3
Ich finde das auch eine gute Frage. Das französische Beispiel ist interessant. Ich kenne es aus Skandinavien, dass Mütter einen voll bezahlten Schwangerschaftsurlaub vom Arbeitgeber bezahlt bekommen (je nach Land und Fach: ca. 9 - 12 Monate oder mehr!) und danach wieder voll arbeiten. Die Betreuung ist sehr gut ausgebaut und geregelt - und staatlich garantiert, und ich kenne keine einzige Mutter, die nicht nach dem Schwangerschaftsurlaub wieder voll arbeiten geht. Die Kinder leiden nicht - ganz im Gegenteil! Die Mütter wirken in der Tat in Skandinavien auch entspannter als in Deutschland. Ich hätte mir NIEMALS ein Leben vorstellen können ohne eine geregelte Arbeit neben Familie (drei Kinder). Es funktioniert wirklich.
Ich persönlich begreife es nicht, dass eine Frau und Mutter sich auf die faule Haut legen will und sich von einem Mann durchfüttern lässt. Es ist doch ein Armutszeugnis, sich nicht selber ernähren zu können. Klar muss der Mann und Vater seinen Teil für das Kind beitragen, aber eben auch nur für das Kind, nicht für die Frau.
Nein, die Kinder brauchen zwar die Mutter, aber was hier in Deutschland von den frisch gebackenen Müttern praktiziert wird, ist einfach zu viel. Ein Kind zu versorgen ist nun wirklich nicht so schwer!
 
  • #4
Ich weiß auch nicht, warum hier immer wieder von einer rund-um-die-Uhr-Betreuung während der ersten drei Lebensjahre geredet wird. Kein einziges Paar in meinem Umfeld hat das so praktiziert. Es war immer so, dass die Frau für maximal ein Jahr Elternzeit genommen hat und anschließend wieder arbeiten ging (meistens zu 75%). Die Männer, die in den letzten Jahren Vater wurden, haben auch oft noch zwei Monate Elternzeit genommen.

Allerdings kann ich schon verstehen, dass Frauen gern einen "Versorger" zur Familiengründung wollen, weil das vermutlich ein größeres Sicherheitsgefühl gibt. Dummerweise schützt das nicht davor, dass eine Beziehung in die Brüche geht und frau dann alleinerziehend dasteht. Da ist es dann doch günstiger, wenn man von vornherein mehr Selbstverantwortung eingeplant hat.
 
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  • #5
Es gibt Familien in denen den Eltern eine Betreuung durch dir Mutter wichtig ist und Familien die lieber auf Fremdbetreuung zurückgreifen. Ich verstehe nicht wieso man dieser Thema immer und immer wieder aus dem Hut zaubern muss. Verschiedene Menschen bevorzugen eben verschiedene Erziehung- und Betreuungsmodelle. Wieso braucht der Deutsche ständig eine Schublade? Wieso muss es einen goldenen Weg geben und jeder der davon abweicht ist entweder eine faule Assimutter oder eine karrieregeile Büroemanze? Lasst Familien ihr Leben doch bitte so regeln wie sie persönlich es für gut und richtig halten! Dieses ständige Urteilen über die Lebensgestaltung anderer ist nur mehr ärgerlich. Wenn ich mich dafür entscheide bei meinem Kind zuhause zu bleiben dann tue ich das weil ich eben so leben möchte, wer die Arbeit schnell vermisst soll es schlicht anders machen, ist doch kein Problem. Lasst die Leute doch einfach ihr Leben so gestalten wie sie es möchten. Wer sich ständig ungefragt über das Leben anderer Gedanken machen muss, erweckt schnell den Eindruck, dass das eigene Nicht spannend genug ist oder man es für sein Ego braucht sich über andere zu stellen.
 
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  • #6
Lieber FS,

das frage ich (w) mich auch häufig, ich kann dir gerne meine Antworten geben:

-Arbeitgeber (Wie wollen Sie das machen, wenn das Kidn krank ist? Meinem Mann werden NIE solche Fragen gestellt)
-Kinderbetreuung (wohne eher ländlich und im Süden, Kinderbetreuung ist unverschämt teuer, selbst für mein relativ gutes Gehalt)
-mein Mann selbst (wenn beide wieder Vollzeit arbeiten gehen, bedeutet das für BEIDE ein Mehraufwand).....

Dann gibt es noch die Leute, die mir vorwerfen wollen, dass ich eine Rabenmutter sei. Die habe ich aber bewusst ausgeklammert, weil es mir egal ist, was diese von mir denken.
 
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  • #7
Berufstätigkeit der Frau während der Kleinkindphase war in den vergangenen Jahrzehnten aus bestimmten Gründen eher selten. Damals reichte es einfach, wenn der Mann verdiente, die Frau konnte sich um Haushalt und Kinder kümmern. In anderen Ländern bestand einfach schon früher als in Deutschland die Notwendigkeit, als Frau dazu zu verdienen. Auch in den ehemaligen Ostblock-Staaten gab es ein komplett anderes Rollenverständnis, da gehörten berufstätige Frauen sozusagen zum polititschen Programm. Jetzt, in Zeiten, wo es finanziell bei vielen knapper wird, ist klar, dass die Frau auch arbeiten muss. Außerdem sind feste Familiengefüge nicht mehr so stabil wie früher, Ehen u. Partnerschaften zerbrechen, da ist es utopisch, sich von einem Ex-Partner versorgen zu lassen, bloß weil man ein Kind mit ihm hat. Der Wandel in den Köpfen geht einfach nicht so schnell. Ich denke, es ist bloß eine Frage der Zeit, bis jede Frau recht bald nach der Babyphase wieder arbeiten geht. Ob es allerdings ratsam ist, ein Einjähriges fünf Tage die Woche fremdbetreuen zu lassen, ist eine andere Frage.
 
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  • #8
Das sehe ich ähnlich. Aaaaber, aus eigener Erfahrung mit 2 Kindern und KiTa-Platz ab 1 Jahr, ich studierte und arbeitete, ein Riesenproblem ist, daß die Kinder dauernd (!) krank werden, und man jeden Morgen wieder bangen muß, daß sie schon wieder krank sind, obwohl gerade nur 3 Tage wieder zur KiTa seit letzter Erkrankung. Wie soll man da bitte - beim besten Willen - angestellt arbeiten, ohne von der Arbeit zu fliegen nach einer gewissen Zeit? Wenn man keine Großeltern vor Ort hat o.ä., die bei Krankheit einspringen können oder wollen. Diese praktische Frage hätte ich einmal gerne beantwortet, denn es gibt ja keine Nannys nur für den Krankheitsfall, neben KiTa und ggf. Schule, wobei sich das Problem am ehesten noch in der KiTa-Zeit stellt. Ein Baby / Kleinkind wird mindestens 1-2 x im Monat krank und für 1-2 Wochen ausfallen, so war und ist es jedenfalls bei uns. Somit welcher Arbeitgeber ist bereit, das hinzunehmen?
 
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  • #9
Diese drei Jahre sind die wichtigste Entwicklungsphase im Leben eines Kindes - es wird sozusagen geprägt. Da ein Kind kein Gegenstand ist, den man mal eben irgendwo ablegt und nach Bedarf wieder aufnimmt, möchte ich natürlich diese wichtige Lebensphase entscheidend gestalten.

Es ist ein Armutszeugnis, wenn ein Mann dies als 'Durchfüttern' bezeichnet, wenn seine Partnerin SEINE Kinder selbst in dieser wichtigen Zeit begleiten möchte.
Wer ein ganz natürliches Bedürfnis nicht hat bzw. schlechtredet, sollte keine Kinder haben/zeugen!

Ich habe übrigens mütterlicherseits mehrere Verwandte in Frankreich - keine ist nach Vollendung des ersten Lebenjahres des Kindes schon wieder arbeiten gegangen. Durchweg hat man mindestens 3, überwiegend jedoch 5 Jahre die Entwicklung der Kinder selbst begleitet. Alles aus dem simplen Wunsch heraus, Kinder nicht ausschließlich fremden Menschen überlassen zu wollen, sondern möglichst viel an der Entwicklung teilhaben zu wollen.

Mein Mann (ein Skandinavier) hat mich, als ich schwanger wurde, überredet wieder nach Deutschland zurück zu ziehen. Das skandinavische System ist ihm - einem geborenen Skandinavier - zu wenig familienfreundlich! Ich selbst habe mit ihm vor meinen Schwangerschaften dort gelebt und viele Menschen im dortigen Umfeld und seiner Familie kennengelernt, die darüber genauso denken.

[Mod.= Chat gelöscht]
 
  • #10
Ja, wieso eigentlich?

Weil man in Deutschland erst gar nicht zuläßt, daß die Frau unabhängig genug sein kann, daß sie ihr Kind allein versorgen kann, schließlich gibt es vielerorts keinerlei adäquate Kinderbetreuung!

Und so läßt man sich die Märchen von den Rabenmüttern einfallen usw....mal ehrlich, sind wir Frauen in Deutschland nicht eindeutig korrumpiert durch ein schönes bequemes (faules) Leben, welches wir von staatswegen aufgedrückt bekommen und für das wir doch auch noch ne feine Entschuldigung bekommen?
 
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  • #11
Ich bin w, 35, mit 15-monatigem Sohn der seit 3 Monaten für 25 Std pro Woche in die Krippe geht, was mir die Möglichkeit zu knapp 20 h Arbeit pro Woche gibt.

Länger ist schwer zu realisieren, da mein Sohn nachts 12 Std schläft. Morgens brauchen wir 1 1/2 Std, bis wir loskommen, abends 1 Stunde für Essen, Buch anschauen, Zubettgehen. 2 Std pro Tag gehen für den Weg Zuhause - Krippe drauf (in der Großstadt ist man froh, überhaupt einen Platz zu bekommen!), 6 Std Krippe pro Tag - bleiben ziemlich genau 1 1/2 Std für gemeinsam Spielen, Rausgehen (in der Krippe gehen sie ca. 1x pro Monat raus!), Einkaufen, etc.

=> Wer von einer halben Stelle leben kann: gut ...... alle anderen brauchen den Mann als Ernährer.

Qualifizierte Jobs erfordern außerdem Flexibilität: mal abends etwas länger bleiben, ab und an eine Dienstreise - das alles kann frau selbst mit 50-Std-Krippenplatz (7.30h bis 17.30h) nicht bieten.
Abgesehen davon daß ich mich frage, warum man ein Kind hat, wenn es wirklch den ganzen Tag weg ist!
 
  • #12
Ja, lieber Fragesteller, das frage ich mich oft auch. Besonders hier im Forum lese ich von Sichtweisen, die mir fremd sind und die ich nicht nachvollziehen kann.

Bei mehreren Kindern, welche hintereinander geboren werden ist es unumgänglich, daß die Frau mehrere Jahre zuhause bleibt. Das kommt aber wohl statistisch eher selten vor. In der Regel haben die Familien 1-2 Kinder.
Eltern erziehen ihre Kinder immer selber und begleiten sie - auch wenn das Kind täglich ein paar Stunden in den Kindergarten geht. Die Hauptprägung erfolgt IMMER zuhause, auch wenn das hier einige Schreiber nicht glauben. Und es gibt Dinge im Leben eines Kleinkindes, die kann es nur oder schneller von Gleichaltrigen lernen. Da kann man sich als Vater oder Mutter abquälen wie man will. Ich habe die Kindergärten immer als eine sehr hilfreiche Unterstützung empfunden, mit einem gut ausgebildeten Personal, welches mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen viele Probleme, die im Alltag auftauchen, teilweise viel besser einordnen kann als eine frischgebackene Jungmutter.
Es muß ja nicht unbedingt Vollzeit sein (teilweise geht es ja organisatorisch gar nicht!), aber man sollte als Frau niemals den Faden zur Erwerbsarbeit abreißen lassen, auf welchem Level auch immer. Zudem kann es für eine Frau mit Kleinkindern sehr beglückend sein, auch mal ein paar Stunden für sich zu haben - sei es für die Arbeit, den Haushalt oder sonstwas.
Was mich allerdings in diesem Zusammenhang irritiert ist die Tatsache, daß bei solchen Fragen zuerst immer Skandinavien oder Frankreich bemüht werden - wo doch ein Erfahrungsschatz aus Ostdeutschland viel näher liegt. Aber das ist vermutlich ein bisschen pfui, darauf zurückzugreifen. Nicht alle Entscheidungen dort waren nämlich politisch motiviert - in einigen wenigen Dingen war man teilweise einfach moderner.
 
  • #13
Die ersten drei Jahre sind einfach eine extrem wichtige Entwicklungsphase für ein Kind und ich möchte diese Jahre auch nicht versäumen und ich denke, dass Fremderziehung in dieser Zeit extrem nachteilig und auf keinen Fall wünschenswert ist. Da steckt viel politische Korrektheit und Ideologie dahinter, Kindeserziehung durch die Mutter so vehement abzulehnen.

Was hat eine Frau davon, diese zwei Jahre mehr gearbeitet zu haben und dafür Ihr Kind verpasst zu haben? Das ist doch eine schreckliche Entwicklung.

@Constanze: Die ostdeutsche Förderung der Fremderziehung war absolut politisch motiviert und hat die Kinder frühzeitig der staatlichen Indoktrinierung unterzogen. Ganz übel! Menschenverachtend! Selbst wenn es auch viele andere Gründe dafür geben mag, die ostdeutsche Politik war eindeutig ideologisch motiviert.
 
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  • #14
Ich habe meine Kinder die ersten Jahre selbst betreut und möchte die Zeit auf gar keinen Fall missen! Sie werden so schnell groß und die Zeit ist unwiederbringlich!

Ich kann keine Mutter verstehen, die ihre kleinen Kinder weggibt. Mit 12 Monaten sind sie doch noch so klein!

w39 (2 Kinder)
 
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  • #15
Hm, was mich erstaunt, ist die unreflektierte Annahme, dass es in Frankreich für die Frauen so einfach sei. Ich kenne auch einige Französinnen, die es ganz und gar nicht prickelnd finden, ihre Kinder schon morgens um 6 Uhr zu wecken, um sie rechtzeitig in die Krippe etc. zu bekommen, damit sie pünktlich am Arbeitsplatz sind. Und abends das gleiche Spiel wieder umgekehrt. Hinzu kommt, dass sich die Männer dort doch auch noch sehr gern bedienen lassen (auch oft genug selbst erlebt).
Von daher ist es nicht verwunderlich, dass mittlerweile eine extreme Gegenbewegung der Frauen in Frankreich entstanden ist, die genau das Gegenteil propagiert - nämlich, dass die Mütter so lange wie möglich zu Hause bei ihren Kindern bleiben DÜRFEN!.
 
  • #16
Natürlich gibt es auch in Frankreich Probleme mit der Kinderbetreuung.

In meinem Bekanntenkreis wurden die Kinder von einem Au-Pair-Mädchen betreut, als der Kleine zwei Jahre alt war, sollte er in die Maternelle. Nach kürzester Zeit war Krise angesagt, bis zu sehr heftigem nächtlichem Einnässen. Der Versuch wurde aufgegeben bzw verschoben, das Au-Pair Mädchen blieb und hatte noch eine Nachfolgerin.

Da kamen meine Kinder damals besser mit der Krippe zu Recht- ich musste mir wegen der Krankheit meiner Tochter aber einen flexibleren Job suchen. Eine Mutter, die im Winterhalbjahr alle drei Wochen fehlt, toleriert kein Arbeitgeber.
 
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  • #17
Hier sollte es nicht um Emanzipation oder Durchfüttern lassen gehen, sondern um das Wohl des Kindes und seine Bedürfnisse gehen.
Meinen Sohn habe ich ab 1,5 Jahren für anfangs 2,5 - 3 Stunden täglich in eine Krippe gegeben. Ab 2,5 Jahren waren es 4,5 Stunden, in denen ich wieder ins Büro gehen konnte. In der Krippe hat er sich sehr wohl gefühlt, hatte täglichen (wichtigen) Kontakt mit anderen Kindern (ist Einzelkind geblieben) und es blieb noch genug Zeit für uns zusammen. Er hatte beim Übergang zum Kindergarten und zur Schule auch keinerlei Schwierigkeiten, wie manch andere Kinder, die sehr Mama-fixiert waren.
Ich kann nur Positives aus diesen ersten 3 Jahren berichten und ich bin überzeugt, dass weder mein Sohn, noch ich in dieser Zeit einen Mangel an gemeinsam verbrachter Zeit hatten.

Was ist denn so wertvoll und wichtig, wenn ein Kind täglich und 3 Jahre lang 24h fast ausschließlich mit seiner Mutter verbringt?
 
  • #18
Was ist denn so wertvoll und wichtig, wenn ein Kind täglich und 3 Jahre lang 24h fast ausschließlich mit seiner Mutter verbringt?
Du hast das doch sehr gut und schrittweise gemacht. Niemand hier spricht von 24/7-Betreuung und niemand argumentiert gegen Spielen mit anderen Kindern oder stundenweise Kindergartenaufenthalte. Aber wenn eine Frau nach 6 Wochen schon wieder volltags arbeitet, dann verpasst sie die Säuglingszeit ihres Kidnes. Auch nach 12 Monaten schon wieder volltags zu arbeiten, halte ich für falsch. Klar kann man sein Kind dann mal für 2.5 Stunden weggeben -- darum geht es doch gar nicht!
 
  • #19
@12: Frederika: Das Deine Antwort hier so kommt war klar, meine auch. Deine Meinung sei Dir unbenommen, aber es ist eine Meinung und keine unumstößliche Tatsache. Außerdem: habe ICH in der DDR gelebt oder Du? Wer, glaubst Du, hat die besseren Innenansichten zu dem Thema?

Menschenverachtende üble Indoktrination bei Dreijährigen? Nein, lies mal bitte ein breiteres Spektrum an Büchern als bisher. Natürlich gab es - und nicht zu wenig - politische Erziehung mit einem hohen Grad an Schwachsinn und Militarismus. Aber doch nicht bei Krippenkindern! Ich bitte Dich! Wir haben bestimmt nicht Militärmärsche um den Eßtisch exerziert und auch keine Honecker-Lieder im Garten geträllert.
Die Frau in der ehem. DDR hatten IMMER das Recht, über sich und ihre Kinder zu entscheiden. Es gab genügend Frauen, die mehrere Jahre zuhause geblieben sind, ich kenne eine ausreichende Anzahl davon in meinem unmittelbaren Lebensumfeld. Es gab auch Unsägliches aus heutiger Sicht wie z.B. die sogenannten Wochenkrippen, aber keine Frau wurde gezwungen sie zu nutzen - es waren die Frauen selbst, die das wollten.

Und ich behaupte mal kühn: frage alle Frauen in Westdeutschland! Wie viele wünschen sich vergeblich einen Krippen- oder KIndergartenplatz? Die Prozentzahlen werden in Ost, Süd, Nord und West vermutlich ähnlich sein und bei 50% liegen! Wo liegt dort die ideologische Beeinflussung?

Und ich wiederhole: Wie kommst Du darauf, daß eine Mutter, deren Kind die Kita besucht, ihr Kind nicht selbst erzieht? Bloß weil es jeden Tag ein paar Stunden mit anderen Kindern spielt, einen Mittagsschlaf macht und zu Mittag ißt? Blödsinnige Idee, ehrlich.

Ein Kindergarten hat zur besseren Tagesstruktur sogar noch einen positiven Effekt: mit Kleinkind braucht eine Frau zur Erledigung ihrer täglichen Aufgaben doppelt bis dreimal so lange wie ohne. Das wird Dir jede Mutter bestätigen. Kann die Frau vormittags (während das Kind in der Kita ist) einen haushaltstechnischen Rundumschlag leisten und hat sie nachmittags für ihr Kind alle Zeit der Welt. Oder sie kann vormittags arbeiten gehen und wird sich wieder mal zur Abwechslung als Frau und Mensch fühlen und nicht NUR NOCH ALS Mutter. Echt erholsam, bei aller Liebe zum Kind - und ich reiße mir wirklich den Hintern auf für mein Kind. Aber drei Jahre zuhause bleiben - ich wäre verblödet.

Mehrere Jahre zuhause zu bleiben bringt eine absolute wirtschaftliche Abhängigkeit vom Mann nach sich. Das wäre mir zutiefst zuwider und schädigt auch den Charakter beider Seiten. Irgendwann in einer Streiterei bekommt man soetwas nämlich aufs Brot geschmiert "na, wer von uns verdient hier das Geld?". Nein danke.
 
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  • #20
Natürlich gibt es auch in Frankreich Probleme mit der Kinderbetreuung.

Nein, in Frankreich gibt es bis auf mögliche Einzelfälle keine Probleme mit der Kinderbetreuung. Ich habe im Job viel mit Franzosen und Französinnen zu tun und die sagen alle, dass es in Frankreich schon seit Generationen völlig normal ist, die Kinder ganztags betreuen zu lassen, egal ob im Kindergarten oder später in der Schule. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, eine Französin deshalb als "Rabenmutter" zu bezeichnen, es gibt im dort nicht mal ein Wort dafür!
Niemand in Frankreich sprich von den "wichtigen ersten drei Jahren", in der Regel geht eine Französin spätestens nach 6 Monaten wieder arbeiten und zwar Vollzeit - ohne deshalb ein schlechtes Gewissen zu haben, weil ihnen die französische Gesellschaft im Gegensatz zur deutschen auch keines einredet. Und weil viele immer von möglichen psychischen Problemen, Traumata und Verhaltensauffälligkeiten reden, wenn es um die Fremdbetreuung von Kleinkindern geht: Es gibt in Deutschland mit Sicherheit genauso viele verhaltensauffällige, aggressive oder sonst emotional gestörte Kinder wie in Frankreich - obwohl die Mütter hier viel öfter zu Hause bleiben. Dieses Argument ist also fehl am Platz.
 
  • #21
Die anwesenden Damen schreiben immer wieder, dass ihnen in der Kleinkindphase die Versorgung durch ihren Partner enorm wichtig ist.

Es geht dabei darum, dass die Frauen das Kind dann selber versorgen wollen.

Meine weiblichen Verwandten in Frankreich legen darauf keinen so großen Wert - Kind und Arbeit laufen nebenher, schon in der Kleinkindphase - "crèche" und "école maternelle" unterstützen die Frauen dabei.

Am ich hoffe, es werden die Familien, die beiden Partner unterstützt und nicht die Frauen^^... Kinder haben auch einen Papa und nicht nur eine Mama.

Bestehen deutsche Frauen entgegen allem Emanzipationsgerede nicht doch auf der traditionellen Rollenverteilung?

Ammm... in Deutschland sind nicht so viele Plätze für die Versorgung von so kleine Kinder da und wenn doch, dann sind sie teuer. Dann ist halt die Frage, möchte man nur eine Wochenende Mama spielen oder von seinem Kind mehr mitbekommen? Es ist halt immer die Frage, was beide Partner sich wünschen oder vorstellen. Aber egal wie die Versorgung des Kindes geschieht, es sind beide Partner dafür verantwortlich.
 
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  • #22
Die neue Regelung der drei Jahre gilt erst seit 2007. Faktisch wird sie jedoch in den meisten Fällen zeitlich ausgeweitet. Es liegen zwar noch keine Statistiken vor. Ich gehe jedoch in mehr als 50% von bis zu acht Jahren aus.
 
  • #23
Laßt doch einfach die Männer die Kinder erziehen, dann werden sie es schon verstehen. Wenn eine Frau arbeiten gehen will, dann am Abend noch für Mann und Kinder dasein möchte, weiblich wirken soll, wie hier vielmals gepriesen und dann nicht überfordert sein soll, dann muß einfach alles stimmen. Der Arbeitgeber und die Kollegen müssenVerständnis haben für Ausfallzeiten bei Krankheit der Kinder, der Mann sollte abends auch mal einkaufen und kochen, vom Putzen am Wochenende und Feierabenden mal abgesehen.
Im Idealfall können die Kinder auch mal bei Oma gelassen werden.
In unserer heutigen schnellebigen und mobilen Arbeitswelt ist es schier unmöglich, alle diese Gegebenheiten auf einmal zu haben. Ich bin mit meinem Mann umgezogen, habe meinen gutbezahlten Job aufgegeben, habe Familie zurückgelassen und mit ihm ein Kind gezeugt, weil er gerne eines wollte.
In dem neuen Ort, ohne Familie und Unterstützung, den Mann in einem Vorstandsjob, hätte ich gerne jemanden gehabt, der mir den Vorschlag gemacht hätte, zu arbeiten, ich wäre ihm an den Hals gesprungen. Nach ein paar Jahren habe ich wieder angefangen an mich zu denken und zu arbeiten.
Ich denke, jeder muß sein Lebensmodell finden und wenn ein Mann mit einer Frau ein Kind hat, ist nicht nur sie veratwortlich, auch er. Er bezahlt viell. drei Jahre lang, sie hat das Kind ein Leben lang. Und wenn ich lese, wieviele Männer hier Frauen mit Kindern ablehnen, dann hoffe ich, daß ihre Beziehungen ewig halten werden und sie ein Leben lang an der Erziehung ihrer Kinder teilhaben können.
 
  • #24
Wenn ich in Frankreich unterwegs bin (ich habe dort studiert) fällt mir immer die offene Mentalität der Leute auf - sie sind einfach kommunikativer, offener, spontaner, lockerer, kommunikativer.

Ich glaube, das kommt auch daher, daß die Kinder in jungen Jahren mehr Kontakte spontaner Art in den durch die Fragestellerin genannten Einrichtungen haben - die Deutschen trauen sich zu wenig, wollen dem Kind das geordnete Familienleben geben.

Und ich denke, daß genau das das Problem ist.
 
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  • #25
Es ist ein Armutszeugnis, wenn ein Mann dies als 'Durchfüttern' bezeichnet, wenn seine Partnerin SEINE Kinder selbst in dieser wichtigen Zeit begleiten möchte.
Wer ein ganz natürliches Bedürfnis nicht hat bzw. schlechtredet, sollte keine Kinder haben/zeugen!

Ich denke, für ein Kind und seine Eltern ist JEDE Zeit im Leben eine "wichtige Zeit", gleich in welchem Alter das Kind ist.Und auch berufstätige Elternteile können ihre Kinder begleiten.Für manche Frauen ist es auch noch ein "natürliches Bedürfnis" sich 'nen Lenz auf Kosten des Partners zu machen, wenn das Kind schon erwachsen ist, die finden auch immer eine Ausrede...

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  • #26
Und ich behaupte mal kühn: frage alle Frauen in Westdeutschland! Wie viele wünschen sich vergeblich einen Krippen- oder KIndergartenplatz? Die Prozentzahlen werden in Ost, Süd, Nord und West vermutlich ähnlich sein und bei 50% liegen! Wo liegt dort die ideologische Beeinflussung?

Und ich wiederhole: Wie kommst Du darauf, daß eine Mutter, deren Kind die Kita besucht, ihr Kind nicht selbst erzieht? Bloß weil es jeden Tag ein paar Stunden mit anderen Kindern spielt, einen Mittagsschlaf macht und zu Mittag ißt? Blödsinnige Idee, ehrlich.

Ein Kindergarten hat zur besseren Tagesstruktur sogar noch einen positiven Effekt: mit Kleinkind braucht eine Frau zur Erledigung ihrer täglichen Aufgaben doppelt bis dreimal so lange wie ohne. Das wird Dir jede Mutter bestätigen. Kann die Frau vormittags (während das Kind in der Kita ist) einen haushaltstechnischen Rundumschlag leisten und hat sie nachmittags für ihr Kind alle Zeit der Welt. Oder sie kann vormittags arbeiten gehen und wird sich wieder mal zur Abwechslung als Frau und Mensch fühlen und nicht NUR NOCH ALS Mutter. Echt erholsam, bei aller Liebe zum Kind - und ich reiße mir wirklich den Hintern auf für mein Kind. Aber drei Jahre zuhause bleiben - ich wäre verblödet.


ich kann mich da nur anschliessen, gerade hier an der nordsee ist die u3 betreuung sehr schlecht ausgebaut. viele mütter würden arbeiten gehen wenn sie wüssten ihre kinder würden gut betreuut. ist hier nicht der fall. letzten herbst erst wurde 1! kinderkrippengruppe von 15 kinder bei uns im kiga eröffnet. der nächste kiga wäre 5 km und mehr von mir und da müsste ich mit dem fahrrad und kinderanhänger hin, nicht jede frau hat führerschein oder auto zur verfügung.

wenn ich mich quasi bei meinem ex nicht aufgezwungen hätte. wegen arbeit würde ich heute noch zuhause vergammeln. ich geh mittlerweile auf 400 euro basis arbeiten weil es nicht anders geht. würde gern mehr aber leider ist unsere einzigste krippengruppe voll und warteschlange sehr lang!
 
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  • #27
Ich denke, für ein Kind und seine Eltern ist JEDE Zeit im Leben eine "wichtige Zeit", gleich in welchem Alter das Kind ist. ...w

Ich finde es völlig irrational welcher Hype um ein einzelnes Kind gemacht wird. 3 Jahre lang eine 1:1 7/24-Betreuung, Babyschwimmen, Krippen, KIGA, Förderkurse, Sportvereine, Schule, Nachhilfe, und rund-um-die-Uhr-Bespassung, Dauerkuscheln, etc ...

Es schein ein Wunder, dass es uns heute überhaupt gibt und wir noch nicht ausgestorben sind, denn noch vor 2-3 Generationen wäre so ein irrer Zeitaufwand undenkbar gewesen, weil erstens nicht machbar, zweitens meistens mehrere Kinder sich die Zeit der Eltern teilen mussten, und weil es drittens gar nicht notwendig war, und ist. Kein Kind braucht eine dauerhafte 1:1-Betreuung rund um die Uhr, das hat der Werdegang der Menschen längst bewiesen.
 
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  • #28
Ich als Frau bin auch der Meinung, dass die drei Jahre unnötig sind. Das ist noch ein Relikt aus früheren Zeiten. In ganz früheren Zeiten wurden die Kinder jedoch von der Großfamilie und von Verwandten erzogen, die gerade Zeit hatten, während die Eltern auf dem Feld gearbeitet haben. So unnatürlich ist das also nicht. Diese drei Jahre sind reiner Luxus. Für mich wären sie auch nichts, weil ich mich wahrscheinlich zu Tode langweilen und zum anderen auch aus dem Beruf rauskommen würde.
 
  • #29
@Constanze: Die ostdeutsche Förderung der Fremderziehung war absolut politisch motiviert und hat die Kinder frühzeitig der staatlichen Indoktrinierung unterzogen.
Stimmt nicht ganz - krasses Vorurteil über die DDR.

Ich sprach mit einer erfahrenen DDR-Erzieherin in Dresden, (weit nach der Wende 1989) und ihrer Arbeit in der DDR-Kita.
Die Kinder in ihrer Kita wurden nicht ideologisch indoktriniert. Dafür gabs auch keinen Druck von den Funktionären oder der Partei, nur ein paar Richtlinien. Selbst die Spielzeug-Panzer verstaubten auf dem Regal, weil sowas diese Erzieherin nicht wollte.
Es ging nur darum, daß die Kinder betreut wurden, damit auch ihre Mütter arbeiten gehen konnten. Damit der Sozialismus mehr Arbeitskräfte hat. Die Ideologie kam erst später, im Laufe der Schulzeit, sowie mit den versch. Jugendorganisationen, z.B. Pioniere, FDJ.

Ihre DDR-Kita wurde auch von einer Großküche mit warmem Mittagessen versorgt.
Außerdem gab es eine Großwäscherei, die auch die private Wäsche der Arbeiter machte.
So konnte die Mutter oder Vater abends ihre Kinder, und die gewaschene Wäsche abholen.

Das Mühsamste sei oft das zu geringe Personal gewesen. Oft war sie für 24 Kinder alleine zuständig.
d.h. 24 Kinder = 48 Schuhe an- und ausziehen. Mittagsschlaf = 24 Schlafstätten her richten.
Toilette = Nachttopf = ggf. mehrere Kinder gleichzeitig. (s. Film-Dokus)
Weil die Erzieherin ständig "alle Hände voll zu tun hatte".

Ausflug mit 24 Kindern = streng in 2er Gruppen hintereinander. Weil nur eine Erzieherin dabei. Dafür viel, viel weniger Autoverkehr als vgl. in der BRD. Tlw. ziemlich leere Straßen.
Weil weniger Autobesitzer, und auch die waren tagsüber bei der Arbeit.
Quelle: Diese DDR-Kita-Erzieherin. Der ich eher glaube.

Ich sprach auch mit versch. DDR-Bürgern, und ihrer DDR-Kita-Zeit als Kind. Alle empfanden dies als gut und angenehm. Und ideologiefrei.
Ich will keineswegs die DDR entschuldigen. Ich bin insgesamt gegen die DDR.
Aber ich versuche, so weit als möglich mich an der Wirklichkeit zu orientieren.
Den Ostdeutschen hat es nach der Wende sehr verwundert und gestört, wieviel Falsches und Vorurteile über die DDR in der BRD kursierten.
 
  • #30
Die Prägephase der Kinder geht m.E. von Geburt bis einschl. 5. Lebensjahr. Gerade anfangs prägt es am meisten. z.B. ist sofortiger Körperkontakt mit der Mutter, gleich nach der Geburt sehr wichtig.

Die Betreuung und Versorgung ist in den ersten drei Jahren am intensivsten. Und Fremdbetreuung daher am aufwändigsten und teuersten. Ein Familienzentrum bot auch Babybetreuung an, (ohne staatl. Subventionen dafür). Eine Vollzeit-Betreuung MO-FR hätte dort 850,- Euro/Monat gekostet. (inkl. Verpflegung, Windeln, etc.) Quelle: Badische Zeitung

Ich hätte als Baby gerne so eine Fremdbetreuung gehabt, anstatt tlw. stundenlang alleine im Bettchen liegen. Die Nachbarn wunderten sich, warum aus unserer Whg. oft und lange ein Baby schrie = das war ich (erstes Kind). Erfuhr ich aber zufällig erst vor einem Jahr von Dritten. Meine Eltern sagten mir bis dahin nichts. Meine Mutter sagte dann wenig dazu, und wiegelte ab.
An die Schläge von meinem Vater, will oder kann sich meine Mutter nicht daran erinnern, und leugnet sie. Dabei hätte sie meine Schmerzensschreie hören müssen ?
Das alles wäre mir erspart geblieben, mit einer -größeren- Fremdbetreuung ?
Als Baby alleine gelassen + die Schläge, sind mit das Schlimmste, für mich und meine Entwicklung gewesen.

Mit drei Jahren kam ich in den ev. Kindergarten, der mir immer gut gefiel. Aber immer nur nachmittags, ich weiss nicht warum ? Mir hätte es nichts ausgemacht, auch den ganzen Tag dort zu verbringen. Meine Mutter war Hausfrau = kein Job. Zuhause war es recht harmonisch (außer den Schlägen). Das verschlechterte sich erst, als ich 10 J. alt war, und meine Eltern ein Haus (Bruchbude, aber billig) kauften.
 
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