G

Gast

Gast
  • #91
Alles Jammern ändert nichts an den weiter oben formulierten Zahlen und Fakten.

Und kein Land Westeuropas leistet sich einen solchen Mütter-Kult wie D. Das hat mit Kommunisten nix zu tun.

Frankreich, BeneLux und ganz Skandinavien begehen seit Generationen einen völlig anderen Weg. Und sie schlagen uns ständig bei PISA und Co.

Der Experte sagte oben, dass spätestens 2030 diese Hausfrauen-Ehen nicht mehr finanzierbar sein werden.

Was sagen denn die Befürworter dazu? Einfach noch eine Generation daheim lassen und nach mir die Sinnflut?!

Außderdem ist es eine Milchmädchenrechnung. Wollt ihr wirklich eure Töchter zu Hausfrauen und Müttern erziehen und nur die Söhne zahlen später in die Sozialsysteme ein? Die Töchter sollen zwar studieren, aber danach für 20 Jahre daheim den Nachwuchs hüten und danach sind sie nicht mehr ins Arbeitsleben vermittelbar?

Ich bin perplex und sprachlos! Wir haben 2012 und die gewünschten weiblichen Biographien für Töchter sind Hausfrau und Mutter...

Das kann doch wirklich niemand ernst meinen in einem Forum für Akademiker!
 
G

Gast

Gast
  • #92
1.) Hätte das DDR-Projekt funktioniert, wäre es nicht vor 20 Jahren pleite gewesen.

2.) Hat das Wirtschaftswunder in den Jahrzehnten, in denen die Hausfrauenehe üblich war, stattgefunden.

So gesehen sind die wirtschaftlichen Erwägungen einfach nur grotesk.
Ich bin eine Anhängerin der freien Wahl!

1. In der DDR war wirklich nicht alles schlechter als im Westen. Und die Kinderbetreuung und die Berufstätigkeit von Frauen war sicherlich etwas positives.

2. Dies war kein Grund warum der Osten pleite ging 1989!

3. In den Zeiten des Wirtschaftswunders studierten weniger als 5% der Bevölkerung und für Frauen war ein Studium die absolute Ausnahme! Heute studieren aber mehr Frauen als Männer und wenn die alle nach der Geburt nicht mehr arbeiten wollen, dann bedeutet das für die Gesellschaft einen absolut nicht finanzierbaren privaten Wunsch.

Warum kann man nicht sachlich über die wirtschaftlichen Zwänge diskutieren? Lasst die Emotionen daheim.

Fakt ist dass eine studierte Hausfrau offensichtlich mind. 600.000Euro der Allgemeinheit kostet. Was sagt man dazu?

Die Geselschaft wird das irgendwann nicht mehr finanzieren wollen und können!
 
G

Gast

Gast
  • #93
Der Experte sagte oben, dass spätestens 2030 diese Hausfrauen-Ehen nicht mehr finanzierbar sein werden.

Was sagen denn die Befürworter dazu? Einfach noch eine Generation daheim lassen und nach mir die Sinnflut?!

Außderdem ist es eine Milchmädchenrechnung. Wollt ihr wirklich eure Töchter zu Hausfrauen und Müttern erziehen und nur die Söhne zahlen später in die Sozialsysteme ein? Die Töchter sollen zwar studieren, aber danach für 20 Jahre daheim den Nachwuchs hüten und danach sind sie nicht mehr ins Arbeitsleben vermittelbar?

Ich bin perplex und sprachlos! Wir haben 2012 und die gewünschten weiblichen Biographien für Töchter sind Hausfrau und Mutter...

Das kann doch wirklich niemand ernst meinen in einem Forum für Akademiker!

[mod]

Wir reden hier von 3 Jahren. Da gehts nicht um Hausfrauenehe, da gehts nicht darum 20 Jahre zu Hause zu bleiben. Es geht genau um 3 Jahre. Von diesen 3 Jahren ist noch nie die Welt untergegangen und sie wird auch in Zukunft deshalb nicht untergehen. Diese [mod] Fixierung aufs Geld die so ausufert, dass man sich ernsthaft beklagt, dass man Geld "unnütz" in eine Frau gesteckt hat weil diese die Frechheit besitzt ihren freien Willen zu gebrauchen. Ständig muss sich der Mensch dem System anpassen, es muss noch mehr gearbeitet werden, Spass und Freude am Leben, die erfüllung persönlicher Träume- alles scheiß egal, das System muss am Laufen gehalten werden.Warum glaubt ihr gehen die Menschen in letzter Zeit so viel auf die Straße? Vielleicht weil sie das Gefühl haben nur mehr dienen zu müssen, funktionieren zu müssen? Weil sie es satt haben, dass sie immer an letzter Stelle kommen bei den geliebten "Milchmädchenrechnungen"?
 
  • #94
1.) Hätte das DDR-Projekt funktioniert, wäre es nicht vor 20 Jahren pleite gewesen.

2.) Hat das Wirtschaftswunder in den Jahrzehnten, in denen die Hausfrauenehe üblich war, stattgefunden.
So gesehen sind die wirtschaftlichen Erwägungen einfach nur grotesk.
Ich bin eine Anhängerin der freien Wahl!


Genau das meinte ich. Das Hausfrauenmodell hat funktioniert (nicht finanziert, wie ich mich verschrieb). Die DDR hätte das gern genauso getan. Dass Frauen dort arbeiten durften, war eher ein notwendiges Übel, ein schlechter Kompromiss, und die Kinderbetreuung musste ziemlich teuer erkauft werden. Und dass Frauen überhaupt arbeiten mussten, war primär eine Folge der schlechten Produktivität der DDR. In der damaligen und heutigen BRD müssten Frauen überhaupt nicht arbeiten, weil die Produktivität schon in den 70ern in eine Überflussgesellschaft umgeschlagen ist, in der produziert wird, um gleich wieder wegzuwerfen. Und ganz grotesk ist es, wenn Frauenarbeit nur deswegen verlangt wird, weil andere Frauen nicht zuhause sind, wie z.B. Erzieherinnen in Krippen und Kitas und Altenpflegerinnen. Auch die ganzen Zweit- und Drittwagen erzeugen wiederum volkswirtschaftlichen Mittelverbrauch, den es gar nicht gäbe, wenn Frauen sich ihrer eigentlichen Aufgabe der Erziehung ihrer eigenen Kinder widmen würden.
 
  • #95
Ständig muss sich der Mensch dem System anpassen, es muss noch mehr gearbeitet werden, Spass und Freude am Leben, die erfüllung persönlicher Träume- alles scheiß egal, das System muss am Laufen gehalten werden.

Ich gebe dir vollkommen Recht mit diesem kritischen Statement!

Dabei geht es nicht nur (aber auch!) um die Erfüllung persönlicher Träume, sondern vor allem um das instinktive Bedürfnis des Kindes nach Nähe zur Mutter. Das war schon immer so und wird auch so bleiben. Übergestülpte Theorien und neuzeitliche Beispiele aus anderen Ländern, oder aus DDR- Zeiten konnten keine beweisbare Vorteile bringen.
 
  • #96
@82: Tagediebin, Dein Beitrag ist wunderbar und fasst es genau zusammen! Bin ganz Deiner Meinung.

Ich kann dieses Gerede vom evolutionärem Rollenmodell bald nicht mehr hören. Was mich vor allem wundert, daß dies in einem Forum von und für "Elite" fällt und nicht in einem Durchschnitts-Forum für die sogenannte untere Hälfte. Demzufolge gehöre ich zur unteren Hälfte und fühle mich dort deutlich wohler als das ganze Romantik-Geschwafel, bei dem Männer Frauen vorschreiben wollen, wie sie ihr Leben zu führen haben. Echt übel.

Was mich hier massiv stört, ist die Beobachtung, daß - sei es aus Unkenntnis oder aus Böswilligkeit - volkswirtschaftliche, gesellschaftspolitische und politsche Dinge derart aus dem Zusammenhang gerissen werden um nach Belieben wieder zusammengesetzt zu werden sofern es den eigenen Interessen dient.

Daß Kindergärterinnen keine Kinder haben ist schlichtweg falsch.

Natürlich kosten Kindergärten Geld - aber eine berufstätige Mutter zahlt ja auch Lohnsteuer! Die Wahrscheinlichkeit, daß sie nach der Kleinkindphase mit Teilzeit wieder an ihren akademischen Beruf anschließen kann ist sehr hoch. Bei einer Frau, die bei 1-2 Kindern 3-6 Jahre komplett zu hause bleibt, ist das nicht gegeben. Sie wird also in Zukunft mehr und besser verdienen, glücklicher sein als eine andere Mutter, welche nach der Kindererziehungszeit nur noch auf 400-Euro-Basis oder weniger "dazuverdient". Und welche komplett finanziell am Mann dranhängt. Ich beneide diese Männer nicht.

Am unkompliziertesten ist doch der berufliche Wiedereinstieg für jene Frauen, welche sowieso eher einen einfachen Beruf haben wie z.B. Einzelhandelsverkäuferinnen, Friseusen, Köchinnen etc.
Aber die schreiben vermutlich hier nicht in diesem Forum... Das heißt im Umkehrschluß, Akademikerinnen haben mehr zu verlieren.
Genau darum bekommen sie zur Zeit auch so wenige Kinder. Auch wenn es manche hier anödet, will ich doch beispielhaft anführen, daß die Kinderanzahl bei Akademikerinnen in der DDR deutlich höher war als hier. Eben weil sich Kind und Beruf einfacher miteinander kombinieren ließen.
 
G

Gast

Gast
  • #97
Ich gebe dir vollkommen Recht mit diesem kritischen Statement!

Dabei geht es nicht nur (aber auch!) um die Erfüllung persönlicher Träume, sondern vor allem um das instinktive Bedürfnis des Kindes nach Nähe zur Mutter. Das war schon immer so und wird auch so bleiben. Übergestülpte Theorien und neuzeitliche Beispiele aus anderen Ländern, oder aus DDR- Zeiten konnten keine beweisbare Vorteile bringen.

Es ist und war stets ein rein deutscher Sonderweg, der diese Hausfrauen Biographien ermöglichte! Nennt mir ein westliches Land, dass diesen Weg so konsequent finanzierte wie wir in D. Mir fällt keins ein!

Und trotz aller Diskussionen von Alice Schwarzer & Co. scheint die dt. Frau überhaupt kein Inter. daran zu hegen, falls man sie wirklich ähnlich produktiv einsetzen möchte wie einen Mann. Dann ist plötzlich der Lebensentwurf der Oma aus den 1950er Jahre viel angenehmer?!

Man sollte langsam einen Link zur Nachbardiskussion setzen "Was ist schlecht an der Emanzipation?". Offensichtlich verstehen Frauen darunter das Recht auf Selbstverwirklichung auf Kosten der Allgemeinheit und das Negieren von Pflichten.

Ich würde ebenfalls gerne eine Antwort darauf erhalten, was wir in D denn in absehbarer Zeit machen, wenn tatsächlich jede studierte Frau ernsthaft meint, ihr Mann und die Gesellschaft sollen ihr chillige Jahre beim Nachwuchs finanzieren?

Selbstverständlich hat jeder eine Bringschuld an die Allgemeinheit, was ganz konkret Steuern und Abgaben bedeutet. Wer bitte kann dies ernsthaft bezweiflen? Wie soll sonst unser Staat finanziert werden und in der heutigen Form am Leben erhalten werden?

Eine einfach Rechnung:

Eine Frau studierte von 1990 bis 95. Kurze Arbeitsphase bis 1997/98. Danach 2 bis 3 Schwangerschaften. 2012 wäre das jüngste nach der Hausfrauenlogik aus dem Gröbsten raus und sie will in ihren alten studierten Beruf wieder einsteigen, d.h. sie hat seit 1998 nicht mehr darin gearbeitet! Wer glaubt denn ernsthaft, ein Akademiker mit dem Ausbildungsniveau 1990 bis 95 und faktisch fast ohne Berufserfahrung, wäre 2012 noch in den alten Beruf vermittelbar? Diese Dame könnte sich in einem Anlernberuf zu Aldi an die Kasse setzen, leider. Aber das will sie mit Abi und abgeschlossenem Studium sicherlich nicht. Und was ist dann die Lösung? Einfach daheim sitzen und keine sozialversichrungspflichtige Beschäftigung aufnehmen?

Man hört die Frauen förmlich mit den Füßen aufstampfen, wenn es darum geht, ihnen hier im Forum mit Fakten den schnellen Gang zurück ins Erwerbsleben nahe zu legen. Offensichtlich gleicht es einer Majestätsbeleidigung der dt. Mutter einen ähnlichen Lebenslauf abzuverlangen, wie in allen anderen westlichen Ländern auch. Fakten und Zahlen höre ich von den Befürwortern der Hausfrauen-Ehen bisher keine. Nur Emotionen...
 
G

Gast

Gast
  • #98
"Viel wichtiger wäre, dass gut erzogene Kinder anständig, ehrlich und leistungsbereit werden und der Gesellschaft nicht zur Last fallen. Dies ist bei Kinder aus Großzuchtanlagen leider wesentlich öfter nicht der Fall."

Diese Annahme ist leider falsch und wird auch bei Wiederholung nicht richtiger. Wäre sie richtig, hätten alle daheimsitzenden H4-Mütter die am besten erzogenen Kinder! Stattdessen findet dort das größte Maß an Verwahrlosung statt. Die Wahrheit ist: die Qualität der gut erzogenen Kinder steigt nicht proportional zur Verweildauer der Mutter in der familiären Wohnung.

Eine Akademikerin, welche für die angesetzten 100.000 Euro studiert hat, bekommt drei Kinder. Dafür bleibt sie zehn Jahre zuhause. Danach ist sie für einen akademischen Beruf nicht mehr einsetzbar. Die Investition in diese Frau war umsonst. Würde die gleiche Frau es schaffen, zwischendurch Teilzeit zu arbeiten könnte sie problemlos beruflich aufschließen wenn ihre Kinder aus dem Gröbsten raus sind.

Der Mutterkult ist einfach unglaublich.


Als junge Mutter wünsche ich mir gerade eine adäquate Kinderbetreuung, um wieder arbeiten zu können. Leider ist selbst in einer Großstadt nichts zu finden. Später bei der Einschulung werde ich wohl keine Ganztagsschule finden.

Daher überlegen wir gerade ernsthaft über unsere Firma ins Ausland zu gehen, da z.B. in Frankreich eine gute Ganztagsbetreuung selbstverständlich ist.

Wenn ich hier in München gerade mitbekomme, dass die CSU pro Jahr 2 Milliarden für Mütter ausgeben will, die ihren Nachwuchs selbst betreuen, geht mir die Hutschnur hoch! Dieses Geld wäre viel besser in eine staatliche Ganztagsbetreuung investiert. So verteilt man Wahlkampfgeschenke ans konservative Klientel, und alles bleibt wie es immer war. Danke :-(

Mein Mann und ich haben beide studiert, aber sicherlich nicht, damit ich 6 bis 9 Jahre bei den Kindern zu Hause sitze! Wir wollen 2 bis 3 Kinder. Für uns bleibt wohl nur der Umzug ins Ausland.

Wenn ich hier die Beiträge verfolge, wird mir schlagartig klar, warum die Politik nicht endlich gute Ganztagsbetreuung ermöglicht. Denn damit kann man in D wohl keine Wahlen gewinnen. Alle fordern das Model 1950 und 1960. Der Mann geht arbeiten und die Frau sitzt daheim.

Bin gespannt wie lange sich D dieses Model noch leisten kann. Denn die Mütter in den 1950er verursachten keine Kosten für Studium und Ausbildung. Die neue Generation allerdings schon. Und wenn dann keine Frau mehr per Steuern und Abgaben diese Bringschuld an die Gesellschaft erfüllt, wird es sehr bald kippen. Es studieren in D ja wirklich inzwischen mehr Frauen als Männer.
 
G

Gast

Gast
  • #99
Fakten und Zahlen höre ich von den Befürwortern der Hausfrauen-Ehen bisher keine. Nur Emotionen...

Tja, vielleicht ist es Ihnen entgangen, aber das Leben wird nun mal nicht nur durch Fakten und Zahlen sondern auch sehr stark von Emotionen begleitet und gelenkt. Und wenn es in einer Diskussion darum geht, dass ich meine Lebensgestaltung an Fakten und Studien angleichen soll, dann müssen Sie damit rechnen, dass ich die Diskussion um den Faktor "Emotionen" erweitere. Schlicht und ergreifend weil dieser Faktor ein nicht zu unterschätzender Teil meines Lebens und somit meiner Meinung ausmacht. Ob Ihnen das schmeckt soll nicht meine Sorge sein. Sie beschweren sich, dass meine (als Befürworterin der Babypause [leider scheinen einige noch nicht zu begreifen, dass es hier nicht um Hausfrauen-Ehen geht]) Ausführen frei von Fakten und Zahlen sind? Haben Sie den im Gegenzug emotionale Argumente vorzubringen?
 
  • #100
Bin gespannt wie lange sich D dieses Model noch leisten kann. Denn die Mütter in den 1950er verursachten keine Kosten für Studium und Ausbildung. Die neue Generation allerdings schon. Und wenn dann keine Frau mehr per Steuern und Abgaben diese Bringschuld an die Gesellschaft erfüllt, wird es sehr bald kippen. Es studieren in D ja wirklich inzwischen mehr Frauen als Männer.
Es ist genau umgekehrt. Die Frage ist doch, wie lange sich jedes westliche Land noch die teure Kinderfremdbetreuung und Ganztagsschulen leisten kann. Wenn Frauen in den 50er und 60er Jahren so wenig Kosten verursacht wurden und gleichzeitig "Wohlstand für Alle", Vollbeschäftigung und Wirtschaftswunder möglich war, warum soll man dann nicht zu dem Schluss kommen, dass heute gehörig was schiefläuft? Was nützen denn die ganzen Steuern und Abgaben, wenn millionenfach Kinder fehlen? Wozu Steuern und Abgaben, wenn man sie früher offensichtlich nicht brauchte, als es noch rund lief? Oder seit wann sind Steuern und Abgaben wichtiger als ausreichender und intelligenter Nachwuchs?

Ich finde, hier sind eindeutig die heutigen Verfechterinnen der "Frauen weg vom Herd"-Diskussion in der Bringschuld, mal zu erklären, wie das alles weitergehen soll. Darf denn die Frage nicht erlaubt sein, warum es wichtiger sein soll, dass mehr Frauen als Männer studieren als dass diese Frauen wieder ausreichend Nachwuchs zur Welt bringen? Ein Frauenleben auf ihre meist gar nicht stattfindende Karriere zu reduzieren, finde ich viel erbärmlicher, als sie als treue, fürsorgliche Mutter zu sehen. Für mich ist jede liebende Mutter unendlich wertvoller als jede kinderlose Beliebigkeitsfanatikerin.

Eltern schaffen mit ihrem Nachwuchs immerhin Nachfrage in der Zukunft, während Kinderlose einfach nur heiße Luft produzieren und sich ein paar Jahre nach ihrem Tod keiner mehr an sie erinnert.
 
  • #101
@97: Falls Du nicht nach Frankreich gehen willst, komm nach Ostdeutschland. Dort sind diesbezüglich die Verhältnisse (gemessen am Münchner Standard) paradiesisch. Krippe kostet 180 Euro, Kindergarten 100 Euro für 7-8 Stunden täglich. Die Mietpreise für Wohnungen liegen bei 4,50-7 Euro. Ganztagesschulen sind Standard.
Nun braucht ihr bloß noch einen passenden Job dazu...
(eine meiner Ärztinnen ist Professorin mit doppeltem Doktortitel und hat drei Kinder)
 
  • #102
@ Multiplex:
Deine Weltsicht erinnert mich an jene aus der Zeit in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Ab dem fünften Kind gibts bei Dir bestimmt eine Medaille und für alle Frauen ab 14 verpflichtende Hauswirtschaftskurse. So wird dieses Land gesund, gelle? Frauen brauchen nicht so viel studieren, besser sie lernen, wie man gut Socken stopft.

Hallelulja!
 
  • #103
@#101: Liebe Constanze, da prallen 2 Welten aufeinander!

Es ist einerseits tatsächlich weltfremd, die Nachkriegszeit (bezüglich Familiensituation) wieder zurück haben zu wollen, da gebe ich dir vollkommen Recht! Es war, zum einen, eine andere Zeit, Frauen hatten nichts zu melden, und zum anderen gab keine Pille.

Andererseits ist es genau so falsch, die Situation der damaligen DDR (bezüglich der Betreunngsmöglichkeiten) in den Himmel zu loben und so zu tun, als sei das Abschieben der Kleinsten in eine Betreuungseinrichtung das Gelbe vom Ei. Für mich ist das genau so ewig- gestrig, und genau so unreflektiert!

Verbohrtes Festhalten an einmal, in einer ganz anderen Zeit, gewonnenen Theorien ist hier und da nicht richtig. Allerdings muss ich gestehen, dass ich, als junge Frau, die nötige Weitsicht auch nicht hatte und eisern daran festhielt, dass eine Frau von "heute" (Mitte der 80- er) auch mit kleinen Kindern berufstätig bleibt. DAS war damals (m)ein Zeichen für Emanzipation! - Was für ein Quatsch!

Warum nicht von allem das Positive nützen?

Natürlich sollen Frauen studieren, berufstätig sein und ihre relativ neuen Möglichkeiten der Lebensgestaltung nutzen - aber genau so selbstbewusst ihre Mütterlichkeit ausleben, zum Wohl ihrer Kinder, der Familie und des Partners.


Heute würde ich es anders machen!
 
  • #104
Liebe Angela, da Du mich direkt ansprichst, möchte ich nochmal antworten.

Ich selbst bin für Freiheit und Selbstbestimmung. Dazu gehört auch, in bestimmten Bereichen eine gewisse Wahlfreiheit zu haben. Ich persönlich habe die. Ich habe meine für mich funktionierende Lösung gefunden - arbeiten mit Kind - und bin rundheraus zufrieden und glücklich. Soweit dazu.
In meiner Stadt - Leipzig - gibt es diese unkomplizierten Wahlmöglichkeiten und jede Frau nutzt sie anders. Es gibt zahlreiche Modell je nach persönlicher Lage. Und was seltsam ist: ich habe hier noch nie eine gleichartige Diskussion geführt wie hier in diesem Forum. Nicht weil alle über einen Kamm gestrickt sind, sondern weil es nicht als Problem begriffen wird. Es wird einfach nicht drüber geredet sondern gelebt.
In vielen westdeutschen Kommunen gibt es diese Angebote nicht, zu wenig oder zu unbezahlbaren Preisen und unmöglichen Ausrichtungen und Öffnungszeiten - zumindest soweit ich informiert bin (aus dem Freundes- und Verwandtenkreis). Ich finde es für eine moderne Frau im 21. Jahrhundert einfach schlimm, wenn sie glaubt, ihren Beruf zu lieben und sich deswegen gegen ein Kind entscheiden zu müssen. Oder sie wünscht sich ein Kind und hört bei der Heirat auf zu arbeiten weil es einfach organisatorisch nicht zu machen ist. Die Verhältnisse in der Schweiz sollen teilweise noch krasser sein. Ich finde es nachgerade ungerecht, daß man junge Frauen fördert, bildet, sie studieren läßt, ihnen die Welt zeigt --- um sie danach zehn Jahre ans Haus zu binden - so lange, bis ihr Abschluß nichts mehr wert ist (auf den sie einst sicher sehr stolz waren). Ich kenne es nicht anders, als daß Frauen auf die eine oder andere Art Beruf und Kind(er) verbinden und ich sehe darin nichts unnatürliches.

Als unnatürlich empfinde ich solche Postings, die sich auf die Steinzeit, das Dritte Reich oder bäuerliche Romantik aus dem 19. Jahrhundert beziehen und das ernsthaft auf die Gegenwart übertragen meinen. Dazu noch in einem Forum, welches sich explizit an die gebildete Oberschicht der Republik wendet. Anachronistischer geht es kaum. Jeder müßte doch im Geschichtsunterricht genug aufgepaßt haben um historische Tatsachen in ihrem Kontext zu betrachten.

Ich weiß, daß es nicht populär ist (ja gerade zu ordinär!) ein Beispiel aus der ehem. DDR heranzuführen. Das gilt als unfein. Das Land war so blöd, da kann es nicht ein Fitzelchen Positives gegeben haben...? Doch, es hat auch eine Menge positive Dinge gegeben (sonst hätte der Verein nicht so lange überlebt) und man kann natürlich nach Skandinavien schauen oder nach Frankreich oder eben auch auf deutsches Gebiet ohne daß einem ein Zacken aus der Krone bricht.
Für mich ist eine Kita kein Abschieben, sondern das Ermöglichen, daß ein Kind unter seinesgleichen aufwächst. Dazu stehe ich.
 
  • #105
I
Für mich ist eine Kita kein Abschieben, sondern das Ermöglichen, daß ein Kind unter seinesgleichen aufwächst. Dazu stehe ich.

Danke für dein ausführliches Feedback!

Deinem Statement stimme ich sowieso, in den meisten Punkten, zu. Den oben zitierten Satz möchte ich jedoch entschlossen einschränken:

Ein Baby und Kleinstkind (bis ca. 3 Jahre, je nach Entwicklungsstand) soll nicht "unter seinesgleichen" sein, sondern bei der Mutter.
 
  • #106
Natürlich taugt es Nichts, wenn es aus äußeren Gründen knallhart durchgezogen werden MUSS, dass ein Kind mit drei oder zehn oder fünfzehn Monaten in die Krippe geht- wenn es negativ reagiert, sollten flexible Lösungen möglich sein.

Meine Beiden waren mit etwa eineinhalb Jahren in der Krippe, die Große wollte sofort alleine dort bleiben, der Kleine brauchte mehr als einen Monat zur behutsamen Eingewöhnung und danach ging es ihnen sehr gut dort. Es gab ein prachtvolles Außengelände, sie durften mit Wasser spielen und sahen oft aus wie kleine Schweineigel, wenn ich sie abholen wollte. Manchmal gab es Geheule und erbitterte Debatten, dass erst noch fertig gespielt werden musste- ich saß dann mit anderen Müttern da, trank einen Kaffee und wir warteten, bis die gnädigen Damen und Herren mitkommen wollten.

Nein, Leute, das kann Kindern nicht schaden- natürlich muss die Qualität der Betreuung stimmen, es muss eine gewisse Flexibilität möglich sein bei Krisen und Krankheiten, aber ansonsten tut es Kindern sehr gut, wenn sie Mütter mit einem eigenen Leben haben.
 
  • #107
@ saepe–inscia:

Genau so sehe ich es auch und genau so habe ich es auch erlebt. Mein Sohn "schimpft" immer mit mir, daß ich ihn schon so "früh" abhole.
 
  • #108
@Angela: Ich hätte es definitiv nicht drei Jahre mit Kind zuhause ausgehalten. Mir fiel schon nach vier Wochen die Decke auf den Kopf.
 
  • #109
@Angela: Ich hätte es definitiv nicht drei Jahre mit Kind zuhause ausgehalten. Mir fiel schon nach vier Wochen die Decke auf den Kopf.
...was vielleicht auch daran liegt, dass Du alleine warst und auch noch selbständig bist.

Mütter in intakten Familien, deren eigene Mutter hilft, deren Partner abends das Familienleben bereichert, die sich mit anderen Müttern treffen und austauschen, halten es durchaus drei Jahre aus und sind begeistert mit ihrem Kind zuhause. Außerdem gibt es ja auch immer öfter die Möglichkeit von Home Office und Teilzeitarbeit.
 
  • #110
Mütter in intakten Familien, deren eigene Mutter hilft, deren Partner abends das Familienleben bereichert, die sich mit anderen Müttern treffen und austauschen, halten es durchaus drei Jahre aus und sind begeistert mit ihrem Kind zuhause.

Frederika, ich war mit meinem 1. Kind fast 3 Jahre zuhause (mit Home Office) und allen Dir geschilderten tollen (intakten) Attributen.

Fazit: Ich fand die meisten Mütter-Glucken mehr als dämlich. Dummerweise legen viele Frauen mit Entbindung ein Grossteil ihres Hirns und ihrer ehemaligen Interessen beiseite.

Spielplätze, Baby-Mutter-Schwimmkurse und was alles so noch ein scheinbares "Das macht die Mami Glücklich - Must have ist , waren mir ein Graus

Gespräche darüber, welches Kind denn nun als erstes zahnt haben mich angeödet.

Partner ( damals Ehemann) : 10-12 Stunden Tage, berufliche Reisen um den halben Globus. Nix mit romantisch austauschen am Abend. Natürlich auch, aber eher wenig.

Und wenn Du 3 x am Tag Deine Klamotten nach dem Stillen und Bäuerchen machen verkotzt hast und bis dahin noch nicht mal geschafft Dich zu duschen ist die Realität da.

Aber ich gestehe, ich hab mir das auch so wahnsinnig toll und romantisch bei uns vorgestellt. Sommer, großes Haus, Garten, eine leichte Brise umweht uns beim Kaffee trinken, während das zuckersüsse Baby ruht.

Und natürlich lieben wir Mütter (und Väter) unsere Kinder abgöttisch und wollen das Allerbeste für sie. Das Allerbeste kann man aber nur geben, wenn man selber glücklich und zufrieden ist.

(43)
 
  • #111
@Angela: Ich hätte es definitiv nicht drei Jahre mit Kind zuhause ausgehalten. Mir fiel schon nach vier Wochen die Decke auf den Kopf.

Auch ich hatte nach den Geburten der Kinder wieder Lust zu arbeiten, und habe es deshalb auch getan. Nicht nach 4 Wochen, sondern nach 4, bzw. 6 Monaten. Ich denke jedoch inzwischen, dass dies ein großer Fehler war und fühle mich rückwirkend schlecht bei dem Gedanken daran.

Es ist in meinen Augen Egoismus pur nur danach zu handeln, was den Müttern mal gerade, dem Zeitgeist folgend, als gut oder "emanzipiert" eingeredet wird, oder ob einer Mutter selbst "die Decke auf den Kopf" fällt. - Das ist für diese wichtige mit Baby und Kleinkind einfach mal überhaupt nicht wichtig!

Es gibt einfach Perioden im Leben, da sollten eigene Interessen zurück gestellt werden - da geht einfach eine gewisse Zeit lang nur ums Kind!
 
G

Gast

Gast
  • #112
...was vielleicht auch daran liegt, dass Du alleine warst und auch noch selbständig bist.

Mütter in intakten Familien, deren eigene Mutter hilft, deren Partner abends das Familienleben bereichert, die sich mit anderen Müttern treffen und austauschen, halten es durchaus drei Jahre aus und sind begeistert mit ihrem Kind zuhause. Außerdem gibt es ja auch immer öfter die Möglichkeit von Home Office und Teilzeitarbeit.

Es klappt evtl. auf dem Dorf, dass die eigene Mutter = Oma die Kinder mit betreut. Aber dies ist sicherlich kein Lebensentwurf für das 21. Jh.!

Welcher Akademiker findet denn an seinem Geburtsort einen Arbeitsplatz? Von meiner Abiklasse sind keine 5% in unserer Geburtsstadt geblieben. Und wir leben in einer der 10. reichsten Städte Bayerns!

Falls der Mann die Familie allein versorgen muß, dann geht die Familie dort hin wo ER Arbeit findet. Und das dürfte für mind. 95% der Akademiker nicht der Wohnort der Oma sein....

Und unter dieser Prämisse ist das Oma-Model obsolet. Daher brauchen wir für Akademiker viel, viel mehr Krippen und Ganztagsschulen. Speziell hier in Bayern.
 
  • #114
@108: Da hast Du sicher teilweise recht. Ich hatte allerdings sehr große Unterstützung durch meine Eltern - habe quasi zwei Jahre lang bei Ihnen gewohnt bzw. geschlafen. Natürlich hatte ich mir persönlichen Ersatz für meine Arbeitskraft gesucht - aber diese Person hatte eine Woche vor meiner Entbindung einen schweren Unfall (und brauchte zwei Jahre zur Genesung). Von 300 Euro damaligem Erziehungsgeld kommt man monatlich nicht so wahnsinnig weit und auch meine Verträge waren nonstop-durchgetaktet (ich habe freie Mitarbeiter und muß diese beaufsichtigen und anleiten).

Ich kenne verschiedene Frauen. Einige kriegen nach 6 Monaten einen Koller, andere nach einem Jahr oder zweien, abhängig von den Umständen. Das eine ist die tägliche Monotonie, das zweite der fehlende Gesprächspartner auf Augenhöhe und die mangelnde geistige Herausforderung. Mein Baby war zuckersüß, knuffig und ich bin viel mit Kinderwagen herumgekommen. Aber als ich das erste Mal wieder im Dreck stand, es ringsherum lärmte und dröhnte entrang sich ein seeliges "Aah!" meiner Brust. Ich denke mal, gerade Frauen, die wie ich eine unkomplizierte Schwangerschaft hatten und immer viel herumwuseln, fallen in ein Loch. Mir fehlten die täglichen Errungenschaften, der Stolz auf das Geleistete. Ich mußte mich erst langsam und mühsam wie eine Glühbirne runterdimmen.

@Tagediebin: Aus Deinen Zeilen spricht das pralle Leben - genau so habe ich das auch gesehen. Diese ganzen Mutter-Kind-Kurse sind doch nur dazu da, damit es den Müttern nicht langweilig wird. Natürlich habe ich mich auch einmal die Woche mit anderen getroffen, alles andere aber weggelassen. Und solche Tage, wo man nachmittags gegen 14.00 Uhr denke: "Duschen und frühstücken wäre jetzt mal ganz okay" gab es reichlich.

@Angela: ich bin stufenweise wieder eingestiegen. Zuerst mußte ich nur mal ab und zu nach dem rechten sehen, danach hatte ich einen verbindlichen Tag pro Woche, danach zwei usw. Mit zwei Jahren ist mein Kleiner in die Krippe für 6 Stunden, vorher war er bei mir bzw. Oma. Sobald er in die Krippe kam hat er enorme Fortschritte gemacht: Sprechen, allein aus der Tasse trinken etc. pp.
Ich konnte einfach nicht darüber nachdenken, wie lange ich jetzt zuhause bleiben wollte - ich MUSSTE genau so viel Geld verdienen wie vorher, egal mit welcher Stundenzahl aus blanker Ökonomie heraus. Unter anderen Umständen hätte ich mich womöglich anders entschieden - aber es ist müßig, darüber zu sinnieren.
 
  • #115
Wichtig für die Gesellschaft ist doch, dass sich viele Frauen dafür entscheiden Kinder zu bekommen und dies zu erleichtern muss es für unterschiedliche Lebensentwürfe unterschiedliche Betreuungsmoglichkeiten geben. Als Familie mit genügend Geld gibt es bei der Betuung nie ein Problem, da kann man Personal beschäftigen oder einen Platz bei teuren Einrichtungen die einen hohen Personalschlüssel haben. Und mit dem Zu Hause bleiben ist es ja nun auch eine Frage des Geldes, mache können und wollen es sich leisten und andere nicht. Man hat ja auch durch die viele Kinderunterstutzung eher das Gefühl das die falschen Menschen damit motiviert werden Kinder in die Welt zu setzten. nämlich die die eh keine Betreuung brauchen da sie keine Arbeit haben. Die 2,3,4 Generation Harz 4 Empfänger werden groß und die Kinderarmut auch. Um auch Menschen die Chance auf Kinder zu geben die Arbeitswillig sind, müssen Betreuungsmoglichkeiten geschaffen werden. Ob man sie nutzt oder nicht ist ja jeden selber überlassene. Aber ganz ohne Kinder wird es nicht gehen und man muss ja die Familien untserstützen die Kinder so groß ziehen, dass sie zu einem produktiven Bestandteil der Gesellschaft werden und eben nicht zu einer weiten Belastung.
 
Top