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Deleted member 23164

  • #1

Wieso schmiedet er Zukunftspläne und verlässt mich 12 Stunden später?

Liebes Forum,

ich (25) würde gerne meine Geschichte loswerden und hoffe auf die Meinung von allen, die in einer ähnlichen Situation waren, egal ob als Verlasser oder Verlassender.

Mein Freund (29) hat Anfang des Monats völlig überraschend Schluss gemacht.
Alleine zu hören, dass die Art und Weise, wie er sich getrennt hat, nicht fair oder normal ist, würde mir helfen.
Anfang Mai hatten wir 5 Tage gemeinsam frei und haben diese zusammen verbracht: wir haben etwas mit meinen und seinen Freunden unternommen, gegrillt, hatten ein Konzert geplant und waren eines Abends im Möbelhaus um für mehrere hundert Euro neue Möbel für unsere Wohnung zu kaufen. Danach haben wir die Möbel zusammen aufgebaut, einen Film geschaut und als meine Eltern angerufen haben, hat er mit ihnen telefoniert und sie locker zum Frühstück für "demnächst" eingeladen.
Am nächsten Morgen wachen wir auf. Er war sehr ruhig, es gab keinen Kuss o.ä. und ich fragte ihn was los sei: da eröffnete er mir, dass es ihm seit einiger Zeit schlecht geht, die Gefühle nicht ausreichen, um eine Zukunft zu haben. Dass die Liebe nicht groß genug ist und eine Trennung die einzige Lösung wäre, um zu sich selbst aber auch zu mir ehrlich zu sein.
Erst so langsam fange ich an, dass alles zu realisieren, habe mir für Anfang Juni eine neue Wohnung in einer anderen Stadt besorgt und werde kommendes Wochenende ausziehen.
Das einzige Anzeichen, das es meiner Meinung nach je gab, war ein Streit vor genau einem Jahr: wir wollten im Juli zusammenziehen, als er mir - eine Stunde, nachdem wir gerade die Küche fertig geplant und unterschrieben hatten - eröffnete, dass er sich unsicher sei, den Schritt zu gehen, weil er nicht wisse, ob die Gefühle ausreichten. Er bereute dies schnell und sagte, er wolle mich nicht verlieren. Die kommenden Wochen und Monate waren schön: wir sind zusammen gereist, haben die Wohnung nach und nach eingezogen und es gab keine großen Konflikte oder Streits.
Nun dasselbe Dilemma, die Gefühle reichen nicht, und obwohl er fest entschlossen scheint, habe ich noch immer ein wenig Hoffnung, da er ja schon einmal so einen Rappel hatte...
Wieso hat er nie das Gespräch gesucht und uns eine Chance, zB durch räumliche Trennung, gegeben? Seine Zweifel geäussert? Warum hat er stattdessen die heile Welt vorgelebt und von Zukunftsplänen und Heirat gesprochen?
Mein erster Freund hat mich vor sechs Jahren ebenfalls ohne ein vorheriges Gespräch oder Zweifel verlassen, auch wir haben zusammengewohnt und es hat sehr lange gedauert, bis ich das verarbeitet hatte.
Wieso verhält man sich bis zum letzten Moment, als wäre alles toll?!
 
  • #2
Hallo,

es sieht so aus, als bekomme er Panik gerade dann, wenn ihr mit dem "Nestbau" beschäftigt seid. Es liegt nicht an Dir. Er liebt dich schon. Das mit dem "Rappel" siehst du schon richtig.
Es kommt offenbar dann die Frage bei ihm auf "War es das in diesem Leben? Möchte ich mich wirklich jetzt fest legen, statt nochmal die Wahl zu haben?". Er fragt sich, was er vielleicht verpassen könnte.
Ich bin eben immer der Meinung, sowas lässt sich nicht so schnell auskurieren. Wenn jemand diesen Drang, die Neugier hat, nochmal Neues entdecken zu wollen, dann lässt sich dieser nicht so leicht unterdrücken.
Lass ihn ziehen. Es ist sicher ein grosses Zeichen der Liebe, jemanden ziehen zu lassen und sogar dann wieder zurückzunehmen. Aber pass auf, ob dir das gut tut. Pass auf, dass dich das nicht kaputt macht.
Viel Glück.

LG
 
  • #3
Manchmal fällt es mir schwer, hier geschriebens nachzuvollziehen.
Im Mai kauft ihr eine Küche, eine Stunde später bereut er, keine Gefühle, blablabla. Kurze Zeit später huch ich liebe Dich ja doch so, alles Eierkuchen.
Jetzt wieder so ein Spiel? Nein find ich ich damals wie heute nicht fair. Der hat ein Charakter wie? Nein er hat überhaupt keinen Charakter.
 
  • #4
Wow! Das ist wirklich krass und unfair. Fair, dass er sich trennt, aber du fällst von "tolle Beziehung" in ein tiefen Abgrund "das war alles schon längst nicht mehr Wahr". Genau da du das schon einmal mit der vorherigen Beziehung erlebt hast, wirst Du das vermutlich mit dir tragen. Diese Angst bei der nächsten Beziehung.
Hör auf, dich fertig zu machen. Sei froh, dass er den Platz freigeräumt hat für den richtigen Mann. Der dich auf Händen tragen wird UND IHR BEIDE NIE DIE HAND DES ANDEREN LOSLÄSST.
Hol dir Hilfe von außen. Rede mit Freunden darüber. Mach was dir gut tut. Überlege dir, welche Träume du vernachlässigt hast und welche du nun verfolgen willst. Lass die Angst nicht zu, denn wenn du sie nährst, wird diese immer mehr Raum einnehmen. Du bist 25. Es wird noch so viel Liebe in dein Leben kommen.
 
  • #5
Wieso verhält man sich bis zum letzten Moment, als wäre alles toll?!
Das Wort “man“ gibt es nicht, es macht immer nur ein einzelner, auch wenn solche Fälle zu Tausenden bekannt sind, das machen Frauen genauso wie Männer! Dies machen Menschen, die schwach und feige sind und sich der Tatsache nicht stellen, lieber spielen sie ein solches Spiel! Das Positive daran ist, dass du diesen Menschen los bist, denn er würde dich immer wieder neu enttäuschen!
obwohl er fest entschlossen scheint, habe ich noch immer ein wenig Hoffnung, da er ja schon einmal so einen Rappel hatte...
Das solltest du unter keinen Umständen so sehen, mein guter Tipp, lass es dabei! Falls du genügend Selbstwert hast, willst du ihn nicht mehr, dein größter Fehler, ihm hinterherzulaufen, das würde ihn, in seiner Haltung, nur bestärken. Das Ganze würde sich nur verstärkt wiederholen, dein Leiden wird immer mehr!
 
  • #6
Oje, du Arme.
Krasse Nummer.
Ich fürchte, du wirst einem Mann nie wieder richtig vertrauen.
Diesem sicher nicht, aber allen anderen auch nicht, nachdem dir das schon zwei mal passiert ist.
An jedem schönen Abend, bei jeder schönen Reise, immer, wenn du mit einem Mann zusammen ziehst und ihr Pläne für eine Küche oder sonstwas macht, wenn ihr Möbel kauft, wenn..., wirst du immer im Hinterkopf haben, dass er morgen früh sagen könnte, dass alles ein Irrtum war und seine Gefühle nicht ausreichen.

Das ist dein künftiges Päckchen, ein schweres Paket würde ich sagen.
Wie wäre es, künftig allein zu wohnen ? Man kann trotzdem eine schöne, liebevolle Beziehung haben.

Alles Gute

w 51
 
  • #7
Klingt nach Bindungsangst. Wenn es ernst wird, kneift er. Vielleicht war ihm alles zu viel und zu eng? Tja, Fairness. Natürlich ist das nicht fair von ihm, ich finde es aber besser, wenn jemand ehrlich und offen ist und direkt sagt, was er fühlt. Ich könnte mir wirklich vorstellen, dass er es bereut, wenn er diesen Druck nicht mehr so sehr empfindet. Als ich in Deinem Alter war, hat mein damaliger Freund auch mal so eine Geschichte gebracht. ich weiß, wie sich das anfühlt. Man vertraut jemandem bedingungslos, und dann ist er einfach weg. Zack. Verweigert jegliche Kommunikation. Ich habe davon bis heute ein Trauma.... Nach zwei Wochen war er aber wieder da. Mir hat das aber einen ziemlichen Schlag versetzt, und am Ende des Tages ging die Beziehung kaputt. Ich habe mich irgendwann in jemanden anders verliebt. Dieses Verhalten von meinem Ex war dafür sicher mit ursächlich. Ich glaube dass viele Männer in dem Alter kein Nest bauen, sondern ihre Genetik weit in der Welt verstreuen wollen. Wenn sie schon nicht fremdgehen, wollen sie zumindest die Wahl haben. Sie sehen überall kurze Röcke und Möglichkeiten.
 
  • #8
Hallo,

es ist wirklich nicht fair!

Ich hoffe, dieser Satz hilft dir wirklich.

Warum Männer sich so verhalten? Wenn man mal unterstellt, dass es nicht einfach nur ein "Beziehungs-Vorgaukler" oder bequemes "A...loch" war, das schon die nächste Frau am Start hat, dann scheint mir ein wesentlicher Unterschied zwischen Mann und Frau beim Bearbeiten von "Störungen" in der Beziehung zu sein (Achtung: vereinfachte, schematisierende Ausführung zum besseren Verständnis;-))): Wenn die Frau irgendwas nicht ideal findet in der Beziehung, spricht sie es an und redet. Und redet. Und redet. Und versucht den Mann zu ändern. Und wird so zur "Nörglerin".
Wenn der Mann irgendwas nicht ideal findet in der Beziehung, versucht er sich zu arrangieren. Und anzupassen. Und drüber hinwegzusehen. Und es sich schön zu reden. Entweder es gelingt ihm. Oder irgendwann ist sein "Glas voll" und er trifft "mannhaft" eine Entscheidung.
Vielleicht ist dein Mann von dieser Sorte.
 
  • #9
Liebe FS,

ihr habt den Zweifeln vor einem Jahr, zu wenig Beachtung geschenkt.
Ich denke, er hat dir nicht mutwillig etwas vorgelebt, er hat es nicht wahrhaben wollen, verdrängt und gewollt, dass es gut wird. Seine Seele hat darum abrupt den Hebel umgelegt, weil er seine Gefühle missachtet hat.
Wie schnell seid ihr denn zusammengezogen und von wem ging die Initiative aus?
Draufhauen und den Schuldigen suchen, vermag ich hier in diesem Fall nicht, so etwas passiert. Ich glaube, dass es ihm genauso doof geht, wie dir.
Ob du das unbedingt für die Zukunft als schwerlastiges Paket mit dir rumtragen musst, bezweifel ich, ebenso, dass du kein Vertrauen mehr aufbauen kannst.
Schau dir mal beides an, ging alles vielleicht doch ein bisschen schnell. Ihr hättet letztes Jahr noch nicht zusammen ziehen dürfen und die Unsicherheit ernster nehmen müssen.
Als ich deinen Post las, fühlte sich das für mich nicht so locker an. Dafür, dass ihr beide noch sehr jung seid, wirkte das eher nach fest einbetoniertem Lebensentwurf, so gesetzt. Ich kann mich irren.

Ich wünsche dir, dass ihr beiden noch einmal miteinander darüber sprechen könnt, um in Frieden auseinandergehen zu können, oder den Knackpunkt zu erkennen, um andere, neue Wege zu gehen.

Alles Liebe dir mit dem Trostpflaster * es hat seinen Sinn und birgt eine neue Chance*
 
  • #10
Liebe FS,
lass dich erstmal drücken. Das ist eine krasse Sache und es ist total unfair und nicht normal. Nimm dir Zeit, das zu verarbeiten, schaue auf dich, tu dir Gutes. Du hast das nicht verdient.
Leider passieren gerade in Beziehungen böse, unfaire Dinge. Lies dich hier mal durchs Forum, du bist nicht die Einzige mit unschönen Erfahrungen. Aber dann mach dir bitte klar, dass das nicht das Übliche ist, werde nicht misstrauisch, sondern glaube daran, dass du als nächstes dran bist mit einer schönen Liebe mit einem guten Mann. Du bist noch so jung, dir steht die Welt offen!

W/44
 
  • #11
Für mich sind das solche Menschen, die sich nicht wirklich öffnen können, d.h. sie bauen nach außen eine Fassade auf- alles fein und wirkt harmonisch.
Im Inneren jedoch zweifeln sie sehr viel, äußern dies jedoch erst, wenn sie es mit sich ausgemacht haben und sich sicher sind, wie sie handeln möchten.
Es ist für mich kein spontaner "Rappel".
Genauso bei deinem ersten Freund. Wenn es ein wiederkehrendes Muster ist kann es sein, dass du auch einen Anteil daran hast, indem du z.B. sehr dominant wirkst und die Männer keine unangenehmen Wahrheiten ansprechen wollen aus Angst vor Konflikten oder du reagierst z.B. bei Konflikten sehr verletzlich/weinerlich, was sie vermeiden wollen.
Das kommt auch oft in Bezug auf Fremdgehen vor.
Vor dem Fremdgehen: Fassade, Unzufriedenheit in der Beziehung
wird nicht angesprochen.
Nach dem Fremdgehen: Verheimlichen, wieder Fassade, nur damit der Partner nichts merkt und man sich Konflikten nicht stellen muss.
 
  • #12
Anscheinend hat er ein Kalte-Füße-Syndrom, aber "danach". Ich finde es auch sehr extrem. Meine Vermutung ist diese Krise, die viele/alle/manche mit Ende 20 kriegen: "ist das alles, was ich vom Leben kriege, oder stehen mir noch andere Wege offen". Man befasst sich damit, ob man schon auf den richtigen Weg ist, was die Zukunft angeht, oder ob man nur irgendwelchen von der Gesellschaft vorgegebenen oder aus Ängsten kreierten Wegen folgt, um Eltern oder sonstwen zufriedenzustellen.

Ich denke auch nicht, dass es an Dir liegt, sondern er selbst es vorangetrieben haben wird, dass ihr zusammenzieht usw.. Vielleicht waren diese Aussagen auch, um sich selbst davon zu überzeugen, dass diese anderen Impulse verrückt wären. Anscheinend hat er ja auch ein Problem, Single zu sein.

Mein Problem wäre das Vertrauen. Wie @frei es beschreibt, so würde es mir damit gehen. Und ja, auch mit dem nächsten Mann.

Wie kann man dem zuvorkommen? Wenn einer irgendwas für sein Leben will und entsprechend seinem Partner vorschlägt, kann man schlecht dahinterschauen und sagen "nee, ich glaube, Du willst das nicht und machst irgendwann einen Rückzieher".

Nun dasselbe Dilemma, die Gefühle reichen nicht
Ich glaube, sobald einer sowas sagt, kann man davon ausgehen, dass man nur eine zweite Wahl ist für denjenigen. Er hat festgestellt, dass ihm was fehlt oder ihm fehlt die Verliebtheit mit den Schmetterlingen, die sich gar nicht so fortsetzen KANN in einer engen normalen Beziehung mit keiner Distanz.
Jedenfalls würde ich bei sowas immer gehen, weil die Aussage ernstzunehmen ist, egal, aus welchen Gründen sie getroffen wurde. Ich würde denken, wenn derjenige dann doch zurückwill, ist es nur Angst vorm Alleinsein oder eine Vernunftentscheidung, und das Gefühl, dass sagte "es reicht nicht", schlummert trotzdem noch weiter in ihm.

Wieso verhält man sich bis zum letzten Moment, als wäre alles toll?!
Weil man Angst hat und zweifelt, ob die Entscheidung richtig ist. Er weiß ja nicht, ob er sich nicht täuscht und zuviel vom Leben verlangt. Weil man sich selbst wünscht, dass alles toll wäre. Ich denke nicht, dass eure Beziehung schlecht ist, ergo muss er sich auch mit dem Positiven auseinandersetzen, das er nun verliert. Das wird schwer gewogen haben, aber hat sich nicht durchgesetzt letztendlich. Und anscheinend muss er auch in der Falle erst drinsitzen, um zu sehen, dass er raus will. Ich meine, erst die Möbel kaufen, statt vorher zu denken "ich lasse es lieber".
 
  • #13
Sein Verhalten war unfair und fair zu gleichen Teilen. Unfair weil er nichts gesagt hat und dich ins kalte Wasser geschmissen hat. Fair, weil er es nicht einfach bequem hingenommen hat und einen Schlussstrich ziehen wollte, als er sich seiner Sache sicher war. Wichtig in meinen Augen, dass du ihn wirklich abschreibst. Vielleicht erkennt er es irgendwann als Fehler, aber damit muss dann er leben.

Ich kenne die Problematik, wenn die eigenen Gefühle nur schwer fassbar sind. Eventuell gab es davor eine Beziehung die viel stärker greifbare Gefühle ausgelöst hat, aber das heißt nicht, dass es nicht trotzdem liebe ist. Man liebt auf so viele Arten, dass ich für mich festgestellt habe das mir für eine Beziehung zwei Dinge wichtig sind:
Vertrautheit und körperliche Anziehung

Das gilt nicht für jeden, es gibt bestimmt Paare die auch ohne körperliche Anziehung glücklich sind.

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass nicht jeder damit zufrieden ist oder zu diesem Schluss kommt. Eventuell wird er sein leben lang stärkeren Gefühlen hinterherlaufen und niemals zufrieden sein. Du solltest dich aber jetzt um dich kümmern. Mit dem Kapitel abschließen und sehen das du nicht das vertrauen in die zukünftigen Partner verlierst, bevor sie dich überhaupt enttäuschen konnten, denn ich fürchte das frei hier recht hat und das bei dir so hängen bleiben kann.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #14
Liebe FS,
er macht das weil er konfliktscheu und feige ist - ist weit verbreitet unter Männern und darum erlebst Du das jetzt bereits zum 3. Mal.

Nein, er hat keinen Rappel und berappelt sich wieder. Er ist ein erwachsener Mann mit einer ausgebildeten Persönlichkeit, der sich nicht mehr substanziell ändert. Mit dem wirst Du das immer wieder erleben und ein sehr unangenehmes Leben mit hohem Stresslevel wegen zunehmender Unsicherheit haben, welches Dich auf Dauer krank macht.

Du bist dabei, Dir ein neues Leben ohne ihn aufzubauen. Bleib' bei der Trennung, auch wenn er sich das anders überlegen will, weil er vorübergehend ausgerappelt hat.
Die Wahrscheinlichkeit, dass aus ihm ein verlässlichenr Partner wird, der frühzeitig Probleme anspricht liegt nahe dem Nullpunkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer Mann einen stärkeren Charakter hat ist höher. Also such' Dir einen anderen, wenn Du ein gutes Leben haben möchtest.
Im Endeffekt war bereits die erste Neuauflage eurer Beziehung ein Fehler. Es hat nicht lange gehalten, Dich vermutluch eine Stange Geld gekostet, Dir die nächste schwere Enttäuschung gebracht und Du hast ein Lebensjahr an eine Knalltuete verschwendet. Das solltest Du nicht wiederholen.

Wenn Dir das immer wieder passiert, dann solltest Du mal auf Deine Kommunikationskompetenz schauen, ob Du überhaupt frühzeitig Signale Deines Partners wahrnimmst oder Dissonanzen überhörst - könnte neben Männerfeigheit auch eine Ursache für die Überraschung sein, die Dich jeweils trifft.
Bei ihm ist das aber unwahrscheinlich, weil er mit großen Anschaffungen dann wohl zurückhaltender gewesen wäre.
 
  • #15
Wieso hat er nie das Gespräch gesucht und uns eine Chance, zB durch räumliche Trennung, gegeben? Seine Zweifel geäussert?
Gründe...
Ich würde vermuten, in den meisten Fällen die so enden, gab es Anzeichen, die der verlassene Partner aber ignoriert hat.
In vielen Fällen hatte der Verlassende keine Lust auf Stress und Diskussionen.
In einigen Fällen diskutiert oder bittet der Verlassende nicht mehr, weil er keinen Sinn darin sieht und sich eh nicht gehört fühlt.
In sehr wenigen Fällen ist der Verlassende ein unfairer, antisozialer Mensch, der sehr gut schauspielert und für sich im Stillen prüft und bewertet, ohne den Partner einzubeziehen.

Dann geht es weiter um die Frage, was ihm gefehlt hat. War es überhaupt konkret etwas an dir, das du hättest ändern können? Oder hat er einfach versucht, damit zu leben, dann aber festgestellt, er kann es doch nicht?

Hast du ihn damals, vor 1 Jahr, nicht gefragt, was ihm fehlt?
Wie konntest du mit ihm zusammenziehen und Heiratspläne schmieden, ohne das herausgefunden zu haben?
Es klingt, als hättest du beide Augen fest zugekniffen. Was nicht sein darf, ist nicht.
Man investiert doch nicht Zeit und Geld in eine Beziehung, wenn man so etwas Schwammiges wie "Gefühle reichen nicht" vor den Kopf geknallt bekommt, ohne zu klären, was dem Partner da so quer im Magen liegt.

Wir können hier nur spekulieren, was ihm nicht passte. Deine Vermutung, es könne sich um einen erneuten "Rappel" handeln legt nahe, dass er mit dir nicht über seine Motive und Gefühle reden konnte. Du scheinst ihn nicht wirklich ernst zu nehmen, vielleicht lag es daran?

Küchenplanung, teure Möbel aussuchen, deine Eltern zum Frühstück einladen... ein wahres Männerparadies.
Bist du sicher, dass nicht du die treibende Kraft hinter alledem warst und er das eigentlich nie so richtig wollte?

Das sind nur ein paar Gedankenanstöße, über die du nachdenken könntest, wenn du magst. Letztlich wird nur er dir sagen können, worum es ihm ging.
 
  • #16
In meinem Umfeld, wurde einmal eine Hochzeit(sfeier) abgesagt. Der Bräutigam hatte sich wenige Tage vor der Hochzeit dagegen entschieden. Die Braut, die Eltern von Beiden sind völlig aus den Wolken gefallen und hart aufgeschlagen.

Ich kenne diesen Bräutigam und seine Motive nicht. Aber ich denke wenn er etwas falsch gemacht hat, dann dass er die Beziehung nicht bereits vor der Hochzeitplanung beendet hat. Ähnlich sehe ich auch den Fehler des Exfreundes der FS. Er hätte mit ihr überhaupt nicht zusammen ziehen dürfen.

Er wollte eine Beziehung erhalten die es für ihn eigentlich nicht (mehr) gab. Eventuell hat er sogar Begeisterung für die gemeinsamen Zukunftspläne gezeigt. Meine Bekannte hat auch Zukunftspläne (ein Häuschen, zusammen ziehen usw.) ausgesprochen. Nach einer Spaltung hat sie dazu gesagt "man muss doch Träume haben dürfen".

Einen entsprechenden Traum hat auch dieser Mann gehabt und hat ihn vielleicht immer noch, denn niemand will allein sein. Ob er diesen Traum jemals längerfristig realisieren kann, kann der FS egal sein. Sie sollte sich von ihm Verabschieden. Ich würde bei einem Relaunch der Beziehung ständig auf die nächste Spaltung warten. Das schmerzt und ist ungesund.

Allerdings wäre es im Eigeninteresse ihres Freundes, sich selbst mit seinen Gründen auseinander zu setzen und sie irgendwie zu formulieren. Denn nur so kann er aus diesem Desaster lernen.
 
  • #17
Liebe Sommerliebe. Genau vor solchen Vorkommnissen habe / hatte ich die größte Angst und so begann ich zu forschen, denn Geschichten, wie Du sie hier schreibst, gibt es zuhauf. Schau mal eine Weile hier ins Forum, dann wirst Du das beobachten.

Normalerweise ist es doch so: man geht eine Beziehung ein. Und irgendwann kommen vielleicht unüberwindbare Probleme und man trennt sich. Logisch und für die Betroffenen irgendwie nachvollziehbar.

Dann gibt es aber die paradoxen Sachen: alles eitel Sonnenschein, der Partner forciert sogar die Beziehung, scheint glücklich, es gibt keine Probleme, alles läuft prima. Und dann: PLÖTZLICHE TRENNUNG, aus heiterem Himmel, ohne jegliche Vorwarnung. Nicht verständlich für einen normalen Menschen. Und normal ist das auch nicht. Denn es gibt Menschen, die können sich aus ihrer Prägung bzw. aus ihrer Bindungsstörung heraus nicht fest binden und bekommen genau da Angst, wo es wirklich fest und verbindlich werden könnte.

Genau da, wo andere in eine gute Beziehung starten, können diese hier nicht weiter. Sie können ihre Gefühle nicht spüren. Das kann wirklich so sein, denn Menschen, die keinen sicheren Bindungsstil haben, haben Beziehung nicht in ihrer Herkunftsfamilie gelernt. Vernachlässigte Kinder entwickeln Kompensationsmechanismen, wenn sie von Beziehungen enttäuscht werden, beginnend vom fehlenden Urvertrauen bis hin zu nicht erlebbaren tiefen Gefühlen. Was sie nicht mehr fühlen können, tut auch nicht mehr weh. Jemand, der seine Gefühle immer verleugnen musste, nicht leben konnte in der frühen Kindheit, wird das auch später nicht können.

Mein Rat: suche Dir eine gute herzliche Familie. Und dann schau, ob die einen netten jungen Mann für Dich haben. Hört sich paradox an, ist aber so.

Und nun schürfe etwas weiter. Ich bin mir sehr sehr sicher, dass Du in seiner Herkunftsfamilie irgendwelche Probleme finden wirst. Ich beispielsweise habe immer nur streitende Eltern erlebt, die mich als Kleinkind mal ein paar Monate zu einer Tante verfrachtet haben. Geblieben sind mir Verlustängste. Auch eine Form von Bindungsstörung resultierend aus einem gestörten Urvertrauen. Ich kann mich bis heute nicht ganz und tief auf andere Menschen einlassen. Und wenn ich es tue, leide ich Höllenängste.

Viele, vielleicht auch Dein Ex, verstehen gar nicht, was mit ihnen los ist. Und die davon Betroffenen, nämlich auch Du, verstehen das noch viel weniger. Nun rate ich Dir, Dich in dieses Thema zu vertiefen, vor allem auch deshalb, damit Du verstehen kannst. Das wird Deine Heilung begünstigen und Dir später helfen, gezielt nach jemanden mit einem sicheren Bindungsstil zu suchen. Viel Glück.
 
  • #18
forciert sogar die Beziehung, scheint glücklich, es gibt keine Probleme, alles läuft prima.
... es gibt immer Anzeichen, man nimmt sie nur oft flüchtig war, oder gar nicht. Hier gab es diese Anzeichen bereits vor einem Jahr. Ich hätte mich nicht damit zufriedengegeben, dass es nur so ein Rappel war. Ich wäre vorerst nicht mit diesem Mann zusammengezogen.
Beide haben sich auf das Verdrängungsspiel eingelassen, weil sie wollten, dass es gut wird. Nicht unbedingt steckt ein unsicherer Bindungsstil dahinter, sonder schlicht und einfach, dass die Gefühle nicht wirklich ausreichen, oder anderes. Was soll man ihm vorwerfen, dass er das für sich nicht ausreichend erkannt hat und weiter an dem Ziel gebastelt und seine Gefühle verdrängt hat. Nicht jeder stellt auch gleich alles infrage, weil vielleicht kurzfristig Gefühle in den Keller rutschen.
Ich würde der FS anraten wollen, dass sie genau hinschaut und hinterfragt, denn es ist ja eine Wiederholung.
Dieser Lebensentwurf, ist der wirklich von beiden so mental unterschrieben worden, oder gab es da nicht doch Vorstellungen, die ungewollt dem anderen übergestülpt wurden. War nicht vielleicht alles etwas zu festgezurrt und vorhersehbar, was in diesem Alter und überhaupt, noch gar nicht so erlebt werden möchte. Die Kommunikation zwischen den beiden, ging die tiefer, konnten sie sich gegenseitig wirklich erreichen, oder reichte es nur, um den gleichen Geschmack und etwaige Vorlieben zu erkennen. Es gehören, wie immer, zwei dazu, auch wenn ich die FS verstehen kann und mir leid tut, dass sie das so erlebt. Wenn sie sich in diesem Spiel wiederfindet und erkennt, was der Knackpunkt war, wird sie das kein drittes Mal erleben. Dieses Drama birgt eine Chance, nimm sie wahr, liebe FS.
 
  • #19
Das habe ich schon öfter gehört und auch selbst erlebt. Ich denke, das hat mehrere Ursachen:
Männer reden oft vorher nicht darüber, dass sie sich unsicher sind oder Probleme haben. Frauen beschweren sich im Durchschnitt öfter vorher, so dass der Partner schon eher merkt, dass etwas nicht stimmt. Gilt natürlich nicht für alle.
Dann: Wenn es um schwindende Gefühle geht, ist es auch schwierig, das anzusprechen. Denn der andere kann dagegen ja nichts machen. Man denkt sich dann sicher: Wenn ich es sage, dann gibt es Streit und der Partner wird unsicher und vielleicht bin ich ja nächste Woche doch sicher, dass ich mein Leben mit ihr verbringen will. Also sagt man nichts.
Außerdem versucht man es sicher auch vor sich selbst zu verdrängen, wenn man denkt: Eigentlich ist doch alles wunderbar, spinn ich etwa? Vielleicht ist man noch besonders nett und liebevoll zum anderen, sagt, dass man ihn liebt, um sich selbst davon zu überzeugen. Und erst, wenn der Druck zu groß wird, kommt das dann spontan raus. Das ist dem anderen gegenüber unfair und verletzend, aber leider von außen irgendwie zu verstehen.
Ganz eventuell hat er ja auch eine anderen Frau kennengelernt und das spielt noch mit rein, aber das ist nur Spekulation.

Es ist für dich auf jeden Fall wahnsinnig schwer und verletzend. Du hast keinen Grund, nicht sauer auf ihn zu sein oder dir Vorwürfe zu machen. Wichtig ist, dass du beim nächsten Partner versuchst, nicht ständig Zweifel an seiner Ehrlichkeit zu haben - das war nämlich dann mein großes Problem. Man traut dann der Harmonie gar nicht mehr. Sagt jemand, er hat nicht genug Gefühle, bin ich aber jetzt auch immer sofort raus; weil es mir zweimal genauso ging wie dir: Das wurde ausgesprochen, zurückgenommen und dann ein Jahr später war Schluss. Da bin ich jetzt schnell alarmiert. Geht es "nur" um Beziehungsprobleme, kann man viel leichter daran arbeiten, aber Gefühle lassen sich nicht erzwingen.

Alles Gute!
w, 34
 
  • #20
Fühl Dich erstmal ganz doll lieb gedrückt. Ja, das tut mächtig weh und ja, es ist unfair und feige. Du wärst ja kein fühlenden Mensch, würde Dir das nichts ausmachen. Und es wird etwas dauern bis Du über Enttäuschung und Schmerz hinweg bist. Jetzt fühlt sich der Schmerz an als würde er nie enden. Aber das wird besser. Versprochen.
Mach' jetzt Dinge die Dir gut tun und Dir Trost spenden. Es ist auch besser bewußt durch so ein tiefe Tal der Trauer zu gehen, als es wegzuwischen. Es heilt besser.
Schreib hier auch ruhig, wenn die Wut kommt. Ich schimpfe dann mit Dir über ihn . ;-)

Aber auf keinen Fall hoffe, dass er sich wieder berappelt. Der kann sich hundert und tausendmal berappeln. Aber das sollte er nicht auf Deine Kosten tun. Vertiefe Dir den Satz: Wer so etwas einmal tut, der tut das immer wieder. Darin mußt Du kein Vertrauen versenken, dass es beim nächsten Mal besser wird. Er wird das wieder und wieder tun.
Möchtest Du Dir das wieder und wieder Dir antun lassen?
Solche on/off Beziehungen finde ich eine der destruktivsten Beziehungen. Daran kannst du kaputt gehen. Schütze Dich davor. Sorge für Dich. Sei klug.

Na klar, wird das schrecklich weh tun, falls er wieder angebröselt kommt: Es tut ihm so leid und es war der Irrtum seines Lebens....
Denn dann triffst Du die Entscheidung für eine Trennung, die Du nicht wolltest. Das tut bitter weh. Ich würde ihn auf allen Kanälen blockieren, um dem vorzubeugen.

Und solltest Du Zweifel bekommen, dann lies Dir hier postings von einigen Männern durch. Das ist so heilsam. Danach weißt Du sehr gut, was Du möchtest und was nicht. Ich glaube nicht, dass Du so einen Partner möchtest, der nicht weiß was er will, der seine Probleme nicht konstruktiv kommunizieren kann und dann überall hinter Deinem Rücken rumjammert, wie schrecklich Du bist.

Ich denke, Du möchtest lieber einen Partner, der sich mit Dir liebevoll verbunden fühlt. Mit Dir eine fröhliche einander zugewandte Partnerschaft aufbaut. Mit Dir eine Wohnung einrichten möchte und was weiß ich, was Du für Ziele, Träume und Pläne im Leben hast. Du bist jung und hübsch ujnd die Welt ist voller Menschen. Da ist auch für Dich der Richtige dabei.

Paß mal auf, wenn Du darüber hinweg bist. dann wird einer kommen mit dem Du so leben kannst, wie Du dir das jetzt wünschst.
Dann wirst Du glücklich sein, dass Du diesen Nieselpriem los bist.
 
  • #21
Hallo sommerliebe,

es gibt so Menschen. Die machen erstmal alles mit, und dann machen sie einen Rückzieher. Damit gehen sie erstmal auf maximale Distanz, verschaffen sich ein wenig Luft. Bleib dabei. Aus Erfahrung weiß ich, dass es dann LAT weitergeht, bis die Luft endgültig aus dem Reifen ist. Aber auch das, pure Zeitverschwendung. Da wird dann nur noch die Suppe ein paar mal aufgewärmt, bis sie ungenießbar ist. Alles schon erlebt.
Sei froh, dass du schon eine neue Wohnung hast. Freu dich darauf.

Dein Lebensgefährte möchte das alles nicht.
Eigentlich hat er dir das vor 1 Jahr gesagt. Daran hat sich nichts geändert. Jetzt sagt er dir das wieder. Ich weiß nicht, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Möbelkauf und den Rückzieher gibt.
Aber sollte es den geben, dann sehe ich es analog zum Zusammenziehen. Vor dem Zusammenziehen gab es die Rückzugstendenz, nach dem Möbelkauf ebenfalls (Symbol Nestbau, Investitionen, Geldausgabe). Wenn er alleine wohnen würde, hätte er sich wohl keine Möbel kaufen müssen.

Jetzt hast du wirklich die Chance mit der neuen Wohnung in einer neuen Stadt einen Schlussstrich hinter diesem Eiertanz zu ziehen.
Es gibt einfach Leute, die können nicht nein sagen, sagen stattdessen ja. Dann merken sie, dass sie es doch nicht wollen, und sagen dann nein. Das ist dir jetzt zweimal mit ihm passiert. Zweimal reicht. Mehr Performance in der Richtung von seiner Seite brauchst du wirklich nicht. Das einzige Resultat aus diesem Eiertanz ist doch die Frustration. Du kannst jetzt wirklich daraus lernen.

Dein Lebensgefährte will nicht, macht dann doch halbherzig mit, wegen gesellschaftlicher Konventionen und dann die Rückzieher.

Frech ist es schon, deine Eltern dann zum Frühstück einzuladen.
Aber auch hier, zeigt er sozial erwünschtes Verhalten. Macht man halt so. Aber innerlich hat er absolut keinen Bock darauf.
Du hast jetzt die Chance sowas ab jetzt ernst zu nehmen.
Bei ihm erstmal, und dann bei deinen zukünftigen Partnern. Wenn ein Mann nicht will, dann will er nicht. Da kommt nix bei raus, wenn du mit Überredungskünsten ihm eine rosige Zukunft versprichst (Heirat, Kinder, Haus, Rasenmäher).

Du kannst niemanden dazu zwingen mit dir eine Beziehung zu führen. Ich vermute mal, ihr kennt euch noch nicht solange. Sagen wir mal 2 Jahre?
Und zusammenwohnen tut ihr seid 1 Jahr und du bist 25.
Du hast alles richtig gemacht! Das ist die gute Nachricht!
Jetzt weißt du Bescheid. Andere machen sowas jahrelang mit und beim Zusammenziehen kommt das böse Erwachen...
Von daher hast du noch nicht viel Zeit verplempert.

Du kannst auch mal über den Tellerrand schauen. In anderen Kulturen hätte dein Freund jetzt mal nix zu lachen. Da würden dein Vater und deine Brüder, Cousins usw. ihn mal fragen, was los ist!
Es gibt ja nach wie vor Gesellschaften, da wird nicht einfach mal wild darauf losgewohnt, da muss man vorher schon heiraten, wenn man die Braut möchte....Nur mal so als Denkanregung.
w 45
 
  • #22
Dein Fehler war lediglich deine Leichtgläubigkeit von letztem Jahr. Wenn ein Mann sagt, er glaube, die Gefühle reichen nicht aus, dann ist das höchstes Warnstufe und die Beziehung ist praktisch kaputt. Diesem Mann ist nie wieder zu trauen, denn er hat es geschafft, dir ein Jahr lang noch was vorzuspielen.
Ein liebender Mann sagt so etwas niemals! Auch nicht zum Spaß, denn das was er dir da gesagt hat, spiegelte sein intimstes, inneres Gefühl wieder, auf die du mit feinen Antennen hättest hören sollen.

Alles an Liebesschwüren was dieser Mann danach zu dir gesagt hat, kann man nicht mehr ernst nehmen. Untergründig schwingt immer etwas mit und er denkt immer an Trennung im Insgeheimen, bis zu einem gewissen Punkt, wo es ihm zu viel wird. Es ist für dich ein Ballace-Akt auf dem Drahtseil mit so einem Mann zusammen zu sein, du darfst dir praktisch nie was erlauben. Ob er bei dir bleiben will, ist immer von seiner Laune abhängig und wie du seiner Laune gerecht wirst. Ein falsches Wort, eine falsche Aktion, eine falsche Eigenart von dir und schwupp, der Mann denkt sich, "das ist die falsche Frau, ich muss nur noch weg."
Es ist nicht unmöglich, solche Männer lange bei sich zu halten, wenn man feine Antennen entwickelt und vorsichtig und distanziert diesem Mann gegenüber steht, aber es ist keine echte Liebe, sondern mehr ein Spiel, jemanden mit Manipulation für sich gewinnen zu wollen, der im Innersten einem nicht wirklich zugeneigt ist.

Das Problem ist eben, viele Männer äußern sich nicht über das, was sie wirklich wollen. Sie lassen sich mitziehen, auch in Sachen Wohnung, Ehe und Kinder und hauen dann irgendwann wortlos ab.

Mit anderen Worten, nach letztem Jahr hättest du ihm keinen Liebesschwur je mehr glauben dürfen. Wenn er dir was von Liebe erzählt hat, dann nur weil er ein momentanes Hochgefühl wegen einer anderen Sache hatte.

Entwickle also feine Antennen. Dränge einen Mann nie wieder zu etwas. Schaue, welche Ideen von ihm so kommen - ganz ohne was dazu beizutragen. Ein Mann, der von sich aus nie auf die Idee kommt, mit dir zusammenzuwohnen oder dich zu heiraten, bzw. deinen Schubser dazu braucht, der ist der falsche Mann!
 
  • #23
PLÖTZLICHE TRENNUNG, aus heiterem Himmel, ohne jegliche Vorwarnung. Nicht verständlich für einen normalen Menschen. Und normal ist das auch nicht. Denn es gibt Menschen, die können sich aus ihrer Prägung bzw. aus ihrer Bindungsstörung heraus nicht fest binden und bekommen genau da Angst, wo es wirklich fest und verbindlich werden könnte.
@Moona: mir erging es schon so. Es wurde nie etwas bemängelt oder angesprochen. Dann hätte man eine Lösung finden können. Ich bemerkte die Zeichen nicht. Plötzlich kam die Trennung. Mich hat der Schlag sprichwörtlich getroffen. Von jetzt auf gleich Schluss, ohne Vorwarnung.
Wie du habe ich auch streitende Eltern in der Kindheit gehabt und Verlustängste sind da. Er war eher Distanzler, der viel zeit für sich brauchte und mich emotional nicht an sich rangelassen hat. Er war unverbindlich.

Liebe FS,

ich kann dir auch nur raten dir das nochmal vor Augen zu führen. Wie ist seine Familie und wie ist deine? Die Eltern meines damaligen Freundes hatten keine gute Ehe, lieblos und der Mann sehr dominant und cholerisch. Ich hätte mehr darauf schauen können. Damals kannte ich mich mit Bindungsangst nicht aus.
 
  • #24
Und hier wird von Irina etwas angesprochen, dass ich leider auch bestätigen muß: bei Bindungsproblemen ziehen sich oft komplementär belastete Partner an wie hier: der Beziehungsängstler, Verlustängstler den Beziehungsvermeider. Und schon hätten wir da ein tragisches Gespann. Solche Sachen können manchmal sogar sehr lange und qualvoll gehen. Man denke an die ON-OFF-Geschichten.

Liebe Fragestellerin: wir suchen uns unbewusst oft die Muster aus, die wir aus unserer Kindheit her kennen. So war mein erster Mann jähzornig und garstig, mein zweiter war ein Bindungsvermeider. Ich bin durch eine harte Schule gegangen und habe erst mit 49 Jahren Glück gehabt. Wohl auch deshalb, weil ich mir klar gemacht habe, dass ich mich nur noch dann einlasse, wenn sich jemand ganz und gar für mich entscheiden kann. Und ich habe das Glück, dass mein Partner aus einer sehr gesunden und liebevollen Familie kommt.
 
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  • #25
Hi,

das in tut mir leid für Dich.

Ich denke, als er Dir vor einem Jahr eröffnet hat, seine Gefuehle würden nicht reichen.. Hättest Du die Koffer packen sollen. So eine Aussage soll man ernst nehmen.

Hätte er gesagt, dass er viel Zeit für sich braucht und DESHALB die eigene Wohnung behalten will etc..waere es was anderes.

Aber wenn die Gefuehle nicht reichen...geh besser! Es gibt bestimmt Männer die sich sicher sind Dich zu wollen.

An Deiner Stelle wuerde ich: Kontakt konsequent meiden. Ihn ueberall blockerieren. Jede Hoffnung aufgeben.
Und ueberlegen warum Du ihn auf Verbindlichkeit festnageln wolltest obwohl er ziemlich frueh seinen Unwillen aeusserte.

Nimm ihn nicht zurück. Vllt vermisst er Dich, wenn Du den Kontakt meidest. Er bequatscht Dich zu der weiteren Runde. Und merkt beizeiten wieder! dass er nicht weiss was er will.

Ich wünsche Dir viel Kraft!
 
  • #26
Nun dasselbe Dilemma, die Gefühle reichen nicht, und obwohl er fest entschlossen scheint, habe ich noch immer ein wenig Hoffnung, da er ja schon einmal so einen Rappel hatte...
Es ist ein ehrliches Statement seinerseits: Die Gefühle reichen nicht aus. D.h. konkret, es sind Gefühle für Dich da. Deshalb lässt er es laufen; und Du interpretierst dies als heile Welt.

Für den nächsten Schritt braucht es aber 100% Gefühle, und die sind nunmal nicht da. Sie kommen auch nicht.

Das mag auf den ersten Blick bitter für Dich sein, da Du der Part bist, der am Partner hängt. Es ist aber deutlich besser, Dich jetzt konsequent zu trennen, als eine zweifelhafte Beziehung fortzuführen, die dann später in die Binsen geht. Glücklich zusammenziehen, glücklich heiraten und Kinder in die Welt setzen geht nur mit einem Mann, der Dich zu 100% möchte.

Manche Damen nutzen zusammenziehen etc. in der Hoffnung, dass sich dann die Beziehung bessert oder "er sich ändert". Das ist aber Wunschdenken und keine Realität, sondern endet nicht selten in bitterbösen Trennungen.

Du bist mit 25 sehr jung und hast allerlei Möglichkeiten. Du kommst jetzt in Deine allerbesten Jahre, hast Erfahrungen gesammelt, hoffentlich ein Stück weit reflektiert. Das beste liegt noch vor Dir, sei Dir dessen bewusst!:)

m, 39
 
  • #27
Es ist nicht unmöglich, solche Männer lange bei sich zu halten, wenn man feine Antennen entwickelt und vorsichtig und distanziert diesem Mann gegenüber steht, aber es ist keine echte Liebe, sondern mehr ein Spiel, jemanden mit Manipulation für sich gewinnen zu wollen, der im Innersten einem nicht wirklich zugeneigt ist.
Die Beziehungen, die man mit Beziehungsvermeidern führen kann setzen eine enorme Leidensfähigkeit voraus. Idealerweise sucht der sich dann eine Partnerin, die Verlustängste hat bis hin zur abhängigen Persönlichkeitsstörung. Und dann verleugnet man sämtliche Wünsche und eigene Vorstellungen vom Leben, weil man Angst hat, damit den Beziehungsvermeider unter Druck zu setzen. Bis hin zur völligen Selbstverleugnung. Nur ja keine eigenen Bedürfnisse und Wünsche anmelden, nur ja nicht zu sehr präsent sein, sich am besten noch unsichtbar machen.

Sorry, was ist das für ein sch... Leben, das mich erwartet, wenn ich versuche, einem Beziehungsvermeider bei der Stange zu halten. Um das zu wollen, muß ich ja schon selbst gestört sein.

Ein gesunder Mensch ist für solche Sachen nicht anfällig.
 
  • #28
Die Beziehungen, die man mit Beziehungsvermeidern führen kann setzen eine enorme Leidensfähigkeit voraus. Idealerweise sucht der sich dann eine Partnerin, die Verlustängste hat bis hin zur abhängigen Persönlichkeitsstörung. Und dann verleugnet man sämtliche Wünsche und eigene Vorstellungen vom Leben, weil man Angst hat, damit den Beziehungsvermeider unter Druck zu setzen. Bis hin zur völligen Selbstverleugnung. Nur ja keine eigenen Bedürfnisse und Wünsche anmelden, nur ja nicht zu sehr präsent sein, sich am besten noch unsichtbar machen.

Sorry, was ist das für ein sch... Leben, das mich erwartet, wenn ich versuche, einem Beziehungsvermeider bei der Stange zu halten. Um das zu wollen, muß ich ja schon selbst gestört sein.

Ein gesunder Mensch ist für solche Sachen nicht anfällig.
Ich denke mal es funktioniert eher nach dem Schlüssel Schloss Prinzip. Menschen die in ihrer Struktur eher abhängig sind "funktionieren" gut mit "Distanzlern".
Ich schreibe das als klassische " Distanzlerin". Wenn jemand mich vereinnahmt bin ich sehr schnell ausm Spiel draussen. Stört mich aber garnicht wenn der Partner Ziele und Pläne hat die mit mir nix zu tun haben..das entlastet eher.

In gewisser Weise kann ich den Exfreunde der FS mit seinem Fluchtinstinkt verstehen, wenn er festgenagelt werden soll mit zusammen ziehen etc.

Ich wuerde hier es aber nicht unbedingt als Bindungsvermeidung deuten, da der Freund ja nicht sagte, dass es zu eng sei, sondern die Gefuehle nicht reichen. Das ist was anderes. Daran kann man schlecht arbeiten oder Kompromisse aushandeln wenn die Basis fehlt.

Daher..liebe FS..lass ihn ziehen..wuerde ich sagen.
 
  • #29
Ich denke mal es funktioniert eher nach dem Schlüssel Schloss Prinzip. Menschen die in ihrer Struktur eher abhängig sind "funktionieren" gut mit "Distanzlern".
Menschen die in ihrer Struktur eher abhängig sind unterwerfen sich den Ansprüchen des "Anderen" und ertragen die Nichterfüllung Wünsche. Das kann man funktionieren nennen.

Worte eines Distanzlers "Jeder ist für sein Gefühle selbst verantwortlich", daher wenn ich aus Angst vor dem Verlust der Beziehung jeden Konflikt vermeide, der den Distanzler scheu machen könnte bzw. selbst unter allen Umständen eine Trennung ausschließe bin ich nach Ansicht des Distanzlers selbst für mein Leiden verantwortlich während er seine Hände in Unschuld wischt.

Tatsächlich hat der Distanzler recht. Unrecht aber hat er wenn er behauptet, dass es moralisch ok ist, dependente Strukturen von "Helfer"-Menschen auszunutzen.

In gewisser Weise kann ich den Exfreunde der FS mit seinem Fluchtinstinkt verstehen, wenn er festgenagelt werden soll mit zusammen ziehen etc.
Den Nähewunsch andere Menschen in Anspruch nehmen um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und sich umgekehrten Wünschen per Flucht zu entziehen ist nichts anderes als Mensch auszunützen.

Wer das relativiert kann auch über einen Narzissten sagen, der lebt sich ja nur so aus wie er ist und seine Opfer sind für ihr Unglück ausschließlich selbst verantwortlich.
 
  • #30
Menschen die in ihrer Struktur eher abhängig sind unterwerfen sich den Ansprüchen des "Anderen" und ertragen die Nichterfüllung Wünsche. Das kann man funktionieren nennen.

Worte eines Distanzlers "Jeder ist für sein Gefühle selbst verantwortlich", daher wenn ich aus Angst vor dem Verlust der Beziehung jeden Konflikt vermeide, der den Distanzler scheu machen könnte bzw. selbst unter allen Umständen eine Trennung ausschließe bin ich nach Ansicht des Distanzlers selbst für mein Leiden verantwortlich während er seine Hände in Unschuld wischt.

Tatsächlich hat der Distanzler recht. Unrecht aber hat er wenn er behauptet, dass es moralisch ok ist, dependente Strukturen von "Helfer"-Menschen auszunutzen.



Den Nähewunsch andere Menschen in Anspruch nehmen um die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und sich umgekehrten Wünschen per Flucht zu entziehen ist nichts anderes als Mensch auszunützen.

Wer das relativiert kann auch über einen Narzissten sagen, der lebt sich ja nur so aus wie er ist und seine Opfer sind für ihr Unglück ausschließlich selbst verantwortlich.

Ich denke die von mir beschriebene Dynamik ist für beide ungesund.
Nähe ist ja im optimalfall ein beiderseitiges Bedürfnis kein Kuhhandel wo man den Partner " besitzt" ..was ich FS keinesfalls unterstellen will! Ich kenne sie ja nicht.

Klar ist es unmoralisch jmd zu benützen. Ich glaube aber, dass auch umgekehrt Menschen, die den anderen immer! ganz! für sich haben wollen, benutzen. Es geht ja auch dann ..wie beim Narzissten..nicht um den Partner sondern die eigene Bedürftigkeit.