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Wieviel Aufmerksamkeit und Zeit darf ich vom Partner verlangen?

Wir sind beide fast gleich alt, führen seit 1,5 Jahren eine Wochenendbeziehung (100 km Entfernung), die bisher sehr gut lief, haben auch schon größere Urlaube und Wochenendurlaube und viele sonstige Unternehmungen und Ausflüge gemacht. Wir verstehen uns gut, haben übereinstimmende Interessen und ähnliche Sichtweisen. Er hat eine super bezahlte Stelle in einem großen Unternehmen und muss zwar dafür auch Leistung bringen und oft bis nach 20 Uhr arbeiten, aber bisher war das nie ein Problem. Wir versuchen täglich wenigstens kurz zu telefonieren und das Wiedersehen ist immer sehr schön nach der Sehnsucht der Woche.
Eigentlich ein Glücksfall!
Doch nun treten Schwierigkeiten auf: Die Arbeitszeit ist weiterhin hoch. Jetzt kommt dazu, dass sich die Erkrankung seines Vaters rapide verschlechtert hat, dieser immer mehr Pflege benötigt und die Mutter bereits gesundheitlich angeschlagen. Nun muss er als Sohn natürlich auch für die Familie da sein und immer mal die Wochenenden oder ggf. feiertags zu ihnen fahren und helfen (große Entfernung!). Auch geht hin und wieder ein Wochenende für sein eigenes Hobby drauf, was ich aber akzeptiere, weil es ihm wichtig ist. Nur durch die gestiegenen Verpflichtungen fühle ich mich jetzt etwas vernachlässigt und frage mich, an welcher Stelle ich stehe. Wir brauchen ja schließlich die Wochenende und Feiertage auch für uns. Nehme ich mich zu wichtig? Habe ich zu wenig Verständnis für die Situation?
 
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Liebe Fragestellerin, mal die neuen Herausforderungen im Leben Deines Fernpartners außer acht lassend, frage ich Dich: welche Zukunftsvorstellungen habt Ihr Beide eigentlich?

1,5 Jahre zusammen und noch nicht darüber geredet, wie es weitergehen soll??
Hat er es nicht angesprochen, Du Dich nicht getraut zu fragen?
Wollt Ihr in fünf Jahren auch noch hin und her fahren??

Das scheint mir doch der eigentliche Punkt, der geklärt werden muß!

Fangt doch mal an, Nägel mit Köpfen zu machen, dann klärt sich Deine Frage.
 
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Eigentlich sollte man zusammen ein Leben leben oder nicht?

Wochenendbeziehungen sind für mich eigentlich nur sorglose Affären. Solange man nicht wirklich zusammen lebt, ist eigentlich immer alles ok, das ist wie ein Freund, nur das er weiblich ist, oder in deinem Fall männlich und man eben Sex hat.
Wenn ich meinen Kumpel am WE sehe und wir was machen ist es fast identisch wie so eine Beziehung, nur das wir eben kein Sex haben, logischerweise.

So etwas würde ich nicht wollen.
Soweit erstmal meine Ansicht zu so etwas.

Ansonsten sieht man hier wunderbar, das Karriere und Partnerschaft sich beißen. Wenn dann noch dazu ein Problem kommt, ist da eben fast nix mehr zu holen.
Wenn du soweit aber zufrieden bist, nun ja, dann musst du das eben hinnehmen.

Ich kann dir nur raten keinen Druck aufzubauen oder zu fordern. Dann wird es garantiert auf dich zurückfallen irgendwann und es wird dir leid tun, da er sich dadurch mehr und mehr unwohl fühlen wird.
Ausserdem würde ich ja eher zu einer echten Beziehung tendieren, also zusammenleben, aber da bleibt ja trotzdem der Faktor Zeit, der immer störend sein wird und Geld als so toll anzusehen.

Wäre es nicht schöner er hätte nur halb so viel und dafür 3x soviel Zeit?

Ok das willst du sicherlich nicht hören. Du bist verliebt und ich maße mir da ein urteil an. Dennoch wirst du es akzeptieren müssen, ihn evtl. sogar unterstützen, oder du wirst anfangen Gegen eure gemeinsame Richtung zu rudern und schon ist Ärger vorprogrammiert oder zumindest wird dich das einholen irgendwann.

So richtig glücklich scheinst du nicht zu sein, sonst würdest du gar nicht darüber nachdenken.
Lebe lieber ein Leben mit jemanden wirklich zusammen, das bringt am Ende wesentlich mehr Lebenfülle als diese Einzelkämpfersch....
Geld hin oder her, es ist nur Papier und niemals die Zeit wert, die man dafür opfert, die gibt es nicht obendrauf als Bonus.
 
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Ich denke, Du kannst/darfst so viel Aufmerksamkeit erwarten oder verlangen, dass Du Dich wohl fühlst.
Jeder Mensch hat eine gewisse Vorstellung von einer Beziehung, Träume, Ideale und Wünsche für die Zukunft.
In dem Moment, in dem Du feststellst:" ich wünsche mir mehr Zeit zu Zweit" - in dem Moment fühlst Du bereits einen "Mangel"!
Dann wird es Zeit mit dem Partner zu reden.
Habt ihr jemals über Eure Zukunft gesprochen?
Habt ihr dieselben Ziele?
Ich wage die These aufzustellen, dass eine Wochenendbeziehung NICHT bis zum "Sanktnimmerlandstag" geführt werden kann, da immer einer der Partner irgendwann MEHR möchte!
Eine Wochenendbeziehung sollte immer nur eine Zwischenlösung sein - aber niemals das Ziel!
Wichtig ist jedoch, dass BEIDE Partner dies so sehen, sonst wird es schwierig.

Dir bleibt keine andere Wahl als mit ihm zu sprechen!
Es ist natürlich schwierig einen solchen Job mit einer Fernbeziehung und mit weiteren familiären Verpfllichtungen zu verbinden.
Allerdings müssen dann andere Bedinungen geschaffen werden, wie evtl. eine gemeinsame Wohnung (natürlich muß einer der Partner seine gewohnte Umgebung verlassen)!
Kann er sich das jedoch nicht vorstellen und möchte das alles einfach so weiter laufen lassen, dann mußt Du Dich fragen, ob Du auf Dauer mit dieser Situation leben kannst und damit zufrieden bist, immer nur die 5.Geige zu spielen.

Ich schreibe aus leidiger Erfahrung!
Mein Freund wohnt nur 20 Minuten von mir entfernt, hat eine 60 Std.Woche, eine Mutter im Pflegeheim (die noch von 2 weiteren Geschwistern betreut wird) und 2 Mietwohnungen, die er alleine verwaltet.
Eine dieser Verpflichtungen schreit immer nach ihm und leider stehe ich meist hinten an:(!
Ich mache das jetzt über 2 Jahre mit und langsam bin ich es leid, immer nur am Wochenende 24 Stunden pro Woche eine echte Beziehung zu führen, wo er mich physisch in den Arm nimmt und mich physisch küsst und nicht nur am Telefon!
Wir werden nun bald unser Gespräch führen (auf meinen Wunsch), denn ich bin nicht länger bereit diese "NAH und doch SO FERN-Beziehung" zu führen.
Sollte er mir keine Zukunftsperspektive anbieten, dann werde ich mich trennen.
Ich wünsche Dir viel Glück, lieeb FS!
w.
 
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Klingt doch alles recht normal. Interessant wäre noch die Frage, welches Hobby er hat und ob ihr es nicht zusammen ausführen könnt.
 
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Hier wird vom Mann wieder einmal nichts Geringeres gefordert als die Abschaffung der Realität zugunsten weiblicher Erwartungen. Welchen Teil seines Lebens soll er denn wegstreichen, damit mehr Zeit für Dich bleibt? Soll er sich einen neuen Job suchen und dafür finanzielle Abstriche in Kauf nehmen? Soll er seine Eltern im Stich lassen? Und das alles für ... Freizeit mit Dir? Glaubst Du, er würde sich wohl fühlen dabei?
 
Liebe Fs,

wie heissts so schön? In guten wie in schlechten Zeiten.

Willst Du eine Schönwetterbeziehung? Dann geh.

Willst Du eine in der beide zusammen durch Dick und Dünn geht dann unterstütze Ihn jetzt. Was spricht denn dagegen wenn Du Ihn an den Familienwochenenden begleitest und mithilfst? DAS würde ich darunter verstehen (Für meine Liebste war das überhaupt keine Frage, genausowenig wie für mich). Eine gute Beziehung hält das nicht nur aus sondern strärkt es sogar.

Was würdest Du Dir vom PArtner wünschen wäre es Dein Vater?..... Eben!

@2
Wochenendbeziehungen sind für mich eigentlich nur sorglose Affären
... Yo, und alle die ein naderes Lebensmodell haben sind gestört...

Was soll der Unsinn? Eine FB kann genauso intensiv sein wie jede andere auch und auch wenn der PArtner nur ein Eck weiter wohnen sollte wäre es nach 1,5 Jahren noch nicht soweit zusammen zu ziehen. Das ist einfach nur ein schlechtes Argument.

Klar, und das ist natürlich auch für die FS wichtig- will Sie demnächst mehr Nähe ist sicherlich ein Umzug einer der beiden Partner zu erwägen- oder wenn beide Ortsgebunden arbeiten und nicht wechseln wolleneine Bleibe auf halbem Weg. 50km jeden Morgen machen Tausende von Berufstätigen.

Liebe#3
Da ich ebenfalls eine FB hatte kann ich Dir sagen- genau das ist der Weg, es muss die Perspektive zu einem gemeinsamen Leben geben. Wir haben das nach einem guten Jahr Thematisiert und nun auch umgesetzt. Schöööön. Ich wünsche Dir dass dies auch Dir gelingt.
 
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w,38
Ich sag mal so, wenn man eine WE Beziehung hat muss man sie halt mangels anderer Optionen leben. Unsere Entfernung ist auch so an die 100km, er kann seinen Job mangels Stellen in meiner Umgebung nicht wechseln, ich habe ein Haus selbst vor 1 Jahr als Single gebaut, d.h. dass mit der halben Entfernung ist auszuschließen. Facit: Er ist ortsgebunden auf Grund des Jobs, ich bin ortsgebunden auf Grund meines neu gebauten Hauses. So werden wir wohl die nächsten 30 Jahre getrennt leben und uns so an die 2-3mal im Monat sehen. 2 Wochen im Sommer verbringen wir den Urlaub gemeinsam und 1 Woche im Winter. Ein wenig geben mir in letzter Zeit seine Gedanken zu denken. er meint, er fühle sich mehr als Einzelkämpfer, denn in einer Partnerschaft. Aber irgendwann sind wir ja mal in Pension und dann könnten wir ja zusammenziehen.
 
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Da versteh´ einer die Frauen. Da ist ein prima Mann der beruflich erfolgreich ist, ein soziales Gewissen hat und Verantwortung übernimmt. Und auch an diesem Musterknaben wird herumkritisiert.
 
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Ja, Du verlangst zuviel. Er hat sich die Probleme neben dem Job auch nicht ausgesucht.
Und 100 km entfernung ist ja auch keine Welt. Das haben Andere als täglichen Arbeitsweg.
Du könntest also auch mal unter der Woche zu ihm fahren.
Frage besser, wie Du ihm helfen kanst, als zu jammern.
Vom Partner darf man keine Zeit oder Aufmerksamkeit verlangen. Man bekommt sie geschenkt oder nicht. Ein Anspruch besteht nicht, auch wenn er wünschenswert wäre.
 
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Immer wieder muss ich mir den Kopf schütteln,wenn ich hier lese mit welchen Tatsachen manche Frauen sich hier rumquälen und sich abfinden und was für Fragen sie hier stellen. Für nichts in der Welt möchte ich Ersatzrad sein oder die 2. Geige innerhalb einer Partnerschaft spielen! Auf so etwas würde ich mich überhaupt nicht einlassen, nach einem Jahr muss Klarheit herrschen, ansonsten ziehe ich mich zurück. Wenn alles andere Wichtiger ist, als die Partnerschaft, so ist es keine Partnerschaft! Dann sollen sie eben Partnerschaft mit dem Hobby oder mit den Eltern haben, jedoch nicht mit mir. Das sollen sie vorher überlegen. Habe einige Frauen mit solchen Ausreden - Argumenten in die Wüste geschickt, da die Karriere eben wichtiger war und an 1. Stelle stand. m/35 Akademiker promov.
 
Willst Du eine in der beide zusammen durch Dick und Dünn geht dann unterstütze Ihn jetzt. Was spricht denn dagegen wenn Du Ihn an den Familienwochenenden begleitest und mithilfst? DAS würde ich darunter verstehen (Für meine Liebste war das überhaupt keine Frage, genausowenig wie für mich). Eine gute Beziehung hält das nicht nur aus sondern strärkt es sogar.

Was würdest Du Dir vom PArtner wünschen wäre es Dein Vater?..... Eben!

Meine volle Zustimmung.

@FS:
Du solltest ihm wirklich Deine Unterstützung anbieten. Der arme Kerl hat doch gerade alle Hände voll zu tun und weiß nicht wo hinten und vorn ist. Hilf ihm und Du bekommst auch einen Einblick in die Situation seiner Eltern und in seine tatsächliche Belastung. Nur dann kannst Du ihm bei möglicherweise anstehenden Diskussionen und Entscheidungen (Umzug der Eltern, pflegerische Unterstützung, ggf. Verkürzung der Arbeitszeit und Gespräche mit seinem Chef,...) eine echte Partnerin und Unterstützung sein.
 
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Wenn alles andere Wichtiger ist, als die Partnerschaft, so ist es keine Partnerschaft! Dann sollen sie eben Partnerschaft mit dem Hobby oder mit den Eltern haben, jedoch nicht mit mir. Das sollen sie vorher überlegen. Habe einige Frauen mit solchen Ausreden - Argumenten in die Wüste geschickt, da die Karriere eben wichtiger war und an 1. Stelle stand. m/35 Akademiker promov.

Es geht um die ELTERN und nicht um "alles andere" und auch nicht um die Karriere oder gar ein Hobby. Du bist noch recht jung und nicht in dem Alter, in dem man Eltern hat, die auf Hilfe angewiesen sind. Eines Tages wirst du wohl auch in die Lage kommen und wirst froh sein, wenn du dann eine Partnerin hast, die dir zur Seite steht. Und du wirst wahrscheinlich eine Partnerin haben, die sich um alte Eltern zu kümmern hat und auf dein Verständnis und auf deine Hilfe hofft.
 
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