• #31
Da ihr vorher sehr lange eine Fernbeziehung geführt habt, hat sich vielleicht dieser "ich lebe allein"-Stil nun auch fortgesetzt, wo ihr zusammenwohnt. Getrennt fernsehen - klar, jeder hatte früher immer die Hoheit über das Programm und findet das normal. Und anscheinend gibt es keine großen Schnittmengen, was die Fernsehvorlieben angeht.
Getrennte Schlafzimmer finde ich gut und richtig. Wenn man allein besser schläft, also ungestörter, geht das ja nicht anders oder eben nur in Ausnahmefällen.
Viele Bekanntschaften habe ich leider auch nicht.
Ist nicht schlimm, wenn Du nicht von ihr erwartest, dass sie diese ganzen nötigen Kontakte ersetzt oder ihr ihre neidest. Wenn Du selbst viel Zeit allein brauchst, kannst Du die ja dann nutzen, wenn sie ihren Kontakte pflegt.
Sie hat ein sehr großes Bedürfnis nach Ruhe, und sobald ich sie bei Ihrem Abendprogramm störe, weil ich ihr eine allgemeine Frage stelle, geht sie beinahe an die Decke
Finde ich seltsam. Anscheinend fühlt sie sich durch Deine bloße Gegenwart erstickt, weil sie entweder nur denkt oder es wirklich so ist, dass Du eine Art Sog ausübst. Sie soll mehr bei Dir sein, Dir mehr Aufmerksamkeit widmen, es soll sich in ihrem Leben alles so um Dich drehen, wie es sich in Deinem Leben um sie dreht. Und dann erzeugt das ein schlechtes Gewissen bei ihr, dass sie es Dir nicht geben will und kann, was wiederum Druck bedeutet.

Wir streiten uns wegen Belanglosigkeiten, weil ich zB nichts vorzuschlagen habe, was wir essen wollen.
Warum nicht? Weißt Du wirklich nichts oder willst Du nichts sagen, weil Du selbst nicht kochen willst und schlecht ihr sagen willst, was sie dann kochen soll? Ich fand gemeinsam kochen immer schön, wir haben dann zusammen das Gemüse geschnitten und manchmal habe ich dann allein gekocht und er war nur dabei und wir haben gealbert.

Das bringt mich auf den Gedanken, dass wenn man eine FB führt, man immer denkt, man muss was Besonderes bieten oder geboten kriegen, wenn man sich besucht. Aber wirklichen Alltag gibt es eher nicht. Wenn man dann zusammenzieht, ist vielleicht immer noch die Erwartung da, dass der andere ansagt, was gemacht wird wie damals, als man ihn besuchte? Wohnt ihr jetzt in IHRER Stadt oder zumindest näher als an Deiner, so dass Du immer noch das Gefühl hast, dass sie sagen sollte, was zu unternehmen sei? Immer der, der heimisch ist, hat ja die Bekannten auch vor Ort, mit denen man sich trifft, er kennt sich auch besser aus. Vielleicht ist das Dein Grundgefühl mit ihr? Kann selbst dann da sein, wenn ihr nicht in ihre Stadt gezogen seid, aber Du denkst, nur wegen ihr wärst Du jetzt in dem Haus. Also soll sie auch dafür sorgen, dass es Dir dort gut geht?
 
  • #32
Hallo
Ich finde es überhaupt nicht schlimm, dass Du keine Hobbys hast. Man muss keine Hobbys haben, um interessant zu wirken. Man kann Interessen haben, die man nicht unbedingt als Hobby bezeichnen könnte und es ist völlig ausreichend.
Ich finde es nicht schlimm, dass Du ab und an nicht weisst, was Du essen willst. Die meisten Paare fragen sich täglich "was essen wir heute". Es gibt mittlerweile sogar Witze darüber.
Ihr passt nicht zusammen. Das ist es.

Ich freue mich wenn ich meinen Partner bei mir habe und fühle mich eigentlich nie eingeengt. Im Gegenteil, ich genieße seine Anwesenheit. Ich habe das Glück einen Partner gefunden zu haben, der meine "Anhänglichkeit" akzeptiert
 
  • #33
Sie hat ein sehr großes Bedürfnis nach Ruhe, und sobald ich sie bei Ihrem Abendprogramm störe, weil ich ihr eine allgemeine Frage stelle, geht sie beinahe an die Decke.

Sie hat wohlbemerkt ein Bedürfnis nach Ruhe vor dir. Sie findet das Abendprogramm zu zweit vor dem Fernseher wie ein älteres Ehepaar langweilig, sinnentleert und entwürdigend, und beschäftigt sich stattdessen lieber mit sich selbst, weil sowas als Paarzeit, dafür ist ihr ihre Zeit zu schade. Ich fühlte mich in früheren Beziehungen abends nie zu erschöpft für ein außerhäusliches Abendprogramm, die Aussicht ausgeführt zu werden oder den Abend anderswo zu verbringen beflügelte eher und schuf wie aus dem Nichts neue Kraftreserven, und der nächste ruhige Abend war mir dann erst recht eine Freude.

Spontaneität und Neues ausprobieren sind Dinge, die euch fehlen, ich wette, alles ist genau vorhersehbar und euer Alltag genau durchstrukturiert. Sie ist, was deine Inaktivität betrifft, bereits jenseits von Gut und Böse und fordert endlich Stellung von dir. Du reagierst defensiv-nachdenklich und lässt die Flügel hängen, hast null Freude, die du in die Beziehung einbringen kannst um das Ruder herumzureißen. Nur Lippenbekenntnisse, dass du sie liebst, aber aufraffen kannst du dich höchstens zum Streit aber nicht zur Tat.

Entführe sie doch mal abends spontan zu einer Aktivität, das ist Neuland für einen Stubenhocker wie dich und sicher nervig, aber es geht darum, sich erstmal darauf einzulassen und auch um einen Versuch, die Beziehung zu retten. Sonst hat es sich ausgeliebt und ihr müsst wirklich getrennte Wege gehen.
 
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