G

Gast

Gast
  • #1

Wieviel Verständnis - bezüglich seiner Vergangenheit - kann man von einen neuen Partner erwarten?

Ich bin w/43 und mein Mann ist vor zwei Jahren verstorben. Er bat mich kurz davor, mir wieder jemanden zu suchen und nicht immer alleine zu bleiben. Es geht mir wieder besser und ich will auch wieder eine Beziehung. Habe auch schon Männer kennengelernt, aber immer wenn sie das hören oder lesen, das ich verwitwet bin, machen sie einen Rückzieher. Dabei kann ich es auch nicht verschweigen. Es fängt schon damit an, das ich meinen Geburtstag nicht feiere, weil es genau zu meinem Geburtstag verstorben ist.Was soll ich tun? Ich möchte wieder einen Neuanfang, mit jemanden zusammen sein ... auch Frau sein dürfen, Spaß haben und durch Höhen und Tiefen gehen. Kann damit keiner umgehen? Ich muss es doch auch.
 
G

Gast

Gast
  • #2
Ich kann dich gut verstehen. Ich bin selbst Witwe und habe das Gefühl das die Männer sobald sie im Profil verwitwet lesen weiterklicken. Ich bin seit 5 Wochen hier,hatte 52 Interessenten die mein Profil besucht haben aber keine Anfrage.Ich frage mich auch ob das der Grund sein könnte!?Aber warum?
 
G

Gast

Gast
  • #3
Meinst Du wirklich,dass die Männer einen Rückzieher machten, nur weil Du verwitwet bist?
Du bist Anfang 40 - in diesem Alter sollte MANN wohl wissen,dass die Frau eine Vergangenheit hat,sofern sie die letzten Jahre nicht wie Dornröschen hinter einer Hecke verschlafen hat.
Bleibe optimistisch!

w/45/verwitwet
 
G

Gast

Gast
  • #4
Kürzlich hatte ich (w)
erst wieder einen Kontakt, bei dem ich dann meinen Familienstand "verwitwet" offenbart habe. Dieser Schicksalsschlag liegt schon über 4 Jahre zurück. Reaktion und das gängige Denkschema ist, dass die Witwe den potentiellen "Nachfolger" am Verstorbenen mißt und Vegleiche zieht, dem Verstorbenen noch emotional in Erinnerungen nachhängt.
 
G

Gast

Gast
  • #5
Bin bei EP auch schon auf Männerprofile gestoßen, die relativ jung verwitwet waren. Vielleicht könnte das EP Team das unter Suchkritierien so einstellen, dass sich Gleichgesinnte hier treffen. Glaube aber nicht, dass dies das Ausschlagkriterium für Absagen ist. Denn, keiner ist "geschützt" und es kann jeden treffen. Alles Gute.
 
G

Gast

Gast
  • #6
Leider ist es in unserer Gesellschaft so, dass Tod und Trauer Tabuthemen sind . Du hast doch sicherlich auch nach dem Tod Deines Mannes die Erfahrung gemacht, das es Menschen gibt, die mit diesem Thema umgehen können oder nicht. Ich bin ebenfalls verwitwet und blicke auf sehr leidvolle Erfahrungen zurück, selbst die besten Freunde waren erst sprachlos und dann verschwunden. Als "Berührte" merkst Du doch sehr schnell, bei wem der Verstorbenen noch seinen Platz haben darf und bei wem nicht. Er ist doch ein großer Teil der eigenen Lebensgeschichte.
Die Berührung mit dem Tod hat mich gelehrt, zu unterscheiden, gerade in der Begegnung mit Menschen. Wenn jemand nicht in der Lage ist, das Thema Tod zu berühren, ja.....Armes Menschlein, irgendwann ist jeder damit konfrontiert.
Für mich käme nur ein neuer Partner in Frage, der diesen Teil wichtigen Teil des Lebens auch
"annehmen und mitleben" kann.
Vielleicht ist es für Dich möglich Deinen Geburtstag an einem anderen Tag zu feiern oder Dir die Freiheit zu geben, ihn ganz anders zu begehen. Dein verstorbener Mann möchte doch sicherlich, dass es Dir auch an seinem Todestag "gut" geht.
Ich lade z.B. am Todestag meines Mannes immer Freunde ein und es tut mir und den Freunden gut. Mein Mann ist dann mitten unter uns, wir lachen, freuen uns und erinnern uns seiner und ich weiß, Er - auf der anderen Seite - ist auch glücklich.
Ein potenieller Partner benötigt erstmal den Mut das Thema Tod zuzulassen, dann die Empathie für Dein erlittenes Leid und dies vielleicht auch zu würdigen. Im Rahmen einer Beziehung braucht er die Größe den Verstorbenen "kennen lernen" zu wollen ( das erzählt ja auch etwas über Dich, heißt ja auch nicht, dass Du andauernd von ihm sprichst) und ihn mit in "Euer Gemeinsames Leben" zu integrieren. Alles in Allem kein leichtes Unterfangen, es bedarf dann schon eines reifen, tolernaten Menschen.
Schau Dich mal um bei www.verwitwet.de. Da gibt es auch die Möglichkeit einen neuen Partner kennen zu lernen.
Ich wünsche Dir alles Gute!
 
  • #7
Ja, die Situation von Witwen ist sehr traurig und kritisch. Sehr viele haben Schwierigkeiten, wieder einen Partner zu finden. Viele hängen innerlich eben doch noch am verstorbenen Partner, der neue muss sich an ihm messen lassen, der verstorbene Partner ist anders als ein Ex immer noch liebevoll in den Gedanken und man will sich gar nicht von ihm wirlich verabschieden und es endgültig verarbeiten. Mit dieser gedanklichen Nähe des verstorbenen Partners kommen viele neue Partner nicht klar und ganz ehrlich, für mich wäre das auch gar nichts. Das fühlt sich einfach falsch an, wenn da noch eine geliebte, verstorbene Partnerin in den Gedanken des neuen Partners vorhanden wäre.

Deinen Geburtstag nicht zu feiern ist zum Beispiel durchaus nachvollziehbar, aber dadurch wird auch der neue Partner immer an Deinen verstorbenen Partner denken müssen und leiden. Das ist keine Basis für eine frische, neue Partnerschaft.
 
  • #8
Der Familienstatus "verwitwet" ist sozusagen der "schlimmste" von allen Status. Vor allem in deinem Alter ist jedem klar, Fragestellerin, dass dein Exmann keines natürlichen Todes gestorben ist. Man unterstellt deswegen, dass die Verarbeitung einer solchen Zwangstrennung ganz besonders lange dauert oder vielleicht sogar gar nicht folgenlos überwunden werden kann. Es gab in diesem Forum bislang nur wenige Threads zu dem Thema, aber in fast allen wurde von Fragestellern berichtet, dass dieses Vorurteil in ihren Fällen Realität war. Ich erinnere mich an einen Fall, in dem ein Witwer noch den Hochzeitstag der Ehe feiern wollte, obwohl seine Ex-Frau ja schon verstorben war.

Es ist daher verständlich, dass sich viele vor Enttäuschungen schützen wollen und sich von dir distanzieren. Das liegt aber nicht an diesen Menschen, sondern an den vielen schwarzen Schafen. Das einzige, was du dagegen tun kannst, ist, nicht von dir aus auf deinen Ex-Partner zu sprechen zu kommen. Dann kommt das Thema vielleicht gar nicht auf, dass du Witwe bist. In einer Online-Partnerbörse kannst du es natürlich schwerlich verbergen, aber vielleicht suchst du hier ja gar nicht.
 
G

Gast

Gast
  • #9
Ich denke das problem ist, daß die Fragestellerin das know how für eine glückliche Beziehung hat. Das haben viele nicht, vor allem nicht die geschiedenen Männer mit Ex - Frauen und Kindern. Wenn nun gefrusteter Mann und Frau mit know how für eine glückliche Beziehung aufeinander treffen, sollte das know how im Vordergrund stehen - so stark sind aber die wenigsten.

Sei froh, daß Du Abschied hast nehmen können. Ich hab erst dieser Tage mit einer Frau (33) zu tun gehabt, die hatte das Glück nicht. Ihr Mann ist einfach am Morgen tot neben ihr aufgewacht und es konnte keiner feststellen, warum. Das macht es ungleich schwieriger für sie und damit auch für den Partner, sie hat dann Haus verkauft und ist mit den Kindern wo anders hingezogen.

Als Mann verstehe ich nicht, wie man diese Dinge ausblendet. Nur weil sie schöne und glückliche Zeiten erlebt hat, zählen die nicht mehr ? Den Lebensgenuß und das Glück, das sie empfand und all was sie am Leben genoß, darf sie nicht mehr erleben nur weil ein neuer Partner da ist ? In meinen Augen Unterdrückung pur.

Du kannst nun die Schuld bei Dir suchen - aber Du kannst nix dafür - oder einfach sagen "Wenn sie so sind dann sind sie so - ich finde den Richtigen". Das aber setzt voraus, daß du an Dich glaubst, daran daß Du jemanden finden wirst und verdient, der Dich liebt, vielleicht nicht genauso, aber ähnlich und anders.

Kann es sein, daß es daran etwas hapert ? Du schreibst "mein Mann" und nicht "mein verstorbener Mann" .... ?
 
G

Gast

Gast
  • #10
# 5 Frederika schreibt:
"Mit dieser gedanklichen Nähe des verstorbenen Partners kommen viele neue Partner nicht klar und ganz ehrlich, für mich wäre das auch gar nichts."

Vermutest Du hier oder weißt Du worüber Du schreibst,weil Du es erlebt hast?
Sind für mich zweierlei Schuhe.

Mein Mann starb als ich 32 Jahre alt war.Nach ca.3 Jahren lernte ich einen Mann kennen,der über genügend Selbstbewusstsein verfügte,mit mir als FRAU und nicht vordergründig als WITWE eine liebevolle Beziehung einzugehen.
 
  • #11
@#9: Was hat denn das mit Selbstbewusstsein zu tun? Wer eine Witwe ablehnt, will sich damit vor einer vermeintlichen Enttäuschung schützen, nichts anderes. Dass das im Einzelfall natürlich von der Witwe als "unfair" empfunden werden kann, das ist klar. Aber hier kann man doch kein mangelndes Selbstbewusstsein unterstellen!
 
G

Gast

Gast
  • #12
Verstehe ich das richtig!?
Männer bevorzugen eher eine 3x Geschiedene gegenüber einer Witwe?
Wenn man als Familienstatus ehrlich - verwitwet- angibt,fällt man durch das Raster?
Danke,nun weiß ich,dass ich meine meine Mitgliedschaft definitiv nicht verlängern werde.
 
  • #13
@#9: Nein, das hat mit Selbstbewusstsein nichts zu tun. Wenn mein neuer Partner noch an Geburtstage des Ex, Hochzeitstage mit dem Ex, die Familie des Ex und so weiter gerne denken würde, dann wäre ich entsetzt -- aber bei dem verstorbenen Partnerin eines Witwers sollte ich das akzeptieren? Ich glaube, Paarbeziehungen sollten genau 1:1 sein. Aufrichtige Liebe und fertig. Witwer/Witwen dagegen haben oft noch den verstorbenen Partner liebevoll im Herzen -- daran ist grundsätzlich nichts falsch, aber für den neuen Partner ist dies eine harte, schwer erträgliche Situation, die man sich gerne erspart, falls man die Wahl hat.

@#11: Ich vermute, dass Du in dieser Situation erst recht auf Onlinedating setzen solltest, weil die Ablehnung im Reallife keineswegs geringer sein wird.

Andere Aspekte: Manche Witwen tragen noch den Ehering. Manche gedenken noch früherer Hochzeittage. Manche stellen noch Bilder vom verstorbenen Partner in der Wohnung auf. Manche verwahren noch Kleidung und Eigentum des verstorbenen Partners. -- Wer solche Dinge macht, muss sich echt nicht wundern, wenn Kandidaten kopfschüttelnd vondannen ziehen.
 
G

Gast

Gast
  • #14
Hallo Zusammen, ich finde das Thema interessant, da ich gerade mit einem Witwer von EP zu tun hatte und eigentlich auch sehr gezielt nach diesem Status suchte. Ich (w) habe zwei Kinder und mein Mann hat mich und die Kinder-naja zugegebenermaßen nicht ganz ohne mein Zutun- verlassen. trotzdem finde ch das feige und hätte und habe einiges getan, ihn zurück zu erobern. Mich interessieren diese ganzen Typen, die ihre Ehefrauen und Kinder haben sitzen lassen nicht. Ich wollte gezielt einen Witwer. ich fand ihn-HIER! Fand ihn sympathisch. Es war mein erster Kontakt und mein erstes Date. Alles Bestens-Schmetterlinge, stundenlange Telefonate, e-MAils, Sms etc. Bis ja- als erstes glaube ich mir deutlich wurde, wie sehr die verstorbene Frau im Hintergrund eine nicht zu unterschätzende, auf dem Sockel stehende Position einnahm. Am Ende, nach ca. 2 heißen Monaten kam er selbst zu dem Schluss, dass der Anstand zu seiner Frau noch nicht groß genug sei.... Da kann man (Frau) natürlich machen was man will, chancenlos. Hmmm, es gibt sicherlich kein Rezept im umgang mit Verwitweten, aber ich denke letztendlich muss nicht nur die Chemie stimmen sondern auch die Bereitschaft und Toleranz da sein, den Anderen so anzunehmen, wie er nun einmal ist.
 
G

Gast

Gast
  • #15
Hallo hier bin ich - die Fragestellerin- und ich hatte nicht mit so einer großen Resonanz gerechnet. Erstmal vielen vielen Dank.Um das klar zu stellen, mein verstorbener Mann hat sich nicht das Leben genommen, er hatte eine schwere Herz - OP im März und er hat mir am 2.9. noch früh gratuliert und ist dann völlig unverhofft um 11.25 verstorben.

Ich weiß, er möchte das ich wieder glücklich bin und ich möchte es auch.

LG
 
G

Gast

Gast
  • #16
Liebe Fragestellerin,

mein man ist mit 35 Jahren ganz plötzlich verstorben.

Ich kenne alle die - auch hier vorgebrachten Vorurteile gegen verwitwete Menschen und mittlerweile kann ich darüber schmunzeln ...

Wieviele getrennte (ohne je verheiratet gewesen zu sein), getrennt lebende und geschiede Menschen haben ihren Partner innerlich nicht losgelassen!! Sie messen jeden neu in ihr Leben tretenden potentiellen Partner an ihrem Expartner (ihrer 'ersten großen Liebe'), trauern am Tag des Kennenlerns/Geburtstag des Expartners, haben Bilder und Dinge aufbewahrt ........

Dies ist nichts, was spezifisch verwitweten Menschen zu eigen ist. In unserer Selbsthilfegruppe habe ich mehr verwitwete Menschen kennengelernt, die obwohl sie ihre Partner aufrichtig liebten, deren Tod verarbeitet haben und weniger Altlasten, als die Getrennten und Geschiedenen haben, die im real life herumlaufen.

In dem Sinne sollten sich einige SchreiberInnen hier fragen, ob ihnen durch ihr Brett vor dem Kopf nicht doch einiges entgeht!

Einen Trost habe ich für Dich, Fragestellerin:
Etliche mit Vorurteilen behaftete Menschen, sortieren Dich von vorn herein aus, bzw. kontaktieren Dich aus Bequemlichkeit/Oberflächlichkeit erst gar nicht - Dir werden hier im Vorfeld schon einige Enttäuschungen erspart.
Es gibt Menschen, die sich davon nicht abhalten/abschrecken lassen :)

<MOD: Pauschale Diskriminierung der Teilnehmer nicht gestattet!>
 
G

Gast

Gast
  • #17
Liebe Diskussionsfreunde und Freundinnen,
ein früher Tod scheint ja richtig viele Phantasien auszulösen, über Umstände des Todes. Kann sich der Mensch mit seiner Spekulation nicht vorstellen, dass es auch junge Menschen gibt, die gehen müssen? Ich finde den Beitrag absurd, verletztend und unverschämt!!! In meiner Trauergruppe vor 4 Jahren saßen junge Frauen von 30 + 35 Jahren, deren Männer alle an Krebs verstorben waren. Nicht nur Alte sterben!!

Liebe Fragestellerin, ich danke Dir ausdrücklich für die Eröffnung dieser Diskussionsrunde und danke der Schreiberin, die über ihre die Länge der Mitgliedschaft nachdenkt.

Als Selbstbetroffenen bin ich der Ansicht, dass man nach gelungener Trauerverarbeitung, selbst wieder spürt, wann das Herz wieder frei ist. Trotzdem bleibt der Verstorbenen natürlich teil meines Lebens. Im Gegensatz zu Geschiedenen hattte ich kein Einfluss auf die Trennung und natürlich verbindet mich die Liebe noch mit dem Verstorbenen. ABER die Liebe ist etwas so großes, dass ich mich auch einem anderen Menschen liebend anvertrauen kann OHNE ihn andauernd mit dem Verstorbenen zu vergleichen. Klar besteht darin eine Gefahr, aber das ist mein Part als Verwitwete, darauf zu achten den Verstorbenen an seinem Platz zu lassen und den neuen Partner nicht damit zu erschlagen. Auch der Verstorbenen war nicht fehlerlos! UND: Gerade auf dem Hintergrund der Erfahrung von Endlichkeit gehe ich vielleicht viel großzügiger und bewußter mit der neuen Beziehung um. LG
 
  • #18
Liebe FS,
abgesehen davon daß es nicht zwingend an Deinem Status als verwittwete liegen muss, kann tausend andere Gründe haben wieso die ersten 50 Besucher nicht angefragt hatten.

Bist Du Dir sicher schon wieder für eine neue Liebe bereit zu sein? 2 Jahre sind für länger verheiratete und dann geschiedene so die Zeit nach der Sie wieder dazu bereiit sind. Und da hat ein Prozess des entliebens stattgefunden. Das ist bei verwittweten nicht der Fall, Dein verstorbener Mann wird hoffentlich immer einen Platz in Deinem Herzen haben. Ob es wieder gross genug ist dass dann noch ein neuer Mann Platz hat kannst nur Du wissen, ich denke aber daß es noch Zeit braucht.

Meine Liebste ist ebenfalls verwittwet (Unfall), Sie hatte nach 5 Jahren den ersten Versuch gemacht und recht schnell feststellen müssen dass es noch nicht geht. Nun, wetere 4 Jahre später gehts. Und es ist nicht so dass noch Bilder rumhängen würden, es ist eine andere Wohnung, Sie denkt nur noch selten an Ihn und Ich habe viel Platz in Ihrem Herzen. Er steht auch nicht auf einem Sockel, ich muss nicht mit Ihm konkurrieren. Dennoch gibt es immer noch manche Situationen in denen das Trauma wieder hochkommt. Damit können viele nicht umgehen, ist auch für den neuen Partner nicht einfach.

Also denke ich Du musst in Dich gehen und für Dich klären ob Du wirklich schon soweit bist einen neuen Mann in Dein Leben zu lassen und Ihn auch nicht das Gefühl zu geben "nur" Ersatz zu sein. Wenn das tatsächlich so ist, dann musst DSu es eben auch so kommunizieren.

@13 Sorry, was ist denn das für ein Unsinn? Geschiedene Männer sind doch nicht alle unfähig oder haben Frau und Kind schmählich verlassen. In 80% reichen die Frauen die Scheidung ein! Es lebe das Vorurteil!
 
G

Gast

Gast
  • #19
Hallo,
ich schildere hier einmal, wie es mir (w, 54, geschieden) im letzten halben Jahr ergangen ist. Ich habe hier bei EP einen Witwer kennen und lieben gelernt (7 Monate nach dem plötzlichen Tod seiner Frau). Wenn ich die Beiträge der Frauen lese, dann kann ich heute viele davon gut verstehen, denn es war auch für mich als "Nachfolgerin" an der Seite dieses Mannes gelegentlich sehr grenzwertig: es dauerte 3 Monate, bis er seinen Ehering ablegte und bis heute steht "ihr" Bild im Esszimmer und blickt sozusagen auf den Tisch. Inzwischen ist es nicht mehr A-4 groß, sondern nur noch wie eine Postkarte...und ich habe mich daran gewöhnt. Das habe ich akzeptiert, auch wenn es mir schwer fiel. Die noch vorhandenen Utensilien im Badezimmer dagegen nicht. Man fühlt sich schon manchmal sehr als Eindringling. Im Gegensatz zu Geschiedenen ist die Beziehung eines Verwitweten ungebrochen, lebt positiv besetzt weiter und wird auch in der Rückschau so bleiben, eher noch verklärt werden. Ich habe mir das nicht so schwierig vorgestellt, damit zurecht zu kommen, aber jetzt, nach einem guten halben Jahr, ist es viel besser geworden. Es gab viele Momente, an denen ich mir wünschte, ich hätte da mehr Größe und Gelassenheit, denn ich liebe diesen Mann und seine verstorbene Frau nimmt nichts weg und schmälert nicht unsere wirklich sehr schöne Beziehung. Ich hoffe, dass mir die Zeit hilft, "Ihr" einen Platz in unserem gemeinsamen Leben zu geben...ihr Geburtstag, ihr Todestag.
Ich kann doch nicht verlangen, dass er die Frau, mit der er 32 Jahre gelebt hat, aus seinem Leben aus zu radieren. Wenn es gut weitergeht mit uns, dann wird diese Zeit und das Bild von ihr verblassen und zurücktreten.
Wie gesagt, ich habe mir über die Begleiterscheinungen des Status "verwitwet" vorher nicht groß Gedanken gemacht, mich viel mehr darüber gefreut einem Mann zu begegnen, der ohne Narben und Kränkungen auf seine Ehe zurückschaut und der eine ganz positive Erwartung an Partnerschaft hat, kein Misstrauen, Kränkungen, Narben, Verletzungen durch Trennung, Scheidung und ggf Unterhalt. Das ist eine nicht zu unterschätzende "Mitgift"!
 
G

Gast

Gast
  • #20
Du hast keine " Vergangenheit " - das ist was anderes als verwitwet zu sein.

So lange Du nicht Geburtstag feiern kannst ohne in alte seelische Schubladen zu fallen bist Du alles andere als reif und bereit für eine neue Beziehung. Der Satz Du hast es Deinem Mann damals versprochen sagt alles..
 
G

Gast

Gast
  • #21
Ich w 63 bin ebenfalls verwitwet und habe im Internet vor 2 Jahren einen Witwer 64 kennengelernt, dessen Frau erst vor 4 Monaten verstorben war. Er hatte allerdings fast 3 Jahre Zeit, sich mit der Tatsache abzufinden, dass sie sterben würde und daher die "Trauerarbeit" sozusagen vorher gemacht. Wir haben beide dankbar nach der neuen Liebe und dem neuen Leben gegriffen und sind überglücklich. Wir gehen gemeinsam zum Friedhof, sprechen oft über unsere Verstorbenen und wissen, dass sie uns unser neues Glück gönnen. Die Frau meines Lebensgefährten hat ihm sozusagen auf dem Sterbebett das Versprechen abgenommen, so bald wie möglich eine neue Partnerin zu finden. Ich finde im Gegenteil zu Frederika z.B. dass besonders Verwitwete, die eine glückliche Partnerschaft bereits gelebt haben, in der Lage sind, eine neue liebevolle Beziehung einzugehen. Der Tod gehört zum Leben wie die Liebe. Du wirst sicher einen Partner finden, nur Mut und viel Glück!
 
  • #22
@#15: Es ist sachlich unzutreffend und zugleich ein schlechter Diskussionsstil, fremde Argumente einfach als Vorurteile abzutun. Viele der hier wirklich sachlich und freundlich vorgebrachten Argumente und realen Erzählungen von Betroffenen zeigen doch deutlich, dass es für den neuen Partner nicht einfach ist, mit dem Ehering, mit Fotos, mit dem liebevollen Gedenken oder dem teilweise besetzen Herzen zurechtzukommen. Das sind keine Vorurteile, das sind Lebenserfahrungen -- warum man darüber schmunzeln muss, bleibt mir auch verschlossen. Vielleicht wäre Respekt und Achtung gegenüber Menschen, die darunter leiden, viel angebrachter? Genau so , wie Du es umgekehrt auch erwartest?

@#17: Danke für den Erfahrungsbericht. Die Verarbeitung der Verwitwung hat bei Deiner Partnerin ja lange gedauert und ist immer noch nicht ganz abgeschlossen. Ich kann gut nachvollziehen, dass das nicht immer einfach ist.

@#18: Bild im Esszimmer? Vielen Dank auch für diesen Erfahrungsbericht. -- Du zeigst erstaunlich viel Toleranz -- ich könnte sie nicht aufbringen. Ein Bild der verstorbenen Frau, das auf den Esszimmertisch blickt, ist eigentlich das Allerletzte und eine reine Unverfrorenheit. Der Mann ist noch lange nicht drüber weg und eigentlich ist unter solchen Bedingungen keine erfüllende Partnerschaft möglich, finde ich zumindest. Es belastet einfach zusätzlich und wer möchte dermaßen unnötige Belastungen, wenn er zur Zeit der Partnersuche die Wahl hätte?

@#19: Ja, das sehe ich auch so. Wer nicht einmal seinen eigenen Geburtstag feiern kan, ohne dass der Todestag und die Liebe zum früheren Partner dominiert, der ist einfach nicht reif für eine neue Beziehung.

@FS: Gewinne mehr Abstand, warte noch ein paar Jahre. Sei fair zu potentiellen zukünftigen Partnern. Es ist unzumutbar, einen neuen Partner mit diesen Aspekten zu belasten. Das ist einfach unfair und ganze Liebe wirst Du unter diesen Bedingungen niemals empfinden können. Das ist auch ganz normal und gesund. In einigen Jahren werden die Wunden vielleicht ausreichend geheilt sein, derzeit sind sie ganz offensichtlich noch nicht verheilt. Du hast viel zu früh begonnen, Dich mit einer neuen Partnerschaft zu beschäftigen.
 
  • #23
@#15: Ich verstehe deine Argumentation überhaupt nicht. Du hast zwar Recht, dass auch Getrenntlebende und Geschiedene oft problematisch sind, weil sie ihre Partner noch nicht losgelassen haben bzw. weil sie neue Partner dazu benutzen, die alten vergessen zu machen, aber das rechtfertigt doch nicht, dass Verwitwete sich in deren Windschatten bewegen dürfen!

Davon abgesehen erscheint mir das Problem bei Verwitweten im Allgemeinen gravierender zu sein. Ein Getrenntlebender oder Geschiedener kann sich jedenfalls an einen handfesten Grund klammern, weswegen er sich innerlich von seinem Expartner lossagt - immerhin hat die Beziehung nicht geklappt. Ein Witwer hat diesen Grund aber nicht; der Expartner ist urplötzlich und im Gegensatz zu den anderen Fällen ungewollt aus dem Leben verschwunden. Es ist doch klar, dass man mit so einer Situation schwerer klarkommt als mit einer normalen Trennung.
 
  • #24
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie rasch hier im Forum Menschen Beziehungsfähigkeit abgesprochen wird. Alle möglichen Entwicklungen (hier so schön genannt mit Altlastenentsorgung, No-Go-Beseitigung und nun eben Trauerarbeit) sollen bitteschön vollständig abgeschlossen sein, ehe eine neue Partnerschaft beginnt. Und manch eine/r geht davon aus, dass die Mehrheit der anderen eine Situation auch schwierig fänden, bloß weil man selber (oft nur hypothetisch überlegt und nicht wirklich erlebt) damit nicht zurechtkäme.

Liebe FS, mit einer Trennung oder dem Tod eines geliebten Menschen umzugehen ist ein langwieriger Prozess, und man kann eigentlich gar nicht genau sagen, wann er abgeschlossen ist. Die Frage ist nur, wann man hinreichend soweit ist, sich wieder einem neuen Menschen zu öffnen und wirklich zu lieben. Diese Frage kannst nur Du Dir zusammen mit Deinem nächsten Partner beantworten.

Deine bisherigen Kontakte waren offenbar der Ansicht, dass Du noch nicht wieder soweit bist. Das schließt aber nicht aus, dass es da draußen z.B. einen Witwer gibt, der das anders sieht, oder einfach einen Mann, der ähnlich geduldig und tolerant ist wie die Schreiberin aus #18, die ja sehr schön schildert, wie man sich gemeinsam innerhalb der Partnerschaft weiterentwickelt, zusammenwächst, und die am Ende auch die Vorteile einer Beziehung zu einem verwitweten Menschen deutlich benennt.
Also alles Gute für die weitere Suche!
 
G

Gast

Gast
  • #25
Ich hatte hier auch einen Witwer kennen gelernt,bin da ganz locker ohne Vorurteile ran gegangen.
Musste ganz schnell die gleichen Erfahrungen wie #13 und 18 machen und ich muss sagen,dass muss ich mir nicht antun, es war einfach unzumutbar.Diese Menschen tun mir sehr leid,aber dieses Leid muss ich nicht mit tragen.

liebe FS du wirst sicher wieder einen Partner finden,ich wünsche es dir sehr,aber es wird nicht einfach werden.

LG
 
G

Gast

Gast
  • #26
Ich bin auch Witwe . Ich habe keine Probleme mit meinem Status verwitwet. Ich habe meinen Mann geliebt als er lebte. Jetzt ist er Tod und ich habe mir über ein Jahr zeit gelassen mich zu entlieben. Mein Mann ist eine schöne Erinnerung. Er lebt nicht mehr mit mir. Ich rede über ihn wie jeder geschiedene über seine Ex Frau. Ich freue mich auf eine neue Partnerschaft und hoffe sie wird ganz anders. Darauf freue ich mich. Ein Bild seht von meinem verstorbenen Mann zwischen Bildern von meinen Kindern, Eltern , Freunden usw. mein neuer Partner hat über das Bild nie etwas gesagt. Er möchte auch alles über mein früheres Leben wissen. Er möchte auch wissen,
was an meine alten Partnerschaft gut war und was nicht, Ich möchte das umgekehrt auch ´von ihm wissen.Ich stelle meine verstorbenen Mann auf keinen Sockel. in meiner Erinnerung bleibt er wie er war. mit Fehlern und guten Seiten. Ich habe keine Verletzung meines Selbstwertgefühls erfahren müssen, wie so viele Geschiedene: Ich kann optimistisch in eine neue Beziehung gehen , ohne einen nörgelnden Expartner. Ich bin frei. W 49
 
  • #27
Also ich kann das Gewese mit den Witwern und Witwen nicht nachvollziehen. Mir wäre ein Witwer lieber als ein Geschiedener. Die alte Beziehung ist ein abgeschlossenes Kapitel und die Gefahr von Wochenendbesuchen und Der-Ex-steht-vor-der-Tür ist gleich Null.

Sicherlich wird ein Witwer oder eine Witwe zwei Jahre zur Verarbeitung brauchen. Vorher sollte man keine neue Beziehung anstreben und wird es wohl in der Regel auch nicht tun, weil man noch nicht so weit ist. Und mit der Zeit wird man auch den Ehering abnehmen und das Foto des Verstorbenen natürlich nicht wegschmeißen, sondern in ein Fach mit anderen familiären Erinnerungsstücken legen.
Meine engste Mitarbeiterin ist vor zwei Jahren Witwe geworden. Da ich ständig im Gespräch mit ihr bin, konnte ich diesen Prozeß so beobachten.

Vor einigen Wochen hatte sie auf Arbeit einen Verehrer. Als er erfuhr, daß sie verwitwet ist, war er begeistert. Dieser Verehrer sagte im Gespräch zu mir sinngemäß: "das sind die Besten. Kein Mann im Hintergrund und sexuell ausgehungert." (Mal abgesehen, was man von dieser Einschätzung halten sollte...)

Ich hätte kein Problem mit einem Witwer.
 
  • #28
@26 Constanze
Du bist da nicht so nah dran wie wir die mit einem verwittweten Partner zusammen sind. Ich dachte auch mal, was daran so schwierig sein soll. Ist es aber eben doch. Ich musste mich schon auch erst dran gewöhnen, vor allem wenn mal wieder so ein Dämon zuschlägt und ich Ihre völlig irrationale Reaktion gar nicht einordnen kann. Vor allem die immer mal wieder kommenden Verlustängste sind nicht immer einfach. " Jahre sind da eben zu kurz, ein Verhältnis wie es #18 beschreibt ist Wahrscheinlich nicht ewig durchzuhalten, zumindest nicht ohne sich selbst extrem zurückzunehmen.

Dennoch, Sie ist es einfach Wert.
 
G

Gast

Gast
  • #29
Bin seit 6 Jahren Witwe. Ich habe meinen Mann mit 38 Jahren kennengelernt. Drei Jahre später haben wir geheiratet. Wir waren sieben Jahre verheiratet. Seit seinem Tod (2004) bin ich im falschen Film. Trauerseminare, Therapie und eine neue Beziehung über 2 Jahre, ich dachte einfach, geh weiter, lebe weiter. Bin hier bei EP auf neuer Partnersuche, mittlerweile bin ich der Meinung, geniesse deine Freiheit, dein Leben und weg mit Männern, denn das was ich hier erlebt habe....

Da stimme ich Constanze zu und ich habe meinen "verwitwet" Status aus dem Profil herausgenommen. Lacht! Mittlerweile bin ich geschieden. Klingt tausendmal besser wie verwitwet!

Bin ich jetzt negativ? Soll ich ledig schreiben? Vielleicht haben auch ein paar Männer Lust, mir ein paar Tipps zu geben.

w, 54j

sorry es ist nur trostlos.
 
G

Gast

Gast
  • #30
an Thomas:

ich finde "verwitwet" ist überhaupt nicht der schlimmste Statur hier. was behauptest Du da?
"Getrennt lebend" ist schlimmer!
Bezogen auf Beziehungsfähigkeit kann man ja geradezu von verwitwetetn annehmen, dass sie noch in einer Beziehung wären. Getrennt lebende oder permanent-singles zeichnen sich nicht gerade durch Bindungs- oder Beziehungsfeudigkeit aus.

Allerdings noch ewig oder auch sozusagen demonstrativ den verstorbenen zu ehren, zu feiern, eigene feste nicht zu feiern, weil da der Verstorbene hätte leben oder feiern oder etc. können, zeugt evtl von einem nicht abgeschlossenen Trauer/Trennungsprozess. Und dann sind wir wieder bei der Problemeatik derjenigen, die sich noch nicht wieder auf jemanden Neues einstellen wollen oder können.
 
Top