• #31
Warum soll ich als Frau etwas "wissen"? Sie hat es explizit angesprochen und er hätte explizit daraufhin ehrlich sagen können, dass er nicht will. Das wäre ehrlich und fair gewesen. Aber nein, er möchte das, was er von dieser Beziehung hat, noch so lange mitnehmen wie es eben möglich ist.
...

Wenn ein Thema so lange nicht angesprochen wird, geht man normalerweise davon aus, dass es irrelevant ist.
Bedürfnisse, wichtige Ziele spricht man in einer Partnerschaft an - dachte ich zumindest.

Also hätte Frau es wissen können, dass zusammen ziehen für ihn kein Thema ist.
Es ist dann auch nicht unfair von ihm, Zusammenziehen nicht zu thematisieren - ich überzeichne mal, ich kann von niemandem erwarten, dass er alle für ihn irrelevanten Fragen anspricht, nur weil sie evtl. in Partnerschaften öfters wichtig werden.
Was mir wichtig ist, spreche ich an, kläre ich, meine ganz persönliche Verantwortung.
Für ihn ist die Beziehung gut wie sie ist, also kein Änderungsbedarf, was sollte er dann ansprechen, wo ist er unfair?

Für sie war es auch so lange nicht erwähnenswert, warum nicht?
Warum der Sinneswandel?

Auf die direkte Frage hätte er offen antworten können, aber warum er sich Bedenkzeit erbeten hat, wissen wir nicht. Kann Vermeidung sein, tatsächlich Bedenkzeit, verblüffte Reaktion auf eine für ihn völlig unerwartete Frage.
Das weiß nur er - also müsste die FS ihn fragen.

Es wäre jetzt wirklich generell an der Zeit, den überfälligen Abgleich der Lebensentwürfe zu machen.
Und sich über die gegenseitigen Gefühle klar zu werden.
 
  • #32
@Löckchen87 auf seine Antwort erkenne ich ein klares Nein und er spielt auf Zeit!

Wenn du mit ihm ehrlich redest und ihn fragst, warum er nicht mal probeweise mit dir zusammenziehen will, wird der nicht ehrlich sein sondern nur Ausreden finden, nur um dich so lange hinzuhalten, damit du ja nicht die Beziehung beendest und er nicht alleine dasteht. Bei solchen Gesprächen, wenn die Frauen sie initiieren, werden die Männer niemals ehrlich sein!

Denn selbst, wenn er dir eine ehrliche Antwort gibt dann weiss er, was ihm blüht: du trennst dich und schaust dich nach einem Mann, der ebenfalls mit seiner Partnerin zusammen leben will. Er weiss das ganz genau, dass du dich trennen würdest, deswegen wird er dich immer belügen.

Ein Ex-Freund von mir sagte mir:
die Männer erzählen ihren Freundinnen niemals die Wahrheit weil sie Angst haben, dass sie damit die Freundin verlieren!
Und Männer können nicht so gut alleine sein aber Frauen!

Vielleicht sagst du ihm am besten: "wenn du nicht mal bereit bist für ein Probewohnen mit der Option die eigenen Wohnungen zu behalten, dann weiss ich nicht was du willst und so beende ich lieber diese Beziehung und suche mir jemand anders".

Mach das und viel. wacht er auf, wenn er sieht, dass er sonst alleine dasteht!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #33
Also hätte Frau es wissen können, dass zusammen ziehen für ihn kein Thema ist.

Ich habe es schon verstanden und wenn man meine Beiträge liest weiß man auch, wie ich über all das denke. Ich hätte es gewusst und auch von Anfang an. Dafür braucht man aber erst die Erfahrung und auch den Mut, zu sich selbst zu stehen. @Vikky hat es in ihrem Beitrag absolut perfekt auf den Punkt getroffen.
Beide sind ü30, also wird der Mann in seinem Leben schon mal mit dem Thema konfrontiert worden sein, dass Menschen zusammenziehen wenn sie eine Beziehung haben, das weiß man schon mit 14 - spätestens. Also wenn überhaupt, dann haben beide das Thema vermieden. Eine große Prozentzahl der Beziehungen basiert auf Nichtansprechen von manchen Themen weil man weiß, dass die Lebensentwürfe so verschieden sind, vor allem aber die Gefühle für einander, dass eine Thematisierung konsequenterweise zur Trennung führen muss. In meisten Fällen sind es die Männer, die mit der Unverbindkichkeit besser leben können als Frauen. Die Frau passt sich an und hofft, was irgendwelche bekloppten Ratgeber propagieren, dass der Mann "erkennen" wird, dass sie für ihn die tollste, die beste, die einzige, blabla... ist wenn sie ihm nur zeigt, dass er bei ihr alle Freiheiten der Welt hat und ihn auf keinem Fall unter (Achtung, böses Wort!) Druck setzt. Und keine von diesen Frauen begreift, dass ein Mann, der eine Frau liebt und unbedingt haben will, gar nicht "frei" sein will und diese Frau auch für sich schnellstmöglich "sichern" will.
Der Mann hier hätte sich zumindest in seinem Alter - sofern er nicht komplett weltfremd ist - Gedanken für sich machen können und müssen, ob ein Zusammenziehen mit der FS für ihn grundsätzlich in Frage kommt, um nicht jetzt noch 6 Monate zum Nachdenken zu brauchen. Ich überlege mir auch, was ich mache wenn sich in der Firma was ändert und wenn mein Chef geht ob ich in dem Fall in der Firma bleibe oder mit ihm in seine neue Firma gehe. Wenn es soweit ist brauche ich keine 6 Monate zum Nachdenken. Ich weiß, dass ich nie mehr freiwillig und ohne Not woanders arbeiten und leben werde als in Köln und ich weiß, dass ich nie freiwillig und ohne Not in einer WG mit jemandem wohnen möchte, außer mit meinem Partner. Da muss also nicht erst das Ereignis eintreten. Somit - klar hätte die FS es wissen können und klar hat sie lange das Thema vermieden. Aber jetzt hat sie es angesprochenen und hat das Recht auf eine klare Antwort. Die er sehr wohl jetzt schon weiß und garantiert keine 6 Monate dafür braucht. Und die FS weiß es eigentlich auch wenn sie ehrlich zu sich selbst ist.
 
P

proudwoman

Gast
  • #34
Also wenn überhaupt, dann haben beide das Thema vermieden. Eine große Prozentzahl der Beziehungen basiert auf Nichtansprechen von manchen Themen weil man weiß, dass die Lebensentwürfe so verschieden sind, vor allem aber die Gefühle für einander, dass eine Thematisierung konsequenterweise zur Trennung führen muss.
Absolut genauso war das während meiner letzten Fernbeziehung! Der Ex wollte bereits nach 3 Monaten seine Möbel in Freiburg irgendwo bei einem Freund unterbringen und zu mir ziehen. Ich dachte, Donnerwetter, er hats aber eilig...Dann versandete dieses Thema, ich vermied es (er auch) nochmal darüber zu sprechen, weil ich genau wusste, das Ergebnis wir die Trennung sein. Und so war es dann auch.
Er hat nun eine neue Partnerin, mit der er zusammen lebt. Liebe FS, es hat zwischen uns einfach nicht mehr gepasst. Zumindest hat es nicht gereicht für eine richtige Beziehung mit gemeinsamer Wohnung und so ist es auch bei Euch! Keiner traut sich, darüber zu sprechen, weil...das ist das Ende..und das, obwohl man sich in diesem Moment noch sehr mag.
Wie @EarlyWinter schon sagt, die Frau passt sich da vielleicht eher an. Und eins ist sicher: an Dir, an Deiner Person liegt es nicht. Es passt einfach nicht zwischen Euch beiden.
 
  • #35
Hast du deinem Freund jemals zugehört ?
Du hast dein Ziel - eine gemeinsame Wohnung. Er ist der Statist, der mit dir diese Rolle spielen darf. Spätestens mit dem Ultimatum hat er gemerkt - diese Frau nicht.
Natürlich hast du das Recht, deine Ziele zu verfolgen. Er hat aber auch das Recht, NEIN zu sagen.
Und dieses NEIN kommt demnächst knallhart, er wartet nur noch auf die richtige Gelegenheit.
Deine Einlassungen bzgl Zeitfenster und evtl. ausgetauschtem Statisten lassen tief blicken - wenn er nur ein Fünkchen Verstand hat, dann bleibt er auf Abstand. Wenn du dann einen "Neuen" suchen willst - deine Sache. Ob du den mit dieser Einstellung findest - auch deine Sache.
 
  • #36
Hast du deinem Freund jemals zugehört ?
Du hast dein Ziel - eine gemeinsame Wohnung. Er ist der Statist, der mit dir diese Rolle spielen darf. Spätestens mit dem Ultimatum hat er gemerkt - diese Frau nicht.
Natürlich hast du das Recht, deine Ziele zu verfolgen. Er hat aber auch das Recht, NEIN zu sagen.
Und dieses NEIN kommt demnächst knallhart, er wartet nur noch auf die richtige Gelegenheit.
Deine Einlassungen bzgl Zeitfenster und evtl. ausgetauschtem Statisten lassen tief blicken - wenn er nur ein Fünkchen Verstand hat, dann bleibt er auf Abstand. Wenn du dann einen "Neuen" suchen willst - deine Sache. Ob du den mit dieser Einstellung findest - auch deine Sache.
Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, die FS hat nicht nur Probleme beim Zuhören, sondern auch beim Zuschauen. Liebe FS, dein Freund braucht sehr viel Freiraum und du bist dafür da, die Lücken zu füllen. Das ist wahrscheinlich nicht mal böse von ihm gemeint, sondern es gefällt ihm so und er ist zufrieden mit der Art der Beziehung, die ihr habt. Du selbst bist nicht ganz so zufrieden, sondern steckst viel zurück, hättest eigentlich gerne mehr von ihm. Was mich an der Sache stören würde: er pickt sich die Rosinen raus, indem er doch eigentlich den "Takt" vorgibt - er setzt sein Freiheitsbedürfnis um und kommt zwischendurch zu dir ins warme Bettchen. Darüber hinaus sind ihm seine eigenen Bedürfnisse relativ kompromisslos wichtiger als deine Bedürfnisse. Du hängst in der Warteschleife, du wartest auf mehr Zeit, eine gemeinsame Wohnung, vielleicht auch auf Kinder (irgendwann). In eurem Alter wäre es für mich ein Alarmsignal, wenn dann gar nichts in Richtung verbindliche Zukunftsperspektive passiert, mit der ich zufrieden leben kann. Ich würde das Ganze nicht mehr von mir aus thematisieren und ihn damit nur zum Ausflüchte suchen zwingen bzw. eine Situation herbeiführen, in der er dir die Entscheidung abnimmt. Trefft euch nicht mehr zum Schlafengehen, such du dir mehr eigene Wege, Hobbies, Freunde, Interessen, konzentrier dich auch dein Leben - die Lösung kommt dann schon von alleine.
 
  • #37
Du hast dein Ziel - eine gemeinsame Wohnung. Er ist der Statist, der mit dir diese Rolle spielen darf.
So habe ich früher auch über Menschen gedacht, die unbedingt heiraten wollten, oder der Partner wird ausgetauscht. Da kann es ja nicht um den Menschen gehen.
Aber die Sache ist komplizierter. Der Mensch, der NICHT zusammenziehen will, würde ja auch nicht nachgeben in seinem Wunsch, selbst wenn sich der andere trennt.
Es sieht immer so aus, als wollten die, die weniger Verknüpfung in einer Beziehung wollen, das Richtige, und der andere sei der Bedürftige, der irgendeinen Partner einspinnen will auf einen Platz in eigenen Leben. Das macht der andere aber genauso.
Beides sind unterschiedliche, nicht vereinbare Bedürfnisse, wie es auch in anderen Bereichen gibt, und nicht: Eins ist wahres Gefühl und Liebe, das andere ist Platzhalterdenken. Beides ist gleich-egoistisch und verlangt vom Partner, es anzuerkennen und gegen seine Natur zu handeln.

Ich will damit nicht sagen, dass es nicht auch Platzhalterdenken gibt. Ich denke auch, dass es so aussieht, als liebten solche Menschen ihr Lebenskonzept mehr als den Partner. Aber genauso wird der Mann, der nicht zusammenziehen will, seine Lebensform mehr lieben als die Partnerin und sie unpassend finden.

Ich denke auch keineswegs, dass Menschen, die nicht zusammenziehen wollen, nicht lieben. Aber wie ich schon öfter hier geschrieben habe - Liebe allein reicht nicht. Man muss auch eine Beziehung führen können und wollen, dh. Kompromisse schließen können.

Was ich auch nicht denke ist, dass wenn der Mann die Richtige träfe, würde er zusammenziehen wollen und glücklich werden. Vielleicht will er zusammenziehen, aber dann, um die "Richtige" zu sichern, und wenn das passiert ist, geht ihm das Zusammenleben doch wieder auf den Geist, weil er nicht der Typ dafür ist.

Ob es beim Freund der FS der Fall ist, dass die FS nicht die Richtige ist und er deswegen nicht zusammenziehen will, ihr das aber nur nicht sagt, weil Spatz in der Hand usw., oder ob er sie wahnsinnig liebt und nur nicht zusammenwohnen kann mit ner Frau, weiß ich nicht. Falls es ersteres ist: Es ist ein Fehler, mehr Energie in eine Bez zu stecken als der Partner. Denn wer sich nur mitschleifen lässt, wird irgendwann doch zeigen, dass er die Bez. eigentlich nicht wirklich will und es ihm egal ist, ob sie weiter besteht, Hauptsache, er setzt seine Bedingungen durch. Und der, der mitschleift, will wirklich einen in sein Leben auf irgendeinen Platz pressen, egal, wieviele Signale vom anderen kommen, dass er sich sträubt. Manche reden keinen Klartext, sondern halten den Mitschleifer anders auf Abstand, während sie natürlich die Vorteile genießen, die das mit sich bringt, wenn sich der andere allein um das Bestehen der Bez kümmert.
 
  • #38
Es sieht immer so aus, als wollten die, die weniger Verknüpfung in einer Beziehung wollen, das Richtige, und der andere sei der Bedürftige, der irgendeinen Partner einspinnen will auf einen Platz in eigenen Leben. Das macht der andere aber genauso.
Nein, @void, ich sehe das etwas anders und von einem anderen Ansatz als du.
2 Menschen treffen sich, finden zueinander und leben dann ihre beiden Leben in einigen Punkten zusammen.
Eine gewisse Zeit sind beide so zufrieden und glücklich, wie es ist.
Dann geht einer her, sagt, seine Bedürfnisse wären nun andere und er will etwas signifikant verändern.
Nun gibts 3 Möglichkeiten:
- der Wunsch trifft auf offene Türen - klasse, wird umgesetzt.
- der Wunsch trifft auf Ablehnung
- der Wunsch will überdacht werden.

Bei 2 und 3 muss eine Entscheidung her. Allerdings halte ich es für sehr mies, mittels Ultimatum einen Zeitrahmen vorzugeben. Alleine das wäre für mich ein Grund zu gehen.

Meiner Ansicht nach hat derjenige, der eine Änderung will abzuwarten. Alles andere halte ich für unfair.
Oder würdest du dich freuen, wenn ER wieder eine eigene Wohnung nimmt und dir erklärt: Du hast 6 Monate, das zu akzeptieren. Nörgelst du dann noch an meiner Entscheidung rum - ist es vorbei. Das wäre nämlich spiegelbildlich das Selbe.
 
  • #39
Du hast dein Ziel - eine gemeinsame Wohnung. Er ist der Statist, der mit dir diese Rolle spielen darf. Spätestens mit dem Ultimatum hat er gemerkt - diese Frau nicht.
Das ist lediglich deine Interpretation von dem Ganzen und sagt vor allem etwas über dich aus und nicht über die FS und ihren Freund.

Die meisten Menschen freuen sich darüber, wenn ihr Partner mit ihnen zusammenziehen möchte und sehen das als Liebesbeweis, Kompliment, Bestätigung für ihre Beziehung etc. Nur Menschen, die generell keine/ wenig Nähe mit anderen wünschen oder mit diesem speziellen Partner nicht zusammenziehen wollen (weil das Gefühl nicht langt etc.), reagieren negativ auf die Frage, fühlen sich unter Druck gesetzt usw. Nicht der Wunsch nach Zusammenziehen ist ungewöhnlich, sondern die negative Reaktion darauf fällt aus dem Rahmen. Und darum sollte diese erklärt werden, damit der andere versteht und sich einstellen kann. Kommt diese Erklärung nicht, sondern Herumgeeiere, dann führt gerade dies zu weiteren Nachfragen und sogar Ultimaten.

Einige der Antworten zu diesem Thema deprimieren mich richtig. Soviel Ärger auf das andere Geschlecht, soviel Misstrauen, soviel Frust, der hinter scheinbar sachlichen Argumenten versteckt wird.
 
  • #40
Oder würdest du dich freuen, wenn ER wieder eine eigene Wohnung nimmt und dir erklärt: Du hast 6 Monate, das zu akzeptieren.
Nee, aber ich bin die, die wieder die eigene Wohnung wollen würde. Außerdem wollte die FS ja "auf Probe" zusammenwohnen. Also er könnte seine Wohnung behalten und wieder gehen, wenn er nicht will. Ich weiß nicht, ob sie hofft, ihn zu bearbeiten, dass er das nicht mehr will, oder ob es ihm ehrlich offen steht. Ich halte sie für dominant in der Beziehung. Ich denke aber, wenn schon klar ist, dass nicht mal das Probewohnen ein Thema ist, WEISS der Mann schon, dass er die Beziehung nicht will, und lässt sie sich nur noch ein bisschen abrackern, damit es keinen Stress gibt beim Schlussmachen. Stressvermeidung bzgl. Frauen ist sowieso die Handlungsweise von Männern, die mit dominanten Frauen zusammen sein wollen (man hat ihn ja nicht gezwungen). Deswegen lassen sie die Beziehung austrocknen, statt sie zu beenden. Machen auch Frauen, die kein Klartext reden wollen/können.

2 Menschen treffen sich, finden zueinander und leben dann ihre beiden Leben in einigen Punkten zusammen.
Eine gewisse Zeit sind beide so zufrieden und glücklich, wie es ist.
Dann geht einer her, sagt, seine Bedürfnisse wären nun andere und er will etwas signifikant verändern.
Das ist die Frage. War das niemals Thema, ging die FS davon aus, dass es normal sei, dass jeder den Wunsch nach Zusammenziehen hätte oder war klar, dass man das nicht tun wird und sie will auf einmal doch.
Ich frage mich auch, ob dann nicht nur Kinder- und Heiratsfrage zu klären ist am Anfang, sondern auch schon, ob einer schon weiß, dass er oder dass er nie zusammenziehen will.

Allerdings halte ich es für sehr mies, mittels Ultimatum einen Zeitrahmen vorzugeben.
Okay, das ist ein Punkt. Deswegen denke ich auch, dass die Beziehung eh schon zu Ende ist, weil die FS und er sich ja drauf vorbereiten, dass das Ende nahen könnte. Da kühlt doch alles ab und man wird vorsichtig, was den Beziehungstod bedeutet.
Aber: Menschen, die nicht sagen, was sie wollen, lassen den anderen ja auflaufen damit, dass er selber irgendwann rausfinden kann, dass seine Vorstellungen nicht erfüllt werden. Man weiß nicht, wie die Bez. der FS ist, was er dazu sagt, wie er sich das vorstellt, ob sie wirklich nur Lückenfüller sein soll. Dazu hat man hier zu wenig Info von der FS.

Ich denke, die FS war schon immer die treibende Kraft in der Beziehung und der Freund ist ein eigenbrötlerischer Mensch, den zu viel Nähe überfordert. Deswegen schrieb ich auch, dass es ein Fehler ist, mehr Energie in die Beziehung zu stecken als der Partner. Ich denke, vom Freund der FS kommt selten ein Impuls, irgendwas zusammen zu machen, weil er nie das Bedürfnis verspürt, NOCH MEHR mit ihr zusammen zu sein, als sie es jetzt schon "einfordert".
 
  • #41
Von jeher waren Frauen diejenigen, die die Höhle/Burg/Kate hüteten, während die Männer auf Mammutjagd/Kreuzzug/ins Bergwerk gingen. Frauen brauchen bis heute die Sicherheit einer stabilen Bindung, während Männer ihre Freiheiten brauchen - in Abstufungen und Nuancen natürlich. Heute dürfen sich auch die ganz unabhängigen Frauen durchsetzen, und die Männer dürfen häuslich sein.

Aber während die Regeln vor 100 Jahren noch sehr starr waren, muss man heute schauen, ob man in seinen Nuancen zusammenpasst. Ein sehr freiheitsliebender Mann wird eine sehr bindungswillige Frau nicht glücklich machen und vice versa.

Nur musste die Frau sich vor 100 Jahren uneingeschränkt mit der Freiheitsliebe ihres Angetrauten arrangieren - heute hat sie die Möglichkeit, sich zu trennen und einen passenderen Mann zu finden.
Der Mann wiederum kann sich heute nicht mehr auf "deine Füße unter meinem Tisch" berufen, also in einer Partnerschaft nicht mehr alles tun, was er will - allerdings hat auch er die Freiheit, sich zu trennen.

Für beide Seiten gilt: soll die Beziehung bewahrt werden, müssen Kompromisse gefunden werden. Dabei sind beide Perspektiven als "Okay" zu beurteilen und zu akzeptieren, auch wenn man die Einstellung nicht teilt oder nachvollziehen kann, und beide Parteien müssen Schritte aufeinander zu machen.

Wir sollten bei allem Verständnis für die Freiheitsliebe des Mannes aber nicht vergessen, dass die Frau von damals einen sehr sicheren Stand als Ehefrau und Mutter hatte. Aus einer billigen Laune heraus konnte sie nicht einfach mit Kind und Kegel vor die Tür gesetzt werden - das war gesellschaftlich durch alle Epochen nicht Usus.

Ein Kompromiss mit jedweder Nuance von konservativer Frau kann also nur darin bestehen, dass der Mann ihr eine befriedigende Form von Bindung und Sicherheit gewährt - so dass sie ihm wiederum vertrauensvoll seine Freiheiten lassen kann. Welche Form und Ausmaße das hat, verhandelt jedes Paar mit sich selbst - die Grundzüge dieser ungeschriebenen Regel bedingen aber das Gelingen der Beziehung.
Der Wunsch nach Bindung, Beständigkeit und Zugehörigkeit ist auch nichts Verwerfliches und nichts Schwaches, sondern ein elementarer Bestandteil der menschlichen Grundbedürfnisse, den durchaus in gewissen Teilen auch Männer in sich tragen - wenngleich vielleicht nicht so ausgeprägt wie der Großteil der Frauen.
Der Mann, der nichts davon geben möchte, wird sich damit abfinden müssen, es sehr schwer zu haben, eine passende Frau zu finden.
 
  • #42
Hallo, hier die FS nochmal !

Vielen lieben Dank erstmal für die vielen bunten Antworten.

Hier ein paar weitere Infos, die ich zum Anfang nicht geschrieben habe, da ich dachte, der Fred wäre dann zu aufgebläht und das Wesentliche würde vielleicht in den Hintergrund geraten. Hätte ich wohl besser doch anfangs mit beschrieben ;)

Ich suche keinen Mann, der in mein "Modell" passt. Wenn eine Beziehung gefühlsmäßig einen bestimmten Status erreicht, dann habe ich einfach das Bedürfnis nach "alltäglicher Nähe".
Auch hier hat jeder seien Freiheit und geht seinen Hobbies nach und trifft sich auch einzeln mit seinen Freunden.
Würde ich keinen Mann kennenlernen, bei dem ich nicht dieses Gefühl habe, würde es auch kein Zusammenziehen geben. Kann sein, dass ich niemals jemand finde, wo ich es mir vorstellen kann. In diesem Fall aber schon. Und genau dann tut mir eine Beziehung so auf Abstand ohne Alltag mehr weh als gut.

In den anderen Punkten Heirat und Kinder sind wir einer Meinung. Wir sind auch was die Punkte Ordung, Haushaltsführung angeht, einer Meinung.
Lauten STreit gibt es nicht. Auch Diskussionen laufen sehr "harmonisch" ab. Jeder lässt dem anderen seine Meinung und toleriert sie. Man muss sie ja nicht gut finden.

Es geht mir nicht um einen Lebensplan mit 2 Jahre, dann zusammenziehen, 4 dann Kinder etc...
Das mit dem "Ulitmatum" ist doof, ich weiss. Aber was wäre die Alternative gewesen ? Wir sind jetzt schon 1,5 Jahre zusammen und ich will nicht jetzt aus dem nichts die Pistole auf die Brust setzen. Aber irgendwann muss doch auch mal eine Entscheidung her, damit auch ich meine Schlüsse ziehen kann und für mich eine Entscheidung treffen kann. Und keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung. Ich will ihn aus Liebe nicht verlieren und will es ihm so angenehm wie möglich machen (aus meiner Sicht ausreichend lange Entscheidungszeit und Probewohnen), aber ich kann auch nicht aus Liebe zu ihm meine Bedürfnisse in einem so elementären Punkt komplett ignorieren.
Ich kann doch selbst nicht mit einer Sache leben, die mir wehtut, nur um den anderen nicht in "Unannehmlichkeiten" einer ehrlichens Aussage mir gegenüber bringen.

Ich hoffe, die Infos sind hilfreich für euch !

Vielen lieben Dank nochmal ;)
 
  • #43
Von jeher waren Frauen diejenigen, die die Höhle/Burg/Kate hüteten, während die Männer auf Mammutjagd/Kreuzzug/ins Bergwerk gingen
Das Bild ist falsch. Frauen haben früher genauso wie Männer auf dem Feld mitarbeiten müssen, sogar die Kinder. Nach dem Krieg und auch davor waren sie in den Fabriken. Meines Wissens nach kam das erst in den 1950ern, dass es anfing, dass ein gewöhnlicher Mann seine Hausfrau zu Hause hatte (also nicht irgendwelche reicheren oder gehobenen bürgerlichen Leute, sondern auch die Masse). Das war ein Statussymbol, weil er allein aufkommen konnte für seine Familie. Vorher war klar, dass die gewöhnliche Frau mitzuarbeiten hatte, dass man überleben kann. (Dienstmädchen, Haushälterin bei reichen Leuten, Krankenschwester, Schreibkraft, Bäuerin, Schneiderin, Fabrikarbeiterin ...)

Nur musste die Frau sich vor 100 Jahren uneingeschränkt mit der Freiheitsliebe ihres Angetrauten arrangieren
Ich denke, damals ging es in einer Beziehung kaum darum, weil man Sorgen hatte, überhaupt mit dem Leben zurecht zu kommen. Keine Ahnung, ob nicht schon damals Liebesheiraten stattfanden und Nicht-Versorgung drohte, weil der Mann fremdging. Wenn die Frauen das pragmatisch sahen und sie wussten, dass er sich nie scheiden lassen würde, hatten sie ja weiterhin ihr Geld.
(Vor hundert Jahren hatten wir den ersten Weltkrieg.)

Dieses allgemeine Beziehungsbild der bindungswütigen Frau und dem freiheitsliebenden Mann ist meines Erachtens nach erst so geprägt worden, als sich der Massen-Mann und die Massen-Frau nicht mehr Sorgen ums Überleben machen mussten.

Ich bin in Sozialwissenschaften und gesellschaftlichen Entwicklungen nicht besonders firm, aber einiges weiß ich doch, und dieses Bild, dass die Frau von Urzeiten an zu Hause auf den Mann mit den Kinder wartet, der für sie schuftet, damit sie schön leben kann, wurde hier schon hin und wieder mal gezeichnet. Das ist falsch ohne Ende und verfestigt die Meinung mancher Männer, die Frauen als Ausnutzerinnen, unfähig, fordernd, usw. sehen, die nicht arbeiten wollen und auch nicht können. Deswegen wollte ich das nicht so stehen lassen.
 
  • #44
Allein dieser Satz macht deutlich, dass du ihn nicht liebst. Es geht offenbar nur darum, mit einem Mann in einer Wohnung zu leben. Wenn nicht mit ihm, dann hoffentlich sehr bald mit einem anderen. Da kann ich verstehen, dass er sich unter Druck gesetzt fühlt.
Das sehe ich aber ganz anders.
Die FS ist 33 und das ist nunmal das Alter, in dem eine Frau nicht mal so Jahr um Jahr warten will mit Verbindlichkeiten, denn es geht auch um die Frage, ob ein Partner allenfalls eine Familie gründen möchte. Nach 1.5 Jahren hätte ich die Frage des Zusammenziehens schon längst auf den Tisch gebracht, sie hat also der Beziehung reichlich Zeit gegeben, sich zu entwickeln. Sorry, aber wer sich mit einer 6-monatigen Entscheidungsfrist "unter Druck" fühlt.. Im Leben stehen eben manchmal Entscheidungen an. Ja oder nein. Vorwärts oder rückwärts. Links oder rechts. Wenn eine Entscheidungs fürs Zusammenwohnen solchen Druck auslöst, befürchte ich, dass das Bauchgefühl des Mannes "nein" ruft und er aber irgendwie niemanden verletzen möchte, was in dem Szenario schlicht unmöglich ist. Da muss man dann eben durch und ehrlich sein.
Ich finde es fair von ihr, dass sie einen Mann, der nicht dieselben langfristigen Ziele hat, vom Haken lässt und versucht, ihre Träume mit jemand anderem zu verwirklichen, der damit glücklich würde. Das Gegenmodell wäre, ihn zu pushen und emotional zu erpressen, dass er ein Beziehungsmodell leben soll, welches ihm missfällt.
 
  • #45
die Frau von Urzeiten an zu Hause auf den Mann mit den Kinder wartet, der für sie schuftet, damit sie schön leben kann
Würde ich nie behaupten und steht auch nicht in meinem Text. Ich lehne diese Sichtweise genauso ab wie die generelle Verurteilung der Bindungswilligkeit der meisten Frauen als Schwäche oder Ausnutzen.

Selbstverständlich haben Frauen gearbeitet (auch Hausarbeit, das Bestellen der eigenen Felder, das Gebären und Aufziehen von Kindern, die Pflege der Alten ist Arbeit).
In den Krieg gezogen sind sie nicht, auch war es nicht Usus, dass die "ehrbare" Frau studierte und/oder einen bezahlten Beruf ausübte. Die brave Ehefrau ging auch nicht abends auf ein Feierabendbier in die Taverne.

Ich spreche von Jahrtausenden der menschlichen Geschichte, in denen quer durch die Kulturen, Stände und Epochen eine mehr oder weniger strikte Rollenverteilung stattfand. Natürlich gab es immer Ausnahmen, aber eine Hildegard von Bingen, eine Marie Curie oder eine Amelia Earhart waren nie die Regel.

Diese Entwicklungen haben wir erst seit vergleichsweise wenigen Jahren in der westlichen Welt, was ein Erklärungsansatz dafür ist, dass Frauen häufig bindungswilliger und weniger freiheitsliebend sind als Männer. Mit allen zwischenmenschlichen Problemen, die daraus resultieren und die wir hier im Forum regelmäßig lesen, nicht zuletzt in diesem Thread. Es gibt Studien dazu, die sich mit der Phylogenese unserer ältesten Stammhirnanteile beschäftigen und dies belegen.

Ich stimme zu, dass die Menschen früher keine Luxusprobleme hatten. Wie bei jeder Spezies ging es darum, selbst zu überleben und dem Nachwuchs das Überleben zu sichern. Männlein und Weiblein waren diesbezüglich ein sehr gutes Team, was den Fortbestand der Spezies Mensch gewährleistet und gefördert hat. Für eine Spezies, deren Nachwuchs mehr als ein Jahrzehnt benötigt, um überlebensfähig und fortpflanzungsbereit zu werden, ist ein gutes Team der Eltern evolutionsentscheidend.

Heute, in der Moderne, ist es wichtig zu akzeptieren, dass beide Geschlechter ihre evolutionären Anteile noch in sich tragen und deshalb weder der Bindungswille der Frau noch die Freiheitsliebe des Mannes per se zu verurteilen sind, wenn sie in einem gesunden, nicht extremen, kompromissbereiten Maße ausgelebt werden.
Männer sollten sich von einem normal ausgeprägten Bindungswillen nicht eingeengt fühlen, und Frauen sollten kein Theater machen, wenn der Mann mal auf ein Bier mit Kumpels los will, platt gesagt.
 
  • #46
In den anderen Punkten Heirat und Kinder sind wir einer Meinung.
Ist das so sicher oder sagt er nur "jaja", weil er nicht diskutieren will? Ich wundere mich gerade und frage mich, WANN das alles passieren soll. Nicht, dass Du am Ende einen Mann hast, der Dir immer recht gibt, wenn Du was an Zukunftsplänen erzählst, und wenn es an die Umsetzung geht, kommt raus, dass er sich nicht sicher war und dachte, irgendwann wird er das ganz vielleicht eventuell doch wollen.

Wir sind auch was die Punkte Ordung, Haushaltsführung angeht, einer Meinung.
Glaub mir, das kannst Du erst wissen, wenn ihr zusammen wohnt.

Lauten STreit gibt es nicht. Auch Diskussionen laufen sehr "harmonisch" ab. Jeder lässt dem anderen seine Meinung und toleriert sie.
Ich wäre hier ernsthaft alarmiert. Man kann nur so lange tolerant sein, wie die Meinung des anderen nichts im Leben eigenen Leben bestimmt, und er hat Dir gerade wegen des Zusammenziehens ein "nein" gegeben. Ich frage Dich mal direkt: Bist Du sehr dominant und Dein Freund so ein Stiller, der Dir einfach recht gibt, weil Du sonst Stress machst? Hast Du vielleicht einen Ja-Sager als Partner, der sich Deinen Wünschen fügt, weil er nicht zulässt, dass Du viel Raum einnimmst in seinem Leben?

Er will nicht mit Dir zusammenziehen, aber mal heiraten und Kinder. Es kann ja sein, dass er sich zu jung dazu oder eure Beziehung zu kurz dazu findet. Aber ich finde, die beiden Aussagen passen irgendwie nicht so ganz zusammen.

Ich will ihn aus Liebe nicht verlieren und will es ihm so angenehm wie möglich machen (aus meiner Sicht ausreichend lange Entscheidungszeit und Probewohnen), aber ich kann auch nicht aus Liebe zu ihm meine Bedürfnisse in einem so elementären Punkt komplett ignorieren.
Du musst es ihm nicht angenehm machen in dem Sinne. Denn dann willst Du ihn ja manipulieren oder bestechen, dass er was tut, das er eigentlich ablehnt. Er muss es Dir genauso angenehm machen wollen, dh. er muss überhaupt wollen, mit Dir zusammenzuziehen.
Und ich gebe Dir recht, dass Du Deine Bedürfnisse nicht ignorieren darfst. Aber verfalle nicht in die Maschen, dass man einen Mann, der nicht will, nur richtig überreden müsste, damit man kriegt, was man will und sich selbst glücklich macht. Denn dann behandelst Du ihn wie ein Accessoire zu Deinem Glück und holst Dir nur eine Illusion "ins Haus", denn Du kriegst trotzdem nicht, was Du willst. Einer, der nicht wirklich will, engagiert sich nämlich dann auch nicht, selbst wenn er sich manipulieren ließ, mit einzuziehen.
 
  • #47
auch Hausarbeit, das Bestellen der eigenen Felder, das Gebären und Aufziehen von Kindern, die Pflege der Alten ist Arbeit
Klar, aber ich meinte, gearbeitet für Lebensunterhalt wie der Mann, wie der Bauer, wenn man z.B. mal das Gros der Menschen im Mittelalter betrachtet. Und das waren ja nicht die eigenen Felder, die Bauern waren die Leibeigenen desjenigen, dem der Hof gehörte. Dessen Frau hat vielleicht nicht gearbeitet.
Ich spreche von Jahrtausenden der menschlichen Geschichte, in denen quer durch die Kulturen, Stände und Epochen eine mehr oder weniger strikte Rollenverteilung stattfand.
Ich eigentlich auch. Bei den MA-Bauern in Mitteleuropa zumindest arbeiteten beide für den Fronherren, dem das Land gehörte. Frauenhandwerksarbeit fand statt in Frauenarbeitshäusern, Stoffherstellung, Spinnen usw.
Es gibt eine lange Liste der Handwerksberufe der Frauen des MAs. Das sind alles keine Ausnahmen, das ist die breite Bevölkerungsmasse.

Falls Du mit strikter Rollenverteilung meinst, dass die Frauen sich allein um die Kinder kümmerten und dabei genauso wie die Männer arbeiteten, könnte das durchaus sein. Das weiß ich nicht, ob sich der Mann gar nicht um seine Kinder kümmerte und die Frau neben der Arbeit noch Haushalt und Kinder hatte. Dann hättest Du doch recht damit, dass der Mann sich seiner Familie auch damals nicht verbunden fühlte. Dann kommt man vielleicht auch wieder auf die "natürliche Sichtweise", dass ein Mann, nachdem er eine Frau geschwängert hat, zur nächsten schreiten will.

Allerdings denke ich, dass sich was angeglichen hat. Heute, wo man sich aus Liebe mit einem Partner zusammentun will, spielen ja seelische Bedürfnisse eine Rolle. Damit haben Männer wie Frauen gleichermaßen zu tun. Meine Beobachtung zB ist, dass Menschen, die von einem ihrer Elternteile benutzt wurden, dass sie sich seelisch um es kümmern, eher keine Kinder wollen und bindungsunwilliger sind, ich denke, weil sie unbewusst fürchten, dass sie für diese Liebe wieder ihre Eigenständigkeit aufgeben müssen und als Bedürfniserfüller des Partners zu dienen haben, wenn der die Beziehung erhalten wollen soll. Die Mutter hatte ihnen ja beigebracht, dass sie nur "geliebt" werden, wenn sie die mütterlichen Bedürfnisse gut erfüllen. Wenn ich das mal weiterspinne, so sind manche der heutigen Männer für ihre Mutter vielleicht ein emotionaler Mann-Ersatz gewesen, weil sie zu Hause war und nichts zu tun hatte, als Mann und Kind zu versorgen und selber vom Mann emotional nicht genug bekam. (Seh ich auch gerade bei einer Bekannten.) Der Mann lernt Frauen in Form der ersten Frau, der Mutter, in seinem Leben kennen und die ist eine emotionale Forderin. Das Bild, dass alle Frauen so sind, entsteht. Deswegen blockt er später emotionale Verbindlichkeiten ab, um nicht wieder wie von der Mutter benutzt zu werden als emotionaler Bedürfniserfüller. Könnt ich mir so erklären.
 
  • #48
In den anderen Punkten Heirat und Kinder sind wir einer Meinung. Wir sind auch was die Punkte Ordung, Haushaltsführung angeht, einer Meinung.
Lauten STreit gibt es nicht. Auch Diskussionen laufen sehr "harmonisch" ab. Jeder lässt dem anderen seine Meinung und toleriert sie. Man muss sie ja nicht gut finden.

Hi Löckchen, wie passt das zusammen? Heiraten ja, Zusammenziehen nein?
Ich habe den Verdacht, er denkt diesbezüglich noch theoretisch. Sprich: "joa, irgendwann im Leben würde ich schon mal heiraten und Kinder haben", aber wenn du jetzt es ansprechen würdest: Zack, wäre es ganz anders.
Du denkst jetzt praktisch. Du möchtest diese Steps in der Praxis verwirklichen, und er ist dazu (noch) nicht bereit. Ob er jemals bereit sein wird, kann hier keiner sagen.
Nach 1,5 Jahren finde ich es legitim, über Praxis zu reden. Wann willst du zusammenziehen? Viel wichtiger: wie stellst du dir das Zusammenleben vor? Denn es gibt da Parameter die man echt vorher klären sollte:
- wieviel Freizeit gewährt man dem anderen, wie oft macht man etwas getrennt?
- wer putzt was, wer hat welche Pflichten?
- wie sieht die Finanzierung aus?
- wo wohnt ihr zusammen, in welcher Wohnung? Wenn neue Wohnung dann: welche Parameter braucht der eine, welche der andere? (zB Ort, Balkon, Bad oder Dusche, sowas eben)
Ihr scheint auf der theoretischen Ebene zu sein, du kannst aus dieser mit solchen praktischen Fragen herauskommen. Ich glaube, er hat eifnach gar nicht über die Praxis nachgedacht, ihm passt es wie es ist. Nun, dir nicht. Formuliere klar deine Wünsche, und schau mal, ob es eine Rückmeldung gibt.
(Denn die Wohnungen als Plan B zu behalten, finde ich nicht die Praxis, ehrlich gesagt.)
 
  • #49
Löckchen87,

die Frage ist: Was würdest du einer Freundin raten, die dich mit genau diesem Problem um deinen Rat bittet?

Bestenfalls weiß es dein Freund wirklich nicht, ob er das will und braucht die Zeit zum Nachdenken - schlechtestenfalls weiß er jetzt schon, dass er es nicht will und ist nur zu feige, es dir zu sagen. BEIDES ist für mich im Ergebnis gleich schlecht.

Zu meinem Verständnis von einer perfekten Beziehung gehört es dazu, dass sich das Bedürfnis nach Zusammensein und ZusammenLEBEN bei beiden synchron entwickelt, sodass sich am Ende die Frage eigentlich gar nicht mehr ernsthaft stellt, sondern man sich eigentlich schon auf die erste Nacht in der gemeinsamen Wohnung freut. So will ich es haben und du offenbar auch. Da passt ein Partner, der davor Angst hat, überredet werden muss oder schlicht die Art der Freiheit einer eigenen Wohnung beibehalten will, einfach nicht...es würde, egal für welches Modell Ihr euch schließlich entscheidet, immer einer mit seinen Bedürfnissen auf der Strecke bleiben.

Bevor ich es vergesse: Bei meiner Beziehung hatte LAT dann doch einen großen Vorteil. Man musste bei der Trennung nur jeweils eine IKEA-Tasche mit Klamotten austauschen...
 
  • #50
Warum braucht er überhaupt irgendwelche Zeit um sich zu entscheiden ? Sollst du dich noch verändern ?

Warum verhältst du dich so passiv, als wäre er einseitig der große Bestimmer. Sag ihm doch einfach : Ich habe die Entscheidung getroffen, dass wir in 6 Monaten zusammenziehen, bist du damit einverstanden ? Wenn er dann sagt nein, dann sag ihm "In 1 Jahr ist für mich auch noch ok?" Wenn er dann wieder sagt Nein dann hast du alles was du wissen wolltest. Es gibt im Endeffekt keinen sinnvollen Grund hier die Antwort zu verweigern. Es ist ja nicht so dass er jetzt monatelang dasitzt und durchgehend angestrengt nachdenkt. Die ganze Überlegung kann max 1 Minute dauern.
 
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  • #51
Zu meinem Verständnis von einer perfekten Beziehung gehört es dazu, dass sich das Bedürfnis nach Zusammensein und ZusammenLEBEN bei beiden synchron entwickelt, sodass sich am Ende die Frage eigentlich gar nicht mehr ernsthaft stellt, sondern man sich eigentlich schon auf die erste Nacht in der gemeinsamen Wohnung freut. So will ich es haben und du offenbar auch. Da passt ein Partner, der davor Angst hat, überredet werden muss oder schlicht die Art der Freiheit einer eigenen Wohnung beibehalten will, einfach nicht...es würde, egal für welches Modell Ihr euch schließlich entscheidet, immer einer mit seinen Bedürfnissen auf der Strecke bleiben.
Das sehe ich genauso. Ich würde an deiner Stelle also wirklich sehr darauf schauen, wie du dir eine Beziehung vorstellst, mit der du zufrieden ist und in der deine wichtigsten Bedürfnisse erfüllt werden. Wo die Reise richtungsmäßig für dich hingehen sollte, damit es dir gut geht - völlig unabhängig von deinem Partner. Zu viele Kompromisse auf einer Seite nagen mit der Zeit an der Partnerschaft.
 
  • #52
In den anderen Punkten Heirat und Kinder sind wir einer Meinung. Wir sind auch was die Punkte Ordung, Haushaltsführung angeht, einer Meinung.

Liebe FS,
kannst Du mir mal erklären, wie ihr gleicher Meinung seid in Sachen Heirat und Kinder? Nach Deinem Eingangspost kann ich mir die Meinungsgleicheit nur vorstellen, wenn die gemeinsame Meinung ist: keine Ehe, keine Kinder.
Du willst den nächsten Schritt tun und Zusammenziehen, der Mann sagt dazu "Nein", schiebt einen banalen Streit vor, obwohl ihr doch sonst nicht streitet und da glaubst Du, dass ihr euch bei bedeutsameren Schritten einig seid? An was glaubst Du sonst noch - an den Weihnachtsmann?

Woran zeigt sich, dass ihr in Sachen Haushaltsführung und Ordnung einer Meinung seid? Ihr wohnt doch garnicht zusammen. Sowas zeigt sich erst, wenn man es lebt.

Fazit: erzählen und sich gegenseitig bestätigen kann man viel - allein die Taten zählen.

Ich will ihn aus Liebe nicht verlieren und will es ihm so angenehm wie möglich machen (aus meiner Sicht ausreichend lange Entscheidungszeit und Probewohnen)....
Wieso willst Du ihm das Zusammenwohnen so angenehm wie möglich machen und solche Irrwege verfolgen wie Probewohnen und 3 Wohnungen parallel finanzieren? Wie kommst Du auf den Gedanken, mit einem Mann zusammenziehen zu wollen, wenn er es nicht will, ihn dazu gegen seinen Widerstand zu überreden? Glaubst Du, das das gut gehen kann?
Merkst Du nicht, wie Du Dich selbst belügst? Du kennst die Antwort schon lange, willst sie nur nicht akzeptieren - er will nicht mit Dir Zusammenleben.

Der Mann eiert rum, weil Du rumeierst.

Ich habe mich noch nie bemüht, es einem Mann so angenehm wie möglich zu machen, ihm diverse Auswege zu lassen, damit er mit mir zusammenzieht.
Wenn einer nicht gewollt hätte, dann trennt man sich eben, weil man wegen inkompatibler Lebensstile miteinander nicht glücklich werden kann, statt Jahre unzufrieden zusammen das Problem zu umkreisen und Nebenschauplaetze aufzumachen, Streit zu inszenieren um einen Grund zu haben, die Entscheidung zu vertagen und sich die Beziehung sukzessive zu zerlegen.

Aus meiner klären Linie resultiert: ich hatte, seit ich 18 bin nur Partnerschaften, in denen der Wunsch zum Zusammenleben beidseitig gegeben war. Dann klappt die Umsetzung auch ohne Schachzuege.

Ich bin ein Nähetyp in Partnerschaften, der die Nähe des Zusammenlebens braucht, aber Freiraum gewährt und selber Freiraum braucht. Ich hatte 3 Fernbeziehungen, alle wurden in Zusammenleben überführt. Einmal ging das im ersten Versuch nicht, da habe ich mich trotz großer Liebe für ein paar Jahre von ihm getrennt.

Einmal habe ich LAT versucht - der Mann ist mir einfach verloren gegangen. Ich kann LAT nicht.
 
  • #53
...Nach Deinem Eingangspost kann ich mir die Meinungsgleicheit nur vorstellen, wenn die gemeinsame Meinung ist: keine Ehe, keine Kinder.
....

Vikky hat es auf den Punkt gebracht: IHR seid auf gleicher Linie, was Hochzeit und Kinder betrifft, ER weiß aber noch nicht, ob er mit dir überhaupt zusammenziehen möchte - im Augenblick empfindet ER das eher als Drucksituation ?!?
Am besten führst du dir diese Absurdität nochmal vor Augen!

BTW: Ich persönlich kenne keine Ehe mit Kindern, die in getrennten Wohnungen stattfindet - außer im Trennungsjahr...
 
  • #54
Derartige Aussagen verstehe ich nicht so ganz. Was hat es mit austauschbar zu tun, wenn man Lebensvorstellungen hat und gegebenenfalls die Beziehung nicht weiterführen möchte, wenn die Vorstellung des Partners davon zu weit abweicht? Oder steckt da die Idee dahinter, dass man die Liebe der FS daran erkennt, dass sie ihre Bedürfnisse komplett hinter die Bedürfnisse ihres Partners stellt? Was ist dann mit seiner Liebe, die ist ja nach diesem Gedankengang nicht stark genug, wenn er gar nicht auf Ihre Bedürfnisse eingehen möchte? Das beißt sich irgendwie in den Schwanz.

Hier gehen beide nicht auf die Vorstellungen des anderen ein.

Stellen Sie sich vor, Ihr Partner hat die Vorstellung, dass Sie und er täglich Sex haben, während Ihnen das viel ist. Und dann erklärt er, dass er - wie die FS - sich dann halt eine andere suchen wollen würde. Und das einzige Entgegenkommen ist, dass er Ihnen vorschlägt, doch mal 6 Monate auf Probe täglich Sex zu haben, damit Sie sich daran gewöhnen können und wenn Sie es dann immer noch nicht wollen, dass er sich dann anderweritig eine neue Partnerin sucht.

Würden Sie dann das Gefühl haben, dass der Partner sie liebt und nicht für beliebig austauschbar hält?

Vorliegend verlangt die FS, dass er seine Bedürfnisse nach getrennten Wohnungen voll hinter ihre Bedürfnisse zurückstellen soll und ansonsten aussortiert wird.

Und für einen Mann hat ein Zusammenleben mit einer Frau halt oft keine Vorteile, da gewöhnlich alles nach ihren Bedingungen laufen soll und ansonsten angedroht wird, den Partner auszutauschen. Vom Arbeits- und Kostenaufwand gibt es nichts Angenehmeres als ein Haushalt ohne Frau, da die Frau dann auch nicht ständig Vorwürfe machen kann, dass sie angeblich mehr machen würde, obwohl er ihre Tätigkeiten ohnehin für nicht notwendig betrachtet.
 
  • #55
Wenn eine Beziehung gefühlsmäßig einen bestimmten Status erreicht, dann habe ich einfach das Bedürfnis nach "alltäglicher Nähe".
Auch hier hat jeder seien Freiheit und geht seinen Hobbies nach und trifft sich auch einzeln mit seinen Freunden.
Würde ich keinen Mann kennenlernen, bei dem ich nicht dieses Gefühl habe, würde es auch kein Zusammenziehen geben. Kann sein, dass ich niemals jemand finde, wo ich es mir vorstellen kann. In diesem Fall aber schon.
Diesen Status hast du gefühlsmässig bereits erreicht bei diesem Mann und deswegen möchtest du auch "alltägliche Nähe" mit ihm!

Er hat diesen Status gar nicht erreicht und vielleicht möchte er gar nicht mit dir zusammenziehen. Nehmen wir nun an, er hat das niemals vor und was macht ein Mann, damit seine Freundin ihm nicht abspringt, weil der aktuelle Beziehungsstatus, für ihn perfekt ist und er keinen Druck und Bedürfnis verspürt, etwas daran zu ändern. Er sagt:

1) 6 Mon. sind mir zu wenig Zeit, um zu entscheiden ich möchte mehr Zeit aber ich kann dir nicht sagen, wie viel ich brauche? 1,2,3,7,10 Jahre?
2) Ja, auf jeden Fall will ich einmal mit dir zusammenziehen, dich heiraten und Familie gründen.

Die Frage ist jetzt: a) liebt er dich wirklich und möchte das auch alles tun aber fühlt sich noch nicht reif dazu und braucht tatsächlich Zeit um sich dafür zu entscheiden oder
b) sagt dir das alles nur, um dich nicht zu verlieren (weckt falsche Hoffnungen in dir damit du bleibst) aber in Wirklichkeit kein Interesse an einem gemeinsamen Haushalt hat - weder mit dir noch mit einer anderen Frau oder
c) er möchte einmal tatsächlich eine Frau heiraten und Familie gründen aber er sieht nicht dich als die passende Partnerin und hofft die Traumfrau zu finden.

Wie kannst du jetzt selbst wissen, was von diesen drei Punkten auf ihn zutrifft? Was er zu dir sagt, muss er nicht meinen und fühlen. Kann sein, dass er sich heimlich die Hände reibt und denkt: "zum Glück kann sie nicht in meinen Kopf rein schauen und sehen, was ich wirklich will."

Ein Ex-Freund von mir wurde verlassen nach 7 Jahren Beziehung. Er sagte seiner Freundin klipp und klar: ich werde niemals heiraten. Sie hat das stillschweigend registriert und versuchte ihn niemals zu überreden dafür aber schmiedete sie heimlich ihren Plan und hatte ihn verlassen, um später einen anderen Mann zu heiraten. Er fiel aus allen Wolken und es ging ihn seelisch sehr schlecht, als ich ihm sagte: "auch Frauen haben ihre eigenen legitimen Wünsche auf die sie nicht verzichten wollen und wenn sie die nicht mit einem Mann erfüllen können dann mit einem anderen Abend denke nicht dass Frauen für einen Mann auf ihre Wünsche verzichten."

Auch er glaubte nicht eine Frau würde ihn verlassen so wie mein Vater mir sagte: "Männer sind eingebildet und glauben nicht, dass eine Frau sie verlassen würde." Dann trifft sie der Schlag, weil sie glauben, dass Frauen emotional ewig von ihnen abhängig bleiben.
 
  • #56
Zu Deiner Eingangsfrage "Wie viel Zeit?": im Grunde beruht die Frage auf der Annahme, man müsse dem Mann nur genug Zeit geben, dann werde er sich ändern. Dein Partner hatte 1,5 Jahre Zeit, sich Gedanken zu machen. In einem weiteren halben Jahr wird er seine Sicht kaum ändern.
Grundlegende Lebensvorstellungen klopfe ich in einer Beziehung frühzeitig ab, genauer in den ersten Wochen. Zusammenziehen ist irgendwann spätestens nach einem Jahr ein Thema, mindestens in der Perspektive. Wenn die Sichtweisen verschieden sind, dann passt der Partner nicht. Frau kann dann mit "Liebe" argumentieren, aber das ändert wenig an der fehlenden Perspektive. Frau kann sich dann bestenfalls LAT schönreden.

Warum soll ich als Frau etwas "wissen"? Sie hat es explizit angesprochen und er hätte explizit daraufhin ehrlich sagen können, dass er nicht will.

Genau. Und eine fehlende Aussage auf eine klare Frage, deren Beantwortung der Partnerin erkennbar wichtig ist, ist auch eine Antwort. Und im Grunde "weiß" frau dann, woran sie ist. Auch wenn sie denkt, man könne ihn durch mehr Zeit oder irgendwelche Bedrohungen umstimmen.
Aus irgendwelchen Gründen, sei es mangelnde Liebe, sei es ihr Ordnungsfimmel, sei es Faulheit, möchte er nicht zusammenziehen. Er überlässt Dir damit die Entscheidung, etwas an der Beziehung zu ändern. Er wird es nicht tun.
 
  • #57
Wenn die Sichtweisen verschieden sind, dann passt der Partner nicht.
Das ist meines Erachtens zu einfach gedacht. Denn es wird nie einen Menschen geben, der alles genau so sieht und möchte wie man selbst. Das wäre der Traumprinz/die Traumprinzessin, und der/die existiert nicht. Was also tun? Sich trotzdem kein Stück bewegen? Dann kann man nur Beziehungen mit Menschen führen, die sich komplett anpassen, gegen ihre eigenen Bedürfnisse - das funktioniert jedoch meines Erachtens auf Dauer nicht, das macht auf lange Sicht auch den Bestimmer nicht glücklich. Oder man hat nur kurze Beziehungen, die man sofort beendet, sobald eine Abweichung in den Vorstellungen auftritt. Oder man bleibt alleine - das macht aber auch nicht wirklich glücklich.

Meines Erachtens gehört es zum Reifeprozess des Menschen dazu, dass man versteht, dass es den Idealpartner nicht gibt und dass jedwede Beziehung mit anderen Menschen nur funktioniert, wenn es ein Geben und Nehmen gibt und man sich auch mal auf andere zubewegen muss, damit diese sich wiederum auf einen zu bewegen. Man gibt dabei auch nicht zwangsläufig etwas auf, denn jeder von uns wird schon die Erfahrung gemacht haben, dass man irgendetwas zunächst abgelehnt hat und dann, nachdem man sich doch eingelassen hat, war es doch gut. Oder man hat einen guten Kompromiss gefunden, mit dem beide gut leben können.

Das Thema Zusammenziehen ist allerdings für einen Kompromiss nicht wirklich geeignet, denn entweder man zieht zusammen oder nicht. Der Vorschlag der FS, dass jeder erstmal seine Wohnung behält, ist da der einzige Kompromiss und dennoch zögert der Freund. Warum? Liegt es an ihr, ist sie nicht die Richtige? Vielleicht, und ihr Freund möchte ihr das aus irgendeinem Grund nicht sagen. Oder es liegt an ihm selbst - hat er, vielleicht aufgrund von vorangegangenen schlechten Erfahrungen, Horrorvorstellungen vom Zusammenwohnen, die nichts mit ihr zu tun haben? In beiden Fällen kann nur der Freund das Problem lösen: Entweder er gibt zu, dass er sie nicht als die richtige Frau sieht, mit der er zusammenziehen will - dann wird sie die Beziehung wohl beenden. Oder er bekämpft seine Horrorvorstellungen und überträgt sie nicht schon von vorneherein auf das Zusammenwohnen mit der FS - dann könnte sich herausstellen, dass eine gemeinsame Wohnung mit der FS gut funktioniert und ihre Beziehung könnte sich weiterentwickeln.

Der Freund ist somit dran, er muss etwas tun. Er weicht jedoch aus, deshalb hat meines Erachtens die FS keine andere Möglichkeit, als ihm ein Ultimatum zu setzen, damit die momentan unbefriedigende Situation aufgelöst wird. Nicht sie schafft (Leidens)-Druck sondern er, durch sein Rauszögern. Er muss jetzt mal Farbe bekennen, so oder so, das gehört zum Erwachsensein dazu.
 
  • #58
Schwarz oder weiss - Paare haben zusammen zu leben oder sie sind keine Paare.
So denkt der deutsche Michel und die deutsche Micheline. Und wird dabei unglücklich.
Wie oft gehen Paare auseinander, weils im Alltag nicht passt ? Obwohl doch die wirklich zusammen genossene Zeit schön ist. Wie oft haben Menschen das Gefühl, nicht mehr genug Raum für sich zu haben ? Wie oft zerstören Kompromisse die eigentlich schöne Zweisamkeit?
Muss das denn wirklich sein ?
Warum eigentlich sind so viele Menschen derart versessen darauf, sich um zu kalte Butter, Zeitung beim Frühstück oder Zeit im Bad zu streiten ? Legen es darauf an, sich mehr zu stören als sich aneinander zu freuen?
Was ist so toll daran, sich darum zu streiten, wer nun einkaufen muss? Nennt ihr das Nähe?
Qualität statt Quantität - lieber einen guten Whiskey als eine Flasche Fusel. Lieber schöne Zeit zusammen und schöne Zeit alleine als sich immer auf der Pelle zu hocken.
Vielleicht macht dein Freund alles genau richtig, liebe FS. Überlege nochmals ....
 
  • #59
Das ist meines Erachtens zu einfach gedacht. Denn es wird nie einen Menschen geben, der alles genau so sieht und möchte wie man selbst.

Nur dann zu einfach gedacht, wenn man "Grundlegende Lebenseinstellungen" und "Zusammenziehen" einfach überlesen möchte. Du schreibst ja selbst:

Das Thema Zusammenziehen ist allerdings für einen Kompromiss nicht wirklich geeignet, denn entweder man zieht zusammen oder nicht.

Man kann vielleicht noch über Urlaubsziele oder Freizeitgestaltung diskutieren und natürlich wird man nie bei allem einer Meinung sein. Über Zusammenziehen und andere grundlegende Vorstellungen kann man eben nicht diskutieren, das sind Beziehungkiller. Der Partner der FS hat das vielleicht verstanden, die FS jedenfalls nicht. Pures Abwarten oder auch "Ändern" ist da keine Lösung.
 
  • #60
Liebe FS, lass Dich durch gewisse Kommentare nicht kirre machen. Zusammen leben ist kein "billiger Fusel" und bedeutet auch nicht, sich täglich über Nichtigkeiten zu streiten. Du wünschst Dir, dass Eure Beziehung nach 1,5 Jahren auf eine neue Ebene kommt. Verständlich. Dein Freund steuert dagegen. Nach 1,5 Jahren sollte man sich gut genug kennen, um eine Entscheidung zu treffen. Ich denke nicht, dass 6 Monate "Galgenfrist" seine Meinung ändern werden. In so wichtigen Dingen sollte es passen und man sollte einer Meinung sein. Überlege Dir gut, wo Du diese Beziehung in einigen Jahren siehst. Du musst Dich nicht anpassen, wenn Dein Lebensziel ein anderes ist. W, Ü 50 und nach mehr als 25 Jahren immer noch glücklich verheiratet
 
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