• #1

Will ich zu viel auf einmal?

Hallo ihr Lieben,
kurz zur Vorgeschichte: ich war 10 Jahre lang verheiratet, verliebte mich in einen anderen. Er war auch verheiratet und verliebte sich auch in mich. Wir trennten uns beide von unseren Partnern. Bei mir ging das etwas glatter über die Bühne als bei ihm. Auf beiden Seiten sind Kinder, ich habe eine Tochter (nicht von meinem Ehepartner), er hat zwei kleine Söhne.
Stand jetzt ist, das er gerade seine eigene Wohnung fertig macht und ab Ende der Woche da wohnen wird. Dann muss sich alles einspielen, der Umgang mit den Kids usw.
Mein "Problem" ist jetzt, das ich wohl zu viel auf einmal will. Möchte ihn am liebsten gleich komplett in meinem Leben haben. Er ist aber so, das er sagt das sich das langsam aufbauen muss bis wir quasi ein gemeinsames Leben haben. Ich komme damit ganz schlecht klar, denke dadurch immer das er es nicht ernst meint oder mich nicht liebt. Obwohl ich eigentlich weiß das nicht alles auf einmal geht. Die Kinder müssen sich erst daran gewöhnen, und auch das äußere Umfeld ist schwierig.
Ich wollte es schon öfter beenden weil ich denke das es niemals so sein wird das ich damit klar komme. Aber dann kämpft er schon sehr darum das ich das nicht tue.
Liegt das Problem wirklich nur bei mir oder passen wir in unseren Ansichten vielleicht einfach nicht zusammen?
Ich muss dazu sagen, dass ich psychisch etwas angeschlagen bin...
 
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  • #2
Ich finde es vernünftig und richtig wie er es angehen will. Du kannst doch nicht die Kinder aus der Familie reißen und ihnen sofort eine neue Mutter vor die Nase setzen und noch ein Geschwisterkind. Denkst du auch mal an dein Kind wie es sich fühlen würde wenn es plötzlich zwei Kleinkinder jeden Tag um sich haben muss und dazu schon wieder einen neuen "Vater"?

Ich finde dann muss man sich als Erwachsener mal zurücknehmen und die Belange der Kinder in den Vordergrund stellen. Die Trennung von den Elternteilen ist für sie schon schwer genug.
 
  • #3
Du wolltest es schon mehrmals beenden? Kannst Du für Dich sagen, wie es sein müsste, damit Du Dich wohl fühlst? Welchen Grund gibt es, zu glauben, es würde nie so werden, wie Du es brauchst?

Konnte Dein neuer Partner Dir benennen, was ihm in seiner Ehe gefehlt hat, so dass ein Fremdverlieben möglich war? Kannst Du für dich benennen, was dir primär in deiner Ehe gefehlt hat, so dass ein Fremdverlieben möglich war? Wenn ihr das voneinander wisst, wärt ihr schon ein Stück weiter. Dann könntet ihr Euch damit auseinander setzen, ob ihr Euch das geben könnt, was vorher fehlte.

Ich würde Dir gern Mut machen, doch wir kennen Dich ja nicht und wissen nur wenig. Was bedeutet, Du bist psychisch angeschlagen?

Gerade, wenn er sich nun ein eigenes zu Hause schafft, renoviert, umzieht usw. ist das sehr kräftezehrend, zumal mit allen sonstigen Verpflichtungen.

Ich könnte mir vorstellen, die Zweifel und die Ungeduld sind dein Anteil, und nicht seiner.
 
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  • #4
Gratulation, Du scheinst einen Menschen kennengelernt zu haben, der sein Hirn einschaltet, der Verantwortung kennt und lebt und nun? Finde den Fehler!
Wenn Du momentan psychisch angeschlagen bist, dann suche Dir adäquate Hilfe und lass es nicht an diesem Mann aus! Nicht falsch verstehen, es gibt Situationen im Leben, die schafft man nicht so gut alleine, aber dieser potentielle Partner kann und darf nicht die Lösung Deiner Probleme sein! Viel Glück Euch
 
  • #5
Ich verstehe deine Ungeduld, aber so schnell fliegt es sich nicht von einem ins andere Nest. Das wäre weder gut für die eigene Seele noch für die der Kinder.

Beobachte über die nächsten Wochen/Monate, wie es vorangeht mit ihm, und schau, ob ihr eine Balance zwischen Nähe und Distanz findet, die dir guttut. Versuche, dich nicht an ihn wie an einen Strohhalm zu klammern. Nutze die Zeit, um DICH wiederzuentdecken, nur so bleibst du für ihn eine interessante Partnerin. Und vergiss nicht: DU bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Schau, dass es DIR gutgeht.

Gib also auch DIR ein wenig Zeit, zu dir selbst zu finden. Der neue Mann ist nicht dazu da, dich aus deiner Situation zu "retten". Wenn du schreibst, dass du psychisch angeschlagen bist, ist das ein Hinweis darauf, dass du auch mal ein wenig zur Ruhe kommen musst, bevor das Patchwork-Gewusel so richtig losgeht. Entdecke auch Freundinnen wieder, mach schöne Dinge allein, mit deinem Kind, mit Freundinnen und häng dich nicht zu sehr an "ihn". Auch er muss erst einmal mit der neuen Situation zurechtkommen.

Falls und nur falls es Hinweise darauf geben sollte, dass der Mann dich als Sprungbrett aus seiner alten Beziehung genutzt hat, aber nun nicht verbindlicher mit dir werden will, kannst du immer noch reagieren. Ich würde davon aber erst einmal nicht ausgehen und zu Geduld raten wollen.

Alles Gute
w56
 
  • #6
..war 10 Jahre lang verheiratet.... Auf beiden Seiten sind Kinder, ich habe eine Tochter (nicht von meinem Ehepartner), er hat zwei kleine Söhne....
Möchte ihn am liebsten gleich komplett in meinem Leben haben.... er sagt das sich das langsam aufbauen muss bis wir quasi ein gemeinsames Leben haben.
Liebe Fs,
eure Situation ist nicht miteinander vergleichbar.
Deine Tochter ist bereits eine Jugendliche und trennungserprobt (mindestens 2 gescheitere Beziehungen an Deiner Seite erlebt). Es wird ihr weitgehend wurscht sein, ob schon wieder ein neuer Mann auftaucht. Sie wird das eher nutzen, ihren Bewegungsradius und ihre Freiheiten auszudehnen.

Er hingegen hat zwei kleine Kinder, die ihn brauchen und für die er wohl da sein will. Für ihn ist das die erste Trennung mit Kindern. Er hat eine Ex mit gemeinsamen Kindern. Dein Ex ist nicht der Vater, also bleibt da nichts nach.
Er muss sich in das neue Leben erst einfinden und den Umgang mit seinen Kindern aufbauen. Das hat für ihn mehr Priorität, als bei Dir die erste Geige zu spielen. Du wirst auch nicht seine erste Geige sein.

Was heißt das konkret? Er bekommt aus seinem sozialen Umfeld wegen seiner Entscheidung Druck? Das ist für viele Menschen ein schweres Pfund: Kernfamilie verloren, erweiterte Familie verloren und die Freunde ziehen sich auch zurück, weil sie sein Verhalten nicht ok finden.

er sagt das sich das langsam aufbauen muss bis wir quasi ein gemeinsames Leben haben. Ich komme damit ganz schlecht klar, denke dadurch immer das er es nicht ernst meint oder mich nicht liebt.... ich denke das es niemals so sein wird das ich damit klar komme...
Ich muss dazu sagen, dass ich psychisch etwas angeschlagen bin...
Ich finde, er hat Recht. Als ich mich trennte (ohne Kinder) wäre ein psychisch angeschlagener Mann so ziemlich das Letzte, was ich gebraucht hätte. Wenn man Kinder hat und diese nicht nur eine Nebenrolle für einen spielen, ist man da wohl noch strikter.

Wahrscheinlich erkennt er jetzt, dass es mit Dir nicht so leicht ist, wie es ihm während eurer Affäre erschien. Daher kümmert er sich vorrangig darum, sein neues Leben aufzubauen.
Vielkeicht zeigt sich auch, dass er erstmal allein sein will, um sich an das neue Leben zu gewöhnen. Du warst zwar das Sprungbrett für die Trennung, bist aber nicht die Sandkasten, in der er zu landen gedenkt. Vermutlich sucht er sich erstmal einen eigenen Weg und lässt es mit euch eher locker laufen, bis sich für ihn klärt, was er will - mit Dir oder ohne Dich.
Beschleunigen kannst Du diesen Prozess nicht. Je mehr Du ihn unter Druck setzt, desto unerfreulicher erscheint ihm eine Beziehung mit Dir. Hör auf, ihn zu bedrängen und nutz die Zeit, um Deine angeschlagene Psyche zu stabilisieren und eine erfreuluiche Partnerin sein zu können.
 
  • #7
Es klingt vernünftig, wie er es will. Aber eben vernünftig. Nicht total verliebt, romantisch, sehnsüchtig, so wie ich es bei Dir vermute.

Das ist eigentlich ein ganz gutes Zeichen, wenn einer nicht so hineinstürzt in die neue Beziehung, finde ich, weil ich denken würde, so eine komplett gefühlsgesteuerte Sache bringt meist viel Drama mit sich. Das ist für mich was anderes, wenn zwei abgeklärte Leute sofort zusammenziehen. Aber Dich halte ich für nicht abgeklärt. Ich vermute, dass ihr zuerst zusammen wart und euch dann getrennt habt. Daher denke ich bei ihm, dass er das, was Du gabst, schon in seiner Beziehung sehr vermisst hat, aber nun, da er es richtig fest haben könnte, vielleicht meint, erstmal Abstand gewinnen zu müssen und zu gucken, ob das wirklich eine Partnerschaft mit euch werden kann. Ich halte es für möglich, dass er nur erstmal aus der Beziehung raus wollte und einen Grund brauchte. Und nun, wo er es geschafft hat, kommt die Überlegung, wie es weitergehen soll.

denke dadurch immer das er es nicht ernst meint oder mich nicht liebt.
Muss nicht so sein. Ich denke, er ist gefühlsmäßig durch den Wind.
Aber dann kämpft er schon sehr darum das ich das nicht tue.
Damit hast Du doch Gewissheit, dass er sich nicht fern fühlt von Dir, wie ich es mir vorstellen würde, wenn er wirklich schon wüsste, dass er nur einen Grund brauchte für die Trennung von der Ex.
Ich denke mal, er ist sehr mit sich und der Situation "Trennung von den Kindern" beschäftigt.

Vielleicht kommst Du mit der Situation besser klar, wenn Du Dich auf Dich selbst und Dein Kind konzentrierst. Du hast sicher auch was zu verarbeiten, statt Dir sofort wieder die nächste Beziehung zu verschaffen, in der es Kompromisse geben muss und Probleme gelöst werden müssen, die man allein gar nicht hätte. Du hast Dich vielleicht so auf diese Beziehung geeicht und siehst nur noch "die Wurst vor der Nase, die Du nicht schnappen kannst", dass Dir gar nicht auffällt, was für leckeres Zeug drumrum liegt, das Du gleich haben könntest. Freiheit z.B., Leben ohne Rücksicht auf einen Mann. Das Klammern an eine Beziehung, also einen anderen Menschen, der einem das emotionale Leben "voll" machen soll, ist nie gut, weil man zu viele Zugeständnisse machen könnte und den anderen vielleicht auch "verschlingen" könnte. Du schreibst, Du bist angeschlagen. Darum musst Du Dich ja allein kümmern, eine Partnerin ohne seelische Probleme ist immer einfacher, als eine mit. Und erst recht eine Mutter ohne seelische Probleme, die sich um die seelischen Probleme ihres Kindes kümmern kann. Denn auch wenn Dein Kind nicht vom letzten Partner ist, wird da vielleicht nach zehn Jahren auch irgendwas sein, womit es klarkommen muss. Entweder damit, dass der Mann fehlt, oder damit, dass er endlich nicht mehr da ist und hoffentlich sobald kein neuer kommt, der wieder Raum einnimmt im Leben.
 
  • #8
Liebe Caro,
welchen Beweis dafür, dass er es ernst meint, brauchst du denn noch?
Er hat doch Nägel mit Köpfen gemacht und seine Frau für dich verlassen.
Dass es nun erst einmal wichtigere Dinge für ihn zu regeln gibt, musst du akzeptieren.

Der Mann muss sich doch mit der neuen Situation erst einmal auseinandersetzen. Lass ihm die Zeit dafür. Wenn du jetzt Druck machst, dann wirst du das genaue Gegenteil von dem erreichen was du dir wünschst.

Was mich sehr verwundert, ist die Tatsache, dass du bevor eure Partnerschaft, euer gemeinsames Leben, richtig angefangen hat, gleich wieder die Flinte ins Korn schmeißen willst. Das lässt eher Zweifel an deiner Loyalität ihm gegenüber offen.

Was hast du gedacht? Dass er gleich bei dir einzieht?

Du solltest im Grunde dankbar für den Mann sein. Ein Anderer hätte sich vielleicht nie getrennt und sich mit dir eine bequeme Affäre aufgebaut (so wie es vielen Frauen in deiner Position ergeht).

Sei ihm eine verständnisvolle Partnerin, unterstütze ihn, soweit es dir möglich ist. Ich denke dann wird sich das einspielen.
 
  • #9
Ich sehe das wie die Vorschreiberinnen. Er gestaltet das Ganze vernünftig und ich finde das auch richtig so. Nicht nur, um seine Scheidung irgendwann reibungsloser durchzubekommen. Er hat Verantwortung für seine Kinder. Sein Umfeld wird auch nicht gerade erfreut reagieren, wenn er seine Frau mit zwei kleinen Kindern wegen einer anderen verlässt.
 
  • #10
Ihr passt einfach nicht zusammen! Wenn er es langsam angehen lassen will, dann in allen Dingen. Dem verliebten Partner geht alles nicht schnell genug und er quält sich über Jahre. Dein Gefühl gibt dir recht, es wird nie so sein, wie du es dir vorstellst. Deine 10-Jährige Beziehung sollte dich das doch gelehrt haben! Hast du nichts draus gelernt?
 
  • #11
Danke für eure Antworten.

Vom Kopf her weiß ich das es richtig ist es langsam anzugehen. Leider habe ich ziemliche Verlustängste. Ich bin wegen meinen psychischen Problemen schon in Behandlung. Er weiß das alles und ich denke wenn ich nur ein Sprungbrett gewesen wäre, würde er sich das nicht weiter antun.
Die Zweifel sind meine Schuld, nicht seine. Ich setze dieses "langsam angehen" damit gleich das er mich nicht wirklich liebt. Hinzu kommt das er auch einfach ein anderes Verständnis von Beziehungen hat. Ich bin es gewohnt das meine Partner meist nur für mich da waren. Das ist jetzt nunmal nicht so, allein schon wegen den Kids. Das ist mir auch klar.
Ich habe ihm vorgeschlagen das wir erstmal den Kontakt abbrechen, bis er zur Ruhe gekommen ist und ich auch. Aber er möchte das nicht, sagt er hat Angst das wir uns dann verlieren.
Er meldet sich auch immer von selbst bei mir, mehrmals am Tag, erzählt mir was er tut usw.
Und trotzdem bin ich so unsicher...
Ich weiß das nicht er die Verantwortung dafür hat, meinen Seelenfrieden wieder herzustellen. Das muss ich selber machen.

Was mich sehr verwundert, ist die Tatsache, dass du bevor eure Partnerschaft, euer gemeinsames Leben, richtig angefangen hat, gleich wieder die Flinte ins Korn schmeißen willst. Das lässt eher Zweifel an deiner Loyalität ihm gegenüber offen.
Das ist genau das, was er mir antwortet wenn ich mal wieder aufgeben will.

Mit äußeren Umständen meine ich zb, das er mich aus seinem Freundes und Familienkreis grösstenteils erstmal raushalten muss. Denn da gab es sehr viel Streß wegen mir. Ich habe erst 2-3 Leute kennengelernt, was aber auch ok ist für mich. Nur macht es das natürlich auch wieder schwieriger was gemeinsames aufzubauen.
 
  • #13
Ich setze dieses "langsam angehen" damit gleich das er mich nicht wirklich liebt. Hinzu kommt das er auch einfach ein anderes Verständnis von Beziehungen hat. Ich bin es gewohnt das meine Partner meist nur für mich da waren.
Da hast aber Du das schräge Weltbild und nicht er. Für mich klingt das sehr nach "Klammern" und das mögen die wenigsten Männer (und Frauen vermutlich auch nicht wirklich).

Mit äußeren Umständen meine ich zb, das er mich aus seinem Freundes und Familienkreis grösstenteils erstmal raushalten muss. Denn da gab es sehr viel Streß wegen mir.
Warum? Weil Du Dich in seine Ehe gedrängt hättest? Das wäre für mich nachvollziehbar, aber auch vorhersehbar. Eigentlich ist doch klar, dass der Freundeskreis sich vermutlich auf beiden Seiten von denen, die ja nach außen hin "betrügen" erstmal zurückzieht...
 
  • #14
Nein das ist falsch rübergekommen. Ich meine damit das meine Partner immer "Frei" waren und sich ganz auf mein Leben quasi einlassen konnten.
 
  • #15
Ich habe ihm vorgeschlagen das wir erstmal den Kontakt abbrechen, bis er zur Ruhe gekommen ist und ich auch. Aber er möchte das nicht, sagt er hat Angst das wir uns dann verlieren.
Er meldet sich auch immer von selbst bei mir, mehrmals am Tag, erzählt mir was er tut usw.
Das hört sich für mich aber sehr nach Rosinenpickerei deinerseits an, so als würdest Du Dich eher verdrücken....bis er seinen Stress gelöst hat, und er dann für Dich da sein kann.
Dabei bist Du mit dem älteren Kind eher in der stärkeren Position, und auch nicht im Umbau deines äußeren Umfeldes. Ich denke, da könnte von Deiner Seite sogar eher Zuspruch für ihn angesagt sein.

Du bemängelst, dass Du von ihm nur einige Leute kennst, das macht es für Dich schwierig. Ich lese hier übersetzt sehr viel ICH ICH ICH.
Bei der Menge, die Du für Dich benötigen zu scheinst, um "satt" und glücklich zu sein, sieht es eher so aus, als wäre er nicht der richtige Partner für Dich. Und Du nicht für ihn.
 
  • #16
Liegt das Problem wirklich nur bei mir oder passen wir in unseren Ansichten vielleicht einfach nicht zusammen?
Dir ist das vielleicht nicht wichtig, dass der neue Partner in seiner Vergangenheit bisher nicht in der Lage war, dauerhafte gute Beziehungen zu führen. Andere sind da aber vorsichtiger und gehen die Sache lieber etwas ruhiger und sachlicher an, um erst einmal mehr Vertrauen aufzubauen.

Frühere gescheiterte Beziehungen müssen ja nicht eigenverschuldet sein oder können durch vermeidbare Fehler passiert sein (z.B. zu früh gebunden, zu wenig auf gegenseitige Bedürfnisse geachtet, ...), so dass gescheiterte Beziehungen auch nicht zwingend ein Indiz für die fehlende künftige Beziehungstauglichkeit sein müssen. Umgekehrt sind frühere gescheiterte Beziehungen aber auch kein positives Indiz dafür, dass künftig schon irgendwie alles besser laufen wird.

Wer daher eine eher weniger vertrauenserweckende Vergangenheit hat (gescheiterte Ehe / untreu in Ehe / Kind von anderen ...) muss daher einen neuen Partner erst einmal davon überzeugen, dass die neue Beziehung nicht ähnlich scheitern wird (z.B. indem man zeigt, dass man aus seiner Vergangenheit gelernt hat und etwaige eigene Fehler künftig unterlassen wird).

Gedanken über Beziehungsbeendigung ("Ich wollte es schon öfter beenden"), weil der Gegenüber sich nicht den eigenen Wünschen unterwirft, emotionaler Druck, Erwartungshaltungen, Drama, Fehler vorrangig bei anderen suchen, ... sind hingegen eher ungeeignet, dem Gegenüber Vertrauen zu vermitteln, dass dieser ein engeres dauerhaftes Zusammenleben als etwas Erstrebenswertes empfinden kann. Mit solchen Dingen erarbeitet man sich eher, dass der Gegenüber lieber vorsichtig bleibt und die Beziehung in einem Zustand belässt, aus dem man zu Not auch ohne größeren Schaden wieder herauskommen könnte, wenn einem die ganze Sache irgendwann insgesamt zu nachteilig erscheinen sollte.

...denke dadurch immer das er es nicht ernst meint oder mich nicht liebt.
Versetze Dich mal in seine Lage. Genauso kann Dein Partner sagen, dass Du ihn nicht wirklich liebst, weil Dir seine Gefühle egal sind. Solche Vorwürfe ("liebt nicht") sind meistens ziemlich mies und sinnfrei, da lediglich unterschiedliche gleich berechtigte Wünsche vorliegen und keiner bereit ist, seine Bedürfnisse unterzuordnen. Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Dein Partner Dir keine richtige Liebe vorwerfen würde, wenn Du Dich nicht seinen alleinigen Vorstellungen erfreut unterwirfst?

Arbeite lieber daran, dass Dein Partner Dir vertrauen kann und er Freude mit Dir empfinden kann. Überzeuge Deinen Partner auf positive Weise, dass Deine Wünsche für Beide etwas Schönes wären und das Risiko aufgrund des aufgebauten Vertrauens irrelevant erscheint, so dass er Dir dann auch gerne Deine Wünsche erfüllen würde. Mehr kannst Du nicht machen bzw. scheiterst ansonsten mit den Beziehungen immer wieder.
 
  • #17
Ich weiß das nicht er die Verantwortung dafür hat, meinen Seelenfrieden wieder herzustellen. Das muss ich selber machen.
Genau. Und das musst Du Dir auch sagen, wenn Du wieder in diesen Zustand kommst, dass Du Dich aufregst, weil nicht das passiert, was Du emotional brauchst. Dafür ist er ja nicht da, das ist ein erwachsener Mann mit ganz eigenen emotionalen Problemen, mit denen er umgehen muss. Und wenn Du so fordernd bist, dann ist das für einen Partner auch irgendwann so weit, dass er auf Abstand geht, weil Du zu viel Raum einnehmen willst, zu viel Deine Bedürfnisse durchdrücken willst und er gar nicht dazu kommt, mal rauszufinden, was er fühlt und welche Bedürfnisse er gerade hat.

Ich habe ihm vorgeschlagen das wir erstmal den Kontakt abbrechen, bis er zur Ruhe gekommen ist und ich auch. Aber er möchte das nicht, sagt er hat Angst das wir uns dann verlieren.
Fänd ich auch an sich unsinnig, aber wenn Du das für Dich brauchen würdest, würde ich auch mehr auf Distanz gehen. Ganz abbrechen ist doof, denn dann verliert man sich wirklich, und es muss ja nicht 0 oder 100 sein. Versuch doch mal, von den Extremen wegzukommen und Dich zu beruhigen.
Er meldet sich auch immer von selbst bei mir, mehrmals am Tag, erzählt mir was er tut usw.
Und trotzdem bin ich so unsicher...
Aushalten. Selbst wenn Du ihn jetzt löcherst, erfährst Du nichts Brauchbares, und selbst wenn Du Zeichen der Sicherheit verlangst, können die trügerisch sein. Das ist ne schwere Übung.

Mit äußeren Umständen meine ich zb, das er mich aus seinem Freundes und Familienkreis grösstenteils erstmal raushalten muss. Denn da gab es sehr viel Streß wegen mir.
Naja, Du bist der Grund, weshalb jetzt alles auseinander dividiert wird. Die halten natürlich zur verletzten Ex. Denn 1. kennen sie die und werden sie vermutlich mögen, 2. haben sie vielleicht selbst ne Beziehung und würden jeden hassen, der sich "reindrängt" (ich finde nicht, dass Du das getan hast. Er hätte seine Beziehung verteidigen müssen, wenn ihm was dran gelegen hätte. Nicht die neue Frau ist schuld, wenn der Mann nicht bleiben will.).

Also würde ich sagen: Lerne, Dich zu beherrschen, statt wie ein Kind darauf zu drängen, dass alle Deine Bedürfnisse, dass Du Dich emotional wohl fühlst, sofort erfüllt werden müssen. Je unabhängiger Du Dich davon machst, um so besser geht es Dir, weil die Emotionen nicht mehr allein Dein Schicksal lenken.

Ich meine damit das meine Partner immer "Frei" waren und sich ganz auf mein Leben quasi einlassen konnten.
Naja, nun hast Du einen, der direkt aus einer Beziehung kam. Dass der noch was verarbeiten muss bzgl. der Ex, ist normal.
 
  • #18
Das hört sich für mich aber sehr nach Rosinenpickerei deinerseits an, so als würdest Du Dich eher verdrücken....bis er seinen Stress gelöst hat, und er dann für Dich da sein kann.
Ich wollte das eher deshalb tun, damit er zur Ruhe kommt. Unterstützt hätte und habe ich ihn immer.

Gedanken über Beziehungsbeendigung ("Ich wollte es schon öfter beenden"), weil der Gegenüber sich nicht den eigenen Wünschen unterwirft, emotionaler Druck, Erwartungshaltungen, Drama, Fehler vorrangig bei anderen suchen, ... sind hingegen eher ungeeignet, dem Gegenüber Vertrauen zu vermitteln, dass dieser ein engeres dauerhaftes Zusammenleben als etwas Erstrebenswertes empfinden kann. Mit solchen Dingen erarbeitet man sich eher, dass der Gegenüber lieber vorsichtig bleibt und die Beziehung in einem Zustand belässt, aus dem man zu Not auch ohne größeren Schaden wieder herauskommen könnte, wenn einem die ganze Sache irgendwann insgesamt zu nachteilig erscheinen sollte.
Versetze Dich mal in seine Lage. Genauso kann Dein Partner sagen, dass Du ihn nicht wirklich liebst, weil Dir seine Gefühle egal sind. Solche Vorwürfe ("liebt nicht") sind meistens ziemlich mies und sinnfrei, da lediglich unterschiedliche gleich berechtigte Wünsche vorliegen und keiner bereit ist, seine Bedürfnisse unterzuordnen. Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Dein Partner Dir keine richtige Liebe vorwerfen würde, wenn Du Dich nicht seinen alleinigen Vorstellungen erfreut unterwirfst?
Ich sehe das vom Kopf her genauso. Nur meine Gefühle spielen einfach nicht mit. Ich analysiere jeden Satz den er sagt oder schreibt bis in kleinste, und male mir nur das negative aus. Es macht mich wahnsinnig...


Aber das ist wohl wirklich ein Problem meiner angeschlagenen Psyche. Wie gesagt ich arbeite daran....
 
  • #19
Hi @Caro85,
wenn du psychisch angeschlagen bist, wäre doch eine neutrale Person vielleicht auch zu empfehlen? Denn letztlich wie du sagst, signalisiert dein neuer Partner die Bereitschaft und der eingeschlagene Weg ist ja auch schon ein mega Schritt in eine gemeinsame Zukunft. Alles braucht nun einmal seine Zeit und Geduld ist eben eine Tugend. Jedenfalls kann ich mir anhand deines Beitrags beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich dein Partner von dir trennt bzw. den Plan hat sich von dir zu trennen. In unseren Leben kann es ja nicht immer bergauf gehen, versuche es als eine Etappe wie bei der Tour de France zu sehen, da geht es auch nicht immer bergauf. LG Robin
 
  • #20
Liebe Caro, trau Dich, ihm zu vertrauen. Ohne geht es nicht.
Gib ihm auch Zuneigung, und versuche Dich etwas zurückzunehmen und Deine Ängste auszuhalten, ohne sie ihm auf Brot zu schmieren.

Es hört sich gut an, finde ich. Lass locker und lass ihn sich sortieren. Momentan würde ich Dir raten für ihn eine gute Hintergrund-Homebase zu sein. Das kommt dann auch Dir zu Gute, denke ich.
 
  • #21
Ich sehe das vom Kopf her genauso. Nur meine Gefühle spielen einfach nicht mit. Ich analysiere jeden Satz den er sagt oder schreibt bis in kleinste, und male mir nur das negative aus. Es macht mich wahnsinnig...
Du hast definitiv Leidensdruck! Nicht durch Deinen Partner - der triggert das nur - sondern durch Dich selber. Lass´ Dir professionell helfen. Wenn Du zum Hausarzt vertrauen hast, rede mit ihm mal drüber. Und vielleicht kann er Dich entsprechend weitervermitteln.
Alles Gute für Dich, ich denke, Du bist grundsätzlich eine gute Partnerin! Dieser "Wahnsinn" muss aber vorher ein Ende haben.
ErwinM, 50
 
  • #22
Mit äußeren Umständen meine ich zb, das er mich aus seinem Freundes und Familienkreis grösstenteils erstmal raushalten muss. Denn da gab es sehr viel Streß wegen mir.
Finde ich kritisch, denn das ist der Kreis wo Du normal integriert werden kannst, ohne die Ursprungs-Familie zu tangieren. Ja, dazu gehören Eier in der Hose und eine gute Portion von Selbstbewusstsein, aber vor allem der Wille in seiner Zukunft etwas zu ändern.

Dein Freund kann das nicht und strampelt jetzt erst mal um überhaupt wieder Luft zubekommen. Er gibt Dir seinen Takt an und erzählt wie er läuft. Wenn Dein Zahnrad passt, greift Ihr ineinander und es klappt.

Du erwartest aber mehr als er Dir geben kann. Das Ende? Für Dich wahrscheinlich dramatischer als für ihn. Er wird eine nette neue Frau kennen- und lieben lernen, während Du den großen Gefühlen hinterher weinst.

Das kritischte bei solchen Situationen finde ich immer noch, die Frau schlüpft in die männliche Rolle. Sie soll werben, sich schönen und arbeiten, verrückt.

Irgendwie sind Eure Rollen vertauscht und die Reihenfolge stimmt auch nicht mehr. Er hätte sich zuerst trennen müssen, dann sein Alltag regeln sollen, dann nach einer neuen Frau auschauen können.
Statt dessen habt Ihr das Pferd von hinten aufgezäumt, gut kann passieren, nur passt ihr nicht wirklich zusammen.

Ich selber bin lieber jahrelang Single gewesen als mich so einer Zweckgemeinschaft zu ergeben.

w/36
 
  • #23
Du warst zwar das Sprungbrett für die Trennung, bist aber nicht die Sandkasten, in der er zu landen gedenkt. Vermutlich sucht er sich erstmal einen eigenen Weg und lässt es mit euch eher locker laufen
Es lebe das Klischee. Zieht der Mann sofort bei der Neuen ein → aha, Warmwechsler. Tut er es nicht → aha, Übergangsfrau. Dieser hier scheint den Spagat bewältigen zu können, aber auch damit kommt Frau nicht klar, nährt daraus ihre Verlustängste. Hilfe! Ich glaube, der Mann tut gut daran, sich ihr nicht mit Haut und Haaren auszuliefern.
 
  • #24
Finde ich kritisch, denn das ist der Kreis wo Du normal integriert werden kannst, ohne die Ursprungs-Familie zu tangieren.
Das ist wohl etwas realitätsfern. Dass ein Freundeskreis, die Familie erst recht, nicht gerade erfreut ist, wenn ein Mann eine andere Frau anschleppt, die genauso skrupellos fremdgeht, ist doch nachvollziehbar. Noch dazu sind es meist die Frauen, die soziale Kontakte stärker pflegen, also hier seine Exfrau. Da wird sich der Freundeskreis auch bei "dicken Eiern in der Hose" bestenfalls neutral verhalten. Sonst kann man diese "Freunde" sowieso vergessen.

Du schreibst hier so, als sei es selbstverständlich, dass sich der Freundeskreis von der Ursprungsfamilie fernhält und die "Neue" mit Begeisterung aufnimmt. Noch dazu, wenn die Trennung nicht "glatt" verläuft und beide kleine Kinder haben. Wie kommst Du auf das dünne Brett?

Irgendwie sind Eure Rollen vertauscht und die Reihenfolge stimmt auch nicht mehr. Er hätte sich zuerst trennen müssen, dann sein Alltag regeln sollen, dann nach einer neuen Frau auschauen können.
Die Reihenfolge stimmt doch bei beiden nicht. Beide trennen sich, nachdem ihnen jemand anders übe den Weg läuft.
 
  • #25
Ich komme damit ganz schlecht klar, denke dadurch immer das er es nicht ernst meint oder mich nicht liebt.
Hallo FS, eine Garantie dass er es wirklich ernst meint gibt es natürlich nie. Deine Psyche ist doch ein zentrales Thema, das betonst du immer wieder. Dann nutze die Übergangsphase, um sich professionell helfen zu lassen. Was nützt es dir, übereilt zusammenzuziehen, ohne dass die inneren Konflikte aufgearbeitet sind. Dann hast du den Mann, seine Kinder und ein wohliges Gefühl der Sicherheit, und läufst gleichzeitig Gefahr, alle Beteiligten mehr oder weniger zu verprellen, sollte deine Angeschlagenheit einmal in allen Facetten zum Vorschein kommen.

Gerade weil du zum zwanghaften Grübeln neigst. Die Reibereien in seinem Umfeld geben geistige Nahrung, triggern aber auch unheimlich. Du musst versuchen, diese Gedanken loszulassen. Ich würde seinem Freundeskreis zunächst fernbleiben, um mich später gestärkt zu präsentieren.

Und warum gleich alles beenden, wenn man schon so weit gekommen ist und bereits tiefgreifend in eigene und fremde Leben eingegriffen hat? Ich glaube, dass das kein tragbares Szenario ist, sondern eine Erziehungsmaßnahme deiner verletzten Seele. Die Zeit wird es zeigen.