• #1

Will man was man nicht hat, oder ist es alles ganz anders?

Hey Leute,

ich habe mich vor kurzem getrennt und zweifle.
Man muss erwähnen, dass ich mich nicht gerade mit vielen sehr langen Beziehungen rühmen kann.

Ich komme mir vor, als war ich nie wirklich vollkommen glücklich und zufrieden in den vergangenen Beziehungen.
Nach gewisser Zeit ....fängt es mich einfach an zu erdrücken.
Dann suche ich innerlich nach Auswegen und werde schrecklich unzufrieden.
Diese Unzufriedenheit treibt mich dann zu blöden, überflüssigen Streits und Diskussionen bis hin zur Beendigung der Beziehung. Diese Unzufriedenheit über diese Situation, in der Beziehung ist einfach unerträglich.

Ich verletze so oft Personen die ich grundsätzlich sehr mag und das ist ziemlich sch....e.

Hab ich einfach noch nicht die Richtige gefunden?
Gehts nur mir so?
Gehts noch jemanden so?
Ging es noch jemanden so?
Was habt Ihr geändert/gemacht?
Was läuft falsch?

m37
 
  • #2
Das ist ein typisches Abwehrverhalten, um Distanz zu schaffen. Hat mit "der Richtigen" gar nichts zu tun, das wird dir immer passieren, solang du nichts änderst. Ich würde das unter Beziehungsangst einordnen, dazu gibts im Magazin hervorragende Artikel.
Ohne die grundlegenden Muster zu erforschen, wird da nicht viel weiter gehen. Vielleicht auch nicht mal dann, aber zumindest werden dir deine Muster bewußt.

Und nein, in einer reifen Beziehung will man, was man hat.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #3
Lieber FS,

Ich lese gerade das Buch "Wer bist du, wenn du liebst"? von Amir Levine, und finde, es ist ziemlich aufschlussreich und ich kann es dir empfehlen, denn es zeigt Beziehungsdynamiken recht gut auf.Das Buch ist nicht so teuer, vielleicht mal auf amazon reinlesen?
Persönlich vermute ich, dass du deine Bedürfnisse vielleicht selber gar nicht so kennst.. oder selten so kommuniziert hast, dass deine Partnerin dich verstanden hat.
Durch deine Unzufriedenheit und das Streiten gibst du ja deiner Partnerin mit der Zeit nur noch zu verstehen "hau ab, ich mag dich nicht, du bist schuld, dass es mir schlecht geht" etc. . Dabei wolltest du vielleicht was anderes sagen, zum Beispiel "ich möchte jetzt mal ein paar Stunden alleine sein" oder "ich habe Angst, dass du zu viel von mir erwartest"?
Ich weiss es nicht, aber ich glaube, es würde sich lohnen, der Frage nachzugehen.
Nach gewisser Zeit ....fängt es mich einfach an zu erdrücken.
Das wäre wichtig herauszufinden: Wann fängt was dich an, zu erdrücken? Und wie kannst du dir vielleicht nächstes Mal einen Ausweg suchen, der nicht die Beendigung, sondern die Veränderung und Verbesserung deiner Beziehung beinhaltet?
 
  • #4
Als Mann logisch.

Männer sind nicht oder kaum wirklich anspruchsvoll, denn wenn sie es wären, blieben sie länger alleine um ihre Energie nicht an die vielen falschen Frauen zu vergeuden, sondern wirklich an das eigene innere Beuteschema - nach "der Frau".

Aber sie suchen nicht, sondern lassen sich finden oder nehmen das erste bzw. nächst beste Angebot an von "irgendeiner Frau".

Nach einiger Zeit des Egopushs kommt der Frust, eigentlich ist es nicht das, was sie wirklich wollen und so kommt es dazu wie der FS es beschreibt, er verletzt und will sich mal wieder selbst leidtun und ist wieder "suchender" Single.

Der Teufelskreis besteht solange ein Mann sich nicht selbst reflektiert, statt in diverse falsche Frauengeschichten zu stecken, hartnäckig und konsequent nach der Frau zu suchen, die er wirklich will und wirklich begehrt, die Frau, die keine Notlösung, sondern die Lösung aller Sehnsüchte ist.

Tun aber viele nicht und leben dann so weiter wie der FS - jeder schafft sich seine eigne Hölle - eben.
 
  • #5
Lieber FS,
es gibt 2 Optionen:
- Du weisst nicht was Du willst
- Du bist nicht der Cleverste

37 Jahre alt sein und viele sehr lange Beziehungen haben schließt sich aus. Da geht nur entweder viele Beziehungen oder sehr lange Beziehungen. Wenn Du das nicht erkennst, dann irrlichterst Du durch Dein Leben.

Es liest sich, als gingest Du zu schnell Beziehungen ein (wahllos), die Dich dann unzufrieden machen und die Du durch destruktives Verhalten dann zerlegen musst.
Kannst Du Dich selber nicht aushalten oder was treibt Dich?

Ich denke, dass Du mit 37 mittlerweile diesen Interaktionsstil in Dir verankert hast. Es wird schwer, das noch zu ändern. Das fordert Selbstreflexion und innehalten.
Mit Ende 30 haben sich Verhaltensstile verselbststaendigt und in der Alterskohorte werden Dir jetzt zunehmend Frauen begegnen, die sich so ein Verhalten immer weniger bieten lassen und schneller weg sind, als Du sie für Dich gewinnen kannst.

Wenn Du was anderes erreichen willst musst Du Dein Verhalten ändern.
 
  • #6
Ich finde , dass Du anfängst Dich zu reflektieren und das ist sehr gut. Es gibt genug Menschen, die sich darauf beruhen, dass andere immer falsch und unpassend sind. Natürlich gibt es wirkliche Nähe-Distanz- Menschen...wenn es wirklich so ist, dann wirst Du einiges in Büchern und in der Literatur finden. Erkennst Du Dich dann komplett wieder, dann hol Dir Hilfe. Immerhin verletzt Du damit auch Dich selber.
Aber lese es nicht wie ein Hypochonder und glaub, dass wirklich alles auf Dich passt;-))
Es ist zb manchmal nur der Unterschied, wie man die ersten Beziehungen hatte und erlebte.
Ich war mit meiner ersten grossen Liebe von 15 -19 zusammen. Somit kannte ich schon beim ersten Mal, nicht nur Flugzeuge im Bauch kribbeln etc!
Wenn man sich verliebt werden Hormone frei und die gehen irgendwann wieder, nicht weil der Partner nicht passt, sondern um den Körper zu schützen...so viel Power verträgt er eben nicht;-)
Hatte man also viele kurze Beziehungen, dann kennt man nur den Verliebtheitsstatus und denkt, wenn der vorbei ist...es ist vorbei.
den Partner mal doof finden, mal wieder Zeit für sich...ist in bestimmten Maßen gar nichts Ungewöhnliches.
Viele Frauen haben alle 28 Tage, Streit auf der Stirn, Wetter doof, Partner doof, kuscheln doof....
Wenn so ein Gefühl kommt, reicht es es auch als normal anzunehmen und auszusitzen. Sport für sich machen, Freunde treffen, es versuchen auszuhalten ohne direkt Rückschlüsse zu ziehen.
Und je nachdem wie Du das verpackst, verletzt Du auch niemanden.
Vielleicht reicht das ja schon bei Dir;-))
Probiere es aus, lerne Dich kennen und wenn Du Dir nicht gefällst...gibt es Wege und Hilfe das zu ändern.
 
  • #7
Ich komme mir vor, als war ich nie wirklich vollkommen glücklich und zufrieden in den vergangenen Beziehungen. Nach gewisser Zeit ....fängt es mich einfach an zu erdrücken.
Ich vermute: Zuviel Kompromisse bei der Partnerwahl eingegangen ?

Die berühmte "Liebe auf den ersten Blick" passiert meistens nicht.
Sondern man verliebt sich erst nach und nach, je mehr man seinen Gegenüber kennenlernt.

Aber am Anfang könnte man schon beurteilen, ob sowas mit diesem Gegenüber grundsätzlich möglich wäre ?

Wer aber zuviele Kompromisse eingeht, und darauf hofft, dass dann die Liebe diese Kompromisse überbrücken würde - der geht das Risiko ein, dass es doch nicht klappt, und er unzufrieden wird.

Und aus der Unzufriedenheit heraus, dann diese Beziehung eher als Last empfindet, statt aus Lust + Liebe.
 
  • #8
Der Teufelskreis besteht solange ein Mann sich nicht selbst reflektiert, statt in diverse falsche Frauengeschichten zu stecken, hartnäckig und konsequent nach der Frau zu suchen, die er wirklich will und wirklich begehrt, die Frau, die keine Notlösung, sondern die Lösung aller Sehnsüchte ist.
Sehe ich auch so: eine Frage der Selbstreflexion. Man sieht sehr viele Männer und auch Frauen, die häufig einfach von einer Beziehung in die nächste rutschen, aber sich nie mit sich selbst und ihren Wünschen auseinandergesetzt haben. Das ist ja anstrengend...
Zudem projizieren sie ihre eigene Unzufriedenheit in ihrem Leben auf den Partner und erwarten durch die Beziehung eine Auflösung der negativen Gefühle. Die Gefühle werden zu Beginn einer Beziehung vom Neuen und Verliebtsein überdeckt, kommen aber nach einer Zeit wieder hervor. Ein Teufelskreislauf.
Da hilft nur eine Zeit mit sich alleine bleiben und sein Selbst ergründen. Ja das ist anstrengend!!!
 
  • #9
Vielen Dank für Eure Beiträge, Denkanstöße, Buchempfehlungen.
 
  • #10
Guten Morgen lieber FS,

es könnte die Richtige vor dir stehen, du wirst dennoch dieselben Gefühle durchleben. Das sind Dinge, die mit dir zu tun haben. Du verletzt Personen, die du sehr magst. Vielleicht weil du dich selber nicht magst und nicht annehmen kannst? Es gibt viele Gründe für dein Handeln, die nur du selber für dich klären kannst. Ich glaube nicht, dass du dir Frauen suchst, die eine Notlösung für dich sind. Das was und wie du schreibst, spricht für mich dagegen.
Manchmal sind es erlebte Muster aus längst vergangenen Zeiten, die nicht mehr abrufbar sind, oder als vertraut wahrgenommen werden. Es gibt Therapien, wo man so etwas auflösen kann, wie Hypnose und ähnliches. Ich glaube, dass in dir das Potential eines guten und verantwortungsvollen Mannes steckt, der zur Liebe fähig ist. Du hast schon für dich eine Entscheidung getroffen, dass du so nicht mehr möchtest und der Sache auf den Grund gehen willst. Du wirst den richtigen Weg finden, um frei zu werden, da bin ich sicher. Viel Glück!
 
  • #11
Lieber Fs. Meist steckt hinter dem Verhalten Bindungsangst. Die Menschen, die man nicht haben kann, können einen nicht zu nahe kommen. Oder sich direkt auf jemand neues (unpassendes) einzulassen und lieber weiter mit dem falschen eine unzufriedene Zeit durchlebt, nur um nicht allein zu sein, ist nur eine Art Flucht vor sich selbst...

Ich bin fest davon überzeugt, wenn man den richtigen Menschen zur gegenseitigen Bereicherung mit gleichen Lebensvorstellungen gefunden und an seiner Seite hat, ist auch (langfristige) Zufriedenheit möglich.

Um die richtigen Menschen anzuziehen, sollte man mal gut allein sein können, um sich selbst besser kennen zu lernen, weiter an sich zu arbeiten und sich seiner Werte, Wünsche, Ziele bewusst zu sein...w30
 
G

Ga_ui

  • #12
Ja logisch. Wer mit sich unzufrieden ist, ist dann grundlos auch mit anderen unzufrieden! So entsteht Neid, Hass, Eifersucht, Krieg ...

Das Problem sind nicht die anderen, sondern immer nur DU! Und dein Problem ist nie das Problem der anderen! Merk dir das! Was ist dein Problem? Biste als Kind zu oft eingeengt worden? Hast du vielleicht zu hohe Vorstellung davon, was Liebe wirklich ist? Traumschlösser?
Beziehungen heißt auch mal Kompromisse eingehen können!
Kompromisse eingehen können hat was mit Reife zu tun! Auch mal auf was verzichten, usw.

Vielleicht musst du erstmal dich selbst reflektieren und mental "wachsen".

Deine Infos sind zu oberflächlich. Wir wissen ja nicht gezielt, was dich so gezielt quält.
Jedenfalls musst du dann an dir arbeiten.
 
  • #13
Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass "Du selbst bist die Veränderung" in allen Lebenslagen gilt, sowohl im Denken als auch im Handeln. Ob du nun ein Nähe-Distanz-Problem hast, dir aus irgendeinem Muster heraus die falschen Partner suchst, aus Unzufriedenheit andere Menschen versuchst klein zu machen, für dich unsimmige Beziehungserwartungen hast oder was auch immer - kann hier keiner beurteilen. Aber du hast gemerkt, dass es SO für dich nicht mehr passt und reflektierst dein Verhalten. Bewusstsein kann der erste Schritt zur Veränderung sein. Du hast viele gute (Literatur-)Tipps bekommen, entwickel dich weiter, vielleicht suchst du dir einen "Coach"?
 
  • #14
Abgesehen von den ganzen gesellschaftlich akzeptierten und kopfgesteuerten Vernunftsansätzen hier, gibt es vll. noch eine letzte Lösung als freiheitsliebender Mann: du bist ein Playboy und einfach nicht für Beziehungen gemacht. ;)

Gruß m32
 
  • #15
Abgesehen von den ganzen gesellschaftlich akzeptierten und kopfgesteuerten Vernunftsansätzen hier, gibt es vll. noch eine letzte Lösung als freiheitsliebender Mann: du bist ein Playboy und einfach nicht für Beziehungen gemacht. ;)

Gruß m32
Wenn das so wäre, hätte der FS keinen Leidensdruck und hätte diese Frage hier nicht gestellt. Er will was ändern, hat aber keine Ahnung, warum er sich so verhält.
 
  • #16
Zudem projizieren sie ihre eigene Unzufriedenheit in ihrem Leben auf den Partner und erwarten durch die Beziehung eine Auflösung der negativen Gefühle. Die Gefühle werden zu Beginn einer Beziehung vom Neuen und Verliebtsein überdeckt, kommen aber nach einer Zeit wieder hervor.
Da ist viel Wahres dran und bei vielen, die Beziehungen eingehen (Affairensucher mal außen vor) kommt noch dazu, was @Bernd50 schon schrieb.
Eine insgesamt negative Lebenseinstellung wird durch eine kurze Anfangseuphorie überbrückt, es kann aber doch keiner aus seiner Haut und wird von nicht verarbeiteten und nach träumerischen Idealen wieder eingeholt.
Diese Unzufriedenheit treibt mich dann zu blöden, überflüssigen Streits und Diskussionen bis hin zur Beendigung der Beziehung. Diese Unzufriedenheit über diese Situation, in der Beziehung ist einfach unerträglich.
Ich stell mir das so vor, dass du einigermaßen fasziniert und zu schnell (Torschlusspanik, geringes Selbstbewusstsein, Probleme mit dem Alleinsein?) eine Beziehung eingehst, ohne reflektiert zu haben, ob dein Gegenüber auch längerfristig zu dir passt. Das eigentlich Schlimme sind die Brandspuren, die du hinterlässt.
PS zum Titel:
Mensch will immer, was er nicht hat, weil die Kirschen in Nachbars Garten doch etwas saftiger scheinen. Entscheidend ist aber, wie "Mensch" mit seinen Träumereien umgeht. Da sollte man sich vielleicht an einem Spruch orientieren, um auf dem Boden zu landen: Menschen haben tausend Wünsche, die meisten kranken Menschen haben nur einen ... was ist mir überhaupt wichtig?
 
  • #17
Nur was macht eine stabile Partnerschaft aus?

Ich kenne ein verheiratetes Paar, sich treu, beide sind selbständige Unternehmer und leiten zusammen die Firma, zwei erwachsene Kinder, die ebenfalls dort einsteigen wollen in unterschiedlichen Sektoren, alles paletti??

Ja, obwohl beide sehr unterschiedlich gepolt sind, er ist ein typischer Waagemann, gesellig, beliebt, flirtet (im Rahmen wohl gemerkt) er muss halt akquirieren, sie eine absolut introvertierte Skorpionfrau, ruhig, sypmathisch, eher im Hintergrund organisierend, keine Partymaus.

Dennoch stimmt die Richtung dieser über 35 jahre dauernden Ehe ohne Skandale, da ich beide mein halbes Leben kenne.

Also was ist das Geheimnis?
Beide wissen es nicht, sie kannten keine Beziehungsratgeber, keine Coachings, keine - so musst Du es machen Singlebücher - und es klappt.
 
  • #18
Nun auch noch Sternzeichen ...

Lieber TS, ich, Frau, setze mich mit ähnlichen Fragen auseinander. Und mir bleibt immer die Luft weg, wenn der geballte Ruf nach "Reife" dann wieder erschallt. Reife, zu reifen kann ja, sollte m. E. heißen, sich selbst zu verstehen und auf dieser Basis anderen zu begegnen. Nicht, sich zwingen, sich zu wünschen, was man glaubt, sich wünschen zu sollen. (Ich höre da im Hintergrund auch immer, dass das Leben eben hart ist, und da muss man dann bla, bla. Nee: muss man nicht.) meine Erfahrung: ich hab die Bindung auch nicht erfunden, hatte aber auch nie die passive Idee, es müsse nur wer kommen, dann ... Nee, nee, das machen wir schon alle selbst. Ich hatte Beziehungen, bin in denen aber eben Menschen begegnet und nicht irgendeinem Produkt. Und, das sei jetzt mal generell allen, vor allem den Marktwert-Ideologen hier gesagt: begegne doch den Menschen mit einem liebevollen Blick. Auch dir selbst. Vergiss Modelle. Begegne Frauen, vergiss Drehbücher. Klingt jetzt bevormundender, als ich möchte, fürchte ich. Ist doch alles gut.