• #1

Wir-Leben vs. Ich-Leben. Wie schaffe ich es damit umzugehen?

Liebe Alle hier,
mich würden wieder einmal Eure vielseitigen, unterschiedlichen Sichtweisen und Meinungen zu meiner Frage interessieren!
Ich bin als Single Frau (keine Kinder) offenbar ein Exot in der heutigen Welt.
Im beruflichen Umfeld bin ich die einzige alleinstehende Frau. Bei Gesprächen in der Kantine oder Kaffeepause drehen sich die Themen um "WIR haben gestern..." oder "WIR machen heuer Urlaub ... etc". Kürzlich ging es um das Thema Kino. "Also WIR sehen gerne .. diese und jene Filme".
Ich verstumme dann, denn ich kann bei solchen Themen nicht als wir sondern nur als ein Ich mitreden.
(Habe ich früher getan, nur dann sahen mich alle sprachlos an, denn für diese Menschen ist ein "ich" Leben komplett unvorstellbar!)

Ich ertappe mich dabei, meine engsten Freundinnen nur mehr mit "wie geht es EUCH?" anzusprechen. Komme mir richtig blöd dabei vor, aber alle finden das normal.
Ich nicht :)

Im privaten Kreis habe ich schon längst ziemliche Distanz zu Paar-Menschen. Die Gesprächsthemen und vor allem das Alltagsleben passen für mich einfach nicht zusammen! Bin ich da zu streng?
Für mich sind Wochenenden manchmal recht heftig, da ich das Alleine Sein langsam echt mühsam finde. Für diese "Wir-Menschen" ist das Wochenende spätestens am Montag mittag Stoff für begeisterte Erzählungen über verschiedene gemeinsame Aktivitäten...

Und wenn es mal im Job "Probleme" gibt, sitzt eine Exotin wie ich abends zuhause und grübelt und grübelt alleine. Wir-Menschen haben ja den Ehemann/Ehefrau oder Freund, mit dem sie darüber sprechen können...
Das Wir-Leben und das Alleine Leben ist für mich wie zwei fremde Welten!

Irgendwie möchte ich mich nicht so abkapseln, aber schön langsam bin ich ziemlich traurig über diese Entwicklung.

Vielleicht gibt es hier Menschen mit ähnlichen Erfahrungen und guten Tipps für eine Änderung der Sichtweise?
Danke!
Allerbeste Grüße für ein angenehmes Wochenende!
Blütenblatt
 
  • #2
Liebe Blütenblatt,

ich verstehe Dich sehr gut.
Ich war immer schon ein "ich" Mensch und es war mir auch in Beziehungen immer wichtig das zu behalten. Unter anderem deshalb haben sie auch nicht gehalten.

Es gibt Phasen der Einsamkeit.. aber in Beziehungen habe ich mich auch schon einsam gefühlt.

Das wir wird wichtiger aber nicht um jeden Preis und mit irgendwem.

Selbstliebe, Ruhe, Gesundheit, das Gefühl von Freiheit.. Offenheit. Ist fuer mich sehr wichtig. Im "wir" mit dem falschen Partner ging das schon manches mal verloren. Nun wieder eine gescheiterte Beziehungsanbahnung.. und ich Sitze recht glücklich mit meinem Kater auf dem Balkon in der Herbstsonne und habe...Gottvertrauen.
Ich will nimmer kämpfen. Weder für noch gegen Beziehung.
Und wie andere leben ist egal. Sehr oft scheint es Fassade. Und wenn jmd so sehr mit "wir" und "Unternehmungen" prahlt..Frage ich mich auch immer wie echt das ist wenn es so herausgestellt wird?
 
  • #3
Die Gesprächsthemen und vor allem das Alltagsleben passen für mich einfach nicht zusammen!

Guten Abend,

liebe FS, da fange an.
Als ich noch versingelt durch die Weltgeschichte eierte, habe ich genau das getan, mich in die Welt *Wir* eingefühlt, zugehört und wichtige Infos für mich mitgenommen. Ich habe daran teilgenommen mit all meinen Sinnen, weil ich genau das auch anstrebte, das *Wir*.
 
  • #4
Hallo Fs,
suche Dir win paar Freunde, die genau wie Du Single sind. Die gibt es.
Das brauchst Du, damit Du verstehst, dass Du kein Exot bist
 
  • #5
Hallo Blütenblatt,
die Welt teilt sich m.E. nicht in Ich- Menschen und Wir-Menschen auf. Nach Deiner Beschreibung wäre ich ein Ich-Mensch aber häufig bin ich dennoch im Wir-Modus: Wenn ich mit Freunden oder Familie unterwegs bin, bei der Arbeit im Team usw. usw.

Auch die von Dir Wir-Menschen genannten Personen werden (sofern nicht völlig symbiotisch verbunden) Dinge ohne Partner unternehmen. Wenn Sie davon erzählen, dann bezieht sich das "Wir" auf sie plus Freunde. Ein ganz anderes "Wir" als Du eben beschriebst.
Was ich sagen möchte: Bitte male nicht schwarz-weiss. Dein Ich-Zustand ist weder statisch noch defizitär. Du kannst auch ohne Partner ein Wir-Gefühl haben. Oder Deinen Ich-Zustand als Privileg und Freiheit verstehen: Die Freiheit vom ICH zum WIR zu wechseln und zurück.
 
  • #6
Ich verstehe die Frage nicht? Werde selbstsicher in dem, was du selber tun kannst - egal, was andere Frauen und Männer dir erzählen!
Lies ein paar Bücher zur Weiterbildung und werde dein eigener Mensch!

Ich würde sagen, beende oder meide diese Kontakte! Denen geht es als Paar doch allen nur so gut, weil sie einen selbstständige Person wie dich als Inspiration in ihrem Leben haben, der sie hin und wieder was erzählen können, weil sie stillschweigend zuhört oder einfach nur in deren Facebook-Freundesliste ihre Zeit abhängt. Merkst du das nicht? Wo wären sie denn, wenn sie sich nicht wöchenltlich mit dir als lustige, lebensfrohe, alleinstehende und selbstständige Frau hätten, die sie dafür benutzen können, sich mit ihr auszutauschen? Dann würde ihr ihr eigener Rang bewusst werden und dass der gar nicht so toll ist.

Ich würde den Spieß umdrehen. Ich würde sie verwundert fragen, warum sie immer jemandem im Hintergrund brauchen wie ein kleines Kind, der sie an der Hand nimmt. Oder ob sie überhaupt schon mal alleine im Urlaub waren und wissen, wie man ein Ticketautomaten bedient? Glaub mir, viele können das gar nicht. Viele Menschen waren im hohen Alter noch nie alleine im Cafe, im Kino, im Urlaub, im Flugzeug, können alleine im Hotel einchecken. Die wissen einfach gar nichts. Andere 12jährige können das besser!

Ich würde einfach sagen, dass ich noch niemanden brauche, der mir den Hintern abwischt. Weil bei den meisten solcher Leute denkt man das, weil sie NICHTS ALLEINE können. Danach würde ich mich von solchen abhängigen Menschen distanzieren, weil sie einfach sehr abhängige Persönlichkeiten sind.

Generell: Ich hab keine solche Freunde mehr, weil sie auch gar nicht auf meinem mentalem Level sind. Die brauchen halt immer jemand, der sie durchs Leben bringt. Ich mache fast alles alleine und es macht Spaß, und andere die das nicht können, wären gar nicht meine Freunde.
 
  • #7
Ich bin als Single Frau (keine Kinder) offenbar ein Exot in der heutigen Welt.

Wie kommst du denn auf so was?

Dass du die einzige Singlefrau in deinem beruflichen Umfeld bist, ist reiner Zufall, aber du lässt dich deswegen einfach triggern und dein Fokus ist vollkommen verengt. Solche lockeren Kollegengespräche werden mit Sicherheit nicht über Beziehungsprobleme geführt. Jeder möchte doch da suggerieren, was für ein tolles und interessantes Leben er führt. Also solltest du schnellstmöglichst auch damit beginnen: Unternimm was an den Wochenenden, anstatt rumzusitzen und Trübsaal zu blasen, denn dadurch wird es immer schlimmer, nicht besser und irgendwann graut dir davor, deine KollegInnen wieder zu sehen. Und als Nächstes eine ausgeleierte und ausgelutschte, aber richtige These: Wenn du eine Partnerschaft anstrebst, nur um nicht mehr alleine zu sein, ist diese wahrscheinlich bereits vor Beginn wieder zum Scheitern verdammt.
 
  • #8
Liebe Blütenblatt

Oh ja, dieses "Wir sind am Wochenende.." Blabla kenne ich nur zu gut. Es hilft mir, mich daran zu erinnern, dass diese Menschen es ja nicht böse meinen. Sie drücken nur ihre Realität aus.
Für mich sind Wochenenden manchmal recht heftig, da ich das Alleine Sein langsam echt mühsam finde.
Du brauchst Anschluss an andere Singles. Und Hobbies, die dich begeistern. Vielleicht auch eine Bettgeschichte. Eine liebe Single Freundin. Einen Hund, den du hütest. Jedenfalls Menschen, Tiere oder Tätigkeiten, die dir das Gefühl von Gemeinschaft geben. Wenn man Spass hat, ist es einem herzlich egal, was die Kollegen denken.
Gratis Tipp, falls du Städterin bist: Ich wohne in einer Stadt mit vielen Expats. Ich habe mich auf einer App, die vorwigend für Expats ist, eingetragen und jetzt kann ich ständig kluge, ungebundene Leute treffen. Die freuen sich, auch mal einen "local" kennen zu lernen.
Wir-Menschen haben ja den Ehemann/Ehefrau oder Freund, mit dem sie darüber sprechen können...
Nun, liebe Blütenblatt, ich glaube du idealisierst und verklärst Beziehungen und realisierst nicht, wie schön es als Single sein kann. Idealerweise kannst du mit deinem Schatz über Probleme reden. Aber dann gibt's auch die Abende, wo der Schatz im Sport ist, wo er selber Probleme hat, oder wo er dir zuhört und dann was Unsensibles sagt, was dich gleich noch mehr aufregt. Und wenn du Kinder hast, dann kommst du nach Hause und du redest nicht über deine Probleme, sondern was das Kind zu Abend essen soll, was es so gemacht hat, schaust ob es Fieber hat oder die Windeln voll und so weiter. Als Single ohne Kinder kannst du zu 100% das Feierabendprogramm bestimmen, das Abendessen, wann du zu Bett gehst. Du kannst deine Lieblingsmusik hören, oder meditieren, oder mit einer Freundin was trinken gehen. Das ist eine riesengrosse Freiheit.
 
  • #9
Ich habe lange wir gesagt und jetzt sage ich ich.

Wenn mich die Wir Menschen stören, dann nur in den Momenten, in denen mir mal das Wir fehlt.

Ansonsten was soll man den sagen,.wenn man mehrere ist?

Ich bin Single, habe 2 grosse Söhne und Freunde.

Da kommt mal ein ich oder mal ein wir...

Und nicht jede Freundin ist Single, dann sagt sie halt wir.
Da ich damit kein Problem habe..
gehen wir auch zusammen aus oder wir gehen mit ihren Kindern schwimmen.

Warum kann eine wir-frau keine Freundin sein?
Und du brauchst keinen Mann um mit Menschen ein wir zu bilden.

Ich habe als alle mit Kids im Urlaub waren zb Spontacts genutzt und 'Wir" die Fremde waren Stand up padelling.
Spontan gabs grillen in meinem Garten...

Igel dich nicht ein, wenn dich das traurig macht.
 
  • #10
Liebes Blütenblatt,
Es tut mir, leid, dass Du Dir diese Gedanken machen musst.
Sei froh, dass die WIR-Mitmenschen nur über sich sprechen und Dich in Ruhe lassen. Ich habe es mal am eigenen Leib erfahren, wie ich als Single gemoppt wurde. Es war eine schwere Zeit für mich, denn ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht weiter. Endlich geschieden, Wunden lecken, keine Kinder. Mit Backrezepten konnte ich auch nicht glänzen.....Mein Fehler war, dass ich nicht viel aus meinem privaten Leben erzählt habe und so zur Aussenseiterin wurde, wie gemerkt in der klassischen Arbeitssituation unter den WIR-Menschen. Versuche wenigstens ein bisschen zu erzählen, Sport, Freunde, Reisen, etc, jammere auch mal.
 
  • #11
In welchem Beruf arbeitest du? Meine Kollegen sind nur zur Hälfte vergeben, da redet kaum einer von "wir". Manchmal.ist das vielleicht einfach ansteckend in der Gruppe oder man will sich als auch zu den Paaren zugehörig zeigen.
Jetzt wo du es sagst, ertappe ich mich selbst aber auch immer wieder beim "wir", manchmal will ich dadurch bestimmte Single-Bekannte auf Abstand halten, oder wir haben halt mit unserer Familie was gemacht und das ist eine verürzte Ausdrucksweise dafür.
Schlimm finde ich Eltern, die z.B. auf Facebook als Profilbild ihr Kind zeigen.
 
  • #12
Aus der Realität eines "WIR am Wochenende" Menschen:
Momentan sitze ICH am PC und warte auf SIE. Sie macht sich hübsch(er) für MICH. WIR wollen auf eine Party, das Essen haben WIR schon verpasst, weil SIE mit ihrer Tochter ein langes, ernsthaftes und notwendiges Gespräch führen musste. Solange durfte ICH duschen. Da WIR nun nichts mehr zu essen bekommen, bleibt SIE toll schlank und ICH werde wenigstens nicht dicker.
Du lachst? Gut so, war beabsichtigt.
Du siehst also, auch wenn WIR gesagt wird, kann das aufgeteilt werden. Bei uns und unseren Bekannten gibt es wenige, die alles WIR machen - meist gibts sowohl WIR als auch die Individuen. Oder glaubst du, meine V. hätte Lust, dass wir am alten Auto schrauben? Oder WIR ihre Haare waschen? WIR ihr Outfit aussuchen und WIR ein Buch zusammen lesen?
Kümmere dich um dich, darum, dass Menschen um dich sind, die an dir interessiert sind. Ja, man kann am WE auch was alleine machen, sowohl als Sing/rs auch als Vergebene/r.
Kümmere du dich aktiv darum, dass du nicht vereinsamst und schwermütig wirst. Das meine ich ernst.
So, inzwischen sind WIR wunderschön wie die Königin von Saba und ICH bekomme demnächst meinen Whiskey. Uff.
 
  • #13
Moin,

Ach nee, mit meinen besten Freunden spreche ich stundenlang darüber, wie es UNS geht. Da kommen unsere Frauen oft überhaupt nicht dabei vor.
Dieses angestrengte und permanente "WIR"-Gelaber erscheint mir recht primitiv und oberflächlich, als wenn man bewusst nicht weiter differenzieren will und an der Oberfläche bleibt, oder auch z.B. nicht zugeben würde, dass es Meinungsverschiedenheit mit dem Partner gibt.
Insofern meine Tipps:
Such dir gute Freunde, die sich dir wirklich öffnen und die sich wirklich für dich interessieren.
Gewinne eine positive Einstellung zum Leben alleine. Das Leben alleine hat einfach auch sehr gute Seiten, ganz unbestreitbar. Wer die nicht anerkennen kann, scheint mir kein reifer, ausgeglichener Mensch.

manchmal
 
  • #14
Ich weiß nicht, wie alt Du bist. Bist Du in einem Alter bis kurz über 30, so ist das sicher eine harte Phase. Später kriegst Du mit, dass "Beziehung" nicht das bedeutet, was man meint, wenn man immer nur die Außendarstellung mitkriegt. Dann wirst Du als Singlefrau beneidet, weil Du machen kannst, was Du willst. Das hier
Bei Gesprächen in der Kantine oder Kaffeepause drehen sich die Themen um "WIR haben gestern..." oder "WIR machen heuer Urlaub ... etc"
ist doch normal. Sie fahren nunmal zu zweit in den Urlaub oder machen was am WE, wenn sie BEIDE was machen. Bei manchen muss einer mit, weil der andere das so will. Ich kenne Paare, da gibt es Frust zu dem Thema. Mann treibt lieber allein am WE Sport, Frau muss alles allein organisieren, wenn sie mal mit ihm was zusammen machen will.
Je älter die Leute werden und je länger sie zusammen sind, umso eher gibt es Alleingänge. Aber vielleicht ist das noch nicht in Deiner Altersklasse so. Ich kenne ne Frau, die hätte früher nach jedem WE erzählen können, wie sie mit dem Mann bei seinen Leuten im Dorf war, weil die Männer Fußball spielten, aber sie ist halt immer nur mitgegangen und stand mit den anderen Frauen am Feldrand rum.

Ich verstumme dann, denn ich kann bei solchen Themen nicht als wir sondern nur als ein Ich mitreden.
Worum geht es bei den Unterhaltungen? Darum, was jeder am WE gemacht hat, oder darum, seine Beziehung toll darzustellen? Im ersten Fall kannst Du ja wohl auch erzählen, was Du gemacht hast und Deine Leute interessiert das auch. Wenn sie es nicht interessiert, sind es keine Freunde. Ansonsten lässt Du Dich wohl zu sehr beeindrucken und denkst, Du könntest nicht mithalten, weil Du keinen Freund hast? Fühlst Du DIch deswegen minderwertig?

Im privaten Kreis habe ich schon längst ziemliche Distanz zu Paar-Menschen.
Finde ich normal, weil viele, wenn sie in Bez. gehen, ihre Freunde auch vernachlässigen. Manche treffen sich dann auch lieber mit anderen Paaren. Und ja, manche finden Menschen, die Single sind, minderwertig. Wenn die sich irgendwann trennen und bei Dir anrufen, was sie vorher gar nicht mehr gemacht haben, weil Du ihnen wieder als Übergangsdödel, bis ein neuer Partner da ist, einfällst, der auch keinen hat, um was zu unternehmen, würde ich mir überlegen, ob ich das mitmache.

Wir-Menschen haben ja den Ehemann/Ehefrau oder Freund, mit dem sie darüber sprechen können...
Das ist der größte Irrtum. Einen Partner zu haben, mit dem man wirklich gut über eigene Probleme reden kann, der versteht und sich auch wirklich damit befassen will, ist nicht das Gängige.

Ich denke, Du kommst nur dann klar, wenn Du mit anderen Singles zusammen kommst. Die haben gleiche Probleme wie Du. Die Paarmenschen haben andere.
 
  • #15
Nein, kann ich nicht nachvollziehen.
Als ich Single war, war ich nur dann allein, wenn ich es so wollte. Oft hieß es aber auch "Wir haben ... gemacht" oder "Wir waren im ...".
"Wir" das waren Freunde/Bekannte und ich.

Suche dir Freunde, mit denen du etwas unternehmen kannst. Auch mit denen kann man ins Kino gehen, kochen, ins Theater, zum Sport oder was auch immer deine Kollegen am Wochenende machen. Einzig mit kindgerechten Aktivitäten werdet ihr euch nicht lange aufhalten (müssen). Das dürfte aber etwas sein, worum euch einige der Kollegen eher beneiden werden.

W33
 
  • #16
Wenn mich die Wir Menschen stören, dann nur in den Momenten, in denen mir mal das Wir fehlt.

Guten Morgen,

danke liebe Pixie,

interessant was hier WIR-gefühlten Menschen gleich alles unterstellt wird. Purer Neid und einfach nur traurig, ja mich wundert es dann nicht, dass man sich vielleicht von einem ICH-Menschen abgrenzt. Wie sollten sich diese WIR-Menschen eigentlich verhalten? Ich und mein Mann formulieren, die Klappe halten und sich selber ausgrenzen und damit auch den Ich-Menschen?? Sollten sie ihre Freude über das gemeinsam Erlebte lieber unterdrücken, mitleidig um den ICH-Menschen umherschleichen, oder sogar sich und ihr WIR negativ aufstelllen, abwinken und formulieren, wie beschissen das Leben als WIR eigentlich und alles nur Sow und Blendwerk ist??

Ich habe es in einem etwas anders gelagerten Fall erlebt.
Meine Freundin, selber keine Kinder, hatte jahrelang regelrechten Hass auf Frauen, die über ihre Kinder erzählten. Sie fühlte sich ausgegrenzt, hatte sich aber selber abgekapselt. Tatsächlich war es so, dass diese Frauen dann in ihrem Umfeld über Thema Kinder schwiegen und so schlichen sie mit fast schon schlechtem Gewissen, um meine Freundin herum. Diese empfand diesen Zustand als noch schlimmer.
Ich hatte ihr empfohlen, den Spieß umzudrehen und auf diese Frauen mit Kindern, interessiert zuzugehen und an ihrer Welt als Mutter teilzunehmen. Es hatte nicht lange gedauert und meine Freundin war integriert in dieser Gemeinschaft. Die Kinder schlossen sie ins Herz, beschenkten sie mit Selbstgebasteltem und malten Bildchen mit Herzchen. Meine Freundin ist dadurch ein großes Stück weiter gekommen, hatte sogar Freude daran und konnte ihre Kinderlosigkeit viel besser kompensieren und war als WIR mit im Lebensgeschehen integriert. Sie hatte ihren Platz mit erweitertem Herz in dieser Gemeinschaft gefunden und konnte formulieren, *wir haben uns heute über dieses oder jenes Problem eines der Kinder unterhalten*....
Ist so etwas nicht viel erstrebenswerter, ich meine ja.

Wenn man etwas begehrt, sollte man daran teilnehmen, sich involvieren, statt Mauern aufzubauen und etwas abzuwerten, so wie es hier teilweise formuliert wird.

Herr von Inspiri, darf ich des Verständnisses wegen, mal höflich nachfragen, was sie coachen? Hätte ich diese formulierten Sichtweisen als Single von ihnen erhalten, ich wäre daran psychisch erkrankt und hätte mich irgendwann hinter den Zug geworfen.
 
  • #17
Liebe Alle,
(ich bin die FS)
an Euch ein riesengroßes DANKE!
Ganz ehrlich, in jedem Satz Eurer Sichtweisen finde ich sehr viel, was mir wirklich weiterhilft.
Einiges habe ich nicht (so) gesehen, also danke fürs Anregen!

Als Bild muss ich ehrlich sagen, fand ich das, liebe Meerrettich am schönsten: mit der Katze am Balkon, Herbstsonne geniessen und....Gottvertrauen!
Da kann ich mir ein Beispiel nehmen, denn ich merke ich bin echt viel zu verkrampft. Also in meiner Sichtweise und auch in meiner Haltung bzgl. Partnersuche.
Das werde ich mal zurechtrücken in mir.

Also großes DANKE und Euch allen beste Wünsche für einen angenehmen Sonntag
Blütenblatt
 
  • #18
Ich würde einfach sagen, dass ich noch niemanden brauche, der mir den Hintern abwischt. Weil bei den meisten solcher Leute denkt man das, weil sie NICHTS ALLEINE können. Danach würde ich mich von solchen abhängigen Menschen distanzieren, weil sie einfach sehr abhängige Persönlichkeiten sind.

Es gibt einfach Leute mit größeren Näheanteilen, die sich gern eng mit jemand anderem verbunden sehen und gern das Meiste mit ihm gemeinsam machen. Sie haben keine Angst davor, Unabhängigkeit und Individualität zu verlieren, sie fühlen sich sicher und gut aufgehoben, wenn sie möglichst viel teilen. Für die ist der individualistische Gegenpart geradezu egoistisch, egozentrisch, ja narzisstisch.

Und es gibt eben Leute, deren Drang nach Unabhängigkeit und Individualität ist größer, denen macht das Wir Angst, weil sie es als Einengung und drohende Selbstaufgabe empfinden. Die empfinden den Gegenpart als abhängig.

An beiden ist nichts Schlechtes, das sind einfach nur verschiedene Charaktertypen. Wir alle haben Anteile von beiden Typen in uns, müssen sehen, wie wir am besten mit unserem individuellen Mix zurechtkommen und tolerieren, dass andere eben anders sind.
 
  • #19
Liebe Blütenblatt,

ich verstehe Dich sehr gut.
Ich war immer schon ein "ich" Mensch und es war mir auch in Beziehungen immer wichtig das zu behalten. Unter anderem deshalb haben sie auch nicht gehalten.

Es gibt Phasen der Einsamkeit.. aber in Beziehungen habe ich mich auch schon einsam gefühlt.

Das wir wird wichtiger aber nicht um jeden Preis und mit irgendwem.

Selbstliebe, Ruhe, Gesundheit, das Gefühl von Freiheit.. Offenheit. Ist fuer mich sehr wichtig. Im "wir" mit dem falschen Partner ging das schon manches mal verloren. Nun wieder eine gescheiterte Beziehungsanbahnung.. und ich Sitze recht glücklich mit meinem Kater auf dem Balkon in der Herbstsonne und habe...Gottvertrauen.
Ich will nimmer kämpfen. Weder für noch gegen Beziehung.
Und wie andere leben ist egal. Sehr oft scheint es Fassade. Und wenn jmd so sehr mit "wir" und "Unternehmungen" prahlt..Frage ich mich auch immer wie echt das ist wenn es so herausgestellt wird?

Hier schreiben viele gegen das "Wir" an. Unterstellen den Vertretern des "Wir" Neid u.ä.

Partnerschaft und Liebe setzten jedoch ein "Wir" voraus. Liebe unterscheidet sich u.a. von den Schmetterlingen dadurch, dass man für einander Verantwortung übernimmt, auch für Gefühle. Anders in der Verliebtheit. In dieser ist jeder selbst für seine Gefühle verantwortlich.

In Partnerschaft wird das eigene Ich etwas zurück gestellt, nicht vollständig, das wäre der Weg in Abhängigkeit aber soweit, dass ich mich in diese Beziehung fallen lassen kann.

Beziehungen scheitern u.a. am Fehlen dieses Fallenlassens und am Bestehen auf dem Vorrang des eigenen Ich ggü. einem gemeinsamen Wir. Wie soll man ein Team bilden, wenn man sich selbst immer den Vorrang einräumt, sich ständig abgrenzen muss und keine Verantwortung für den Partner mit übernehmen will. Wie soll aus Schmetterlingen gegenseitige Liebe entstehen, wenn Ich selbst mich regelmässig abgrenzen muss.

Wenn ich dann bereit bin im Wir zu leben, ist es kaum zu vermeiden dies auch nach außen zu zeigen. Dies so deutlich nach außen zu zeigen, dass dies andere ausgrenzt ist allerdings falsch und es ist wichtig, dass es nicht so rüber kommt, dass ich mit dem Wir angeben will.

@INSPIRATIONMASTER Meinung, dass Wir Menschen auf Ich Menschen neidisch sind ist aber lächerlich. Paarbildung nach der hier im Forum eigentlich alle Singles streben funktioniert nicht in den ich im Herzen weiter Single bleibe und mein Singleleben uneingeschränkt weiter lebe sobald ich einen Partnerkandidaten finde.
 
  • #20
Hier schreiben viele gegen das "Wir" an. Unterstellen den Vertretern des "Wir" Neid u.ä.

Partnerschaft und Liebe setzten jedoch ein "Wir" voraus. Liebe unterscheidet sich u.a. von den Schmetterlingen dadurch, dass man für einander Verantwortung übernimmt, auch für Gefühle. Anders in der Verliebtheit. In dieser ist jeder selbst für seine Gefühle verantwortlich.

In Partnerschaft wird das eigene Ich etwas zurück gestellt, nicht vollständig, das wäre der Weg in Abhängigkeit aber soweit, dass ich mich in diese Beziehung fallen lassen kann.

Beziehungen scheitern u.a. am Fehlen dieses Fallenlassens und am Bestehen auf dem Vorrang des eigenen Ich ggü. einem gemeinsamen Wir. Wie soll man ein Team bilden, wenn man sich selbst immer den Vorrang einräumt, sich ständig abgrenzen muss und keine Verantwortung für den Partner mit übernehmen will. Wie soll aus Schmetterlingen gegenseitige Liebe entstehen, wenn Ich selbst mich regelmässig abgrenzen muss.

Wenn ich dann bereit bin im Wir zu leben, ist es kaum zu vermeiden dies auch nach außen zu zeigen. Dies so deutlich nach außen zu zeigen, dass dies andere ausgrenzt ist allerdings falsch und es ist wichtig, dass es nicht so rüber kommt, dass ich mit dem Wir angeben will.

@INSPIRATIONMASTER Meinung, dass Wir Menschen auf Ich Menschen neidisch sind ist aber lächerlich. Paarbildung nach der hier im Forum eigentlich alle Singles streben funktioniert nicht in den ich im Herzen weiter Single bleibe und mein Singleleben uneingeschränkt weiter lebe sobald ich einen Partnerkandidaten finde.


Ich weiss nicht ob eins besser ist. Es gibt unterschiedliche Phasen im Leben wo mal das ich und mal das wir im Vordergrund steht.
Verdächtig ist, wenn es vor lauter wir kein ich und vor lauter ich kein wir gibt als Dauerzustand. Also für mich persönlich wuerde ich das nicht wollen.
 
  • #21
Wir-Menschen haben ja den Ehemann/Ehefrau oder Freund, mit dem sie darüber sprechen können...

...oder sich täglich angiften, und gerne Single wären.

Ich bin als Single Frau (keine Kinder) offenbar ein Exot in der heutigen Welt.
Im beruflichen Umfeld bin ich die einzige alleinstehende Frau.

...während die vergebenen Kolleginnen gerne den attraktiven Kollegen im Bett hätten, weil sie vom Partner nicht mehr angefasst werden.

Im privaten Kreis habe ich schon längst ziemliche Distanz zu Paar-Menschen. Die Gesprächsthemen und vor allem das Alltagsleben passen für mich einfach nicht zusammen! Bin ich da zu streng?

Ja, bist Du. Auch Paar-Menschen reden gerne auch über andere Themen, als ständige wiederkehrende öde Geschichten wiederzukauen. Es kommt dabei eben auf den jeweiligen Menschen an, weniger auf den aktuellen Beziehungsstatus.

Und wie andere leben ist egal. Sehr oft scheint es Fassade. Und wenn jmd so sehr mit "wir" und "Unternehmungen" prahlt..Frage ich mich auch immer wie echt das ist wenn es so herausgestellt wird?

Der zentrale Punkt. Ausgeglichene, zufriedene und glückliche Menschen haben dies nicht nötig. Prahlereien kommen ausnahmslos von unzufriedenen Menschen, deren eigenen, wahren Bedürfnisse, nicht gepflegt werden.


Hast Du hier genügend bekommen...;-)

m, 39
 
  • #22
interessant was hier WIR-gefühlten Menschen gleich alles unterstellt wird.
Bei mir sind es keine Unterstellungen, sondern Beobachtungen und Erlebnisse.
Warum soll ich das nicht schreiben und warum denkst Du, dass ALLE Beziehungen gemeint sind? Wenn die Außendarstellung der Beziehung besser ist als die Beziehung selbst, wird das doch nur so gemacht, um sich aufzuwerten.
Ich selbst hab erlebt, wie ich als Single beneidet wurde, Freiheiten zu haben, die die anderen nicht hatten, und ich selbst hab, als ich in einer Beziehung war, auch schon mal gedacht, ich wäre jetzt gern so frei wie die Singlefrau.

einfach nur traurig, ja mich wundert es dann nicht, dass man sich vielleicht von einem ICH-Menschen abgrenzt
Es ist doch aber eher so, dass es in den allermeisten Fällen umgekehrt ist: Der Mensch in Beziehung grenzt sich als erster ab, hat selten Zeit (was ich durchaus verstehe), mag Singles nicht einladen, weil wenn man was unternimmt, ist es doch angenehmer, was mit einem anderen Paar zu unternehmen. Mit dem Single würde man was ALLEIN unternehmen, aber man unternimmt ja nur noch mit dem Partner was, weil die Zeit fürs Paarsein schon so knapp ist.

Was das Erzählen über gemeinsame Erlebnisse angeht, so finde ich es albern, wenn man da nicht "wir" sagen darf. Ich denke, dass ist dann eher der Neid des Singles auf die verpartnerten Leute, wenn er das nicht ertragen kann. Wobei es auch hier wieder Paarmenschen gibt, die sich über die Partnerschaft darstellen wollen und sich im Neid des Singles aufwerten. Die waren selbst neidisch auf Menschen in Beziehungen, bevor sie ihre eigene hatten. Den Neid, dass ein anderer eine schöne Beziehung gefunden hat, kenne ich auch aus meinen Anfang-Zwanzigern. Nur - wenn man hinter die Kulissen geguckt hat, stellte sich das eben immer ganz anders dar und ich fragte mich, worauf ich neidisch war. Die Kulisse wird aber gern präsentiert, musste ich auch erst lernen, weil viele Leute ihr Leben toller darstellen, als es ist, um nicht als der Loser in der Runde zu gelten, weil sie anscheinend gern einen Loser haben wollen, um sich aufzuwerten. Wo man dann wieder beim Thema wäre, warum Singlemenschen von manchen Paarmenschen abgewertet werden, durch Mitleid, durch Unterstellung von Kompromissunfähigkeit und anderen netten Eigenschaften. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du mit Deiner Lebenserfahrung dem noch nicht begegnet bist.

Wenn man etwas begehrt, sollte man daran teilnehmen, sich involvieren
Kannst Du Dir nicht vorstellen, dass es Paarmenschen gibt, die Singles ausgrenzen? Die gar kein Interesse am Leben eines Singles haben, weil der IHRE wichtigen Probleme gar nicht kennt und nicht versteht? (was ja z.T. auch stimmt) Die meinen, sie hätten das schon hinter sich gelassen, womit sich der Single noch rumschlägt, und eine höhere Stufe erreicht im Leben.
 
  • #23
Im beruflichen Umfeld bin ich die einzige alleinstehende Frau. Bei Gesprächen in der Kantine oder Kaffeepause drehen sich die Themen um "WIR haben gestern..." ....... Ich verstumme dann, denn ich kann bei solchen Themen nicht als wir sondern nur als ein Ich mitreden.

Liebe FS,
das Problem sind nicht die anderen sondern das Problem bist Du. Du fühlst Dich anders und minderwertig weil Du Single bist - das ist Deine Wahrnehmuung, nicht zwingend das Verhalten der anderen.
Ich kennne diese beruflichen Kaffepausengespräche zur genüge und habe sie sowohl aus der (Ehe)paar- wie auch langjährig aus der Singleperspektive erlebt.
Meine Kollegen haben nie anders reagiert, ob ich erzählt habe, am WE haben WIR diesen Film gesehen und wie ich ihn fand oder ob ich erzählte, dass ICH den Film gesehen habe. Mit Urlaubs- und Wochenenderlebnissen war es ganz genauso, allerdings unterschieden sich die Unternehmungen.
Auch als Single habe ich viel in der WIR-Form gesprochen, weil ich mit Freunden etwas unternahm, mit anderen in Workshops war etc.

Ich ertappe mich dabei, meine engsten Freundinnen nur mehr mit "wie geht es EUCH?" anzusprechen. Komme mir richtig blöd dabei vor, aber alle finden das normal.Ich nicht
Warum tust Du es dann? Was für ein albernes Sozialexperiment und was willst Du wem damit beweisen? Vermutliich finden Deine Freundinnen das genauso merkwürdig wie Du, sagen es Dir aber aus Höflichkeit nicht.
Wenn ich mich mit Freundinnen treffe, die fast alle verheiratet sind und mit deren Männern ich mich auch gut verstehe, frage ich immer meine Freundin, wie es ihr geht, denn ihr gilt grad mein ganzes Interesse.
Es kann auch sein, dass ich nach dem Befinden ihres Partners frage, resp. wenn ich wweiß, dass es gesundheitliche, berufliche oder familiäre Probleme gibt.

Im privaten Kreis habe ich schon längst ziemliche Distanz zu Paar-Menschen...
Für mich sind Wochenenden manchmal recht heftig, da ich das Alleine Sein langsam echt mühsam finde.
Nein, nicht zu streng, gerade in der frühen Familiengründungsphase klaffen die Interesssen von Familien uns Singles oft weit auseinander.
Dein wesentliches Problem ist aber, dass Du Dir keine gute Singlezeit machen kannnst und darum neidisch/frustriert bist und Dir nun ein sozial gefälliges Erklärungsmodell bastelst (die anderen sind schuld), damit Du besser mit Deinem schlechten Gefühl umgehen kannst. Das wirkt aber nicht sondern Du isolierst Dich zunehmend.

Wo wären sie denn, wenn sie sich nicht wöchenltlich mit dir als lustige, lebensfrohe, alleinstehende und selbstständige Frau hätten...
Was phantasiertst Du Dir zusammen. Die FS liest sich in keiner Weiise wie eine lustige, lebensfrohe und selbstständige Frau, welche die anderen unterhält.
 
  • #24
Ich weiss nicht ob eins besser ist. Es gibt unterschiedliche Phasen im Leben wo mal das ich und mal das wir im Vordergrund steht.
Verdächtig ist, wenn es vor lauter wir kein ich und vor lauter ich kein wir gibt als Dauerzustand. Also für mich persönlich wuerde ich das nicht wollen.

Richtig ist natürlich ein ausgewogenes Verhältnis von Ich und Wir. Nach meiner Meinung hast du in deinem letzten Beziehungsversuch versucht ein Wir zu erzeugen. Du wolltest mit ihm über die Dinge die euch trennen sprechen.

Er dagegen ist wohl die ganze Zeit bei seinem Ich geblieben. Hat sich auf sein Ding konzentriert ohne zu versuchen irgendetwas zu (er)klären.

Was ich nicht unter einem Wir verstehe bzw. auch ablehne ist eine totale symbiotische Verschmelzung. So etwas haben manche Menschen als Kind mit ihrer Mutter erlebt. Nach dem sie es geschafft haben sich davon zu emanzipieren, neigen sie oft zu zwanghafter Abgrenzung, einem kompromisslosen Ich Verhalten. Ein Ergebnis kann dann Angst vor Nähe sein. Also Beziehungsangst. Ein mögliches Motiv deines letzten Bekannten.

Ich bin der Meinung am sinnvollsten ist eine positive Haltung zum Wir auf Basis eines gefestigten Ich's. Dies ist umso wichtiger wie Wir treibende Faktoren wie z.B. die Gründung einer Familie fehlen.

Die FS trifft nun scheinbar auf viele Familiengründer. Diese sind dann noch stärker auf Wir fokussiert als Menschen die dies hinter sich haben. Sie sollte dies einfach verstehen und akzeptieren, dann lebt sie glücklicher. Die anderen sind nicht dafür verantwortlich wenn ihr etwas fehlt.
 
  • #25
Nein, kenne ich nicht. Erstens kenne ich jede Menge Singles und zweitens rede weder ich noch andere Menschen in Beziehungen selten in der wir-Form. Eigentlich ist das normal, zumindest wenn man in größeren Städten lebt.
Ich würde mich nicht davon beeindrucken lassen und mir immer die Nachteile einer Beziehung vor Augen halten.
 
  • #26
Ich kann dich verstehen. Es ist legitim und schön ein Wir-Gefühl zu haben und ich möchte dich aufmuntern dieses Wir-Gefühl dir zu holen. Ein Wir-Gefühl muss nicht unbedingt in einer Beziehung sein sondern es kann auch mit der Familie oder Freunden erzeugt werden. Ein Wir-Gefühl kannst du auch bekommen, in dem Du in einem Verein aktiv wirst. Setze dich für andere Menschen ein, adoptiere ein Kind, hole dir einen Hund vom Tierheim, freunde dich mit anderen Menschen an. Es gibt so viele Möglichkeiten dieses Gefühl zu bekommen. Du könntest musizieren, in Chor dich anmelden oder in einem Sportverein aktiv sein. Dann kannst du in der Pause zu deinen Kollegen sagen, wir waren zusammen bei einem Konzert, oder wir haben zusammen gesungen oder wir waren zusammen auf ein Turnier etc. Und wer weiß vielleicht findest Du da auch einen Begleiter. Es gibt so viele Alleinstehende Menschen. Werde aktiv und du wirst Freunde finden und vielleicht sogar deinen zukünftigen Partner kennenlernen. Du schaffst es bestimmt. Es ist nicht schwer und viele andere haben es auch geschafft. Also du wirst es auch schaffen.
 
L

Lionne69

Gast
  • #27
. Die Gesprächsthemen und vor allem das Alltagsleben passen für mich einfach nicht zusammen! Bin ich da zu streng?
Für mich sind Wochenenden manchmal recht heftig, da ich das Alleine Sein langsam echt mühsam finde. Für diese "Wir-Menschen" ist das Wochenende spätestens am Montag mittag Stoff für begeisterte Erzählungen über verschiedene gemeinsame Aktivitäten

Ja, da bist Du zu streng.

Ist es nicht normal, sich nach dem Wochenende oder auch sonst auszutauschen, was man an Aktivitäten so macht?
Ob als Ich oder als Wir - mit einem Partner, mit der Familie, mit Freunden oder alleine?
Und entsprechend das Wort Wir oder ich nutzt?

Dass die Leute komisch schauen, wenn man "ich" sagt, habe ich noch nie erlebt.
Es kommen mal Nachfragen, wenn ich von einer Bergtour erzählt habe, ob ich alleine gegangen bin oder mit wem.

Bei diesen und sehr ähnlichen Fragen, wie- muss ich mich für mein Singleleben rechtfertigen, etc. - glaube ich, dass die vermeintliche Reaktion nur eine Projetion des eigenen schlechten Gefühls ist.
So wie hier das Gefühl der Einsamkeit am Wochenende, das verstärkt wird, wenn nach dem Wochenende die anderen von Aktivitäten erzählen.

Und klar wird man sich nicht darüber austauschen, wenn man auf der Couch gesessen hat - höchstens über ein Buch, einen Film, oder eben das was man so macht, erlebt, was einen gerade bewegt.

Mein Umfeld weiß, dass ich Single bin, und diejenigen, die für mich bessere Bekannte / Freunde sind, laden mich auch ohne Partner ein - es gibt einige Paare, da treffen wir uns eben zu dritt, oder es kommt ein weiteres Pärchen dazu, oder ein weiterer Single.

Dass man aber, wenn man verpartnert ist, sehr viele Freizeitaktivitäten zusammen macht, ist doch nachvollziehbar?
Und trotzdem kenne ich auch ausreichend Ich- Erzählungen von Verpartnerten, weil einer Moped fährt, Mountainbiken geht, segeln, sich für eine Ausstellung interessierte,.. ., weil es auch bei Paaren Einzelinteressen gibt, Einzeltätigkeiten.

Als Teil eines Paares würde ich trotzdem auch gerne als Individuum wahrgenommen werden, und je nachdem eben Wir / Ich mit entsprechender Balance, wie es dann für uns richtig ist.
 
  • #28
Es ist legitim und schön ein Wir-Gefühl zu haben und ich möchte dich aufmuntern dieses Wir-Gefühl dir zu holen. Ein Wir-Gefühl muss nicht unbedingt in einer Beziehung sein sondern es kann auch mit der Familie oder Freunden erzeugt werden.

Diese sehe ich genauso. Selbst auf der Arbeit kann man unter Umständen ein gutes Wir Gefühl finden.

Offen für ein Wir zu sein bedeuten auch Offen für Menschen und jede Form für Beziehungen mit diesen Menschen zu sein. Es ist wichtig, dass nicht Misstrauen sondern Offenheit dominiert. Ich meine damit nicht Wahllosigkeit und fehlende Vorsicht sondern Unvorhergenommenheit und Angstfreiheit.

Ich behaupte Glück und Sinn kann ich nur in einem Miteinander und nicht in der Fokussierung auf mich selbst finden.

Dass gerade Befürworter von Seelenverwandtschaft wie @INSPIRATIONMASTER im Wir eine Gefahr sehen ist auf den ersten Blick verwunderlich. Seelenverwandtschaft bedeutet aus meiner Sicht ja eine ganz besonders tiefe und damit dann doch bedenkliche Verschmelzung. Da es aber unwahrscheinlich ist einen "echten" Seelenverwandten zu treffen, begrüsst @INSPIRATIONMASTER dies, während er eine positive Haltung zu einem banalen Wir einfach ablehnt.

Für mich bezeichnend ist, dass alle Menschen mit einem Nähe-Distanz-Problem einem Wir quasi allergisch gegenüber stehen. Diese Menschen haben tatsächlich ein Problem mit sich selbst und ihrem ich. Deswegen sind sie für ein Wir nicht stark genug.
 
  • #29
Richtig ist natürlich ein ausgewogenes Verhältnis von Ich und Wir. Nach meiner Meinung hast du in deinem letzten Beziehungsversuch versucht ein Wir zu erzeugen. Du wolltest mit ihm über die Dinge die euch trennen sprechen.

Er dagegen ist wohl die ganze Zeit bei seinem Ich geblieben. Hat sich auf sein Ding konzentriert ohne zu versuchen irgendetwas zu (er)klären.

Was ich nicht unter einem Wir verstehe bzw. auch ablehne ist eine totale symbiotische Verschmelzung. So etwas haben manche Menschen als Kind mit ihrer Mutter erlebt. Nach dem sie es geschafft haben sich davon zu emanzipieren, neigen sie oft zu zwanghafter Abgrenzung, einem kompromisslosen Ich Verhalten. Ein Ergebnis kann dann Angst vor Nähe sein. Also Beziehungsangst. Ein mögliches Motiv deines letzten Bekannten.

Ich bin der Meinung am sinnvollsten ist eine positive Haltung zum Wir auf Basis eines gefestigten Ich's. Dies ist umso wichtiger wie Wir treibende Faktoren wie z.B. die Gründung einer Familie fehlen.

Die FS trifft nun scheinbar auf viele Familiengründer. Diese sind dann noch stärker auf Wir fokussiert als Menschen die dies hinter sich haben. Sie sollte dies einfach verstehen und akzeptieren, dann lebt sie glücklicher. Die anderen sind nicht dafür verantwortlich wenn ihr etwas fehlt.

Interessant so habe ich es garnicht gesehen. Es gibt wohl "Nähe" und "Nähe".
Körperlich und zeitlich wollte er mich ununterbrochen um sich haben (Symbiose?). Aber für mich ist wohl emotionale Nähe wichtig. Ich wusste vorher nicht wie einsam man sich fühlen kann wenn jmd neben einem liegt.

Insofern kann man wohl viel von " wir" reden..rein aeusserlich wenn man offiziell paar ist. Aber wenn nicht zwei ich s sich authentisch und vertrauensvoll begegnen..ist Fassade, denke ich.
 
  • #30
Kannst Du Dir nicht vorstellen, dass es Paarmenschen gibt, die Singles ausgrenzen?

Guten Morgen,

natürlich kann ich mir das vorstellen. Es gibt aber ebenso viele Menschen, die das nicht tun. Lionne hat es prima formuliert, es hängt sehr stark auch von einem selbst ab.
Wie oft lese ich hier im Forum, dass sich Singles oft auch sehr erhaben und arrogant aufstellen, ihre Freiheit betonen und wie toll ihr Leben ist und Beziehungen infrage gestellt werden. Alles sei nur Fassade, dahinter tobt der Krieg. Sie grenzen Wir-Menschen ebenso aus und noch schlimmer, ihnen werden symbiotisch krankmachende Beziehungen untergejubelt. Da muss sich ein Ich-Mensch dann auch nicht wundern, wenn er ausgegrenzt wird.
Ich habe anhand des Beispiels mit meiner Freundin ja aufgezeigt, wie es gehen kann.
Ich lebte beides, lange Singlezeiten und Partnerzeiten, habe mich als Single nie ausgegrenzt gefühlt, weil ich an der Wir-Welt aktiv teilgenommen habe, diese auch nicht schlecht geredet habe, oder an der Glaubwürdigkeit gezweifelt habe.
 
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