• #1

Wir sind bald 25 Jahre verheiratet - Jetzt wünsche ich mir die Trennung

Hallo,
ich versuche mal meinen Fall zu schildern.
Wir haben jung geheiratet (ich 22 er 29) und 3 Kinder bekommen, Haus gekauft usw. Das haben wir uns beide gewünscht. Nun sind die Kinder aus dem Haus.
Ich habe in all den Ehejahren immer wieder Phasen gehabt, in denen ich sehr traurig und einsam war. Trotz einer ähnlichen Haltung dem Leben gegenüber waren wir beide sehr verschieden und hatten wenige Gemeinsamkeiten, die unsere Beziehung gefördert hätten. Als ich das eingesehen habe, habe ich gedacht: OK, dann musst du dafür sorgen das es dir gut geht. Die Dinge tun, die dir Spaß machen, auch ohne Ihn. Daraus hat sich mit den Jahren ein immer größerer Abstand zwischen uns beiden entwickelt. Ich denke unsere Wege laufen nicht nur nebeneinander sondern auseinander. Ich denke oft an Trennung, aber was ist damit gewonnen?
 
  • #2
Ihr hattet immer schon wenig Gemeinsamkeiten. Eine der wenigen waren eure Kinder. Die sind nun erwachsen und aus dem Haus. Nun müsstet Ihr Euch als Paar neu definieren, was nicht gelingt. Du tust Dinge, die Dir Spaß machen, auch ohne ihn. Zufriedener hat es Dich, was Eure Beziehung betrifft, nicht gemacht. Der Abstand erscheint Dir immer größer. Was ist mit einer Trennung gewonnen, fragst Du. Du bist 46 oder 47. Da hält das Leben noch einiges bereit. Du musst Dich nicht in eine Ehe fügen, in der Du nicht mehr glücklich bist. Da ist eine Trennung besser. Sprich in Ruhe und ohne Vorwürfe mit Deinem Mann. Vielleicht sieht er es ähnlich und Eure Unterschiedlichkeit belastet auch ihn. Eltern Eurer gemeinsamen Kinder bleibt Ihr immer und am Besten wäre, nach 25 gemeinsamen Jahren in Zukunft freundschaftlich verbunden zu bleiben. Es ist Dein Leben und mit 46 bist Du keinesfalls zu alt für einen Neuanfang. Verharre nicht weiter in einer Situation, die Dich schon seit Jahren nicht glücklich macht. Alles Gute!
 
G

Gast

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  • #3
Ich denke oft an Trennung, aber was ist damit gewonnen?
Dass Du offen sein kannst für eine neue Liebe.
Man verändert sich doch auch charakterlich im Leben, da wundert es mich, warum so viele Paare überhaupt zusammenbleiben können. Und manchmal sehe ich es, wieso das so ist: Sie unterdrücken ihre wesensmäßigen Veränderungen, damit es nicht zur Trennung kommt. Dadurch werden diese Menschen seltsam, weil es einen Preis fordert, wenn man innere Erkenntnisse aufgrund von Äußerlichkeiten ignoriert.

Die Frage ist jetzt, ob bei euch die Trennung nötig ist. Also wünschst Du Dir einen anderen Partner oder machst Du Dein Ding und verzichtest auf Sex mit jemandem, der Dir innerlich näher steht. Falls Du letzteres auch haben könntest und nicht das Bedürfnis verspürst, Deinen Alltag mit jemandem zu teilen, würde ich mich nicht trennen. Verlieben kannst Du Dich ja dann immer noch ganz ohne Heimlichkeiten und Warmwechsel.

Ich hatte immer Angst vorm wieder Singlesein, nachdem ich in einer unbefriedigenden Beziehung war für lange Jahre. Als sie zu Ende war, fühlte ich mich erleichtert.
 
G

Gast

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  • #4
Ich denke oft an Trennung, aber was ist damit gewonnen?

Liebe FS,

hast du mit deinem Mann über deine Gefühle schon mal gesprochen? Ihm vorgeschlagen, eine Ehetherapie zu machen?

Es gibt gute Bücher zu dem Thema, ganz toll finde ich, ich fand den Tipp hier Forum "Liebe dich selbst und es ist egal, wenn du heiratest", oder "Alles für ein bisschen Liebe...".

Als nie verheiratete Frau, die zum Glück finanziell gut dasteht, ihr Kind alleine groß gezogen hat, sage ich dir, wenn dein Mann ansonsten in Ordnung ist, bleib verheiratet, mach aber dein Ding.

Ich bin mit meinem pragmatischen Denken im Leben ganz gut voran gekommen, als manch Ehefrau in meinem Umfeld, die in meinem Alter jetzt frustiert, mittellos und abgearbeitet nach einer Trennung/Scheidung dasteht.

Als geschiedene Frau kurz vor 50zig, mit langer Ehe und wenig Erfahrung mit dem Single-Leben und dem Daten, vielleicht keinem eigenen guten Einkommen, erwartet dich wenig gutes auf dem Singlemarkt. Die beziehungsfähigsten und dazu halbwegs attraktrive, charaktervolle Männer sind meistens vergeben bzw. viele suchen/wünschen sich jüngere Frau.

Ein Rechtsanwalt und eine Couach könnten dich gut beraten, was bei einer evtl. Trennung in deinem Fall auf dich später zukommen könnte.

Manchmal ist die Pest besser als Colera.

w
 
  • #5
Liebe FS
"Lass in Liebe los, was dich unglücklich macht". Du bist erst 46! Auch wenn manche Forumsteilnnehmer so tun als ob dies schon jenseits von Gut und Böse ist. Für dich gilt nur eines. Für dich muss es stimmen. Und wenn die Trennung dies bedeutet, dann trenn dich. Was du gewinnst? Die Freiheit, über dich und deine Gefühle alleine bestimmen zu können...und dein freies Herz, jemandem zu begegnen, der dir näher steht.
W/50
 
G

Gast

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  • #6
Was damit gewonnen ist? Das weiß niemand, aber eines kann ich dir mit Sicherheit sagen:

Du hast so gut wie keine Erfahrung mit Männern, da jung geheiratet, vor allem auch keine schlechten;

du bist 47 Jahre alt, laß dir nicht den Quatsch von einem so tollen Neuanfang usw. erzählen;

bis du geschieden bist und innerlich frei für eine neue Liebe bist du fast 50, dann kannst du damit rechnen, dass sich 60jährige für dich interessieren oder aber welche, die arbeitslos, krank, voller finanzieller Altlasen, Kettenraucher, Trinker, depressiv, potenzgestört oder grottenhäßlich oder sonstwas sind;

du fühlst dich traurig und einsam? was denkst du wie du dich fühlen wirst, wenn du dich trennst, dein Mann sich eine neue anlacht und deine ganzen Beziehungsversuche sich nach einiger Zeit als Luftnummern entpuppen, auch noch nach 2 oder mehr Jahren?

Hast du von diesen Beziehungsversuchen mehrere, dauert es gar nicht lange bis du fast 60 bist. Dein Mann ist dann schon Jahre mit einer anderen zusammen oder wiederverheiratet. Du bist dann 60jähriger Single, Mann weg, Haus weg, Geld weg, aber frei für einen Neuanfang. - Na dann viel Glück! Überleg dir genau was du tust! Wie gut es einem früher gegangen ist, merkt man meist erst dann, wenn es nicht mehr so ist und zu spät für eine Umkehr.
 
  • #7
"Ich denke oft an Trennung, aber was ist damit gewonnen?"

Liebe Ellisbellis,

ich denke, Antwort 3 / Gast , hat es auf den Punkt gebracht.

Als geschiedene Frau, 58 Jahre, ohne Kind,
sage ich dir, wenn dein Mann ansonsten in Ordnung ist, bleib verheiratet, macht eine Paartherapie.

Das Buch von Eva - Maria Zurhorst : " Liebe dich selbst und es ist egal, wenn du heiratest" ist klasse.
Ich lese gerade von ihrem Mann : " Der Beziehungs - Retter "
Gutes Buch, kann ich dir empfehlen.

Mach dir keine Sorgen, wenn es zwischen dir und deinem Mann knirscht, so bedeutet das nicht, dass in deiner Beziehung etwas Grundlegendes nicht stimmt.
Aber es braucht die Bereitschaft, von alten Überzeugungen loszulassen, und Mut, etwas Neues zu wagen. Setz die Partnerschaft auf PLATZ EINS.

Ein Paar braucht ausreichend Zeit miteinander, es braucht echte Nähe, seelisch wie körperlich, wenn eine Beziehung nicht ausbluten soll.

Es braucht Mut zum " Alleinsein zu Zweit ".

Es ist eine Chance....für eine lebendige Partnerschaft.

Dir viel Glück!
Herzliche Grüße, Summerwine
w 58
 
G

Gast

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  • #8
Liebe FS,

wenn es euch schon von jeher an Gemeinsamkeiten gemangelt haben soll. Aus welchem Grund habt ihr euch dann zusammengetan?
Wenn die Gemeinsamkeiten aber in dem Wunsch bestanden, euch eine gemeinsame Zukunft aufzubauen und ihr dieses Ziel erreicht habt, dann ist das meines Erachtens mehr als viele andere Menschen von sich behaupten können.
Statt jetzt aber gleich an Trennung zu denken, bei dem was euch schon zusammen gelungen ist, hielte ich es für sinnvoll, wenn ihr miteinander sprecht, um erneut Gemeinsamkeiten aneineander zu entdecken und euch zu erarbeiten.
Was sagt denn dein Mann dazu, wenn du ihm deine Sorgen schilderst, dass du dich mit dir selbst allein gelassen fühlst und es dir an empfundenen Gemeinsamkeiten fehlt?
Vielleicht hätte er in den 25 Jahren ja auch lieber mehr Zeit mit dir verbracht, statt euren Lebensunterhalt zu erarbeiten? Da kann es schon sein, dass man einander aus den Augen verliert. Also versucht euch doch wieder zu finden. :)

m 36
 
  • #9
Gott sei dank, rät dir hier nicht jeder gleich die Flinte ins Korn zu werfen! M44
 
  • #10
Mach dir keine Sorgen, wenn es zwischen dir und deinem Mann knirscht, so bedeutet das nicht, dass in deiner Beziehung etwas Grundlegendes nicht stimmt.
Aber es braucht die Bereitschaft, von alten Überzeugungen loszulassen, und Mut, etwas Neues zu wagen. Setz die Partnerschaft auf PLATZ EINS.

Es "knirscht nicht nur", sondern es gibt keinerlei Gemeinsamkeiten mehr. Sie netfernen sich immer mehr. Natürlich stimmt da etwas Grundlegendes nicht. Sonst würde die FS nicht schon länger an Trennung denken. Altes loslassen und Mut, etwas Neues zu wagen, da hast Du Recht. Nämlich ein Leben nach dieser Ehe.
 
G

Gast

Gast
  • #11
Wenn man schon denkt "was ist damit gewonnnen", heißt es ja "ist auch egal", also das Zusammenbleiben. Wenn einem das reicht fürs Leben, ist das in Ordnung, aber sobald man eine Krise hat und sich für einen Weg entscheidet, ist der Zug erstmal, wenn nicht für immer, abgefahren. Es ist mitnichten so, dass man immer zu jeder Zeit die gleiche Energie hat, irgendwas durchzuziehen. Und wenn ein richtiger Zeitpunkt für eine richtige Änderung im Leben kommt, und man ergreift die Chance nicht, verbaut man sich andere Wege. Dann hat der Mann vielleicht irgendwann wen anderes und man ist dann doch allein, nur 5 Jahre später, oder man selber trifft jemanden, und wäre man frei, gäbe es den Stress nicht, der dann folgt.

Was ich nicht verstehe ist, warum langjährige Ehen als Leistung angesehen werden. Als ob man diese Personen dafür bewundert, dass sie sich gegenseitig so lange ertragen konnten. Menschen, die nach langer Beziehung immer noch wirklich glücklich miteinander sind, hatten eben Glück, dass sie sich gefunden haben und dass ihre Charaktere so passten.
Menschen, die nebeneinanderher leben, Leute, die sich anderweitig mit Affären über ihre öde Beziehung hinwegtrösten und Paare, die sich gegenseitig lähmen und einschränken, damit bloß nichts verändert wird, weil das das Ende bedeuten könnte, kann ich nicht bewundern. Die, die Glück hatten, könnte ich beneiden, aber bewundern kann ich die auch nicht.
Für mich ist es eher eine Leistung, wenn man sein Leben aktiv gestaltet, wozu auch gehört, dass man schlechte Beziehungen beendet, wenn man es erkannt hat. Angst vorm Alleinsein und Verharren im vertrauten Elend ist doch eher bedauernswert, und wie gesagt: Man verbaut sich immer neue Chancen, wenn man sich gegen den eigentlichen Fortschritt im Leben entscheidet, auch wenn er im Moment unbequem ist und wehtut.
 
  • #12
Ich würde Dir nicht zur Trennung raten.. Wünscht Du Dir grundsätzlich einen anderen Mann oder mehr Aufmerksamkeit bzw. Gemeinsamkeiten mit Deinem jetztigen Partner? Wie sieht es finanziell bei Dir aus, wärst Du finanziell unabhängig, bist Du berufstätig? Hast Du Hobbies bzw. Interessen? Ein Neuanfang mit fast 47 ist nicht so einfach, wie Dir hier vermutlich viele schreiben werden. Du hast keinerlei anderweitigen Beziehungs- bzw. Flirterfahrungen und im schlimmsten Fall interessieren sich Endfünfziger für Dich, willst Du das? Was glaubst Du, wieviele seltsame oder psychisch angeschlagene Männer um 50 bzw. 60 sich im Netz tummeln, tu Dir das nicht an.

Raten würde ich Dir, dass Du mit Deinem Mann sprichst und mit _ihm_ einen Neuanfang wagst, dass nach 25 Jahren nicht mehr alles so prickelnd ist wie am Anfang dürfte doch klar sein, liebe FS. Sofern Dein Ehemann kein tyrannischer Typ ist, der Dich unterdrückt, bleib bei ihm. Vielleicht tut Euch eine vorübergehende räumliche Trennung gut. ABER: Spreche mit Deinem Mann, bevor Du Dich Hals über Kopf trennst.

Manchmal ist der Spruch: "Lieber der Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach" ganz treffend.

Viel Glück
 
G

Gast

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  • #14
Manchmal ist der Spruch: "Lieber der Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach" ganz treffend.
Manch einer braucht aber gar keinen Vogel, um mal in dieser Sprache weiterzureden.
Immer dieses Hinweisen darauf, dass man nie wieder einen Partner finden könnte. Na und? Deswegen wird doch der Gegenwärtige nicht besser, und Beziehung um jeden Preis? Warten, bis was Besseres kommt und dann Warmwechsel? Seh ich nicht als Alternativen.

# 10
 
G

Gast

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  • #15
Wenn die FS finanziell unabhängig ist und sich ihr Lebensstandard nicht groß verschlechtert, dann spricht ja nichts gegen eine Trennung.

Wie schon geschrieben, der Single-Markt da draussen wartet nicht auf sie, als Unerfahrene, getrennte, oder dann geschiedene Frau.

Leider hat sie bisher weiter nichts geschrieben, ob sie eine Paarberatung usw. ins Auge gefasst hat, oder nicht.

So können wir hier nur spekulieren und nur daraus Empfehlungen geben.

w
 
  • #16
Ich habe nicht ganz deine Beweggründe für die Trennung begriffen. Unterschiedliche Interessen sind für mich eher eine Bereicherung als ein Trennungsgrund; irgendetwas Gemeinsames kann man meistens finden, aber dazu bedarf es etwas Fantasie und Gespräche. Und ein Wollen.

Wenn du aber schon abgeschlossen hast und dich den letzten Schritt nicht traust, dann mach es doch wie meine Tante: sie nahm sich eine eigene kleine Wohnung und wohnte ein paar Jahre dort. Nach einer Weile ist sie wieder zu ihrem Ehemann gezogen.

Ich meine, man muss nicht immer Schlussstriche ziehen und bis zum bitteren Ende konsequent sein. Ich kann aber sehr wohl verstehen, dass du aufleben willst. Sprich es ab. Versuch es. Mach dein Ding. Verreise mal alleine. Tu die Dinge, die dir Freude machen. Die Kinder sind aus dem Haus, du bist nicht mehr daran gebunden.
 
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