• #1

Wird der Stellenwert von Sex überbewertet?

Hallo,
meine Frage geht nicht per se in Richtung Asexualität - um das gleich vorwegzunehmen - sondern um (ggf. vorübergehende) Beziehungsformen und -möglichkeiten:
Meine bisherige Beziehung ist sexuell eingeschlafen und zur Freundschaft geworden. Wir sehen uns nicht mehr regelmäßig wie früher, sondern höchstens aller 8 Wochen einmal, um gemeinsam Kultur zu erleben, auszugehen etc.
Der sexuelle Rückzug ging dabei von mir aus. Mir hat das einfach nichts mehr gebracht. Er hat noch lange gehofft, das würde sich wieder ändern und ab und zu Anstalten gemacht, es wiederzubeleben (z. B. durch Massage o.ä., was aber für mich so durchschaubar war, dass ich mich zum Schluss auch dem konsequent entzogen habe, denn jedes Zugeständnis endete für mich in immer der gleichen Enttäuschung).
Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, keinen Sex mehr zu haben (sehr selten noch mit mir allein). Er fehlt mir eigentlich nicht.

Zwischenzeitlich bin ich zwei Männern begegnet, der eine will eine rein erotische Beziehung zu mir (mich hat das anfangs gereizt, als er aber - per E-Mail - einige Details benannte, törnte mich das eher ab als an, es war mir einfach zu schlüpfrig, fast schon ekelig), der zweite verwirrt mich sehr: ich mag ihn unheimlich gern, wir haben einen direkten Draht zueinander, ich könnte mir aber nicht vorstellen, mich ihm körperlich zu nähern, weil er für meinen Geschmack viel zu dick ist - das ging noch nie bei mir. Also geht hier von vornherein auch nur Freundschaft. Ich habe das ihm gegenüber auch artikuliert (aber ohne den Grund zu nennen natürlich!), fürchte aber, er erhofft sich doch mehr.
Ich frage mich nun, bin ich am Ende doch "etwas asexuell" geworden, oder wird der Sex in Beziehungen generell überbewertet? (In einer weiteren langjährigen Beziehung ist der Sex ebenfalls nach ca. 5 Jahren eingeschlafen. Für mich ist das eigentlich normal, dass der Reiz, das Begehren auf immer den gleichen Mann mit der Zeit nachlässt).

Können zwei Menschen, umgekehrt gefragt, als normal Sexuelle in einer Beziehung auch ohne Sex glücklich sein - vorausgesetzt natürlich, dass das für beide in Ordnung ist, oder wird es zwangsläufig dazu kommen, dass doch der Trieb eines Tages siegt und einer ausschert (von Fremdgehen kann man hier ja nicht sprechen)?

Es ist eben so bei mir, dass ich mich viel eher zu Personen/ Männern hingezogen fühle, die mich auf geistig-seelisch-emotionaler Ebene interessieren, als zu Männern, wo die Erotik im Vordergrund steht, sonst aber mit dem Mann nichts anzufangen ist (hatte ich auch, war wundervoll im Bett, aber eben nur dort...)

Also um es noch einmal zusammenzufassen: Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Das würde mich interessieren.
Pauschales Moralisieren und Vorverurteilungen bitte ich zu vermeiden, natürlich kann ich hier nicht jeden Aspekt begründen.
Danke.
 
  • #2
Ja, ich bin der Meinung, dass Sex allgemein und in allen möglichen Zusammenhängen stark überbewertet wird. So toll es auch sein kann, unterm Strich betrachtet....nun ja. Ein lebensnotweniges Bedürfnis wie Essen, Trinken, Schlafen ist es auch nicht. Es läuft sehr viel über die Psyche. Wenn jemand sich ernsthaft dazu entschließt, Sex nicht mehr wichtig zu nehmen (vielleicht, weil sie die Erfahrung gemacht hat, dass in dem gesamten Kontext unterm Strich mehr Leid als Lust übrig bleibt), dann geht das auch. Man hat wirklich eine Milliarde andere Dinge, an die man denken kann, womit man sich beschäftigen kann, woran man Freude haben kann. Ohne Risiken wie Herzschmerz, ungewollte Schwangerschaft, Geschlechtskrankheiten, etc. Ich lebe besser mit der bewussten Entscheidung gegen all das. Sehr selbstzufrieden und mit Seelenfrieden. Natürlich suggeriert einem die gesamte Umwelt, man müsse Sex haben. Muss man eben nicht.
 
  • #3
Auf die Antworten bin ich gespannt... sicherlich sehr viele frei nach dem Motto "ohne Sex geht ja gar nicht" und der Rest in die Richtung "wenn du es so willst und den richtigen Partner hast".
Um auf deine Frage zu kommen, ich kenne Viele die so denken, überwiegend Frauen, allerdings auch so einige Männer. Interesanter weise sind die meisten Menschen schön durch das "Sex ist toll und wichtig" Märchen indoktriniert. Werden alle von den Medien damit bombardiert und ihre Freunde sagen das auch, natülich sind diese auch durch die Medien beeinflusst... und sie werden auch von ihren Freunden (einem selbst) beeinflusst, da man auch so denkt. Wie heisst es so schön, man glaubt lieber eine 1000x erzählte Lüge, als eine 1x gehörte Wahrheit.
Wie auch immer, mit dieser Denke bist du nicht alleine und sie ist definitiv nicht falsch, aber man ist damit ein eher seltenes Exemplar. Du wirst gegen so manches Wändchen laufen und das beste ist, halte dich an Gleichgesinnte.
 
  • #4
Liebe FS
Können zwei Menschen, umgekehrt gefragt, als normal Sexuelle in einer Beziehung auch ohne Sex glücklich sein - vorausgesetzt natürlich, dass das für beide in Ordnung ist,
Ja, schon, hypothetisch. Wenn sie Sexualität nicht so wichtig finden und ansonsten voll ausgelastet sind und so fort.. Aber in deinem Fall scheint es für beide nicht in Ordnung, da dein Partner mehrfach versucht hat, die Situation zu ändern - und du dich ebenfalls schon anderweitig umgesehen hast. Zudem ist das Ganze ja schon sehr distanziert, wenn man sich nur alle 8 Wochen trifft. Ich treffe gute Freunde in der Regel häufiger, einen Partner würde ich noch öfter sehen wollen, wenn möglich.
Fazit: Ich würde krass formuliert sagen, ihr habt eine Freundschaft, wo man sich ab und zu für Kulturelles trifft. Da ihr beide nicht asexuell seid, solltet ihr besprechen, ob ihr einander für neue Partner "frei geben" wollt - Eifersucht würde ja wohl nicht aufkommen?
 
  • #5
1. Ob die TS doch etwas asexuell geworden ist?

Es gibt jede Menge Ursachen, warum der Sexualtrieb stark verringert sein kann. Medikamente, Hormone, Krankheiten, Übergewicht, etc, ohne dass das Asexualität bedeutet.

Umgekehrt wäre die Asexualität wahrscheinlich vor der Beziehung schon angelegt gewesen und das eben dann nur die Rückkehr zum Normalzustand.

2. Können zwei Menschen, umgekehrt gefragt, als normal Sexuelle in einer Beziehung auch ohne Sex glücklich sein

In wie weit Sex in einer Beziehung eine Rolle spielt, ist höchst unterschiedlich. Aber wenige Menschen werden auf Sex gänzlich verzichten. Und an unterschiedlichen sexuellen Bedürfnissen scheitern auch langfristig viele Beziehungen.

3. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht

Ich bin ein Mann und für mich gehört Sex dazu. Im Laufe meines Lebens hat das Bedürfnis nach Sex allerdings nachgelassen. Ich könnte mir eine Beziehung mit einer Partnerin, die keine Freude am Sex mit mir hat, nicht vorstellen.

Ich hänge eher altmodischen Vorstellungen an und versuche mein Leben nicht durch Dreiecksbeziehungen, Fremdgehen oder ähnliches zu komplizieren. Dann lieber erst klare Verhältnisse schaffen und eins beenden, ehe das Nächste beginnt. Aber jeder nach seiner Facon...
 
  • #6
Werden alle von den Medien damit bombardiert und ihre Freunde sagen das auch, natülich sind diese auch durch die Medien beeinflusst... und sie werden auch von ihren Freunden (einem selbst) beeinflusst, da man auch so denkt. Wie heisst es so schön, man glaubt lieber eine 1000x erzählte Lüge, als eine 1x gehörte Wahrheit.
Wenn man mal ne Beziehung mit eingeschlafenem Sexleben hatte und in der Beziehung klar war, dass man sich treu ist, dann stellt man von allein fest, dass das nicht geht. Insbesondere, wenn einem Menschen begegnen, mit denen man sich schönen Sex vorstellen könnte. Außer man öffnet die Beziehung.

Das ist doch keine Beeinflussung von außen, wenn man Wert drauf legt, dass das Sexleben stimmt. Ansonsten kannst du doch mit Freunden zusammenwohnen, wenn du nicht allein sein willst, musst dich aber nicht mit einer Beziehung mit Treue blockieren, mal irgendwann schönen Sex zu erleben.

Ich frage mich nun, bin ich am Ende doch "etwas asexuell" geworden, oder wird der Sex in Beziehungen generell überbewertet?
Ich denke, es gibt einfach nur wenig Männer, die Dich reizen. Du scheinst zu wissen, was Dich anmacht und so ein Typ läuft Dir nicht über den Weg. Dann kannst Du nur warten. Ich finde das auch normal, dass man auch beim Sex nicht mit fast jedem Mann passt, den man gutaussehend finden könnte. Ist doch genauso in der Kommunikation, beim Humor, bei den Interessen, bei anderen Vorlieben oder Wesensheiten.
Ich denke, lauwarmer Sex als "Bezahlung" für eine Beziehung liegt Dir nicht. Ich glaube, dass aber viele Beziehungen so sind. Aber eben nicht alle. Keine Ahnung, ob Menschen mit einem langjährigen guten Sexleben einfach Glück hatten, den richtigen Menschen zu treffen. Vielleicht sind manche Leute bei sexuellen Vorlieben auch so gestrickt, dass sie mit Männern/Frauen, die sie sexuell richtig aufregend finden, nie eine Beziehung führen könnten. Z.B. wenn ein Mann auf sexuell offene und lockere Frauen steht, aber im Kopf hat, dass die ein Lotterleben geführt haben müssen und das nicht als Ehefrau passt, oder dass sie zu selbstbestimmt sind und er Angst hat, dass sie ihn langweilig finden könnte und ihn hintergeht. Gibt es auch umgekehrt, wobei Frauen noch eher versuchen, den Mann dann zu "domestizieren" und dann seine Seitensprünge doch hinnehmen, wenn er wirklich ein Fremdgänger ist. Aber sie stehen halt auch auf "seinen Sex".
 
  • #7
Ich habe das hier im Forum schon oft erzählt, daher in aller Kürze, um die Stammkundschaft nicht zu langweilen.
Ich hatte zwischen 16 und ca. 30 viele Beziehungen, zwei mehrjährige, aus einer ist auch ein Kind entstanden sowie viele kürzere bis kurze.
ALLE sind daran gescheitert, dass ich keine große Lust auf Sex hatte.
Ok, es gab immer auch noch weitere Gründe, aber das war der kleinste gemeinsame Nenner.
Und IMMER schwang bei der Trennung neben der Traurigkeit vor allem die Erleichterung mit, am kommenden Freitag nicht die Beine breit machen zu müssen.

Dann hatte ich 13 Jahre keine Beziehung, keinen Flirt, keinen Kuss, nur die Nase voll von diesem Gedöns.

Dann eine wilde Zeit mit Parties und Tanzen und Flirten und neuen sexuellen Erlebnissen im BDSM-Bereich.
Männer, die mich nicht anfassen wollten, passive Männer. DAS hat mir ein paar Jahre gut gefallen.
Aber auch diese Männer wollten alle sehr viel Sex, wenn auch anderen, solchen bei dem ich nicht die Beine breit machen musste.

Seit dreieinhalb Jahren habe ich eine Beziehung zu einem submissiven Mann, der nie 'richtigen' Sex wollte.
Der vor mir nur Stinobeziehungen hatte und es genauso wie ich als lästige wöchentliche Pflicht empfand, die jeweilige Frau zu penetrieren.
Der es als unglaubliches Glück empfand, dass ich das nicht nur nicht erwartete, sondern vielmehr null wollte.
Der nie das Bedürfnis hatte, mich intim anzufassen oder nackt zu sehen.
Ein Jahr hatten wir also diesen speziellen Sex ( ich fessele ihn und dann 'benutze' ich ihn, sonst nix ), was ihn sehr glücklich machte.
Das begann mich zu langweilen und nach einem weiteren Jahr hörten wir ganz damit auf.
Seitdem haben wir keinen Sex, also wirklich gar keinen, nicht mal Zungenküsse.
Wir kuscheln nach wie vor viel. Nie hatte ich einen Freund, der so gern meine Hand gehalten hat, nie einen, der mich so liebevoll angesehen hat.

Wir sind beide nicht asexuell ( wenn ich damit hier auch gerne ab und zu kokettiere ), denn wir beide machen es uns regelmäßig selbst, wenn wir allein sind.
Für mich ist es so wie es jetzt ist die beste aller denkbaren Varianten.
Für meinen Freund die zweitbeste ( Gefesseltwerden wäre besser ), er ist froh, dass er nicht ran muss wie in seinen vorherigen Beziehungen.

Ich denke, das ist selten, vor allem bei Männern, insbesondere wenn sie potent sind ( mein Freund hat da keine Probleme ).
Wenn ich mit ihm nicht mehr zusammen wäre, würde ich wahrscheinlich lieber allein bleiben als mir das Elend meiner Jugend noch mal anzutun.
Alternativ würde ich gezielt nach einem Mann mit solchen Bedürfnissen suchen, es gibt da ein Portal, auf dem sich die Ausnahmeerscheinungen, eben z.B. die Asexuellen suchen können.

w 50
 
  • #8
Liebe FS,

Gelebte Sexualität bezieht sich nicht nur auf den Unterleib und den vollzogenen Geschlechtsakt.
Wir leben in einer Zeit, wo eine Übersättigung und Vermüllung unseres Sexualtriebes stattgefunden hat. Sexualität ist zu einem *AKT* geworden, der anstrengend ein Ziel verfolgt, den Orgasmus, die sexuelle Befriedigung, den Kick. Es ist ein zwanghaftes abarbeiten von Gebrauchsanweisungen, hantieren und ausprobieren, auf beiden Seiten, Mann und Frau.
Du wirst eine andere sexuelle Melodie in dir spüren, die dich von dem herkömmlichen distanzieren lässt. Freue dich darüber, dass du dich so wahrnehmen kannst. Aber begreife dich nicht als Ausnahme und gar asexuel, sondern als individuell und gesund.
Der geistig, emotionale Austausch ist Sex, der körperliche Austausch ist die Krönung, wenn sie auf diesem Niveau, wie den geistig emotionalen Austausch, stattfinden würde.
Wir haben verlernt, sexuell miteinander zu kommunizieren, weil wir gefangen sind in dem, was uns über Sexualität gelehrt wird und uns an das orientieren, was andere machen, was man machen sollte, um eine Beziehung lebendig zu erhalten und den Partner zu halten. Es wird uns gelehrt, wie wir sexuell zu funktionieren und körperlich und ganz besonders im Genitalbereich, auszusehen haben. Eine gesunde Seele macht dicht und sucht andere Wege, andere verbraten sich und suchen nach immer mehr ausgefeilten Techniken und Hilfsmitteln.
 
  • #9
Ich denke, man kann da gar nichts pauschal "bewerten". Ich würde einen kulturellen Austausch alle 8 Wochen nicht als Beziehung bezeichnen, sondern als Freundschaft. Für mich sind Freundschaften zwischen Mann und Frau möglich (für manche anderen hier nicht), aber etwas anderes als eine Beziehung. Andererseits gibt es sicher alte Ehepaare, bei denen der Sex seit Jahrzehnten eingeschlafen ist und die weiter glücklich sind oder solche, die noch täglich übereinander herfallen. Moralische Bewertung? Unsinn. Über- oder Unterbewertung des Stellenwertes von Sex? Nicht pauschal möglich.

Wie Du eine Beziehung siehst und rein praktisch möchtest, definierst Du mit Deinem Partner. Ob die dann als asexuell oder wie auch immer sonst zu bezeichnen ist, ist doch letztlich völlig egal. Wie viel Sex ihr habe, ist auch eure persönliche Entscheidung.
 
  • #10
Den offenen Bekenntnisse von Frei _ Frau folgen nun meine .....
Sex war und ist für mich ein Trieb, eine Art "sportlicher Betätigung" - und hat mit Gefühlen per se nix zu tun. Ok, in jüngeren Jahren ein wildes Leben in der Szene des Nachtlebens - d.h. ich habe mit Mädels geschlafen, mit denen ich niemals gekuschelt hätte. Mit dem Alter lässt das alles nach - und Neues kommt dabei auch so gut wie nicht mehr vor.
Seit einigen Jahrzehnten bin ich erstmals wieder mit einer Frau zusammen, die mir so gut tut, dass ich keinerlei Lust auf andere Frauen habe. Würde sie nie Sex haben wollen, würde ich sie dennoch behalten wollen. Aber dann wäre wohl wieder die eine oder andere Bettgeschichte notwendig. Dennoch - diese allgemeine Vertrautheit, dieses sich mit Blicken verständigen zu können ... ich würde es nicht misssen wollen. Der Sex ist in dem Falle nicht die Hauptsache.

Ja, ich denke schon, dass Mann und Frau auch ohne Sex eine sehr tiefe Zuneigung empfinden können und zusammen bleiben wollen, auch wenn sexuell nichts mehr läuft. Kommt wohl auch aufs Alter an. Sexuelle Exclusivität sehe ich bei "No Sex please" allerdings keine.
Ich mag ein Sonderfall sein - aber für mich ist Sex die Hauptursache, um eine Affaire zu führen. Ist die Frau mehr als eine weitere Affaire, dann sind eben viele andere Dinge wichtiger.
Sex gibts an jeder Strassenecke - die Frau, die mit mir altem Mann glücklich ist - seltener als eine Shelby Cobra. Von daher weiss ich, dass Sex nicht das Wichtigste ist, wenn du einen Menschen wirklich in deinem Leben haben willst. So gesehen - JA Sex wird überbewertet. Aber Spass macht er trotzdem.
 
  • #11
Wenn ich in einer Beziehung glücklich bin und ich die Person liebe dann habe ich auch das Bedürfnis nach körperlicher Nähe.
Kuscheln, küssen, Händchen halten und natürlich auch Sex - auch wenn der nach einigen Jahren weniger wird, was ziemlich normal ist.
Ich könnte mir ein Leben ohne Sex zwar vorstellen, aber nicht wenn ich einen Partner habe, den ich liebe.
Sex und Zärtlichkeit gehören eben in eine Beziehung - sonst könnte man ja auch mit dem Bruder oder dem schwulen Kumpel zusammen leben...
 
  • #12
Das ist manchmal auch in den verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich.
Die ersten 20 Jahre meines Sexlebens hatte ich kaum Lust auf Sex, da ich die Pille nahm. Mir wurde das erst klar, als ich diese absetzen musste. Ich hielt mich in dieser Zeit für asexuell, hatte zu dem Thema sogar einer Zeitschrift ein Interview gegeben. Damals war das Thema Asexualität noch nicht so bekannt und akzeptiert.
Ich wollte dennoch nicht alleine sein und hatte Sex den Männern zuliebe. Ich war immer locker drauf, bin auch so erzogen worden, aber einen Orgasmus hatte ich damals nie. Wenn eine Liebe neu war, fand ich es trotz fehlenden Orgasmus aufregend. Aber das ließ schnell nach. Am Ende wollte ich noch nicht mal berührt werden. Sicherlich auch weil die Erwartung der Männer mitschwang, Sex haben zu wollen.
Als ich vor 10 Jahren die Pille absetzte, änderte sich alles komplett. Es ist zwar immer noch so dass ich keinen Sex brauche, wenn ich alleine bin. Treffe ich aber auf den richtigen Mann, dann will ich oft Sex und das hört auch nicht nach längerer Beziehungsdauer auf. Es ist vor allem die körperliche Chemie, die stimmen muss und ein Mann muss eine männliche Energie ausstrahlen. Die intellektuelle Ebene wäre hierbei gar nicht so wichtig ( für eine Beziehung jedoch förderlich).

Immer noch abtörnend finde ich zu weiche, passive Männer. Da hab ich dann höchstens in den ersten paar Beziehungswochen Lust auf Sex.
 
  • #13
Meine bisherige Beziehung ist sexuell eingeschlafen und zur Freundschaft geworden. Wir sehen uns nicht mehr regelmäßig wie früher, sondern höchstens aller 8 Wochen einmal, um gemeinsam Kultur zu erleben, auszugehen etc.
Der sexuelle Rückzug ging dabei von mir aus.
Völlig ok. Lieber keinen Sex als schlechten Sex. Eure Beziehung ist jedoch keine Partnerschaft/Beziehung, sondern eine Freundschaft. Mehr nicht. Habt ihr das mittlerweile auch so klar kommuniziert? Solltet ihr, damit beide frei sind und keine falschen Hoffnungen gehegt werden.

der zweite verwirrt mich sehr: ich mag ihn unheimlich gern, wir haben einen direkten Draht zueinander, ich könnte mir aber nicht vorstellen, mich ihm körperlich zu nähern, weil er für meinen Geschmack viel zu dick ist - das ging noch nie bei mir. Also geht hier von vornherein auch nur Freundschaft. Ich habe das ihm gegenüber auch artikuliert (aber ohne den Grund zu nennen natürlich!), fürchte aber, er erhofft sich doch mehr.
Warum nennst Du ihm nicht den wahren Grund? Sag doch einfach, dass Du sexuell nur auf sportliche und schlanke Männer stehst. Das ist Dein Recht und v.a. ehrlich. Und es würde dem Mann auch mal zum Nachdenken anregen, seinen Lebensstil zu ändern.
Wir haben einen Nachbarthread, wo eine dicke Dame sich beschwert, dass nach der Fotofreigabe auf EP finito ist. Nochmal: Jeder übergewichtige Mensch hat die Möglichkeit, sich via Sport schlank und fit zu trainieren. Es erfordert nunmal Anstrengung & Disziplin. Im Beispiel Deines "zweiten Mannes" ist es sehr schade, da es sich laut Deiner Beschreibung um einen guten Mann handelt mit vielen Qualitäten.

Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, keinen Sex mehr zu haben (sehr selten noch mit mir allein). Er fehlt mir eigentlich nicht.
Doch, er fehlt Dir... Es fehlt Dir eben der passende Mann dazu. Oder würdest Du einen passenden Mann von der Bettkante stoßen? Nein. Also brauchst Du Dir auch nichts anderes selber einreden (versuchen).

(hatte ich auch, war wundervoll im Bett, aber eben nur dort...)
Klammer das "aber eben nur dort" aus und erfreue Dich an der schönen Erfahrung.
 
  • #14
Innerhalb einer Beziehung finde ich Sex schon sehr wichtig (neben anderen gleich wichtigen Faktoren). Ohne Sex fehlt das Paar-Gefühl, dieses Exklusive, das ich nur mit dem Partner teile.

Gesamtgesellschaftlich wird aber der Sex schon sehr überbewertet. Ich habe schon Leute, vor allem Single-Männer reden gehoert a la: Oh Gott, ich habe schon 4 Wochen keinen Sex gehabt, schrecklich. Und die anderen fragten, wie er das nur aushält. So etwas finde ich lächerlich, mediengesteuert und lebensfremd. Ich finde es völlig normal, als Single gar keinen Sex zu haben, auch jahrelang. Es wird aber so ein Druck aufgebaut, dass es nicht normal ist, so wie als würde man einen Schaden von der sexlosen Zeit davon tragen. Ich sage immer, dass in unserer heutigen Zeit ja alles erlaubt ist, Fetischismus, BDSM, usw., es aber nur mehr EIN großes Tabu gibt: Keinen Sex zu haben. Für manche Leute das Perverseste überhaupt.

Diese kritischen Gedanken meinerseits gelten aber wie gesagt nur in Bezug auf ein Leben ohne feste Beziehung. In einer Beziehung gehört der Sex m.E. dazu. Wenn man so gar keine Lust mehr auf den Partner hat, ist das wohl ein Symptom für tieferliegende Konflikte in der Partnerschaft.

W, 43
 
  • #15
Das hört sich an wie: wieviel ist normal?
Wir Deutschen haben die Norm DIN A für Papier erfunden, das war richtig gut und passend. Eine Norm für Sex gibt es überhaupt nicht und das ist gut so und vorallem für den individuellen Menschen wichtig.
Niemand der keine Lust auf Sex hat sollte hören: Du bist abnormal und musst jetzt vö... um anerkannt zu werden. Aber umgekehrt genau so: Du bist abnormal weil Du nach 5 Jahren immer noch willst.

Mal kurz mit sich selbst ausmachen ob die eigene Lust durch irgendwas beeinflusst wird. Mangelde Liebe, Sex als Sucht, Ängste...
Empfindest Du das für dich normal und passend, dann ist es auch so.
Und wenn Du sagst, ich liebe diese Art der Beziehung und meinen Partner, dann ist es für Dich richtig.
Nur für andere, ist es eben anders....
Der Inspirationsmaster mag für sich die Erfahrung gemacht haben: bei Liebe verliere ich die Lust auch nach Jahren nicht.
Eine Studie besagt: die meisten entwickeln beim Sex mit dem gleichen Partner keine Lusthormone mehr auch wenn man liebt.
Ich zb sage, ich merke nach einiger Zeit, dass angucken und Quicki zu Anfang völlig lustvoll ist aber ich danach mehr brauche.
So wie wir sind, hätten hier einige Konstellationen echt Diskussionen;-)
Wer Lakritze liebt, wird nicht nur mit Gummibärchen leben können und umgekehrt auch nicht. Und niemand kann bestimmen ob Gummibärchen oder Lakritze in der Norm ist.
Dein Partner kann sich ggf nicht wirklich geliebt fühlen aber nicht sagen: du liebst mich nicht. Er kann nur für sich sagen: damit fühle ich mich nicht wohl.
Für Dich gilt das Selbe...
Man möchte immer ein bisschen so geliebt werden, wie man liebt.
 
  • #16
Liebe FS,
deine eingestellte Frage und die Erläuterungen dazu hätte auch von mir stammen können. Ich habe ähnliche Erfahrungen im Leben gemacht. Sex wird auch für mich nach einer bestimmten Zeit uninteressant. Das Begehren lässt nach, auch wenn ich den Mann liebe und ansonsten eine super Beziehung habe. Ebenso kenne ich auch so etwas wie geistige Anziehung ohne sexuelles Begehren. Leider sehen die Männer das meist anders. Da steht die Sexualität doch stark im Vordergrund.
 
  • #17
Da steht die Sexualität doch stark im Vordergrund.
....wenn es nur als sportliche Aktivität und/oder Triebbefriedigung genutzt wird, wird das so auch immer stark im Vordergrund stehen. Man hat versäumt, sich sexuell zu entwickeln und einen Schritt weiter zu gehen. Es bleibt immer etwas Unerfülltes und wenn man es auch nicht benennen kann, so macht es sich als Gier bemerkbar, als Unersättlichkeit nach immer mehr ausgefeilten Techniken.
Sehr wenige Menschen scheinen die Erfahrung nie zu machen, wie es sich anfühlt, sich seelisch zu berühren, wenn man miteinander schläft. Es konzentriert sich alles nur auf den mittleren Bereich des Körpers.
Wenn beide gleich ticken, wird das funktionieren, wenn einer von beiden anders fühlt, bleibt immer Unerfüllung, Rückzug und ein schales Gefühl. Wenn man verunsichert ob seiner Empfindungen, dann auch nur solche Erfahrungen macht, entsteht das Gefühl, falsch zu ticken.
Nicht nur Frauen sind betroffen, auch Männer. Wenn eine Frau nur die *Beine breit macht* und nicht bereit ist, das Herz ihres Partners berühren zu wollen und auch ihr Herz zu öffnen, ist das auch für den Mann traumatisch fühlbar und nachhaltig extrem schädigend. Er wird im Irrglauben immer unter dem Druck stehen, die Frauen bedienen zu müssen, sie zufrieden zu stellen.
 
T

Toi et moi

  • #18
Ob Sex überbewertet wird? Diese Frage kann man m. E. nicht pauschal mit ja oder nein beantworten. Es kann beides sein, abhängig von den Lebensumständen und Lebensphasen.
Ich verstehe dich so, dass Du mit deinem Sexleben im Großen und Ganzen zufrieden bist. Du vermisst nicht viel. Du hast eine Beziehung, die sexuell gesehen, eingeschlafen ist und die andere Männer hauen dich auch nicht so ganz vom Hocker. Die Frage ist nur, warum du dir trotzdem solche Gedanken machst? Es muss doch bei dir ja etwas fehlen oder du vermisst vielleicht doch etwas, sonst würdest du dir ja diese Fragen nicht stellen oder? Und das ist vielleicht ein Zeichen dafür, dass Du doch nicht asexuell bist. Du möchtest doch Sex und Leidenschaft und suchst auch danach. Zwei Beispiele hast du genannt aber vielleicht kommt der Richtige noch? Sehr oft baut man sich selbst Mauer und Barrieren in seinem Kopf und bremst sich selbst..... Zu dick, zu dünn, zu klein zu groß.....das kenne ich sehr gut..... Man bleibt in einer verkorksten und frustrierten Situation ohne Leidenschaft, um ja nie wieder verletzt zu werden und so erlebt man ein Leben ohne Kraft und Energie. Schade eigentlich, was für eine Verschwendung und zeigt wie Fern- und Angstgesteuert wir Menschen sind......
Für mich war Sex doch sehr wichtig und hatte damit nie Probleme gehabt. Vielleicht, weil ich nicht jeden in mein Leben reingelassen habe und zu den Männern in meinem Leben erstmal eine tiefgründige Bindung hergestellt hatte, bevor wir zusammen kamen. Ich war nicht mit ihnen zusammen um Sex zu haben sondern umgekehrt. Wir hatten Sex, weil wir zusammen waren und zusammen sein wollten und somit war Sex nicht überbewertet sondern gerade da, wo er sein sollte und als die Liebe verflog, verschwand auch der Sex.
 
  • #19
Seit ich denken kann, liebe ich so gut wie alle Formen von geistiger und körperlicher Intimität und vor allem SEX. Ekstatische Zustände mit anderen, wie sie @Pia beschreibt, habe ich schon immer gesucht und gefunden.

Ich liebe es auch, schwanger zu sein, zu gebären und zu stillen, hohe Sprünge in Wasser, schnelle Abfahrten im Schnee, harte Konzerte und andere Abenteuer, in denen ich mit mir selbst und der Umgebung verschmelze.

Aber ich habe auch etwas entdeckt, was noch viel besser ist und was mir die Angst genommen hat, dass eines Tages mein Körper nicht mehr meine Lust befriedigen können wird: Meditation.

Und was das beste daran ist - ich kann die Intimität, die ich früher fast nur mit Männern (und da ja auch längst nicht mit allen und schon gar nicht zugleich haben durfte), jetzt mit allen möglichen Menschen haben, alten und jungen und jenseits von Geschlechtern.

In Wahrheit habe ich Sexualität vor allem gebraucht, um anderen Menschen nahe zu kommen. Jetzt reichen Atem- und Meditationstechniken und ich hab denselben ekstatischen Effekt, aber ohne die üblichen körperlichen Schlamassel (Verhütung, Loyalitätskonflikte, Müdigkeit, Verletzungen usw.).

Echten Sex finde ich auch nach wie vor toll, aber die ganz großen Abenteuer liegen mittlerweile eher im Feinstofflichen.
Zum Glück sieht das mein Mann auch so.

LG

Noor
 
  • #20
Generell würde ich sagen, ja, der Stellenwert von Sex ist zu hoch angesetzt. In vielerlei Hinsicht. Eine schöne, ansonsten in jeder Hinsicht passende, Beziehung würde ich wegen unbefriedigenden, fehlenden Sex nie auch nur in Frage stellen.
Nun denken sich einige sicher: "Kunststück, den holt sie sich ja bei Bedarf von außerhalb." Stimmt zum Teil. Auch hier finde ich, wird Sex überbewertet. Sex von außerhalb ist für mich nicht mehr als assistierte Selbstbefriedigung. Meine Emotionen berührt er nicht. Habe ich Sex mit meinem Partner, ist dieser inzwischen für mich kaum noch lustvoll, dafür ist es ein Zusammensein voller Liebe, welches mich tausendfach mehr berührt.
Würde mein Mann von jetzt auf gleich auch sexuelle Treue von mir erwarten, so what. Bin ich halt treu. Sex kann mir nie so wichtig sein, als dass ich jemanden den ich liebe, dafür verletze. Sex ist doch letztlich bloß... Sex. Im Zweifelsfall verzichtbar. Ganz im Gegensatz zu Liebe, Vertrauen, Zärtlichkeit, seelische und körperliche Nähe, Loyalität.
Solange diese Aspekte vorhanden sind, ist guter Sex ein nice to have, der Pool zum perfekten Eigenheim.

Ich wäre ohne Sex nicht weniger glücklich, denn auch ich fühle mich zu Männern vorrangig auf geistig-seelisch-emotionaler Ebene hingezogen.

Natürlich kommt in den erste 2 bis maximal 3 Jahren auch die Lust auf Sex hinzu, man möchte den geliebten Partner schließlich auf jeder Ebene so tief wie möglich erfahren, berühren, vertraut werden.
Bei Frauen lässt das Verlangen auf den geliebten Partner bereits nach dem dritten Jahr meist deutlich nach, bei Männer kann die Lust auf Sex mit der eigenen Partnerin sehr viel länger anhalten.
 
  • #21
Liebe FS,

ich glaube, dass du noch nicht dem passenden Mann begegnet bist, der sowohl auf geistiger-seelischer Ebene als auch auf der erotischen/körperlichen Ebene zu dir passt.
Ich persönlich könnte mir das nicht vorstellen nur mit dem Mann eine freundschaftliche/keusche Beziehung zu führen. Ich brauche Nähe in Form von Zärtlichkeiten als auch Leidenschaft/Sex.

Es ist aber sehr schwierig solch einen Mann zu finden, mit dem alles passt. Die Männer die du jetzt kennenglernt hast, da passt es eben auch nicht. Mit deinem jetzigen Freund verbindet dich eher eine Bekanntschaft/Freundschaft. Das ist ja sehr selten sich jede 8 Wochen zu treffen. Für mich persönlich hört es sich nicht nach Beziehung an. Bist du denn glücklich so?
 
  • #22
Sex(ualität) ist für mich seelische, geistige und körperliche Kommunikation und Lebenselixier, geht weit über den reinen Akt hinaus und reicht ebenso in viele Bereiche des Alltags, die mit gegenseitiger Nähe, Vertrautheit, Achtsamkeit und Respekt zu tun haben. An dem was Ihr da habt kann ich beim besten Willen nichts erkennen was als Beziehung bezeichnet werden könnte und was ich bei Vielen an Alltäglichkeiten wahrnehme, da mag ich von mehr gar nichts erst wissen.
Auch Deine zwei seltsamen Beispiele sind nur Ausdruck wie wenig Du zu Dir und Deinen Bedürfnissen stehst, haben aber mit erfüllender und gelebter Sexualität nichts gemein. Klingen eher nach einem hilflosen Versuch unbedingt Negativbeispiele anbringen zu können.

Den Stellenwert von Sexualität bestimmt jede/r für sich und im gemeinsamen Einvernehmen. Es wird Zeit, dass Du das auch für Dich tust, den passenden Partner findest und nicht versuchst mit Asexualität pseudo zu kokettieren.
 
  • #23
Ich denke auch, dass die Bedeutung von Sex für eine Beziehung überwertet wird. Zudem ist Sexualität ja nichts Statisches: frisch verliebt hat er einen anderen Stellenwert als dann in der Familienphase mit kleinen Kindern oder nach 30 gemeinsamen Jahren. Je nachdem in welcher Phase sich eine Beziehung befindet hat er ja auch eine andere Funktion.

Meiner Überzeugung nach ist es auch ganz normal, dass man sich im Laufe einer monogamen Beziehung ein gewisses Maß an Asexuealität erwirbt. Allerdings personbezogen auf diesen einen Partner. Die Lust auf Paarsex schwindet mit der Dauer der Beziehung, die sexuelle Anziehung wird aufgebraucht. Allerdings scheint es jedoch bei den meisten Menschen dann so sein, dass mit "Austausch" des Partners sowohl die Lust auf Paarsex (mit diesem neuen Partner) als auch die sexuelle Anziehung wieder voll da sind - allerdings ebenso zeitlich beschränkt. Also "erworbene" Asexualität lässt sich mit einem anderen Partner beheben.

Mir persönlich hat Sex immer viel bedeutet, jede Beziehung war auch immer von großer körperlicher Anziehung geprägt. Allerdings hatte ich vor meiner Ehe keine Beziehung, die länger als 3 Jahre war. Die Erfahrung, dass Lust und körperliche Anziehung nicht ewig währen, habe ich dann erst mit meinem Ehemann gemacht.

Nachdem die üblichen Reanimationsversuche ebenso üblich erfolglos waren, haben wir uns entschieden auf Monogamie zu verzichten. Und siehe da: keine Spur mehr von Asexualität:)
 
  • #24
Sex(ualität) ist für mich seelische, geistige und körperliche Kommunikation und Lebenselixier, geht weit über den reinen Akt hinaus und reicht ebenso in viele Bereiche des Alltags, die mit gegenseitiger Nähe, Vertrautheit, Achtsamkeit und Respekt zu tun haben. An dem was Ihr da habt kann ich beim besten Willen nichts erkennen was als Beziehung bezeichnet werden könnte und was ich bei Vielen an Alltäglichkeiten wahrnehme, da mag ich von mehr gar nichts erst wissen.
Auch Deine zwei seltsamen Beispiele sind nur Ausdruck wie wenig Du zu Dir und Deinen Bedürfnissen stehst, haben aber mit erfüllender und gelebter Sexualität nichts gemein. Klingen eher nach einem hilflosen Versuch unbedingt Negativbeispiele anbringen zu können.

Den Stellenwert von Sexualität bestimmt jede/r für sich und im gemeinsamen Einvernehmen. Es wird Zeit, dass Du das auch für Dich tust, den passenden Partner findest und nicht versuchst mit Asexualität pseudo zu kokettieren.
finde mich in deinem Beitrag wieder. Für mich der Sex auch etwas ganz besonderes und ich möchte es nicht in der Beziehung missen. Egal wie lange ich mit meinem Partner zusammen bin, es hatte sich nie etwas geändert. Untreue würde es nie geben. Es gibt doch vieles was man mit dem Partner ausprobieren kann-vorausgesetzt er ist neugierig unf aufgeschlossen.

Ich sehe es aber eher als Nähe zum Partner, neben Zärtlichkeit brauche ich das. Viele empfinden es aber leider so wohl nicht.
Könnte es auch sein, dass hier die Sensibilität eine Rolle spielt?
Als feinfühliger, nähe suchender Mensch habe ich mir noch nie die Frage gestellt, die hier diskutiert wird.
 
  • #25
Sich alle zwei Monate zu treffen ist wirklich keine Beziehung. Ausdruck einer Beziehung sind für mich der gemeinsame Wunsch nach Nähe, Intimität und Zärtlichkeit. Dies schließt Sex mit ein. Aber nicht jeder intime Augenblick mündet zwangsläufig in Sex. Jemanden nur wegen des Wunsches nach Sex ein paar Minuten zu kraulen ist genauso öde, wie um des Frieden Willens jeden Freitag die Beine breit zu machen. In einer Beziehung sollte das Geben und nicht das Nehmen dominieren, wobei annehmen vielleicht manchmal schwieriger als geben sein kann. Wichtiger als ein Orgasmus kann das vermitteln von Wärme und Geborgenheit sein. Den Sex mit dem Partner aber immer häufiger und länger abzulehnen, wenn er ihn sich so gerne wünscht, zeigt dann aber nur, dass einem selbst das geben keine Freude macht.
 
  • #26
Mit dem richtigen Partner der im Gesamtpaket passt, gibt es diese Erscheinungen nicht, auch nicht, dass der Reiz das Begehren mit der Zeit nachlässt!
Du warst und bist eben nicht mit den richtigen Partner zusammen, das ist der wunde Punkt wie ich das sehe!
Hm, wenn das wirklich so sein sollte, dann ist die Suche nach dem "Richtigen" wohl die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Der Eine findet sie, 100 andere nicht.
 
  • #28
Den Sex mit dem Partner aber immer häufiger und länger abzulehnen, wenn er ihn sich so gerne wünscht, zeigt dann aber nur, dass einem selbst das geben keine Freude macht.
Ich bedanke mich sehr für all die wirklich einfühlsamen, qualifizierten Antworten. Ich bin angenehm überrascht darüber.

Zu dieser Antwort: Es ist wohl so, dass muss ich mir eingestehen, dass nach jahrelangen Frustrationen auch mir das Geben keinen Spaß mehr macht, wenn es immer nur beim Geben bleibt, die eigene Lust aber auf der Strecke bleibt. Warum ich die Konsequenz aus dieser Sache aber bis heute nicht gezogen habe - es ist keine Frage von Schuld. Ich glaube er tut sein Bestes, aber er KANN nicht anders, er fühlt einfach nicht mit, was eine Frau fühlt, ihm fehlt hierfür (angeboren?) die Sensibilität. Und das tut mir wiederum leid, er ist ja kein Macho und unabhängig davon ein wirklich lieber Mann! Ich habe ihm auch über längere Zeit Hinweise gegeben, wir haben dies oder das ausprobiert, aber es ist und bleibt, als seien wir körperlich von zwei verschiedenen Sternen - es passt nicht zusammen, zumindest nicht für mich.

Offenbar muss ich ihm das wohl doch bald einmal freundlich, aber auch deutlich mitteilen...
 
  • #29
Hm...ich weiß nicht, es mag miese Beziehungen mit Sex geben, aber meiner Meinung nach gibt es keine wirklich guten und gesunden Beziehungen ohne regelmäßigen Sex (oder um es anders zu sagen: Wenn ich eine Mitbewohnerin gewollt hätte statt einer Freundin, so hätte ich eine Anzeige aufgegeben!)

Würde mich trennen wenn's nicht mehr passt (nein: Männer sind nicht pervers wenn sie sich mehr Sex wünschen und Frauen sind keine Opfer wenn sie ihre Männer ständig ablehnen - das kratzt nämlich am Selbstbewusstsein und wer das auf Dauer mit macht ist KOMISCH meiner Meinung nach!)
 
  • #30
(nein: Männer sind nicht pervers wenn sie sich mehr Sex wünschen und Frauen sind keine Opfer wenn sie ihre Männer ständig ablehnen - das kratzt nämlich am Selbstbewusstsein und wer das auf Dauer mit macht ist KOMISCH meiner Meinung nach!)
Aber Männer die nicht so viel Sex wünschen wie andere sind auch nicht unnormal oder Sadistisch veranlagt. Es muss doch einfach nur passen. Ich hatte in meinen beiden Beziehungen Sex welcher mich zufrieden stellte. Ich oder sie, war auch mal untervö...... oder auch mal übervö..... aber im Grunde genomen war es "immer" ausgeglichen.
Ich habe noch nie eine "ernsthafte" Debatte führen müssen wegen zuviel oder zuwenig Sex. Ich denke wenn ich bei manchen so lese, habe ich alles in allem eine sehr schöne Partnerschaftliche Zeit haben dürfen, wenn ich das Gesamtbild betrachte. Und bin sehr froh darüber.
m47