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Gast

  • #1

Wird man durch Profil+Bilder oberflächlicher als im Reallife?

Im Reallife (RL) lernt man Menschen ja auch mal so ganz nebenbei über einen längeren Zeitraum kennen und entdeckt sie so quasi. Und verliebt sich eventuell. Sowieso - wenn man im RL jemanden kennen lernt, dann hat man ja gleich "alles": Mimik, Gestik, Ausstrahlung etc. Da verliebt man sich uU auch in jemanden, den man vom Foto übersehen hätte oder - hier bei EP - eine Absage geschickt hätte. Was wenn das Profil einen vielleicht auch nicht wirklich berührt. Ich finde das aber erschreckend: wie ich selbst bei EP "funktioniere". Total oberflächlich, wirklich! Im RL bin ich das nicht (siehe Text). Aber wenn das Foto mich nicht irgendwie anspricht, berührt, ich es gerne anschaue (muss nicht in dem Sinne "attraktiv" sein, der Mann), dann kann sein Gruß noch so nett sein, ich habe dann nicht das Verlangen, daraus einen Kontakt entstehen zu lassen. Weil es ja auch immer etwas mühsam ist. Verhält man sich hier oberflächlicher als im RL? Und ist das nicht eigentlich total fatal?
 
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Gast

  • #2
Irgendwie muss man ja hier seine Auswahl treffen. Ich mache das auch so. Wenn mir jemand gefällt schreibe aich auch fast immer gleich eine Nachricht. Wenn ich Anfragen bekomme, bei denen das Foto so - naja - ist, warte ich regelmäßig länger bis ich antworte. Oft lasse ich die Anfragen auch einen Tag oder zwei hängen und lösche dann doch.
Das hat mit Obeflächlichkeit nichts zu tun. So funktioniert eben Internetdating.
Das Foto zählt - leider -! zunächst auf jeden Fall.
 
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Gast

  • #3
Welche Alternative Möglichkeiten zu diesen Verhalten gibt es denn? Hier kann nur nach oberflächlichen Kriterien selektiert werden, jeden kann man nicht treffen, dafür sind es zuviele also auswählen nach objektiven Kriterien oder alternativ, würfeln wen man näher kennlernen möchte (RL ist auch Zufall wen man trifft).
 
  • #4
Ja, das ist eines der Hauptprobleme des Online-Datings: Gerade das Foto wird stark überbewertet, obwohl es nur eine kurze, oftmals nicht mal wirklich repräsentative Momentaufnahme ist und Lächeln, Mimik, Gestik viel wertvoller und wichtiger sind als ein statisches Foto ausdrücken kann. Daher lautet ganz klar die konkrete Empfehlung: Triff dich mit möglichst vielen Kandidaten; sortiere nur jene nach Foto aus, die nun wirklich gar nicht in Frage kommen, aber bleibe großzügig und lasse es auf ein Live-Treffen ankommen. Du jhast immerhin schon Deine Schwäche erkannt -- jetzt gilt es, daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

Die Frage ist also zwar durchaus berechtigt, aber ich würde empfehlen, die Dinge differenzierter zu sehen. Zu einer erfolgreichen Partnerschaft gehören etliche Aspekte, zum Beispiel:
+ Wellenlänge, Chemie, Sympathie
+ Optik, Attraktivität, Mimik, Gestik
+ Ansichten und Wertvorstellungen, Charakter, Lebensziele
+ Freizeitverhalten, Interessen, Vorlieben, Geschmack, Stil

Im "real life" ist man sich erst sympathisch und checkt danach, ob man auch bzgl. Interessen und Freizeitverhalten zusammenpasst. Ganz oft erlebt man dabei herbe Enttäuschungen, weil der ach-so-attraktive Mann völlig andere Interessen hat und man überhaupt nicht kompatibel ist. Solche Beziehungen geht man dann entweder gar nicht erst ein oder sie scheitern rasch.

Umgekehrt kann man "online" erst selektieren, mit wem man gemeinsame Interesse und Ansichten teilt, und muss dann hinterher schauen, ob auch die Wellenlänge und Chemie stimmen.

Ich finde keinen der beiden Ansätze "funktional besser" oder "moralisch empfehlenswerter". In jedem Falle muss man sich kennenlernen und gegebenenfalls aussortieren, so hart das klingt.

Genau deswegen sind z.B. Partnerschaften, die in Vereinen bei der Freizeitausübung oder im Beruf nach längerem Kennen geschlossen werden, so viel konstruktiver: Man kennt nämlich Interesse, Ansichten, Charakter schon viel länger und wenn dann auch noch die Chemie stimmt, dann sind die Erfolgsaussichten einfach sehr hoch. Dieser Weg ist natürlich empfehlenswert, aber wie wir alle wissen, das "real life" in bezug auf Beruf und Frendeskreis ist beschränkt und wer dort keinen tollen Partner trifft, der muss halt anderswo suchen.
 
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Gast

  • #5
Ja, mir geht es haargenauso, liebe Fragestellerin. Kann natürlich sein, dass du auf diese Weise den einen, der genau zu dir passt, VERpasst. Meine beiden Ex-Beziehungen hätte ich hier definitiv nicht gefunden, weil Ausstrahlung auf einem Foto nur dann darstellbar ist, wenn der richtige Fotograf im richtigen Moment abdrückt. Zudem habe ich festgestelt, dass auf vielen Fotos in unterschiedlichen Situationen die Männer sehr unterschiedlich wirken - gerade zum Beispiel SW-Fotos beschönigen enorm und wirken edler, auf einem Farbfoto sieht derselbe Mensch schon gleich ganz anders aus. Auch unterschiedliche Requisiten lassen den Menschen ganz anders wirken, genauso wie eine minimale Veränderung in der Mimik.

Ich habe am Anfang kaum wegen der Optik aussortiert, sofern alles andere gepasst hat und ich den Mensch auf dem Foto nicht extrem hässlich fand und wenigstens *etwas* Schönes gesehen habe, die Augen, der Gesichtsusdruck. Dementsprechend nett waren zwar die Treffen meistens, und manche habe ich sogar ein zweites Mal getroffen, weil ich dachte, vielleicht gefallen sie mir ja besser, wenn ich sie besser kennenlerne. Aber der Volltreffer war nicht dabei, weil die Männer äußerlich "nicht mein Typ" waren und sich körperlich bei mir leider gar nichts geregt hat. Inzwischen würde ich nur noch die treffen, die mir auch optisch von Anfang an gefallen (ich date aber gerade nicht aus anderen Gründen). Das sind aber leider nur wenige, die Kombi zwischen integerem Charakter und (für mein Empfinden) gutem Aussehen gibt es halt leider nicht so häufig ;-)
 
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Gast

  • #6
Es ist doch ganz einfach: es gibt hier bei EP sehr viel mehr Mitglieder die prinzipiell in Frage kommen würden als man wirklich in Kontakt treten könnte. Also muss man anfangen Profile auszuschließen weil es eben zu viele sind und da man nur die Profile hat gibt es eben nur die Sachen die sich dort finden die man als Ausschlusskriterium verwenden kann.
Das ist weder negativ noch positiv, es ist einfach notwendig weil es anders nicht geht.