• #1

Wird man in Beziehungen mit der Zeit nachsichtiger?

Hallo liebe Forumsmitglieder,

denkt ihr, dass man in Beziehungen, je länger sie gehen, mit seinem Partner nachsichtiger wird, vor allem, was die eigenen Präferenzen und Attraktivitätsmerkmale angeht?

Ich habe es schon öfters erlebt, dass man sich eher "auf den zweiten Blick" verliebt oder die Liebesverbindung mit der Zeit noch intensiver wurde und anfängliche Äußerlichkeiten keine Rolle mehr gespielt haben oder sich die Präferenzen verändert haben. "Slow-Love" nennt man das wohl in psychologischen Kreisen und es kommt wohl ziemlich oft vor.

Ich frage mich aber auch, ob man in Beziehungen nachsichtiger wird mit dem Gegenüber. Ein guter Freund von mir ist mit einer Frau zusammen, die er von Anfang an nicht attraktiv fand - heute sagt er aber, sie sei eine große Liebe für ihn. In dem psychologischen Artikel stand, dass das gar nicht so selten ist, dass man erst jemanden unattraktiv findet, sich dann aber doch verliebt.

Beispiel: Er mag Frauen, die sehr weiblich, sexy und teilweise sogar aufreizend sind. Seine jetzige Partnerin ist weiblich und hübsch, aber ich würde sie jetzt nicht als "Modelschönheit" bezeichnen; muss sie ja auch nicht sein. Aber er hasst es zBsp. wenn Frauen unterwegs Hausschlappen tragen. Vor kurzem hat er von ihr ein Foto von unterwegs gepostet, wo sie Hausschlappen trägt. Mir sagte er mal, das fände er furchtbar, er könne sich nie mit einer Frau raustrauen, die solche Schuhe trägt.

Können sich in Beziehungen die Vorstellungen so verändern, dass einem Dinge nichts mehr ausmachen, die einen früher 'getriggert' haben?

Ich persönlich kenne von mir das so, dass meine Vorstellungen und Ansprüche immer ziemlich gleich geblieben sind. Ich finde meinen Partner genau so attraktiv wie zu Beginn unseres Kennenlernens, aber durch den Alltag findet man auch noch mal ganz anders zusammen.

Habt ihr das auch schon erlebt, dass ihr euch in jemanden verliebt habt, der zunächst für eure Verhältnisse 'unattraktiv' war, sich dann aber mit der Zeit für euch doch als 'attraktiv' gezeigt hat?
 
  • #2
Habt ihr das auch schon erlebt, dass ihr euch in jemanden verliebt habt, der zunächst für eure Verhältnisse 'unattraktiv' war, sich dann aber mit der Zeit für euch doch als 'attraktiv' gezeigt hat?
Ja, kenne ich. Meine erste langjährige Freundin kannte ich seit der 7 Klasse als Klassenkameradin. Ich fand sie früher viel zu unsicher-schüchtern und außerdem hatte sie einen extrem hässliches, entstellendes Gebiss und war auch darüber hinaus keine Schönheit. Nach ein paar Schuljahren habe ich ihre coole Art und ihre Fairness schätzen gelernt, aber wir waren nicht eng befreundet. Drei Jahre nach dem Abi habe ich mich in sie verliebt.
 
  • #3
Habt ihr das auch schon erlebt, dass ihr euch in jemanden verliebt habt, der zunächst für eure Verhältnisse 'unattraktiv' war, sich dann aber mit der Zeit für euch doch als 'attraktiv' gezeigt hat?
Verliebt nicht gleich aber bei mir war es schon öfters so, dass ich jemanden auf den 2. Blick erst attraktiv gefunden habe, weil ich seine Art immer mehr kennengelernt habe. Bei mir sind die meisten auf den ersten Blick durchschnittlich. Außerdem muss ein Mann für mich nicht besonders hübsch sein. Normal hübsch reicht für mich eigentlich, alles andere wie Ausstrahlung, Art und Charakter ist dann ab dem Zeitpunkt wichtiger.

Habt ihr das auch schon erlebt, dass ihr euch in jemanden verliebt habt, der zunächst für eure Verhältnisse 'unattraktiv' war, sich dann aber mit der Zeit für euch doch als 'attraktiv' gezeigt hat?
Das käme aufs Problem an. Warum war er unattraktiv? Wenn er zB optisch überhaupt nicht mein Typ ist, zu dick oder gar ungepflegt, könnte ich darüber nie hinwegsehen.
Eine Bekannte von mir war jahrelang hinter einem sehr schönen Mann her, dem sie von anfang an zu klein und zu dünn, einfach zu kindlich gebaut war. Er beleidigte sie sogar aufgrund ihrer Körpergröße vor seinen Freunden, trotzdem hat ihr Interesse an ihm nicht nachgelassen. Sie hatten jahrelang eine heimliche Affäre, weil er sich für sie schämte und es nicht offiziell machen wollte. Inzwischen sind sie aber verheiratet, leben zusammen, bekommen ihr 2. Kind und sind glücklich.
Ich bewundere beide irgendwie. Er war bereit für sie seine Prinzipien bzgl. Optik über Bord zu werfen und sie war bereit sich der absoluten Demütigung auszusetzen und den Mann zu heiraten, der sie damals einen "pickeligen Zwerg" schimpfte.
Ich persönlich kenne von mir das so, dass meine Vorstellungen und Ansprüche immer ziemlich gleich geblieben sind. Ich finde meinen Partner genau so attraktiv wie zu Beginn unseres Kennenlernens, aber durch den Alltag findet man auch noch mal ganz anders zusammen.
Ich kenne es so, dass ich ihn nach und nach kennenlerne, verschiedene Facetten von ihm sehe und sich sein Attraktivitätslevel ändert bzw auch in unterschiedliche Richtungen bewegt.
Ich frage mich aber auch, ob man in Beziehungen nachsichtiger wird mit dem Gegenüber.
Also nein, ich zumindest nicht. Ich werde eher pingeliger mit der Zeit.
 
  • #4
Eigentlich bin ich auch eher der Typ für »den zweiten Blick«: weil ich oft Zeit brauche, Schönheit (Werte) zu erkennen und einzuordnen. Wobei mein langjähriger Lebensgefährte - Ausnahme - tatsächlich »le coup de foudre« war (und geblieben ist).

Dennoch: ich genieße, immer wieder neue Eigenheiten, manchmal auch Schrulligkeiten an ihm zu entdecken. Und gleichzeitig festzustellen, dass ich immer »großzügiger« werde, was z.B. schwindende Haare angeht oder ein sanft wachsendes Bäuchlein - weil ich die Werte dahinter kenne (und weiß, dass auch er genauso mit mir und meinen Macken umgeht). Das ist wunderbar entspannend und schön!

Übrigens: ein Mensch, der sich im Laufe der Jahre nicht ändert (durch Wissen, Erfahrungen usw.) wäre stinklangweilig.
 
  • #5
Es gibt nunmal keinen idealen Partner.

Gerade Aussehen und körperliche Attraktivität ist vergänglich.
Es sei denn man gibt unmengen an Geld für Botox und Hautlifiting aus.

Was mich angeht.
Gerade in jungen Jahren war ich von durchtranierten sportlichen Jungs angezogen.
Heutzutage sind mir zum Glück andere Qualitäten wie Loyalität, Bildung, Fürsorge und gemeinsame Interessen wichtig.
Diese erkennt man auch nicht auf den ersten Blick sondern meistens nach einigen Dates wenn man die Möglichkeit hat länger mit seinem Gegenüber zu reden.

Alles in allem: das ganze Leben besteht aus Kompromissen. Jeder muss für sich selbst entscheiden wie man seine Prioritäten setzt.

Lg
 
  • #6
denkt ihr, dass man in Beziehungen, je länger sie gehen, mit seinem Partner nachsichtiger wird, vor allem, was die eigenen Präferenzen und Attraktivitätsmerkmale angeht?
Ja und Nein! Ich verliebe mich ohne hin nicht so sehr in Äußerlichkeiten. Es gibt nicht viel, auf das ich Wert lege. Zähne und gepflegte Hände sind so Parameter die stimmen sollten. Ich hatte mal einen Partner, der optisch so gar nicht mein Typ war. Aber er hat es geschafft mich von sich zu überzeugen und ich habe mich verliebt. Da waren mir irgendwann auch seine schiefen Zähne egal ;-)
"Slow-Love" nennt man das wohl in psychologischen Kreisen und es kommt wohl ziemlich oft vor.
Ich kannte den Ausdruck bist jetzt noch nicht. Aber ich bin dann wohl der Typ dafür.
Mir sagte er mal, das fände er furchtbar, er könne sich nie mit einer Frau raustrauen, die solche Schuhe trägt.
Mein Ex hat zu meinem Bedauern auch immer Crocs getragen und völlig abgetragene Hosen. Ich habe es gehasst. Mir ist ein modisches, gepflegtes Äußeres wichtig. Ihm war es immer egal wie er aussah. Im Job musste er Mit Anzug und Krawatte auftreten. Er fand es schrecklich, ich fand ihn damit maximal Attraktiv. Meiner Liebe haben die Crocs keinen Abbruch getan, gestört hat es mich aber trotzdem.
Können sich in Beziehungen die Vorstellungen so verändern, dass einem Dinge nichts mehr ausmachen, die einen früher 'getriggert' haben?
Das geht! Aber es bedeutet ein gerüttelt Maß an Akzeptanz und den Focus auf die Dinge, die man an seinem Partner wirklich liebt.
Habt ihr das auch schon erlebt, dass ihr euch in jemanden verliebt habt, der zunächst für eure Verhältnisse 'unattraktiv' war, sich dann aber mit der Zeit für euch doch als 'attraktiv' gezeigt hat?
Wenn ich Liebe, wird vieles im Außen unwichtig. Das innere aber niemals. Bauch darf er haben, wenig Haare und meinetwegen mit Crocs shoppen gehen ;-)
 
  • #7
denkt ihr, dass man in Beziehungen, je länger sie gehen, mit seinem Partner nachsichtiger wird,
Nein, viele kommen in die blinde, zweckorientierte Vernunft - Gewohnheit!
Ich habe es schon öfters erlebt, dass man sich eher "auf den zweiten Blick" verliebt oder die Liebesverbindung mit der Zeit noch intensiver wurde und anfängliche Äußerlichkeiten keine Rolle mehr gespielt haben oder sich die Präferenzen verändert haben. "Slow-Love" nennt man das wohl in psychologischen Kreisen und es kommt wohl ziemlich oft vor.
Meine Erfahrungen sagen mir was ganz anderes, so wie der Anfang in echter und wahrer Liebe ist, so wird es irgendwann enden! Das Ende liegt also schon am Anfang, meist will man nicht die Realität, sondern nur bestimmte Dinge sehen, ich nenne das Selbst-Täuschung!
Ich frage mich aber auch, ob man in Beziehungen nachsichtiger wird mit dem Gegenüber. Ein guter Freund von mir ist mit einer Frau zusammen, die er von Anfang an nicht attraktiv fand - heute sagt er aber, sie sei eine große Liebe für ihn. In dem psychologischen Artikel stand, dass das gar nicht so selten ist, dass man erst jemanden unattraktiv findet, sich dann aber doch verliebt.
Glaub ich nicht, Ausnahmen wird es immer geben, die nicht übertragbar sind, insofern bringen sie für den einzelnen nichts!
Mir sagte er mal, das fände er furchtbar, er könne sich nie mit einer Frau raustrauen, die solche Schuhe trägt.
Das betrifft doch alle Lebensbereiche, also ist nichts Besonderes! Alles Geschmacksache und die Geschmäcker sind eben verschieden!
Können sich in Beziehungen die Vorstellungen so verändern, dass einem Dinge nichts mehr ausmachen, die einen früher 'getriggert' haben?
Klar der Mensch ist ein Gewohnheitstier, kann sich an alles gewöhnen!
Ich persönlich kenne von mir das so, dass meine Vorstellungen und Ansprüche immer ziemlich gleich geblieben sind. Ich finde meinen Partner genau so attraktiv wie zu Beginn unseres Kennenlernens, aber durch den Alltag findet man auch noch mal ganz anders zusammen.
Ist doch ganz klar, die Schokoseite, die Aufmerksamkeit beim kennenlernen wird besonders gezeigt, verblasst bei vielen meist mit der Zeit, dazu kommt, dass sich viele Partner in Beziehungen mit der Zeit sich gehen lassen!
Habt ihr das auch schon erlebt, dass ihr euch in jemanden verliebt habt, der zunächst für eure Verhältnisse 'unattraktiv' war, sich dann aber mit der Zeit für euch doch als 'attraktiv' gezeigt hat?
Das will und kann ich mir nicht vorstellen wollen, das geht nicht bei mir, das Gesamtpaket ist entscheidend und das von anfang an!
 
  • #8
dass man in Beziehungen, je länger sie gehen, mit seinem Partner nachsichtiger wird, vor allem, was die eigenen Präferenzen und Attraktivitätsmerkmale angeht?
Kann sein, wir werden alle älter und die Attraktivität lässt bei allen nach. Ein realistischer Blick in dem Spiegel hilft dabei weiter angesichts der eigenen Optik auch die Vorstellungen an den Partner anzupassen.
Vor allen Dingen erkennt man mit zunehmendem Lebensalter worauf es wirklich ankommt im Leben und in Beziehungen.

Ich werde in länger dauernden Beziehungen in anderen Punkten nachsichtiger, weil mehr Vertrauen und Sicherheit in der Beziehung ist, auch weil die Kommunikation aufeinander eingespielt ist.
Anfangs habe ich bei manchen Verhaltensweisen etwas am Rad gedreht, weil ich durch eine schlechte Vorbeziehung einiges an Ballast mitgebracht habe.

Die Äußerlichkeiten spielen dann keine Rolle mehr (außer einer lässt sich total gehen), weil das Kriterium bereits vor dem Zustandekommmen der Beziehung erledigt war.

Beispiel: ..... er hasst es zBsp. wenn Frauen unterwegs Hausschlappen tragen. Vor kurzem hat er von ihr ein Foto von unterwegs gepostet, wo sie Hausschlappen trägt. Mir sagte er mal, das fände er furchtbar, er könne sich nie mit einer Frau raustrauen, die solche Schuhe trägt.
Ah, wusste ich doch, dass Du keinen Thread kannst, ohne gegen Frauen zu hetzen.
Ganz sicher hatte sie kiene Hausschlappen an, sondern Flipflops, Birkenstocks, Crocs o.ä. die für den Ausseneinsatz gedacht sind.

Nun, offensichtlich hat sein Realitäts-Check ihm gezeigt, dass er nicht alle seine Forderungen durchsetzen kann, weil er selber nicht der Knallertyp ist. Da muss er bei solchen Nebensächlichkeiten Abstriche machen und geht trotzdem mit ihr raus.

Können sich in Beziehungen die Vorstellungen so verändern, dass einem Dinge nichts mehr ausmachen, die einen früher 'getriggert' haben?
Ja, s.o. wenn einem bei einem Realitäts-Check hinsichtlich der eigenen Attraktivität auffälltt, dass man selber auch nicht mehr in allen Punkten das Gelbe vom Ei ist.

Ich persönlich kenne von mir das so, dass meine Vorstellungen und Ansprüche immer ziemlich gleich geblieben sind.
Ich kenne das von mir so, dass solche Nebensächlichkeiten wie besagtes Schuhwerk für mich komplett irrelevant sind und bei mir nicht unter "Vorstellungen und Ansprüche an einen Partner" geführt werden.
 
  • #9
Ich habe es schon öfters erlebt, dass man sich eher "auf den zweiten Blick" verliebt oder die Liebesverbindung mit der Zeit noch intensiver wurde und anfängliche Äußerlichkeiten keine Rolle mehr gespielt haben oder sich die Präferenzen verändert haben. "Slow-Love" nennt man das wohl in psychologischen Kreisen und es kommt wohl ziemlich oft vor.
Was man so alles erlebt? So manches Mal ist allerdings deutsches ”Duzen” nach wie vor mehr als unerotisch! Im englischen und skandivaischen Sprachgebrauch natürlich eine andere Hausnummer.

Dann "slow love" = langsame Liebe? Ich bin vermutlich nicht eine wirklich ernsthafte Person, deshalb finde ich alleine den gesamten Text filmreif! Mittlerweile weiß ich Rosamunde Pilcher zu schätzen, sie war ihrer Zeit weit voraus und sie hat selbst aus der letzten langweiligen "home-story" einen Roman geschrieben!

Thanks an die Queen, sie hat wirklich nie genervt oder das Publikum gelangweilt !!!!!
 
  • #10
Ich habe es schon öfters erlebt, dass man sich eher "auf den zweiten Blick" verliebt oder die Liebesverbindung mit der Zeit noch intensiver wurde und anfängliche Äußerlichkeiten keine Rolle mehr gespielt haben oder sich die Präferenzen verändert haben
DU hast es öfters erlebt, DU hast selbst öfter erlebt, dass Du unattraktive Punkte irgendwann gut fandest, und gleichzeitig auch noch Präferenzen anders wurden?
Wie viele Beziehungen hattest DU denn?
Von slow food zu slow love?
Oh Mann.
 
  • #11
DU hast es öfters erlebt, DU hast selbst öfter erlebt, dass Du unattraktive Punkte irgendwann gut fandest, und gleichzeitig auch noch Präferenzen anders wurden?
Wie viele Beziehungen hattest DU denn?
Von slow food zu slow love?
Oh Mann.
Ich verstehe jetzt nicht, warum man da herum meckern muss? Meinem Mann und mir ging es genau so. Wir kannten uns 1,5 Jahre bis wir uns verliebten. Und es gibt einige Äußerlichkeiten, die mir egal wurden und über die ich einfach weg sehen. So wie bei ihm mit Sicherheit auch. Mit 60 sieht Frau fast immer anders aus als mit 30. Männer glauben das zwar von sich nicht, also Schwamm drüber. Wo ist jetzt das Problem?
 
  • #12
In dem psychologischen Artikel stand, dass das gar nicht so selten ist, dass man erst jemanden unattraktiv findet, sich dann aber doch verliebt.
Die meisten Menschen, die einem begegnen, bewegen sich im Ok-Bereich. Man findet sie weder abstoßend, noch sonderlich attraktiv, sondern steht ihnen neutral gegenüber. Daher finde ich es auch gar nicht so verwunderlich, dass Menschen sich auf den zweiten Blick verlieben.
 
  • #13
Natürlich gibt es den! Oft sind Menschen enttäuscht, verletzt blockiert und resigniert! Es muss auschließlich emotional in der Tiefe (Nähe, Distanz, "S" Werte plus) passen, der ist nur im Promillebereich zu finden, die Menschen sind so trainiert und fixiert und suchen mit Tempo an der Oberfläche, im Außen, da geht es um: Optik, Status, Zweck, Ratiobereich, das ist das eigentliche Kern-Problem der nichtpasenden Findung! Die Fähigkeit zu trainieren, den Mensch ganzheitlich zu erfassen, zu erfühlen und zu verstehen, nur darum geht es, so auf allen Ebenen zu begegnen. So erkenne ich die Einzigartigkeit und das Potenzial der Passung in der Tiefe. Nur in der Tiefe finde ich stabil bei mir und beim Partner, das Glück der Liebe!
Alles andere rächt sich mit der Zeit, das Gefühl ist vielfach stärker, als der Kopf und entscheidet darüber, meist unbewusst und unbemerkt!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #14
Mit der Zeit lernt man immer mehr positive und negative Seiten der Partnerin kennen. Ich wäge das ab, so wie am Anfang einer Beziehung auch.
Daher kann ich Deine Beispiele schlecht nachvollziehen. Wenn ich eine Frau explizit nicht attraktiv finde, dann fange ich keine Beziehung an. Anders herum, wenn sich nicht tragbare Eigenschaften zeigen, beende ich die Beziehung. Egal, ob nach zwei Wochen oder 20 Jahren.

Die zunehmenden Fältchen meiner Frau finde ich attraktiv. Auch wenn sie mit 25 „objektiv“ gesehen vielleicht „schöner“ war. Vermutlich nicht mal das. (Ich kenne nur Bilder mit 25).
 
  • #16
denkt ihr, dass man in Beziehungen, je länger sie gehen, mit seinem Partner nachsichtiger wird, vor allem, was die eigenen Präferenzen und Attraktivitätsmerkmale angeht?
Irgendwann mal ist er nur mit kurzem T-Shirt bekleidet durchs Zimmer gerauscht, man sah Hintern und Co. hervorlugen, trank ein Glas Wasser am Kühlschrank, stemmte dabei seinen Arm in die Hüfte und streckte den Bauch (wo kam der plötzlich her?) kilometerweit nach vorn, während ich bei ihm am Laptop saß und ihn mit offenen Mund anstarrte. Es hätte nur noch das Bier gefehlt. Ich kommentierte seine Aufmachung, fing mir daraufhin meinerseits einen blöden Spruch und er verschwand (doch etwas beschämt).
Solch für mich unattraktive Kleinigkeiten hätten mich früher total abgeschreckt, heute sehe ich drüber hinweg, weil ich zum einen wohl hoffentlich gelassener geworden bin, zweitens eine emotionale Verbindung zu ihm habe und Kleinigkeiten daher nicht ins Gewicht fallen. Ich habe mich für eine Beziehung mit ihm als Menschen entschieden, daher nehme ich ihn mit Charakter und Eigenheiten an. Dennoch hoffe ich, den Anblick nicht allzu häufig zu erleben. Dauerhaftes, schon ausgeprägtes sich-gehen-lassen wäre für mich ehrlicherweise ein Trennungsgrund.

das auch schon erlebt, dass ihr euch in jemanden verliebt habt, der zunächst für eure Verhältnisse 'unattraktiv' war, sich dann aber mit der Zeit für euch doch als 'attraktiv' gezeigt hat?
Verliebt nicht, ich war immer mit Menschen in Beziehungen, die ich optisch sofort anziehend fand. Aber ich fand im Nachhinein schon Männer attraktiv, die auf mich zunächst nicht anziehend wirkten. Also grundsätzlich möglich, zumindest bei mir.
 
  • #17
Natürlich gibt es den idealen Partner, alles andere ist ein Kompromiss, das ist der Mensch, den ich mit allen seinen Facetten akzeptiere, respektiere und liebe, und der das genauso tut, da geht es nicht um zunehmende Falten, ergrauende oder schwindende, oder wachsende Haare, Auswirkungen von Schwerkraft, ich finde es schön miteinander alt zu werden, wobei alt hat noch etwas Zeit.
 
  • #18
Die meisten Menschen, die einem begegnen, bewegen sich im Ok-Bereich. Man findet sie weder abstoßend, noch sonderlich attraktiv, sondern steht ihnen neutral gegenüber. Daher finde ich es auch gar nicht so verwunderlich, dass Menschen sich auf den zweiten Blick verlieben.
Das würde ich auch sagen. Ich denke, es ist selten, dass jemand für einen unattraktiv ist und dann attraktiv wird. Meist ist es doch eher "war nicht mein Typ", "hätte ich nicht gedacht", "ist mir erst nicht aufgefallen", aber einen hat auch nichts abgestoßen im Äußeren, es war neutral.
Verlieben kann man sich dann natürlich, wenn man die Person kennenlernt und man sie in einem anderen Licht sieht. Mir ging das auch so, die erste große Liebe zu Studienzeiten war jemand, der mir erst null aufgefallen war (ich ihm schon), weil er für mich total durchschnittlich aussah. Nach ein paar Gesprächen im Freundeskreis war ich so hin und weg, dass er für mich der schönste Mann der Welt wurde. Ich hatte ihn aber vorher nicht gesehen und gedacht, mit dem könnte ich mir niemals körperliche Nähe vorstellen. Wenn ich das dachte, hat sich daran nie was geändert, egal, wie nett der andere war.
Innerhalb der Beziehung wird das Äußere unwichtiger finde ich. Ich zumindest nehme den anderen dann als ganzheitliche Person wahr, ich kenne ihn so und nicht anders und wenn er altert, altere ich ja auch mit. (Sofern er sich nicht verlottern lässt im Sinne der Körperpflege, aber das hatte ich noch nie.) Im Kreis meiner Eltern sind die meisten seit dem Studium verheiratet und die kannten sich jung, für sie ist der Partner immernoch jung und sie sehen gar nicht so sehr die körperlichen Veränderungen. So geht mir das bei Freunden auch; die bleiben für immer Mitte 20 oder je nachdem, wann ich sie kennengelernt habe. Da überlagern sich dann Erinnerung und aktuelles Bild.
Eigenarten gegenüber toleranter werde ich nicht. Ich bin es entweder oder sie nerven mich.
w, 38
 
  • #19
Von neutral zu attraktiv habe ich schon erlebt . Von unattraktiv zu attraktiv noch nicht . Generell verletzen mich am Anfang einer Beziehung mehr Dinge weil ich den Mann noch nicht gut kenne und vieles auf mich beziehe . Nach längerer Zeit kennt man den anderen , kann er beispielsweise keine Komplimente machen beziehe ich es nicht mehr auf mich und sehe darüber hinweg . Verändern kann man ja jemanden sowieso nicht . Daher sollte man in den ersten Wochen sehr genau hin schauen , bringt er keine Blumen mit wird sich das auch nicht ändern . Stört mich nicht sehr , sollte der Rest stimmen . Das gleiche gilt für Ordnung, Zuverlässigkeit etc. Das zeigt sich in den ersten Wochen . Ich vermisse es einen Partner zu haben der mich und meine Eigenheiten schon jahrelang kennt und deshalb alles sehr gut einordnen kann so wie ich auch bei ihm .
 
  • #22
Solange sie zu den Hausschlappen nicht auch noch Lockenwickler trägt...

Ich finde diesen Zufall bemerkenswert. Er äußert sich vorher, dass eine Frau bei ihm so nicht rumlaufen darf und Jahre später hat er genau so eine? Wieviele Frauen tragen richtige Hausschuhe in der Öffentlichkeit?

Von "ich finde sie total unattraktiv" zu "Liebe meines Lebens" ist es ein weiter Schritt. Ich habe es bisher eher andersrum erlebt, also jemanden attraktiv finden, und aufgrund verschiedener Verhaltensweisen oder Charaktereigenschaften lässt das nach. Sicher kann man sich an das Aussehen gewöhnen, aber wie gerät man in eine Beziehung mit jemandem, den man gar nicht attraktiv findet?
 
  • #23
Ich finde diesen Zufall bemerkenswert. Er äußert sich vorher, dass eine Frau bei ihm so nicht rumlaufen darf und Jahre später hat er genau so eine? Wieviele Frauen tragen richtige Hausschuhe in der Öffentlichkeit?

Naja, relativiere mal den Begriff "Hausschlappen" mit dem, was Du so als lässigen Draußenschuhwerk kennst - Du weißt doch wie die FS mit ihrer Frauenhackerei ist.

Noch verwunderlicher ist doch, dass die FS diese absolute Trivialität noch Jahre später noch so in ihrer Erinnnerung hatte, dass sie beim Anblick des Fotos sofort abrufbar war. Da wird wohl alles inhaltiert, was mit dem Mann ist und er ist in allen Belangen bei ihr dauerpräsent. Anders geht das ja nun nicht.
Und nun quält sie das Thema so sehr, dass sie dem auf den Grund gehen muss - warum auch immer in ihrer glücklichen Partnerschaft.
 
  • #25
Gibt es nichts, wo du sagen würdest: "Wenn dies oder das anders wäre, fände ich es noch besser."? Irgendeine Charaktereigenschaft oder Gewohnheit?
Nein, wirklich nicht. Aber es ging ja auch um idealer Partner, im Sinne von ideal zu mir passend. Das tut mein Mann, ich habe da nichts zu bemängeln, selbst die Fehler, die er hat, passen zu mir, da ich mit diesen gut umgehen kann und damit kein Problem habe. Ich fände es sogar furchtbar, wenn er im überirdischen Sinne "perfekt" wäre, da ich ja selbst nicht perfekt bin und mich dann total schlimm fühlen würde bei jedem Fehler, den ich habe :D Wenn er meinetwegen bei Streit dazu tendiert, erstmal zu verstummen, bin ich froh, dass er da eben auch seine Baustellen hat, an denen er arbeitet.
 
  • #26
oder die Liebesverbindung mit der Zeit noch intensiver wurde
Liebe entsteht überhaupt erst mit der Zeit, wenn man alles Negative vom Partner kennt und das akzeptieren kann. Vorher würde ich nicht wirklich von Liebe sprechen.

Beispiel: Er mag Frauen, die sehr weiblich, sexy und teilweise sogar aufreizend sind.
Das hat aber nichts mit Liebe zu tun, eher mit sexuellem Fetisch. Seine "große Liebe" ist eben eine fürsorgliche, loyale Frau und das ist wohl mehr wert, als sexy Kleidung.
Aber er hasst es zBsp. wenn Frauen unterwegs Hausschlappen tragen.
Ich kenne keinen einzigen Menschen, der unterwegs Hausschlappen trägt? Ausnahme: Man geht/kommt gerade von einer Operation/Reha-Aufenthalt. Hast Du sowas noch nie erlebt, wie einen das Leben traktieren kann?
Vor kurzem hat er von ihr ein Foto von unterwegs gepostet, wo sie Hausschlappen trägt. Mir sagte er mal, das fände er furchtbar, er könne sich nie mit einer Frau raustrauen, die solche Schuhe trägt.
So ein Mann braucht kein Mensch! Was denkst Du, was im Leben noch kommt, wenn Du mal drauf angewiesen bist, Schlapper tragen zu müssen? Mit Liebe hat das auch gar nix zu tun. Welcher A*** macht unterwegs Fotos von der Freundin in ihrem nicht guten Zustand, um sich darüber bei anderen zu echauffieren? Ekelhafter Charakter ist das.
Können sich in Beziehungen die Vorstellungen so verändern, dass einem Dinge nichts mehr ausmachen, die einen früher 'getriggert' haben?
Dein Bekannter ist ein A-loch, mehr nicht. Darüber braucht man sich keine gesteigerten Gedanken zu machen.

Mein Partner darf rumrennen, wie er möchte und wenn ich 24 Stunden mit meinem Partner zusammen bin, dann trägt er auch mal Schlappen. Ja und? Ich gehe auch mit Löchern in der Kleidung einkaufen. Es gibt wichtigeres. Wirst Du auch noch mal lernen.

Durch den Alltag (?), ich meine damit 24 Stunden zusammen sein, lernt man seinen Partner sowieso in allen intimen Situationen kennen von Durchfall bis über Blähungen und schlimme Krankheiten, und auch das Gefühl, froh zu sein, dann jemanden zu haben, der einem beisteht, da sind Schlappen wirklich mein kleinstes Problem.
Habt ihr das auch schon erlebt, dass ihr euch in jemanden verliebt habt, der zunächst für eure Verhältnisse 'unattraktiv' war, sich dann aber mit der Zeit für euch doch als 'attraktiv' gezeigt hat?
Ja. Ich vermute, man ist generell nur mit jemandem zusammen, den man irgendwo gut oder schön findet, aber wenn ein Mensch seinen Charakter so derart hässlich verändert, dass er unausstehlich wird (das kann durch Drogen, Psychosen, Alter oder Krankheiten sein), dann wird er unattraktiv für mich.
 
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