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  • #1

Wird man mit "nur" Ausbildungsberuf aussortiert?

Ich musste mein Studium abbrechen, als meine Tochter zur Welt kam und meine Frau (heute ex-Frau) für zwei Jahre schwer krank wurde.

Hatte bereits eine Berufsausbildung und seit der Ausbildung immer (neben dem Studium) teilzeit gearbeitet im selben Unternehmen seit 20 Jahren und habe heute eine Position inne, für die eigentlich Uni-Abschluss gefordert wird. Referieren und Prozesse organisieren kann ich genauso gut, wie die diplomierten Kollegen. Verdiene mittelmäßig und werde wahrscheinlich nie eine Top-Position erlangen.

Meine Frage an die vielen EP-Akademikerinnen: sortiert ihr jemanden ohne akad. Grad aus?
Bitte ehrliche Antworten. Ich sehe es selbst so, dass ein Studienabschluss hart erarbeitet wird und auf gewisse (charakterliche) Fähigkeiten schließen lässt wie Durchsetzungsvermögen, Organisiertheit, Zielstrebigkeit etc.
Und mir geht es andersherum so, dass ich das Gefühl habe, dass ich mit Frauen mit "nur" Ausbildungsberuf oder Abi nicht so "auf einer Wellenlänge" bin.

Vielen Dank schonmal für´s Lesen und evtl. Antworten

m (40)
 
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  • #2
Lieber FS, für mich kann ich das "Aussortieren" nicht bejahen, denn es kommt m.E. darauf an,was jemand aus seinem Leben, seinen Fähigkeiten macht, wie er alles umsetzt, ob er auch mal "Matsch am Paddel" durchgestanden hat (ich will jetzt mit dieser Bemerkung keine Lawine lostreten, denn durchstehen tun Akademiker sicher z.T. auch vieles) - und wie er insgesamt zum Leben und IM Leben steht, mit allen Facetten und Horizonten.
Du teilst sehr offen mit, warum Du Dein Studium unterbrochen hattest (und Hut ab davor!), es wird zwar nicht ganz klar, ob Du es später beendet hast, aber das ist jetzt nicht so wichtig für Deine Fragestellung bzw. eine mögliche Antwort.
Ob ein Studienabschluss "mehr" Durchsetzungsvermögen, Organisiertheit, Zielstrebigkeit (oder "Charakterstärke")braucht oder bestätigt als eine andere Ausbildung, sei dahingestellt...!
Lass' Dich nicht beirren! Ein glückliches, d.h. erfülltes, harmonisches, lebendiges Beziehungsleben KANN vielleicht in manchen Augen (paritätisch)akademische Grade "voraussetzen", aber was soll's? Der Promovierte verliert seinen Job, weil längerfristig krank o.ä., der diplomierte Soz.päd. fährt Taxi, um sein Leben zu bestreiten, der Kulturwissenschaftler kriegt jahrelang nur befristete Teilzeitanstellungen und/oder muss nebenher andere Jobs machen (dito) -
das sind Beispiele aus meinem weiteren Bekanntenkreis.
Also nochmals: Ein gelingendes Beziehungsleben fußt noch auf ganz anderem. Dies ist meine persönliche Einstellung (auch wenn ich "studiert" bin, dann aber eben auch nach 15J. Berufsleben einen anderen Weg gegangen bin).
Ich wünsche Dir viele konstruktive und hilfreiche Antworten zu Deiner Frage!
Alles Gute Dir!
 
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  • #3
Moin FS,


Ich sortiere eher in die Richtung KEIN AKADEMIKER da ich der Ansicht bin manche Akademiker lehnen sich zu sehr aus dem Fenster und wer draufsteht bitte - aber - bei mir wirst du der den ich (laut schreiben) nehmen würde :) Alles gute w32
 
  • #4
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mich mit Akademikern (habe selbst zwei FH-Diplome, eine Berufsausbildung und noch eine andere Fortbildung) in jeder Hinsicht besser verstehe. In meinem Freundeskreis sind auch fast ausschließlich Akademiker und viele "Karrieremenschen". Da liegt es einfach nahe, dass ich auch als Partner einen Akademiker möchte - wohlgemerkt, nicht "irgend einen, bloß weil er Akademiker ist", sondern es ist eben nur ein Punkt unter mehreren, die mir wichtig sind.

Ich finde es toll, dass du trotz nicht abgeschlossenem Studium beruflich erfolgreich und offensichtlich auch fit im Job bist. Immerhin weißt du trotzdem, wie es an der Uni zugeht. Ich würde dich daher eher auf eine Stufe mit Akademikern als mit Nicht-Akademikern stellen und kann verstehen, dass du auch auf studierte Frauen stehst. Fazit: Bei Kennen deiner Geschichte würde ich dich NICHT "als Nicht-Akademiker aussortieren". Du solltest studierten Frauen das daher immer möglichst schnell "erklären".

Allerdings: Mir persönlich wäre suspekt, dass du schon im Studentenalter geheiratet hast, Vater geworden bist und wieder geschieden bist. Meine Vorstellung vom Leben ist eben, erst mal Studium und Karriere zu verfolgen und erst dann ggf. an den nächsten Schritt zu denken. Von daher würden wir wahrscheinlich vom Lebensstil nicht zusammen passen, was aber nichts mit Studium oder nicht Studium zu tun hat.
 
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  • #5
Ich brauche keinen Akademikermann! Mit einem hohen Berufsgrad geht generell auch eine viel konservative Lebenseinstellung einher. Ist leider so. Nur Ausnahmen bestätigen die Regel.

Ich habe es zwar selbst bis zur Akademie geschafft, aber dann abgebrochen, weil mir die Leute und Professoren viel zu verklemmt vom Auftreten waren. Die Leute sind konservativer, engstirniger, Frauen biederer oder klassischer, sowohl von Optik, als auch Verhalten, die Leute allgemein religiöser, glaubiger, leichtgläubiger, ect. und wenn man sich in solchen Kreisen länger aufhält, übernimmt man früher oder später ebenfalls diese Weltansichten.

Es war für mich in der Tat, rechtzeitig da auszubrechen, ich bin da einfach einfach ein viel zu arger Freidenker und kann mit Engstirnigkeit und Scheuklappen nichts anfangen.

Mir ist ein normaler Arbeiter, der seinen eigenen Weg im Leben macht, beiweitem lieber! Und eine Frau, die den Mann nur nach Bildung und Beruf urteilt, kann nichts rechtes sein! Das wird dann später mal das Mauerblümchen sein, deren Mann in den Puff geht, weil sie so stinklangweilig ist. Alles schon erlebt.
 
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  • #6
Mir ist es schon sehr wichtig, dass mein Mann studiert hat. Ich finde, dass es in deinem Fall aber anders ist. Es geht ja nicht (zumindest mir) um den Abschluss an sich, sondern um die Veränderungen, die man während eines Studiums an sich erfährt. Ich finde das bei dir mit dem fehlenden Abschluss nicht so dramatisch, weil du ja trotzdem studiert hast.

w31
 
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  • #7
Ich selbst kann mir eine Beziehung zu einem Nichtakademiker nicht vorstellen. Ein abgeschlossenes Universitätsstudium ist für mich einfach eine Selbstverständlichkeit und essentieller Bestandteil einer guten, großbürgerlichen Erziehung.

Noch größere Vorbehalte hätte ich aber einem Mann gegenüber, der sein Studium nicht abschließen konnte, weil er zur Unzeit ein Kind gezeugt hat.

Da Sie selbst mit Ihrer Situation nicht ganz zufrieden sind, würde ich doch vorschlagen, dass Sie noch einmal ein Fernstudium aufnehmen. Die Fernuni Hagen hat ein gutes Angebot, dass auf die Bedürfnisse berufstätiger zugeschnitten ist. Selbst wenn es Ihnen beruflich keine Vorteile bringen sollte, haben Sie doch Ihre Persönlichkeit komplettiert.
 
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  • #8
Mir persönlich wäre suspekt, dass du schon im Studentenalter geheiratet hast, Vater geworden bist und wieder geschieden bist. Meine Vorstellung vom Leben ist eben, erst mal Studium und Karriere zu verfolgen und erst dann ggf. an den nächsten Schritt zu denken.

Immer schön der Reihe nach, nicht wahr? Das ist mir zu langweilig. Mir sind Menschen lieber, die auch "Fehler" machen im Leben und sich trotz widriger Umstände durchboxen.

Darum Hut ab, lieber FS. Ich wünsche Dir, dass Du bald eine tolle Frau kennen lernst, die deine menschliche Wärme und deinen Tatendrang zu schätzen weiß.
 
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  • #9
Hallo Fragesteller,
DU sortierst Frauen aus, die kein Studium absolviert haben. Die sind Deiner Meinung nach nicht so auf Deiner Wellenlänge. Verstehe ich das richtig ?
Andererseits hast Du Angst, dass Akademikerinnen Dich aussortieren könnten. Aus dem selben Grund.
Ein bisschen skurril ist das schon, oder ?
Ich würde sagen, dass es jede Menge intelligente und lebenstüchtige Frauen in guten Berufen gibt, die nicht studiert haben - genau wie Du.
w55
 
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  • #10
hier der FS: danke an alle, die geantwortet haben.
Stellvertretend antworte ich auf diesen Post.

Fazit: Bei Kennen deiner Geschichte würde ich dich NICHT "als Nicht-Akademiker aussortieren". Du solltest studierten Frauen das daher immer möglichst schnell "erklären".

Ich denke eigentlich, dass es bei einem ersten kurzen Hin- und Her-Mailen noch nicht um die Lebengeschichte gehen sollte. Fände das eigentlich "too much".
Desweiteren finde ich persönlich das mit dem Beruf und dem Abschluss zwar einerseits wichtig, andererseits hänge ich das aber auch nicht sooo hoch auf. Es fällt aber hier bei EP sehr stark sofort ins Auge: Beruf/Abschluss, Alter, das besondere an mir.

Allerdings: Mir persönlich wäre suspekt, dass du schon im Studentenalter geheiratet hast, Vater geworden bist und wieder geschieden bist. Meine Vorstellung vom Leben ist eben, erst mal Studium und Karriere zu verfolgen und erst dann ggf. an den nächsten Schritt zu denken.

Stimmt! Sehe ich auch so, war von meiner Seite auch so nicht geplant (das mit dem Kind). Bevor hier Diskussionen losgehen: jaaa, ich weiß, da gehören immer zwei dazu.
Manchmal kann man es sich nicht aussuchen und wenn dann schon ein Kind da ist, dann kann man ja auch heiraten, weil man sowieso zusammenbleibt, auch aus Verantwortung, natürlich auch aus Liebe.
Und wenn man dann feststellt, dass "es" ein Fehler war und das Kind auch mittlerweile groß genug ist, dann muss man den Fehler korrigieren, finde ich.

Danke auch an #6 wegen dem Tipp mit der Fernuni. Mache im Moment den Meister-Grad. Der Chef meinte - und da hat er ja recht - sähe etwas besser aus, wenn ich wenigstens Meister wäre bei den anstehenden Beförderungen.:)

Aber das schreibe ich so alles nicht in mein Profil. Ich bin gerne bereit, dazu Auskunft zu geben, wenn mein Gegenüber das wissen möchte. Ich war nur mal an einer Einschätzung interessiert, ob es sinnvoll ist, eine der vielen Juristinnen, Ärztinnen, Journalistinnen etc. überhaupt anzuschreiben.

FS
 
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  • #11
Hallo Fragesteller,
DU sortierst Frauen aus, die kein Studium absolviert haben. Die sind Deiner Meinung nach nicht so auf Deiner Wellenlänge. Verstehe ich das richtig ?
Andererseits hast Du Angst, dass Akademikerinnen Dich aussortieren könnten. Aus dem selben Grund.
Ein bisschen skurril ist das schon, oder ?
Ich würde sagen, dass es jede Menge intelligente und lebenstüchtige Frauen in guten Berufen gibt, die nicht studiert haben - genau wie Du.
w55

hier der FS:

Oje, da hast du mich falsch verstanden, glaube ich. Ich persönlich sortiere überhaupt gar nicht aus. Ich lese sehr aufmerksam die Profile und versuche auch zwischen den Zeilen zu lesen und weiß aus eigener Erfahrung, dass das Leben kein Wunschkonzert ist.
Um es mal plakativ auszudrücken, eine Kellnerin, die liest und sich für Kunst und Kultur interessiert, Empathie hat und aufmerksam durch´s Leben läuft, wäre mir lieber als eine Ärztin, die nur ihre Arbeit und ihren Status im Kopf hat.

So long...

FS
 
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  • #12
Für mich bräuchte ein Mann keinen Studienabschluss - wenn er "gleichwertig" vom Verstand her drauf ist und eine ähnlich gute Situation hat.
Auf den Abschluss selber kommts eigentlich gar nicht so wirklich an. Mit einem promovierten Künstler auf Sozialhilfeniveau könnte ich auch nichts anfangen, auch wenn der noch so "kreativ" und "individuell" und "unabhängig" drauf sein mag.
Ich würde mal sagen, dass bei dir die normalen Soll-Kriterien bestens erfüllt sind.

Ein Problem hätte ich auch eher mit dem Status "geschieden + Kind", da ich selber beides nicht habe und auch nicht erlebt habe und auch nicht so ganz in meine Lebensvorstellung passt.
Beides für sich eigentlich aber vielleicht auch halb so wild und hängt sicherlich auch viel mit der Gewöhnung zusammen. Da kann man wohl aber auch flexibler sein.

w/32 ;)
 
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  • #13
@ FS,

ich habe gerade gelesen, dass du eine Fortbildung zum Meister machst.

Ich finde das nicht uninteressant, aber ich würde nie auf die Idee kommen, jemanden mit "nur Ausbildungsberuf" explizit danach zu fragen, ob er "noch irgendwas anderes draufgesattelt" hat, um "besser dazustehen" oder "mehr aus seinem Leben zu machen" o.ä..

Leute, die tatsächlich auf das Kriterium achten hätten damit schon mal weniger mögliche Vorurteile und eine andere Einschätzung der Lage.
Ich würde das daher im Profil erwähnen.

Und Leute die nicht so sehr drauf achten, für die ist das vielleicht auch nicht ganz uninteressant vorher zu wissen, welchen Weg derjenige gegangen ist. Es gibt ja offensichtlich auch noch anderes außer einer einfachen Ausbildung und Studium. Nur vergisst man das vielleicht schnell, wenn man mal ein Profil überfliegt. Außerdem bietet das sicher auch einen Gesprächsansatz, denn sowas hat hier bestimmt nicht jeder ;)
 
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