• #1

Wird Verliebtsein nicht überbewertet?

Guten Morgen Ihr Lieben,

der Threadtitel bringt meine Frage ja eigentlich schon auf den Punkt. Ich frage mich in letzter Zeit immer häufiger, warum eigentlich alle (oder die meisten) Verliebtsein als so wichtig und als Bedingung für das Eingehen einer Beziehung erachten.
Meine Beziehung hat auf beiden Seite ohne Verliebtheit gestartet und ich stelle fest, dass es mit jedem Monat immer besser wird. Daher würde ich gerne von Euch wissen, warum das Verlieben für viele so absolut essentiell ist. Da wir beide von Anfang an ohne rosarote Brille in die Beziehung gegangen sind, konnten wir viel genauer auf die Passung sowie auf die Macken des anderen achten. Das Verliebtsein wäre sowieso nach einem halben Jahr vorbei gewesen.
Mein Partner ist ein wunderbarer Mensch, mit dem ich mittlerweile in tiefer Zuneigung verbunden bin und möchte ihn nicht mehr missen. Und das alles ohne jegliche Verliebtheit. Einziger Wehmutstropfen ist, dass ich ihm gegenüber oft ziemlich heftige Minderwertigkeitskomplexe habe, die im Lauf der Beziehung immer stärker werden. Aber das liegt nicht an ihm und ist allein mein Problem.
Ist Verliebtsein nicht sogar nachteilig? Ich sehe in dem anderen etwas, was mitunter gar nicht da ist und der Fall ist danach umso tiefer.

Also, warum findet Ihr das Verliebtsein so wichtig? Ich bin sehr gespannt auf Eure Antworten.

Vielen herzlichen Dank und liebe Grüße
Eure Hasendompteurin
 
  • #2
Ich bin ja kurz davor Dir zu schreiben, dass ich das 100% auch so sehe. Was aber auch einfach ist, weil ich mich seit 14 Jahren nie mehr verliebt habe.
Die Begründung: ich habe verliebt nicht gut und passend gewählt!
Die Griechen unterscheiden bei den Liebesformen zwischen Eros und Agape...
Streich ich das auf dein Thema runter bedeutet die Leidenschaft auch Leiden und deshalb versuchen viele, nach dem die rosa Brille geflogen ist, Agape (die Verbundenheit) zu erreichen, haben nur dafür nicht den richtigen Partner.

Da passt es doch gut, wenn man wie Du auf Eros und die Verliebtheit verzichtet und direkt nur "nach Agape" sucht.

Jetzt bin ich aber ehrlich....ohne Verliebtheit hat es aber auch nicht geklappt;-)))
Und ich kann nicht 100% zustimmen, weil ich glaube: ich bin nur feige und etwas zu misstrauisch.
Verlieb ich mich nicht, tut es auch nicht weh
Dadurch hab ich mich auch ne Zeit mit Männern getroffen, die ich unterm Strich auch so nicht hätte lieben können.

Deshalb finde ich, dass es eher um Strategien geht, wenn man aufs verlieben verzichtet. Gehen diese auf...wie bei Dir liebe FS, dann ist es super aber ggf eben nicht allgemeingültig.
 
  • #3
Ich will und kann mir gar nicht vorstellen, in eine Beziehung zu gehen, wo Verliebtheit und Liebe keine Rolle spielt, meist trifft das für Menschen zu, die große Enttäuschungen und schlimme Verletzungen erlebt und hinter sich haben, die dann einfach nicht mehr an die Liebe glauben und deshalb nur noch zweckorientiert und sachlich gezielt in eine Beziehung gehen, da sie nicht alleine sein können, was ich niemals tun würde, da würde ich viel lieber alleine sein!
 
  • #4
Für mich gilt das nicht. Ich bin eine Beziehung eingegangen ohne Verliebtheit, weil ich dachte, es passt ganz gut. Hat es nicht, würde ich nicht wieder machen. Ich finde es toll, verliebt zu sein und ich finde es wichtig für das Zusammengehörigkeitsgefühl, dass man auf diese Zeit in schwierigen Phasen zurückblicken kann. Dazu zeigt Verliebtheit auch die biologische Passung an.
Ich denke, das können andere aber gut anders sehen und sicher auch gute Beziehungen führen. Das ist einfach nur meine persönliche Erfahrung. Bei mir war die Liebe, die auf Verliebtheit folgte, einfach stärker als die, die sich eher als Gewohnheit einstellte, als ich nicht verliebt war. Ich hab jetzt noch nach sechs Jahren Schmetterlinge im Bauch, wenn ich meinen Freund anschaue, weil er einfach so wunderbar ist. Dieses Gefühl kann mir keiner nehmen und sollten wir uns jemals trennen, so habe ich die Erinnerung an diese schöne Zeit. Die Beziehung ohne dieses Verliebtsein empfinde ich im Nachhinein als vertane Zeit.
w, 37
 
  • #5
Was ist denn Verliebtheit?
Letztlich ein Gefühl. Der Eine beschreibt es Blau, der andere Rot, der Dritte Gelb.
Meine Beziehung hat auf beiden Seite ohne Verliebtheit gestartet und ich stelle fest, dass es mit jedem Monat immer besser wird.

Das ist eine Kopfsache bei Dir.
Du willst mir nicht erzählen, dass ihr beide eine Beziehung eingegangen seid ohne das auf beiden Seiten irgendwelche Gefühle der Zuneigung vorhanden waren.

Daher würde ich gerne von Euch wissen, warum das Verlieben für viele so absolut essentiell ist.

Weil es so schön ist und man sich so lebendig fühlt.

Da wir beide von Anfang an ohne rosarote Brille in die Beziehung gegangen sind, konnten wir viel genauer auf die Passung sowie auf die Macken des anderen achten.

Das kann ich auch wenn ich verliebt bin. Du verwechselt es m. M. n. mit diesem etwas unbeholfenen Gefühl in Gegenwart eines faszinierenden Dritten, das Dir dann die Beine wegzieht und zu einer Art Verklemmtheit führt, die Dir den Blick vernebelt.

Das Verliebtsein wäre sowieso nach einem halben Jahr vorbei gewesen.

Sehe ich nicht so.


Glaube ich nicht. Das ist eine Definitionsfrage.
hm gegenüber oft ziemlich heftige Minderwertigkeitskomplexe habe

Da haben wir so einmal etwas in der Hand.
Ist Verliebtsein nicht sogar nachteilig? Ich sehe in dem anderen etwas, was mitunter gar nicht da ist und der Fall ist danach umso tiefer.

Du musst Dich ja nicht abhängig machen. Bleibe autark.
 
  • #6
Vielen Dank für Eure Antworten. Vielleicht verstehen wir unter Verliebtsein auch etwas völlig anderes. Ich meinte diese Art von Verliebtsein, in der man völlig hin und weg ist vom anderen und am liebsten ständig in dessen Nähe sein möchte. Es wurde ja sogar nachgewiesen, dass sich die Gehirnaktivitäten von Verliebten deutlich von Menschen im "Normalzustand" unterscheiden. Meine Schwester ist regelrecht süchtig nach diesem Gefühl, aber fällt danach immer in ein totales Loch. Natürlich war bei uns von Anfang an eine Zuneigung vorhanden. Man fand sich zumindest soweit attraktiv, dass man miteinander ins Bett konnte, die Gespräche sind gut und wir sind uns in unserem Einzelgängertum sehr ähnlich. Das hatte aber mit den rauschähnlichen Zuständen des Verliebtseins rein gar nichts zu tun. Mein Verständnis ist aber (und vielleicht irrre ich mich hier ja auch), dass die meisten dieses heftige Gefühl als Vorraussetzung für eine Beziehung sehen. Und das wundert mich eben.
 
  • #7
Was war ich schon so oft verliebt, was für ein Segen ist ein solches Gefühl! Da fühlt man sich lebendig, auf Wolken getragen, aufgeregt und völlig irrational gaga, wer will das missen? Natürlich macht man Fehler, jede Menge, und das ist auch gut so! Wie will man sonst in rauen Nächten Anekdoten vortragen? Ich kann mich so schön erinnern. Und das willst du missen? Für meinen Geschmack viel zu verkopft. Und viel zu angstvoll, aber die Menschen sind wohl verschieden.
 
  • #8
Natürlich war bei uns von Anfang an eine Zuneigung vorhanden. Man fand sich zumindest soweit attraktiv, dass man miteinander ins Bett konnte, die Gespräche sind gut und wir sind uns in unserem Einzelgängertum sehr ähnlich. Das hatte aber mit den rauschähnlichen Zuständen des Verliebtseins rein gar nichts zu tun.
Eben! "Das gewisse Etwas" ist da. Diese rauschähnlichen Zustände sind möglicherweise abhängig vom Menschenschlag, der man ist. Möglicherweise ist man dem Menschen, der diesen Zustand auslöst, aber auch noch nicht begegnet? Wissen wir nicht.

Was war ich schon so oft verliebt, was für ein Segen ist ein solches Gefühl! Da fühlt man sich lebendig, auf Wolken getragen, aufgeregt und völlig irrational gaga, wer will das missen?
Ich! Eben, völlig gaga. Wie geht das eigentlich, dass man sich so oft verliebt? Steigert man sich da selber in dieses Gefühl rein? Klingt nach Sucht (siehe auch weiter oben), und sich einbilden und glauben kann man ja grundsätzlich alles. Und warum hat es geendet? Aber bitte jeder gerne wie er möchte.

ErwinM, 52
 
  • #9
Meine Schwester ist regelrecht süchtig nach diesem Gefühl, aber fällt danach immer in ein totales Loch.
Weil sie daraus vielleicht gleich folgert, dass der Mann der zu ihr Passendste ist, den es gibt, und sich dann aber doch Unvereinbarkeiten zeigen. Oder weil sie Mustern folgt, nach denen sowieso kein normaler Mensch funktioniert, so Retter auf dem weißen Pferd oder ideale Vaterfigur, die ihr Leben heil macht und ihm einen Sinn gibt.

Ich denke, man muss Verliebtsein nur richtig einordnen. Einem anderen nah sein zu wollen JETZT, muss nicht bedeuten, das in einem halben Jahr immer noch zu wollen, wenn man ihn richtig kennt. Wenn einen einer schon so sehr begeistert, dass man sich verliebt, ergänzt man schnell unbewusst noch sonstige Aspekte des Guten, das man sich wünscht, die aber gar nicht stimmen müssen.

Wenn Dein Ziel war, einen LebensGEFÄHRTEN zu finden, hast Du doch alles richtig gemacht. Wenn Verliebtsein für Dich nichts Gutes bedeutet, auch. Für andere Menschen ist es nicht so gefährlich, sich zu verlieben, weil sie mit dem Schmerz der Desillusion besser klarkommen oder eben insgesamt gut wählen, also sich nur dann verlieben, wenn es auch anderweitig gut passt. Die letzteren sind zu beneiden, aber sowas ist halt nicht jedem gegeben.
 
  • #10
Ich bin zweimal eine Beziehung eingegangen ohne wirklich verliebt gewesen zu sein. In beiden Beziehungen gab es dann Phasen in denen ich wirklich verliebt war. Ich wollte sie immer um mich rum haben, habe ich nach ihr gesehnt.
Einmal habe ich mich total verliebt, komplett rosarote Brille. Ich habe mich echt zum Affen gemacht um mit der Frau zusammen zu seien. Nachdem dann die rosarote Brille von mir abfiel blieb nicht mehr viel über.
Also @Hasendompteur alles gut. Du wirst auch noch Phasen der Verliebtheit mit deinem Freund erleben.
 
  • #11
Ich unterscheide übrigens verknallt sein und verliebt sein.
Verknallt ist die spontane Euphorie am Anfang mit rosa Brille auf rosa Wolke und völlig wilden Hormonen

Verlieben kommt für mich eigentlich erst danach...
Rosa Brille weg aber was man dann noch sieht ist schön.
Wenn es nach Monaten besser und nicht schlechter wird.
 
  • #12
Eben! "Das gewisse Etwas" ist da. Diese rauschähnlichen Zustände sind möglicherweise abhängig vom Menschenschlag, der man ist. Möglicherweise ist man dem Menschen, der diesen Zustand auslöst, aber auch noch nicht begegnet? Wissen wir nicht.


Ich! Eben, völlig gaga. Wie geht das eigentlich, dass man sich so oft verliebt? Steigert man sich da selber in dieses Gefühl rein? Klingt nach Sucht (siehe auch weiter oben), und sich einbilden und glauben kann man ja grundsätzlich alles. Und warum hat es geendet? Aber bitte jeder gerne wie er möchte.

ErwinM, 52
Die Frage verstehe ich nicht, ich verliebte mich schnell, manchmal nur für Tage. Und darfst dir Sicher sein, ich habe viele Geschichten zu erzählen. Geendet hat es weil es nur ein Lufthauch war, warum du das negativ bewertet hast, wer weiß. Lass bisschen locker, das leben ist schwer genug und man ist nur einmal jung. Die bürgerliche Vorstellung von Familie ist nie meins gewesen. Mutter Vater Kind. Bitte nicht.
 
  • #13
Was war ich schon so oft verliebt, was für ein Segen ist ein solches Gefühl! Da fühlt man sich lebendig, auf Wolken getragen, aufgeregt und völlig irrational gaga, wer will das missen?
Das ist es auch für mich!
Ich bin quasi verliebt in das Verliebtsein.
Ich verstehe es für mich als den Urknall einer Beziehung.
Gerade diese Gefühlswelt bringt noch einmal mehr Lebensenergie als schon vorhanden.
Die ersten Wochen und Monate völlig unberechenbar dieses Gefühl, dann nach etwa einem Jahr gefühlt, die Wandlung in tiefe Zuneigung, manche nennen es Liebe.
Ohne erst das eine und dann zusätzlich das andere, geht bei mir überhaupt nicht.
Das wäre für mich eine Zweckbindung und die könnte ich mir auch kaufen, aber das möchte ich nicht.
Und deshalb warte ich ab, wobei ich gerade bei einer Frau sehr aufgeregt bin.
Das souveräne in mir plötzlich weg, feuchte Hände, Worte die teilweise einfach entfleuchten, leichte Schnappatmung und in ihrer Anwesenheit ein Dauergrinsen, das wenn man mir die Ohren abschneiden würde, in einer Endlosschleife gefangen wäre.
Aufregend 🤗
M50
 
  • #14
ich verliebte mich schnell, manchmal nur für Tage. Und darfst dir Sicher sein, ich habe viele Geschichten zu erzählen. Geendet hat es weil es nur ein Lufthauch war,
Danke vielmals für die Erläuterung! Das kenne ich nicht. Wenn ich mich verliebte, dann nicht so schnell und auch selten, dafür hält es lange (Jahre) an, auch unglücklich. So etwas wie Du häufig erlebst, kenne ich nicht. Da scheint wirklich jeder anders zu sein.
ErwinM, 52
 
  • #15
Ich finde Verliebtsein einfach schön und bin jetzt nach ein paar Jahren immer noch sehr verliebt in meinen Freund. Am Anfang war es richtig heftig, ich habe wirklich ein Jahr lang jede Minute des Tages an ihn gedacht, gar nicht aktiv, aber ich hatte parallel "im Hintergrund" immer sein Bild vor Augen, wirklich permanent. Und ich konnte auch drei Stunden auf der Stelle sitzen und mit offenen Augen von ihm träumen. Das war die Phase, wo ich ihm in vielstündigen Nacht-Aktionen aufwendige Geschenke gebastelt habe. Ich war schon verliebt in ihn, als ich noch nicht mal seinen Namen kannte, eigentlich seit der ersten zufälligen Begegnung, er ist mir sofort als ein ganz besonderer Mensch aufgefallen und ist noch immer der beste und schönste Mensch, den ich kenne. Aber ich bin dann zwischendurch ins Ausland, wir waren erst befreundet und es hat noch eine Weile gedauert, bis wir tatsächlich zusammen kamen, auch wenn ich von Anfang an wusste, dass wir ein tolles Paar abgeben würden, was sich dann auch bestätigt hat -- je länger und besser ich ihn kenne, desto mehr schätze ich ihn, weil er so viele gute Eigenschaften und liebenswerte Details in seiner Person vereint. Ich erfreue mich täglich an ihm, muss immer lächeln, wenn ich an ihn denke, und halte es immer noch für ein Wunder und großes Glück, dass er mir begegnet ist. Wir bringen uns gegenseitig zum Strahlen und sind gemeinsam bessere Menschen als alleine. Wie @mokuyobi schreibt: Egal, was in Zukunft passiert, wir haben jetzt die Zeit unseres Lebens zusammen und es wird immer wunderschön (gewesen) sein.
w26
 
  • #16
Ich denke , die Liebe hat viele Gesichter und ist so komplex wie wir Menschen . Nicht jede Verliebtheit geht über in eine tiefe Liebe und nicht jede Tiefe Liebe braucht Verliebtheit. Ich finde Verliebtheit zwar auch schön aber auch sehr aufreibend und anstrengend für mein Nervensystem . Eine ruhige , tiefe Zuneigung , die stetig wächst , finde ich auch sehr schön. Es freut mich von Herzen, dass du in deiner Beziehung glücklich bist lieber Hasendompteur, genieße deine Liebe und zerdenke sie nicht ! Einen schönen Sommer voller Liebe und Leichtigkeit wünsche ich euch allen !
 
  • #17
Am Anfang war es richtig heftig, ich habe wirklich ein Jahr lang jede Minute des Tages an ihn gedacht, gar nicht aktiv, aber ich hatte parallel "im Hintergrund" immer sein Bild vor Augen, wirklich permanent. Und ich konnte auch drei Stunden auf der Stelle sitzen und mit offenen Augen von ihm träumen. Das war die Phase, wo ich ihm in vielstündigen Nacht-Aktionen aufwendige Geschenke gebastelt habe.
🙂haha, das ist voll süß und lustig zugleich und auch irgendwie beneidenswert...
Ich kenne eigentlich wenige solcher Geschichten aus meinem Bekanntenkreis. Meine Freundin z.B. kennt Verliebtsein gar nicht. Sie sieht Beziehungen generell sehr nüchtern und rational. Sie ist aber sehr glücklich in ihrer fast schon übertrieben stabilen Beziehung.
Ich bin momentan auch in einer eher nüchternen Beziehung mit weniger Kontakt, weniger Drama, weniger Herzschmerz, dafür mit Unternehnungen, Spaß, man hat einfach eine gute Zeit zusammen. Aber man geht im Herzschmerz nicht unter, wenn man sich nicht sieht. Es ist seit 2 Jahren schon sehr angenehm.
Mein Partner ist ein wunderbarer Mensch, mit dem ich mittlerweile in tiefer Zuneigung verbunden bin und möchte ihn nicht mehr missen.
Na eben...wofür brauchst du dann noch Verliebtheit? Genau da will man ja hin. Herzlichen Glückwunsch
 
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  • #18
Ich erfreue mich täglich an ihm, muss immer lächeln, wenn ich an ihn denke, und halte es immer noch für ein Wunder und großes Glück, dass er mir begegnet ist. Wir bringen uns gegenseitig zum Strahlen und sind gemeinsam bessere Menschen als alleine
Das finde ich auch einfach schön und da ich den Vergleich hab dazu, wenn man nur mit dem Verstand eine Beziehung eingeht (also, klar fand ich den nett, auch attraktiv und so, aber es war eben nicht dieses Schmetterlings-Gefühl da), möchte ich das auf keinen Fall mehr anders. Selbst die erste Katastrophenbeziehung ist mir dennoch positiv im Gedächtnis durch das Gefühl, was ich für den Menschen einfach hatte.
Ich bin quasi verliebt in das Verliebtsein.
Ich verstehe es für mich als den Urknall einer Beziehung.
:D Schön, dass es auch Männer gibt, die so denken.
Vielleicht verstehen wir unter Verliebtsein auch etwas völlig anderes. Ich meinte diese Art von Verliebtsein, in der man völlig hin und weg ist vom anderen und am liebsten ständig in dessen Nähe sein möchte.
Ja, genauso ging es mir. Ich war wie auf Drogen. Aber es ist eben nach sechs Jahren trotzdem nicht ganz weg. Und ich bin trotzdem nie so gewesen, dass ich die Fehler vom anderen nicht sehen kann und dann plötzlich in ein Loch falle. Ich bin bei meinem ersten Freund noch nach fünf Jahren die Treppen hochgerannt, wenn ich zu ihm kam, mit dieser riesigen Freude, ihn zu sehen. Ich hab das nicht ständig, also ich verknalle mich nicht schnell, ich verliebe mich nur selten und manchmal auch erst, wenn ich die Person dann schon besser kenne oder wenigstens ein paar Mal mit ihr tiefgründig geredet habe, und ich habe natürlich gelitten, wenn der andere das nicht erwidert hat. Aber das Gefühl ist trotzdem was tolles, was besonderes für mich. Ich komme beim Nachdenken vom erstem Mal Verliebtsein (3-8. Klasse; immer in den gleichen Nachbarsjungen, mit dem ich befreundet war^^) bis jetzt auf sechs Jungs/Männer, bei denen ich dieses intensive Gefühl hatte, und alle Erinnerungen bringen mir sofort ein Lächeln zurück. Ohne Verliebtheit wäre das Leben für mich ein ganzen Stück grauer. Grad kommt mein Freund nach Hause, steckt den Kopf ins Zimmer und sagt "du bist die BESTE" und da bin ich gleich wieder am Grinsen wie bei unseren ersten Dates.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #19
Man fand sich zumindest soweit attraktiv, dass man miteinander ins Bett konnte
Das ist der "Knackpunkt" oder das absolute Minimum, was erfüllt sein müsste, damit ich eine Beziehung eingehe.
Ich kenne nämliche durchaus Männer, mit denen ich mich gut verstehe, wo es viele gemeinsame Interessen gibt usw., aber es fehlt die sexuelle Anziehung. Wenn ich nicht das Bedürfnis spüre, meinen Parnter anzufassen, zu küssen und mit ihm zu schmusen, Sex zu haben, dann ist nur eine Freundschaft möglich. Ohne Verliebtheitsgefühle habe ich keinen Bedarf an körperlichem Kontakt.
 
  • #22
Je jünger die Leute, desto mehr suchen sie das Verliebtsein. Je älter und abgebrühter, desto eher zählen andere Dinge als Schmetterlinge im Bauch.

Ich kenne viele, die waren nie so 100% in ihren Partner verliebt, aber die Beziehungen/Familien funktionieren seit Jahren gut. Die wollten halt einen Partner und haben aus den verfügbaren Kandidaten den passendsten gewählt. Verliebtheit war scheißegal. LG w31
 
  • #23
Was für ein Verlust, wenn sich jemand nicht verlieben kann. Mir alten Kuh zittern heute noch vor Freude die Knie, wenn ich meinen Herzallerliebsten nach 4 Wochen in Fleisch und Blut vor mir sehe (wir führen eine Lat). Das war schon vor 40 Jahren so, als wir uns kennengelernt haben und ist heute, nachdem wir wieder zusammengekommen sind, noch genau so. Ich wünsche jedem, wenigstens einmal im Leben, den Sturm der Verliebtheit.
 
  • #24
Also ich habe nie nachgedacht ob es wichtig ist. Mich hat es mal bei meinem beiden Partner immer voll erwischt. Bei meinem jetzigen Partner in jeden Fall heftiger als bei meinem ersten Man.
Ich bin auch der Meinung das jeder die Verliebheit anders definiert.
Ich habe nach kurze Zeit mein Partner gefragt (ja ich habe die Frage gestellt, dass mache ich nicht mehr da ich jetzt die Antwort weiß) ob er in mich verliebt ist und diese hat nein geantwortet. Er hat gesagt, dass er nur kurze Zeit verliebt war und jetzt liebt er schon.
Ich finde Verliebheit kann vieles verdecken und das ist nicht immer gut. Die Meisten können in der Verliebheit nicht klar denken und dem realem Leben standhalten. Sind dann um so entäuschter und verwundert wie könnten die dies oder jeniges. Ja warum, weil sie verliebt waren.

Zurück zu deine Frage, nein für mich ist die Verliebheit nicht wichtig, aber die Liebe in der Beziehung.

LG (W37)
 
  • #25
Was war ich schon so oft verliebt, was für ein Segen ist ein solches Gefühl! Da fühlt man sich lebendig, auf Wolken getragen, aufgeregt und völlig irrational gaga, wer will das missen? Natürlich macht man Fehler, jede Menge, und das ist auch gut so! Wie will man sonst in rauen Nächten Anekdoten vortragen? Ich kann mich so schön erinnern. Und das willst du missen? Für meinen Geschmack viel zu verkopft. Und viel zu angstvoll, aber die Menschen sind wohl verschieden.
Sehr gut gesagt liebe HollyGolightly!
Ich denke wer niemals im Leben richtig verliebt war und/oder das Glück hatte mit ganzem Herzen und aus tiefster Seele zu lieben der hat nicht wirklich gelebt.
 
  • #26
Ich finde Verliebtsein einfach schön und bin jetzt nach ein paar Jahren immer noch sehr verliebt in meinen Freund. Am Anfang war es richtig heftig, ich habe wirklich ein Jahr lang jede Minute des Tages an ihn gedacht, gar nicht aktiv, aber ich hatte parallel "im Hintergrund" immer sein Bild vor Augen, wirklich permanent. Und ich konnte auch drei Stunden auf der Stelle sitzen und mit offenen Augen von ihm träumen. Das war die Phase, wo ich ihm in vielstündigen Nacht-Aktionen aufwendige Geschenke gebastelt habe. Ich war schon verliebt in ihn, als ich noch nicht mal seinen Namen kannte, eigentlich seit der ersten zufälligen Begegnung, er ist mir sofort als ein ganz besonderer Mensch aufgefallen und ist noch immer der beste und schönste Mensch, den ich kenne. Aber ich bin dann zwischendurch ins Ausland, wir waren erst befreundet und es hat noch eine Weile gedauert, bis wir tatsächlich zusammen kamen, auch wenn ich von Anfang an wusste, dass wir ein tolles Paar abgeben würden, was sich dann auch bestätigt hat -- je länger und besser ich ihn kenne, desto mehr schätze ich ihn, weil er so viele gute Eigenschaften und liebenswerte Details in seiner Person vereint. Ich erfreue mich täglich an ihm, muss immer lächeln, wenn ich an ihn denke, und halte es immer noch für ein Wunder und großes Glück, dass er mir begegnet ist. Wir bringen uns gegenseitig zum Strahlen und sind gemeinsam bessere Menschen als alleine. Wie @mokuyobi schreibt: Egal, was in Zukunft passiert, wir haben jetzt die Zeit unseres Lebens zusammen und es wird immer wunderschön (gewesen) sein.
w26
Danke für diesen Kommentar. Das ist Liebe!
Ich freue mich für Dich und wünsche Dir daß es ewig hält. So einen Menschen zu treffen ist das Beste was einem im Leben passieren kann. Genauso kenne ich das auch.
Dafür muß man aber auch ein Mensch mit einer lieben Seele sein, ein Mensch der sich einem anderen Menschen ohne Angst emotional öffnen kann.

Viele Menschen treffen niemals in ihrem Leben einen Menschen den sie so sehr lieben und das ist schade.
Viele Menschen erkennen aber einen solchen Menschen auch nicht wenn sie ihm begegnen, weil sie viel zu verkopft an das Thema Liebe herangehen und Angst vor Verletzungen haben.

Euch beiden alles Gute!
 
  • #27
Je jünger die Leute, desto mehr suchen sie das Verliebtsein. Je älter und abgebrühter, desto eher zählen andere Dinge als Schmetterlinge im Bauch.

Ich kenne viele, die waren nie so 100% in ihren Partner verliebt, aber die Beziehungen/Familien funktionieren seit Jahren gut. Die wollten halt einen Partner und haben aus den verfügbaren Kandidaten den passendsten gewählt. Verliebtheit war scheißegal. LG w31
Ah ja - wie ich diese Verallgemeinerungen und Klischees hasse. Schmetterlinge im Bauch zählen immer, in jedem Alter. Ohne die würde ich niemals eine Partnerschaft mit einem Menschen auch nur in Erwägung ziehen.
Menschen die in Zweckgemeinschaften leben wie Du sie schilderst gibt es in jeder Altersklasse. Das hat mit dem berechnenden Charakter, der verletzten Seele oder einer beziehungsgestörten und emotional bindungsunfähigen Persönlichkeit eines Menschen zu tun aber nichts mit dem Alter.
 
  • #28
Ich frage mich in letzter Zeit immer häufiger, warum eigentlich alle (oder die meisten) Verliebtsein als so wichtig und als Bedingung für das Eingehen einer Beziehung erachten.
Warum das so ist ... Vielleicht, weil es wie ein Drogenrausch ist. Deine eigentliche Frage ist ja, ob es überbewertet wird. Die finde ich eigentlich nicht legitim, weil das jeder selbst wissen muss und Du ja Deinen Weg nicht als "richtiger" ansehen kannst. Es ist bei Dir eben (bisher) nicht so.

Wenn es wie Drogenrausch wirklich wäre, bist Du vielleicht ein sehr kontrollierter Mensch, der auch keinen Alkohol trinkt oder keine großen Mengen, weil er die Kontrolle verlieren könnte.
Wenn es Projektionen sind, weil man so gestrickt ist, dass man immer noch einen Idealpartner sucht, wird man sich vermutlich noch ändern müssen in der Einstellung, falls man nicht auch die Fähigkeit hat, die Richtigen auszuwählen, mit denen es auch eine gute Beziehung wird.
Wenn Verliebtsein Inspiration ist, sich und sein Leben zum "Besseren" zu ändern, ist es mE auch eine Art Projektion. Man nimmt den anderen zum Anlass, endlich all das zu tun, was man gut für sich selbst findet, was aber Mühe kostet. Vorher war man sich dahigehend egal. (ich hatte beim letzten Verliebtsein echt den Gedanken "für dich will ich ein besserer Mensch werden" und habe mich ein bisschen gegruselt, dass ich so klischeehaft drauf war. Außerdem tu ich das alles ja FÜR MICH, nicht für den Mann, weil ICH ja denke, er würde mich so besser finden. Er selbst hat davon nichts gesagt. Aber mich inspiriert, mal aus dem Quark zu kommen mit bestimmten Dingen.)

Es klingt so, als empfändest Du es als Mangel, Dich nicht verlieben zu können.
Bei Dir glaube ich, dass es irgendwan "klick" machen könnte und Du total verliebt in Deinen Partner sein könntest. Das geht auch im Nachhinein, wenn man schon zusammen ist, falls vor diesem Gefühl bei jemandem mehrere Sicherheitsschleusen durchlaufen werden müssen. Habe ich so erlebt.
Es kann aber auch sein, dass ihr doch nicht gut passt und er erstmal nur dazu da ist, das Vertrauen in andere Menschen bei Dir wieder herzustellen. Dann verliebst Du Dich eventuell auch ganz heftig in einen anderen, so aus der sicheren Position Deiner Beziehung heraus. Weil jetzt die Gefühle gefahrlos tanzen gehen können, sozusagen.

Du kreist zu sehr um Dich selbst, wenn Du mit Deinen Minderwertigkeitsgefühlen beschäftigt bist. In dem Fall betrachtet man ja die Gefühle des anderen auch mit Argwohn. Und Du klingst so, als wäre Dein Weg für alle Menschen brauchbar und möglich, wenn Du fragst

Ist es nicht, wenn man damit umgehen kann, dass es nicht unbedingt in eine Beziehung führt, und wenn man den Schmerz aushalten kann, dass es nichts wird oder der andere auch nur ein Normalmensch ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #29
Also, warum findet Ihr das Verliebtsein so wichtig? Ich bin sehr gespannt auf Eure Antworten.
Ich glaube mir würde ohne das ganze Wirrwarr: Aufregung, Schmetterlinge etc. etwas fehlen, wo man hinterher selber drüber schmunzeln kann weil man den Partner besser kennt und weiß sich umsonst verrückt gemacht zu haben. Wichtig ist es trotzdem noch zu merken ob der Partner passt oder ob das zwar alles toll und aufregend ist aber keinen festen Boden/keine gemeinsame Basis hat, weil man zu verschieden ist zb. und das ist natürlich schwer wenn man da gerade den ultimativen Glückgefühlsrausch erlebt.

Ihr seid nüchtern in die Beziehung gegangen und mit der Zeit scheint ihr eine tiefe Verbindung/Bindung einzugehen, das ist doch super wichtig. Besser so als nach dem ersten Verliebtsein merken, oh so toll ist das ja alles nicht mit ihm/ihr. Jeder muss seinen Weg finden und wenn ihr euren einander so gefunden habt und es sich beidseitig richtig anfühlt, na dann ist doch alles fein. Verliebtsein und Liebe würde ich getrennt betrachten, das Verliebtsein ist plötzlich einfach da vielleicht wegen der Anziehung, das Kribbeln im Bauch, den ganzen Gefühlen am Anfang nichts komisches sagen oder tun zu wollen um dem anderen zu gefallen/ es nicht verbocken zu wollen, vielleicht blendet man vieles dann aus, ist so in seiner Welt das man durcheinander ist. Die Liebe entwickelt sich mit der Zeit, eine tiefe Bindung und Vertrautheit, Respekt, Wertschätzung etc. es gibt doch keinen genauen Fahrplan was woher passiert sein muss um eine gute Beziehung führen zu haben, wie bei einer To Do-Liste. Ihr müsst glücklich miteinander sein, habt eigene Kriterien die ihr erfüllt wissen wollt und wenn ihr euch einander nah fühlt ohne vorher verknallt gewesen zu sein, dann ist das so, alles gut.

W 27
 
  • #30
Ich frage mich in letzter Zeit immer häufiger, warum eigentlich alle (oder die meisten) Verliebtsein als so wichtig und als Bedingung für das Eingehen einer Beziehung erachten.

Bestimmt gibt es viele zufriedene Zweckbeziehungen, wenn Du damit leben willst, ist das bestimmt nicht die schlechteste Entscheidung. Du hast da bestimmt die bessere Wahl getroffen als so etliche andere Frauen, die mit einer menschlicher Katastrophe zusammenleben.

Ich selber bin noch nicht weit.
 
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