• #32
Ich habe in meinem Leben zwei Mal Liebe ohne vorherige Verliebtheit erlebt. Und beide Male waren es langfristige und glückliche Beziehungen (bzw. Ist es die aktuelle immer noch).

Es geht ja auch nicht um eine Zweckbeziehung ohne Liebe, sondern um eine tiefe Liebe, die langsam entsteht ohne Drogenrausch am Anfang. Für mich war das immer die glücklichere Variante.

Meinen jetzigen Freund liebe ich sehr. Wenn wir uns mal ein paar Tage nicht sehen, vermisse ich ihn und freue mich immer total auf unser Wiedersehen. In seiner Gegenwart fühle ich mich wohl, geborgen, geliebt und lächele unwillkürliche innerlich und auch äußerlich. Ich bin einfach mega glücklich mit ihm und kann mein Glück oft kaum fassen. Und das alles kam ohne Drogenrausch am Anfang.

Dagegen endeten die Verliebtheits-Rausch Beziehungen immer wie sie begonnen hatten: schnell und heftig. Hinzu kommt, dass ich bei diesen Rausch Beziehungen zu sehr eingenommen war. Ich fing an mich selbst zu verlieren und mein restliches Leben als zu wenig spannend (im Gegensatz zum Drogenrausch der Verliebtheit) zu empfinden.

Für mich persönlich ist Verliebtheit also nicht mehr erstrebenswert.
 
  • #33
Haltet ihr es für möglich, dass manche Menschen Verliebtheit und Liebe überhaupt nicht unterscheiden, entweder weil sie nur Verliebtheit kennen (und Liebe vielleicht noch nicht), oder weil es für sie tatsächlich eine Einheit bildet?
 
  • #34
Das geht gar nicht, zumindest für mich: Verliebt zu sein bringt wunderbare Gefühle mit sich, lässt schweben, träumen, Bäume-ausreissen ... Und darauf verzichten, weil endende Verliebtheit schmerzlich sein kann, meist auch ist?
DAS kam mir nie in den Sinn. Ich habe das Gefühl immer genossen und voll ausgekostet. Auch wenn ich den tiefen Fall, der oft folgte, sehr gut kannte. Der war immer vergessen, sobald mich neue Gefühle eroberten.

»Doppelt verliebt«, also in zwei Männer gleichzeitig, war ich dagegen nie. Glücklicherweise.
 
  • #35
Haltet ihr es für möglich, dass manche Menschen Verliebtheit und Liebe überhaupt nicht unterscheiden, entweder weil sie nur Verliebtheit kennen (und Liebe vielleicht noch nicht), oder weil es für sie tatsächlich eine Einheit bildet?
Ich denke schon, dass es für manche eine Einheit bildet. Sie verlieben sich nur in Menschen, die sie auch lieben können.

Es gibt doch auch die Liebe auf den ersten Blick, die ein Leben lang hält. Das ist was Seltenes und meist sind es eben doch Projektionen, und die total verliebte Person bekommt nicht die Beziehung, aber warum sollte es nicht Menschen geben, die eben so sind.
Ich halte es NICHT für eine Reifeentwicklung, also dass Menschen, die an sich lange arbeiten, das auch lernen können. Aber zumindest können die, bei denen Verliebtheit nie gut läuft, WISSEN lernen, dass es bei ihnen eben nicht heißt, dass sie bald in eine wundervolle Beziehung starten werden, weil sie sich total verliebt haben. Sie lernen sich kennen und wissen, dass sie gern mal verblendet sind und das nicht überbewerten sollten.
 
  • #36
Ich will und kann mir gar nicht vorstellen, in eine Beziehung zu gehen, wo Verliebtheit und Liebe keine Rolle spielt, meist trifft das für Menschen zu, die große Enttäuschungen und schlimme Verletzungen erlebt und hinter sich haben, die dann einfach nicht mehr an die Liebe glauben und deshalb nur noch zweckorientiert und sachlich gezielt in eine Beziehung gehen, da sie nicht alleine sein können, was ich niemals tun würde, da würde ich viel lieber alleine sein!
Das sehe ich genauso. Verliebtheit gehört unbedingt zum Beginn einer Beziehung dazu. Sie zeigt, dass man sich auf Gefühlsebene einig ist, was sehr wichtig ist. Wenn auch alles andere passt, entwickelt sich daraus später die Liebe. Aber ob daraus wirklich Liebe wird, weiß man halt vorher nie genau, das ist das Restrisiko, das Du gern ausschalten möchtest.
Deshalb gehst Du jetzt eine Beziehung ein, wo Du auf die richtige "Passung" achtest. Das ist nicht vernünftig, sondern Du hast nur Angst verletzt zu werden. Aber auch diese Vorsichtsmaßnahmen wird Dich nicht 100% schützen.
 
  • #37
Herzlichen Dank für Eure hochinteressanten Antworten. Nach Euren Antworten ist mir klar geworden, dass ich für das Verlieben in meiner Persönlichkeit nicht gefestigt genug bin. Ich bin mittlerweile ziemlich überzeugt, dass ich eine Trennung nach einer Verliebtheitsphase seelisch nicht verkraften würde. Mein Selbstwert würde ins Bodenlose fallen. Ist traurig, aber leider wahr. Mittlerweile ist es ja sogar in der aktuellen Beziehung so, dass ich Sorge habe, es könnte plötzlich enden. Denn ehrlich gesagt weiß ich nicht so genau, was er eigentlich an mir findet. Er ist psychisch völlig gesund, hat eine lange Ehe hinter sich und ist definitv ein sicherer Bindungstyp. Er ist einer dieser begehrten Typen, die aus der Ehe kommen und sofort wieder weg sind vom Markt (er traf mich 2 Monaten nach seiner onlinedating Anmeldung). Mir ist es ein Rätsel, dass er sich ausgerechnet einen Dauersingle an Land gezogen hat. Ich denke wirklich ständig darüber nach, denn laut den ganzen Bindungstheorien hätte er wiederum nur mit einer bindungssicheren Frau zusammenkommen müssen. Davon bin ich ja meilenweit entfernt. Ich habe deswegen manchmal regelrechte Minderwertigkeitskomplexe, weil ich denke, er muß sich doch innerlich fragen, wie man 17 (!) Jahre Single sein konnte.
 
  • #38
Ach herrjeh, jetzt hatte ich gedacht @Hasendompteur hat ihr Glück gefunden.

Muss ich sagen, finde ich ganz schrecklich wie Du ihn so sockelst und Dich selber so klein machst.
 
  • #39
Herzlichen Dank für Eure hochinteressanten Antworten. Nach Euren Antworten ist mir klar geworden, dass ich für das Verlieben in meiner Persönlichkeit nicht gefestigt genug bin. Ich bin mittlerweile ziemlich überzeugt, dass ich eine Trennung nach einer Verliebtheitsphase seelisch nicht verkraften würde. Mein Selbstwert würde ins Bodenlose fallen. Ist traurig, aber leider wahr. Mittlerweile ist es ja sogar in der aktuellen Beziehung so, dass ich Sorge habe, es könnte plötzlich enden. Denn ehrlich gesagt weiß ich nicht so genau, was er eigentlich an mir findet. Er ist psychisch völlig gesund, hat eine lange Ehe hinter sich und ist definitv ein sicherer Bindungstyp. Er ist einer dieser begehrten Typen, die aus der Ehe kommen und sofort wieder weg sind vom Markt (er traf mich 2 Monaten nach seiner onlinedating Anmeldung). Mir ist es ein Rätsel, dass er sich ausgerechnet einen Dauersingle an Land gezogen hat. Ich denke wirklich ständig darüber nach, denn laut den ganzen Bindungstheorien hätte er wiederum nur mit einer bindungssicheren Frau zusammenkommen müssen. Davon bin ich ja meilenweit entfernt. Ich habe deswegen manchmal regelrechte Minderwertigkeitskomplexe, weil ich denke, er muß sich doch innerlich fragen, wie man 17 (!) Jahre Single sein konnte.
Eigentlich sollte man dir zu einer Therapie raten, aber nach dem was du schreibst möchte ich dir dazu raten, jegliche Ratgeber Literatur sofort wegzuwerfen. Ich weiß nicht mal was das ist was du da schreibst. Versuche einfach zu leben. Lies nicht zuviel und wenn, dann nur Dinge, die dich froh machen. Das wäre der erste Schritt.
 
  • #40
Ach herrjeh, jetzt hatte ich gedacht @Hasendompteur hat ihr Glück gefunden.

Muss ich sagen, finde ich ganz schrecklich wie Du ihn so sockelst und Dich selber so klein machst.
Mein Glück habe ich definitiv gefunden, wenn es so weiter läuft wie bisher. Ich sockele nicht speziell ihn, sondern habe einfach immer so ein unterbewußtes Mangelgefühl, was meinen Selbstwert betrifft. Nicht nur ihm gegenüber, sondern auch gegenüber anderen. Ich werde das wohl nie ganz ablegen können.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #41
Eigentlich sollte man dir zu einer Therapie raten, aber nach dem was du schreibst möchte ich dir dazu raten, jegliche Ratgeber Literatur sofort wegzuwerfen. Ich weiß nicht mal was das ist was du da schreibst. Versuche einfach zu leben. Lies nicht zuviel und wenn, dann nur Dinge, die dich froh machen. Das wäre der erste Schritt.
Du hast sicher Recht! Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese ganze Ratgeberliteratur eher kontraproduktiv ist und die ganze Grübelei sowieso. Aber ich kann irgendwie einfach nicht aufhören, über alles nachzudenken. Es ist fast wie ein Zwang. Ich wünschte, ich könnte mal abschalten und aufhören, alles ständig zu hinterfragen.
 
  • #42
Mittlerweile ist es ja sogar in der aktuellen Beziehung so, dass ich Sorge habe, es könnte plötzlich enden.
Das ist das Denkwürdige daran: Auch, wenn man mit jemandem zusammen ist, in den man nicht verliebt war und den man vielleicht nicht mal wirklich mag, wird es einen schwer treffen, wenn der geht.
Also man kann diesem Kummer niemals entkommen, von daher ist es besser, sich den Fähigkeiten, sowas zu überleben, zu widmen. Die hast Du definitiv, Du bist ja nicht mehr klein und hilflos.

Ein anderer Mensch kann Dir leider auch nicht die Entwicklung des Selbstwertgefühls ersetzen, aber wenn Dich einer sehr mag, hast Du zumindest schon mal den Beweis, dass man Dich auch mögen kann. Es sei denn, Du etikettierst solche Menschen als Deppen und erhältst so Dein Selbstbild.

Ich denke wirklich ständig darüber nach, denn laut den ganzen Bindungstheorien hätte er wiederum nur mit einer bindungssicheren Frau zusammenkommen müssen.
Würde ich mit Vorsicht genießen. Vielleicht will er nicht gleich wieder eine verpflichtende Beziehung, in der die Frau dauernd stresst, wann zusammengezogen, wann geheiratet wird. Vielleicht ist er jetzt bedachter und langsamer, statt in der nächsten eheähnlichen Beziehung sein Seelenheil zu sehen. Will auch erst Schritt für Schritt gucken, wieviel er geben und nehmen will in einer Beziehung. Wenn Du weniger willst als er, hat er doch keinen Stress, er kann bestimmen, wie oft ihr euch seht, weil Du selbst kaum Absagen erteilst (hattest Du so ähnlich in Deinem anderen Thread geschrieben), aber auch nicht mehr als er willst.
Solange sich nichts schlecht anfühlt, musst Du doch nichts SUCHEN, was nicht stimmen könnte.

Ich kenne auch, dass man sich nicht traut, glücklich zu sein. Ein Vertrauensproblem. Man kann nicht glauben, dass der andere sich verliebt hat, einen richtig findet, nicht versucht zu verbiegen und mit den Macken umgehen kann, weil man so gründlich vermittelt bekam, falsch zu sein und vielleicht auch anders ist als die meisten anderen.

Eins ist jedenfalls meiner Ansicht nach ein Fakt: Du kannst dem Leid nicht ausweichen. Wenn Du eine Beziehung willst, wäre keine Beziehung haben Leid. Wenn Du eine Beziehung mit einem Menschen eingehst, der Dir nichts bedeutet, ist das Leid, und das Leid, wenn er sich trennt, kommt obendrauf. Dein Selbstwert wird auch ins Bodenlose fallen, wenn einer sich von Dir trennt, den Du nicht wirklich wolltest.

Der Blick darauf, was "nicht stimmen" könnte mit und an dem Mann, ist mE zwar schon wichtig, weil es ja tatsächlich sein kann, dass er z.B. sein Ego an Deiner Unsicherheit aufbaut, aber eigentlich - wenn sich alles gut anfühlt - fänd ich besser, sich damit zu befassen, dass man nicht untergehen wird, wenn der Mann sich wieder trennen sollte, was er aber nicht vorzuhaben scheint. Und dass man sich alles mit Zweifeln kaputtmachen kann.
 
  • #43
Ich sockele nicht speziell ihn, sondern habe einfach immer so ein unterbewußtes Mangelgefühl, was meinen Selbstwert betrifft.
Er ist einer dieser begehrten Typen, die aus der Ehe kommen und sofort wieder weg sind vom Markt (er traf mich 2 Monaten nach seiner onlinedating Anmeldung). Mir ist es ein Rätsel, dass er sich ausgerechnet einen Dauersingle an Land gezogen hat.
Ich weiß nicht, siehst Du Dich so als Aschenputtel? Und ihn als Prinzen?
Mein Mann war auch mal 10 Jahre verheiratet, aber schon länger Single, ich selber auch lange ohne Partner. Mir hat er so gut gefallen, er roch gut, sah schnuckelig aus und ich hab mich voll ins Getümmel gestürzt. Den hätte ich nicht mehr vom Haken gelassen.

Genauso ist vielleicht bei Dir, lass es einfach zu.
 
  • #44
Leider habe ich es in Anbahnungsphasen schon erlebt, dass große Liebesgefühle sehr schnell und eher einseitig auf ihrer Seite entstanden sind. Bei mir war es „nur“ Verliebtheit, aus der sich nichts Tieferes entwickelte, Trennungsgrund war dann Anderes, nicht meine mangelnden Gefühle. Großes Drama.
 
  • #45
Ich bin mittlerweile ziemlich überzeugt, dass ich eine Trennung nach einer Verliebtheitsphase seelisch nicht verkraften würde. Mein Selbstwert würde ins Bodenlose fallen. Ist traurig, aber leider wahr.
Ja, das kenne ich - von mir selbst, aber leider, wie beschrieben, auch von der „anderen Seite“. Ich hatte sehr schwere Gewissensbisse bei der Trennung, obwohl ich mir nichts vorzuwerfen hatte, außer dass es eben nicht passte.
Meine Lehre daraus ist vor allem, es in Zukunft noch behutsamer anzugehen, vor allem, auch wenn sich das altmodisch anhört, mit dem Sex länger zu warten. Frauen verlieben sich offenbar wirklich über Sex.
 
Top