G

Gast

Gast
  • #1

Wisst Ihr genau, wann Ihr Euch verliebt?

Jeder hat mehr oder weniger seine Idealvorstellungen, Anforderungslisten, Suchmuster etc. (Bedingungen B). Diese sind mehr oder weniger bewusst. Wenn sie unbewusst sind, läuft es nur nach Gefühl (A). Wenn irgendetwas bewusst ist, stellt sich die Frage, ob dies Bewusste B tatsächlich auch korrekt ist, d.h. dem entspricht, wo auch Gefühle (A) entstehen. Wenn es dem nicht enspricht, rennt man B hinterher und findet keine Gefühle, die nur bei A liegen würden. Wenn es niemanden gibt, der in die eigenen Muster hinein passt, dann hat man selbst Pech, weil man keinen Wunschpartner findet. Wenn man aber jemanden findet, dann passt er noch lange nicht wirklich in die Idealvorstellungen und hat mitunter Eigenschaften an sich, die man eigentlich gar nicht wünscht und trotzdem ist man verliebt. Fortsetzung folgt in Antwort ...
 
G

Gast

Gast
  • #2
D.h., Geist und Gefühl passen hier also keinesfalls garantiert zusammen, selbst wenn, hat man keine Garantie, dass es auch ein "sinnvolles" Arrangement im Sinne von haltbar ist.

Sicherlich kann man sich daran hindern (es nicht weiter zulassen/von Anfang unterbinden), sich zu verlieben. Man kann sich auch mittels seines Geistes Herrschaft über seine intensiven Liebesgefühle verschaffen und sie "niederzwingen", z.B. wenn der Partner Dinge tut, die einfach inakzeptabel sind, z.B. im Umgang mit den eigenen Kindern, mit einem selbst, anderen Menschen, mit sich selbst etc.

Aber kann man das verlieben/lieben tatsächlich steuern, also nicht verhindern (negativ), sondern steuern (positiv)? Bringt es etwas, sich der Suchmuster bewusst zu machen? Wenn es nichts bringt, sich der Suchmuster bewusst zu machen, warum machen wir uns dann Gedanken um Anforderungslisten? Kann man nur negativ filtern? Alles aussortieren, was man nicht will?

Wie ist das mit dem Verlieben und Lieben? Wann verliebt man sich? Wisst Ihr, was bei Euch das Gefühl starten lässt? Inwiefern hängt dies mit Euren Idealvorstellungen zusammen?

Etwas klarer, in anderen Worten:

a) es gibt Kriterien, die tatsächlich für das Gefühl ausschlaggebend sind
b) es gibt Kritierien, die der persönlichen Idealvorstellung entsprechen (Geist, "Anforderungsliste", ...)
c) es gibt Kriterien, die für eine dauerhafte Beziehung erforderlich sind

Schön, wenn alles zusammen fällt, aber das ist keinesfalls sicher.

Schön, wenn man a) weiß, aber das ist keinesfalls sicher. Wisst Ihr das?

b) kann man wohl tatsächlich formen, wie man will. Aber kann man das auch mit a)?

Die Wissenschaft versucht zu ergründen, was c) ist und gibt "Ratschläge", z.B. bei den Matchingpunkten von EP! Dann kann man versuchen, sein b) an c) anzupassen. Es stellt sich dabei natürlich die Frage, ob die Wissenschaft (und EP) tatsächlich die ultimative Wahrheit gepachtet haben. Auch wenn man b) in Richtung c) bewegen kann, gilt dann nicht Folgendes?

Wenn a) zutrifft und b) nicht, wird man mitunter nicht glücklich.
Wenn b) zutrifft und a) nicht, entsteht mitunter keine Bindung
Wenn a) und b) zutreffen stellt sich trotzdem die Frage, ob es genau so ist, dass die Beziehung dauerhaft sein kann (c).
Wenn man b) so verändert, dass es auf c) passt, geht es dann nicht mitunter auseinander mit a)?
Kann man a) so verändern, dass es auf b) passt?
 
  • #3
Oh Mann, nachdem ich meine drei Knoten aus dem Gehirn entfernt habe, versuche ich mal, Antworten auf deine letzten Fragen zu finden.

"Wenn a) und b) zutreffen stellt sich trotzdem die Frage, ob es genau so ist, dass die Beziehung dauerhaft sein kann (c)."

Doch, nach meiner Auffassung müsste dann die Beziehung dauerhaft sein, weil die Kategorien a und b zwar voneinander unabhängig sind, aber c ist nicht unabhängig von a und b. Man kann einen allgemeinen Zusammenhang zwar nicht durch ein Beispiel belegen, aber vielleicht doch mal eins zur Veranschaulichung: Ich kan eine Frau süß, sexy und attraktiv finden (a) und sie erfüllt auch meine "Anforderungeliste" (b). Dann müssten wir auch aus wissenschaftlicher Sicht (c) gut zueinander passen, also zum Beispiel bei der Nähe/Distanz und Dominanz/Unterordnung. Wäre das nicht so, dann wäre sie mir in der Kategorie a nicht so positiv aufgefallen.

"Wenn man b) so verändert, dass es auf c) passt, geht es dann nicht mitunter auseinander mit a)?"

Man kann seine Anforderungslisten nicht einfach so verändern, insofern ist diese Aussage schon aufgrund nicht erfüllter Voraussetzung immer wahr. Natürlich könnte man jetzt einfach hingehen und sagen: Es ist mir von jetzt an egal, ob jemand Raucher ist oder nicht. Aber wir wissen alle, wozu das letztlich führen wird. WENN man b verändern könnte, dürfte das IMHO keine Auswirkungen darauf haben, ob man sich in jemanden verliebt.

"Kann man a) so verändern, dass es auf b) passt? "

a kann man noch weniger verändern als b. Man kann einfach nicht steuern, in wen man sich verliebt.
 
G

Gast

Gast
  • #4
Wow, eine wahrlich elitäre Frage!
Kann von mir aber nicht beantwortet werden, da ich mein Verhalten nicht analysiert habe, als mir mein Partner über den Weg lief.
Er übrigens auch nicht.
w-46
 
G

Gast

Gast
  • #5
Hey Leute, das klingt alles so, als ob ihr von einem wissenschaftlichen Experiment redet!!
Ich glaube, wenn ma so ran geht, kanns nichts werden!! Aber manchmal gehts mir nicht anders..
Drum klappte auch in unserer Jugend alles diesbezüglich viel besser, was ein Kennenlernen betrifft.
Das Problem ist wirklich, dass die Gefühle einfach zu kurz kommen, weil der Kopf uuns "übersteuer", oder??!
w/47
 
G

Gast

Gast
  • #6
Als ich deine Fragen (FS und #1) gelesen habe, war ich anschließend "leicht besoffen" (wozu ich selten neige!). Gleichzeitig schoss mir durch den Kopf "... das ist eine Knuffelei, die nur ThomasHH beantworten kann ..". Hat er ja dann auch bravourös getan: sein letzter Hinweis zu a. + b. trifft den Nagel auf den Kopf.

Ansonsten: solange Du (FS) Dich dermaßen kompliziert mit Deinem Gefühlsleben auseinandersetzt, verpasst Du alles: vor allem das Verliebt-Sein!

w50+
 
G

Gast

Gast
  • #7
Sorry, die Kombinationen sind für mich purer Quatsch. Ohne Suchkriterin findet man kein Ziele und ohne Erfüllungskriterin gibt es bei mir auch keine ernstahften Gefühle (auch nicht im Suff).
Nur wenn beides zutrifft hätte die Partnerin eine Chance.
Es langt als Frau nicht blond zu sein wenn die Stimme schlimmer wie ein Papagei krächzt.
Also meinetwegen mit A anfangen und dann erst B definieren.
 
G

Gast

Gast
  • #8
a) kannst du nicht steuern - das entscheidet deine nase in den ?? minuten des realen treffens - läuft vollig unbewusst und ist noch nicht mal richtig erforscht
 
G

Gast

Gast
  • #9
Ich möchte eine ganz andere Antwort geben. Ob man sich in einen anderen Menschen verliebt oder nicht, hängt nicht von diesem anderen ab, sondern von einem selbst! Es muss der richtige Zeitpunkt da sein, das Herz muss offen sein, die Altlasten verarbeitet - kurz man muss in sich selbst b e r e i t sein, dann passiert das Verlieben, dann ist man oft verblüfft,dass derjenige, in den man sich verliebt hat, so gar nicht unbedingt den Kriterien entspricht, sondern auch ganz anders sein kann. Dieser Zeitpunkt geschieht oft unbewusst. Oft passiert das in einem Moment, wo man nicht damit rechnet, sprich wo der Kopf frei ist, vielleicht sogar , weil man mit was ganz anderem den Kopf intensiv beschäftigt, wo man nicht dmait rechnet, weil man eben einfach nur offen ist und nicht sucht. Meistens passiert das einige Monate, nachdem man irgendeinen massiven Einschnitt im Leben hatte, den amn bewältigt hat, oft auch auf ganz anderem Sektor. Beobachtet euch mal selbst. Es ist nicht der andere,der das Verliebtsein bewirkt, es seid ihr selbst
 
  • #10
Lieber Fragesteller!

Also das ist alles zu kompliziert und verworren gedacht.

Es geht doch um zwei letztlich zunächst unabhängige Phänomene:
a) Verliebtheit
b) Partnerschaft

zu a) -- Die Verliebtheit entsteht rein durch Gefühle: Chemie, Wellenlänge, Sympathie und der besondere Funke, den man nicht wirklich in Worte fassen kann. Allerdings ist es durchaus möglich, zu spüren "ich werde aufgeregt" und mit Absicht Verliebtheit zu vermeiden, denn auch Verlieben benötigt etwas Zeit und Sich-Hingeben,

zu b) -- Dagegen ist die Entscheidung zu einer Partnerschaft ja überwiegend vernunftgesteuert. Viele setzen dafür Verliebtheit voraus, aber darüber hinaus ja auch viele andere Dinge, nämlich zum Beispiel gleiche Ansichten und Wertvorstellungen, Interessen und Gewohnheiten, Lebenziele und Vorlieben. Es ist unstrittig, das vorrangig Gemeinsamkeiten eine Partnerschaft stabilisieren, vorallem in Ansichten und Wertvorstellungen. Nur wegen einer spontanen Verliebtheit wird man nicht gleich an eine Partnerschaft denken, denn diese Entscheidung hat ja viel größere Tragweite als Verliebtheit oder eine Affäre. Quasi JEDER entscheidet sich bewusst für oder gegen eine Partnerschaft. Manche mögen spontane Sexabenteuer haben, Affären, Kurzbeziehungen, aber wenn es um Partnerschaften, dann wägt jeder ab, ob es passen könnte für mehr!

Insofern sehe ich Dein Problem der Titelfrage gar nicht: Verliebtheit ist primär nicht vernunftgesteuert, Partnerschaft ist primär vernunftgesteuert.

Eigentlich sollte jedem hier klar sein, dass man für Partnerschaft jede Menge sinnvolle Kriterien aufstellen kann und auch danach gehen sollte -- aber dass Verliebtheit zugleich nicht steuerbar ist und die Voraussetzung sein sollte.

Im Rahmen des Online-Datings spricht überhaupt nichts dagegen, sowohl die partnerschaftliche Kompatibilität als auch die emotionale Harmonie parallel zueinander zu ermitteln.
 
G

Gast

Gast
  • #11
Hallo lieber FS,
ich stimme hauptsächlich mit Thomas Aussagen voll überein, nur gibt es da einen Faktor, den FS noch gar nicht berücksichtigt hat: c kann nur dann eintreten, wenn Du für Deinen Partner auch die „beste Wahl“ bist, sprich a + b des Partners bzgl. Dich zutreffen.
Zu berücksichtigen gibt es da allerdings auch noch die eigene Weiterentwicklung + die des Partners innerhalb der Beziehung (Ansichten, Ziele, Werteverschiebungen), die zu einer „Auseinander-Entwicklung“ führen können.
.... da gibt es sicherlich noch mehr Faktoren, kann man also noch eine Weile weiter spinnen...

w, 43
 
G

Gast

Gast
  • #12
Danke für die Antworten.

Sorry für die Knoten ;-) und keine Angst, fühl mich nicht verliebens-impotent ;-) (Sowas, hab ich auch schon gehört).

@ThomasHH

Teil 1:
Es gibt offenbar etliche Menschen, die immer wieder Partner nach einem Muster haben, z.B. "Arzt" o.ä. Aber es klappt nicht. Sie erkennen/lernen warum, z.B. zu wenig gemeinsame Zeit, obwohl es vorher hätte klar sein sollen, aber blinde Flecken sind halt so. Die Ärzte passten also nebenbei nach a) und auch nach b), aber nicht nach c).

Teil 2:
Dieser Mensch ändert sein Muster b). Das gibt es sicherlich.

Teil 3 (auch @5, 6, 7, 9):
O.k., Du meinst a) kann man nicht steuern. Und weißt Du genau, unter welchen Bedingungen, Du Dich verliebst?

In der Tat die Konstruktion dieser Frage ist kompliziert, aber das ist irrelevant, wenn es tatsächlich ein gutes Modell der Realität wiederspiegelt, wie das Ärztebeispiel vielleicht veranschaulicht.

@7:
Ja, oft, aber es gibt auch genug Beispiele, wo es zu ganz anderen Zeiten funkt (mindestens auf einer Seite).

@8:
O.k., angenommen, man ist offen, wie Du sagst, was ich sowieso annahm, verliebst Du Dich dann in den Erstbesten? Oder kommt es AUCH auf den Anderen an? (Interessant die Theorie mit dem Einschnitt.)

@10: richtig, dies ist nur eine einseitige Betrachtung, umgekehrt, muss es auch noch zusätzlich funktionieren. Weiterentwicklung etc. fasse ich einfach auch mal unter c zusammen.
 
G

Gast

Gast
  • #13
Mich erinnert diese Frage an solche Theorien: Wenn man z.B. immer an den/die Falsche(n) gerät, muss man nur sein Beuteschema zu ändern, dann würde es endlich klappen. Ich glaube nicht daran.

Meine Ansichten:
Ich glaube nicht, dass man a steuern kann.
b ändert sich im Laufe des Lebens, weil sich die Lebensumstände ändern, damit die Lebensansichten, man Erfahrung gewinnt etc. Das kann man also auch nicht bewusst beieinflussen, denke ich. Würde man sich hier bewusst ändern, verliert man dann nicht an Authentizität?
Bei c ist denke ich Kompromissfähigkeit/Setzen eigener Grenzen wichtig.
Letztendlich müssen vermutlich a-c bei beiden ähnlich sein, damit es funktionieren kann.

Bei mir persönlich passiert a, wenn von b vieles erfüllt ist, und dann möchte ich c. Aber das hängt dann auch vom anderen ab und muss sich entwickeln.
 
G

Gast

Gast
  • #14
Hallo FragestellerIn,

die Frage ist sehr lang gefasst und auch ich hatte einige Knoten im Hirn, nachdem ich mit dem Lesen fertig war.
Um jetzt eine sinnvolle Antwort auf deine Frage zu geben, fehlt mir die Muße, die Frage auseinander zu nehmen.

Aber mein erster Gedanke, nach dem ich ThomasHH´s Antwort las, war:
"Die beiden sollten sich mal treffen!"

Die Frage und die Art der Antwort sind faszinierend. Ihr scheint da eine Gemeinsamkeit zu haben. ;o)

w30
 
Top