Wo bleibt das Bauchgefühl?

Eine Anleitung, wie man am besten eine Frau / einen Mann erobert, hätten vermutlich viele gern. Ich bin 37 und freu mich, wenn mich ein Mann freundlich anspricht. Ohne besonderen Spruch, ohne teures Essen, ohne Erzählungen welches Auto er fährt, einfach mal laufen lassen.
Ich habe den Eindruck, dass das kaum mehr möglich ist. Ob man sich gut findet, MERKT man ja eh, oder nicht? Warum machen sich so viele (da nehm ich mich teilweise nicht raus) GEDANKEN? Es scheint wichtiger zu sein, wann jemand zurückschreibt, dass der Mann den ersten Schritt machen MUSS, sonst ist das nix wert, als der Wunsch, sich einzulassen.
Regeln (die der andere meist nicht mal kennt) vor Bauchgefühl? Was meint ihr?
 
Regeln (die der andere meist nicht mal kennt) vor Bauchgefühl?
Ja, das ist so. Weil die meisten Partnersuchenden ihr geringes Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein durch einen Haufen ratgebende Freunde erhöhen wollen.
Bei der Suche nach einem potentiellen Partner geben sie dann oftmals eigennützige Ratschläge und je öfter das passiert und man darauf hört desto mehr verlernt Mann und Frau ihren eigenen Gefühlen zu trauen.
 
Wer Regeln braucht ist nur zu doof zum Denken.

Eigentlich bin ich ganz froh, dass sich solche Leute selbst disqualifizieren. Blöd nur, dass es viel zu viele davon gibt.
 
Nachdem wir alle Individuen sind, gibt es DAS Erfolgsrezept nicht - bei einem/ einer funktioniert dies, bei anderen das.

Ratgeber enthalten deswegen auch, geht gar nicht anders, gut verpackte Allgemeinplätze und Worthülsen.

Es gibt in Umgang mit anderen Menschen natürlich Regeln, wie Höflichkeit, Freundlichkeit.
Die eigene Ausstrahlung, ein Lächeln, Körperhaltung, aber dies ist an für sich logisch.
Wenn ich zugewandt mit einem Lächeln auf jemanden zu gehe, freundlich in die Augen schaue, kommt eine völlig andere Reaktion, als wenn meine Mundwinkel auf Halbmast hängen, etc.

Bauchgefühl?
Ich würde dies noch durch Authentizität ersetzen. Verhalte Dich abgesehen von diesen allgemeinen Regeln so, wie es DIR entspricht, DU bist Dein bester Ratgeber.

Denn letztendlich möchtest Du ja einem Menschen begegnen, den Du so lieben kannst, wie er ist, und der Dich liebt, wie Du bist - als Individuen.

Wenn ich jetzt alle Ratschläge und Tipps listen würde, die in diesem Forum kamen, seitdem ich hier schreibe - dann würde ich, was Partnerfindung angeht, mich in meinem Keller einschließen und nie wieder unter Menschen gehen.
Denn egal, was ich tue, es wäre nach den Tipps sowieso verkehrt.

Es ist ja schon alleine, lt. Mehrheit, für mich im speziellen Fall aussichtslos, weil ich mit 48 einen in etwa gleichaltrigen (nicht statistisch sondern real) Mann bevorzuge.

Regeln, Tipps sind durchaus hilfreich, als Denkanstoß, als Impuls, aber letztendlich entscheide ICH, was für mich passend ist.
 
Das seh ich nicht so pauschal.
Wen wählt man sich unbewusst als Partner - den, der am besten zu den eigenen Komplexen passt, z.B. mangelndes Selbstwertgefühl, kein Selbstvertrauen, Entscheidungen zu fällen und dergleichen. Das Bauchgefühl sagt "der ist passend", und man gerät in destruktive Beziehungen. Es sei denn, man durfte in seiner Kindheit und Jugendzeit eine gesunde Persönlichkeit aufbauen, dann wird einen das Bauchgefühl zu einer gesunden Beziehung führen, in der man nicht erst durch Leid was lernen muss.

Das mit dem ersten Schritt ist auch eine allgemeine Sache. Erstmal wär ja zu klären: WAS ist der erste Schritt?
Eine Frau kann einen Mann durchaus im ersten Schritt ansprechen, direkt, so dass er merkt "die will mich" - sie muss halt die Erwiderung deuten können und es kommt drauf an, was sie sich erhofft. Das ist umgekehrt aber auch so - ein Mann, der eigentlich zweite oder dritte oder gar keine Wahl ist, kann auch eine Frau für sich gewinnen mit Aktivität, und er wird vielleicht auch irgendwann entdecken, dass er nicht das zurückbekommt, was er sich gewünscht hat, weil er sich es nur erarbeitet hat und sonst nie gewählt worden wäre.
Ich hab bislang nicht so detailliert darüber nachgedacht, aber auch Männer müssen das Verhalten der Frau nach dem ersten Schritt, den die Männer machten, richtig deuten können. Ich bin davon ausgegangen, dass eine Frau, wenn sie am Mann nicht interessiert ist, gleich "nein danke" zu ihm sagt. Muss aber auch nicht sein, wenn sie materialistisch eingestellt ist, den Mann an sich nicht attraktiv findet, aber sich trotzdem was erhofft.
Also der erste Schritt ist immer ein Risiko, wenn man das "ja" darauf auch interpretiert als "ja" zu allem, was man will, also Verliebtheit auch vom anderen, keine Beziehung, sondern nur Sex usw..

Ich würde sagen, das Denken "der erste Schritt muss vom Mann kommen", kam daher, dass Männer auch nur Sex wollen könnten und Frauen IMMER eine Beziehung mit einem Mann wollten, bei dem sie sich auf Sex einlassen. Manche denken auch noch so und das Einlassen auf Sex, oder besser: das Zulassen von Sex, wollen manche Frauen direkt mit einem Ehering tauschen. Weil aber auch das Vorurteil herrscht(e), dass Männer genau wissen, was sie wollen, und sich nicht engagieren für was, das sie nicht wollen, sei der erste Schritt von der Frau dumm. ER soll sich engagieren, dann ist es ihm wichtig. Ansonsten nimmt er nur mit. Machen Frauen ganz genauso.
Also für mich verschiebt sich das Problem von "der Mann muss den ersten Schritt machen" zu "deute die Anzeichen des anderen nach dem ersten Schritt, egal, wer ihn gemacht hat, und vergleiche, ob das Verhalten - deins und das des anderen - zu dem passt, was du willst". Denn massives Baggern als erster Schritt wird wohl immer als "ich will nur Sex" verstanden. Wer Liebe und Beziehung will und Sex eher als zweiten Schritt, sollte also nicht durch massives Flirten den ersten Schritt machen.
 
Es scheint wichtiger zu sein, wann jemand zurückschreibt, dass der Mann den ersten Schritt machen MUSS, sonst ist das nix wert, als der Wunsch, sich einzulassen.

Es ist doch super, wenn die Frau den ersten Schritt macht. Das ist doch sehr bequem. Also nur zu! Aber was genau ist der erste Schritt? Wenn die Frau durch Mimik und Körpersprache das Signal gibt, dass sie gerne von einem angesprochen werden würde, ist das ja schon der erste Schritt. Auch wenn der Mann dann vielleicht zuerst den Mund aufmacht.

Es ist ja schon alleine, lt. Mehrheit, für mich im speziellen Fall aussichtslos, weil ich mit 48 einen in etwa gleichaltrigen (nicht statistisch sondern real) Mann bevorzuge.

Kann ich mir nicht vorstellen. Und ich glaube auch nicht, dass die hier vertretenen Meinungen irgendwie repräsentativ wären.

Das ist umgekehrt aber auch so - ein Mann, der eigentlich zweite oder dritte oder gar keine Wahl ist, kann auch eine Frau für sich gewinnen mit Aktivität, und er wird vielleicht auch irgendwann entdecken, dass er nicht das zurückbekommt, was er sich gewünscht hat, weil er sich es nur erarbeitet hat und sonst nie gewählt worden wäre.

Das verstehe ich nicht. Wieso sollte das so sein? Bzw. wer hat schon so eine Liste... Und natürlich kann Liebe entstehen, auch wenn man diesen Menschen beim ersten Kontakt vielleicht gar nicht wahrnimmt. Man sieht z.B. jemanden regelmäßig wieder, lernt ihn kennen und man merkt, dass da langsam ein Gefühl entsteht.
 
Weil er nur gewählt wurde, weil er einen Doktortitel hat oder Geld oder einen Adelstitel. Aber es geht nicht um ihn als Mensch. Erst, als der Frau bekannt wird, dass er über diese "Eigenschaften" verfügt, interessiert sie sich für ihn. Das ist doch die Angst, die hier auch schon in Threads geäußert wurde von Männern - mann wird der Bezahldepp und denkt aber, die Frau wollte IHN. Die Angst, dass sie immer noch auf die "heißen Typen aus der ersten Reihe" steht, aber begriffen hat, dass sie die nicht in einer zuverlässige Beziehung bekommt.

Und natürlich kann Liebe entstehen, auch wenn man diesen Menschen beim ersten Kontakt vielleicht gar nicht wahrnimmt.
Das ist ja was ganz anderes. Klar kann das so laufen.
 

Laleila

Cilia
Es scheint wichtiger zu sein, wann jemand zurückschreibt, dass der Mann den ersten Schritt machen MUSS, sonst ist das nix wert, als der Wunsch, sich einzulassen.
Regeln (die der andere meist nicht mal kennt) vor Bauchgefühl? Was meint ihr?

Mein Bauchgefühl sagte mir, als ich meinem Mann zum ersten mal in die Augen sah, "Der wird seiner Frau nie bewusst weh tun. Seine zukünftige Frau wird sehr glücklich sein."

Da wusste ich noch nicht, dass sein Bauchgefühl beim ersten Blick sagte: "Die oder keine."

Als mir klar wurde, dass er mich will, wusste ich auch sofort (Bauchgefühl), wenn ich ihn will wird er mich heiraten.
Dann begann ich zu schauen ob er die Eigenschaften hat, welche ich von einem Partner erwarte. (Liste) alles passte. Ich wertschätzte ihn und beschloss ihn zu lieben, was bei diesem Menschen mehr als leicht ist.

Das Bauchgefühl war schon als erstes da, aber ohne vernünftige Betrachtung der Gesamtsituation, ohne den Abgleich von Passung, würde ich mich bei einer solch wichtigen Entscheidung (für mich war das Ziel eine lebenslange Beziehung) nie nur darauf verlassen.

Es war die klügste Entscheidung meines Lebens. Ich lese immer wieder Sätze wie:
In jeder Beziehung gibt es schwierige Phasen.
Es ist normal, dass man sich auch mal streitet/auf die Nerven geht/etc.
Eine Beziehung ohne Schattenseiten gibt es nicht.

Falls das wirklich so ist, lebe ich in einem Paralleluniversum. Ich bin alles andere als unkompliziert aber Streit, böse Worte, Herabsetzungen, gegenseitige Ignoranz, Machtkämpfe u.Ä. gab es bei uns noch nie. Dabei haben wir kaum Gemeinsamkeiten. Fast all unsere Eigenschaften, Interessen, Toleranzen sind ergänzend, symbiotisch, statt übereinstimmend. Auch ein wichtiger Punkt auf meiner "Checkliste" beim Kennenlernen. Die Liebe, die emotionale Verbundenheit wächst stetig, statt zu erschlaffen.

Mein persönliches Fazit: Das Bauchgefühl kann nur ein erster Anhaltspunkt beim Beginn einer langfristigen Partnerschaft, nie aber das ausschlaggebende Alleinkriterium sein.
 
Welche Regeln meinst du denn genau?
Die aus dem THE RULES Buch?
Nach dem Motto: "Wenn der Mann bis Mittwoch das Date für Samstag nicht klargemacht hat, sagen Sie ab"...
oder noch schlimmer:
"Wenn er ihnen kein hochwertiges Geschenk zum Geburtstag macht, machen Sie sofort Schluss!"
:)
Also meine Erfahrung ist, dass ich am besten gefahren bin, wenn ich das gemacht habe, was ich eben wollte.
Diese manipulativen Spielchen klappen zwar, aber wozu braucht man die?
Wenn man zweitdeutige Signale aussenden (also sich z.B. nach einem Date nicht meldet), muss man sich nicht wundern, wenn auch Zweitdeutiges zurückkommt.
Ich bin ein Freund der klaren Worte und gerade Männer mögen es einfach und klar, damit sie wissen, woran sie sind und was sie machen dürfen/sollen.
Gerade am Anfang ist das Bauchgefühl superwichtig. Allerdings versuche ich auch oft, das zu ignorieren, um eher der Vernunft oder dem, was ich mir ursprünglich vorgenommen habe Platz zu machen.
Warum fragst du denn?
Hattest du ein Date und der Mann hat sich nicht zuerst gemeldet?
 
Die Definition des Bauchgefühls ist relativ unspezifisch. Sie kann alles und nichts bedeuten.

Genauso kann das Bauchgefühl zu Fehlentscheidungen führen, insbesondere wenn wir es mit (nicht) Liebe auf den ersten Blick gleichsetzen. Auch kann ein geschickter Mensch (vielleicht auch ein PUA oder eine krankhaft manipulative Persönlichkeit) bei dir ein Bauchgefühl erzeugen, welches dich fehl leitet.

Bauchgefühle können daher genauso gut wie schlecht sein.
 
Ich bin 37 und freu mich, wenn mich ein Mann freundlich anspricht. Ohne besonderen Spruch, ohne teures Essen, ohne Erzählungen welches Auto er fährt, einfach mal laufen lassen.

Wenn ich hier so die Vorstellungen von Frauen lese, dann ist jede anders. Ich vermute, viele lassen sich eben doch durch ein teures Auto, ein teures Essen oder den passenden Spruch beeindrucken. Ich vermute, bei manchen Frauen ändert sich diese Einstellung, wenn sie merken, dass die "goldenen Jahre" vorbei sind, die Männer ihnen nicht mehr in Scharen den Hof machen und irgendwie ein Normalzustand einkehrt, in dem sie eben selbst auch aktiv werden müssen. Bei manchen nie, die "wollen dann keinen Mann mehr". Als Mann habe ich eher das Gefühl, dass die "begehrenswerten" Frauen (oder die, die sich dafür halten) schon ihren "Marktwert" optimal nutzen wollen und dass ich als Mann etwas "bieten" muss, damit ich interessant bin.

Regeln (die der andere meist nicht mal kennt) vor Bauchgefühl? Was meint ihr?

Auch dazu kannst Du von Frauenseite hier jede Menge lesen, bei dem ich als Mann völlig klar erkennen kann, dass klare Erwartungen vorhanden sind, wer sich zuerst zu melden hat, wer den ersten Kaffee zu bezahlen hat usw. Da finde ich logisch, dass Männer sich an diese "Regeln", so unsinnig sie sein mögen, anpassen.
 
Ob man sich gut findet, MERKT man ja eh, oder nicht? Warum machen sich so viele ... GEDANKEN?
Es scheint wichtiger zu sein, wann jemand zurückschreibt....
Regeln ... vor Bauchgefühl?

Schadet Denken/sich Gedanken machen? Die Frage ist doch, welche Gedanken man sich macht.

Ich mache mir eben nicht solche Gedanken, wie "wann man zurückschreiben sollte" (zu trivial) sondern wundere mich eher, was Schreiben denn wohl für ein "sich näherkommen" sein soll, finde es Näheverhindernd.

Ich mache mir Gedanken wie "jemanden gut finden reicht noch lange nicht für eine Beziehung" und im Kennenlernprozess einen Abgleich, womit ich gute und schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Wenn ich Eigenschaften sehe, mit denen ich sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe, dann nutze ich mein Dazugelernt haben und gehe auf Distanz.

Ich höre sehr wohl auf mein Bauchgefühl:
-ist es nicht gut, obwohl alle Parameter sonst ideal sind, dann bleibe ich auf Abstand und schau' genauer hin, d.h. nicht das Bauchgefühl übernimmt die Herrschaft, sondern der Verstand wird noch schärfer gestellt.
- ist es gut, dann nutze ich trotzdem meinen Verstand und meine Lebenserfahrung. Sagen die "Nein", dann ist "Nein", egal ob der Bauch dagegen zetert.
 
Wer einem gefällt, den sollte man dann wohl auch ansprechen, so wie in der Realität. Am Ende kommt man dann sowieso am gleichen Personenkreis wieder vorbei und fragt sich, warum man es nicht schon gemacht hat. Wie in der Realität.

Wie sich das in der Folge weiterentwickelt weis man dann sowieso nicht ganz genau oder überhaupt nicht.
 
Regeln vor Bauchgefühl: Bei mir ein eindeutiges Nein. Regeln interessieren mich nicht, meinem Bauch traue ich. Ich traue aber auch meinem Kopf. Wenn bei mir Kopf und Bauch nicht synchron laufen (passiert selten, aber es passiert ab und zu) folge ich dem Kopf.

Frau 51
 
Guten Abend @OneLove_w
Leider ist das Bauchgefühl bei den meisten Menschen verkümmert, nicht mehr existent.
Sie absolvieren die Partnersuche nur noch mit dem Verstand. Mein Zukünftige/r muss so und so sein und dies und jenes mir bieten.
Man startet dann eben eine Vernuftsbeziehung und jammert rum, dass die Gefühle nur rudimentär vorhanden sind bzw. von Anfang an nicht vorhanden waren.
Anders kann ich mir die vielen Fremdgänger und die daraus resultierenden Treads beim besten Willen nicht erklären.
 
Klitzekleiner Nachtrag
In einem Nachbartread habe ich das perfekte Beispiel für Jemanden gefunden der nur mit dem Verstand agiert und dabei die Gefühle außen vor lässt.
Zitat: "Hinzukommt, dass ich vermutlich mehr auf Gefühle hören sollte als auf die Gedanken im Kopf".
 
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