• #1

Wo ist die Grenze zwischen Ansprechen und Belästigen?

Die "Brüderle"-Debatte ist nun schon ausreichend diskutiert worden. In dieser Konstellation und bei diesem Anlass war der Spruch absolut grenzüberschreitend. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass für den ein oder anderen Mann nun Unsicherheit darüber besteht, wie er Damen noch ansprechen kann.

Welche Sprüche sind ok? Ist es in einem bestimmten Kontext oder wenn sich beide Teilnehmer sympathisch sind so ziemlich nebensächlich, mit welchem Text das "Flirten" von statten geht? Welche Rolle spielt dabei das Alter bzw. der Altersunterschied?
 
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  • #2
Richtig, genau so ist es...
Eh' ich als Mann überhaupt noch etwas (vermeintlich) nett bzw. freundlich Gemeintes sage, sage ich lieber überhaupt nix mehr!
 
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  • #3
Die "Brüderle"-Debatte ist nun schon ausreichend diskutiert worden. In dieser Konstellation und bei diesem Anlass war der Spruch absolut grenzüberschreitend. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass für den ein oder anderen Mann nun Unsicherheit darüber besteht, wie er Damen noch ansprechen kann.
Warum nur für den ein oder anderen Mann? Warum überlegt sich nicht einmal die eine oder andere Frau, ob sie nicht mit ihrem Kleidungsstil und Outfit provoziert? Im übrigen regt die "Brüderle-Debatte" meiner Meinung nach erst dazu an, Frauen etwas dreister anzusprechen. Habe ich bislang nicht getan. Durch die unverschämten Sprüche aus der Feminismusecke werde ich mich da in Zukunft aber nicht mehr zurückhalten. Ich werde jetzt Frauen, von denen ich mich durch ihr Outfit sexuell belästigt fühle auch einfach sagen, dass ich sie als Provokation empfinde.
 
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  • #4
Den Unterschied bestimmt alleinig die Frau. Das Alter und sonstwas spielt keine Rolle. Will sie diesen Mann, kann er mit dem dümmsten Spruch landen. Mag sie ihn nicht oder sie ist nicht in Stimmung, wertet sie es als Belästigung. Seit ein paar Jahren hat sie sogar noch das Mittel, zur Polizei zu gehen und eine Anzeige wegen Stalkings zu erstatten. Nicht umsonst werden solche Anzeigen nur mit großem Bedacht entgegengenommen.

"Der Richtige kann nichts falsch machen, der Falsche nichts richtig", das ist die Devise!
 
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  • #5
Kann es eigentlich auch eine Belästigung sein, wenn ich darauf hinweise, mich selbst belästigt zu fühlen? Würde ich z.B. zu einer Frau mit großem Dekolettée und Minirock in der Öffentlichkeit sagen:"Ich fühle mich durch ihr großes Dekolletée und ihren kurzenWie wäre das zu bewerten?
 
  • #6
In dieser Konstellation und bei diesem Anlass war der Spruch absolut grenzüberschreitend
Wieso?, seh ich gerade in dieser Konstellation anders- und die meisten Frauen mit denen ich das diskutiert habe auch. Es ging um Oktoberfest und Dirndl, da ist dieser Spruch nicht eben gut zum flirten (was auch gar nicht die Absicht Brüderles war) aber es ist nichts weiter als ein ein wenig ungeschicktes Kompliment.

So, zum flirten: Ganz einfach, gefällt der Dame der Mann ist die grenze ganz woanders als wenn er Ihr nicht gefällt. Da ist auch gerne ein Nein anders gemeint. Glaubt denn hier irgenwer dass Gerhard Schröders Sprüche mit der er seine Doris bekommen hat galanter oder geschliffener waren? Im Leben nicht, der ist aus demselben Holz.

Und da der Mann an sich wissen kann wo die Dame Ihre Grenze hat lässt ers sicherheitshalber bleiben.

Mädels, ihr bekommt die Jungs die Ihr verdient....
 
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  • #7
Stellen wir uns das Ganze mal umgekehrt vor.
Eine Politikerin in sehr reifem Alter (also so wie Herr Brüderle in der Großelterngeneration) trifft auf einen Journalisten..jung, attraktiv, er könnte vom Alter her ihr Enkel sein. ER hat IHR in keiner Weise zu verstehen gegeben, dass er auf reife Damen steht. Sie betrachtet eingehend seinen Schritt in der gutsitzenden Hose und sagt dann lächelnd : "Also Sie füllen ihre Boxershorts bestimmt aus..". Dann tätschelt sie ihn und meint: "Ich möchte, dass Sie mein Kavalier sind."
Nur so als Gedankenspiel----wie fühlt sich das für einen Mann an? :))
Über das (neudeutsch) setting an einer Bar für ein ernsthaftes berufliches Gespräch kann man geteilter Meinung sein-nur hätte es Herr Brüderle ja erst mal mit kleinen, vorsichtigeren Sondierungsversuchen probieren können, wenn ihm schon der Altersunterschied nicht grotesk vorkam. "Sie sind eine sehr attraktive Frau" hätte durchaus genug ausgesagt, und wenn die Hofierte dann ausweichend reagiert bzw. auf das eigentliche Thema verweist, sollte das Hinweis genug sein..auf mangelnde Resonanz. Sie kann ja schlecht sagen. halt die Fresse, Opa. :))
 
  • #8
Die "Brüderle"-Debatte ist nun schon ausreichend diskutiert worden. In dieser Konstellation und bei diesem Anlass war der Spruch absolut grenzüberschreitend. [...]
anscheinend noch nicht, denn viele empfanden den Spruch als "weit weg von grenzüberschreitend" wie Kalle das schon dargelegt hat.. ergo das dieser Spruch grenzüberschreitend war ist primär erstmal eine "Behauptung" und nicht universell geltend.

Beim "Sprüche reissen" spielt der Ton, der soziale Stand beider Parteien und das Aussehen die wichtigste Rolle.. Als gutaussehender Barkeeper im angesagtesten Club der Stadt kann ich mir die dümmsten, sexistischsten und dreisteten Sprüche erlauben und bekomme dafür noch Blumen.. als Hässlon bei Regen an der Bushaltestelle und Bus hat Verspätung krieg ich für exakt das Gleiche wenn ich Pech habe sogar Prügel..
 
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  • #9
Also ich finde es auch lächerlich. So langsam habe ich den Eindruck, Frauen können sich das immer so zu rechtbiegen wie sie möchten.

Fühlen sie sich geschmeichelt, ist es o.k.. Ist die Anmache aus ihrer Sicht plump und nicht zielführend, ist es gleich Sexismus.

So werden jahrtausend alte und auch schöne Rituale zerredet (mein Stil wäre auch nicht der von Brüderle oder Schröder, aber das muß doch jeder selbst wissen).

Das habe ich übrigens auch mit meinem derzeitigen Date (Danke Elite!) diskutiert und sie sieht das genauso.

beste Grüße,

m, 53
 
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  • #10
Stellen wir uns das Ganze mal umgekehrt vor.
Eine Politikerin in sehr reifem Alter (also so wie Herr Brüderle in der Großelterngeneration) trifft auf einen Journalisten..jung, attraktiv, er könnte vom Alter her ihr Enkel sein. ER hat IHR in keiner Weise zu verstehen gegeben, dass er auf reife Damen steht. Sie betrachtet eingehend seinen Schritt in der gutsitzenden Hose und sagt dann lächelnd : "Also Sie füllen ihre Boxershorts bestimmt aus..". Dann tätschelt sie ihn und meint: "Ich möchte, dass Sie mein Kavalier sind."
Nur so als Gedankenspiel----wie fühlt sich das für einen Mann an? :))
Über das (neudeutsch) setting an einer Bar für ein ernsthaftes berufliches Gespräch kann man geteilter Meinung sein-nur hätte es Herr Brüderle ja erst mal mit kleinen, vorsichtigeren Sondierungsversuchen probieren können, wenn ihm schon der Altersunterschied nicht grotesk vorkam. "Sie sind eine sehr attraktive Frau" hätte durchaus genug ausgesagt, und wenn die Hofierte dann ausweichend reagiert bzw. auf das eigentliche Thema verweist, sollte das Hinweis genug sein..auf mangelnde Resonanz. Sie kann ja schlecht sagen. halt die Fresse, Opa. :))
Dann würde ich mich beömmeln und hätte ´ne tolle Story für meine Freunde...

LG

m, 53
 
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  • #11
Stellen wir uns das Ganze mal umgekehrt vor.
Eine Politikerin in sehr reifem Alter...
Der Unterschied ist eben nur, dass für einem Mann im Alter von Herrn Brüderle eine Endzwanzigerin durchaus eine potentielle Partnerin sein kann. Herr Berlusconi beispielsweise ist älter als Herr Brüderle und seine Partnerin jünger als diese Journalistin. Für einem Mann Ende 20 dürfte es aber wohl völlig absurd sein, eine Frau, die seine Oma sein könnte, als irgendwie geartet potentielle Partnerin ansehen zu können. Sehen sie den Unterscheid, die ihr Beispiel obsolet macht?
 
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  • #12
Über das (neudeutsch) setting an einer Bar für ein ernsthaftes berufliches Gespräch kann man geteilter Meinung sein-nur hätte es Herr Brüderle ja erst mal mit kleinen, vorsichtigeren Sondierungsversuchen probieren können, wenn ihm schon der Altersunterschied nicht grotesk vorkam. "Sie sind eine sehr attraktive Frau" hätte durchaus genug ausgesagt, und wenn die Hofierte dann ausweichend reagiert bzw. auf das eigentliche Thema verweist, sollte das Hinweis genug sein..auf mangelnde Resonanz. Sie kann ja schlecht sagen. halt die Fresse, Opa. :))
Also ich empfinde es schon abartig wie hier und anders wo Herr Brüderlöe als alter Lustgreis hingestellt wird. Das ganze ist inzwischen wie im Straßenverkehr. Der jenige der den Blinker noch benutzt ist inzwischen der exot. Hier wird ein völlig normales Kompliment als Sexistisches Sakrileg hingestellt. Soviele Geisterfahrer heute unterwegs.
 
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  • #13
Wäre dieser "grenzüberschreitende" Satz in einem Interwiew mit einem Brad Pitt, George Clooney etc.
gefallen, bin ich sicher: die Dame würde noch in 10 Jahren mit verträumten Blick davon schwärmen.
 
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  • #14
Den Unterschied bestimmt alleinig die Frau. Das Alter und sonstwas spielt keine Rolle. Will sie diesen Mann, kann er mit dem dümmsten Spruch landen. Mag sie ihn nicht oder sie ist nicht in Stimmung, wertet sie es als Belästigung.
Genau so ist es. Und ist der Mann in den Augen der Frau nicht für sie passend muss er sich auch noch als "Alter Lustmolch" oder "Tattergreis" beleidigen lassen.

m.
 
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  • #15
Die Grenze zwischen Ansprechen und Belästigen ist da erreicht, wenn man die Abwehrreaktion der Frau, und ihr Abwenden vom Gesprächsparner, nicht respektiert. Solange die Frau das Gespräch fortführt, und im Gespräch nicht auf die Grenzüberschreitung hinweist, solange ist es keine Belästigung.

Im vorliegenden Fall hat die Journalistin das Gespräch gesucht, sie hat also den Mann angesprochen, und nicht umgekehrt. Der Mann hat das als Interesse gewertet, und entsprechendes Verhalten an den Tag gelegt. Wäre das der Frau unangenehm gewesen, hätte sie wieder gehen sollen. Solange die Frau aber bei dem Mann bleibt, solange kann er die Frau gar nicht belästigt haben. Er kann abweisend oder provokant gewesen sein, aber er kann sie niemals belästigt haben.

In Wirklichkeit hat die Journalistin wohl den Mann belästigt. Sie hat ihre Weiblichkeit ins Spiel gebracht um mit Hr. Brüderle ins Gespräch zu kommen, um um sich Informationen zu ihrem beruflichen Vorteil zu erschleichen. Das hat wohl so nicht geklappt, jetzt schlachtet sie die Story auf andere Art und Weise aus.

m
 
  • #16
Die Grenze zwischen Belästigung und Ansprechen ist durch die Passung definiert. Da stimme ich @Hellekeen zu.
Wenn ich als 49jährige einen der hübschen Jünglinge, die sich allabendlich in der Hipsterkneipe gegenüber tummeln à la Brüderle klarmachen wollte, würde das als Belästigung empfunden. bzw. wenn ich auf die Frage, warum ich in meinem Alter noch in solche Kneipen gehe, anfangen würde, die Hirschin zu spielen und ihn auf das üppige Paket in seiner Hose anspreche und seine Locken streicheln wollte. Der junge Mann würde sich wahrscheinlich wortlos und bleich verkrümeln und wäre fürderhin leicht traumatisiert. Wer sich vollkommen vergreift in der Zielgruppe, die an ihm/ihr interessiert sein könnte, muss damit rechnen, mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt zu werden.
Aber: Es geht bei richtig übler Anmache selten um sexuelles Begehren und verunglucktes Balzverhalten. Es geht um Macht und Dominanz. Die Belästigten sind Objekt, Werkzeug einer Demonstration der Potenz/Attraktivität des männlichen oder weiblichen Belästigers. Das macht die Sache so übel.
 
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  • #17
Die Grenze zieht immer der Angesprochene. Egal ob Mann oder Frau. Wenn sich jemand belästigt fühlt dann fühlt er sich belästigt. Da gibts keine allgemeingültige Grenze und die wirds auch niemals geben. Es ist eine persönliche Entscheidung und die wird in jeder einzelenen Situation neu getroffen. So ist das Leben, so sind Menschen. Wer für jede situation einen klar begrenzten Verhaltenskodex braucht der sollte zwischenmenschliche Kommunikation am besten gleich ganz sein lassen. Wie wärs mal wieder mit etwas mehr selbstständigen, differenzierten Denken?
 
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  • #18
Ich stimme Bäärbel und Hellekeen zu, dass die Angemessenheit von Flirtsprüchen in erster Linie durch Passung definiert wird. Derselbe Spruch, der von einem gutaussehenden und reichen Mann mittleren Alters als akzeptabel gilt, wirkt von einem älteren, optisch mit weniger Vorzügen ausgestatteten und/oder mittellosen Mann völlig deplatziert und daher als belästigend.
Nicht nur beim Flirten, sondern in allen Alltagssituationen kann man dieses Muster beobachten. Man fühlt sich ja auch unwohler, wenn einen hässliche Menschen anschauen, als wenn einen der neutrale Blick einer schönen Person streift. Das mag unfair sein, aber es ist so und daran wird sich in absehbarer Zeit nichts ändern.

Der Fehler von Herrn Brüderle bestand deshalb vor allem darin, dass er (bestärkt von Alkohol) seine Außenwirkung völlig überschätzt und Nettigkeit als Interesse missgedeutet hat.
Zudem kann ich nicht verstehen, wie man sich in Gegenwart eines Journalisten (egal ob männlich oder weiblich) überhaupt locker geben kann, wo doch eigentlich wirklich jeder weiß, dass der noch so kleinste Versprecher am nächsten Tag auf irgendeiner Titelseite stehen könnte.

Es würde deshalb jedem, sowohl Männern als auch Frauen, guttun, sich mehr über ihre Außenwirkung Gedanken zu machen und für sich selbst zu erkennen, wie weit sie in welchen Situationen gehen dürfen oder nicht. Das ist natürlich eine Gradwanderung und ich habe den persönlichen Eindruck, dass tatsächlich gerade ältere Männer diesbezüglich sehr empathiebefreit sind und dazu neigen, sich selbst zu überschätzen, während den meisten Frauen ja schon von Kindheit an eingebläut wird, dass sie niemals gut genug sind...
 
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  • #19
G

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  • #20
Im vorliegenden Fall hat die Journalistin das Gespräch gesucht, sie hat also den Mann angesprochen, und nicht umgekehrt.

m
Aha, woher weiß man das??

Der Mann hat das als Interesse gewertet, und entsprechendes Verhalten an den Tag gelegt.

Es war eine professionelle Situation, die wir als Journalisten und Politiker immer wieder haben. Das Nachrichtengeschäft ist nämlich eine Sache de Nehmens und Gebens. Da gehts nicht um Anmache, sondern um Inforamtionsaustausch!
In beiderseiteigem Interesse!!


Wäre das der Frau unangenehm gewesen, hätte sie wieder gehen sollen.

Das stimmt

Solange die Frau aber bei dem Mann bleibt, solange kann er die Frau gar nicht belästigt haben. Er kann abweisend oder provokant gewesen sein, aber er kann sie niemals belästigt haben.

Das widerum ist Nonsens und unlogisch

In Wirklichkeit hat die Journalistin wohl den Mann belästigt. Sie hat ihre Weiblichkeit ins Spiel gebracht um mit Hr. Brüderle ins Gespräch zu kommen, um um sich Informationen zu ihrem beruflichen Vorteil zu erschleichen. Das hat wohl so nicht geklappt, jetzt schlachtet sie die Story auf andere Art und Weise aus.

Aha, also, wenn ich als Journalistin halbwegs attraktiv bin, setze ich automatisch meine 'Reize' für berufliche Ziele ein. Man könnte daraus schließen, dass Journalistinnen, um unverdächtig zu sein, möglichst unattraktiv zu sein haben, oder wie?


Dass die Geschichte im Kontext des neuen Amtes von Brüderle jetzt veröffentlicht wurde ist völlig daneben und aus meiner Sicht journalistisch unethisch.
 
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  • #21
Zudem kann ich nicht verstehen, wie man sich in Gegenwart eines Journalisten (egal ob männlich oder weiblich) überhaupt locker geben kann, wo doch eigentlich wirklich jeder weiß, dass der noch so kleinste Versprecher am nächsten Tag auf irgendeiner Titelseite stehen könnte.
Das ist überhaupt nicht unüblich. Es ist grundsätzlicher Journalistenethos, dass solche Situationen (also ein lockeres Gespräch an der Bar) NICHT für die Öffentlichkeit beistimmt sind. Normalerweise kann sich da der Politiker oder auch Manager darauf verlassen, das diese Gespräche vertraulich beahndelt werden (höchstens die "gut unterrichteten Kreise" zitiert werden).

Dieser Vorfall liegt ein Jahr zurück, und das er genau jetzt, gegen alle ethischen Regeln, im Stern veröffentlicht wird ist der eigentliche Skandal. Hier sollte manipuliert und Rache genommen werden.

m,53
 
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  • #22
Aha, also, wenn ich als Journalistin halbwegs attraktiv bin, setze ich automatisch meine 'Reize' für berufliche Ziele ein. Man könnte daraus schließen, dass Journalistinnen, um unverdächtig zu sein, möglichst unattraktiv zu sein haben, oder wie?
Als unatraktive Journalistin oder als Mann würde man mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Chance haben, auf einer so hohen Ebene mit Spitzenpolitikern eingesetzt zu werden. Wenn der Stern eine 29-jährige Jungjournalistin auf einen Toppolitiker ansetzt, dann ist doch klar, wo der Hase langläuft. Ist eigentlich noch keinem aufgefallen, dass es - sei es im Sport, der Politik oder anderen Bereichen - auffallend viele sehr junge Journalistinnen zu sehen sind, während die Männer meist deutlich älter sind? Was ist wohl der Grund dafür. Offenbar setzen die Medien ganz gezielt weibliche Jungjournalisten ein, die ihre Attraktivität gewinnbringend einzusetzen haben.
 
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  • #23
Die "Brüderle"-Debatte ist nun schon ausreichend diskutiert worden. In dieser Konstellation und bei diesem Anlass war der Spruch absolut grenzüberschreitend.
Ich dachte, dass wir hier unvoreingenommen diskutieren wollen. Es mag durchaus stimmen, dass alle Argumente bereits ausgetauscht wurden. Es stimmt aber nicht, dass die Diskussion schon zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen wäre, wie denn nun die Äußerung von Herrn Brüderle zu werten ist. Die obige Wertung ist jedenfalls höchst subjektiv und ignoriert die Debatte und alle, die Argumente gegen diese Position vorgebracht haben. Anscheinend sind Sie auf einem Auge blind, Frau Warnecke.
 
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  • #24
Einen Schritt von der Brüderle-Debatte wegzugehen, wäre angebracht.

Allgemein ist meine Grenze zwischen Ansprechen und Belästigen da, wo sexuelle Andeutungen ins Spiel kommen.
"Hallo" + Lächeln =Ansprechen = okay
"Hallo, du bist mir gleich aufgefallen" = okay
"Du siehst lecker aus" = grenzwertig, geht in Richtung belästigen wegen sexueller Konnotation
"Tolles Dekolletée/hübsche Brüste hast du" = Belästigung

Der letzte Spruch ist IMMER Belästigung, da ist mir die Passung völlig egal. Der einzige Mensch, der was zu meiner Brust sagen darf ist der Mensch, mit dem ich Bett und Leben teile.

Schlimm ist, dass auch hier die Brüderle-Debatte vergessen lässt, dass es alltäglichen Sexismus gibt. Dass viele Frauen sexuell belästigt werden und dafür überhaupt nichts können.

Aber besser, man steigert sich in eine einzige Diskussion rein, anstatt mal grundsätzlich das Thema zu besprechen...
 
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  • #25
Als unatraktive Journalistin oder als Mann würde man mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Chance haben, auf einer so hohen Ebene mit Spitzenpolitikern eingesetzt zu werden. Wenn der Stern eine 29-jährige Jungjournalistin auf einen Toppolitiker ansetzt, dann ist doch klar, wo der Hase langläuft. Ist eigentlich noch keinem aufgefallen, dass es - sei es im Sport, der Politik oder anderen Bereichen - auffallend viele sehr junge Journalistinnen zu sehen sind, während die Männer meist deutlich älter sind? Was ist wohl der Grund dafür. Offenbar setzen die Medien ganz gezielt weibliche Jungjournalisten ein, die ihre Attraktivität gewinnbringend einzusetzen haben.
Und wenn - das ist immer noch kein Grund für einen Politiker, diese Frauen sexistisch zu behandeln.
Gerade von Menschen, die vorgeben, unsere Volksvertreter zu sein, sollte man genügend Anstand und auch Feingefühl erwarten können. Diese Menschen wissen, dass sie in der Öffentlichkeit stehen - das ist ihr Job - und daher bin ich auch der Meinung, dass sexuelle Anmache auch an den Pranger gestellt werden sollte.
 
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  • #26
Der letzte Spruch ist IMMER Belästigung, da ist mir die Passung völlig egal.
Totaler Quatsch. Nur weil du mit Komplimenten nicht umgehen kannst, unterstellst du jeder anderen Frau auch das sie dieses Kompliment gefälligst als belästigung zu sehen hat.

Nur noch mal für dich. Die 60.000 Twitter Kommentare sind keine 60.000 Fälle von sexuellen übergriffen, sondern nur kommentare und nicht mehr. Hört auf die Mücke zum Elefanten aufblasen zu wollen.
 
  • #27
"Tolles Dekolletée/hübsche Brüste hast du" = Belästigung

Der letzte Spruch ist IMMER Belästigung, da ist mir die Passung völlig egal. Der einzige Mensch, der was zu meiner Brust sagen darf ist der Mensch, mit dem ich Bett und Leben teile.
Ich stimme zu wenns um die Brüste geht- also Explizit. Das Zitat aber mal ganz sicher nicht. Das Decolltee ist wie Du wissen solltest der bereich ÜBER denselben, und das ist ein Kompliment an die Dame, völlig neutral.
Und da sind wir eben auch beim Thema- und auch bei der Wahrnehmung. Die ist subjektiv, und da Mann nunmal nicht wissen kann welche Brille die Dame gerade auf hat kann man aus einer solchen Situation eigentlich nur sauber rauskommen wenn man erst gar kein Gespräch in der Bar aufkommen lässt. Dieser Bruch mit journalistischen Regeln wird dazu führen dass reporterInnen erst Ihre Ernsthaftigkeit beim Quellenschutz beweisen müssen bevor sich iregendwer auf ein Gespäch einlässt.

Wahrnehmung: Also ich hör manchmal: toller/geiler Knackarsch (was das adäquate Gegenstück zur Oberweite wäre, und nicht der Penis den man in einer guten Hose eh nicht sieht). Meine Wahrnehmung: ein Kompliment, ich freu mich und geh mit einem Grinsen meiner Wege. Und das tun ALLE Jungs die ich kenne die solches hören. Das unabhängig von der attraktivität oder Alter der Dame. Ich komm auch nicht auf den Gedanken dass Sie irgendwas von mir will.
 
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  • #28
Das der Spruch von Brüderle nicht der beste war, denkt wohl die Mehrheit. Man muß aber auch sehen, aus welcher Situation er gekommen ist.

Die Journalistin sprich nach Mitternacht einen etwas angetankten Brüderle an. Und zwar in der Manier, ob er sich vorstellen kann, in seinem Alter der Hoffnungsträger für die Zukunft der FDP zu sein. Dieser Spruch ist eindeutig unter der Gürtellinie. Herr Brüderle hat dann die Journalistin im Gegenzug mit dem Dirndlspruch abgewertet. Das ist von beiden Seiten eindeutig nicht OK gewesen. Genauso wie der Zeitpunkt der Journalistin der Veröffentlichung und der versuchten Vorteilnahme gewisser Politiker oder der Medien, was streckenweise nur noch widerlich ist (siehe Nahles-Interview im Spiegel-Online).

Was die Grenzen betrifft:
Die sind so unterschiedlich, wie es Menschen auf der Welt gibt. Was für den einen indiskutabel ist, ist für den anderen kein Problem.

Es gibt ein paar Grenzen, die wohl für die meisten nicht in Ordnung sind wie angrapschen oder irgendeinen Druck ausüben. Für das meiste gibt es Gesetze, was schwerwiegend genug ist.

Was ich bei der Debatte allerdings vermisse: das Thema wird nur einseitig angegangen. Es gibt genauso viele Frauen, die sexistisch sind.

Mir als Mann ist es durchaus schon passiert, dass die Finger einer fremden Frau zwischen meinen Beinen waren oder an meinem Allerwertesten. Sprüche in der Richtung gab es auch. Bei den meisten Sprüchen gehe ich darüber weg und habe auch keine bleibenden Schäden davon getragen oder es gibt dann einen entsprechenden Spruch zurück. Bei den Grapschern kann ich durchaus böse werden und sage auch vor versammelter Mannschaft, was ich davon halte. Das wirkt immer.

Falls mir so etwas passieren sollte, dass ich mit einem Kommentar entgleise, werde ich mich sicher entschuldigen. So etwas kann jedem einmal unbedacht passieren und wir sind als Mensch nicht perfekt. Das wir aber soweit kommen, wie es z.B. in der USA ist, wünsche ich mir nicht. Dort traut sich keiner etwas und die Horrorgeschichten mit "Steig als Mann nicht allein mit einer Frau in einen Aufzug" würde auch hier unser Zusammenleben vergiften. Von daher sollten wir bei den allgemeinen Sprüchen einen etwas weiteren Radius ziehen und derjenige, der davon betroffen ist, hat immer noch die Möglichkeit, den Belästiger vor versammelter Mannschaft das entsprechende zu sagen.
 
  • #29
Und wenn - das ist immer noch kein Grund für einen Politiker, diese Frauen sexistisch zu behandeln. [...]
Jap, 100% korrekt.. aber : genau diese Frauen handeln doch grade selbst sexistisch WENN sie ihr Aussehen, entweder durch Förderung durch den Chefredakteur oder durch eigene Ambitionen dafür einsetzen um an Informationen zu kommen...

Ich geh Medienmiezen IMMER aus dem Weg.. da wird teilweise kokettiert, geschmollt, gelacht, angestrahlt, geflirtet und gereizt bis die Schwarte kracht .. Und ich konnte nie nachvollziehen warum es in fast jeden Medienunternehmen immer so ein paar sehr Schicke gibt die wirklich nicht vom hellsten Stern sind.. die werden fast wie die Messehostessen in großen Autosalons eingesetzt...
 
  • #30
Also zu dem Spruch von Brüderle.

So einen habe ich noch nie bekommen, hatte auch noch nie ein Dirndl an aber Sprüche in die Richtung.

Ich hätte wahrscheinlich sowas in die Richtung geantwortet; naja ein leeres Dirndl ist ja auch witzlos, in eine Lederhose passt ja auch nur ein richtiger Mann. Besitzen sie den eine Lederhose? Und das mit einem netten Lächeln.

Dann ist die Frage. Sag er JA oder NEIN.

Wenn er ja sagt, was sehr wahrscheinlich ist, dann... mit einem netten Augenaufschlag. Und warum haben sie sie dann heute nicht an? Aber wahrscheinlich sind sie heute auch nur ganz einfach ein seriöser Politiker und wollen nicht ihre Männlichkeit unter beweiß stellen. Und da sie heute wie ein Politiker gekleidet sind, dann blieben wir ganz einfach bei der Politik und sie beantworten mir ein paar Fragen, die nur was mit Politik zu tun haben.

Der Witz an der Taktik ist, den Spruch von dem Mann aufgreifen, ihn entschärfen und dann in die Richtung lenken, die man haben will. Ihn aber dabei sein Gesicht wahren lassen.