G

Gast

Gast
  • #1

Wo lernt man als Alleinerziehende andere alleinerziehende Frauen und Männer kennen?

Im Umfeld (Schule, Job...) sind alle glücklich verheiratet. Sie unternehmen am Wochenende etwas mit ihrer Familie oder mit anderern Paaren. Was machen ihr Alleinerziehenden am Wochenende? Wo kann man Euch begegnen? Und was macht ihr, wenn ihr alleine seid?
 
G

Gast

Gast
  • #2
Ob im Umfeld alle glücklich verheiratet sind, wage ich zu bezweifeln. Was ich am WE unternehme ist wetterabhängig. Am Sonntag z. B. habe ich eine 8 stündige Motorradtour gemacht, die Kinder waren anderweitig beschäftigt bzw. "schickten" mich fort, damit ich mir was Gutes tue. Das Wetter war herrlich. Ansonsten geh ich abends gern aus, auch allein - Musik hören, was trinken, Leute gucken und auch unterhalten. Da gibt es ja in der Großstadt viele Lokale, wo man als Single nicht weiter auffällt, weil viele dort alleine sind.

Tagsüber ist meine Aktivität davon abhängig, ob ich die Kinder habe oder sie bei ihrem Papa sind.

Und...es gibt auch Foren mit Singlestammtischen alle 4 Wochen. Dort bin ich auch ab und zu, wenn ich Zeit und Lust habe. Entschieden wird meist spontan.

7E2158CE
 
G

Gast

Gast
  • #3
Verband der Alleinerziehenden, Anzeige im Stadtmagazin, kommt auch darauf an, wo du wohnst.

Tatsächlich ist es so, dass Gruppen, die nur aus Verheirateten oder Paaren besteht, Single-Mütter meistens nicht reinlassen. Du bestätigst ja mit deinen Zeilen, den Verdacht bzw. die Erfahrung, die ich leider auch machen musste.

Inzwischen kenne ich doch einige AE-Mamas (mindestens 15) , AE-Väter habe ich auch kennengelernt, aber habe leider nicht so gute Erfahrungen gemacht, was das Interesse an gemeinsamen Unternehmungen, Kochen und Ausflügen etc. betrifft. Oft war das Geld auch nicht da, oder die AE-Mütter haben mehr Kontakt zu den Eltern bzw. Großeltern am Wochenende gepflegt.

Wenn ich überlege, dass alleine in meinem Mietshaus 4 Single-Mütter wohnen, aber alle sehr wenig Kontakt zueinander haben, dann frage ich mich schon, was los ist, warum das so ist?

Leider habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass viele AE-Mütter, die ich kennengelernt habe, z.B. die, die mir gegenüber wohnt, es schwer haben, ihren Alltag gut zu strukturieren, um sich Zeit für die Pflege bzw. den Aufbau für Freundschaften zu nehmen, gerade, wenn man es so günstig hat, dass eine AE-Mama mit etwa gleichaltrigen Kind gegenüber wohnt. Nee, da sitzt die Frau lieber alleine in ihrem Wohnzimmer, obwohl gegenüber auch ne nette Frau sitzt, wo man bei einem Käffchen etc. nen netten Schwatz machen könnte.

Ich glaube, dass viele AE-Mütter und auch AE-Väter von ihrem Alltag so gestresst sind, dass die meistens wenig Kraft und Zeit haben, sich mit anderen AE-Mütter zu treffen, wo es letztenendlich auch nur darum geht, wie anstrengend alles ist. Das will man ja nicht ständig hören und die meisten schaffen es anscheinend nicht, aus der Spirale rauszukommen.

Ich habe lange gebraucht, um dahin zu kommen, wo ich jetzt bin. Die Zeit dazwischen habe ich für mich genutzt, um eine Therapie zu machen, um zu lesen, was in deiner Pupertät wichtig ist und was nicht etc. und schaue auch inzwischen, dass ich es mir gutgehen lasse, damit ich auf die Zeit vorbereitet bin, wenn mein Kind das Haus verläßt.... und die Zeit vergeht rasend schnell.

Ich fühle mich inzwischen nicht mehr allein, denn ich habe mich ja selbst :). Zum Glück ist mein Kind inzwischen so selbstständig, dass sie ihre Freizeit ohne mich im Reitstall verbringen will. Ich nutze jetzt die freie Zeit für mich verstärkt mit Weiterbildung im beruflichen Bereich und zur Erholung, notfalls mache ich mich allein mit dem Rad auf den Weg und fahre los und schaue, was es neues in Berlin gibt.

w (46)
 
G

Gast

Gast
  • #4
Meistens lernt man Alleinerziehende im Internet kennen... sei es in diversen Foren (speziell Mütter- oder Eltern-Foren) oder in speziellen Gruppen bei studivz/meinvz. Dort bin ich beispielsweise 'fündig' geworden. Bisher kam es mangels Zeit bisher nur zu einem Treffen mit einer Mutti, die sogar eine fast gleichaltrige Tochter wie meinen Sohn hat, aber ich habe leider feststellen müssen, dass ich persönlich als Mensch mit ihr nicht wirklich etwas zu tun haben möchte.

Ansonsten beschreibt Antwort 2 die Problematik sehr gut.

Ich bin nach wie vor gewillt alleinerziehende Mütter oder auch Väter zu finden...

Gruß Nancy (24)
 
G

Gast

Gast
  • #5
#1 und #2:

Toll, wie Ihr zurecht kommt! Macht Euch denn das Alleinsein nicht zu schaffen? Wie macht Ihr es, dass Ihr auch das Alleinsein genießen könnt? Und wie findet Ihr Euch damit ab, dass - richtigerweise! - das Kind immer mehr ohne Euch zurecht kommt?

Einen Partner zu finden, der so tolerant ist, auch ein Kind zu akzeptieren, scheint auch nicht leicht zu sein. Männer, die selbst Kinder haben, sind offenbar froh über ihre neue Freiheit, nicht immer Familie um sich herum haben zu müssen, Männer ohne Kinder haben schon gar kein Verständnis. Na ja, soll ja Ausnahmen geben....:) Sicherlich ist ein Mann auch keine Lösung, wenn man schlecht alleine genießen kannn...
 
G

Gast

Gast
  • #6
zu #4

Früher hat es mich auch zu schaffen gemacht. Aber dann habe ich angefangen Bücher zu lesen, die speziell dieses Thema betreffen, also auch sehr viel mit Psychologie etc. Dort habe ich u.a. auch gelesen, dass man nur richtig erwachsen wird bzw. werden kann, wenn man eine gewisse Einsamkeitsphase erfolgreich ausgehalten und überwunden hat, ohne sich abzulenken, mit Freunden, Drogen, Fernsehen etc. Ein sehr schwieriger Weg, den man auch leicht als spirituelle Erfahrung sehen könnte, auch wenn ich selber eine Kopf-Frau bin.

Da ich eine nicht schöne Kindheit hatte, mit vielen Geschwistern und jetzt genau das Gegenteil für mein Kind habe, freue ich mich für mein Kind, dass es ihm so gut geht, mein Kind viele Freunde hat, viele gute Möglichkeiten zur Entwicklung und zur Freizeitgestaltung hat, wofür ich teilweise auch arbeiten gehe, aber es meinem Kind gönne, aber auch loslassen kann, weil ich weiß, dass ich meine Kräfte immer mehr einteilen muss. Immerhin gehe ich auf die 50zig zu, hihi..., und ich merke schon, dass ich nicht mehr so belastbar bin wie früher.

Von daher lehne ich mich inzwischen entspannt zurück, weiß, dass mein Kind gut drauf ist und ich mir nicht mehr so viele Sorgen wie früher machen muss.

Mit Männern hatte ich in der Hinsicht nie ein Problem, dass sie mein Kind nicht akzeptieren konnten.

Kein Mann ist die Lösung, wenn Frau selber nicht alleine zufrieden und glücklich mit sich selber ist. Da ist m.E. noch viel Handlungsbedarf und Entwicklungsraum, denn:

Ein Mensch, der seine Zufriedenheit, sein Glück vom Vorhandensein eines Parnters abhängig macht, denkt und tickt m.E. in der Hinsicht wie ein abhängiges Kind.

w (46)
 
Top