G

Gast

Gast
  • #1

Wochenlang kein Sex

Mein Freund und ich seit gut drei Jahren zusammen, am Anfang hatten wir regelmäßig 1-2 mal wöchentlich Sex (meiner Meinung nach auch noch eher wenig!). Nun ist es so, dass wir wenn es hoch kommt alle 2-3 Wochen miteinander schlafen.
Er sagt, dass ihm Sex noch nie besonders wichtig gewesen ist, er in einer stressigen Lebensphase ist und sich dies auch wieder ändern wird.
Ich sehe das Ganze allerdings etwas problematischer. Ich liebe ihn sehr und möchte dies auch durch körperliche Nähe ausdrücken. Wenn ich allerdings versuche ihn zu verführen blockt er ab und sagt, er fühlt sich bedrängt. Für mich ist Sex aber - um es mal grob zu sagen - der Unterschied zwischen Freundschaft und Liebe. Was soll ich tun?
 
  • #2
Es ist in der Tat so, dass es deutliche Unterschiede im Bedürfnis nach Sex gibt. Es kann durchaus sein, dass ihm 2-3 mal im Monat wirklich genug ist und seine sexuellen Bedürfnisse dadurch tatsächlich befriedigt sind. Genauso ist Dein Bedürfnis nach 1-3 mal die Woche ebenso normal. Insofern passt Ihr bezüglich Eures Sexbedürfnisses einfach nicht besonders gut zusammen, sondern müsst diesbezüglich Kompromisse finden.

Lösungen können z.B. sein, dass er Dich manuell oder oral befriedigt, Du öfter masturbierst und Ihr im Bett kuschelt und Zärtlichkeiten tauscht, ohne dass er sich dadurch zum Sex genötigt sehen muss. Dieser letzte Punkt ist ganz besonders wichtig: Zärtlichkeiten und körperliche Nähe müssen möglich sein, ohne das derjenige Partner, der das geringere Bedürfnis hat, sich immer gleich verführt oder genötigt sehen muss. Zärtlichkeiten gehören einfach dazu und stabilisieren eine Partnerschaft ganz drastisch und sie bilden das Fundament für Erregung -- auch für den weniger bedürftigen Partner. Schafft entspannte Situationen, schafft körperliche Nähe ohne Zwang und Druck.

Vorschlag: Sprecht einfach mal ganz offen darüber, dass Ihr beide ein unterschiedliches Bedürfnis habt und vereinbart, dass Ihr regelmäßig täglich abens kuschelt und Zärtlichkeiten tauscht, ohne dass es zu Sex kommen muss. Vereinbart vielleicht auch, dass er Dich wenigstens manuell oder oral befriedigt, Dich streichelt und liebkost, auch wenn er selbst nicht zum Orgasmus kommen möchte.

Widersprechen möchte ich Dir aber bezüglich Deiner Definition von Liebe vs. Freundschaft. Liebe ist ein warmes Gefühl der Geborgenheit, der Zusammengehörigkeit, der Nähe, des Vertrauens, das fundamental mit Sex eigentlich gar nichts zu tun hat, außer dass eben umgekehrt die enorme Intimität von Sexualität für die meisten nur auf dem Fundament von Liebe (oder anfangs Verliebtheit) wünschenswert ist. Richtig ist aber natürlich auch, dass Sexualität und Intimität für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung ein ganz wesentliches Bindeglied und ein ganz wichtiger stabilisierender Faktor für Liebesbeziehungen sind und dass körperliche Vereinigung eben auch Nähe und Geborgenheit erzeugt und nicht nur voraussetzt. Das Bedürfnis nach sexueller Vereinigung und Befriedigung ist natürlicher Bestandteil von Liebesbeziehungen.
 
G

Gast

Gast
  • #3
Ich finde es erstaunlich, dass dir am Anfang eurer Beziehung 1-2 Sex die Woche gereicht hat.
Jeder weiss doch mittlerweile, dass das sexuelle Verlangen nach Jahren abflaut.

Natürlich kannst du versuchen mit ihm zu reden. Aber was soll das bringen?
Egal wie du es formulieren wirst, fühlt er sich angegriffen.
und du kannst ihn schlecht zum Sex überreden.

Ich weiss nicht, wie alt ihr seid. Aber was das sexuelle Verlangen angeht, harmoniert ihr nicht.
Aber das ja eigentlich von Anfang an.
Wenn du mit ihm ansonsten glücklich bist, musst du dir überlegen, ob du auf Dauer mit dieser Situation klar kommst.
Das er sich ändert, daran habe ich meine Zweifel.
 
G

Gast

Gast
  • #4
Für mich ist Sex aber - um es mal grob zu sagen - der Unterschied zwischen Freundschaft und Liebe. Was soll ich tun?
Das ist nicht nur für dich so, das ist generell die Unterscheidung zwischen Freundschaft und Beziehung. Hier hilft nichts anderes als das du dich mit deinem Freund in Ruhe zusammen setzt und du ihm das klar machst wie du empfindest.
Wenn sich dann herausstellt das ihr in dieser Hinsicht einfach inkompatibel seid dann solltest du die entsprechenden Konsequenzen ziehen auch wenn es weh tut denn das ist immer noch besser als den Rest deines Lebens in so einer unbefriedigenden Beziehung zu bleiben.
 
G

Gast

Gast
  • #5
Schwer zu sagen was man tun kann. Generell würde ich einer guten Beziehung eine Chance geben. Andererseits weiß ich, dass ich eine längere sexuelle Flaute als Beziehungskiller kenne, wenn die Beziehung nicht schon ein paar Jahre läuft.
Ich glaube ich würde ganz offen fragen, was du seiner Meinung nach mit deinem Bedürfnis machen sollst. Oder was würde er tun, wenn du es von ihm verlangst?
Ich würde es hinterfragen und mich nicht abspeisen lassen mit "stressiger Job".
 
G

Gast

Gast
  • #6
Liebe FS,

ich erzähle Dir meine Geschichte. Mein Ex (am Anfang ca. 10 mal in der Woche Sex), war soweit, dass wir nach 3 Jahren nur noch einmal im Monat Sex hatten.
Nach 5 Jahren 2-3 mal im Jahr.
Ich durfte ihn nicht einmal anfassen. Und es ging nicht um das sexuelle "Anfassen", sondern einfach mal "normal" nebeneinander im Bett liegen. Mir wurde einfach alles verboten mit der Begründung "viel Streß im Geschäft, keine Lust"....

Ende der Geschichte: er hatte eine Geliebte.

Deswegen würden bei mir jetzt alle Alarmglocken läuten. Ich will Dir damit natürlich nicht sagen, dass er unbedingt fremd gehen muss, aber ich wäre an Deiner Stelle wachsamer...
Viel Erfolg.
W28
 
G

Gast

Gast
  • #7
das, die Antwort oben,kann ich nur so bestätigen,mein Ex hatte die gleichen Antworten und im Kopf war eine andere Frau und die Fantasien die er sich an mir vorbei erfüllte. Wenn bei euch aber alles in ordnung ist, würde ich nicht ständig das Thema ansprechen und darauf bestehen, sondern eigene Ehre wahren und an der eigen Attraktivität arbeiten, die Männer sind Jäger, wenn er merkt du bist für die anderen attraktiv, fängt er an dich zu erobern, so sind die Naturgesetze, Frau läuft weg Mann hinterher, nicht umgekehrt.
 
G

Gast

Gast
  • #8
Um Deine Frage einigermaßen sinnvoll beantworten zu können, müsste man Euere genauen Lebensumstände und Euere Charaktere besser kennen.
Aber wenn Du Deinen Freund wirklich liebst und Du der Ansicht bist und das Vertrauen! haben kannst, er sei der Richtige evt. sogar Lebenspartner für Dich würde ich so schnell nicht aufgeben.
Denn die Häufigkeit von Sexualität muss nicht zwingend ein Gradmesser für seine Liebe zu Dir sein. Ich würde sexuelles Begehren und Liebe sehr wohl differenzierter betrachten.
Es gibt ganz viele Strategien, die denkbar wären:
Am Anfang sollte aber die Frage nach dem von Ihm benannten Auslöser der Lustlosigkeit stehen. z.B.:
-Fragestellung etwas detaillierter: Warum beeinträchtigt der Stress denn Euer Sexualleben überhaupt? Was für ein Stress -beruflich???
- Redet über den Stress: stressige Lebensphase als Grund wäre mir zu pauschal.
- Überlege, wie kannst DU Ihm helfen, dass er wieder entspannter wird? Womöglich ist sein Selbstwertgefühl stark beschädigt oder noch schlimmer er leidet unter Depressionen.
- Zeige Ihm, dass Du immer zu ihm stehen wirst.
- Engst Du Ihn womöglich in irgendeiner Weise ein? Bedränge Ihn keineswegs, zeige ihm dass er alle Freiheiten bei Dir hat, die er braucht
- Aber: zeige auch, dass Du gut ohne ihn leben kannst. Tue oder unternehme, was Dir wichtig ist (ohne ihn zu verletzen!)
- Sei eigenständig und unabhängig ohne den geringsten Zweifel an Deiner Zuneigung zu ihm aufkommen zu lassen.

o.k. Ich habe etwas im Heuhaufen gestochert, aber durch gemeinsame Bewältigung einer Krisensituation könnte Euere Beziehung auch durchaus reifen, erfüllter und liebevoller denn je werden.
Wenn er erkennt, dass Du das Wichtigste und Wertvollste in seinem Leben bist, wird er von selbst alles tun, damit Du glücklich und zufrieden bist...
Und wenn nicht, hast Du es wenigstens versucht.
 
Top