• #1

Woher kommt Selbstbewusstsein?

Hallo liebes Forum,

Ich hatte eine interessante Diskussion mit einer Bekannten, in der es um vergangene Beziehungen ging, und auch das Thema “was man sich alles gefallen” lassen hat. Sie fand meine Erfahrungen ganz furchtbar und verstand auch nicht was mich so lange hielt, bzw. Sagte, dass ich wohl ein zu schlechtes Selbstbewusstsein hatte.

Und wenn ich zurück denke, war das mangelnde Selbstbewusstsein mein ständiger Begleiter - mind. 30 Jahre lang. Und ich zog somit auch viele böse Geschichten an. Erst so langsam fange ich an, auch”selbstbewusster” aufzutreten, Grenzen zu setzen und für mich einzustehen.

Um es allgemein zu formulieren, man liest hier ja immer krasse Geschichten, einige schreiben dann von den berühmten S-Werten, und ich frage mich echt, wieso haben manche Menschen die von klein auf und andere nicht? Hatten ja nicht alle eine schlimme Kindheit?

Ich frage mich rein hypothetisch, was müsste ich meinen Kindern beibringen, damit sie selbstbewusst Beziehungen eingehen, und was lief zum Beispiel bei mir falsch? Oder ist das vielleicht genetisch?

Welche Gedanken habt ihr dazu?
 
  • #2

  1. Ich frage mich rein hypothetisch, was müsste ich meinen Kindern beibringen, damit sie selbstbewusst Beziehungen eingehen, und was lief zum Beispiel bei mir falsch? Oder ist das vielleicht genetisch?
    Beides, angeboren und Erziehung.
  2. Mein Neffe hat nach dem Abi in Israel ein Jahr ein FSJ in einer Klinik abgelegt. Er erzählte mal süffisant, dass die neuen Praktikanten erst nach ca. 1-2 Wochen erkannt hätten, dass er auch nur ein kleiner Praktikant sei. Wir besuchten ihn dort und "he walked like a king through his kingdom" wie ein Patient lachend meinte. Nach seinem ersten Staatsexamen erhielt er mit der ersten Bewerbung die Zusage einer internationalen Grosskanzlei. Auf meine Aussage hin, dass er ja Glück gehabt hätte, war seine Antwort ( ernst gemeint): " Ja aber Silly, wen hätten sie denn Besseres als mich mit meinem Lebenslauf bekommen können?" Ich musste so lachen. Seine jüngere Schwester ist das Gegenteil. Ruhig, wenig selbstbewusst und im Schatten des dominanten Bruders groß geworden.
  3. Sie und meine Tochter sind ziemlich gute Skifahrerinnen, er eher weniger. Wenn sie zu dritt auf der Piste sind, gibt immer er den Weg und das Tempo vor.

  4. Sein Selbstbewusstsein ist der running gag der Familie. Woher diese Genetik herstammt, weiß kein Mensch. Vermutlich wurden ein paar Generationen übersprungen. Bei Beziehungen war er das Modell " ich lass mich lieber finden". Seine jetzige seit einem Jahr bestehende Beziehung ( über Tinder) ist die erste Beziehung, wo ich denke, dass er sie wirlich wollte.
Ich frage mich rein hypothetisch, was müsste ich meinen Kindern beibringen
Man kann soviel falsch machen. Manchmal glaube ich, mehr falsch als richtig. 🤣 Liebe geben, ist denke ich das Wichtigste. Kinder, die sich ungeliebt fühlen, suchen ihr Leben lang danach und sind sehr oft wenig selbstbewusst.
Ein Grund, weswegen es so unsinnig ist datüber zu diskutieren ( wie im Nachbarthread), ob es sinnvoll ist, Väter an der Erziehung zu beteiligen, wenn sie nicht nach der Pfeife der Mütter tanzen - so salopp ausgesprochen.
Kinder in ihrem Tun bestärken und sie sehr früh ans eigene Grenzen ziehen heranführen, sind auch noch zwei ganz wichtige Dinge. Ob ich da immer so das super Vorbild bin, weiss ich allerdings nicht. Aber ich gebe mein Bestes, wie nahezu alle Eltern. Und das Ergebnis ist die beste Tochter der Welt.
W,56
 
  • #3
Ich frage mich rein hypothetisch, was müsste ich meinen Kindern beibringen, damit sie selbstbewusst Beziehungen eingehen, und was lief zum Beispiel bei mir falsch? Oder ist das vielleicht genetisch?

Welche Gedanken habt ihr dazu?
Mein ultimativer Rat für Selbstbewusstsein wäre, im Leben nur Dinge zu tun, die man insgesamt liebt und von denen man überzeugt ist, die man gut findet.

Denn dann ist man mit sich und seinem Leben im Reinen, kann authentisch sein, zu sich stehen und weiß, was man will. Es wird dadurch ein positiver Kreislauf in Gang gesetzt: Wer sein Leben bewusst nach den eigenen Wünschen gestaltet und alles, was er tut, mit Freude, Begeisterung und aus Überzeugung tut, wird darin erfolgreich sein und strahlt Positivität aus. Wenn man sich selbst auf dem "richtigen Weg" befindet, nämlich auf dem eigenen, selbst gewählten, trifft man dann auch ganz automatisch passende Menschen, die einen weiterbringen, und führt eben auch nur Beziehungen, zu denen man steht und die man toll findet, einfach weil man alles, was man tut, gut findet, denn man macht ja insgesamt nur Dinge, die man gut findet. Es ist eigentlich sehr logisch. Deswegen würde ich meine Kinder darin bestärken, immer nur Dinge zu tun, die sie gut finden, die ihnen Spaß machen, von denen sie überzeugt sind und zu denen sie voll und ganz stehen können. Viele fangen ja schon als Teenager und früher an, bestimmte Sachen nur zu machen, weil es andere tun und weil sie denken, sie müssten, sei es nun die Kleidung, der Alkohol, das erste Mal oder die Studienwahl. So beginnt ein nicht-selbstbestimmtes Leben. Und wie will man selbstbewusst sein, wenn man nicht selbstbestimmt handelt? Selbstbewusst sind nicht unbedingt die, die immer im Mittelpunkt stehen, am lautesten reden und am dreistesten auftreten, nein, oft sind das sogar innerlich total unsichere Personen. Echtes Selbstbewusstsein kommt aus echter Überzeugung.
w26
 
  • #4
Das ist sicher ein umfassendes Thema, anfangend mit dem Begriff.

„Selbstbewusstsein“ hat für mich etwas mit Reflektiionsverrmögen zu tun, mit Intelligenz und Denkvermögen auf der einen Seite, aber auch mit dem Willen und der Bereitschaft, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Das kann man wohl auch lernen.

Du meinst vermutlich eher „Selbstwertgefühl“, also eher das Empfinden für den Wert der eigenen Person?
Das ist sicher als Persönlichkeitsmerkmal etwas genetisch verankert, hat aber wohl auch viel mit Erfahrungen im Leben zu tun. Das beginnt aus meiner Sicht mit dem Elternhaus, mit Geborgenheit und Sicherheit. Und dann mit dem eigenen Verhalten schon als kleines Kind und den Reaktionen der Umwelt darauf. Erlerntes Verhalten, das erfolgreich ist. Ich würde als These formulieren, dass in einer nicht intakten Familie, in der man sich als Kind nicht willkommen fühlt, das Selbstwertgefühl tendenziell geringer wird.
Erfolgserlebnisse bauen das auf, Misserfolge zerlegen es. Eine Spirale auf- oder abwärts, weil man sich nach Erfolgen anders verhält als nach Misserfolgen. Dabei spielen die Lebensumstände eine Rolle, Freunde, Partner, Kollegen etc. Die halten einem aber auch einen Spiegel vor und verstärken das erlernte Muster grundsätzlich. Man zieht die Menschen an, die dann weiter auf einem herumhacken oder aber einen bewundern - wir lesen das hier ja dauernd.

Insgesamt wird die Grundlage sicher von den Eltern wesentlich mit gelegt. Bei den ganzen Trennungsgeschichten hier, bei denen die Kinder hin- und hergeschoben werden oder als Waffe eingesetzt, da wird das Selbstwertgefühl sicher eher nachhaltig geschädigt.
 
  • #5
-dem Kind genug Liebe und Zeit schenken
-das Kind nicht mit anderen Kindern vergleichen
-die Eigenständigkeit des Kindes fördern, dem Kind was zutrauen
-keine negativen Glaubenssätze fördern, indem man sagt (Du bist zu dick, hässlich, dumm, unfähig etc.)
-Sport, vor allem im Verein
-selbst ein gutes Vorbild sein
 
  • #6
Eine Freundin von mir, die Psychologie studiert, hat mir kürzlich ein Modell aus einem ihrer Lehrbücher geschickt. Es bildet vier Säulen ab, auf denen das Dach, der Selbstwert, ruht. Ich fand das sehr aufschlussreich und gebe es mal unverändert weiter:

Intrapersonelle Dimensionen (bezogen auf die eigene Person)
- Selbstakzeptanz: Positive Einstellung zu sich selbst
Zufrieden mit sich sein, einverstanden mit sich sein, sich wertschätzen, eins mit sich sein, sich in sich selbst zuhause fühlen

- Selbstvertrauen: Positive Einstellung zu den eigenen Fähigkeiten und Leistungen
Etwas gut können, etwas gut machen, etwas erreichen, etwas durchhalten, etwas lassen können

Interpersonelle Dimensionen (bezogen auf andere Personen):
- Soziale Kompetenz: Erleben von Kontaktfähigkeit
Mit Menschen umgehen können, sich schwierigen Situationen gewachsen fühlen, flexibel reagieren können, positive Resonanz spüren, Nähe/Distanz regulieren können

- Soziales Netz: Eingebunden sein in positive soziale Beziehungen
Befriedigende Partnerschaft, befriedigende Familienbeziehungen, sich verlassen können/verlässlich sein, Freunde halten, wichtig sein für andere

Vielleicht liefert es den ein oder anderen Ansatzpunkt, welche Selbstwert-Säule sich im eigenen Leben noch ausbauen ließe. Ich denke, daraus lässt sich auch gut ableiten, was man seinen Kindern vermitteln sollte.

W, 28
 
  • #7
Eine Freundin von mir, die Psychologie studiert, hat mir kürzlich ein Modell aus einem ihrer Lehrbücher geschickt. Es bildet vier Säulen ab, auf denen das Dach, der Selbstwert, ruht. Ich fand das sehr aufschlussreich und gebe es mal unverändert weiter:

Intrapersonelle Dimensionen (bezogen auf die eigene Person)
- Selbstakzeptanz: Positive Einstellung zu sich selbst
Zufrieden mit sich sein, einverstanden mit sich sein, sich wertschätzen, eins mit sich sein, sich in sich selbst zuhause fühlen

- Selbstvertrauen: Positive Einstellung zu den eigenen Fähigkeiten und Leistungen
Etwas gut können, etwas gut machen, etwas erreichen, etwas durchhalten, etwas lassen können

Interpersonelle Dimensionen (bezogen auf andere Personen):
- Soziale Kompetenz: Erleben von Kontaktfähigkeit
Mit Menschen umgehen können, sich schwierigen Situationen gewachsen fühlen, flexibel reagieren können, positive Resonanz spüren, Nähe/Distanz regulieren können

- Soziales Netz: Eingebunden sein in positive soziale Beziehungen
Befriedigende Partnerschaft, befriedigende Familienbeziehungen, sich verlassen können/verlässlich sein, Freunde halten, wichtig sein für andere

Vielleicht liefert es den ein oder anderen Ansatzpunkt, welche Selbstwert-Säule sich im eigenen Leben noch ausbauen ließe. Ich denke, daraus lässt sich auch gut ableiten, was man seinen Kindern vermitteln sollte.

W, 28
Tolles Modell, dem würde ich direkt zustimmen und es ergänzt gut meinen Beitrag oben.
w26
 
  • #8
Und wenn ich zurück denke, war das mangelnde Selbstbewusstsein mein ständiger Begleiter - mind. 30 Jahre lang.
Dann schau woher es kommt, dass Du kein Selbstbewusstsein hast. Dann hast Du die für Dich relevante Antwort auf die Frage und was für Dich greift ist immer das Wichtigste in der Angelegenheit, weil Du dabei auch Deine Sollbruchstellen kennenlernst.

ich frage mich echt, wieso haben manche Menschen die von klein auf und andere nicht? Hatten ja nicht alle eine schlimme Kindheit?
Kinder können von Anfang an kein Selbstbewusstsein haben - sie wissen ja noch nichtmal das sie existieren. Woher soll also Selbstbewusstsein kommen?
Es wächst mit dem Leben und dessen Herausforderungen oder auch nicht, wenn man kein entsprechendes, stärkendes Umfeld hat.

Was bei Dir falsch lief, kannst nur Du wissen. Und wenn Du Dich damit auseinander setzt, dann kannst du es bei Deinen hypothetischen Kindern theoretisch richtig machen.
In der Praxis gelingt es bei schädlicher Prägung durch eine schlimme Kindheit eher nicht, denn woher soll man die Fähigkeiten nehmen, wenn man sich mit den Ursachen bei sich nicht befasst und sich die fehlenden Fähigkeiten nicht antrainiert hat.
Nur wer die möglichen eigenen Baufehler kennt und bewusst handeln kann, kann sie auch in der Erzieherrolle vermeiden.

was müsste ich meinen Kindern beibringen, damit sie selbstbewusst Beziehungen eingehen
Falscher Ansatz. Selbstbewusstsein kann man Kindern nicht beibringen. Selbstbewusstsein wächst mit jedem Tag, jedem erlebnis oder wird zerstört.
Selbstbewusstsein im Umgang mit anderen kann man so ausgestanzt nicht vermitteln und existiert auch nicht so isoliert sondern ist eine Gesamtwirksamkeit auf alle Lebensaspekte.

Was bei mangelndem Selbstbewusstsein immer fehlt ist Sicherheit, verlässliche Bindung, eine Homebase die unterstützt und stärkt. In der Regel tut die Homebase bei mangelndem Selbstbewusstsein das Gegenteil: wirkt zerstörerisch.

Kein Selbstbewusstsein haben kann genetische Faktoren haben, z.B. überaktives Nervensystem, genetische Erkrankung, sonstige Erkrankung im frühen Kindesalter oder ab Geburt - ist aber nie allein Ursache. Ein gutes Umfeld kann das auf der Langstrecke abfedern.

Der wesentliche Faktor ist das soziale Umfeld - übrigens schon vor der Geburt.
Ein Kind, was bereits in der Schwangerschaft in den Stresshormonen der Mutter gebadet hat, wird es naturgemäß schwerer haben zu einem selbstbewussten Kind heranzuwachsen. Es ist bereits ab der Geburt nervöser, schreit mehr und zieht damit negative Reaktionen auf sich - so geht es los und weiter.
 

Laleila

Cilia
  • #9
Ich frage mich rein hypothetisch, was müsste ich meinen Kindern beibringen, damit sie selbstbewusst Beziehungen eingehen, und was lief zum Beispiel bei mir falsch? Oder ist das vielleicht genetisch?

Welche Gedanken habt ihr dazu?

Es ist eher der Umgang mit Deinen hypothetischen Kindern, der ihrem Selbstbewusstsein eine gusunde Entwicklung beschert, oder auch nicht.
Zeig ihnen, dass Du ihre Bedürfnisse ernst nimmst, bestätige sie, jenseits vom Leistungsdenken.
Setze Liebe und Fürsorge niemals als Macht-/und oder Bestrafungselement ein. Usw.
Ein älteres aber sehr aufschlussreiches, gültiges Büchlein zu dem Thema: "Ich binno.k. Du bis o.k." von Thomas Anthony Harris.
 
  • #10
Ich persönlich denke, viel hängt mit der Kindheit zusammen. Hast du dich geliebt und beachtet gefühlt? Das ist sehr sehr viel wert. Dann ist es auch noch Einstellung, persönliche Sache. Und es hat auch mit der Erkennung deines eigenen Wertes zu tun. Wenn du dich selber als sehr wertvollen Menschen betrachtest, bin ich überzeugt, machst du nichts lange mit was dir schlecht tut. Egal ob Beziehung oder Job. Du willst, dass es dir gut geht und bist überzeugt, dass dir dies zusteht.

Mir persönlich hilft es, mir meinen eigenen Wert immer vor Augen zu führen. Auch hilft es, wenn ich möglichst viele Dinge alleine bewältige. Ich finde alleine einen Job, ziehe alleine aus, erledige Papierkram selber, reise selber auf andere Kontinente, regle Zwischenmenschliches alleine. Je mehr du alleine bewältigen kannst, umso besser weisst du was du alles kannst und erkennst deinen Wert. Und wenn du erst einmal deinen Wert erkannt hast, dann ist es gar nicht möglich, dass du dich irgendwo schlecht behandeln lässt.
 
  • #11
Liebe @Apfelmus , kannst du beschreiben, was es genau ist, was du falsch gemacht hast? Hast du deine Grenzen nicht gespürt? Oder hast du sie gespürt, aber es ist dir nicht gelungen, dich durchzusetzen? Lässt du dich leicht um den Finger wickeln obwohl dein Bauchgefühl dir sagt, dass irgendwas nicht stimmt? Hast du das Gefühl, deine Meinung sei weniger wert?

Bei mir ist das Problem, dass ich einknicke, wenn Jemand überzeugend reden kann und dominant auftritt (Problem zB mit meinem letzten Chef). Während des Gesprächs fühle ich mich dann wie ein kleines Mädchen und denke automatisch, der andere habe ich Recht und ich Unrecht. Egal wie gut ich vorbereitet war. Erst NACH dem Gespräch dämmert mir, dass ich mich um den Finger habe wickeln und bequatschen lassen und mich nicht durchsetzen konnte. Bei etwas, was mir wichtig war. Und wo ich im Recht lag. Großes Problem! Ist das bei dir ähnlich oder schaffst du es, hier bei dir zu bleiben und dich nicht beeindrucken zu lassen von einem selbstbewussten Blender?

W37
 
  • #12
Um es allgemein zu formulieren, man liest hier ja immer krasse Geschichten, einige schreiben dann von den berühmten S-Werten, und ich frage mich echt, wieso haben manche Menschen die von klein auf und andere nicht?

Sicher.
Menschen werden durch ihre in der Kindheit erlernten Muster geprägt, lebenslang. Was da einmal "schief" gelaufen ist, ist so tief verankert, dass man immer wieder darauf zurückgreift. Das ist ein Automatismus, der nicht so leicht zu durchbrechen ist, selbst wenn wir "wissen", dass unsere Gedanken "falsch" sind.

Viele Menschen haben eine Selbstwertproblematik, wenn nicht gar alle. Wir werden zurückgewiesen, verletzt und müssen dennoch immer weitermachen.

Wenn man jung ist sammelt man halt Erfahrungen. man vertraut, wird enttäuscht und enttäuscht auch andere. Wir schämen uns, verstecken uns, stehen nicht zu dem was wir getan haben.

Wenn ich in einer Familie aufwachse, wo beide Eleternteile beruflich erfolgreich sind habe ich ein ganz anderen Alltag als Kinder, deren Eltern sich am rand der Gesellschaft befinden.

Ich bin bei einer kalten AE-Mutter aufgewachsen. Ich kenne die Rolle eines Vaters für meine Tochter nicht. Ich habe es nie vorgelebt bekommen. Ich bin heute so ein guter Vater für meine Tochter (ich behaupte es jetzt einfach mal ;-)), weil ich auch damit das kompensiere, was mir als Kind gefehlt hat. So einen vater hätte ich mir gewünscht.

Nur bin ich so aufgewachsen. Ich habe ja lange Zeit gar nicht "gewusst", dass etwas fehlt. Diese Dinge habe ich erst gemerkt, als ich Vergleiche mit anderen angestellt und deren familiensituation gesehen haben.

Ich frage mich rein hypothetisch, was müsste ich meinen Kindern beibringen, damit sie selbstbewusst Beziehungen eingehen, und was lief zum Beispiel bei mir falsch? Oder ist das vielleicht genetisch?

Ein Teil ist sicher genetisch bedingt. Der Rest ist Erfahrung. Kinder machen lassen. Fehler machen lassen. Zu Ihnen stehen.
Um einen Menschen in die Welt zu setzen, der später aufrecht seinen Weg gehen wird, braucht es kein Haus und keinen SUV. Es braucht Vertrauen, Stabilität und Liebe.
 
  • #13
Eine Freundin von mir, die Psychologie studiert, hat mir kürzlich ein Modell aus einem ihrer Lehrbücher geschickt. Es bildet vier Säulen ab, auf denen das Dach, der Selbstwert, ruht. Ich fand das sehr aufschlussreich und gebe es mal unverändert weiter:

Intrapersonelle Dimensionen (bezogen auf die eigene Person)
- Selbstakzeptanz: Positive Einstellung zu sich selbst
Zufrieden mit sich sein, einverstanden mit sich sein, sich wertschätzen, eins mit sich sein, sich in sich selbst zuhause fühlen

- Selbstvertrauen: Positive Einstellung zu den eigenen Fähigkeiten und Leistungen
Etwas gut können, etwas gut machen, etwas erreichen, etwas durchhalten, etwas lassen können

Interpersonelle Dimensionen (bezogen auf andere Personen):
- Soziale Kompetenz: Erleben von Kontaktfähigkeit
Mit Menschen umgehen können, sich schwierigen Situationen gewachsen fühlen, flexibel reagieren können, positive Resonanz spüren, Nähe/Distanz regulieren können

- Soziales Netz: Eingebunden sein in positive soziale Beziehungen
Befriedigende Partnerschaft, befriedigende Familienbeziehungen, sich verlassen können/verlässlich sein, Freunde halten, wichtig sein für andere

Vielleicht liefert es den ein oder anderen Ansatzpunkt, welche Selbstwert-Säule sich im eigenen Leben noch ausbauen ließe. Ich denke, daraus lässt sich auch gut ableiten, was man seinen Kindern vermitteln sollte.

W, 28


Ich arbeite mit sechs Säulen :)

1. Bewusstes Leben als höchste Form des Lebens
(Leben im Jetzt, nicht im morgen oder gestern)

2. Selbstannahme
(sich selbst so akzeptieren, wie man ist. Mit allen Facetten, Fehlern, Angst und Wut)

3. Eigenverantwortlich leben
(Verantwortung für sein Tun übernehmen)

4. Sich selbstsicher und selbstbewusst in der Gesellschaft behaupten
(Eine Form der Resilenz, Anpassung an die Umgebung ohne den eigenen Weg zu verlieren.)

5. Zielgerichtet leben
(Möglichst immer Ziele im Leben setzen, andenen man sich heranarbeitet. hat man ein Ziel erreicht ein neues setzen. "Der Weg ist das Ziel" - Keine Ziele mehr = Tod)

6. Persönliche Integrität
(Loyalität. Verlässlichkeit. Akzeptanz anderer. Authenzität: Einheit von Gesagtem und Getanem)



ist nicht von mir :cool:
 
  • #14
Ich frage mich rein hypothetisch, was müsste ich meinen Kindern beibringen, damit sie selbstbewusst Beziehungen eingehen, und was lief zum Beispiel bei mir falsch? Oder ist das vielleicht genetisch?
Genetik spielt eine Rolle. Ich denke das Wichtigste ist den Kindern zu vermitteln dass man sie genauso liebt wie sie sind. Zumindest setze ich das bei meinen Kindern so um. Auch wenn ich natürlich angemessenen sozialen Umgang erwarte.
Meine Mutter hat das zB nicht getan bzw. tut es heute noch nicht. Sie wollte ein normales Kind, hat sie nicht bekommen, und hat mich das auch spüren lassen.
Also habe ich Liebe und Akzeptanz nur in den ersten Kleinkindjahren bekommen, was besser ist als nichts aber natürlich nicht ideal. Aber natürlich schwierigere Startbedinungen als wenn jemand in der Familie immer akzeptiert war.
Was das Umfeld angeht hat man natürlich nicht so viel Einfluss. Erlebnisse in der Schule, die peer group, prägen ja auch sehr. Das kann man nur durch Wahl des Wohnortes beeinflussen und dann das Beste hoffen.
 
  • #15
"Selbstbewusstsein und alle" S" Werte", entspringen aus der "Selbstliebe". "Selbstliebe" ist also das Fundament, aller "S" Werte, wie:
Selbstannahme, Selbstachtung, Selbstzuwendung, Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstwert, Selbstverantwortung, etc.pp..
Es gibt sehr viele verkopfte Menschen, die belächeln das Thema: "Selbstliebe", ein Zeichen, dass sie emotional nicht erwachsen sind!
Manche nervt es sogar ganz stark, so auch, wenn ich immer wieder, von den bekannten Ursachen aller hier gestellten Probleme spreche, nämlich:
Defizite in den "S" Werten und mangelnde Aufrichtigkeit und Authentizität in eigener Person! Punkt!
Dann werde ich betitelt mit:
Arrogant, egoistisch, besserwissend etc.!
Doch was bedeutet für mich der Begriff "Selbstliebe"?
"Selbstliebe" sagt nichts anderes aus, als die gesamte Annahme der eigenen Person, ohne Einschränkung der Liebe zu sich selbst! "Selbstliebe" ist also der Schlüssel zur Eingangstür für ein zufriedenes und glückliches Leben mit sich selbst und somit die Basis, für ein gesundes Miteinander, was die Beziehung und das gesamte Umfeld betrifft!
"Selbstliebe" hat absolut nichts mit Narzissmus, nichts mit Arroganz, nichts mit Egoismus, nichts mit Besssrwisser etc. zu tun!
Echte und wahre Liebe kann auch nur dann weiter gegeben.werden, wenn man sich selber adäquat liebt! Frage:Wie soll ich etwas weiter geben können, was ich gar nicht besitze?
Wenn die "Selbstliebe" fehlt, geht es immer und ausschließlich um die "Zweckerfüllung", es geht um äußere Dinge, Erwartungen, es geht um Ängste, es geht um Sorgen, es geht um Sicherheit etc., das lesen wir doch ständig hier!
Nur wer mit sich selbst, mit Seele, Geist und Körper, in der Balance ist, in der Mitte verbunden ist, in Reinem ist, mit sich selbst zufrieden und glücklich ist, nur der kann echt und wahr lieben und zwar ausschließlich der Liebe wegen!
 
  • #16
Ich finde in Deutschland wird viel zu wenig gelobt . Das ist in den USA ganz anders . Kindern wurde als ich klein war auch nicht oft gesagt , dass sie geliebt werden . Ich lobe meine Kinder sehr viel nicht nur für positive Dinge wie gute Noten etc sondern auch für ihr Wesen. Jedes Kind sollte sich mit seinem individuellen Charakter angenommen fühlen . Das mache ich auch in der Schule so . Mein Bruder und ich waren nach dem Tod meines Vaters mit unserem Stiefvater sehr ausgeschlossen wie ein Störfaktor aus einem alten Leben . Daher haben wir ein ganz anderes Selbstwertgefühl als mein jüngerer Halbbruder . Ich habe mir früher sehr viel gefallen lassen weil ich auch vielleicht naiv und arglos bin. Ich bin immer noch gerne freundlich aber ich habe gelernt mich zu behaupten und Grenzen zu zeigen . Ich denke die meisten Frauen lernen das erst ab Mitte / Ende 30.
 
  • #17
Es ist nun aber so, dass man nicht sein Leben lang die Eltern und die Kindheit dafür verantwortlich machen kann, dass man einen Mangel hat, etwas nicht erreicht hat oder denkt euch etwas aus. Ab einem gewissen Punkt ist man selbst verantwortlich. Ich kann das ehrlich gesagt auch nicht mehr hören, was einem die Eltern alles angetan haben und woran sie alles schuld sind, was nicht bedeutet, dass man ganz furchtbare Eltern haben kann. Aber jedes Wehwehchen da anzuhängen, das ist ein passives Leben, was leider momentan richtig in zu sein scheint und was ich, ich bin da ehrlich, nicht ertragen kann, und auch schon vor 40 Jahren total nervig fand. Reißt euch selber aus dem Sumpf, meinetwegen mit einer Therapie, aber macht was. Und jammert nicht nur rum, das nervt total. Alle Bekannten und vor allem sogenannte Freundinnen hab ich irgendwann verabschiedet, das hält ja keiner aus. Jammern, Ausquatschen, genau so weitermachen. Ohne mich. Selbstbewußtsein und Standing kommt daher, dass sich der Mensch, ob männlich oder weiblich oder dingens, dem stellt was da ist und damit zu leben lernt.
 
  • #18
"Selbstliebe" setzt jedoch voraus, dass man sich mit sich selbst intensiv, beschäftigt und reflektiert, um sich so immer besser kennen zu lernen. Vielen gelingt das nicht, weil sie ständig in der äußeren Ablenkung von sich selbst entfernt sind und so leben. Jeder Mensch besitzt ein endloses, unbekanntes Potential und das bis zum Tod. Es ist daher ganz wichtig, zu wissen was man emotional will, aber auch zu wissen, was man emotional nicht will, und/oder nicht mehr will, das ist jedoch nur dann möglich, wenn man seine persönlichen Bedürfnisse sehr gut kennt, was viele ständig übergehen und deshalb nicht kennen!
Es geht dabei auch und gerade um "Selbstverantwortung", hier werden zu 99,99 % nur über Umständen berichtet. Wer "Selbstverantwortung" für sein "ICH" übernimmt, der beeinflusst die Umstände und lässt diese nicht unbedingt so einfach zu und so stehen, wie sie sind. Ein solcher Mensch weiß immer, was er in bestimmten Situationen zu tun hat, ohne erst andere fragen zu müssen! Ein solcher bringt sich auch nicht in eine Opferrolle, denn er bleibt als ICHGESTALTER immer in seiner stabilen Gestalterrolle treu! Wer mit sich selber weiter kommen möchte, der wird nicht mehr die gleichen Verhaltensmuster wiederholen, wenn diese nicht fruchten! Er wird nach den Ursachen forschen, er möchte in seiner Persönlichkeit wachsen und sich weiterentwickeln, ist fähig über Defizite und Schwächen nachzudenken, zu analysieren, zu lernen und dann zu korrigieren oder zu beheben! Es geht ausschließlich um das Innere, das sollte man ständig und beständig gründlich ansehen und vor allen Dingen sich selbst ernst nehmen und sich umfänglich zu respektieren, so wie man wirklich ist, so ist es genau richtig und exakt gut!
Zum Schluss:
Für mich gibt es nur zwei Dinge, was man den Kinder weitergeben soll:
1. Liebe und
2, Vorbild sein als Mensch!
Und nun wünsche ich gutes und wertschätzendes TUN!
 
  • #19
Es fängt schon der frühen Kindheit an, dass manche Erziehungsmethoden das Selbstbewusstsein des Kindes zerstören wie z.B. das Baby im Bett weinen lassen oder letztens habe ich gelesen "wenn das Baby was nimmt, was es nicht darf, soll man es nicht wegräumen sondern streng: Nein! sagen und das immer wieder bis das Baby es versteht" ... sowas ist natürlich Quatsch und der gute Anfang dass Erwachsene später kein Urvertrauen und kein Selbstbewusstsein haben. Aber auch bei Kindern geht es weiter mit Sätzen wie das kannst du noch nicht oder in der Schule dann mit Benotung...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #20
Es ist nun aber so, dass man nicht sein Leben lang die Eltern und die Kindheit dafür verantwortlich machen kann, dass man einen Mangel hat, etwas nicht erreicht hat oder denkt euch etwas aus. Ab einem gewissen Punkt ist man selbst verantwortlich. Ich kann das ehrlich gesagt auch nicht mehr hören, was einem die Eltern alles angetan haben und woran sie alles schuld sind, was nicht bedeutet, dass man ganz furchtbare Eltern haben kann. Aber jedes Wehwehchen da anzuhängen, das ist ein passives Leben, was leider momentan richtig in zu sein scheint und was ich, ich bin da ehrlich, nicht ertragen kann, und auch schon vor 40 Jahren total nervig fand. Reißt euch selber aus dem Sumpf, meinetwegen mit einer Therapie, aber macht was. Und jammert nicht nur rum, das nervt total. Alle Bekannten und vor allem sogenannte Freundinnen hab ich irgendwann verabschiedet, das hält ja keiner aus. Jammern, Ausquatschen, genau so weitermachen. Ohne mich. Selbstbewußtsein und Standing kommt daher, dass sich der Mensch, ob männlich oder weiblich oder dingens, dem stellt was da ist und damit zu leben lernt.
Sehe ich auch so. Ich war letzte Woche bei Familienaufstellungen. Ich war mit Abstand die jüngste Person da. Viele auch 58, 70 etc. Was die das Leben mit sich rumschleppen ist unglaublich. Die haben teilweise eine riesen Wut und Groll auf die Mutter/Vater. Nennen sich verletzte Seelen. Mutter hat dies und das gemacht, Mutter war immer kalt, Mutter hat die Liebesbriefe meines ersten Freundes weggetan etc. Nur Vorwürfe und immer diese Haltung "Ich bin ein Opfer meiner Kindheit" "Ich habe keine Liebe gekriegt" blablabla. Wirklich meine Mutter ist auch nicht leicht aber verglichen zu diesen Leuten da und deren Mütter ist meine Mutter fast eine Heilige. Und ich habe ganz sicher keine Lust ein Opfer zu sein und einen Groll zu hegen. Unglaublich wie man so durchs Leben laufen kann.
 
  • #21
Es ist nun aber so, dass man nicht sein Leben lang die Eltern und die Kindheit dafür verantwortlich machen kann, dass man einen Mangel hat, etwas nicht erreicht hat oder denkt euch etwas aus.
Ich weiss ja nicht wen du meinst, da du niemanden zitiert hast, aber falls du mich damit meintest, liegst du falsch.
Abgesehen davon ist es erwiesen, dass das Urvertrauen in der Kindheit einem den Grundstein legt, für das zukünftige Leben.
Systemische Therapie - die ich übrigens gemacht habe, ist eine weltweit anerkannte Therapieform.
Eltern können sehr viel kaputt machen, das Problem ist, dass die meisten Menschen das nicht erkennen, und sich daher diesem nicht annehmen.
Meine Frage zielte aber nicht auf 70jährige Klageweiber ab, sondern auf junge Menschen, Teens, Twens, Zeiten, in denen ich mir sehr viel habe gefallen lassen, so viel, dass ich mit einer schweren PTBS endete.

Derweil andere leichtfüssig von einem Glück ins nächste hüpfen, und sich vieles gar nicht vorstellen können oder eben besser wehren.

Mein ultimativer Rat für Selbstbewusstsein wäre, im Leben nur Dinge zu tun, die man insgesamt liebt und von denen man überzeugt ist, die man gut findet.
Finde ich einen sehr schönen Rat, aber nicht 100% praktikabel im Alltag, da man sich ja nun leider nicht nur Dingen widmen kann die Spass machen. Aber deine eigentliche Message “auch mal nein zu sagen” wenn man nicht will, das ist ein grosser Punkt bei mir (gewesen).
Dann schau woher es kommt, dass Du kein Selbstbewusstsein hast. Dann hast Du die für Dich relevante Antwort auf die Frage und was für Dich greift ist immer das Wichtigste in der Angelegenheit, weil Du dabei auch Deine Sollbruchstellen kennenlernst.
Danke, wie immer ein sehr guter Beitrag! Tja an die früheste Kindheit erinnere ich mich nicht. Schlussendlich ist ja mein Problem:
Hast du deine Grenzen nicht gespürt? Oder hast du sie gespürt, aber es ist dir nicht gelungen, dich durchzusetzen? Lässt du dich leicht um den Finger wickeln obwohl dein Bauchgefühl dir sagt, dass irgendwas nicht stimmt? Hast du das Gefühl, deine Meinung sei weniger wert?
Ziemlich genau das (gewesen). Traue mich nicht nein zu sagen, schnell eingeschüchtert, wenn jemand laut seine Meinung vertritt obwohl ich weiss, dass ich eigentlich im Recht bin. Stiller Mitläufer, der sich nichts zutraut, Angst hat vor Fehlentscheidungen.
Ich war schon als Kind in Therapie, da sagte die Therapeutin immer: du musst lernen zu sagen “ich will nicht”!
Das fand ich krass, deswegen ja meine Frage, wie das in so einem jungen Alter schon sein kann, weil ich ja eben nicht meine Eltern beschuldigen will.
 
  • #22
Vielleicht liefert es den ein oder anderen Ansatzpunkt, welche Selbstwert-Säule sich im eigenen Leben noch ausbauen ließe
Finde ich auch ein tolles Modell und irgendwie sind diese Säulen ja auch sehr interagierend. Solange es in einem nicht klappt, der Glaube an die eigene Person und Fähigkeiten, dann wohl auch nicht mit anderen Personen…

Danke erstmal an alle hierhin für eure ausführlichen, tollen Posts, die ich spannend finde und auch einen gemeinsamen Nenner erkenne.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #24
Ich frage mich rein hypothetisch, was müsste ich meinen Kindern beibringen, damit sie selbstbewusst Beziehungen eingehen, und was lief zum Beispiel bei mir falsch? Oder ist das vielleicht genetisch?

Welche Gedanken habt ihr dazu?
Ich denke, dass es mit am Wichtigsten ist, dem Kind ein gutes Vorbild zu sein. Da kann man noch so viel erzählen, wenn man sich gegenteilig verhält, wird das Kind das höchstwahrscheinlich übernehmen.
 
  • #25
Es ist nun aber so, dass man nicht sein Leben lang die Eltern und die Kindheit dafür verantwortlich machen kann
Macht doch keiner - versuch es mal mit sinnerfassendem Lesen. Die FS stellt eine neutrale Frage und bekommt entsprechende Antworten.

Aber jedes Wehwehchen da anzuhängen..... total nervig fand. Reißt euch selber aus dem Sumpf
Tja, da haben wir sie wieder, die Sprache der schwarzen Pädagogik "zäh, wie Leder, hart wie Kruppstahl, zusammenreißen, nicht wehleidig sein..." natürlich immer von den Tätern gesprochen.

Selbstbewußtsein und Standing kommt daher, dass sich der Mensch, ob männlich oder weiblich oder dingens, dem stellt was da ist und damit zu leben lernt.
Nicht, ohne verstanden zu haben, warum man welche Probleme hat, ggfs. auch immer wieder die selben.
Dann ist es nämlich nur die lautstarke Fassade welche ratzfatz zerbröselt, wenn jemand auf die richtige Weise an die richtige Stelle pickt.

Sehe ich auch so. Ich war letzte Woche bei Familienaufstellungen. Nur Vorwürfe...... Wirklich meine Mutter ist auch nicht leicht aber verglichen zu diesen Leuten da und deren Mütter ist meine Mutter fast eine Heilige.
Und warum gehst Du da überhaupt hin, wenn Du keine Probleme hast?
Selten sowas dümmlich-arrogantes gelesen - die Menschen haben sehr schwere und ihr Leben lang nachwirkende Probleme, wie Du selber erkennst und Du hast keine, erhebst aber die Nase darüber.

Und ich habe ganz sicher keine Lust ein Opfer zu sein und einen Groll zu hegen.
Muss man ja auch nicht, wenn man garkeine Probleme hat, sondern nur eine Psychowelle surfen will, weil es grad modern ist. Dann sollte man einfach mal froh und dankbbar sein, dass man ein bessers Leben hatte.

Die für mich wichtigste Erkenntnis ist, dass man als Erwachsener niemals eine so stabile Basis bekommen kann wie ein Kind, das Zuwendung hatte, Urvertrauen entwicklen konnte.
Und aus diesem Grund musss man sich als Erwachsener alle schädlichen Kontakte, die einen destabilisieren können aus dem engeren Lebensraum fernhalten
Insbesondere sollte man keinerlei Kompromisspartnerschaften eingehen, welche die eigenen Schwachpunkte belasten.
 
  • #26
ich bin da ehrlich, nicht ertragen kann, und auch schon vor 40 Jahren total nervig fand. Reißt euch selber aus dem Sumpf, meinetwegen mit einer Therapie, aber macht was.
Solche unsensiblen Aussagen kommen meist von Personen, die eine normale Kindheit hatten oder ihre Kindheit überhaupt nicht verarbeitet haben.
Alle Bekannten und vor allem sogenannte Freundinnen hab ich irgendwann verabschiedet, das hält ja keiner aus. Jammern, Ausquatschen, genau so weitermachen. Ohne mich.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass deine Freundinnen traurig darüber waren. Freunde sind dafür da, dass man sich gegenseitig volljammern kann. Wo, wenn nicht bei denen?!
 
  • #27
Solche unsensiblen Aussagen kommen meist von Personen, die eine normale Kindheit hatten oder ihre Kindheit überhaupt nicht verarbeitet haben.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass deine Freundinnen traurig darüber waren. Freunde sind dafür da, dass man sich gegenseitig volljammern kann. Wo, wenn nicht bei denen?!
Freunde kann man eine Zeit lang volljammern. Aber nicht ständig. Jeder muss selber seine Probleme regeln. Ich habe selber genug Dinge im Leben am laufen. Probleme kommen von alleine. Wenn jemand grössere Probleme hat, kann ich zu hören und versuchen gute Tipps zu geben, zu trösten, unterstützen etc. Aber jemand der über Monate immer das Gleiche wieder erzählt....es geht einfach nicht. Die Leute müssen auch selber aus ihrem Sumpf rausfinden und Eigenverantwortung tragen. Zudem ist es höchst unattraktiv ständig zu jammern.

Ich hatte mal eine Freundin die über 4,5 Monate b ei jedem Treffen mit ihr erwähnte wie scheisse es auf der Arbeit ist. Sie macht alles, wird unfair behandelt etc. Das war ihre Sichtweise. Vielleicht ist es in der Realität ganz anders. Auf jeden Fall habe ich gemerkt, wie es mir selber meine Energie geraubt hat. Ich hatte dann sehr bald keinen Bock mehr, sie zu treffen. Sie hat nur ständig gemotzt aber nichts an ihrer Situation geändert. Wenn es so miserabel ist (Job, Beziehung, was auch immer): Nach spätestens 3 Monaten ändere ich etwas grundlegendes. Ich würde heute auch nicht mehr mit meinen Problemen zu Freunden gehen und ständig davon labern. Ich will das von ihnen auch nicht. Man soll sich richtige Hilfe besorgen und sich alleine um die Probleme kümmern. Ich mag keine Opfer und keine Leute die jammern, es raubt mir nur Energie. Das ist eine gesunde Einstellung. Wenn du gerne von Energieräubern umgeben bist, dann hör dir halt den ganzen Scheiss an. Ist dir noch nie aufgefallen, dass die Leute viel jammern aber fast gar nichts an ihrer Situation ändern?
 
  • #29
Und warum gehst Du da überhaupt hin, wenn Du keine Probleme hast?
Selten sowas dümmlich-arrogantes gelesen - die Menschen haben sehr schwere und ihr Leben lang nachwirkende Probleme, wie Du selber erkennst und Du hast keine, erhebst aber die Nase darüber.


Muss man ja auch nicht, wenn man garkeine Probleme hat, sondern nur eine Psychowelle surfen will, weil es grad modern ist. Dann sollte man einfach mal froh und dankbbar sein, dass man ein bessers Leben hatte.

Die für mich wichtigste Erkenntnis ist, dass man als Erwachsener niemals eine so stabile Basis bekommen kann wie ein Kind, das Zuwendung hatte, Urvertrauen entwicklen konnte.
Und aus diesem Grund musss man sich als Erwachsener alle schädlichen Kontakte, die einen destabilisieren können aus dem engeren Lebensraum fernhalten
Insbesondere sollte man keinerlei Kompromisspartnerschaften eingehen, welche die eigenen Schwachpunkte belasten.
Ich habe auch Probleme bzw. hatte. Aber sie waren halt simpler als die von den Leuten dort. Manche Leute dort wurden geschlagen, Vater hat sich umgebracht, sie hatten keine Liebe etc. etc.

Meine Mutter ist auch schwierig, aber so wie ich das sehe brauche ich nur nächsten Januar auszuziehen und meine Probleme lösen sich in Luft aus. Die Leute dort waren aber 58+. Sie hatten ihr ganzes Leben lang Zeit ihre Probleme aufzulösen. Sie haben es aber nicht gemacht und das Leben lang diesen Groll mit sich rumgeschleppt. Sie sahen sich nur als Opfer und gaben in den Aufstellungen den Eltern die Schuld an (fast) allem. Total falsche Einstellung. Sie nahmen sich teilweise auch selber mega wichtig: Nur ich ich ich. Blabla. Immer nur sie sie sie. Und Opfer. Was die ihren Eltern alles vorgewerft haben ist krass für mich. Die eine Frau hat seit 39 Jahren einen Mann. Der Mann macht alles für sie und sie nutzt es aus und ist gerne im Mittelpunkt. Sogar die Kursleiterin hat gesagt dass sie die Gutmütigkeit ihres Mannes ausnutzt und nur egozentrisch ist und im Mittelpunkt stehen will.

Weisst du was haben diese alten Leute dort gesagt? Ah du bist 25, in deinem Alter war ich so und so. Eine deutsche Frau: "Ach des kannst noch gar net wissen mit 25". Soooo arrogant. "Ich könnte deine Mutter sein". Blabla. Nein danke. Die Kursteilnehmerin hat den Leuten dann gesagt, dass es anmassend und arrogant ist und man mit 25 mehr Ahnung vom Leben haben kann als sie mit 58. Da haben sie dann ganz erstaunt geguckt. Unglaublich.
 
  • #30
Freunde kann man eine Zeit lang volljammern. Aber nicht ständig.

Freunde dürfen viel bei mir. Sonst wären sie keine Freunde.

Aber jemand der über Monate immer das Gleiche wieder erzählt....es geht einfach nicht. Die Leute müssen auch selber aus ihrem Sumpf rausfinden und Eigenverantwortung tragen.

Wenn jemand immer das gleiche erzählt hat er ein tieferliegendes Problem und dann höre ich zu.

Zudem ist es höchst unattraktiv ständig zu jammern.

Tja attraktiv ist das was zählt.

Auf jeden Fall habe ich gemerkt, wie es mir selber meine Energie geraubt hat. Ich hatte dann sehr bald keinen Bock mehr, sie zu treffen.

Dann war sie keine Freundin. Nur ein Kontakt.
Ich mag keine Opfer und keine Leute die jammern, es raubt mir nur Energie. Das ist eine gesunde Einstellung.

Opfer, wie Du es nennst, sind für mich keine Energieräuber. Entweder bin ich da oder nicht. Egal wie oft.

Ist dir noch nie aufgefallen, dass die Leute viel jammern aber fast gar nichts an ihrer Situation ändern?

Hast Recht.
 
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