• #31
aber ich habe schon das Problem, ihm sein neues Glück zu gönnen.
"Glück" ist ein relativer Begriff. Sein Glück wäre nicht Dein Glück, meine ich. Die Frau wird ganz anders sein als Du. Aber so, wie er sich benommen hat Dir gegenüber und wie er sich jetzt verhält, hat er meines Erachtens nach immer noch ein Innenleben, das wirkliches Glücksempfinden verhindert. Dafür muss man in einer gewissen Weise gefühlsmäßig frei sein, und das seh ich nicht, so wie Du ihn beschreibst.

dass der einzige Mann, der eine Familie mit mir wollte, mich gleichzeitig auch zu zerstören versucht hat.
Das klingt so abgrundtief bösartig. Ich finde es besser, wenn man sich aus der Opferrolle befreit und mal die Dynamik in der Beziehung betrachtet. Dann kriegst Du mehr Handlungshoheit zurück und kannst ihn von dem Podest des Täters runterholen, der Dich komplett in der Hand gehabt hatte und bei dem Du gar nichts hättest tun können.
Mal eine Vermutung:
Nach der Geburt war ich aber irgendwie schutzlos
Ich weiß von mir, dass wenn ich mich schutzlos fühle, ich das bislang auch zum Ausdruck brachte (mach ich jetzt eher nicht mehr, sondern falls ich mich so fühle, suche ich gleich nach den Mitteln, die mir wieder Handlungsmacht geben, so dass ich mich nicht mehr schutzlos fühlen muss). Und damit habe ich die Tore für Menschen, von denen ich mich völlig abhängig gefühlt hatte, geöffnet für widerliches Verhalten und Niedertracht. Die übertreten die Grenze ein bisschen und wenn man dann nicht zurückschlägt, noch etwas und mehr und mehr. Diese Charaktere finde ich schrecklich, aber es gibt sie, und das einzige, was man tun kann, ist nicht von denen faires Handeln zu erwarten, sondern sich nicht schutzlos zu fühlen und seine Rechte und Möglichkeiten zu kennen. Das ist nun in einer Partnerschaft schlimm, weil - so würde ich keine Beziehung führen wollen.
Vielleicht hat Dein Mann Dich auch immer tough wahrgenommen und auf einmal warst Du es nicht mehr. Ein unreflektierter Charakter sieht dann seine Chance gekommen zu entmachten und zu demütigen, vielleicht weil er sich die ganze Zeit unterlegen gefühlt hat oder weil er nicht leiden kann, wenn Menschen, die eigentlich dominant, stark oder bestimmend sind, auf einmal schwach daherkommen.
Manchmal habe ich den Verdacht, diese Leute spüren innere Stärke bei anderen und haben ihren Spaß daran zu sehen, dass man sich aus Machtlosigkeit nicht traut zurückzuschlagen oder es eben in dieser Lebensphase nicht kann.

dank meiner Bemühungen auch sein Kind nicht verloren hat
Dank Deiner Bemühungen hat Dein Kind noch Kontakt zum Vater. Nur für es hast Du es getan.
 

Laleila

Cilia
  • #32
Wenn das Kind alt genug ist, einfach mal für einen Monat oder auch 3 Monate zum Vater geben. Wenn da sich der Alltag einschleicht dann war es das mit dem Super-Papa….

Den Tipp finde ich gar nicht schlecht.
Generell würde ich, wenn der Partner sich wegen einen anderen Frau trennt, das Kind direkt mitgeben und dann die Super-Coole-Wochenendmama geben.
Zumindest eine gewisse Zeit lang.
Die Neue freut sich bestimmt unheimlich darüber, dass der Mann den sie sich geangelt hat, plötzlich ein freizeitarmer Fulltimedaddy ist. Die Verlassene kann sich ein paar Monate um ihr Seelenheil und ihre berufliche Karriere kümmern und Daddy kann (falls er die Zeit findet) mal darüber nachdenken ob es wirklich eine so gute Idee war.
 
  • #33
Generell würde ich, wenn der Partner sich wegen einen anderen Frau trennt, das Kind direkt mitgeben
Da hätte ich Angst um mein Kind, weil es ihm ausgeliefert ist. Und wenn schon klar ist, dass er das Kind lästig findet, weil er mit seiner neuen Freundin Zeit verbringen will, kriegt es auch gleich noch einen Knacks mitgeliefert, dass die Mutter es im Stich lässt und es beim Vater unerwünscht ist.
Es ist ja kein Ding, um den anderen zu bestrafen oder ihm eine Lehre zu erteilen.
 

Laleila

Cilia
  • #34
Da hätte ich Angst um mein Kind, weil es ihm ausgeliefert ist.
Sprechen wir hier von gewalttätigen Monstern oder Vätern, welche das Umgangsrecht mit den Kindern haben?

Du hättest Angst um Dein Kind, wenn es beim Vater ist? Echt jetzt? Bei dem Mann den Du als Vater des Kindes aussuchtest und der das Kind bis dato mit erzog.
Und weil er die Mutter verließ wird er nun zur Gefahr des Kindes?
Das es hier keinen 'männlichen' Aufschrei gibt wundert mich schon ein wenig.

Ich verstehe die Wut der FS, aber sie kann sich nicht einerseits über den Vorteil der Schönwetterelternschaft des Vaters beschweren und andererseits nicht loslassen wollen.
 
  • #35
  1. Laleila, bei mir (FS) war die Situation ja etwas anders. Er hat uns nicht verlassen, ich bin gegangen weil er zu mir UND unserem Kind extrem aggressiv war. Es bei ihm leben zu lassen wäre mir in der Tat schwer gefallen, da es zu dem Zeitpunkt Angst vor ihm hatte. Mittlerweile ist das Kind älter und verständiger und durch den Abstand haben die beiden das besagte Schönwetterverhältnis.
Trotzdem könnte das Kind eh nicht bei ihm leben, da er unregelmäßige Arbeitszeiten hat.

Dass Trennungskinder auf einmal beim Vater leben wollen kommt ja vor, und da würde ich auch nicht im Weg stehen. Allerdings weiss ich, dass mein Ex, konfrontiert mit dem täglichen Alltagskram, vermutlich wieder laufend am Rumbrüllen und Beschimpfen wäre.
 
  • #36
Das ist denke ich ein wichtiger Punkt hier.
Allgemein das nicht Loslassen können von der Vergangenheit, was natürlich immer schwierig ist.
Oder übertrieben gesagt: wenn das Kind so gern beim Vater ist, kann es doch auch unter Woche beim Vater sein, inklusive Schulsorgen, Kinderarzt etc.
Du sagst, du bist mit deinem Kind immer allein. Gibt es keine Bekannte mit Kindern, mit denen man mal was gemeinsam unternehmen kann?
Und wie hier schon oft geschrieben wurde: such eine Beratungsstelle auf. Deine Gefühle sind nachvollziehbar, helfen dir aber aktuell nicht weiter, weil du dich immer klein und minderwertig fühlst, du bist ständig in Gedanken bei ihm und dabei dich zu vergleichen.
 
  • #37
Ich wage mich hier einfach mal in die Höhle des Löwen als geschiedener Mann mit zwei Töchtern.

Die FS sagt selbst dass Sie die erste Zeit mit dem Kind extrem gefordert hat. Das ist nachvollziehbar galt aber doch auch für den Vater, besonders wenn wie ich bei der FS zwischen den Zeilen lese ich ein typischer weiblicher Reflex einsetzte: Alles drehte sich damals nur noch um das Kind. Die Folge war dass der Mann sich degradiert und ignoriert fühlte und dadurch unterbewusst auf das Kind eifersüchtig war.

Hinzu kommt hier noch das der Vater Schichtdienst arbeitet, d.h. teilweise auch nachts. Hatte mein Vater auch und daher weiss ich das das wenn Kinder da sind alle doppelt belastet sind. Der Mann ist wenn er zuhause ist oft auch zu "normalen" Zeiten erschöpft und muss tagsüber vor-oder nachschlafen - wenn da ein Kleinkind schreit heißt das zuwenig Schlaf und entsprechende Gereiztheit. Das führt zu Streits bei denen aber sicherlich die FS nicht nur beschwichtigt hat sondern als selbstbewusste Frau auch ausgeteilt hat. Geschrien und beleidigt haben im Haushalt "in Gegenwart des Kindes" also mit höchster Wahrscheinlichkeit beide. Sie war also damals auch "aggressiv", auch wenn ich gerne glaube das es "nur reaktiv" war.

Ein Gewalttäter war er eben nicht. Die FS sagt ja sie hat ihn nicht wegen des einen "Kopf in den Schoss drücken" Vorfalles verlassen sondern weil er sie dauernd kritisiert hat.

Hinzu kommt das Männer mit Kleinkindern meist wenig anfangen können, das sich aber oft ändert sobald die Kleinen Laufen und Sprechen und man mit Ihnen spielen und "normal" kommunizieren kann.

Überforderung und fehlende Motivation sind nun aber keine in Stein gemeisselten Dauerzustände. Besonders wenn sich die Umstände (der Input) ändert, kann sich auch das Verhalten ändern (Output). Ich denke das ist hier passiert. Das Kind ist jetzt 4-6 Jahre alt und verständiger und man kann "männliche" Speile mit ihm spielen. Durch das 2. Kind auch nicht mehr so auf die Erwachsenen fixiert. Der Schichtdienst ist als negativer Faktor für die Vater-Kind Beziehung weggefallen. Kein Wunder das nunm auf seiner Seite alles besser läuft. Da bedurfte es gar keiner "Reformierung".

Das er soviel über seine neugefundenen Vaterfreuden an die FS kommuniziert ist wahrscheinlich auch kein sinisterer Plot um der FS eins auszuwischen. Ich denke die FS hat zumindest früher Ihrem Ex vorgehalten er wäre ein miserabler Vater und er versucht Ihr "durch die Blume" zu zeigen das sie sich geirrt hat. Vielleicht nicht sehr souverän, aber nachvollziehbar.

Das das Kind behauptet der "Stiefsohn" werde bevorzugt ist normale Eifersucht. Haben normale Geschwister auch!
 
  • #38
Wir leben zwar allein, aber wir haben natürlich schon einen Bekanntenkreis, Schulfreunde, etc. Das ist nicht das Problem. Wie bei vielen Trennungskindern ist halt bei meinem Kind auch ein bisschen die Sehnsucht nach einer intakten Familie da, Geschwister, was ich halt nicht bieten kann. Und natürlich Sehnsucht nach seinem Vater, denn es weiss nicht mehr wie es war als wir alle zusammenlebten.

Dass ich selber die Vergangenheit loslassen muss weiss ich ja,genau damit habe ich Probleme.
 
  • #40
@Stupor Mundi

Du kannst mir glauben, dass ich selber hinterher versucht habe, meinen Anteil zu sehen. Dass Väter mitunter eifersüchtig auf ihre Kinder reagieren war mir bewusst, aber ich weiss nicht was ich noch mehr hätte tun können. Er wurde bekocht, ihm wurde zugehört, sexuell lief es nach 6 Wochen wieder normal. Nach meinem Empfinden ist er nicht zu kurz gekommen. Das mag er anders sehen, aber er war auch auf einem ziemlichen Egotrip nach der Geburt. Da hätte ich vermutlich gar nichts recht machen können.

Auch das Problem Schichtarbeit versuchte ich zu entschärfen, indem ich mit dem Baby ausser Haus ging, damit er in Ruhe ausschlafen konnte.

Und nein, ich bin kein Mensch, der automatisch zurückbrüllt. Aber gegen Beleidigungen wehre ich mich. Meist war ich sowieso zu schockiert von seinen Vorwürfen und seinem Umgangston.

Dass die erste Zeit mit Baby stressig war, lag nicht ausschließlich am Kind, außerdem wagte ich kaum noch, ihn mit irgendwas zu belasten. Und als die Übergriffe zu den sonstigen Aggressionen dazukamen, war es für mich Zeit zu gehen.

Ich denke, es war ein Teufelskreis. Ihm passte nicht, wenn ich das Kind in Schutz nahm, aber hätte er nicht jedes Mal gar so extrem reagiert, wäre es auch nicht nötig gewesen. Oder welche Mutter wird ruhig zuschauen wenn der Vater das Baby als "geisteskrank" bezeichnet oder brüllt "Ich mach dich alle?"
 
  • #41
Du hättest Angst um Dein Kind, wenn es beim Vater ist?
Wenn er z.B. so ist, wie die FS beschrieben hat, ja. Und sie hat es ja auch in ihrem Beitrag begründet.

Bei dem Mann den Du als Vater des Kindes aussuchtest und der das Kind bis dato mit erzog.
Hat er meines Erachtens nicht, er hat es angebrüllt und war eifersüchtig, hat kritisiert, wenn es ihn nicht freundlich genug gegrüßt hat. Und anscheinend war ja anfangs nicht klar, dass er sich so verhält, wenn ein Kind da ist. Also von wegen "mal geliebt" oder "ausgesucht" - manche zeigen sich charakterlich ja erst, wenn sie richtig Macht kriegen über einen anderen.

Dass Trennungskinder auf einmal beim Vater leben wollen kommt ja vor, und da würde ich auch nicht im Weg stehen.
Genau. Das ist was ganz anderes, wenn das Kind es selber will und der Vater sich auch als solcher zeigt.

Hinzu kommt das Männer mit Kleinkindern meist wenig anfangen können, das sich aber oft ändert sobald die Kleinen Laufen und Sprechen und man mit Ihnen spielen und "normal" kommunizieren kann.
Du kannst ja mal Mütter fragen. Die, die ich kenne, konnten auch "nicht viel anfangen" mit dem Kleinkind. Es musste halt versorgt werden. Es geht ja nicht darum, ob man sich als Erwachsener unterhalten fühlt von seinem Kind, sondern darum, seine Bedürfnisse zu erkennen und sich voll auf das abhängige Menschlein einzustellen. Da mögen Frauen besser sein. Aber Männer können auch die Windeln wechseln und das Fläschchen geben.
Dass man ausgelastet ist, wenn man schon genug zu tun hat mit seiner Arbeit, finde ich verständlich. Aber das prallt ja anscheinend immer wieder aufeinander, dass Frauen sich ebenfalls dauerüberlastet fühlen, Männer denken, Kind kriegen und Kinderversorgung ist doch so gut wie nichts, und beide sich unverstanden vom anderen fühlen. Wenn einer dann noch dem anderen reinquatscht in Sachen, wer sich erholen darf, ist der Dauerkonflikt im Raum.
 
  • #42
Oder welche Mutter wird ruhig zuschauen wenn der Vater das Baby als "geisteskrank" bezeichnet oder brüllt "Ich mach dich alle?"
Herumbrüllen ist das eine, aber auch die in die Affekten gesagte Inhalte sind nicht unwichtig.

Für mich deutet hier viel darauf hin , dass ein Hass gegen die FS vorhanden war, der ansonsten sich nicht lösen konnte.
Dieser Hass entsteht nur, wenn mann in einer Situation ist, gegen die man grundsätzlich nichts ausrichten kann, also hilflos ist.

Kann es sein, dass Dein Ex, liebe FS, dass diese Familie, die ihr damals bildete, innerlich gar nicht wollte ? Vielleicht nie wollte?(Ja Du schriebst er wollte die Kinder, das ist aber nur ein Teil der Antwort)

Hattest Du damals die entscheidenden Schritte vorwärts gemacht?

Wenn das alles nicht zutrifft, hättest Du von Anfang an darauf bestehen müssen, dass er seinen selbstgewählten Teil der Verantwortung auch übernimmt.
Dies gilt auch dann, wenn die Frau sich unerträglich verhält. Hier hoffe ich , dass Du das nicht getan hast.

In diesem Falle hätte ich an Deiner Stelle beim nächsten Herumbrüllen die Polizei gerufen, denn so kam er seinen Aufgaben nicht nach.

Wäre dies so, so wäre vermutlich auch nichts dagegen einzuwenden, wenn Du Deinem Kind irgendwann mitteiltest, dass Sein Vater damals versagt hat.

Wäre er aber wirklich so lebensuntüchtig, wie die FS schreibt, dann würde das auch das Kind das früher oder später mitbekommen.
Bleibt der "Schönwetter-Daddy" aber immer als solcher bestehen, muss die FS sich wirklich auch an die eigene Nase fassen, ob alle ihre Entscheidungen und Verhaltensweisen immer so richtig waren.
 
  • #43
Sicherlich waren auch meine Verhaltensweisen nicht immer korrekt, wer macht denn schon immer alles richtig, vor allem in einer neuen Lebenssituation? In meiner Familie habe ich aber einen anderen Umgang miteinander gelernt und bin niemals dermaßen ausfällig geworden.

Was ich getan habe um diesen Hass, den ich ja immer wieder gespürt habe, zu verdienen, kann ich mir nicht erklären, weshalb ich das wohl auch so schlecht verarbeiten kann. Außerdem wollte er sich ja nicht trennen - und er leidet auch nicht heute noch darunter, schlecht behandelt worden zu sein. Eben weil ich ihn niemals so behandelt habe wie er mich!

Das Kind wollte er unbedingt, schon als wir uns gerade kennen gelernt hatten machte er das deutlich. Ich war in dem Fall diejenige, die es aufschob. Nachdem wir eine Weile zusammengelebt hatten, war ich auch bereit, und nie ging da was gegen seinen Willen.

Wenn ich ihm das Kind aufgezwungen hätte, hätte er sich kaum schlimmer verhalten können.

Gegen Ende der Schwangerschaft ging es los mit den Ausrastern, und er war dauerhaft genervt (nee, ich war keine heulsusige Schwangere). Er ging jedes Wochenende weg und kam sturzbetrunken zurück, erzählte mir dass es gar nicht passt mit uns und nahm es nüchtern wieder zurück.

Vielleicht merkte er, dass er es eigentlich gar nicht wollte oder dass er mich nicht wollte. Bevor ich schwanger wurde hätte er genug Chancen gehabt es sich zu überlegen, und als er immer unzufriedener wurde, sprach ich es auch an. Aber er hielt an der Beziehung fest, ich bildete mir das alles natürlich ein. Waren andere dabei, war er nett zu uns und zeigte stolz unser Kind herum, so verlor ich nie die Hoffnung, dass es besser werden könnte. Auch daheim war er natürlich nicht immer so aggressiv, aber die Vorfälle häuften sich und wurden schlimmer.

Vermutlich ein Fall von "jetzt habe ich es, jetzt will ich es nicht mehr".

Und den Schönwetterpapa spielen ist keine Kunst, wenn man sein Kind durchschnittlich zwei Nächte pro Monat und halt in den Ferien sieht. Jetzt ist es auch älter und weint nicht mehr, wenn es sich wehtut oder wenn Mama weg muss. Das konnte mein Ex im Baby- und Kleinkindalter nämlich am allerwenigsten ab.
 
  • #44
Quäle Dich nicht, Odile, das macht keinen Sinn.

Mein Ex-Mann wollte unseren beiden Kinder ganz klar und bewusst und war auch unendlich überfordert damit. Sie waren niemals auch nur einen einzigen ganzen Tag bei ihm und die paar Stunden auch nur, weil ich sie ihm hinterher gefahren habe.

Ich habe auch ewig und drei Tage nicht verstanden, weshalb er solche sich steigernden Ausraster bekam als ich schwanger war.

Viel später setzten sich langsam die Puzzle-Teile zusammen:

Er wollte die Beziehung unbedingt, konnte es aber schon immer auf den Tod nicht ausstehen, dass ich beruflich und privat viel unterwegs war, viele Freunde hatte, handwerklich geschickt war und andere Begabungen hatte als er. Er zeigte es nur nicht, weil er wusste, dass ich - hätte er mich eingesperrt - ganz schnell weg gewesen wäre.

Dann war ich schwanger, er hatte mich sicher und wollte nun die Linie vorgeben - mit völlig absurden Vorschriften, mit denen er sich auch teilweise an einem einzigen Tag wiedersprach. Leider klappte das nicht so ganz, ich lasse mich nicht fertig machen und deshalb gab es solchen Krieg, dass man es sich kaum vorstellen konnte - abwechselnd mit etwas besseren Zeiten.

Als das zweite Baby etwa fünf Monate alt war, verschwand er einfach übers Wochenende zu einem Freund. Als ich merkte, dass ich wegen einer Halsinfektion hohes Fieber bekam, hatte ich noch nicht einmal eine Telefonnummer. In dieser Nacht habe ich mich innerlich getrennt, wegen seines Psychoterrors die Sache aber erst viel später ganz durchgezogen. Seitdem habe ich ihn wegen der Kinder niemals mehr um Hilfe gebeten, ihm die Chance genommen mich wieder sitzen zu lassen - und es ging mir besser damit.

Er hat aus einer späteren Beziehung Kinder, denen er ein guter Vater sein kann. Vielleicht weil er die Mutter seit Jahren schon nicht mehr richtig will?

Ich habe - für mich - seit vielen Jahren abgeschlossen mit diesem hoch begabten Irren. Dass er seine Kinder zu 96 % eines Vaters beraubt hat, verzeihe ich ihm aber nicht.

Insofern - vielleicht wirst Du noch verstehen, weshalb Dein Ex sich so benommen hat, vielleicht auch nicht. Ich hoffe nur, dass er wenigstens ein bisschen wirklich Vater ist und nicht nur Entertainer - für euer Kind.
 
  • #45
Liebe Odile,

Du hast ihn verlassen. Das hat seine männliche Eitelkeit wohl nicht vertragen. Und nun präsentiert er Dir mit Schadenfreude, was für ein toller Mann und Papa er (angeblich) ist und was Du verpasst hast durch Dein Gehen ... alles Show!

Ich würde an Deiner Stelle den Kontakt einschränken auf das nötige Mindestmaß (fürs Kind). Ansonsten ihm zu verstehen geben dass Du mit ihm als Mensch abgeschlossen hast. Weil er ein schäbiger Mensch war (ist). Schäbige Menschen verändern sich nicht in einer neuen Partnerschaft! Forget it! Früher oder später drückt er ihren Kopf in die unteren Etagen ... (was für ein widerlicher widerlicher widerlicher Kerl).

Hat er sich eigentlich je bei Dir entschuldigt für sein Verhalten? Hast Du ihm je gesagt warum Du ihn verlassen hast? Gab es einen wirklichen Abschluss in Eurer Beziehung?

Wenn Du drei Jahre nach der Scheidung noch so darunter leidest wird es Zeit einen Weg zu finden, dieses Kapitel zu verarbeiten und abzuschließen.

Ich denke ein paar Stunden professionelle Unterstützung würden Dir helfen zu lernen wie das geht ...

Häng Dein Herz nicht an Menschen die Dir nicht gut tun. Dann geht es Dir besser. Damit schaffst Du Raum für Harmonie, Frieden und Schönes in DEINEM Leben!

Alles Liebe für Dich!
 
  • #46
Was ich getan habe um diesen Hass, den ich ja immer wieder gespürt habe, zu verdienen, kann ich mir nicht erklären, weshalb ich das wohl auch so schlecht verarbeiten kann
Such doch die Schuld nicht bei Dir. Wenn Du so denkst, implizierst Du ja, dass er recht hatte mit seinem Verhalten, weil Du die Ursache bist. Das ist aber Quatsch, weil er sich nun wirklich nicht berechenbar und fair verhalten hat.

Dann war ich schwanger, er hatte mich sicher und wollte nun die Linie vorgeben
Das klingt für mich sehr nachvollziehbar.
Ich hab nun keine Kinder, aber mein Ex wurde auch zum seltsamen Generaldirektor, als er meinte, beruflich auf dem aufsteigenden Ast zu sein. Da ging es auch los mit diktatorischen Verhaltensweisen, als sei ihm "die Macht" zu Kopf gestiegen. Und es hat ihn auch gewurmt, dass ich unabhängig war.
 
  • #47
Ich würde praktisch vorgehen. Was die Übergabe angeht, so suche dir Unterstützung bei einer Beratungsstelle oder notfalls einem Anwalt. Er denkt immer noch, dass du das schwache, hilflose Weibchen bist, dass er als Punchinball beutzten kann. Setze ihm Grenzen.
 
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