• #1

Wolke 4 statt Wolke 7 - reicht das?

Ihr Lieben, ich wäre für Gedankenanstöße zu meiner Situation dankbar.

Wir sind seit 3,5 Jahren ein Paar, leben nicht zusammen, sehen uns, so oft der Alltag es zulässt. Wir kamen beide aus langen Beziehungen (er: 7 J Ehe, zwei Kinder; ich: 16 J unverheiratet, keine Kinder) und wollten es langsam angehen lassen.

Er setzte sich schnell für eine feste Beziehung ein. Ich war anfangs langsamer unterwegs (kopfige Waage), aber habe mich mehr und mehr verliebt. alten eigene Projekte fertig gestellt, war weniger in meiner Stadt und mehr bei ihm. Habe bei Hausbau mit abgepackt. Mit den Kindern ist es wunderbar- habe sie ins Herz geschlossen und fühle mich auch von ihnen angenommen.

Aber: Er hat so wenig Zweit, studiert und hängt sich richtig rein. Ich stehe hinter seinen Ideen, bewundere seine Tatkraft, Entschlossenheit, Konzentrationsfähigkeit. Ich liebe und schätze vieles an ihm, finde ihn attraktiv. Aber mich verletzt, dass er seine eigenen Projekte sehr in den Fokus rückt. Nach den harten Zeiten mit dem Hausbau die studienphasen und viele weitere Projekte. Ich träume Ankommen. Im Raum steht ein gemeinsames Haus, wo wir beide reinpassen.

Nun kam er letzte Woche mit dem Plan, den Hauswunsch seines Vaters zu erfüllen. Mein Körper reagierte mit Durchfall und einem Gefühl von Ameisen in den Adern. Ich wache auf und erkenne, wie oft ich schon traurig war und mich allein fühlte, nicht geborgen, nicht gesehen als die, die ich bin. Was fehlt, sind z.B. die Fähigkeit für tiefe Gespräche, Resonanz. Die Körperlichkeit wird immer weniger, Zungenküsse haben lange aufgehört. Wir driften in eine Art platonische Partnerschaft ab, was ich ganz und gar nicht will. Er redet nie von sich aus. Wenn mein Bauchschmerz zu stark wird, beginne ich Gespräche. Aber ich stoße schnell an Grenzen. Er macht sich solche Gedanken nicht, „für mich ist offensichtlich mehr in Ordnung als für Dich“. An der Sexualität zu arbeiten ist er nicht bereit. Sex dürfe keine Arbeit sein, nichts technisches. Für mich auch nicht...

Das Coronajahr war eine Probe für uns - mit mehr gemeinsamer Zeit als vorher, was teils wunderbar war, aber jetzt gerade bin ich an einer Grenze angelangt, vor der ich Angst habe. Ich muss entscheiden, ob ich das Abwarten länger aushalte oder mutig an mich selbst denke und gehe. Da ist Angst, ins Singleleben zurückzuspringen, ins Alleinsein, zurück auf Los (wo ich in der Zeit mit ihm erstmals in meinem Leben ans Sesshaftwerden und ein Familienleben mit Kindern denke). Aber auch Angst, Probleme zu verschleppen und immer wieder mit Bauchwehphasen kämpfen zu müssen. Er will die Beziehung erhalten, er ist mit Wolke 4 zufrieden und empfindet es als beste Lösung. Mir tut seit dieser Aussage aber alles weh. Eine 4 hatte ich schonmal und bin schweren Herzens gegangen, weil etwas fehlte... Dass die Seele klingt und das Gefühl, zu Hause angekommen ist.

Habt Ihr Gedanken zu der Situation? Ich habe grad Kopf- und Herzknoten, die Waage wird mit abwägen nicht fertig.
 
  • #2
Da ist Angst, ins Singleleben zurückzuspringen, ins Alleinsein,
Ein gutes und zufriedenes Singleleben ist die Basis für eine gute Beziehung, wer nicht alleine mit sich glücklich sein kann, der wird früher oder später Probleme in der Beziehung bekommen!
Eine 4 hatte ich schonmal und bin schweren Herzens gegangen, weil etwas fehlte... Dass die Seele klingt und das Gefühl, zu Hause angekommen ist.
Habt Ihr Gedanken zu der Situation? Ich habe grad Kopf- und Herzknoten, die Waage wird mit abwägen nicht fertig.
Ich rate dir zu gehen, niemals werde ich in einer Beziehung bleiben, die mir nicht gut tut!! Dieser Mann hat dich nicht verdient!!
 
  • #3
Dein Problem ist nicht Wolke 4 statt Wolke 7 sondern du hast massive Ängste. Themen dieser Ängste sind Corona, Familiengründung, Hausbau ... davor bist du weggelaufen.

Ok. Das Thema Sexualität wäre da noch. Das ist in der Tat ein zusätzlicher Aspekt.
 
  • #4
Ja, die Stimme der Seele lässt sich nicht überlisten und ist das Stärkste was es gibt. Selbst Dein Körper, selbst Dein Ego haben nichts zu melden auf Dauer.

Du spürst und fühlst es richtig: Auch er ist nicht Dein Zuhause.
Um so was zu finden, musst Du erst selber in der richtigen Resonanz sein: Der tiefe selbstlose Friede in Dir selbst finden, ohne eine Spur von Sehnsucht. Dann begegnet Dir der Mann wonach sich Deine Seele sehnt. Glaub mir, es ist schon fast geschafft wenn Du es in Dir hast.

Ich glaube nicht dass Du hier mit Deiner Frage noch mehr Argumente sammeln musst. Dein ganzer Beitrag ist voll davon warum es für Dich nicht mehr stimmt. Es reicht um zu sagen dass es sich lohnt den Kampf aufzugeben. Und tief im Herz kennst Du die Antwort: Du musst erst wieder zu 100 Prozent zu Dir finden und Lust haben, nur sehr wenige Kompromisse einzugehen und die tiefe Kraft aus authentisch leben schöpfen und wieder wertschätzen als der beste Energielieferant überhaupt. Es macht glücklich.

Wenn er es ist... und er ändert sich nicht.... und Du kannst nur Dich selber ändern- gut, vielleicht hoffen dass es eine Resonanz darauf geben würde- aber so wie Du ihn hier schilderst wird das kaum eintreffen....
.... wenn er es ist, würde Euer Weg sich wieder kreuzen. Das würde das Schicksal dann steuern, die da oben. Aber das trifft sehr selten ein, und oft sind Menschen eben nur ein Stück Wegbegleiter.

Tut mir leid, ich hätte gern einen Trost geschrieben, aber Dein Beitrag ist so klar formuliert und Deine Seele spricht so klar die Botschaft aus.

Gehe Deinen Lebensweg mit ihr, denn sie nimmst Du mit wenn Du mal gehst....
 
  • #5
Oh je, ohne Zungenküsse fände ich es schwierig. Dein Körper meldet sich deutlich mit Symptomen. Du schätzt ihn als Mensch, aber was und wie willst du leben? Für ihn ist es ok, er scheint in Gesprächen zu mauern. Eine Wolke 4 reicht meiner Meinung nach nicht aus. Deinem Text nach meine ich zu entnehmen, es reicht auch dir nicht.
 
  • #6
Er macht sich solche Gedanken nicht, „für mich ist offensichtlich mehr in Ordnung als für Dich“.
Anscheinend ist ihm das aber kein Alarmsignal.
Warum ist das so? Ja klar, weil er die Beziehung nicht so wertvoll sieht wie Du. Aber die Frage ist erstmal, ob er nicht genau hinsieht, weil er so beschäftigt ist mit allem anderen, oder ob er längst desillusioniert ist über eure Beziehung und daher "laufen lässt", "sich selbst überlässt". Seine Aussage mit
Er will die Beziehung erhalten, er ist mit Wolke 4 zufrieden und empfindet es als beste Lösung.
klingt ja nach "Laufenlassen". Und vielleicht bist Du ihm nützlich, z.B. mit den Kindern.

Er scheint nicht damit zu rechnen, dass Du gehen könntest, oder es ist ihm tatsächlich egal.
Dass Du Bauchschmerzen hast dabei, finde ich verständlich. Irgendwo geht das Leid ja hin, dass Du durch diese Sicht seinerseits auf euch empfindest.

Vielleicht hast Du Angst, dass er, wenn Du die Trennung willst, mit den Schultern zuckt. So wirkt er auf mich. Aber ich seh das so, dass man aus solchen Situationen wirklich so schnell wie möglich raus muss. Es tut mir auch leid wegen der Kinder, aber ich denke nicht, dass Du hier was gewinnen kannst, ich denke auch nicht, dass sich was ändert.

Wenn er noch studiert, ist er noch in seiner Umbruchphase. Ich könnte mir vorstellen, dass er jetzt nur noch nicht richtig guckt, was er mit einer Beziehung will. Also wegen "4 reicht". Irgendwann verliebt er sich am Ende doch mit dem höchstmöglichen an Gefühlen, also 7, und dann trennt er sich DANN. Weiß man nicht, aber neben so einem Menschen leben könnte ich nicht.
Und krank macht es Dich ja auch schon.

Wenn einer mir sagen würde, dass ich nur "Wolke 4" bin, würde ich gehen. Aber die Frage ist nun auch, wie das Gespräch genau war. Also ob er selbst in solchen Kategorien denkt und Dir sagte, Du seiest nur 4, oder ob Du schon seit Ewigkeiten vermittelst, dass er Dir nicht genug ist, also dass er Dir nur ne 4 ist. Es klingt ja eher so, als hätte er sich nie engagiert. Aber vielleicht spürt er Deine Enttäuschung über ihn schon lange und hat sich dann selbst auch verabschiedet und überlässt alles sich selbst.
 
  • #7
Nun, es ist das Resultat, wenn Frau sich wie eine Ehefrau verhält, ohne eine zu sein. Warum hast du am Hausbau mitangepackt? Kannst du sonst nichts mit deiner Zeit und Energie anfangen?
Ich sehe hier einen Mann, der Hilfe im Haus und bei den Kindern gesucht hat, deswegen hat er auch schnell zu Beziehung gedrängt, und betrachtet das ganze recht pragmatisch. Er kann tatsächlich nicht verstehen, was du hast, weil ER ja alles hat, was er braucht. Ich bin mir sicher, wenn Hausbau fertig ist, sein Studium zu Ende und die Kinder aus dem gröbsten raus, wirst du abgeschossen, weil er dich nicht mehr braucht. Buchstäblich.
Eine ehemalige Schülerin von mir hat super Job in 100 km entfernter Stadt ergattert. Da sie einen Freund hat, hat sie in der Mitte eine Wohnung genommen. Sie pendelt zu ihrem Job, sie pendelt zu ihrem Freund, der Freund wohnt dort, wo er war. Der Arbeitgeber hätte spottbillige Wohnung für sie, zu Fuss erreichbar. Aber ich nehme an, der Freund würde nicht pendeln wollen.
Wenn beide Beziehung wollen, dann müssen beide was dafür tun, und nicht, wie Lionne69 schon mal erwähnt hat, der eine bestimmt, ob und wie das Wir erlebt wird.
 
  • #8
Ich versuche mal zu verstehen. Er hat Dich in sein Leben integriert, wie er es braucht. Für ihn passt eure Beziehung seit 3,5 J. Er ist schon so, seit du ihn kennst. Daher kein Änderungswunsch.
Du fühlst dich aber nicht gesehen, deine Bedürfnisse nicht wahrgenommen. (Häufiges) Reden hat bisher zu keiner Änderung bzw. Weiterentwicklung in einen gem. Haushalt geführt. Dennoch gibt er Dir Mehrwert an der Beziehung festzuhalten, anstatt als Single durchzustarten. Du empfindest Single-Sein deutlich als Verlust.
Das eigentliche hast Du nicht geschrieben, nämlich eure Zukunftsplanung? Was hat er zu einem Zusammenzug gesagt? Ist dieser überhaupt möglich, wie weit wohnt ihr auseinander(?) und er kann schon nicht umziehen, wegen seinem Haus, Kinder und Vater, den er aktiv unterstützen will. Kannst Du theoretisch zu ihm ziehen, und was nennt er als Hinderungsgrund? Was sagt er zu deinem Kinderwunsch? Was sind seine Pläne nach dem Studium, welche Ambitionen/Karriere strebt er an? Ich frage, weil ich vermute, dass er gern aktiv arbeitet, entscheidet und sich seine Herausforderungen selbst sucht und daher schon wenig Zeit für eine Partnerin hat, die eben nebenherläuft und ihm das Leben „bequem“ macht (den Rücken freihält), sich anpasst, damit der sich um seine Projekte kümmern kann und dabei erfolgreich ist.
War er schon in der Ehe so, viel Arbeit, weniger Familienleben bzw. Paarzeit? Ich meine, es gibt Menschen, die „brauchen“ weniger Paarzeit und Familienleben, weil sie den Kopf vor lauter Ideen und Ziele haben, und dem Priorität einräumen, damit wird diesem alles untergeordnet, auch der Partner und diese Projekte, geben dem Menschen nicht nur Aufgabe, sondern innere Befriedigung, mehr als Paarzeit und Kümmern um & Austausch mit der Partnerin (vor 200 J hieß es Visionäre, diese Männer waren auf Achse und die Frauen lange Zeit allein mit Kindern und haben gewartet, ihn dahin unterstützt, indem sie ihm den Freiraum ließen, sich weltweit selbst zu verwirklichen.) Ich denke gerade auch an S. Jobs, der auch kaum bei seiner Familie war, weil ihm seine Vision und Erfolg wichtig war, dennoch war er 20 J verheiratet und wäre es wahrscheinl. noch heute. Ich glaube, sein Marke wären heute nicht halb so erfolgreich, wenn seine Ehefrau ihn als seinen Lebensinhalt gesehen hätte und mehr Zeit für die Familie gefordert hätte, dass er bei seinen Zielen zurücksteckt und seine Vision ihr unterordnet. Ich mag auch falsch liegen, doch was für Mensch (ehrgeizig?) ist er und wie ausgefüllt ist dein eigenes Leben? Was sind detailliert deine Erwartungen und Wünsche? Ich meine, theoretisch er wäre so ehrgeizig und ambitioniert, ständig am Arbeiten und Entwickeln, ihr würdet zusammen leben, vlt. mit gem. Kindern, wärst Du dann genauso alleine, wie jetzt auch schon? Oder wäre es dann anders und war er in seiner Ehe ein Familienmensch, mit 50% Erziehung, Betreuung und Haushalt, und dafür hat er alles hintenangestellt?
 
  • #9
Hm, ich verstehe dich so, dass du ihn liebst aber Sexuell seid Ihr nicht auf der gleichen Wellenlänge. Das ist natürlich ein Problem. Hast Du schon mal mit ihm darüber gesprochen?
 
  • #10
Ich wache auf und erkenne, wie oft ich schon traurig war und mich allein fühlte
So wie du es beschreibst, bist du Zuschauer und er auf der Bühne seines Lebens. Du bist ihm gefolgt und hast dich angepasst. Er verweilt in seiner Heimat, musste nichts verändern oder aufgeben.
Genau so gefällt ihm das natürlich. Du fühlst dich wie Beiwerk im Blumenstrauß.
Worauf genau wartest du?
Soll er dir einen Antrag machen?
Er spricht ja nicht sehr gerne und denkt nicht sehr gerne nach. Ein einfaches bodenständiges Gemüt, das seine eigenen Gefühle sicherlich nicht tiefergehend einordnen kann. So ist er eben.
Das fühlt sich für dich nicht nach Nähe an.
Eine 4 hatte ich schonmal und bin schweren Herzens gegangen, weil etwas fehlte
Ja nach 16 Jahren aber erst. Das war zu jener Zeit sicherlich lange die Wolke 7. Die erste Erfahrung. Bis du dann etwas neues erleben wolltest.
Ich bin dafür, dass man all diese Jahre nicht als "verschwendet" sehen sollte, sondern als ganz normalen Teil des Lebens, mit vielen schönen Momenten und vielen schönen Erinnerungen. Es ist all das, was dich zu dem Mensch macht, der du heute bist.
Allgemein im Leben läuft es ohnehin nie so, wie man es gerne hätte.
Irgendwas ist ja immer. Glaub mir, es kann auch mal so richtig miserabel sein. Deine Bauchschmerzen lohnen sich gar nicht. Dafür ist viel zu viel in Ordnung.
Es kann dir hier niemand sagen, ob du nach einer Trennung deine Träume erfüllt bekommst. Ob du einen Seelen-Partner findest oder lange Zeit alleine bleibst.
Fakt ist jedenfalls momentan, dass dir die aktuelle Partnerschaft "nicht genug" ist. Die Kommunikation nicht genug ist. Die gemeinsamen Projekte fehlen. usw. usf.
Ich würde raten....
Noch wohnst du in deiner Stadt und nicht mit ihm zusammen, oder? Versuche dort mal wieder ein eigenes Projekt aufzunehmen.
 
  • #11
Wow, ich bin immer wieder erstaunt, wie sich Menschen arrangieren. Denn etwas anderes ist das gerade für mich nicht! Und ich fühle mich auch wieder bestätigt darin, lieber alleine zu bleiben, als solch falsche Kompromisse einzugehen. Du fühlst Dich unwohl, nicht wertgeschätzt und akzeptierst trotzdem die Gegebenheiten seit einer langen Zeit. WARUM???
Der äußere Rahmen fühlt sich für Dich nicht gut an, der innere aber auch nicht (Gefühle, Sex)
„Sex dürfe keine Arbeit sein ...“, ne, ist klar, da geht aber einer den ganz pragmatischen Weg🤪

Wie gesagt, ich verstehe es nicht, dass man über Jahre hinweg die eigenen Empfindungen derart verleugnet. Was erwartest Du von diesem Menschen? Es wird sich nix ändern.
Du musst etwas ändern😉
 
  • #12
Das hört sich leider so an, als ob er dich nicht ausreichend liebt und dich nicht als seine Traumfrau sieht. Auf dieser Basis kann man grundsätzlich nichts Haltbares bauen, es spielt aber auch eine wichtige Rolle, wie er dich am Anfang der Beziehung behandelt hat und wie es zum jetzigen Zustand gekommen ist - weniger Gefühle, sexuelles Desinteresse, andere Prioritäten. Es gibt nicht genug Infos, deine Erzählung klingt aber schon danach, als ob der Anfang der Beziehung ganz gut war, du aber unwissentlich selbst zu dieser negativen Entwicklung beigetragen hast. In diesem Fall besteht die Hoffnung, dass du noch eine positive Wendung bewirken könntest, wenn du dein Verhalten änderst. Du solltest dich unbedingt zurückziehen. Es wäre sehr hilfreich, wenn du dich von einem guten Beziehungscoach beraten lässt, wie du genau vorgehen solltest.
 
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  • #13
Hallo! Du scheinst sehr spirituell unterwegs zu sein und hast bei seelischem Ungleichgewicht sofort körperliche Symptome. Daher würde ich diese auch ernst nehmen, denn es ist ein Teil von dir.

Es ist ja eigentlich egal, womit er zufrieden ist, de facto Du bist es nicht.

Ich würde ein sehr ernstes Gespräch angehen und ihm sagen, dass du dich allein gelassen und perspektivlos fühlst und dass du dich körperlich schlecht fühlst deswegen, und daher du dich trennen musst, wenn er wirklich nicht bereit ist, Teamwork zu leisten.

Er behandelt die Beziehung schon sehr einseitig, für ihn ist alles okay, er ist durch und durch ausgelastet mit job, kinder und Studium. Du bist es anscheinend nicht und erwartest den Ausgleich von der Beziehung, was aber auch legitim ist. Nur er scheint es nicht geben zu können, geben zu wollen.

Tief innen weißt du aber: es ist immer besser, loszulassen, als sich an das falsche zu binden. Wenn es also nicht wirklich passt, ihr nicht harmonisiert, bist du alleine tatsächlich glücklicher und gesünder.
 
  • #14
Ich bin auch der Meinung, dass es mit euch nicht passt.

Dass ein Mensch seine Dinge in den Fokus rückt, ist normal. Das solltest du auch tun. Können Frauen aber oftmals schlecht.

Unverzeihlich am Partner ist, wenn er nicht in Resonanz tritt und mit dem man einfach nicht reden kann.
 
  • #15
Kannst Du knicken! Er ist zufrieden, Du nicht. Trenne Dich so rasch und so sauber und komplett als möglich. Lass ihn seine Häuser bauen, das braucht er.
Du bist sicher nicht mehr die Jüngste, hoffe, Du kriegst die Kurve mit Familie noch. Aber hoffentlich siehst Du Deinen Neuen nicht nur als Familiengründer. Alles Gute für Dich!
ErwinM, 51
 
  • #16
Liebe FS, eine Frage: was sind deine Projekte außer anzukommen? Was bedeutet es konkret für dich? So wie ich es verstanden habe, habt Ihr ein Haus gebaut und er plant jetzt noch eins für seinen Vater zu bauen? Warum ist es für dich ein Problem? Vielleicht habe ich es auch nur falsch verstanden, aber für mich klingt deine Erwartung ein wenig spirituell und irgendwie nicht realistisch. Ich meine eine permanente Wolke 7 würde niemand dir geben können. Die 7.Etage ist nur ein vergängliches Moment des Glücks und deshalb auch so wertvoll. Das Thema Sex ist das einzige Thema, was für mich als wirkliches Problem zwischen euch da ist. Und natürlich deine Ziellosigkeit macht dich auch m. E. Unattraktiv. Denn ankommen (was auch immer das auch heißen mag) als einziges Ziel finde ich persönlich einfach zu wenig.
 
  • #17
Liebes,

Wenn Dein Körper schon anfängt
Mein Körper reagierte mit Durchfall und einem Gefühl von Ameisen in den Adern.
, dazu regelmäßige Bauchschmerzen -
Warum hörst Du nicht auf Dich?

Deine Gefühle sagen Dir
und erkenne, wie oft ich schon traurig war und mich allein fühlte, nicht geborgen, nicht gesehen als die, die ich bin.
Und das ignorierst Du, Du machst immer weiter, redest...
Man kann Gefühle nicht herbei reden.
Es passt für ihn, er macht Seines, Du unterstützt ihn, begleitest ihn, kommst mit seinen Kindern sehr gut klar - was sollte er ändern.
Ich vermute, wie bei vielen Frauen, dass Du Dich wenig deutlich artikulierst, ein bisschen nebulös, indirekt - und denkst, dass versteht er schon.
Und so bekommst Du auf eine zarte Anfrage, die Antwort, der Sex passt, die Beziehung passt, wer braucht schon Wolke 7 - die hat mit Realität sowieso wenig zu tun.
Er baut seine Zukunft auf und plant ganz sicher mit Dir, stellt es gar nicht in Frage, weil er Dein Tun registriert und Deine Andeutungen nicht versteht.
Er sieht, dass Du es toll findest, was er macht.
Wolke 4, Wolke 7 ist Frauensprech - und sehr interpretationsfähig.
Wolke 7 wäre für mich auch nur Verliebtheit, Himmelhoch, Luftschloss.
Ich liebe aber meinen Partner, fühle mich geliebt, gesehen, angekommen. Also auch nicht Wolke 4.
Du merkst, ich kann mit diesen Wolken nichts anfangen.
Mir geht es um das Gefühl. Das spüre ich in mir.

Es kann sein, dass Ihr wirklich mal grundlegend reden solltet, Klartext, was willst Du, was stellst Du Dir vor, wie möchtest Du eine Zukunft, ich glaube, er fällt aus allen Wolken...
Vielleicht löst sich dann Dein Gefühl, wenn Du ihm die Chance gibst, Dich zu sehen?

Ansonsten bleibt nur die Konsequenz aus dieser Bilanz
Eine 4 hatte ich schonmal und bin schweren Herzens gegangen, weil etwas fehlte... Dass die Seele klingt und das Gefühl, zu Hause angekommen ist.

Seele rebelliert, Körper rebelliert - dann verbiege Dich nicht länger.

Nur befürchte ich, dass wenn Du nicht lernst, Dich klar zu positionieren, wirst Du nie ankommen.

W, 51
 
  • #18
Du fragst im Titel: "Reicht das?" und gibst die Antwort im Text selbst: Ihm reicht es. Dir nicht.

Körper und Seele zeigen dir deutlich, dass du gegen elementare und vollkommen berechtigte Bedürfnisse handelst, wenn du weiter in dieser Kompromissbeziehung bleibst. Das würde ich an deiner Stelle sehr ernst nehmen, denn Argumente wie gutes Verhältnis zu den Kindern oder gemeinsames Haus in Aussicht können nicht aufwiegen, was dir an geistiger und körperlicher Nähe mit ihm fehlt. Und Angst (vor dem Alleinsein) ist nie ein guter Ratgeber.

Alles Gute für dich!

W, 27
 
  • #19
Ja ich denke, es ist Zeit zu gehen für dich. Deine körperlichen Schmerzen zeigen es doch deutlich, dass du deine Grenze längst überschritten hast. Willst du warten, bis ein Magengeschwür draus geworden ist?

Ich sehe es leider auch so: es ist schön mit dir, du bist ihm nützlich, aber nicht wichtig.
Er hat resigniert. Wärst du nicht da, wäre es eine andere.

Mein Tipp: bring dich niemals wieder so stark für einen Mann und seine Träume/Projekte ein, wenn du nichts davon hast.

Lebe für deine Projekte, gestalte du dir dein Leben schön, wo ein Mann die Zuckerkirsche oben drauf ist, aber nicht der ganze Kuchen.
 
  • #20
Habt Ihr Gedanken zu der Situation? Ich habe grad Kopf- und Herzknoten, die Waage wird mit abwägen nicht fertig.
Das passiert nur, wenn du jede Variable gleich gewichtest.

Pro und contra Listen funktionieren aber in komplexen Situationen nickt mehr und Beziehungen sind komplex.

Mir scheint es so, dass du zu sehr in deinem Kopf bist ( Ängste ) und zu wenig bei dir und deinen Gefühlen, die dir Auskunft darüber geben, was dir guttut und was nicht. Und wohin die Reise gehen soll...

Dein Bauchgefühl spricht eine deutliche Sprache und ich würde die Signale nicht übergehen.

Ihr scheint sehr unterschiedliche Dinge im Leben zu wollen....
 
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  • #21
Hier die FS, DANKE für Eure Gedanke! Da ist vieles dabei, was ich selber spüre, aber noch nicht in die Tat umgesetzt habe. Wir hatten am letzten Wochenende ein Gespräch; ich habe meine Gefühle sehr offen geäußert und um ein Gespräch zu Neujahr gebeten. Jetzt mitten in seiner Dipl.-Arbeit will ich keinen Knall. Und keinen Bruch vor Weihnachten. Feige, ich weiß. Ich kann es NIE knallen lassen, auch mal ne Szene machen, selbst, wenn es Jemand verdient hätte. Selbstbeherrschung- davon habe ich zu viel. Ich bewundere emotionale Menschen, die pure Gefühle rauslassen können. Weihnachten fahre ich zu meinen Eltern und nach der Rückkehr reden wir.

Noch kurz zu uns - wir sind beide 39, beruflich geradlinig, aber haben unterschiedliche Wege genommen. Ich habe direkt nach dem Abi dual studiert und nächstes Jahr 20jähriges in meiner Firma. Er hat als Azubi begonnen und holt das Studium innerbetrieblich jetzt nach. Also erst Familie, Haus, jetzt Karriere. Bei mir andersrum.

Über lange Jahre war ich leistungsorientiert, hatte Lust und Freude, etwas zu leisten, wollte vorankommen und beruflich viel erleben, war offen für Dienstreisen und alles. Mein Ex damals in gleicher Lage, haben zusammen Schulabschluss, Studium und erste Jobs und Wohnungen gestemmt. Sind in dieser Zeit 12 Jahre gependelt. Für ihn war ich die große Liebe und die Trennung war wahnsinnig schwer. Das schwerste, was ich in meinem Leben machen musste. Ich habe oft versucht mich zu überzeugen: „Heirate ihn doch! Bekomme Kinder!“ aber ich konnte nicht, KONNTE nicht in die Rolle schlüpfen, die vorgezeichnet schien. Mein Körper gab mir auch damals deutliche Zeichen.

Ich bin immer eine Langsame, was große Entscheidungen angeht. Das mit dem Spirituellen stimmt, bin dafür offen. Habe während der Trennung viel gelernt, mir Hilfe geholt, Auszeiten genommen, ein Coaching. „Ich will die Maske runternehmen!“ wurde zu meinem Ziel. Lernsätze wie „Nur die Wahrheit macht Dich frei“ haben geholfen.

Nach dreijähriger Singlezeit bin ich jedoch in die SELBE Situation wieder hineingerutscht: Eine Beziehung, in der absehbar war, dass ein Zusammenziehen so schnell nicht klappen wird. Ich hätte es Anfangs auch nicht gewollt, war noch zu sehr mit meinen eigenen Dingen beschäftigt. In der neuen Stadt hier ankommen, die neue Stelle, liegengebliebenes aufräumen, wieder Sport, Freunde, gesundes Ernährung... habe nach den 16 Jahren mein eigenes Leben gut neu zusammengepuzzelt und mich (meist) glücklich gefühlt und war zufrieden mit mir.

Jetzt sind die Rollen vertauscht. Ich komme ins Gefühl, bin regional an dem Ort angekommen, wo ich sein will, und auch im Job. Das meine ich mit Ankommen. Ich sitze nicht mehr innerlich auf gepackten Koffern. Jetzt nur noch raus aus der Stadt, ein eigenes Haus in Naturnähe, nicht mehr umziehen müssen. Wurzeln, entfalten. Das Haus mit Leben füllen (gern Patchwork, für eigene Kids sicher zu spät).
 
  • #22
Und ich fühle mich auch wieder bestätigt darin, lieber alleine zu bleiben, als solch falsche Kompromisse einzugehen. Du fühlst Dich unwohl, nicht wertgeschätzt und akzeptierst trotzdem die Gegebenheiten seit einer langen Zeit. WARUM???
Warum bleiben dennoch Frauen bei einem solchen Mann? Ganz einfach: Weil sie Defizite im Selbstwert, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Selbstverantwortung, Selbstliebe und Selbsttreue haben, sie sind sich eben nicht mehr wert, deshalb machen sie alles mit und das sehr lange, traurig aber wahr!
Der äußere Rahmen fühlt sich für Dich nicht gut an, der innere aber auch nicht (Gefühle, Sex)
„Sex dürfe keine Arbeit sein ...“, ne, ist klar, da geht aber einer den ganz pragmatischen Weg🤪
Mir tun alle Frauen leid, die sowas mitmachen!
Wie gesagt, ich verstehe es nicht, dass man über Jahre hinweg die eigenen Empfindungen derart verleugnet. Was erwartest Du von diesem Menschen? Es wird
Ich stelle mir die Frage andersherum: Was erwarten solche Frauen von sich selbst, ich denke nicht viel bzw. nichts!
 
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  • #23
Er scheint mir einfach in einer anderen Lebenssituation als du zu sein. Er hat seine Kinder, sein Haus, Studium, Projekte ... Da ist er gut beschäftigt, da ist jede Menge zu tun und du bist in der Prioritätenliste nicht ganz oben, sondern nett, wenn du dabei bist, aber nicht im Zentrum. Weil du in dieser Hinsicht nichts oder weniger hast, brauchst du sozusagen mehr Aufmerksamkeit, deswegen ist die Beziehung selbst für dich wichtiger.
 
  • #24
ich habe meine Gefühle sehr offen geäußert und um ein Gespräch zu Neujahr gebeten. Jetzt mitten in seiner Dipl.-Arbeit will ich keinen Knall. Und keinen Bruch vor Weihnachten. Feige, ich weiß. Ich kann es NIE knallen lassen, auch mal ne Szene machen, selbst, wenn es Jemand verdient hätte.
Falsche Rücksichtnahme, nimmt er denn Rücksicht auf dich?
Weihnachten fahre ich zu meinen Eltern und nach der Rückkehr reden wir.
Ein völlig falscher Ansatzpunkt. Probleme wachsen mit der Zeit wie Pilze aus dem Boden, wenn es regnet, ein Problem muss deshalb direkt angesprochen werden, wenn es da ist und sollte niemals aufgeschoben werden!!
 
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  • #25
Jetzt sind die Rollen vertauscht. Ich komme ins Gefühl, bin regional an dem Ort angekommen, wo ich sein will, und auch im Job. Das meine ich mit Ankommen. Ich sitze nicht mehr innerlich auf gepackten Koffern. Jetzt nur noch raus aus der Stadt, ein eigenes Haus in Naturnähe, nicht mehr umziehen müssen. Wurzeln, entfalten. Das Haus mit Leben füllen (gern Patchwork, für eigene Kids sicher zu spät).

Liebes,

Dann tue es.
Du bist am richtigen Ort, im richtigen Job.
Schaffe DEIN Haus, ob bauen oder gebraucht kaufen...
Nimm den Mut und mache es.
Unabhängig von diesem oder einem anderen Mann.
Ich habe es auch gewagt, ich liebe mein Haus, da bin ich zuhause.
Den Mann, mit dem ich inzwischen mein Leben teilen mag, habe ich nachher gefunden.
Ich musste wohl erstmal für MICH Wurzeln schlagen, der Versuch MIT einem Partner Wurzeln zu schlagen, scheiterte.

Nachdem auch er Kinder hat, ist das Haus öfters ziemlich voll😊
Ist nun halt Patchwork mit erwachsenen Kindern.

Und was ich bei allem festgestellt habe, es war wichtig in der gleichen Lebensphase zu sein... Das sind wir beide in beruflicher Hinsicht, mit unseren Kindern, mit unserer Lebenssituation.

Bei Euch sehe ich ziemlich große Divergenzen, zu allem anderen.

Nun, Du wirst nun ernsthaft überlegen, und
dass Ihr reden wollt, finde ich gut.
Dass Du es nicht jetzt in dieser speziellen Situation tust, finde ich nicht feige, sondern empathisch und vernünftig.

Eure Probleme bestehen schon länger, da kommt es auf die paar Tage nicht an.
Für wichtige Gespräche sollte man sich Zeit nehmen und den Kopf frei haben, Die wird der Abstand auch gut tun, noch mal reflektieren, Dich sortieren und Deine eigene Position zu schärfen.

W, 51
 
  • #26
Probleme mit eurer Beziehung habt ihr wohl beide, liebe FS.

DU willst darüber reden, im Gespräch herausfinden, wie ihr sie lösen könnt.
ER sucht sich ständig neue, unaufschiebbare Beschäftigungen (jetzt Diplomarbeit; anschließend Hausbau mit dem Vater ...), das beschäftigt ihn ausreichend und lenkt ihn ab; und so wird es immer weiter gehen.
Indem er davon spricht, auf Wolke 4 zu leben (und ihm das reicht), signalisiert er dir schon, dass er - anders als du - die Notwendigkeit einer Änderung nicht sieht.
Das von dir angestrebte Gespräch zu Beginn des nächsten Jahres ist zwar lobenswert, wird vermutlich aber nichts verändern.

Das aber solltest du konsequent in Angriff nehmen, @Lionne69 sagt es dir deutlich:
Dein eigenes Haus, ohne Abhängigkeiten. Von dem aus du in die Welt schauen kannst um zu entdecken, was dir wirklich gut tut. Richte dich nicht nach seinen Bedürfnissen, er übersieht die deinen. Mit seinen Kindern kannst du weiterhin Kontakt halten, wenn beide Seiten das wollen.

Entweder dieser Mann erkennt, dass er die nächsten Stufen (bis zur Wolke 7) nehmen muss ... oder er ist es einfach nicht. Dem Richtigen kannst du aber nur begegnen, wenn du dich vom jetzigen Mann befreit hast.
Du schaffst das!
 
  • #27
Jetzt nur noch raus aus der Stadt, ein eigenes Haus in Naturnähe, nicht mehr umziehen müssen. Wurzeln, entfalten. Das Haus mit Leben füllen (gern Patchwork, für eigene Kids sicher zu spät).
Liebe Tiefenglanz
Ich mag grundsätzlich deine Vorstellungen, wenngleich sie deine früheren Ziele so gar nicht zu spiegeln scheinen. Ich meine, du warst mal leistungsorientiert, gerne mobil und dein Körper sagte beim Ex schon klar nein zur Familiengründung und Heirat. Warum strebst du als kinderlose Frau dann doch irgendwie dieses Mann-Kind-Haus Ding an? Also nicht dass das falsch wäre. Es macht mich einfach neugierig, weshalb.
So wie du dich beschreibst, fällt es mir einfach schwer, nachzuvollziehen. Du beschreibst dein jüngeres Ich ja als dynamisch und unzufrieden in allzuviel Stabilität.
Wie dem auch sei, denke ich, dass eine kinderfreundliche aber kinderlose Frau, die ggf. auch umziehen würde, doch sicher einige Optionen hat, jemanden zu finden. Geschiedene Väter gibt's ja genug.
Da du biologisch gesehen nicht im Stress bist, eine eigene Schwangerschaft zu realisieren, geht es jetzt an dieser Stelle doch nur um die Frage, ob du das alles mit DIESEM Mann realisieren, oder weitersuchen möchtest.
 
  • #28
Danke für weitergehenden Impulse!
#Annie83, ich versuche das zu beantworten.
Ich habe den klassischen Haus-Familienwunsch schon immer in mir. Dass ich mal Kinder will, war mir selbst als Kind und Jugendliche völlig klar. Wollte sogar jung Mutter sein, weil ich es toll fand, eine so junge Mutter zu haben (uns trennen nur 20 Jahre). Aber ich habe irgendwie ein Trauma mit dem Umziehen. Als Kind 3x: 1x wegen Scheidung, zweimal wegen Umsiedlungen (Braunkohle). Es gab einen Tag in der 9. Klasse, da habe ich in der Schule geheult, was mir so gut wie nie passierte oder passiert. Damals WUSSTE ich, ich will erst mein zu Hause finden, zuerst den Ort und das Haus, damit meine Kinder nicht so oft umziehen müssen. Damit sie kindergartenfreunde behalten können, die Schulfreunde in die Jugendzeit mitnehmen etc. Ich hatte trotzdem eine schöne und erfüllende Kindheit, ABER bei mir ist vieles so etappenweise. Die Orte lagen nicht weit auseinander, aber bedingten Verschiedene Schulen und neue Klassenkameraden ect. Meine Großeltern kommen aus Schlesien, auch eine Geschichte mit regionalen Umbrüchen. Irgendwie ist das Bedürfnis zu bleiben nun so stark. Ich wusste immer, dass ich erst dann werde Familiengefühle bekommen können.

Zudem war mein erste Partner, mit dem ich von 16-32 zusammen war, nicht meine große Liebe, so wie ich sie heute verstehen würde. Er war wie mein Allerbester Freund und Vertrauter, mein Schutzengel. Und einte ein tiefes, inniges Band. Beide Familien kannten sich seitdrei Generationen, gleiche Herkunft. Ich kannte mich seit dem Teenyalter nicht ohne ihn. Warum ich so lange nicht gehen konnte, obwohl ich eine innere Aufruhr, ein Weh und Ziehen ca. alle 4 Jahre spürte: Ich weiß es nicht; ich konnte damals noch nicht zu mir selber stehen, zu meinen inneren Wünschen. Ich hatte Angst, ihn zu verletzen, das Band zu brechen, auch eine irrationale Angst vor dem sozialen Abstieg (wo auch immer das her kam). In der Zeit mit ihm hatte ich oft Alpträume vom Schwangersein. Ich konnte mir Kinder mit ihm nicht vorstellen. Wir haben es 1,5J lang versucht, ich probierte es ihm zu liebe. Aber es ging irgendwann für mich nicht mehr, ich wachte auf... und trennte mich schweren Herzens, obwohl SO VIEL Gutes da war.

Ich will das alles, ein richtiges Familienleben, aber es ging nicht mit dem Ex und mit meinem aktuellen Partner auch nicht, wie sich zeigt. Ich erkenne es inzwischen schneller, deutlicher. Nochmal 16 Jahre brauche ich nicht 🙂 Aber irgendwie ist es eine Lernaufgabe für mich, ganz bei mir anzukommen. Ich bin dankbar für die Erfahrung mit den Kindern und dem entstehenden Haus (das zu klein ist, und ich auch mit meinem Lebensstil nicht hineinpasse) Es bestätigte mir nochmals: na klar, ich will das! Ich fühle das! Ich bin voller Gefühl (und nicht so verkapselst, wie ich fürchtete; ich verstecke mich nicht mehr hinter Erfolg und Leistung. Das macht nicht glücklich. - Ich habe diesbezüglich auf dem Jakobsweg sehr viel gelernt und mich damals stark verändert.)
 
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  • #29
Ich kann es NIE knallen lassen, auch mal ne Szene machen, selbst, wenn es Jemand verdient hätte. Selbstbeherrschung- davon habe ich zu viel.
Du musst es doch nicht knallen lassen, wenn Du nicht der Typ dazu bist. Klar, manche Menschen kapieren sonst nichts, aber wenn Du konsequent im Handeln wärst, wäre das besser, als zu explodieren.
Selbstbeherrschung ist was Gutes, wenn das nicht bedeutet, dass man alles runterschluckt, weil man Angst hat vor Auseinandersetzungen. Also das nicht miteinander verwechseln, sonst hältst Du Dein Verhalten für besser als es ist in dieser Situation. Du siehst doch, wohin diese Scheinselbstbeherrschung, also das Runterschlucken Dich bringt. Magenprobleme.
Wenn Du nicht vor anderen explodieren willst, werde Deine Aggressionen woanders los, beim Sport, statt sie in Deinem Körper verstauen zu wollen.

Der Rest Deines Postes klingt aber so, als wäre der Mann genauso drauf wie Du. Erstmal alles eigene in Sack und Tüten kriegen und sich dann auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin zu machen. Genau so wie Du hier schreibst:
Ich komme ins Gefühl, bin regional an dem Ort angekommen, wo ich sein will, und auch im Job. Das meine ich mit Ankommen. Ich sitze nicht mehr innerlich auf gepackten Koffern. Jetzt nur noch raus aus der Stadt, ein eigenes Haus in Naturnähe, nicht mehr umziehen müssen. Wurzeln, entfalten
Da ist Dein Partner noch nicht, deswegen bist Du jetzt die Begleitpartnerin, die in diesem Lebensabschnitt passt. So wie Dein Ex ja irgendwie auch Dein Begleitpartner war. Wie Du schreibst: Die Rollen sind jetzt vertauscht. Nun bist Du der Part, der mehr verliebt ist, und Dein aktueller Partner der Part, der das hinnimmt, weil er sich auf sich konzentriert und nicht auf die Beziehung und ob die hundertprozentig ist für ihn.
Du schreibst, Du seiest spirituell unterwegs. Bitte deute das Geschehen jetzt nicht als Strafe vom Schicksal, weil die Rollen vertauscht sind und Du nun das erlebst, was Dein Ex vielleicht erlebte. Das war ja doch noch was anderes.
Ich würde eher sagen: Erkenne das Muster dahinter, dass Leute, die sich sehr auf sich und ihre eigenen Ziele konzentrieren, sich einfach nicht auf eine Beziehung konzentrieren, sondern die nebenher mitnehmen. Und dass derjenige, der da nur den Randgefährten machen soll, das früher oder später mitkriegen muss, so wie Du jetzt. Tut sehr weh, wenn man merkt, dass der andere das nie so gesehen hat, wie man selbst, aber es wird ja nicht besser, wenn man ausharrt.
 
  • #30
Dein Partner weiß nun dank dieser Ankündigung von Dir mit dem Gespräch, dass Du Dich vermutlich trennen wirst. Also hat er jetzt Zeit, sich abzukühlen und gleichgültig "zu machen", dass er keine Regung zeigen wird, wenn Du das Gespräch führst. Er will nicht um Dich kämpfen, er weiß, dass Du unzufrieden bist, er selbst hat aber kein Interesse, selbst aktiv Schluss zu machen. Es würde mich wundern, wenn er plötzlich über Weihnachten eine Erkenntnis hat, dass er Dich sehr liebt und dass er um Dich kämpfen will. Falls doch, würde ich mir das sehr genau ansehen.

Aber ich muss auch sagen, wenn er jetzt die letzten Monate in der Abschlussphase seines Studiums ist - kannst Du das nicht verstehen, dass man da ganz anderes im Kopf hat, als auf die Bedürfnisse des Partners groß zu gucken und Beziehungsprobleme zu lösen?

Vielleicht fällt ihm das alles überhaupt nicht leicht, zumal er in diesem hohen Alter mit Profs umgehen muss, die kaum älter sind als er, aber er vielleicht behandelt wird, als sei er so ein Mittzwanziger-Studi und nicht wie einer, der schon Berufsleben und Kinder hat.
Also einfach stelle ich mir das absolut nicht vor, und nichts ist dann stressiger als ein Partner, der dauernd sagt "du hast nie Zeit", "du machst nie xy".
Das mal nur davon abgesehen, dass euer Sexleben usw. ja echt nicht mehr schön ist und er die ganze Zeit schon denkt, dass er diese Beziehungsbaustelle gerade nicht in seinen Fokus rücken will.
 
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