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Gast

  • #1

Wonach gehen: grenzenlos verstehen oder Liebe ?!

Meine Exfrau habe ich über alles geliebt, wir verstanden uns blind von Anfang an und haben alles überstanden, bis es nach unserem Sohn dann mächtig kriselte und wir uns irgendwann entschlossen haben uns im guten zu trennen. Sie fand dann ziemlich schnell jemand Neues und hat vor kurzem mit ihm auch ein gemeinsames Haus bezogen. Ich habe ebenso eine neue Partnerin, doch irgendwie spüre ich, dass, trotz Leidenschaft, wir immer mal wieder Punkte haben, wo es harkt. Ich begehre meine Partnerin und ich möchte sie, nun nach 2 Jahren Beziehung auch nicht mehr missen, doch wenn sie von einem gemeinsamen Leben spricht ( wir wohnen noch nicht zusammen) fühle ich mich immer etwas unbehaglich. Ich weiß auch wirklich nicht, wie ich das nun ändern kann. Ich will mit ihr leben, doch in manchen Momenten denke ich mir " bloss weg von ihr".
Vermutlich denke ich innerlich dann doch daran, wie meine Exfrau war. Aber ich denke nicht, dass meine Exfrau besser war, nein, einfach anders. Während ich meine Exfrau in- und auswendig kannte, kann ich meine Partnerin oftmals gar nicht richtig einschätzen. Kann mir irgendwer mal sagen " Augen zu und durch" ?
m, 45
 
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Gast

  • #2
Na, ich würde nicht mit ihr zusammenziehen an deiner Stelle. Du bist dir nicht sicher, also lass es.
 
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Gast

  • #3
Wenn Du nicht sicher bist: Laß es !!!
 
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Gast

  • #4
Dieses "bloß weg von ihr" wird sich noch verstärken, wenn Du erst einmal mit ihr zusammenlebst. Allerdings wird es dann bedeutend schwieriger sein, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen.

Manche Menschen lernt man nie kennen, manche Menschen wollen einfach nicht verstanden werden, ich glaube sie drücken sich absichtlich so unklar aus, daß man sie mißversteht, denn das gibt nachher immer so wunderschönen Ärger.
 
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Gast

  • #5
Ich kann Deine Gefühle nachvollziehen. Die Bindung zur ersten Frau ist immer stärker als die zur zweiten. Noch schwächer wird es bei der Dritten. Psychologen bestätigen das im Sinne einer Rangfolge. Ich denke, es ist am wichtigsten neben der neuen Leidenschaft, die normalerweise bald nachlässt, mit dem neuen Partner auch neue Lebensziele zu schmieden und umzusetzen. Ziele und Visionen die mit der ersten Frau nicht gelebt wurden. Wenn Euch das nicht gelingt stehen die Chancen tatsächlich nicht so gut.
 
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Gast

  • #6
Du wirst von deinen Ängsten diktiert, die sind aber ein schlechter Ratgeber. Suche dir Gesräche mit einem psychologischen Berater. Solche Personen sind neutrale und ermöglichen dir einen anderen Blick auf das Thema.

viel Glück im neuen Jahr.
 
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Gast

  • #7
Ist das erstrebenswert, einander in- und auswendig zu kennen? Also ich möchte das nicht. Mein Eindruck war immer, dass das Zusammenwachsen zweier Menschen in jungen Jahren eher möglich ist, einfach weil man sich als junge Menschen noch zusammen entwickelt.

In späteren Jahren kommen in den meisten Fällen gefestigte Charakteren zusammen und dann ist dieses gegenseitige Verschmelzen seltener. Aber Vertrauen und tiefe Verbindung kann trotzdem entstehen.

Deine Beziehung zu deiner Ex ist gescheitert, obwohl du sie offenbar sehr geliebt hast. Vielleicht überhöhst du deine Ex auch ein wenig. Versuch mal die Vergangenheit abzuschliessen und nicht etwas Vergangenem nachzujagen. Deine neue Partnerin hat es verdient, dass du auf sie eingehst und keine Vergleiche mit früheren Beziehungen anstellst. Aber vielleicht ist sie einfach doch nicht ganz die Richtige für dich, trotz der Anziehung die sie auf dich ausübt. Auf jeden Fall würde ich nicht mit ihr zusammen ziehen, wenn du nicht davon überzeugt bist.
 
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Gast

  • #8
Vielleicht ziehst du einfach die gedankliche Notbremse weil du Angst hast vor einer erneuten Trennung. Eure Ehe hat nicht gehalten , du hast sie über alles geliebt, sie dich anscheinend nicht sonst hättet ihr die Krise gemeinsam gemeistert. Auch das In- und Auswendigkennen hat eure Beziehung nicht gerettet. Selbst das Kind hat eure Beziehung nicht gefestigt. Deine Exfrau hat schnell abgeschlossen indem sie mit einem neuen Mann Nägel mit Köpfen gemacht hat.
Das sind die Fakten deiner geschiedenen Ehe.

Weine nicht den alten Zeiten nach und verkläre sie nicht. Angst ist ein schlechter Berater in Beziehungen. Entweder du lässt dich auf diese neue Beziehung ein oder nicht. Man muss den anderen nicht in- und auswendig kennen, es ist schöner wenn man immer wieder neue Seiten am anderen entdeckt die einem vielleicht bislang verborgen waren.

Du musst dich einfach entscheiden für diese Frau, deshalb muss man aber nicht gleich zusammenziehen. Manchmal ist eine Beziehung in 2 getrennten Wohnungen ja auch nicht das Schlechteste. Womöglich ist für dich jetzt eine andere Lebensform dran.

w46
 
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Gast

  • #9
Wenn du dir deiner Liebe sonst sicher bist, dann ja, Augen zu und durch. Das ganze Leben ist im Grunde so, gottseidank. Oder willst du immer schon vorher wissen, was noch alles kommt?

m 50
 
  • #10
Ich glaube nicht, dass es etwas mit Bindung zur ersten und zweiten Frau etc. zu tun hat. Lebensziele etc. können das nicht ersetzen (höchstens ergänzen), was ich vermute, was das Problem und die Lösung ist.

Es geht auch nicht um verschmelzen, richtig? Man kann auch zwei Menschen sein und einander trotzdem gut verstehen und berühren!

Auch Deine Angst ist vielleicht nicht das Problem/die Blockade, sondern ein richtiges Gefühl! Für echte Gefahr! Ängste sind nicht immer falsch, sie können auch richtig sein. Wer in der Wüste vor einem wilden Tier steht und keine Angst bekommt, dürfte bald aussterben.
 
  • #11
Ihr verstandet Euch blind von Anfang an. Damit meinst Du aber eben genau nicht, ohne Worte, richtig? Sondern zunächst mit viel Vertrauen von Anfang an und dann auch noch vielen Worten. Mit Fragen und ehrlich antworten, richtig? Mit Antworten auf Fragen erhalten, die helfen, den anderen zu verstehen! Die Motive und Gründe, warum jemand die Dinge tut, die er tut. Mit daraus erwachsendem tiefsten Vertrauen, so tiefes Vertrauen, dass man irgendwann auch gar nicht mehr viel reden braucht, weil man einfach weiß, wie der andere tickt, dass er es gut meint und macht.

Und nun ist die andere Beziehung ganz anders. Tickt ganz anders, aber mit dem Verstehen klappt es nicht. Mit dem Austausch. Mit dem entspannten einander zuhören und daran glauben, dass der andere es gut meint. Keine offenen Fragen, die nur nach dem sicherlich guten Grund fragen, um es auch zu verstehen, sondern geschlossene Fragen oder gar gleich Vorwürfe, die schon davon ausgehen, dass man es nicht gut meint, die erst einmal Böses unterstellen, dass erst anstrengend gerade geürckt werden muss und dem Geraderücken, dem trotzdem misstraut wird?

Liege ich richtig, dass es um die Offenheit der Frauen und damit auch das gegenseitige tiefe Vertrauen geht? Denn dann gibt es kein Nein, keine Verweigerung, keine Geheimnisse, sondern nur warum und Ehrlichkeit.

Wenn das stimmt, dann hast Du das bislang aber selbst nicht scharf gekriegt! Sondern nur in Form eines ungewissen Gefühls hier beschrieben. Auch Du selbst bist nocht steigerungsfähig in der Deiner Selbstreflektion, gleichgültig, ob ich richtig liege oder nicht. ;-)

Sind die Frauen verschieden offen? Können ja nicht alle gleich offen sein, oder? Sind eben anders!? Dachte ich auch mal. Ja, richtig, sie sind anders, aber genau das kann genau deswegen zu einem sehr großen Fiasko werden! Genau das ist auch, was das Vertrauen verhindert, was das Misstrauen erzeugt bzw. von Anfang an da ist und was nur schlecht enden kann und Deine schlechte Vorahnung ("bloss weg von ihr") korrekt sein lässt! Es ist eben anders in einem wichtigen, unverzichtbaren Aspekt, ein unverzichtbares Zahnrad in einer harmonischen Beziehung!

Entweder, Ihr schafft es dahin zu kommen, wo Du Dich geistig wohl fühlst (nicht nur körperlich) oder nicht. Darauf musst Du achten, dafür musst Du arbeiten. Aber erhoffe Dir nicht zu viel, Menschen, die nicht gelernt haben, so zu vertrauen oder die damit auf die Nase gefallen sind, sind keinesfalls einfach zu verbiegen/gerade zu biegen. Wahrscheinlich klappt es nicht. Es hat Ursachen, welche auch immer. Vergangene Enttäuschungen oder einfach eine Familienkultur in der das nie gelebt, gelehrt und gelernt wurde, mangelnde Fähigkeit, sich selbst zu reflektieren, seine Gefühle und Bedürfnisse zu analysieren, zu verstehen oder zu erklären oder ... Das kann man nicht einfach verbessern.