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Gast

  • #1

Woran liegt es, dass immer mehr Kinder unehelich geboren werden?

Ich las in der Presse, dass zwei Drittel der im vergangenen Jahr geborenen Kinder aus außerehelichen Beziehungen stammen. Ostdeutschland ca. 62% und Westdeutschland ca. 27,7%
 
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Gast

  • #2
Die Gesellschaft ist lockerer geworden. Noch vor 20 Jahren wäre man gesellschaftlich geächtet gewesen, wenn man unverheiratet ein Kind bekommen hätte, heutzutage braucht man nicht mehr heiraten, um sich gesellschaftlich als (Eltern-)Paar zu legitimieren. Außerdem mussten noch früher Frauen verheiratet sein, um versorgt zu sein, weil Frauen schlechte Ausbildungen hatten, wenig verdienten und gesellschaftlich als alte Jungfer galten, wenn sie in einem gewissen Alter noch nicht verheiratet waren und ihren Lebensunterhalt selbst erarbeiteten, statt als verheiratete Frau den Haushalt für ihren Ehemann und Versorger zu machen.

Ich persönlich möchte auch Familie, aber nicht heiraten. Ich kann mich selbst versorgen und habe nicht vor, mit Kindern zur Hausfrau zu mutieren, also fällt der Grund der Versorgung bei mir nicht ins Gewicht. Mit der Ehe verbinde ich nur Biederkeit. Auch habe ich nie den Wunsch nach einer romantischen Hochzeit in einem weißen Kleid verspürt oder den Drang, meinen Namen zu wechseln, um den Namen meines Partners zu tragen. Ich finde "wilde Ehen" sogar viel romantischer als solche mit Trauschein, da man in einer Beziehung ohne Trauschein weiß, dass der Partner nicht nur bei einem bleibt, weil es ihm finanziell das Genick brechen würde, sich scheiden zu lassen.

w, 28, Westdeutsche
 
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Gast

  • #3
Vermutungen:
1) weil Frauen die gerade vorhandene Partnerschaft ausnutzen, um Kinder zu bekommen - ggf. ohne die Männer zu fragen
2) weil Männer nicht mehr bereit sind, Madam auch noch das Leben zu finanzieren - während und nach der Scheidung - daher schon mal keine Hochzeit. Die Kosten danach halten sich eher im Rahmen
3) weil unsere Gesellschaft nicht mehr den Wert auf Ehe legt - also nicht notwendig, um Kinder zu bekommen
 
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Gast

  • #4
Inzwischen sind die Rechte einer unverheirateten Kindsmutter gegenüber dem Zeuger größer als die einer Ehefrau. Wer das nicht glaubt möge die Gesetzestexte lesen. Ich war auch erstaunt.
 
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Gast

  • #5
Wenn ich die Posts hier so lese....weil niemand mehr heiraten will oder die bösen Frauen Männern ein Kind "anhängen", um sie so finanziell zu binden...Oooooder weil es Frauen gibt, die bewusst alleine ein Kind haben wollen.
 
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Gast

  • #6
Seltsam, und ich hörte gestern im Radio, dass 75% der Kinder ehelich geboren werden.
Dass also nur ein Viertel der Kinder Eltern haben, die nicht miteinander verheiratet sind.

Dass die Zahl der Eheschließungen stabil bleibt; dass die Ehen wieder länger halten.

Und dass die Kinder, die in sogenannten Patchwork-Familien aufwachsen, genauso glücklich und zufrieden sind wie Kinder, die mit beiden Elternteilen unter einem Dach wohnen.

Also ein durch und durch optimistischer Bericht. Ob er stimmt?
Das kann ich nur hoffen ...
 
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Gast

  • #7
Ganz einfach, es heiraten immer weniger Menschen. Uneheliche Kinder, das bedeutet nicht automatisch das Fehlen einer intakten Beziehung. Ich kenne viele Paare, die schon seit 10 und mehr Jahren ohne Trauschein leben aber mehrere gemeinsame Kinder haben.
Das ist doch mal wieder eine Statistik die absolut nichts aussagt. Man müsste nun noch nachfragen, wieviele dieser Kinder ohne intakte Familie leben, dann würde es vielleicht etwas aussagen - aber auch nur vielleicht.
 
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Gast

  • #8
Tja, unsere Partner sehen leider keinen Grund zum Heiraten mehr. Gemeinsamer Familienname ist ihnen nicht wichtig, sie haben bei unehelichen Kndern seit 2010 dieselben Rechte und Pflichten wie Mütter. Somit ist es rational obsolet geworden. Außerdem schränkt es die Flexibilität stark ein ;).
 
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Gast

  • #9
Ostdeutschland ca. 62% und Westdeutschland ca. 27,7%
Ich habe diese Studie nicht gelesen! Aber es liegt wohl an der Tatsache, dass die Ehe nicht mehr zum modernen Menschen passt. Sie ist einfach überaltert und gehört in die Mottenkiste! Nebenbei war die Ehe, so wie sie von den Christen praktiziert wird, nicht für Nicht-Juden vorgesehen. Dies ist einer der vielen "Übersetzungsfehler", die der Vatikan gemacht hat, als das Alte Testament übernommen und das Neue Testament dazugedichtet wurde.
 
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Gast

  • #10
in den 50er Jahren war jede 3. Braut schwanger.
am vorehelichen Geschlechtsverkehr hat sich also nichts geändert
nur "muss" man heutzutage deshalb nicht mehr heiraten
 
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Gast

  • #11
Da ich selbst meine erste Frau nur geheiratet habe, weil sie sofort nach Beginn unserer Beziehung schwanger war - ich war eine gute Partie, besonders für sie - und die Ehe, wie so gut wie alle früheren "Mussehen" sehr unglücklich war, muss ich sagen, die Männer haben vermutlich dazu gelernt. Ein Mann, sofern er mehr arbeitet und verdient als die Frau, büßt durch eine Ehe und bei deren Scheitern so viel finanziell ein, dass er sich sicher sein sollte und es sollte allein um die Frau und nicht um ein Kind bei dem Eheentschluss gehen. Einem Kind kann man auch ohne Ehe alles bieten, um ihm eine stabile Basis für das Leben zu geben. Ich begrüße die Entwicklung ausdrücklich.
 
  • #12
Ich will nicht klugsch........, sondern nur mal darauf hinweisen, dass es keine "unehelichen" Kinder mehr gibt. Im Personenstandsrecht ist nur noch von Kindern, deren Eltern verheiratet bzw. nicht verheiratet sind, die Rede.
 
  • #13
In vielen Familien werden die Kinder unehelich geboren - und später heiraten die Eltern. Kaum eine Braut will mit Babybauch heiraten - sie alle warten, bis der Bauch wieder weg ist und die schlanke Figur auf den Fotos gut zur Geltung kommt. Ich könnte jetzt aus dem Stand mehrere Familien nennen, bei denen später geheiratet wurde. Insofern ist diese aufgezählte Statistik irrelevant.
Dazu kommt noch, daß schlicht die Notwendigkeit zu heiraten weggefallen ist. Die Rechte und Pflichten sind zum größten Teil gleich, auch gibt es keine gesellschaftliche Stigmatisierung mehr. Wozu also für 5000 Euro heiraten?
Ich hatte auch nie das Bedürfnis zu heiraten. Weder ist das eine Garantie für die Stabilität der Beziehung noch gibt mir das Irgendwas.
 
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  • #14
Die Gesellschaft ist lockerer geworden. Noch vor 20 Jahren wäre man gesellschaftlich geächtet gewesen, wenn man unverheiratet ein Kind bekommen hätte, heutzutage braucht man nicht mehr heiraten, um sich gesellschaftlich als (Eltern-)Paar zu legitimieren. Außerdem mussten noch früher Frauen verheiratet sein, um versorgt zu sein, weil Frauen schlechte Ausbildungen hatten, wenig verdienten und gesellschaftlich als alte Jungfer galten, wenn sie in einem gewissen Alter noch nicht verheiratet waren und ihren Lebensunterhalt selbst erarbeiteten, statt als verheiratete Frau den Haushalt für ihren Ehemann und Versorger zu machen.

Ich persönlich möchte auch Familie, aber nicht heiraten. Ich kann mich selbst versorgen und habe nicht vor, mit Kindern zur Hausfrau zu mutieren, also fällt der Grund der Versorgung bei mir nicht ins Gewicht. Mit der Ehe verbinde ich nur Biederkeit. Auch habe ich nie den Wunsch nach einer romantischen Hochzeit in einem weißen Kleid verspürt oder den Drang, meinen Namen zu wechseln, um den Namen meines Partners zu tragen. Ich finde "wilde Ehen" sogar viel romantischer als solche mit Trauschein, da man in einer Beziehung ohne Trauschein weiß, dass der Partner nicht nur bei einem bleibt, weil es ihm finanziell das Genick brechen würde, sich scheiden zu lassen.

w, 28, Westdeutsche
Vor 20 Jahren hatten wir das Jahr 1993 und man war längst nicht mehr "gesellschaftlich geächtet", wenn man als unverheiratete Frau ein Kind bekommen hat, auch im tiefsten Seitental der abgelegensten Mittelgebirge nicht.
Und auch damals wurde nicht zwingend geheiratet, weil ein Kind unterwegs war. Im Osten nicht und im "heiratsfreudigeren" Westen auch nicht.

w, bald 44, Ostdeutsche
 
  • #15
Die Gesellschaft ist lockerer geworden. Noch vor 20 Jahren wäre man gesellschaftlich geächtet gewesen, wenn man unverheiratet ein Kind bekommen hätte, heutzutage braucht man nicht mehr heiraten, um sich gesellschaftlich als (Eltern-)Paar zu legitimieren. Außerdem mussten noch früher Frauen verheiratet sein, um versorgt zu sein, weil Frauen schlechte Ausbildungen hatten, wenig verdienten und gesellschaftlich als alte Jungfer galten, wenn sie in einem gewissen Alter noch nicht verheiratet waren und ihren Lebensunterhalt selbst erarbeiteten, statt als verheiratete Frau den Haushalt für ihren Ehemann und Versorger zu machen.


w, 28, Westdeutsche
Ich merke gerade, daß ich wohl alt werde. Vor 20 Jahren war ich eine junge Mutter und wäre nicht auf den Gedanken gekommen, meine Nachbarin zu ächten,ebenfalls eine junge Mutter, aber ohne Ehemann, sondern mit Freund.
Ich kanns nicht verstehen, weshalb man nicht heiraten sollte, aber es ist mir schnuppe, um nicht zu sagen, völlig schnuppe, ob eine Familie mit Kindern verheiratet ist, oder nicht. Und ich würde meinen, das geht heutzutage vielen Menschen so....und da lassen es halt manche mit dem heiraten....
 
  • #16
Ich glaube, das hat auch viel damit zu tun, dass den Ostdeutschen das Versorger-Ehe-Modell supekt ist.
Die Frauen arbeiten ohnehin, das gehört zu ihrem Leben dazu, die Kinderbetreuungsmöglichkeiten sind im Vergleich zum Westen viel besser, man wird nicht als Rabenmutter beschimpft mit diesem Lebensstil und eine Scheidung ist ein teurer und gemessen an der Lebensweise der Menschen, absurder Spaß.
Außerdem hat es knallharte finanzielle Gründe. Bei den Löhnen müssen beide verdienen. Vielen der Gedanke ist unangenehm, dass sie womöglich ihrem Partner auf der Tasche liegen, wenn sie arbeitslos werden (oder jemand auf der Tasche liegen zu haben) - und im Osten ist Arbeitslosigkeit immer noch ein großes Problem, der Arbeit hinterherziehen, ist mit Familie schwieriger. Man fällt durch die Ehe aus der Hilfsbedürtigkeit raus, aber bei den in manchen Regionen gezahlten Löhnen rechnet sich das Ehegattensplitting nicht gegenüber der Subvention.
(Ehegattensplitting gegenüber H4 lohnt sich erst bei einem (Familien)Einkommen über 25.000 € dazu gibt es eine Masterarbeit von der Uni Potsdam.)
 
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