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  • #1

Woran merke ich, dass unsere Beziehung sich dem Ende nähert?

Ich würde gerne mal von euch wissen woran man merken kann, ob es besser ist die Beziehung zu beenden oder ob man doch lieber weiter kämpfen soll.

Gibt es dafür bestimmte Zeichen oder Verhaltensweisen etc?
 
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  • #2
Eine Gebrauchsanweisung hierfür gibt es ganz sicher nicht! Jede Beziehung hat andere Höhepunkte (die nachlassen), andere Feinheiten (die nachlassen), andere Prioritäten (die nachlassen) … usw.

Manchmal staune ich schon, wie oft Fragende erwarten, dass ihnen das "selber Denken" hier im Forum abgenommen wird.
 
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  • #3
Du fragst dies ja sicher aus persönlichen Gründen, oder? Um dir aber genaue Indizien zu nennen, müsste man mehr über deine Situation wissen. Es ist immer schwer, ohne Anhaltspunkte zu mutmaßen.

Die Anzeichen können sehr unterschiedlich sein, so unterschiedlich wie die Menschen, aber auch Beziehungen sind! Hinweise könnten sein: Immer weniger Kontakt, nachlassendes Interesse am Partner (Interessen und Bedürfnisse des Partners), wenig bis kaum Austausch von Zärtlichkeiten usw. Die Liste ist lang...
 
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  • #4
also Schluss machen würde ich, wenn ich keine liebevollen Gefühle mehr spüren würde von seiten des Partners. Wichtige Stichworte hier sind wohl: Verachtung, Respektlosigkeit, Grenzüberschreitungen, Gleichgültigkeit, Lügen.
Es gibt Dinge die kann man ggf noch ertragen oder ändern und es gibt Dinge, die sind einfach so unterste Schublade und zeugen von solcher Lieblosigkeit, dass man dann genau weiß: Es ist Aus, da ist gar keine Liebe mehr - oder war nie welche - und dann wir die eigene Liebe abgetötet oder kann sogar in Hass umschlagen.

w
 
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  • #5
Schliesse mich an:

fehlendes Zuhören
keine Gespräche mehr
Hinwendung zu anderen "Freunden" des anderen Geschlechts
keine Zeit mehr für gemeinsame Entscheidungen
keine körperliche Nähe mehr

kurz:
es wird kühler und kälter

man merkt es.
es tut weh
aber dann ist Handeln angesagt
 
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  • #6
Doch doch, es gibt erste, sich einschleichende Anzeichen, die auf ein baldiges Beziehungsende hindeuten. Mein Exfreund war so jemand, der sich über mehrere Monate mit einer Trennung gedanklich auseinandergesetzt hat. Für sich alleine wohlgemerkt, d.h. er hat mich in seine Zweifel und Unzufriedenheit nicht mit einbezogen, vielmehr hat er sich anders orientiert (bei/mit seiner Arbeitskollegin) und mir als Trennungsgrund, als ich ihn letztlich an die Wand gestellt habe, was denn los sein, lapidar "es passt nicht mehr" genannt.
Das sind Männer, die die Konfrontation und Konflikte im Allg. scheuen, zudem nicht allein sein können, daher auch so lange in der unglücklichen Beziehung aushalten, bis eine andere Frau ihnen den letzten Anstoß zur endgültigen Trennung liefert.

Alarmglocken sollten klingeln, wenn er sich bzw. sein Verhalten scheinbar grundlos um 180 Grad wendet. Meine Erfahrungen um die alarmierenden Anzeichen sind:

- er kaum noch mit dir redet, vernünftige Gespräche unmöglich sind, er sich lieber vor den Fernseher oder den PC setzt, zum Sport geht, d.h. er meidet die Zweisamkeit
- er die Freizeit vermehrt lieber mit Kumpels verbringt, mit ihnen und ausdrücklich ohne dich, abends ausgeht ("wir müssen doch nicht immer alles zusammen machen")
- unvermittelt der Satz "du engst mich ein" fällt - dann ist eh schon alles vorbei.
- er Streit um Kleinigkeiten und Missstimmung provoziert, der Ton wird insg. barscher, ungeduldiger!
- er dich plötzlich kritisiert ("immer muss du das so machen", "trage doch mal die Haare offen, immer steckst du sie hoch")
- er alte, unschöne Geschichten aus der Vergangenheit hervorholt ("du hast mich am Anfang lange zappeln lassen, mich im Unklaren gelassen")
- er Abmachungen oder Verabredungen nicht einhält und dann auch noch genervt auf Einwände reagiert
- er keine (langfristigen) Pläne für das nächste WE, den Urlaub, Geb.feier macht bzw. sich nicht festlegen möchte, keine gemeinsamen Unternehmungen ("bin müde", keine Lust, "da waren wir doch schon", "vielleicht nächstes Mal")
- der Sex findet zwar regelmässig statt, aber mit deutlich weniger Zärtlichkeit, Gefühl und ohne Kuscheln danach (er steht sofort auf...)
- er plötzlich und unangekündigt alleine(!) neue Kleidung + neues Parfüm kauft (bis dahin war das undenkbar), er auffällig großen Wert auf sein Aussehen legt

Die Klassiker mit den heimlichen Emails/SMS/Handygesprächen ist mir erspart geblieben, aber oben Genanntes reicht ja auch völlig aus:)
Im Rückblick war diese Zeit der Ungewissheit viel schlimmer als die Trennung an sich.
 
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  • #7
Natürlich gibt es da Anzeichen, wie z.B.: wie stark werde ich geliebt, wie groß ist das Begehren meines Partners, wie verrückt ist er noch nach mir, wie ist der Sex nach all der Zeit noch, ist er immer noch prickelnd und immer noch häufig, oder hat das nachgelassen, alles gefühlsmäßige Wahrnehmungen. Sind meine Partnerbedürfnisse voll befriedigt oder komme ich zu kurz. Hier schreibt ein glücklicher m,48, seit über 10 Jahren verliebt und wundervoll happy.
 
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  • #8
Deinen Zeilen entnehme ich, dass es Zeichen und Verhaltensweisen gibt, die Du interpretiert haben möchtest. Die Frage „beenden oder lieber weiterkämpfen“, heißt wohl, dass bereits gekämpft wurde.

Du bist im fortgeschrittenen Stadium der Beziehungskrise. Hilfreich wäre Dir klar zu machen, worum Du kämpfen möchtest. Um die Beziehung? Um liebgewordene Gewohnheit oder aus Liebe? Wenn es letzteres ist lohnt sich jeder Kampf, so lange bis Du nicht mehr kannst. Entweder kannst Du beeindrucken mit deinem Engagement oder Du kannst ganz beruhigt gehen. Denn dann hast Du nichts zu verlieren und wirst keine vorschnelle Beendigung bereuen.

Die Zeichen und Verhaltensweisen sind typabhängig. Ich habe in dieser Phase nur noch in mich hinein gehört und mein persönliches Resümee gezogen:

Fühle ich mich noch wahrgenommen und begehrt? Werde ich respektvoll behandelt und fühle ich mich geliebt? Freue ich mich noch auf ihn? Fühlt sich seine Gegenwart gut an? Denke ich tagsüber mit Vorfreude an den gemeinsamen Feierabend? Bin ich glücklich? Hört er mir zu und macht mir ab und zu eine Freude? Wann hat er mich das letzte mal spontan und herzlich umarmt und mir gesagt, dass ich ihn glücklich mache? Wann haben wir das letzt mal zusammen herzlich gelacht? Wann gab es einen romantischen Abend? Habe ich noch Lust auf ihn oder würde ich keine Angst haben ihn durch fremdgehen zu verlieren? Möchte ich die nächsten Jahre so weitermachen? Wie würde es im schlimmsten Fall für mich weitergehen?

Nach langen Diskussionen, die keine Verbesserung der Lage gebracht haben und der negativen Antwort auf meine Frageliste habe ich die Koffer gepackt. Mir war bewusst geworden, wie perspektivlos meine Zukunft war. Konsequent und volles Risiko. Für mich war’s die richtige Entscheidung, es war die Chance auf ein besseres Leben. Ich habe lange gekämpft und meine Entscheidung nicht bereut.
 
  • #9
Krisen kann man überwinden. Eine Pause kann helfen, sich wieder zu finden.
Die Wortwahl "in einer Krise steckt" fände ich besser als "sich dem Ende nähert". Menschen können sich nach einem, Entschuldigung, Arschtritt auch wieder zurückbesinnen auf das, was wichtig ist. Was für den einen das Signal zum Kämpfen ist, ist für den anderen schon das absolute Ende...
 
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  • #10
Oh doch, ich konnte das immer sehr gut feststellen, wenn es bei mir brenzlig wurde und sich die Beziehung in naher Zukunft dem Ende neigte. Nach mehreren langjährigen Beziehungen und kurz vor der Trennung sah es immer so aus:

- keine Lust zu ihm zu fahren
- froh, wenn er mal ein Treffen absagt und den ganzen Tag fröhlich über den Freiraum zu sein
- sich für ihn freuen, wenn er dringend weg muss, um etwas wichtigeres zu erledigen
- immer häufiger Ausreden oder Lügen erfinden, um mal meine Ruhe/Abstand zu haben

Allerdings habe ich nach meiner dritten sehr langen Beziehung nun festgestellt, dass man diese Punkte auch gut nutzen kann, um wieder etwas Spannung und Aufregung mittels Distanz und Routineunterbrechung in die Beziehung zu bringen. Kurzweiliges Desinteresse muss kein Ende bedeuten, sondern kann auch eine Chance sein, seine Beziehung neu aufzufrischen.

Kritischer sind da massive unterschiedliche Bedürfnisse wie verschiedene Sexulität, Respektlosigkeiten gegenüber dem Partner, Intoleranz, falsche Augenhöhe. Da geht bei mir auch sofort die Hutschnur hoch und ich will gar nicht mehr weiterkämpfen.
 
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