• #31
Einen jungen Mann habe ich mal vormittags eingesammelt, er versuchte sein Glück als Anhalter, deutlich angeschickert. Zum Thema alkoholisiert.
Ich habe ihn nach Hause gefahren, der hatte mit seinen Kumpels am Baggersee den Sommer und das Leben gefeiert. Da war die Mama in mir getriggert.
Eine junge Tramperin aus der Ukraine habe ich bei mir übernachten lassen, sie wollte erst gar nicht, als sie die Autobahnraststätte spätabends sah, von der sie weiter wollte, war ihr das Bett bei mir lieber. Ich bot es ihr an, weil ich mir dachte, ich würde nicht wollen, dass meine Tochter hier jetzt trampt.
Vertrauen ist Bauchgefühl, ich spüre es, ob Gefahr oder ok. Bis jetzt war es immer passend, ich vertraue mir, so kann ich vertrauen.
Mir wurde öfters geholfen, ich tue es, wenn ich kann.
Interessante Begegnungen, die sich immer wieder ergeben.
 
  • #32
Wem ich lustigerweise vertraue, sind ratlos suchende Menschen jeden Geschlechts und Alters im Supermarkt. Was irrational ist, da auch die genannten Axtmörder einkaufen gehen müssen. Steht Jemand ratlos vor dem Regal so wie ich, frage ich "Suchen Sie auch die Haselnüsse/Spinat/Hefe?" Meist suchen sie etwas anderes, aber dann helfen wir uns gegenseitig bei der Suche und es entstehen nette Gespräche mit gegenseitigen Empfehlungen. Wer plant, schön zu kochen, kann doch kein schlechter Mensch sein...
Aber du würdest zu diesem Fremden aus dem Supermarkt nicht mit nach Hause gehen, oder etwa doch? :oops:

Das Bauchgefühl entscheidet immer und meist richtig. Ich musste vor Jahren auch mal eine längere Strecke zu Fuß zurücklegen, das war ziemlich einsam und ging auch noch bergauf. Es war sehr früh und wenig los. Ein Autofahrer hielt an und wollte mich mitnehmen - war mir nichts, obwohl ich so viel schneller und bequemer ans Ziel gekommen wäre.

Seltsam war auch mal eine Situation, als ich nach Feierabend aus der Firma zur Straßenbahnhaltestelle lief. Aus der Gegenrichtung kam mir ein Mann entgegen, guckte mir intensiv ins Gesicht, wechselte dann die Richtung, hat mich auch erst mal eine Weile begleitet und stellte sich an der Haltestelle zu mir. Er wollte mich einladen. Wollte ich aber nicht, ich kannte ihn ja nicht. Dann wollte er meine Telefonnummer. Sicher nicht! Ich sollte dann seine aufschreiben in mein Handy. Ich meinte nur, ich hätte keins. Und da sagte er, wenn ich doch in der besagten Firma arbeiten würde, könnte es gar nicht sein, dass ich kein Handy habe. Das fand ich dann sehr irritierend, denn er kam doch aus der anderen Richtung. Woher wusste der, wo ich arbeite?
Hat er vielleicht genauso geraten wie beim Themenersteller, aber komisch fand ich das schon.
 
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  • #33
oder auch generell um (grad betrunkene) Männergruppen. Ich finde, aggressive Menschen strahlen das natürlich aus (wie sie laufen, schauen) und denen gehe ich aus dem Weg
Denen gehe ich auch aus dem Weg und ich bin gross und kann am Anfang durchaus 'intimidating' wirken, meinte zumindest mal eine Mitarbeiterin. Aber bei aggressiven Menschen die Stress suchen nutzt einem das auch nicht so viel, da ist man gut beraten einen Sicherheitsabstand zu halten.
Ich denke fremde Menschen vertrauen mir schneller als dass ich fremden Menschen vertraue. Wenn ich Fremden Hilfe anbiete, dann habe ich noch nie Abwehr im Sinne von 'Ich traue dir nicht' erlebt.
Ich selbst bin da vorsichtiger, egal ob Fremde oder Bekannten und Freunden gegenüber.
 
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  • #34
Ah ja, die Tramper , wir, eine Freundin und meine Tochter, damals noch 17, haben mal auf einer französischen Raststätte einen norwegischen Tramper nach Paris mitgenommen. Er saß da schon 2 Tage, leider riecht man das. Naja, war aber sehr lustig.
 
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  • #36
Vertrauen wächst langsam. Zumindest bei mir.
Daher würde ich es für mich eher "wenig Misstrauen" nennen.
Beruflich habe ich schon ab und zu mit Menschen zu tun, denen man besser nicht vertrauen sollte. Und habe genau da schon die Erfahrung gemacht: Hat man jemandem aus Kreisen, in denen nicht alles wirklich sauber abläuft geholfen, kann man genau auf die Hilfe derer weitverzweigter Kontakte bauen.
Ich hatte mal den kleinen Bruder eines mutmasslichen Chefs einer Schneehandelsgesellschaft als Praktikant (Schüler) und dem Jungen geholfen, die Folgen eines Dummejungenstreiches deutlich abzumildern. Ein halbes Jahr später hatte ich auf einem kleinen Parkplatz die Motorhaube offen und nachgeschaut, ob eine Reparatur erfolgreich war - als einige tief grollende Tuningautos anhielten. Der grosse Bruder hatte mich erkannt und wollte helfen, seine Kumpels auch. Normalerweise hätte ich mich mit 5 dieser Buben ohne Rückendeckung nicht wirklich wohl gefühlt - als der kleine Bruder erwähnt wurde, haben wir geplaudert und eine geraucht - ganz ohne ungutes Gefühl bei mir.
Ich werde noch heute freundlich gegrüsst
 
  • #37
oder wenn ich mitten im Wald beim Joggen jemanden treffen würde. Da bin ich nicht ganz frei von "Was wäre wenn"-Gedanken.
In dem Fall bin ich der "Was wäre wenn". Ist mir schon zwei paar mal passiert. Ich breche durchs Unterholz - und vor mir auf der Forststraße läuft oder steht eine Joggerin. Sehr peinlich.
Einmal hat sie mich gesehen und ein Smalltalk war unvermeidbar. Ich hatte ein sehr ungutes Gefühl, sie in Angst versetzt zu haben.
Das andere Mal konnte ich mich lautlos zurückziehen und sie hat mich nicht bemerkt.
Ich erschrecke mich immer, wenn ich einzelnen Frauen im Wald begegne. Weil ich sie erschrecken würde. Aber es kommt insgesamt ziemlich selten vor, dass ich jemanden begegne, wenn ich draußen bin.
ErwinM, 52
 
  • #39
Das andere Mal konnte ich mich lautlos zurückziehen und sie hat mich nicht bemerkt
Wenn ich Dich dabei bemerken würde, und ich würde, dann wäre mir mulmig.
Ich laufe in solchen Situationen stur weiter, Rücken gerade, Zähne zusammen beißen, nichts anmerken lassen, und schneller werden.
Da ist mir lieber, Du kommst mir entgegen, begegnest mir offen, man grüßt sich, und jeder läuft weiter in seine Richtung.
Wirkt viel, viel ungefährlicher als wenn ein Typ plötzlich wieder im Wald verschwindet.
Wo ist er dann hin, wo wartet er. Da kommt Phantasie.
 
  • #40
Ist es euch schon einmal passiert, dass ihr einem Fremden sofort Vertrauen geschenkt habt und euch in eine Art Abhängigkeit begeben habt?
Das verstehe ich nicht.
Abhängigkeit sehe ich nicht, ich kann jederzeit raus aus der Situation.
Nicht mit einem komischen Menschen weiter gehen, ein Gespräch beenden.
Was meinst Du damit?
Vertrauen ist vorab ein Vertrauensvorschuss, der erfolgt oder nicht, Bauchgefühl, gepaart mit Risikoabwägung.
Die ersten Sekunden entscheiden, Sympathie, Antipathie, Vertrauen(svorschuss), Misstrauen.
Welche Art Vertrauen?
Vertrauen, das mein Gegenüber mich nicht gefährdet, Vertrauen, dass ich mich auf jemanden verlassen kann?
Vertrauen hat Stufen, jemandem ganz und gar vertrauen, dazu muss man dem anderen kennen.
Den Fremden im Park, Erwin im Wald, kenne ich nicht. Ich prüfe nur, Gefahr oder keine.
Erwin hier als Person, Einschätzung ungefährlich. Erwin fremd im Wald, wegschleichend, Vorsicht, komisches Verhalten.
 
  • #41
Das würde auf mich strange wirken, wegen der Art der Kontaktaufnahme und der ungewöhnlich distanzlosen Fragen.

Ich denke bei sowas standardmäßig, der Typ will entweder die Gegend auskundschaften und Informationen sammeln um irgendwo einzubrechen oder da stimmt halt etwas psychisch ganz gewaltig nicht (Was an sich kein Hindernis für ein Gespräch ist, aber ich hätte Bedenken, ob er nicht plötzlich einfach so ausrastet - auch übertrieben, aber trotzdem für mich schwer einschätzbar).

Letztes Jahr im HO wollte ich in meiner Mittagspause am See joggen und wie ich da so durch die Straßen zum See latsche, spricht mich eine alte, aber rüstige Frau vor ihrem Haus an und fragt irgendwas wegen der Müllabfuhr. Wir kommen ins Gespräch, ich bin auf dem Sprung, sie bittet mich herein, ich bin irritiert, lehne höflich ab und verweise auf Mittagspause und Joggen, sie überhört das, bittet mich energisch rein und geht stur in Richtung Haus, ich muss wegen ihrer Art lachen, bin überrascht und folge ihr ins Haus. Im Haus schließlich hat sie mir dann 1,5 Stunden von ihrem verstorbenen Mann, ihrer Familie und ihrem Werdegang erzählt und mich mit Süßigkeiten vollgestopft (Kalorienbilanz also +/- null). Es war ein nettes Gespräch, sie hat sich wahrscheinlich einfach Gesellschaft gewünscht, Tochter und Enkel kommen aber regelmäßig. Ich war fast schon entsetzt, dass sie einfach so Fremde zu sich einlädt und hab sie diesbezüglich zugetextet (ich sah nun nicht aus wie eine kriminelle Schwerverbrecherin, aber trotzdem, grade bei älteren Leuten gibt's ja immer wieder Geschichten mit Trickbetrügern und ich wäre als ältere alleinstehende Frau vorsichtig, hoffentlich ist sie nicht dement, wirkte aber nicht so). Sie selbst sagte, sie wäre schon immer offen allen möglichen Leuten gegenüber gewesen und fange jetzt nicht im Alter damit an misstrauisch zu werden.

Ich vertraue Fremden eher nicht, aber Frauen eher als Männern. Es kommt auch auf die Situation an, manchmal ergibt sich ja schon mal ein Gespräch oder irgendwas, aber so wie du es beschreibst, würde mich das Ganze irritieren
 
  • #42
Woran glaubt ihr zu erkennen, dass man einem Fremden vertrauen kann? Könnt ihr schnell vertrauen? Kann man zu schnell vertrauen?
Bauchgefühl ...ich denke, wenn man einen guten Zugang zu seiner Intuition hat, dann spürt man recht schnell, ob eine Situation/ein Mensch vertrauenswürdig ist, oder eben nicht.

Mein Gefühl hat mich bis das dato auch noch nicht getäuscht. Wenn ich einen Menschen in der Vergangenheit kennengelernt habe und sich ein Gefühl von „mit dem stimmt irgendwas nicht“ breit gemacht hat, dann hat sich das im Nachgang auch immer bestätigt.

Oftmals war dieser Momente allerdings etwas irritierend für mich, weil diese Menschen bemüht darum waren, augenscheinlich einen anderen Eindruck von sich zu vermitteln.

Aber da tut sich dann so eine Art Diskrepanz auf zwischen dem, was dieser Mensch vorgibt zu sein/wie er sich mir gegenüber verhält und dem, wie ich mich in seiner Anwesenheit fühle. Das ist dann ein Alarmsignal, was mich vorsichtig und achtsam werden lässt.

Wirkt jemand kongruent und damit authentisch auf mich, dann gebe ich diesem Menschen einen Vertrauensvorschuss.
 
  • #43
Das andere Mal konnte ich mich lautlos zurückziehen und sie hat mich nicht bemerkt.
Das fände ich als Mann genau wie @Max-i-mum wesentlich befremdlicher als wenn du einfach aus dem Wald kommst und normal vor mir weg gehst oder auch auf mich zu kommst. Das ist dann transparent und ich kann mich darauf einstellen.
Wenn ich irgendetwas sehe oder höre was sich im Wald bewegt ohne es zu sehen, dann bin ich alarmiert, denn das kann neben einem Menschen auch ein Wildschein oder ein Hund auf der Jagd sein.
 
  • #44
Bauchgefühl ...ich denke, wenn man einen guten Zugang zu seiner Intuition hat, dann spürt man recht schnell, ob eine Situation/ein Mensch vertrauenswürdig ist, oder eben nicht.

Mein Gefühl hat mich bis das dato auch noch nicht getäuscht. Wenn ich einen Menschen in der Vergangenheit kennengelernt habe und sich ein Gefühl von „mit dem stimmt irgendwas nicht“ breit gemacht hat, dann hat sich das im Nachgang auch immer bestätigt.

Oftmals war dieser Momente allerdings etwas irritierend für mich, weil diese Menschen bemüht darum waren, augenscheinlich einen anderen Eindruck von sich zu vermitteln.

Aber da tut sich dann so eine Art Diskrepanz auf zwischen dem, was dieser Mensch vorgibt zu sein/wie er sich mir gegenüber verhält und dem, wie ich mich in seiner Anwesenheit fühle. Das ist dann ein Alarmsignal, was mich vorsichtig und achtsam werden lässt.

Wirkt jemand kongruent und damit authentisch auf mich, dann gebe ich diesem Menschen einen Vertrauensvorschuss.
Ich hab genau das Gleiche. Die Leute wollen mir etwas verkaufen, mein Bauch sagt aber einfach "Nein Nein Nein - das stimmt so nicht". Und dann denk ich: Wie kann ichs beweisen, man Bauchgefühl ist mega schlecht aber gleichzeitig kann ich nicht jedem Menschen gleich unterstellen dass er/sie lügt? Aber ich sag dir was: Mittlerweile bin ich soweit, dass ich NUR noch auf mein Bauchgefühl höre. Es hatte eben doch immer Recht.

Zum Beispiel mit Männer. Da ist es fantastisch. Oder auch als Beispiel:

Ich hab mal in ner IT-Firma gearbeitet. Dort waren nur Männer und ich als einzige Frau, war 25. (toll wars nicht^^). Auf jeden Fall hatte ich 4 Chefs. Bei 1 hat ich gleich im Gefühl (Vorstellungsgespräch): Du bist n Weiberheld und 0 seriös. Genauso wars. Aber OBERWEIBERHELD. Beim nem 2. hat ich auch ein schlechtes Gefühl. Aber anders. Eher Geld. Was war? Er hat 50'000 Stutz hinterzogen und der Chef hats später rausgefunden und ihm fristlos gekündigt. Da war ich MEGA erleichtert das mein Gefühl doch gestimmt hat. Wurd fast wahnsinnig.
 

Laleila

Cilia
  • #45
Auf meiner Stirn steht: "Mir kannst Du alles erzählen, ich bin nur dafür gemacht". Ich sah es noch nie, aber es muss da seit meiner Jugend stehen
Mir erzählen oft fremde Leute ihr halbes Leben. Und habe ich Zeit höre ich zu.
Vielleicht erwähnte ich es schon mal, aber oft verlieren bei mir Fremde jedes Distanzgefühl. Fassen mich an, umarmen mich, drücken mich, nehmen während des Gesprächs meine Hand.
Sind es Frauen oder Kinder schaue ich was weiter passiert, entziehe mich gegebenenfalls, ohne sie in Verlegenheit zu bringen.
Bei Männern bin ich da deutlicher, halte vielleicht intuitiv mehr Abstand.

Ich selbst fiel als Kind und Jugendliche gemein auf die Nase, mit meinem Urvertrauen und erkämpfte mir eine gewisse, gewollte Naivität, zurück. Das Leben ist schöner, berreichernder, bunter, wenn man Menschen vertraut. Neulich sprach ich mit meiner Freundin über einen gemeinsamen Kubaurlaub. Sie meinte, ohne Dich hätte ich nicht die Hälfte erlebt. Dein Vertrauen in diese fremden Menschen brachte uns so schöne Momente. Und das stimmt.
Mir ist bewusst, dass auch das Risiko für Gefahren steigt. Aber obwohl ich auch diese Kehrseite schon sehr schmerzlich erlebte, wage ich weiter zu Vertrauen. Mit Augenmaß. Woran ich das letztlich fest mache ist schwer zu beschreiben.
Abgleich mit gespeicherten Mustern, Intuition.... Who knows
 
  • #46
Ist es euch schon einmal passiert, dass ihr einem Fremden sofort Vertrauen geschenkt habt und euch in eine Art Abhängigkeit begeben habt?
Einmal habe ich mich bzw. hat sich und mich meine Freundin Unabhängigkeit eines Fremden gegeben, aber das war eine besondere Situation: als Diabetiker war ich im Hotel am Pool in eine Unterzuckerung geraten und nicht mehr ansprechbar. Da wohnt ein fremder Hotelgast seine Hilfe und Unterstützung an, weil meine Freundin damit überfordert war.
 
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  • #47
ich glaube auch, es ist normal, dass wir "lieb und nett" aussehende Frauen harmlos wirken
Das stimmt wohl.
Ich bin auch freundlicher zu Menschen wo ich klar weiß die quatschen dich nur so an (nichts wildes dahinter) zB. die von mir beschriebene Oma oder zB. stand eine Frau mit ihrem Auto neben meinem Auto geparkt, hat gesehen wie ich meinen Sohn angeschnallt habe und war total begeistert von dem Kindersitz (Reboarder v Maxi Cosi) sie fand die Technik toll und sagte sowas Praktisches gab es zu der Zeit als ihre Kinder klein waren noch nicht und was für eine gute Erfindung es sei oder aber nette ältere Frauen die dann mal fragen „ist das ihr kleines?“ „ach wie schön“
Unangenehm finde ich Herren die einen lange beobachten, anstarren oder Kommentare zum Äußeren geben, generell Männer die an der anderen Straßenseite stehen und pfeifen etc.
Einen jungen Mann hier im Ort habe ich beim spazieren gehen kennen gelernt (sein Hund war da noch ein Welpe und fand mich wohl sympathisch) ist ein ganz netter also beide -Hund und Mann , wir sagen uns immer hallo wenn wir uns sehen und quatschen kurz wenn’s grad passt. Hab von seinem Hund schon mal ein Küsschen bekommen, ganz wildes Tier allerdings ein Listenhund.

Einmal habe ich vergessen die Parkscheibe reinzulegen, habe gesehen dass da eine Dame stand und Fotos vom Auto gemacht hat und dachte schon „oh ne das gibt ne Knolle“ bin dann noch schnell hin und habe sie gefragt ob ich vergessen habe die Parkscheibe reinzulegen und sie sagte, sie wird es versuchen zu löschen, wenn’s geht hab tatsächlich kein Knöllchen bekommen, allerdings hab ich sie dann Tage später nochmal getroffen und sie lachte und hat mich gegrüßt.🙆‍♀️

Und neulich stand ein junger Mann an der Kasse vor uns, mein Sohn hatte gerade eine „unruhige Phase“ und wollte nicht in der Schlange warten.. also ging er los und haute den jungen Mann leicht aufs Bein und meckerte (war mir unangenehm, hab mich entschuldigt) der Mann lachte nur und sagte „ach macht doch nichts.“ 😐
Und einmal ist er einer Frau mit einem kleinen Einkaufswagen in die Hacke gefahren, die hat richtig rumgemotzt.😬

Vielleicht erwähnte ich es schon mal, aber oft verlieren bei mir Fremde jedes Distanzgefühl
Ich finde das erstaunlich.
Ich mag es nicht von fremden Menschen oder flüchtigen Bekannten angefasst zu werden. Deshalb könnte ich keinen ONS haben, ich kann körperliche Nähe nicht so schnell zu lassen. Ganz selten bin ich mal auf einen Mann gestoßen bei dem es anders war, irgendwie hab ich mich ihm direkt verbunden gefühlt, da wäre es vielleicht anders.
Es ist unangenehm wenn dir wer zu nah kommt und du das nicht möchtest, manchmal geht es schnell und dir ist eine Person näher als du dir wünschst. 👎

In einer festen Beziehung ist es anders, da kann ich nicht genug Nähe bekommen und auch geben aber ich brauche dafür erst Zeit. 🥰

W 27
 
  • #48
Aber sonst geht es mir eher so, dass mir die Leute sehr leicht vertrauen, aber das hängt mit meinem Beruf zusammen. Da komme ich viel in die privaten Wohnungen älterer Menschen, und manchmal, wenn Sie nicht mehr gut laufen können, sagen Sie mir: "Sie finden hier alleine raus." Da denke ich mir manchmal, ich könnte einige Dinge einfach mitnehmen, und niemand würde es merken. Tue ich natürlich nicht!
 
  • #49
Das verstehe ich nicht.
Abhängigkeit sehe ich nicht, ich kann jederzeit raus aus der Situation.
Nicht mit einem komischen Menschen weiter gehen, ein Gespräch beenden.
Was meinst Du damit?

Mit "Abhängigkeit" meinte ich genau die Situationen, die vorher beschrieben wurden (Trampen, Joggen bspw.), also wo Du komplett allein mit dieser fremden Person/ Personen bist, angesprochen wirst und sich eine Nähe ergibt.

Da ist mir lieber, Du kommst mir entgegen, begegnest mir offen, man grüßt sich, und jeder läuft weiter in seine Richtung.
Wirkt viel, viel ungefährlicher als wenn ein Typ plötzlich wieder im Wald verschwindet.
Wo ist er dann hin, wo wartet er. Da kommt Phantasie.

Ich finde das witzig, dass man sich beim Joggen immer grüßt, jedenfalls bei uns :) . Seit ich mir vor 1,5 Jahren ein Rennrad gekauft habe fahre ich öfter Touren. Selten wird man gegrüßt. dann habe ich mich in so ein Radtrikot gezwängt mit Knackarsch. Ich bin genausowenig schnell wie zuvor, aber die Profis grüßen mich jetzt ;-)
 
  • #50
Ich finde das witzig, dass man sich beim Joggen immer grüßt, jedenfalls bei uns :) . Seit ich mir vor 1,5 Jahren ein Rennrad gekauft habe fahre ich öfter Touren. Selten wird man gegrüßt. dann habe ich mich in so ein Radtrikot gezwängt mit Knackarsch. Ich bin genausowenig schnell wie zuvor, aber die Profis grüßen mich jetzt ;-)
Man grüßt sich bei uns im der freien Natur, Spazieren gehen, Wandern, Walken, Skitouren.
Stimmt, Radfahrer grüßen nicht. Was sagt das nun. Was sagt das, wenn es an den Klamotten liegt. 🤔
Spannend, dass Du Nähe mit Abhängigkeit verbindest.
Das sind für mich zwei völlig unterschiedliche Dinge, auf jeden Fall in diesem Kontext. Da schwingt was negatives mit.
Vertrauen sehe ich als Geschenk, das was dieser Mann gemacht hat, ist vielleicht Vertrauen geschenkt, er hat mehr Deine Grenzen überschritten. Du warst nicht ein Vertrauter, sondern ein Opfer für seine Aufdringlichkeit.
Abhängig war weder er noch Du, keiner von Euch war auf die Fortsetzung des Gesprächs angewiesen.
Ich wäre auch nie, wie ein anderes Beispiel, mit der fremden Frau in ihr Haus gegangen, auch da kein Vertrauen, sondern Opfer eines gesteigerten Mitteilungsbedürfnisses.
Wenn er Dir bedrohlich vorkam, warum hast Du weiter mit ihm geredet und bist nicht gegangen, oder bist zumindest in eine Richtung gegangen, wo viele Menschen sind?
Abhängigkeit sehe ich nur, wenn ich jemandem was privates anvertraue, das bei Weitergeben mir schaden könnte. Da überlege ich es mir vorher, das ist kein Fremder.
Einem Fremden vertraue ich auch nicht mein Leben an, außer es ist seine Profession.
Ich verstehe deswegen Abhängigkeit in diesem Kontext immer noch nicht, auch wie bei Dir diese Verbindung entsteht.
Oder ist es eine Frage der Persönlichkeit, ob man bei Misstrauen schneller Grenzen setzt, die Situation verlässt, oder ob man verharrt und hofft, es geht gut und ist dann abhängig vom anderen, ob das Misstrauen gerechtfertigt war?
Das möchte ich nicht testen, das ist für mich nicht abhängig, sondern fahrlässig bis gefährlich.
 
  • #51
Mit "Abhängigkeit" meinte ich genau die Situationen, die vorher beschrieben wurden (Trampen, Joggen bspw.), also wo Du komplett allein mit dieser fremden Person/ Personen bist, angesprochen wirst und sich eine Nähe ergibt.



Ich finde das witzig, dass man sich beim Joggen immer grüßt, jedenfalls bei uns :) . Seit ich mir vor 1,5 Jahren ein Rennrad gekauft habe fahre ich öfter Touren. Selten wird man gegrüßt. dann habe ich mich in so ein Radtrikot gezwängt mit Knackarsch. Ich bin genausowenig schnell wie zuvor, aber die Profis grüßen mich jetzt ;-)
Das ist ne komische Macke, bist du mit dem Rennrad unterwegs, wirst du gegrüßt, mit dem MTB meist nicht. Zumindest nicht von den Rennradfahrern.
 
  • #52
Wenn ich Dich dabei bemerken würde, und ich würde, dann wäre mir mulmig.
Wenn ich es merken würde, dass sie es merken würde, würde ich reagieren. Aber wenn ich es nicht merke, das sie es merkt? Dann gehe ich davon aus, dass sie es nicht bemerkt hat.

In dem speziellen Fall ist sie keuchend auf der Forststraße gestanden, und ich habe sie aus dem Wald heraus gesehen. Ich habe mich leicht zurückgezogen, nach zwei Minuten lief sie wieder bergab davon.

In dem anderen Fall haben wir uns gleichzeitig gesehen, da war der Fall klar.

auch ein Wildschein oder ein Hund auf der Jagd sein.
Ist mir in Jahrzehnten noch nie passiert. Rehlein und bellende Rehböcke oder Eichkätzchen, sonst nichts. Gegenden, wo es Wildschweine gibt, versuche ich zu vermeiden.

ErwinM, 52
 
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  • #54
Ich verstehe nicht, wo eine Abhängigkeit bestehen sollte, wenn ich jemand Fremdes irgendwo im Wald begegne.

Und ja, da bin ich der Meinung - wem eine Situation unangenehm ist, der soll sie verlassen. Und wer extrem ängstlich ist, wird kaum nachts im Wald alleine joggen ......
 
  • #55
Ja, grundsätzlich vertraue ich. Aber nicht jedem. Spricht mich jemand an, bin ich vorsichtig. »Wähle« ich selbst aus, mit wem ich Kontakt haben möchte, sieht es schon anders aus.

Bettelt mich also jemand offensiv an, hat er/sie schlechte Karten. Freiwillig dagegen gebe ich gerne. So stand ich vor nicht allzu langer Zeit in der Kassenschlange eines Supermarktes hinter einem Obdachlosen, der sehr sorgfältig ausgewählt hatte, was er sich leisten konnte und was nicht. Stillschweigend legte ich einen Geldschein auf das Band, bevor er sein Kleingeld zusammenzählen konnte. Er bedankte sich freundlich, glücklicherweise nicht überschwänglich. Im Ausgangsbereich, außerhalb der Sichtweite der Kassiererin und den anderen Kunden, bot ich ihm ein Stündchen Dusche und Essen bei mir zu Hause an. Er schaute verwundert drein, mit offenem Blick und freundlichem Gesicht. DAS war das Ausschlaggebende: er erschien mir offen und ehrlich zu sein.
Zu Hause legte ich ihm ein frisches Handtuch ins Bad und ließ ihn dort hantieren. Ohne mich zu sorgen, er könne etwas aus den Schränken einstecken.
Als er wieder angezogen war, einen warmen Tee mit einem Stück Kuchen gegessen hatte, fragte er höflich. ob er sich in meiner Wohnung umsehen dürfte. Ihn interessierten ausschließlich meine Bücher und ich ließ ihn Lesestoff für sich aussuchen. Seine Auswahl bestätigte mir mein Vertrauen in ihn.

Meist sehe ich an den Augen eines Menschen, der Art, wie er/sie in die Welt und auf andere schauen, ob ich vertrauen kann oder nicht. Wie oft habe ich Tramper (m/w) mitgenommen, aber immer darauf geachtet, dass sie nicht auf der Rückbank (außerhalb meines Sichtfeldes) saßen. Einmal bat ich einen Rucksack-Mann, sein Gepäck »samt Revolver o.ä.« im Kofferraum abzulegen. Also unerreichbar während der Fahrt. Es stellte sich heraus, dass der Gute ein Pfarrer war, 7 Kinder hatte und erstmals in seinem Leben eine »freie Fahrt« ohne Familienanhang »in die Welt« unternahm. Über meinen Revolver-Gedanken musste er herzlich lachen.

Bisher habe ich jedenfalls noch keine schlechten Erfahrungen gemacht (wobei ich meinen Kindern und meinem Freund diese Geschichten wohlweislich nicht erzähle).
 
  • #56
Wenn ich irgendetwas sehe oder höre was sich im Wald bewegt ohne es zu sehen, dann bin ich alarmiert, denn das kann neben einem Menschen auch ein Wildschein oder ein Hund auf der Jagd sein
Meine Freundin war im Wald und hat eine super tolle Ecke gefunden für die kleinen zum spielen mit kleinen Bächlein und dann Zack stand da ein Wildschwein vor ihr (hat nichts gemacht)… seit dem haben wir Angst 😅 also uns ist und war klar, dass es da Wildschweinen gibt. Man sieht es an den aufgewühlten Boden.
Rehe sind mir oft begegnet, man kann sie des Öfteren beim Fressen beobachten 😍. Hier nebenan auf dem Feld stand auch oft eins, habe es Ruth Rehtier getauft, es war schön aber vermutlich erlegt, manchmal hören wir abends Schüsse (wohnen in Waldnähe) im Dunkeln würde ich hier auch nicht joggen gehen, hab Schiss, hier gibts nicht viel bewohntes Gebiet zum Joggen, man muss schon in Richtung Wald/Feldwege..

War einmal mit beiden Hunden spazieren und der Hund meiner Mutter ist abgegangen und hinter den Rehen her, man war das kacke.. ich hinter dem Hund her (zumindest so gut es geht bei den ganzen Zäunen der Weiden) und der Hund hinter den Rehen her.. er hat nicht gehört und einer unserer Hunde ist auch einmal in Nachbars Gartenteich gehüpft.. ich hatte ihn komplett aus den Augen verloren, mich gefragt wo er ist und dann sehe ich nur den braunen Kopf des Hundes und Platschgeräusche sowie lautes Gelächter (die Kinder) im Garten des Nachbarn… er kam dann fröhlich erfrischt angelaufen, die Nachbarin gerade aus dem Keller (Hanggrundstücke, Keller auf Höhe des Gartens) und natürlich musste er sich vor ihr schütteln und hat sie nass gespritzt 😬 Mensch war das unangenehm, hab mich entschuldigt und auf die Anzeige gewartet, die Nachbarin hat nur böse geguckt (wer weiß ob da irgendwelche hochwertigen Kois, Goldfische, Frösche was auch immer im Teich schwimmen) aber zum Glück kam da nichts nach.😇 Man lerne: Hunde sind an der Leine zu führen…

Mit einem Wildschwein hatte ich, morgens auf dem Weg zur Berufsschule, auch schon eine Begegnung, das Auto vor mir hat eins umgefahren und da hatte ich noch keine Brille, wollte helfen, bin ausgestiegen und dann schrie mir ein Mann plötzlich ganz laut zu „Steigen sie sofort wieder in ihr Auto ein, da liegt ein Wildschwein.“
Joa es lag nur einen Meter schräg neben meinem Auto entfernt und hat versucht hochzukommen und ich schnell wieder ins Auto und habe das arme Tier beim Sterben zugesehen 😢 ich weis Wildschweinen sind gefährlich aber so leidvoll sollte es doch nicht sterben, armes dickes Getüm.😩
Bin im Wald nur noch mit Pfefferspray unterwegs, wenn mir wer zu nahe kommt dann pschhhhhhhht… 💥


W 27
 
  • #57
Ich war fast schon entsetzt, dass sie einfach so Fremde zu sich einlädt
Das würde ich auch niemals tun! Ist in Mitteleuropa auch ungewöhnlich, da läd man generell keine Fremden ins Haus ein. Viel Misstrauen, aber vielleicht auch viele schlechte Menschen, die Vertrauen ausnutzen.

Ein guter Freund von mir war vor 15 Jahren mit einer Gruppe Kommilitonen seines Geologie-Semesters in Syrien bei Ausgrabungen (damals noch kein Krieg). Er erzählte mir, dass die ganze Gruppe in jedem Dorf, durch das sie durchkamen, von Einheimischen freundlich und offenherzig in ihre Häuser zu Tee und Gebäck eingeladen wurden. Das finde ich ganz erstaunlich, das würde hier Niemand tun.
 
  • #58
Was ich dem Zusammenhang nicht verstehe, ist die Angst vor fremden Menschen im Wald. Ich hätte eher bedenken im Park oder meinetwegen auf der Straße des Nachts. Im Wald ist doch in der Regel nur das Wildschwein und das Rehlein.
 
  • #59
Ein guter Freund von mir war vor 15 Jahren mit einer Gruppe Kommilitonen seines Geologie-Semesters in Syrien bei Ausgrabungen (damals noch kein Krieg). Er erzählte mir, dass die ganze Gruppe in jedem Dorf, durch das sie durchkamen, von Einheimischen freundlich und offenherzig in ihre Häuser zu Tee und Gebäck eingeladen wurden. Das finde ich ganz erstaunlich, das würde hier Niemand tun.
Ja, das kannst du in der Türkei jenseits Ankaras auch erleben, ist herrlich! Vor allem können da dann doch ein paar Deutsch weil ehem. Gastarbeiter.
Aber wenn die einem dann von ihren 4 Frauen und 20 Kindern erzählen, fragt man sich, ob die da aufschneiden. In jenem Dorf war jedenfalls keine einzige Frau zu sehen, die waren wohl alle auf dem Feld arbeiten, während ihre Männer am Ofen Tee getrunken haben... Nur gut, dass mein Freund dabei war - eine Frau ohne Ring an der Hand warf schon genug Fragen auf...
 
  • #60
Ich habe mal auf einer Studienreise einen Ansch*** bekommen von einer türkischen Kollegin.
Ich war mit einer anderen Kollegin in Istanbul zu Fuß unterwegs, der Weg war weit, es war heiß, hatten wir etwas unterschätzt, aber kein Problem.
Wir kamen, als wir Pause machten, zufällig mit einem älteren Mann ins Gespräch, er sprach und an, als er uns auf Deutsch sprechen hörte, plauderte, fragte wo wir noch hin wollten, im perfekten Deutsch besser im perfekten Schwäbisch.
Dann sagte er, wir sollen warten, er käme gleich wieder, kam nach 5 Minuten mit seinem alten Mercedes und fuhr uns zu unserem Ziel.
Keine Sekunde hatten wir Bedenken.
Die Kollegin machte uns Riesenvorwürfe, was alles hätte passieren können.
Es war ein netter älterer Mann, der sich freute Geschichten zu erzählen über seine Zeit bei Daimler, sich freute, Deutsch zu sprechen, über seine Familie zu erzählen, und nun uns nicht ganz so jungen Frauen einen Gefallen zu tun.
Wir waren dankbar, es wäre noch ein gutes Stück gewesen, weder Taxi noch Bushaltestelle weit und breit.
Am gleichen Tag machten wir dann Mittag, setzten uns draußen an einem von Einheimischen, gemischt, Männer, Frauen, junge, alte, gut besuchten Imbiss mit vielen Tischen. Da kamen auch zwei Männer, einer etwas jünger, der andere etwas älter, alles war voll und sie fragten uns höflich, ob sie sich zu uns setzen dürften. Sie wirkten sympathisch, sie durften, es entwickelte sich ein sehr angenehmes Gespräch. Irgendwann bedankten sie sich für die kurzweilige Zeit, wir uns ebenso, und sie verabschiedeten sich. Als wir zahlen wollten, war bezahlt.
Auch da die Kollegin, wir hätten nie die Männer an unseren Tisch lassen dürfen.
Misstrauen macht Leben kleiner.
 
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