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  • #1

Wozu sollen Bindungen gut sein?

Den jüngsten Beiträgen habe ich entnommen, dass sich hier ob der zunehmenden Bindungslosigkeit bzw. der vorübergehenden Bindungen insbesondere auch um die Heranwachsenden gesorgt wird. Mein halbes Leben wäre ich geneigt gewesen, mit in dieses Horn zu blasen. Doch halt, da formuliert mein Hirn einen Einwand: Familien zerstreiten sich, Geliebte kommen und gehen, Eltern trennen sich, Freunde und eigene Kinder folgen ihren Geliebten und/oder Jobs... => Bindungen sind also letztlich und zu allererst ein Garant für Trennungschmerz und Imstichgelassenwerden. Ist es da nicht besser, gerade die Kids hören frühzeitig auf zu träumen und lernen, sich nur auf sich selbst zu verlassen? Und andere Menschen (der Mechaniker, der Zahnarzt, Kindesvater/-mutter, Sexpartner u.s.w., die Kinder, damit die Gene nach dem eigenen Tod weiterleben) genau so funktionell zu sehen, wie sie im Grunde doch sowieso genutzt und hier häufig diskutiert werden?
 
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  • #2
Zitat: ...Ist es da nicht besser, gerade die Kids hören frühzeitig auf zu träumen und lernen, sich nur auf sich selbst zu verlassen?....
Das wäre wohl das Ende jeglicher Liebe!! Grausam, seinen Kindern jegliche Illusion zu nehmen!
Schon unsere uralten Philosophen und Dichter waren in genau dem gleichen Dilemma, wie wir heute. Zum Glück hat der Mensch noch Gefühle, auch wenn man sie heutzutage nicht mehr so zeigen darf, weil uncool..Doch würde man bereits Kinder dahingehend erziehen, würde man ihnen doch jegliche Freude am Leben, mit allem, was dazu gehört nehmen und aus ihnen funktionierende Maschinen machen, wie in Science Fiktion Szenarien so gerne dargestellt wird...Doch auch was siegt dort immer über alles?...Die Liebe :)
(w47)
 
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  • #3
"...Bindungen sind also letztlich und zu allererst ein Garant für Trennungsschmerz und Imstichgelassenwerden..."???

Was soll denn der Quatsch???

Bindungen ist etwas Wunderbares und man sollte es geniessen - sie sind halt nur keine Garantie, sondern bedeuten auch Arbeit. Sie sind ein ganz wichtiger Bestandteil in unserem Leben.

Ob es die freundschaftliche oder partnerschaftliche Bindung ist - man sollte sie pflegen und nicht vernachlässigen. Sie tun unserer Seele gut, bereichern unser Leben.

Das Leben läuft aber nicht immer geradlienig nach oben, manchmal macht es auch mal einen Knick - Scheidung, Trennung, Liebeskummer, Partner geht fremd .... Klar, nicht die angenehme Seite des Lebens, aber vielleichrt auch eine neue Chance?!

Also, binder Euch!!!!!

W./50
 
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  • #4
Ich stimme dem durchaus zu. Denn:

1. Suche mal einen Partner für Kinder.

2. Natürlich gehst mit der Einstellung ran, den Richtigen zu finden, ihn zu lieben, zu ehren, zu achten in guten wie in schlechten Tagen. Das ist der eine Aspekt. Der zweite Aspekt ist doch, daß beide gemeinsame Ziele haben, Ehe, Kinder, Haus, Freunde, Hobbies, soziale Kontakte.

3. Jetzt ändert sich das Leben total vom ersten Kuß bis zum gebauten Haus mit Kindern, Ziele, die mal da waren, sind erreicht, es fehlen neue Ziele und vieles kommt anders, als man dachte. Stichwort: Die Beziehung ändert sich.

4. Wenn der Partner aber der Richtige sein soll, dann führt das zu einem entsprechenden Anspruchsdenken. Der Richtige "muß so sein" und so gibt man vielleicht weniger gegenüber dem richtigen nach als gegenüber jemanden, mit dem man bloß gemeinsame Ziele hat.

5. Die Emotionen spielen auch rein: Probleme müssen kommuniziert werden, Kritik muß hingenommen werden und das verursacht auch Streß.

6. Im Alltag geht es um mehr, um Aufgabenteilung, um Liebe, um den Wandel im Leben, alles unter dem Dach der Liebe. Ist die Liebe weg, kommen manche Probleme erst hoch, die Ansprüche an den Richtigen kommen hoch und ... bingo.

7. Und was wenn beide sich sagen "ach seis drum, ich probiers mit ihm / ihr" weil sie dategefrustet sind ? Oder überhaupt kann man in unserer Gesellschaft, in der der eine Mann mal vorgibt, eine Frau zu lieben, und, nachdem er mit ihr geschlafen hat, munter weite bei EP sucht, nicht einfach sagen: "Das ist die Frau, mit der ich es wage" und es durchziehen ? Früher waren wohl deswegen die Scheidungsraten bei Ehen, die mehr oder weniger von Verwandten arrangiert wurden, geringer.

So frage ich mich, ob es nicht besser ist, die Emotionen möglichst auszuklammern und insoweit zum Gegenüber ehrlich zu sein und zu sagen "Hin und weg bin ich nicht von Dir ... Du bist lieb, toll, süß .... aber die Zeit bleibt nicht stehen" ....

7E2176FE - m, 39
 
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  • #5
@1

Da möchte ich ergänzen:

Schon Jesus plädierte für mehr Miteinander und Liebe.

Seitdem sind rund 2000 Jahre vergangen, die Bibel dürfte das meistverkaufte Buch sein?

Und? Ist die Botschaft angekommen? Wie sieht es im Alltag aus?

Ist es da nicht besser, falsche Ideale loszulassen = Vertrau von mir aus auf Gott und verlass dich ansonsten auf Erden auf dich selbst?
 
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excuse-me

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  • #6
@ #4: Wie sieht es denn da bei Dir aus mit dem Vertrauen, dem Miteinander und der Liebe?.
Wenn ich niemandem vertraue, wie kann ich dann erwarten, dass mir vertraut wird.
Wenn ich mit Liebe geize aus Angst, nichts zurückzubekommen oder enttäuscht zu werden - wer soll Dich lieben, wenn Du lieblos bist?

Wenn Du jemanden triffst, der Dein Herz berührt und Deine Seele streift - dann vertraue Deinem Gefühl und lass Dich ein. Dem nicht zu folgen bedeutet, dass Du Dir selbst unsicher bist, Dich auf Dein Gefühl nicht verlassen kannst, Angst hast.
Liebe ist nichts für Angsthasen. Sie erfordert Mut. Hast Du keinen?
 
  • #7
Meine wilde Theorie:

Ich gehe ernsthaft davon aus, das Bindungen ein biologisch fest eingebautes Grundbedürfnis sind, dass man nicht einfach ausbauen oder abschalten kann. Wenn wir von der Trennung erfahren, die uns selbst betrifft, schaltet unser Körper schlagartig auf Schmerz um.

Wie kann das sein?

Ich erkläre mir das anhand eines anderen Beispiels: wir alle haben das Bedürfnis nach Nahrung. Wenn wir die Nahrung nicht bekommen, sterben wir. Damit das nicht passiert, hat die Evolution Gefühle (oftmals Schmerzen) erfunden. Die sagen uns rechtzeitig Bescheid, dass ein Bedürfnis nicht erfüllt ist. Sie treiben uns dazu, die Bedürfnisse zu befriedigen, also Nahrung aufzunehmen. Genauso mit Durst oder der Verdauungsabfuhr ;-) So funktioniert unser Körper seit Urzeiten: Gefühle zeigen nicht erfüllte Bedürfnisse an! Diese "Mechanismen" hat die Evolution garantiert nicht ohne Grund in unseren Körper und wohl auch in den aller anderen Tiere "eingebaut". Das scheint mir eine sinnvolle Einrichtung der Evolution zu sein. Mit dieser Annahme können wir aus der Tatsache, dass es einen Trennungsschmerz gibt, darauf rückschließen, dass es ein entsprechendes Bedürfnis nach Bindung gibt.

Warum gibt es ein Bedürfnis nach Bindung?

Für das Beispiel Hunger ist ziemlich offensichtlich warum, die Evolution uns dieses Gefühl als Warnsignal verletzter Bedürfnisse fest eingebaut hat, aber nun könnte man meinen, Bindungen und Trennungsschmerz sind doch eigentlich überflüssig und nicht überlebensnotwendig wie Nahrungaufnahme wie die evtl. die Fragestellung suggeriert, aber mit ein wenig Nachdenken, scheint es offensichtlich, warum das so ist: schon ein Säugling hat ein Hungergefühl, aber hat ein Säugling schon gelernt, dass Hunger durch Nahrung gestillt werden kann? Als Säugling konnten wir das Gefühl wahrscheinlich nicht einmal deuten. Vor der Geburt gab es das wahrscheinlich noch nicht. Danach spürten wir nur einen "Schmerz" (von dem wir später lernten, dass er "Hunger" heißt). Wir schrien als Säugling vor Schmerzen und unsere Mutter wusste es zu deuten. Wahrscheinlich ist das ein Lernprozess, der von der Mutter durch Brustheranführung und der Evolution durch Saugreflex unterstützt wird. Und vielleicht entsteht auch dabei auch eine besondere Bindung der Mutter an das Kind! Irgendwann lernten wir als Säugling, wenn dieses Gefühl auftaucht, beseitigt man es durch Nahrungsaufnahme. Aber wenn wir zudem nicht die Bindung zwischen Mutter und Kind hätten, hätte das Kind vielleicht das Hungergefühl nie zu deuten gelernt und hätte nicht langfristig überlebt. Und ebenso gäbe es wahrscheinlich kein/kaum überlebende Säuglinge, wenn nicht die Eltern sich paaren und das Kind gemeinsam in Zusammenarbeit aufziehen würden, also ist auch dort zwischen den Eltern eine Bindung erforderlich.

Und so müssen wir lernen hinter ALL unseren starken Gefühlen die Bedürfnisse zu deuten! Die Gefühle sind oft negativ wahrgenommene Schmerzen, aber es gibt auch positive Gefühle. Wir können dabei nicht nur positive und negative Gefühle unterscheiden, sondern wir lernen mit der Zeit jedes einzelne Gefühl zu unterscheiden. Auf diese Weise, nehmen wir nicht fälschlicherweise Nahrung auf, wenn wir eher auf Toilette gehen sollten ;-) Ist das schönste Gefühl und genau das Gegenstück zum Trennungsschmerz vielleicht das Verliebtsein? Erinnert Ihr Euch noch an das allererste Verliebtheitsgefühl Eurer Jugend und den inneren Lernprozess/den Gedanken: "Achso, dieses Gefühl ist dann wohl das Verliebtseinsgefühl." Offensichtlich wohl eines der Gefühle, die wir erst "spät" lernen, sodass wir uns noch bewusst an den Lernvorgang erinnern können.

Was passiert beim Verliebtsein und Trennungsschmerz im Körper?

Ich erkläre mir das am Beispiel von Stress: wenn wir geistig die Information einer real drohenden physischen Gefahr aufnehmen, dann schüttet der Körper z.B. Adrenalin aus und schaltet damit vom Normalzustand in einen Stresszustand. Er soll für schnelle Reaktionen im Kampf sorgen (kein langes Nachdenken), er soll Energien für die Flucht bereitstellen, er soll Vorbereitung für Verletzungen schaffen. Der Körper wird durch die Information, die durch den Geist strömt, stark und schnell auf einen anderen Modus umgeschaltet. Dabei geschehen elementare, chemische Vorgänge aufgrund von Informationen, die das Gehirn verarbeitet und bewertet hat. Das können wir nicht bewusst steuern, im Sinne von: jetzt bitte x ml Adrenalin bitte. Das entzieht sich unser Kontrolle und ist fest im Körper eingebaut.

Die Evolution hat uns also offensichtlich ein Bedürfnis eingepflanzt, uns einen Partner zu suchen. (Warum nur, so was Dummes aber auch, das macht doch nur Schwierigkeiten und Scherereien und schafft soviel Unglück. ;-) Wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt wird, obwohl ein "geeigneter" Partner in der Nähe scheint, spüren wir Verliebtheitsgefühle als "Warnsignal" die Chance nicht verstreichen zu lassen. Dann bitte schnell handeln! ;-) (Umgekehrt muss das Verliebtheitsgefühl sich auch schnell einstellen, sonst ist der geeignete Partner schon wieder weg, also nicht wundern wenn es schnell geht, insbesondere bei den Männern, wenn sie den aktiven Part übernehmen müssen ;-)

Wenn der Geist feststellt, dass es mit dem Partner schlecht läuft, dann mischt er uns mit irgendeinem chemischen Cocktail ("Trennungsschmerz") so richtig auf! Das ist dann wohl wie eine kurze Depression. Und DESWEGEN erträgt man es nicht, auch wenn keine offensichtlich körperliche Verletzung vorliegt.

Wir nehmen also ein Bedürfnis nach Bindungen an. Wenn wir es erfüllen, spüren wir die Verliebtheit (als "Belohnung"). Wenn wir es verletzen, spüren wir den Trennungsschmerz (als "Strafe"), aber was passiert, wenn wir bewusst Bindungen meiden wie in der Fragestellung vorgeschlagen? Dann erhalten wir keine Belohnung und auch keine Strafe. Aber dann fühlen wir uns möglicherweise irgendwann einsam und geraten möglicherweise ebenfalls in Depressionen und zwar chronische Depressionen. Es soll doch schon die Experimente mit isolierten Menschen gegeben haben, die aufgrund von Einsamkeit nicht überlebt haben. Ich schätze mit den Bindungen ist es ähnlich. Ich würde wetten, ohne Bindungen gerät unser chemisches Gleichgewicht durcheinander und macht uns krank.
 
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  • #8
Eigentlich ein klares Plädaoyer FÜR Bindungen. Besser als #6 könnte ich es nicht erklären.

AAAABER:

Bindungen sind vielleicht mit "Verträgen" vergleichbar. Klar sollten (man beachte den Konjunktiv) diese zu beider Vorteil gereichen. Leider ist die Ausgestaltung nicht selten eine Frage von Marktposition, Macht, Dominanz, Skrupellosigkeit etc..

Was in Familien leider nicht viel anders ist.

Bindungen KÖNNTEN also höchst gedeihlich sein. SIND es aber oftmals (für eine Seite) nicht.

Logisch, dass die, die zu den Übervorteilten gehören und negative Erfahrungen machen mussten, etwas verhaltener, wenn nicht phobisch bei "Vertragsabschluss" sind.
 
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  • #9
siri
bindungen sind doch etwas notwendiges und sehr schönes!
schade, daß die mehrzahl der menschen der ansicht ist, daß bindungen nur dann wirklich wichtig sind, wenn zur emotionalen auch eine körperliche bindung dazukommt.

ich lebe ganz gut damit, ein paar sehr intensive bindungen - zu meinen kindern, 2 langjährigen! Freundinnen, meinen geschwistern, meinen tieren (auch wenn´s den einen oder anderen aufregt, auch das sind bindungen) zu pflegen, ein paar oberflächlichere, aber nicht uninteressante kontakte zu haben und diese, auch wenn ich einen mann kennenlerne, nicht zu vernachlässigen!!! männer kommen und gehen (nicht weil mir das so gut gefällt, sondern weil es nun einmal einfach bei vielen so ist!), freundschaften bleiben. wäre natürlich schön, einen mann zu treffen, bei dem der körperliche und der freundschaftliche aspekt zusammentreffen, wenn nicht ist es auch kein grund, zu verzweifeln.
 
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  • #10
Bindungen und die Erfahrungen daraus möchte ich nicht missen. Ich war lange Zeit gebunden und bin aufgrund von Gleichgültigkeit, Auseinanderleben, sich nicht mehr so wichtig nehmen, Unlust und und anderes mehr jetzt solo. Davor hatte ich praktisch keinerlei Erfahrungen über längerfristige Bindungen, Beziehungen, Partnerschaften. Ich war früher ziemlich schüchtern und trug blödsinnigerweise einen Oberlippenbart. Die letzte (kurze) Bekanntschaft danach brachte zwar viel seelisches Leid und Kränkungen über mich, aber dennoch versuchte ich daran zu wachsen und zu reifen. Ich habe in den letzten Monaten sehr viel gelernt. Z.B. trotz gemachter Fehler anständig durchs Leben zu gehen, sich selber treu zu bleiben, Kränkungen (ohne mit Gemeinheiten zu reagieren oder aus gleichen Rohren zurückzuschießen) zu überwinden. Oder die Prioritäten auf der Werteskala hinsichtlich seiner Lebenseinstellung und Lebensstils noch stärker zu akzentuieren (unglaublich welche Fremdworte mir manchmal einfallen). Werte und zwischenmenschliches Verhalten sind mir, obwohl es mir schon früher sehr wichtig war, ungemein wichtiger geworden. Der zwischenmenschlichte Kontakt mit wertschätzenden, netten Personen hier über Elitepartner hat mit z.B. auch schon sehr, sehr viel gebracht. Dafür hat es sich schon gelohnt. Wenn sich eine ehrliche, liebvolle (auf allen Ebenen), erfüllende, gleichberechtigte, geistig und emotional fordernde, harmonische Beziehung daraus ergibt, dann wäre es zwar schön, aber es ist nicht ursächlich zwingend.

Das Kennenlernen, eine eingegangene Bindung, die Phase des harmonischen und glücklichen Zusammenlebens und Trennung und die Erfahrungen daraus, möchte ich nicht missen. Ebenso möchte ich auch die Verletzungen aus der Bekanntschaft nicht missen. Beim Kennenlernen oder auch innerhalb einer Beziehung wird man niemals die Garantie haben, dass es gut gehen wird. Es ist auch durchaus möglich, verletzt zu werden oder jemanden zu verletzen (Ich nehme mich da nicht aus.). Ich würde wirklich hoffen, dass meine nächste Partnerschaft die einzige, alleinige Partnerschaft in meinem restlichen Leben werden wird, aber eine Garantie wird hierfür nicht geben.

Einen Garantieschein für Glück, Liebe und lebenslange, harmonische Partnerschaft gibt es nicht. Gottseisgedankt sind wir Menschen und keine Roboter.

Eine Bindung bedeutet Arbeit, auch und insbesondere nach Jahren.

Die Einen sehen eine Beziehung eher oberflächlich und die Anderen eher tiefsinnig. Freiheit im Geiste und der Respekt gegenüber der individuellen Lebens- bzw. Beziehungseinstellung Anderer ist ein hohes Gut.

Es geht doch nichts über die Liebe, über seelische und freundschaftliche, wertschätzende und respektvolle Verbundenheit, über eine gleichberechtigte Annäherung im Geiste und Körper. Das Zulassen tiefer Gefühle und das Verschenken eines, seines einzigen Herzens.

@#6 Eisenherz
"Dann erhalten wir keine Belohnung und auch keine Strafe." Ich sehe es zwar ein wenig differenzierter als Du mit den Worten "Belohnungen und Strafe", aber gerade damit wurde es treffend erklärt. Wirklich schön und verständlich formuliert. Danke.

kurzum:
Es kommt immer darauf an, was man aus daraus macht und wie man sich bemüht, so auch in der Liebe.

Schöne Grüße,
R.
7E22F890 (34,m)
 
  • #11
@7: ja, sehr schöne Ergänzung, das scheint mir völlig richtig. Das scheint mir so ähnlich zu sein, wie Recht (laut Gesetz) haben und Recht bekommen. Gut gemeint von der Evolution/genetischen Programmierung, funktioniert aber in der komplexeren Realität nicht immer gut, weil Bindungen tatsächlich nur deswegen nicht automatisch, dauerhaft und per se gut sind. Trotzdem kommen wir alle nicht drum rum, ist halt eingebaut. Vielleicht für den Fragesteller: leider!

@Fragesteller: gerade am Leiden? ;-) Alles Gute!

@9: ich teile Deine Ansichten, sehr schön formuliert. "Belohnung und Strafe" und mehr waren ja auch eher vereinfachend gemeint, es war doch so schon ein Roman ;-)
 
  • #12
Eisenherz was ist denn mit Leuten die das Gefühl des Verliebtseins nicht kennen bzw. haben?
Mir liegt nichts an körperlicher nähe, ich mag es nicht angefasst zu werden. Ich habe zwar einen größeren Bekanntenkreis und schätze diesen auch, doch bin ich froh das ich den Großteil meiner Freizeit für mich alleine bin. Menschen, auch wenn ich sie mag, gehen mir meistens nach kurzer Zeit auf die Nerven und ich bin jedesmal froh wieder für mich zu sein. Ich habe keinerlei Kontakt zu meiner Familie da sie mir nichts bedeutet und nach Umzügen waren die alten Bekannten schnell vergessen da uninteressant. Jeder aus meinem aktuellen Bekanntenkreis weiß wie ich bin und dass das wieder so passieren kann oder wird. Trotz dessen wissen sie auch das ich zu jeder Tages- und Nachtzeit für sie da bin wenn sie meine Hilfe brauchen, ist ja schließlich mein Bekanntenkreis und meine Ehre gebietet mir das.
Zumal ich verliebte nicht für voll nehmen kann, <- mod >
 
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  • #13
"Wozu" sollen Bindungen gut sein..

Um zu spüren wie sich Liebe, Wärme, Freude, Trauer, Geborgenheit, Zuneigung, Verständnis, Trost, sich in der Gemeinschaft wiederfindet , Gemeinsamkeiten erleben, Wut, Trennungschmerz, Hoffnung , Sehnsucht anfühlen..

Oder kurz gesagt: Damit man spürt wie sich Glück anfühlt und die Erde sich weiterdreht..
 
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  • #14
Bindungen bedeuten Überleben. Das ist in einem Sozialstaat und in einer Konsumkultur wie in D offenbar in Vergessenheit geraten. Wirklich erfolgreiche und vermögende Menschen gehören zu einer Familie, zu einer Sippe, einem Clam, zu einem Stamm.
50% der AE Mütter sind Hartz 4 Empfänger. Das sagt doch schon alles. Armut korreliert mit Bindungslosigkeit.
Menschen ohne Bindungen sind schwach, krankheitsanfällig und arm. Im jetzigen Sozialstaat ist das kein Problem da jeder recht komfortabel durchgefüttert wird und damit die Ver-single-ung der Gesellschaft locker weiter voranschreitet. Denn Bindungen bedeuten Verantwortung, Einsatz, Arbeit, soziale Kompetenzen usw. Warum das auf sich nehmen wo doch Egoismus von der Gesetzgebung gefördert wird (siehe Scheidungsrecht und Unterhaltsrecht) und der Bezug von Hartz 4 ganz easy ist.
 
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