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  • #1

Würdet ihr eine Beziehung eingehen?

Liebes Forum,


Eine gute Freundin von mir, 28 Jahre alt, die ich über eine Selbsthilfegruppe kennengelernt habe, hat mir erzählt, dass sie sich nicht traut, eine Partnerschaft einzugehen.

Sie wurde mit 16 Jahren als schizophren diagnostiziert, hatte allerdings wie ich wohl eine posttraumatische Belastungsstörung aus der Kindheit. Wegen der Fehlbehandlung konnte sie auch keinerlei Berufsausbildung abschließen, hat erst vor kurzem angefangen, stundenweise Nachhilfe zu geben und eine Ausbildung zu beginnen. Sie ist also auf einem guten Weg und seit Beendigung der Fehlbehandlung geht es ihr zunehmend besser. Das alles untermauert die Tatsache, dass sie falsch behandelt wurde und deswegen all die Jahre in einem schrecklichen Teufelskreislauf gefangen war.

Das war bei mir genauso und erst durch die Traumatherapie bin ich vollständig gesund geworden mit mittlerweile kleiner Familie und Beruf. 😀💞Zwei Fachärzte haben ihr nun bestätigt, dass bei ihr tatsächlich keine Schizophrenie vorgelegen haben kann. Sie nimmt auch seit Jahren keinerlei Medikamente mehr. Herausgekommen ist das Ganze, als sie eine Psychotherapie begonnen hat. Seit sie die Therapie macht, geht es ihr stetig besser.

Sie meint nun, ein potentieller Partner würde ihr das nie glauben und wäre wohl aus Skepsis nie bereit, etwas mit ihr einzugehen. Aus Angst vor Enttäuschung zieht sie sich immer mehr zurück. Ich habe versucht, sie darin zu bestärken, dass ich ihre Angst für unbegründet halte. Sie ist eine sehr vielseitige, offene freundliche Person. Sie hat eine große Leidenschaft für Fremdsprachen, in ihrem Umfeld sehr beliebt.

Sie ist mittlerweile auf einem guten Weg. Sie ist in ihrer Familie Opfer von sexueller Gewalt und einem Scheidungskrieg der Eltern geworden und die Familie hat darauf gedrängt, dass die Ärzte das Geheimnis und den Familienschein waren und sie mit Medikamenten ruhigstellen.

Gegen die Klinik hat sie jetzt sogar Anzeige erstattet und ihrem Antrag ist stattgegeben worden !

Wie seht ihr das? Ich möchte sie natürlich nicht verletzen und sie weiter bestärken, wenn es tatsächlich sehr wahrscheinlich ist, dass sie mit ihren Befürchtungen Recht hat.

Ihre Familie sagt, es muss nichts geklärt werden, sie würde Probleme wegen der Fehldiagnose sehen, die es überhaupt nicht gibt. Die Diagnose hätte für sie keine Bedeutung mehr, wenn sie einfach sagt, sie hätte ein paar psychische Probleme gehabt und den Diagnose Namen weglässt. Sie möchte ihre Beziehung nicht auf Lügen aufbauen, ( was ich total verständlich und richtig finde) ,weiß aber gleichzeitig, dass der Diagnosename Schizophrenie schlimmste Ängste bei Außenstehenden hervorruft.

Sie kommt gut im Leben zurecht, ist aktiv und geht weiterhin regelmäßig zur Therapie, arbeitet alles auf und wirkt immer glücklicher und selbstständiger. Außerdem arbeitet sie mittlerweile 20 Stunden auf Honorarbasis.

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Vielen Dank erst einmal für alle Antworten.
 
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  • #3
Das liest sich so, als ob sie sehr viel geschafft hat.

Fehldiagnosen oder späte Diagnosen gibt es auch in anderen Bereichen. Viele Menschen sind kritisch gegenüber dem Gesundheitssystem (manche sogar überkritisch bis zur totalen Ablehnung).

Wenn man jemand kennen lernt, muss man nicht gleich das ganze Leben offen legen. Damit kann man sich und das Gegenüber überfordern. Oder man gerät an jemand mit Helfersyndrom, der unbedingt retten will, das ist auch nicht gut.

Daher macht man besser schrittweise in dem Maß, wie man sich sicher fühlt. Dann sieht man schon, wie jemand reagiert. Wunde Punkte erst mal zu schonen, ist keine Lüge.

Hat sie denn Freundschaften außerhalb der Selbsthilfegruppe oder dem Therapiebereich? Welche Erfahrungen hat sie da mit Ängsten und Vorurteilen gemacht?
 
  • #4
Was Du hier beschreibst ist ein Klassiker. Menschen mit psychischen Problematiken suchen oft die Verantwortung im außen, sind nicht bereit, die Diagnose anzuerkennen, was für den weiteren Therapieverlauf nicht gerade förderlich ist.

Wegen der Fehlbehandlung konnte sie auch keinerlei Berufsausbildung abschließen... Sie ist also auf einem guten Weg

Sie arbeitet mit 28 ganze 20 Stunden auf Honorarbasis.
Ist also nach wie vor nicht voll belastbar. Fehlbehandlung?

Sie meint nun, ein potentieller Partner würde ihr das nie glauben

Die Angst liegt in ihr, neben der Schizophrenie und PTBS (oder was auch immer) sind sicher weitere Diagnosen gestellt worden.

die Familie hat darauf gedrängt, dass die Ärzte das Geheimnis und den Familienschein waren und sie mit Medikamenten ruhigstellen.

Ärzte sind nicht ganz blöde.

Gegen die Klinik hat sie jetzt sogar Anzeige erstattet und ihrem Antrag ist stattgegeben worden !

Wie seht ihr das?

Warum sollte einem Antrag (?) nicht stattgegeben werden? das heißt ja erstmal gar nichts.

Ein Freund von mir ist FA für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der TK. Es ist dort leider Normalität, dass Patienten sich über Ärzte beschweren. Im Konsil wird dann häufig erkannt, dass der Arzt (zu) nah am Patienten ist und die Dinge zu gut sieht.
Es ist immer die Frage, wem man glauben kann.

Ich möchte sie natürlich nicht verletzen und sie weiter bestärken, wenn es tatsächlich sehr wahrscheinlich ist, dass sie mit ihren Befürchtungen Recht hat.

Du verletzt sie nicht, sie ist schon verletzt.

Ihre Familie sagt, es muss nichts geklärt werden, sie würde Probleme wegen der Fehldiagnose sehen, die es überhaupt nicht gibt.

Ist die andere Sichtweise. Kann man von hier nicht beurteilen. Zeigt aber, dass es zwei widersprüchliche Meinungen gibt.

Sie möchte ihre Beziehung nicht auf Lügen aufbauen, ( was ich total verständlich und richtig finde) ,weiß aber gleichzeitig, dass der Diagnosename Schizophrenie schlimmste Ängste bei Außenstehenden hervorruft.

Interessant, dass sie gleich in eine Art Opferrolle geht. Die von Dir genannten Punkte sind Beispiele für eine Schuldsuche im außen.

Nicht falsch verstehen. ich kenne die Geschichte nicht, aber man sollte sich immer wieder das einmal diag. Krankheitsbild vergegenwertigen.

geht weiterhin regelmäßig zur Therapie, arbeitet alles auf

Was arbeitet sie auf?
 
  • #5
Wenn sie bereit ist für eine Beziehung, wird sie auch eine eingehen. Vorher nicht. Vermutlich braucht sie einfach noch Zeit.
Diese Angst eine Beziehung einzugehen kann/sollte sie auch in der Therapie aufarbeiten.
Es ist schwer für Außenstehende zu beurteilen, ob sie dazu schon innerlich bereit ist und das deshalb machen sollte, auch wenn sie äußerlich ihr Leben aufgebaut hat.
ein potentieller Partner würde ihr das nie glauben
Abgesehen davon, sehe ich nicht, dass ein potentieller Partner das nicht glauben würde, was so alles passiert ist.
Der potentielle Partner ist allerdings kein Therapeut.
Wenn man jemanden kennenlernen möchte, dann um die gemeinsame Zeit zu genießen. Man muss nicht beim Kennenlernen die ganze Lebensgeschichte gemeinsam aufarbeiten.

dass der Diagnosename Schizophrenie schlimmste Ängste bei Außenstehenden hervorruft.
Es war aber doch eine Fehldiagnose laut deiner Schilderung.
 
  • #6
Deine Freundin kommt jetzt in ein Alter, wo man ggf. auch mal eine Grenze ziehen kann zwischen Menschen, die einem nicht gut tun und sie muss den Weg alleine finden.

Nicht selten sind alte Probleme bei neuem Umfeld uns neuen Bekanntschaften erstmal keine Hindernisse. Wenn Sie selbst nichts erzählt, wird sie schon feststellen ob ihr Auftreten sympathisch ist und sie so Freunde oder einen potentiellen Partner finden kann.

Man muss seine persönliche Wohlfühlnische in der Gesellschaft finden und dann ist plötzlich Ruhe im Leben und alte Wunden können heilen.

Sich an der Meinung anderer Leute abzuarbeiten sollte nicht Sinn eines zufriedenen Lebens werden.

Je ländlicher man lebt desto eher ist man als bunter Hund bekannt. Das Problem hat man in (ländlichen) Städten weniger.

Ich musste mehrmals meinem Instinkt nachgeben und habe mir ein neues Plätzchen gesucht. Man sortiert ungünstige Kontakte aus und lässt nur noch Menschen "ein", am Leben teilzunehmen, die einen am aktuellen Verhalten bewerten und nicht in der Vergangenheit stochern.

Die Geschichte innerhalb der Familie, wenn strafrechtlich abgearbeitet, dann ruhen lassen und Stinkstiefel aus dem Leben verbannen.

Man kann nur immer für sich entscheiden wie man lebt.
 
  • #7
Lass ihr die Zeit, die sie sich selbst auch noch nehmen muss.

Wenn es wirklich eine Fehldiagnose war, was nicht alltäglich ist aber in jungen Jahren öfters vorkommen kann.
Da Kinder ihre eigenen Welten bauen um sich zu schützen und die Pubertät das verwirrend vermischen kann.

Dann muss mit Hilfe der neuen Ärzte, das eigene Bewusstsein, erstmal glauben, dass sie es nicht ist.
Schau in @Kimi 48 Beitrag...solchen Argumenten in einem Gespräch, ist sie noch nicht gewachsen.
Ist sie nicht schizophren wird sie das Schritt hinter sich lassen und sicherer werden...
Dann war es wirklich ein Fehleinschätzung und sie muss es nicht mehr erwähnen.

Und vorher ist sie mit ihrem Aufbaub beschäftigt und da ist eine Beziehung noch nicht dran.
 
  • #8
Deine genannten Punkte sind alles Dinge, die die Frau selber bearbeiten muss, selber erkennen muss, was sie will, was sie nicht möchte, das kann man nicht diktieren, ich würde mich da raushalten, hat sie sich denn konkret an dich mit all diesen Fragen gewendet!
 
  • #9
Vielen Dank erst einmal für die Antworten.

Um die Situation noch etwas genauer zu schildern, folgende Ergänzungen. Nach einer Prüfung bei Gericht ist ihrem Antrag stattgegeben worden, weil erhebliche Diagnose und Behandlungsfehler erkannt worden sind. Insofern spielt das eine entscheidende Rolle, dass bei der ersten Prüfung das Gericht offensichtlich erkannt hat, dass dringender Aufklärungbedarf besteht.

Meine Freundin ist in ihrer Kindheit von Familienmitgliedern sexuell ausgebeutet worden. Dies wurde als Familiengeheimnis gewahrt. Die Eltern jahrelanger Scheidungskrieg auf ihrem Rücken ausgetragen. Den Ärzten war die gesamte Angelegenheit zu kompliziert, außerdem wollten sie sich auf Druck der Familie nicht einmischen. Leider hört man immer wieder, dass bei Kindesmisshandlung weggeschaut wird. Auch von Ärzten und Jugendamt. Sie wurde für verrückt erklärt und würde sich alles einbilden.Zudem die Pharmaindustrie, die viel Geld zahlt, wenn fleißig Medikamente verschrieben werden. Es hat also nicht damit zu tun, dass die Ärzte blöd sind, sondern dass sie ganz einfach mitunter auch durchtriebene Menschen sind. Neben den vielen fabelhaften Ärzten, die es zweifellos auch gibt.

Dass meine Freundin erst 20 Stunden arbeitet, hat unter anderem damit zu tun, dass sie keinen normalen Einstiegs ins Berufsleben hatte ( wie auch,ist unter Psychopharmaka vor sich hingedämmert) und nach so vielen genommenen Jahren nicht einfach im Berufsleben Fuß fassen kann. Machst dass ich im Leben erst einmal wieder orientieren nach jahrelanger chemischer Zwangsjacke. Sie hat oft massive Muskelschmerzen und immenser Traurigkeit aufgestaut. Verständlich, denn über die Qualen konnte sie all die Jahre nicht sprechen. Zudem hat sie die traumatischen Erlebnisse nicht vollständig aufgearbeitet, bzw ist erst dabei, was natürlich auch viel Kraft kostet.

Man liest hier im Forum ja leider öfter, "ich würde mich von psychisch Kranken fernhalten" oder "so etwas bindet man sich nicht ans Bein?" Gerade vor ( vermeintlich) Schizophrenie Kranken wird besonders" gewarnt." Insofern muss ich zugeben, dass ich aus meiner Sicht hätte reflektierter sein müssen. Es ist teilweise unglaublich, was im psychiatrischen System passiert. Natürlich auch in anderen Bereichen.

Natürlich muss sie diese Entscheidung selbst treffen. Mich hat einfach interessiert, wie realistisch aus eurer Sicht ihre Befürchtungen sind. Gerade das Ärzte bei so Familiengeheimnissen mitmachen ist für viele Außenstehende kaum zu glauben. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Ich werde weiter über eure Antworten nachdenken. Am Wochenende spreche ich mit meiner Freundin. Ganz herzlichen Dank noch einmal.🌺
 

Laleila

Cilia
  • #10
Hallo Laurinchen,

Du wirst mit Wahrscheinlichkeiten und rationalen Argumenten nicht weit bei ihr kommen.
Es ist ihre Angst, gegen die Du rational andiskutieren möchtest. Aber gerade solche Ängste sind oft irrational.
Egal wie scharf ein Schwert ist, einen Geist wirst Du damit nicht besiegen.

Davon abgesehen ist es keine Lüge, wenn sie erstenmal nicht erzählt, dassan ihr früher mal diese Fehldiagnose stellte.
Auch ihre PTBS hat beim Kennenlernen nichts verloren. Die Partnersuche ist doch kein Gebrauchtwagenkauf.
Irgendwann spricht man in einer Beziehung sowieso auch mal über solche Sachen. Da liebt und vor allem kennt, einen der Partner aber auch und kann das gehörte im Gesamtbild einordnen.

Sie ist einfach noch nicht soweit.
 
  • #11
Meine Freundin ist in ihrer Kindheit von Familienmitgliedern sexuell ausgebeutet worden. Dies wurde als Familiengeheimnis gewahrt. Die Eltern jahrelanger Scheidungskrieg auf ihrem Rücken ausgetragen.
Also, mal ganz ehrlich: Mit dieser Familiengeschiche, bzw. mit dieser Kindheit ist es im Grunde völlig irrelevant, ob sie schizophren war oder ist. Sie wird definitiv, trotz aller Aufarbeitungsversuche und Therapien, ein Päckchen ihr Leben lang mit sich herumtragen, da spreche ich leider aus beidem: Wissen und Erfahrung. Ihre Beziehungsfähigkeit wird auf jeden Fall dadurch stark beeinflusst werden.
Damit will ich nicht sagen, dass es für sie unmöglich sein wird, ein normales Leben zu führen und ihre Liebe zu finden, aber sie hat es per se ungleich schwerer als Leute mit „normalen“ Problemen.
Leider hört man immer wieder, dass bei Kindesmisshandlung weggeschaut wird. Auch von Ärzten und Jugendamt.
Ja, auch das weiß ich aus beruflicher Erfahrung, dass sich leider oft nicht die Mühe gemacht wird, zu handeln, meist nicht aus fehlendem Willen, sondern weil schlicht kein Geld (für Unterbringung, Familienhilfen, etc.) und kein Personal da ist. Mein täglich Brot in Zusammenarbeit mit Jugendämtern und psychiatrischen Praxen.
Machst dass ich im Leben erst einmal wieder orientieren nach jahrelanger chemischer Zwangsjacke.
Und genau deshalb ist doch das Thema Beziehung überhaupt nicht relavant gerade. Da sind doch ganz andere Baustellen, die diese Freundin hat.
Verständlich, denn über die Qualen konnte sie all die Jahre nicht sprechen. Zudem hat sie die traumatischen Erlebnisse nicht vollständig aufgearbeitet, bzw ist erst dabei, was natürlich auch viel Kraft kostet.
Ja, bevor sie da an einen Partner denkt, vergeht einfach noch ne ganze Weile. Das sollte jetzt wirklich nicht ihre Sorge sein.
Man liest hier im Forum ja leider öfter, "ich würde mich von psychisch Kranken fernhalten" oder "so etwas bindet man sich nicht ans Bein?" Gerade vor ( vermeintlich) Schizophrenie Kranken wird besonders" gewarnt."
Also mit dieser Vorgeschichte ist sie ja auch - egal ob schizophren oder nicht - psychisch extrem belastet. Das will nun mal nicht jeder in einer Beziehung. Dafür braucht man Kraft und Nerven. Es ist ja nicht so, dass man da einfach ne Therapie macht und alles ist wieder gut.
Natürlich muss sie diese Entscheidung selbst treffen. Mich hat einfach interessiert, wie realistisch aus eurer Sicht ihre Befürchtungen sind.
Realistisch sind sie, aber nicht wegen der Schizophrenie, sondern wegen des Gesamtpaketes.
 
  • #12
Es tut mir Leid was deiner Freundin widerfahren ist.
Wäre sie meine Freundin, würde ich ihr raten zu nächst mal weitmöglichst zu heilen bevor sie an Beziehung denkt. Die Crux ist immer das Menschen denken eine Partnerschaft ist für ihr Glücksgefühl verantwortlich. So läuft sie Gefahr, ihre alten Muster in einer Beziehung zu wiederholen. So lange sie Angst davor hat, sich mit ihrer Geschichte zu zeigen, läuft sie Gefahr das sie an einen Partner gerät, der ihr genau daraus einen Strick dreht.
Das klingt jetzt härter als es gemeint ist, aber deine Freundin ist nicht ihre (Fehl)Diagnose und sie ist auch nicht ihre Geschichte. Jedenfalls nicht, wenn sie sich davon möglichst frei macht. Gesunde Beziehung kann nur gelingen, wenn der Mensch diese Dinge irgendwann los lässt und sie als Teil der eigenen Geschichte annimmt, ohne sich dauerhaft damit zu identifizieren. Es ist vorbei, sie darf nach vorne schauen. Sie muss einem neuen Beziehungspartner nicht gleich ihr ganzes Paket vor die Füsse legen. Wenn sie geheilt ist, ist das imho auch nicht nötig. Der Mann wird sich in die Frau verlieben, die er gerade vor sich hat und nicht in das Opfer einer Fehldiagnose oder sexueller Ausbeutung. Lebt sie aber das Opfer, erwartet außer Liebe auch einen therapeutischen Effekt, wird sie Männer anziehen, die auch nur das in ihr sehen. Mit all den unschönen Konsequenzen. Ich kann nur jedem Menschen, der sich nach gesunder Beziehung sehnt, raten erstmal selber zu heilen. Das wünsche ich deiner Freundin. Heilen, abschließen, nach vorne schauen und sich nicht mehr als Opfer identifizieren. Sondern als starke selbstbewusste Frau, die es geschafft hat, sich von all dem frei zu machen. Einen Schritt nach dem nächsten, einen Tag nach dem anderen.
 
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  • #13
" Gerade vor ( vermeintlich) Schizophrenie Kranken wird besonders" gewarnt
Warum reitest Du selbst immer auf der Diagnose Schizophrenie herum,, wenn es eine Fehldiagnose ist? Damit ist es irrelevant.
Diese junge Frau muss erstmal ihr Leben in den Griff bekommen, Therapie, Verarbeitung der Traumata, lernen zu leben, eigenständig, ihr Selbst finden, stärken, lernen, wer sie ist, Grenzen setzen, vieles mehr.
Evtl. eine Ausbildung oder weiterführend, um einen Beruf zu haben, mit dem sie finanziell auf eigenen Füßen stehen kann, und dann kann sie, wenn sie stabil ist, vertrauen kann, an Partnerschaft denken,, und dann kann sie überlegen,, was und wieviel sie erzählt.
Partnerschaft ist momentan das kleinste Problem, sie würde sich nichts Gutes und Leben holen, entweder einen Typen, der ihre Erfahrungen bestätigt oder jemanden mit Helfersyndrom, alles das braucht sie nicht.
 
  • #14
Eine gute Freundin von mir, 28 Jahre alt, die ich über eine Selbsthilfegruppe kennengelernt habe, hat mir erzählt, dass sie sich nicht traut, eine Partnerschaft einzugehen.
Klare Aussage.
Sie kommt gut im Leben zurecht, ist aktiv und geht weiterhin regelmäßig zur Therapie, arbeitet alles auf und wirkt immer glücklicher und selbstständiger.
Wenn sie in Therapie ist, dann würde ich das dort klären. Und einem Partner gegenüber sollte das Thema frühzeitig auf den Tisch kommen...
 
  • #15
Schizophrenie kann auch als einmalige Psychose auftreten , es bedeutet nicht , dass es sich um eine Fehldiagnose handelt. Ich würde einen Menschen sowieso nicht festnageln auf seine Diagnose . Ich finde es gesund von deiner Freundin erstmal keine Partnerschaft zu wollen . Sie sollte sich auf ihre berufliche Ausbildung konzentrieren , es ist ok nicht Vollzeit zu arbeiten , aber Honorartätigkeiten sind nicht das Gelbe vom Ei, sollte sie mal längerfristig erkranken, hat sie auch kein Gehalt .
Schizophrenie kann auch durch traumatische Erlebnisse ausgelöst werden . Ich bin ja selber Mutter eines Sohnes , der an einer Psychose erkrankt war . 1 Jahr stand sein Leben still , im zweiten Jahr ging es wieder langsam aufwärts , er war noch sehr müde von der Medikation und häufig ängstlich . Nach zwei Jahren wurde die Medikation komplett abgesetzt und heute nach 4 Jahren merken Außenstehende nichts mehr von der Erkrankung. Ich bemerke , dass er dünnhäutig ist und gut auf sich achten muss . Gott sei Dank tut er das , er macht Yoga , meditiert , ernährt sich gesund , hat gute Freunde , ist in einer christlichen Gemeinschaft gut eingebunden und hat enge familiäre Beziehungen . Er kommt gut bei Mädchen an, möchte sich aber lieber erstmal auf seine Zukunft fokussieren , die nächsten Schritte sind ja erste eigene Wohnung und Studium .
Wenn deine Freundin mit sich im Reinen ist kann sie auch einen Partner finden .
Dem würde ich an ihrer Stelle kurz die Fakten darstellen. Dann kann jeder Erwachsene selber entscheiden ob er sich darauf einlassen möchte . Es gibt viele Vorurteile bezüglich Schizophrenie , wahr ist jedoch , es ist eine sehr schwerwiegende , angsteinflößende Erkrankung , was natürlich nicht heißt dass der Erkrankte böse ist .
So eine Persönlichkeitsveränderung mitzuerleben als Partner oder Familienmitglied ist traumatisch . Diese emotionale Belastung , die mein jüngerer Sohn und ich durch die Erkrankung erlebt haben kann man sogar im Gehirn nachweisen , sichtbar im EEG auch noch nach vier Jahren .
 
  • #16
Diese junge Frau muss erstmal ihr Leben in den Griff bekommen, Therapie, Verarbeitung der Traumata, lernen zu leben, eigenständig, ihr Selbst finden, stärken, lernen, wer sie ist, Grenzen setzen, vieles mehr.
Evtl. eine Ausbildung oder weiterführend, um einen Beruf zu haben, mit dem sie finanziell auf eigenen Füßen stehen kann, und dann kann sie, wenn sie stabil ist, vertrauen kann, an Partnerschaft denken,, und dann kann sie überlegen,, was und wieviel sie erzählt.
Seh ich auch so.
Denn wenn sie in ihrem jetzigen Zustand einen Partner sucht, wird sie keinen guten finden, sondern sicherlich einen, der ihr mehr schadet als nützt.

Denn ein Mann in eurer Altersklasse der sein Leben im Griff hat, wird sich eine eben solche Partnerin suchen, um eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Der will nicht eine Frau aufpäppeln müssen, die psychisch labil ist.

Männer, die sich labile Frauen suchen machen dies, weil sie selbst schwach sind, ihr Leben nicht im Griff haben und so noch ein Machtgefälle vorhanden ist. Ein solcher Mann ist nicht daran interessiert, die Frau zu stärken.

Er würde ihr also nicht gut tun, es wäre wie der Trinkbruder eines Alkoholikers.
 
  • #17
Na, wenn man schon so anfängt? Wer an sich glaubt, daran arbeitet und mit einer anderen Einstellung durch die Welt geht, dann klappt es in aller Regel auch. Weißt Du, andere Menschen hatten es auch schwer, nur wer sich gar nicht selbst zu helfen weiß, landet dann eben dort (was auch nicht schlimm ist), nur sieht man, da liegt noch viel steinige Arbeit vor ihr und dann auch 1 bis 2 Beziehungen, wo sie ihr gelerntes umsetzt, wieder Fehler macht, wieder verletzt wird, und sich DANACH weiterentwickelt.
etwas mit ihr einzugehen. Aus Angst vor Enttäuschung zieht sie sich immer mehr zurück.
Man wird halt immer enttäuscht. Das gehört zum Leben.
Sie ist mittlerweile auf einem guten Weg. Sie ist in ihrer Familie Opfer von sexueller Gewalt und einem Scheidungskrieg der Eltern geworden und die Familie hat darauf gedrängt, dass die Ärzte das Geheimnis und den Familienschein waren und sie mit Medikamenten ruhigstellen.
Wie kann ein Arzt eine mündige Person mit Medikamenten ruhigstellen? Macht sie alles, was man ihr sagt? Es bleibt einem doch selbst überlassen, ob man das Medikament des Rezeptes nimmt, oder?
Gegen die Klinik hat sie jetzt sogar Anzeige erstattet und ihrem Antrag ist stattgegeben worden !
Schwieriger Fall. Ich müsste schon ballaballa in der Birne sein, dass ich mir ein Medikament einflöse und man müsste mich festhalten. Inwieweit ist diese Kollegin geistig eingeschränkt?
Wie seht ihr das? Ich möchte sie natürlich nicht verletzen und sie weiter bestärken, wenn es tatsächlich sehr wahrscheinlich ist, dass sie mit ihren Befürchtungen Recht hat.
Wenn man Rat will, sucht man sich Profils. Du hast keinen Überblick über die Sache. Außerdem bindest Du Dir gerade selbst ein Problem auf, das nicht Deine Angelegenheit ist.
weiß aber gleichzeitig, dass der Diagnosename Schizophrenie schlimmste Ängste bei Außenstehenden hervorruft.
Es stellt sich jetzt sowieso nicht die Frage, dass man in diesem Zustand nun sofort eine Beziehung eingeht. Eine Beziehung ist nicht dazu da, jemanden aufzufangen in seiner Krankheit und sich dann davon abhängig zu machen. Eine Beziehung ist ein langer, steiniger Weg aus Arbeit und verlangt zwei psychisch stabile Persönlichkeiten, die ihre Probleme erkannt haben und daran arbeiten. Wer Angst hat, bietet der Liebe keinen Nährboden und verkompliziert seine Partnerschaften.
Lasse sie in Ruhe!

Wer selbst schon zugibt, Zweifel an einer Beziehung zu haben, der wird auch nicht die Ausdauer für das haben, was ihn psychisch in einer Beziehung erwartet. Dort kommen nämlich alle Probleme wieder hoch. Außerdem ist eine Beziehung ein ständiges Minenfeld der Grenzübertretungen, wo es Regeln auszuhandeln gibt. Dafür muss man erst mal gemacht sein.
 
  • #18
hat erst vor kurzem angefangen, stundenweise Nachhilfe zu geben und eine Ausbildung zu beginnen.
Das soll sie erstmal mit mehr Kapazität zuende bringen (lohnt noch in ihrem Alter) und sich eine eigene Lebensbasis schaffen, bevor sie sich mit ihrer unaufgearbeiteten Vorgeschichte und immer noch instabil ins Dating wirft, denn sie ist nicht inn der Lage eine Beziehung störungsfrei zu gestalten.
Wie sollte sie auch bei dem Hintergrund?
Also wird sie höchstwahrscheinlich auch keine Kandidaten anziehen, die ihre Defizite gut kompensieren können sondern eher die Gegenteiligen, die ihr schaden.

Gegen die Klinik hat sie jetzt sogar Anzeige erstattet....
Auch damit wird sie noch genug zu tun haben und sehr viel Frust und Enttäuschungen erleben, denn da ist viele nicht nachweisbar basiert nur aufgrund individueller Eindrücke udn Erfahrungen.
Ein Grund mehr nicht zu daten und damit eine junge Beziehung zu belasten. Die wird daran eh scheitern nachdem sie länger unerfreulich war. Also ist gleich lassen die bessere Variante.
Dsa ist etwas ähnlich wie mit Streitscheidungen - sollte man den Kandidaten allein beenden lassen, statt die eigene neue Beziehung damit zu belasten und schon zu Anfang zu beschädigen.

Die Diagnose hätte für sie keine Bedeutung mehr.... weiß aber gleichzeitig, dass der Diagnosename Schizophrenie schlimmste Ängste bei Außenstehenden hervorruft.
Ja, ist so. Warum macht sie/Du so ein Theater darum, wenn klar ist, dass es eine Fehldiagnose war?
Das allein zeigt schon: eine ausgewachsene Problembärin (hat keine Bedeutung, aber sie gibt ihr eine). Diese Ursachen wirken auch in Beziehungen, machen sie schwierig.

Es hat also nicht damit zu tun, dass die Ärzte blöd sind, sondern dass sie ganz einfach mitunter auch durchtriebene Menschen sind. Neben den vielen fabelhaften Ärzten, die es zweifellos auch gibt.
Ah ja und sie ist bei allen Behandlungen nur bei solchen gelandet, alle imKlinikteam waren so - das ist natürlich sehr wahrscheinlich.

Noch wahrscheinlicher ist, dass Deine Freundin Dich und die Selbsthilfegruppe recht gut einvernehmen kann (manipulativ ist) für ihre Zwecke - ein sehr häufiges Problem bei ihrem Hintergrund und alle, die nicht ihrer Meinung sind, sind böse.

Bei Dir gelingt das schon recht gut, denn Du kannst schon garnicht mehr erkennen, was bei ihr ist:
geht es ihr stetig besser...... Aus Angst vor Enttäuschung zieht sie sich immer mehr zurück..... Sie ist eine sehr vielseitige, offene freundliche Person.... in ihrem Umfeld sehr beliebt.
Was denn nun? Sie zieht sich immer mehr enttäuscht/ängstlich zurück oder ist eine offene, freundliche Person. Beides geht nicht, außer beim Rollenspiel/Manipulation.
 
  • #19
Denn ein Mann in eurer Altersklasse der sein Leben im Griff hat, wird sich eine eben solche Partnerin suchen, um eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Der will nicht eine Frau aufpäppeln müssen, die psychisch labil ist.
Wahre Worte und wenn er es macht, dann kann er ihr nicht guttun, weil bei ihm auch was nicht stimmt.

Wie kann ein Arzt eine mündige Person mit Medikamenten ruhigstellen? Macht sie alles, was man ihr sagt? Es bleibt einem doch selbst überlassen, ob man das Medikament des Rezeptes nimmt, oder?
Sie war als Jugendliche/junge Erwachsene wohl in der Psychiatrie/psychiatrischer Dauerbehandlung.

Besässest Du Grundzüge von Wissen und Empathie, wäre für Dich vollkommen klar, dass ein junger Mensch unter Druck von außen und auf der Suche nach Hilfe erstmal macht was die Profis sagen, die Ruhigstellung sogar als hilfreich erlebt und nicht sieht "oh, damit schaffe ich die Schule garnicht/das behindert mein späteres Leben". Da sind einfach andere Dinge vorrangig: das aktuell erlebte Leid.

Schwieriger Fall. Ich müsste schon ballaballa in der Birne sein, dass ich mir ein Medikament einflöse und man müsste mich festhalten. Inwieweit ist diese Kollegin geistig eingeschränkt?
s.o. Früher hat sie es mitgemacht, im Nachgang versucht sie sich dagegen zu wehren.
Kommt vor, dass man später Dinge anders sieht und anders handeln würde als in jüngeren Jahren. Dazu muss man nicht geistig eingeschränkt sein.
Die junge Frau ist erst 28 und die Fehlbehandlung liegt offensichtlich Jahre zurück, d.h. sie war sehr jung, konnte icht durchschauen was passiert und war familiär seit langem hochbelastet. Da fehlt jede Basis, die andere Mneshcen in normaler Sozialisation mitbekommen.
 
  • #20
Sie käme noch besser zurecht, wenn sie (mit 28!) endlich den Absprung vom Elternhaus schafft.
Sie ist in ihrer Familie Opfer von sexueller Gewalt und einem Scheidungskrieg der Eltern geworden und die Familie hat darauf gedrängt, dass die Ärzte das Geheimnis und den Familienschein waren und sie mit Medikamenten ruhigstellen.
Warum beugt sie sich unverändert dem Rat ihrer übergriffigen Familie - die alles unternimmt, um den Schein nach außen hin (Nachbarn, Verwandte?) zu wahren?

Wenn deine Bekannte schon in einer Therapie ist, sollte sie DAS einmal ansprechen. Warum muss sie sich der (Fehl)Diagnose »Schizophrenie« stellen, sich damit auseinandersetzen und das auch noch in eine sich irgendwann vielleicht anbahnende Beziehung einbringen?
Die Diagnose hätte für sie keine Bedeutung mehr, wenn sie einfach sagt, sie hätte ein paar psychische Probleme gehabt und den Diagnose Namen weglässt.
Richtig, eine Fehldiagnose sollte sie aus ihrem Leben streichen und am Ende muss sie kein Schild »hatte psychische Probleme« vor sich hertragen. Darüber kann sie in einer späteren (stabilen!) Partnerschaft immer noch mit ihrem Auserwählten sprechen - allerdings nicht zwingend, falls es ihr heute gut geht.
 
  • #21
Mein Rat (auf eigener Lebenserfahrung basierend):
- solange DBT machen bis man ihr im Alltag nichts bis wenig mehr anmerkt
- auf KEINEN Fall jemandem den sie nicht wirklich gut kennt vom Trauma erzählen, die Wahrscheinlichkeit dass sie an jemanden gerät der das ausnutzt ist leider SEHR hoch.
- solange sie Angst davor hat eine Beziehung einzugehen, ist sie noch nicht soweit. Erst wenn die Angst weg ist, sie ihr Leben soweit im Griff hat, dann kann sie rausgehen und jemanden kennenlernen ohne Gefahr dass sie in schlechterem Zustand aus der Beziehung rausgeht als sie reinging
 
  • #22
An die FS... sprich sie nicht auf das Thema an!
Das ist jetzt der falsche Zeitpunkt!
Du machst ihr nur noch mehr Druck!
 
  • #23
Ich möchte noch einmal Danke sagen, an alle die sich die Mühe gemacht haben zu antworten. Ganz besonders die, die auch anerkennen, was meine Freundin erlitten hat und sich dementsprechend respektvoll ausdrücken.

Ja, meine Freundin war 14 Jahre alt, als sie die Psychiatrie gekommen ist und hatte jahrelang schlimme Gewalt hinter sich.

Der Grund, warum ich so auf die Fehldiagnose hinweise, ist der, dass es Akten von über 14 Jahren gibt, in denen diese Diagnose immer wieder vermerkt ist. Chronisch refraktärische Schizophrenie.

Zudem hat sie Langzeitschäden im Gehirn durch die immer höheren Dosen Psychopharmaka. Man kann sich das als Außenstehender überhaupt nicht vorstellen, was das bedeutet. Hätte sie nicht so eine eisernen Willen und so viel der leistet, hätte sie das nie gepackt. Zu ihrer Familie hat sie den Kontakt abgebrochen und auch von sich aus einer Traumatherapie angefangen und bleibt dabei.

Sie ist viel lebensfreundiger und aktiver geworden und gewiss keine, die sich an dieser Diagnose festhalten will. Allerdings möchte sie verständlicherweise auch bei näheren Kontakten klarstellen, dass sie durch eine Fehlbehandlung immer kränker geworden ist und ihre eigentlichen Probleme nicht aufarbeiten konnte. Und natürlich möchte Sie, dass diese Diagnose als Fehldiagnose anerkannt wird. Immerhin hat es die 14 Jahre ihres Lebens gekostet.

Sie wünscht sich auch nicht sofort eine Beziehung. Sie hat nur darüber nachgedacht, wie sie in diesem speziellen Fall vorgehen sollte. Bei ihr geht das ja nicht nur um die Fehldiagnose, sondern auch um die enorme Konsequenzen und die etlichen verlorenen Jahre dieser Dimension an genommenen Lebenszeit und Chancen kommt natürlich immer wieder zu Tage. Außerdem gilt eine Schizophrenie Diagnose als einer erbliche Krankheit, was sie besonders bei einer Partnerwahl oft zu einem absoluten Ausschlusskriterium macht. Ja, sie hatte diese Diagnose nicht, aber das muss ihr ein potentieller Partner auch erstmal glauben. Siehe Vikkys Beitrag, in dem sie ja auch als manipulativ bezeichnet wird. Ich möchte das gar nicht werten, aber genau vor solchen Reaktionen hat sie Angst.

Oft bleibt so ein ungutes Gefühl, auch wenn man es rational gar nicht erklären kann. Das habe ich tatsächlich auch schon bei anderen Personen mitbekommen. Viele sind zu Unrecht durch psychiatrische Diagnosen stigmatisiert und werden diesen Stempel nicht mehr los. Aber gestimmt hat oder nicht, sei erst einmal dahingestellt.

Ich werde versuchen, sie weiter zu stärken. Das war ein ganz wichtiger Rat von euch, der wirklich im Moment am bedeutendsten ist. Sie hat mich heute Abend auch von sich aus zum Essen eingeladen. 🙂🙂😋Für all die vielen konstruktiven Antworten bedanke ich mich noch einmal ganz herzlich bei euch.

Schönen Abend an alle.🌺
 
  • #24
Der Grund, warum ich so auf die Fehldiagnose hinweise, ist der, dass es Akten von über 14 Jahren gibt, in denen diese Diagnose immer wieder vermerkt ist. Chronisch refraktärische Schizophrenie.
Welchen Wert haben diese alten Akten für ihr heutiges Leben? Und was meinst Du, wer heute außerhalb des Gesundheitswesens Zugriff auf diese Akten hat, sodass relevant ist, was da drin steht, resp. für ihr Privatleben.
Sie hat doch jüngere Bestätigungen, dass es eine Fehldiagnose war.

Es könnte in hier und jetzt relevant und ein Hindernis sein für:
- den Abschluß einer privaten Krankenversicherung
- den Abschluß eine Berufsunfähigkeitsversicherung
- die anstehende Verbeamtung.
Nichts davon jedoch steht in absehbarer Zeit für sie an und wenn die Diagnose Schizophrenie erledigt ist, dann sind ihre anderen psychischen Beeinträchtigungen groß genug (laufende Therapie), dass sie in allen 3 Punkten auch wegen anderer Psychodiagnosen/Behandlungen als zu großes Risiko als Vertragspartner abgelehnt wird.

Kein Partner bekommt Zugriff auf diese Akten.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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