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  • #1

Zerstört Wohnungssituation die Beziehung?

Ich bin mit meinem Freund jetzt 1,5 Jahre zusammen. Anfangs führten wir eine Wochenendbeziehung, seit einem Jahr ist er von seinem Heimatort (ca. 180 km entfernt) zu mir gezogen. Das Problem ist, dass meine Wohnung nur 45 m2 groß ist. Das ist für mich alleine schon zu klein, ich möchte eine größere Wohnung oder ein Haus.

Nun ist leider mein Freund beruflich nicht so erfolgreich. Durch die angespannte wirtschaftliche Lage (sagt er) findet er als Akademiker keinen annehmbaren Job. Nun ist er seit 3 Jahren selbständig, und kommt grad und grad über die Runden. Da er sich nichts anderes leisten kann, fährt er einen alten, rostigen 3er Golf, den er von seiner Mutter bekomment hat.

Ich bin nun echt am Verzweifeln: Mietwohnungen sind derart teuer geworden, dass wir unter 1.000 € nichts mehr finden. Da mein Freund kaum Kohle hat, ist's nochmals kompliziert. In der kleinen Wohnung halt ich es nicht mehr aus mit ihm. Was soll ich tun? Trennung? Ihm ein Ultimatum stellen??
 
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  • #2
Hmm, Ihr seid erst 1,5 Jahre zusammen und habt bereits Probleme dass ihr Euch nicht aus dem Weg gehen könnt, weil die Wohnung zu klein ist?

So schlecht ist die Wirtschaftslage im Moment nicht. Wir haben sogar aktuell einen akuten Fachkräftemangel. Kann es sein, dass die Ansprüche Deines Freundes etwas zu hoch gesteckt sind und er deshalb nichts findet?

Ich glaube zwischen den Zeilen raus zu lesen, dass Dein Problem nicht wirklich die Wohnung ist.

W 47
 
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  • #3
Ich hatte ein ähnliches Problem.

Eine Möglichkeit wäre, dass der Partner in eine WG zieht - würde ihn finanziell am wenigsten belasten, und Dich in Deiner Wohnsituation ENTlasten. Das wäre eine Lösung, sofern Dir an der Beziehung noch etwas liegt. Es muss natürlich mit Fingerspitzengefühl angegangen werden, damit klar ist, dass es der Beziehung förderlich ist und keine Trennung auf Raten sein soll.

Wie sollte denn ein Ultimatum aussehen? "Ich möchte eine größere Wohnung, schaff mehr Geld ran, oder ich trenne mich"? Wie hört sich das aus der Sicht des finanziell schwächeren Partners an? Ist doch eine klare Trennungsansage.
Natürlich ist eine Trennung Dein gutes Recht, wenn Dir Dein Partner zu arm ist (was Du zu Beginn der Beziehung wusstest), auch hinsichtlich Deiner Zukunftsplanung. Aber schieb die Schuld nicht ganz auf ihn - seine Verantwortung ist, dass er beruflich nicht mehr schafft, Dein Anteil ist, dass Du damit nicht zufrieden bist. Frau hat heutzutage kein Anrecht auf einen erfolgreichen Mann mehr, sie darf sich ihren gewünschten Lebensstandard ruhig selbst erarbeiten.

Und wenn man die Frage rein materialistisch betrachtet: Was ist zu gewinnen bei einer Trennung? Alleine ist eine größere Wohnung nicht finanzierbar - bis Du einen finanzkräftigeren Mann gefunden hast, ist das einzige, was Du gewinnst, etwas mehr Wohnraum, den Du aber wieder ganz alleine finanzieren musst.

Ich gehe bei meinen Überlegungen davon aus, dass er "mitzahlt". Solltest Du ihn komplett durchfüttern, ist das natürlich keine Dauerlösung.
 
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  • #4
Ich glaube, das Problem ist weniger die Enge als die Tatsache, dass dein Freund beruflich in der Klemme steckt und anscheinend keine Perspektive entwickelt. Wegen einer Wohnung würde ich mich nicht trennen, aber es gehört eine Vision her, wie die Zukunft aussehen kann / soll.
 
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  • #5
Ähm, welche angespannte wirtschaftliche Lage denn bitte??? Wir haben die niedrigste Arbeitslosigkeit seit was weiß ich wie vielen Jahren, die Wirtschaft boomt und wir haben sogar einen Haushaltsüberschuss, da der Staat sich vor Steuereinnahmen nicht retten kann. Ich halte das für eine Ausrede Deines Freundes und Du nimmst ihm das auch noch ab. Liest Du keine Zeitung, dass Du so schlecht informiert bist und ihm das einfach abnimmst?
 
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  • #6
... meine Wohnung nur 45 m2 groß ist.... Das ist für mich alleine schon zu klein, ich möchte eine größere Wohnung oder ein Haus.

Nun ist leider mein Freund beruflich nicht so erfolgreich....

... Da er sich nichts anderes leisten kann, fährt er einen alten, rostigen 3er Golf, den er von seiner Mutter bekomment hat.

...Da mein Freund kaum Kohle hat, ist's nochmals kompliziert. ..

Nur damit ich das richtig verstehe:

Du wohnst auf 45 qm weil du dir nicht mehr leisten kannst (beruflich wohl nicht so erfolgreich) und das ist dir zu klein.
Dann holst du deinen Freund aus über 180 km Entfehrnung zu dir in deine Wohnung, von der du die ganze Zeit wusstest, dass sie dir alleine schon zu klein ist.
Und jetzt bist du am verzweifeln, weil du nicht in einem Haus wohnst und er ein Auto hat, das seine Aufgabe erfühlt und ihn von A nach B bringt.

WENN ich das richtig verstehe, solltest du den Mann in Ruhe lassen und zusehen, dass du SELBST das Geld verdienst, welches du brauchst um dir den Lebenstandard zu finanzieren denn du forderst.
Entschuldige bitte aber ich glaub es hackt.

Falls ich dich missverstanden haben sollte, muss er zusehen, dass er dasselbe in den Miettopf bekommt wie du, also dein Miete mal 2 - wenn dir die Wohnungen dann nicht ausreichen, welche für dieses Budget zur Verfügung stehen, dann müsst ihr eben BEIDE mehr verdienen,ODER du lernst mit dem zufreiden zu sein, was du hast.
 
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  • #7
Nun ist leider mein Freund beruflich nicht so erfolgreich. Durch die angespannte wirtschaftliche Lage (sagt er) findet er als Akademiker keinen annehmbaren Job. Nun ist er seit 3 Jahren selbständig, und kommt grad und grad über die Runden. Da er sich nichts anderes leisten kann, fährt er einen alten, rostigen 3er Golf, den er von seiner Mutter bekomment hat.

Das ist das eigentliche Problem. Leider ist es in der heutigen Zeit so, dass eben alles viel Geld kostet und damit ist eine Beziehung, die vielleicht noch auf Dauer (Kinder?) angelegt ist, kaum möglich, wenn nicht beide dafür sorgen, dass angemessen Geld reinkommt. Das hat auch was mit der immer erwähnten "Augenhöhe" zu tun. Als Akademiker findet er grundsätzlich sicher einen Job, aber es hängt natürlich vom Fachgebiet ab und ich vermute, da wird der Haken liegen. Nach drei Jahren ohne Tätigkeit verliert die Qualifikation auch langsam ihren Wert...

Meine Ehe ist gerade unter anderem an diesem Thema zerbrochen. Meine Noch-Frau ist auch ohne "arbeitsmarktfähige" Berufsausbildung, auch selbstständig, keine Altersvorsorge, ein paar Hunderter Gewinn vor Steuern im Monat bei höchstens halber Auslastung. Dass sie das nicht gesehen hat bzw. auch nicht mit ihr darüber zu reden war, war bei uns das eigentliche Problem. Ich ging arbeiten, um ihre Steuern zu bezahlen und mein Gehalt und meine Altersvorsorge werden dann geteilt.
Ihr braucht wohl ein grundsätzliches Gespräch und eine gemeinsame Regelung, mit der beide zufrieden sind.
In einer Beziehung ohne Kinder können sich aus meiner Sicht nur zwei zusammentun, die auch alleine lebensfähig wären, mindestens in der mittelfristigen Perspektive. Und jeder hat für sich die Verantwortung, dafür Sorge zu tragen.

Viel Glück!

m, 46
 
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  • #8
....seit einem Jahr ist er .... zu mir gezogen. Das Problem ist, dass meine Wohnung nur 45 m2 groß ist. Das ist für mich alleine schon zu klein, ich möchte eine größere Wohnung oder ein Haus.

Nun ist leider mein Freund beruflich nicht so erfolgreich. Durch die angespannte wirtschaftliche Lage (sagt er) findet er als Akademiker keinen annehmbaren Job. Nun ist er seit 3 Jahren selbständig, und kommt grad und grad über die Runden.

In der kleinen Wohnung halt ich es nicht mehr aus mit ihm.

Liebe FS,
ich frage mich gerade, was für ein Akademiker Dein Freund ist, dass er keinen annehmbaren Job findet. Hallo, wir haben Fachkräftemangel. In der Firma, in der ich arbeite werden zur Zeit einige BWLer und 8 Informatiker gesucht - ist eine große bekannte Firma und selbst wir haben Probleme Leute zu finden. Vielleicht sollte er einfach mal anfangen zu suchen und sich zu bewerben. Nur wer fachlich eine absolute Null ist oder ein Verhalten wie ein Grottenolm hat, findet mit einer guten Ausbildung keine Arbeit.

Du bist aber auch spaßig, möchtest gern ein Haus, weißt, aber genau, dass das Geld dafür nicht in Sicht ist und schraubst Dich damit in die Unzufriedenheit. Lös' erst mal das akute Platzproblem, indem Du ihn vor die Tür setzt. Vielleicht hat er dann einen Anreiz, sich beruflich doch noch zu engagieren. Wenn er in 3 Jahren Selbstständigkeit kaum über die Runden kommt, ist er wahrscheinlich unfähig für diese Art der Existenz und sollte sich in die Angestelltenfron begeben.


Ich würde definitiv nicht zu zweit in einer 45 qm-Wohnung leben können, d.h. bekäme bei mir ein Ultimatum: er muss ausziehen, z.B. in ein WG-Zimmer, wenn er seinen teil zur Finanzierung einer minddestens 70 qm-Wohnung nicht beitragen kann.
Mit einem Haus finde ich Deine Vorstellungen vielleicht ein wenig überzogen, zumal Du ja auch nicht so üppig zu verdienen scheinst, wenn Du so eine kleine Wohnung hast, aber weniger Platz als 70 qm zu zweit ist anstrengend.
 
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  • #9
... wenn Du so eine kleine Wohnung hast, aber weniger Platz als 70 qm zu zweit ist anstrengend.

Wenn der FS 45 qm schon für sich alleine zu klein sind, dann werden 70 qm zu zweit logischer Weise auch nicht langen oder?!
Ich denke auch, Sie sollte ihren Freund vor die Tür setzen - zum Wohle des Freundes und nicht der FS!

Nebenbei bemerkt- ich habe von Leuten gehört, die Ihre Arbeit nicht nur wegen der Kohle machen und in Ihrer Selbstständigkeit voll und ganz aufgehen, weil sie lieben was sie tun - vielleicht haben die FS und ihr Freund generell verschieden Ansichten, was man sich zu leisten hat und was nicht.
Für den Freund scheint z.B ein Auto eben nur ein Auto zu sein und kein Statussymbol, so wie die FS das wohl gerne hätte.

Er kann von seiner Selbständigkeit Leben - daran scheitern doch schon die meisten...
 
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  • #10
Mit einem armen Schlucker zusammenzuziehen und zu erwarten, dass er sich innerhalb von einem Jahr zum gutverdienenden Wohntraum-Finanzier mausert, ist schon etwas kurzsichtig. Wenn der Partner der FS nicht vorsätzlich gelogen hat, wusste sie, auf was sie sich einlässt.

Und was heißt heutzutage schon "Akademiker"? Ein M.A. bedeutet nicht automatisch ein hohes Einkommen, weil viele Branchen per se schlecht bezahlt sind (Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, etc.). Mit so einem Abschluss wird man nicht reich, man kann froh sein, wenn man im Fachgebiet einen Job findet und davon bescheiden leben kann. Gibt man auf und geht in eine andere Branche, ist der Abschluss nichts mehr wert. Das ist alles kein Geheimnis! Wer sich auf so einen Partner einlässt, weiß das!

Ich bin selber eine Kleinverdienerin in einem Orchideenfach - noch nie hat sich ein Partner deswegen beschwert. Ich war zeitweise sogar die Alleinverdienerin in der Beziehung, und oh Wunder, man kann auch mit sehr wenig Geld glücklich sein, wenn die Partnerschaft funktioniert. Da muss man eben zusammenhalten und kleine Schritte machen - das geht aber nicht in einem Jahr.
 
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  • #11
Ich bin nun echt am Verzweifeln: Mietwohnungen sind derart teuer geworden, dass wir unter 1.000 € nichts mehr finden.

Lebt Ihr in London? Dann gibt es für € 1000 wirklich nichts.

Selbst in den teuersten dt. Großstadt bekommst Du dafür 70 qm warm - wenn Du intensiv suchst. In der Randgebieten wird es schnell günstiger, dann muss man evtl. etwas mehr Arbeitsweg in Kauf nehmen.

Hör auf zu jammern, und investiere Deine Energie in die Wohnungssuche.

w, 40
 
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  • #12
Nebenbei bemerkt- ich habe von Leuten gehört, die Ihre Arbeit nicht nur wegen der Kohle machen und in Ihrer Selbstständigkeit voll und ganz aufgehen, weil sie lieben was sie tun - vielleicht haben die FS und ihr Freund generell verschieden Ansichten, was man sich zu leisten hat und was nicht.

Er kann von seiner Selbständigkeit Leben - daran scheitern doch schon die meisten...

Für mich klingt es nicht so, als könne er von der Selbstständigkeit leben. Sonst könnte er ja zu einer größeren Wohnung beitragen, denn die FS hat ihre ja offensichtlich vorher auch alleine finanziert.

Dass die FS und ihr Freund unterschiedliche Ansichten haben, was den Lebensstil anbelangt, ist offensichtlich. Auch da scheint mir die FS nicht übermäßig anspruchsvoll. Das Problem mit den Selbstständigen, die in ihrem Job voll und ganz aufgehen, kenne ich auch. Keine Altersvorsorge, Konto immer am Anschlag, keine Perspektive, aber Spaß dabei. Vermutlich müssen sich beide Partner suchen, die den Lebensstil des anderen verstehen und akzeptieren können.

m, 46
 
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