• #1

Zu hohe Erwartungen, Bedürfnisse nicht erfüllt

Hallo liebes Forum

Ich habe eine Frage, die auch schon gestellt wurde. Habe ich zu hohe Ansprüche an eine Beziehung? Ich selbst würde das verneinen. Und eigentlich spielt das auch keine Rolle, denn wenn die Bedürfnisse eines Partners längerfristig nicht erfüllt werden, wird es schwierig, auch wenn die Ansprüche vom andern als „zu hoch“ eingestuft werden. Das ist mir bewusst. Dennoch würde mich eure Meinung interessieren.

Ich bin seit 3,5 Jahren in einer Beziehung. Wir führen eine Wochenend-beziehung. Mein Freund arbeitet und wohnt unter der Woche in einer anderen Stadt. Ab und zu ergibt es sich, dass er auch unter der Woche bei mir übernachtet, wenn er geschäftlich in der Nähe zu tun hat. Er arbeitet sehr viel. Auch am Wochenende. Unsere gemeinsame Zeit ist entsprechend begrenzt. Damit habe ich grundsätzlich kein Problem. Ich habe viele Freunde, ein gutes Umfeld, ich kann mich gut ohne ihn beschäftigen. Nur habe ich den Wunsch, dass wir an den Tagen, an denen wir beide Zeit haben, die Zeit auch gemeinsam verbringen. Ihm ist das nicht so wichtig. Wenn wir uns 2, 3 Wochen gar nicht sehen, ist ihm das egal. Er könnte sich auch problemlos 2, 3 Tage nicht bei mir melden. Wenn ich mich melde (per whats app), kommt es vor, dass ein ganzer Tag vergeht, bis ich eine Antwort bekomme. Auch damit konnte ich mich mittlerweile arrangieren. Er ist nicht so der „Gefühlsmensch“. Umarmungen, Zärtlichkeiten kommen selten von ihm aus. Komplimente höre ich nie. Mit Kritik spart er hingegen nicht. Die Initiative für Sex kommt zu 90 % von mir. Seine Meinung ist, wenn ich das möchte, muss ich es mir eben „holen“. Das gleiche mit gemeinsamen Unter-nehmungen. Auch da kommt die Initiative grösstenteils von mir. Wenn ich eine Idee habe, was wir machen könnten, kommt meistens zuerst ein „nein“. Gefolgt von lauter Gründen, warum die Idee nicht gut ist. So langsam vergeht mir da die Lust, überhaupt noch was vorzuschlagen. Ich höre nie: „das ist eine gute Idee, das machen wir.“. Auch bei Einladungen von Freunden oder Familienanlässen (Freunde und Familie sind mir wichtig), muss ich „betteln“ damit er mitkommt. Das ist auf Dauer sehr anstrengend. Einseitig. Ich bin der Meinung, das gehört dazu. Ich gehe auch immer gerne bei ihm mit. Ist ja auch nicht so häufig. Er fragt mich auch nie, wie es mir geht, ob ich eine gute Woche hatte oder wie es bei der Arbeit läuft. Er zeigt kein Interesse. Er hält das für unnötige „Höflichkeitsfloskeln“. Ich habe ihm auch schon mitgeteilt, was mir wichtig ist und was mir fehlt. Aber es ändert nichts, zumindest nicht langfristig. Er sieht das Problem bei mir und blockt ab, wenn ich etwas vorbringe.

Was meint ihr dazu?
 
  • #2
Das ist so einer, der eigentlich nicht wirklich eine Beziehung will. Ein bißchen schon, aber dann bitte schön auf Abstand. Nicht umsonst bevorzugt er eine Fernbeziehung. Nicht auszudenken für ihn, wenn Du zwei Straßen weiter wohnen würdest......

Ja, Du stehst im Leben und hast ein gutes soziales Netz. Das gefällt ihm alleine schon deshalb, weil er hofft, dass Du da gut beschäftigt bist und Dich weniger auf ihn fixierst. Nicht umsonst hat er Dich ausgewählt.

Es gibt solche Beziehungsvermeider, die in einer Beziehung dauernd damit beschäftigt sind, den Ball flach zu halten, auf gar keinen Fall zu viel Beziehung.

Das erzeugt einen Dauermangelzustand, der Dich in die unterlegene Position bringt. Immer nur fragen und betteln müssen, bei einem, der eigentlich gar nicht so wirklich will. Eine Hungersnot. Und das zermürbt. Vermutlich sogar noch viel mehr, als wenn man Single ist. Vor dem gedeckten Tisch sitzen und nicht essen dürfen, fast schon pervers. Es gab Leute, die sind schon vor dem vollen Teller verhungert.

Und dann fragst Du auch noch, ob Du zuviel von einer Beziehung erwartest... Ich glaube, auf diese Frage wäre er gar nicht gekommen. Und jetzt frage Dich mal, warum er das alles mit Dir machen kann.
 
  • #3
Ich meine, dass es keineswegs "zu hohe Ansprüche" sind, wenn man sich vom Partner aufrichtiges Interesse an dem eigenen Leben und der eigenen Person wünscht sowie an gemeinsamen Unternehmungen.
 
  • #4
Liebe FS,
ich habe überhaupt nicht das Gefühl, dass deine Ansprüche "zu hoch" sind. Redet dein Freund dir das ein?

Es sind nicht die Einzelfälle, die du schilderst. Einzeln genommen wären das sicher Kompromisse, die man in einer Beziehung irgendwo eingehen muss. Es ist die Summe an Lieblosigkeiten und Desinteresse, die mich auch gewaltig stören würde. Es zeichnet das Bild eines Mannes, der weder größeres Interesse an dir, noch an einer stabilen Bindung zu dir, noch an deinen Bedürfnissen hat. Ich finde dich sogar sehr (ungesund?) bescheiden, dir das alles schon so lange bieten zu lassen.

Was genau hat er denn überhaupt Positives zu bieten?
 
  • #5
Ganz eindeutig: Du hast keine zu hohen Erwartungen. Es klemmt in eurer Beziehung gleich an mehreren Ecken und das macht dich ratlos und traurig.

Ich habe einen Verdacht, äußere den nur ungern, weil nicht jede Normabweichung gleich pathologisiert werden sollte. Aber aus aktuellem Anlass bin ich mit dem Thema "Gefühlsblindheit" konfrontiert worden. Gleich zwei Männer in meinem Umfeld sind davon mindestens in leichter Ausprägung betroffen, Gefühle selbst nur unzureichend empfinden, ausdrücken bzw. damit bei sich und anderen umgehen zu können. Einer ist ein enger Kollege, der andere ein entfernter Freund. Beide sagen selbst, dass mit ihnen emotional etwas nicht stimmt, sie emotional verkümmert sind, sie Gefühle nicht mit anderen teilen wollen bzw. können. Beide sind zuverlässig, ehrlich, klug, auf ihre Weise liebenswert, aber als Partner eine echte Zumutung. Deine Beschreibung deckt sich stark mit dem Symptomen.

Vor allem wenn ein Mensch sehr gefühlsbetont ist, sich verliebt oder diese emotionale Beeinträchtigung persönlich nimmt, leidet er an der Seite eines solchen Partners stark.
 
  • #6
Dein Partner ist offensichtlich weniger aktiv als Du und ergreift weniger die Initiative. Das ist an sich nicht richtig oder falsch. Es muss für Dich passen. Von daher ist es eigentlich nicht zielführend, die Frage hier zu stellen.

Ich kann gut verstehen, dass man nicht jede freie Minute zusammen verbringen möchte. Das fällt bei einer Wochenendbeziehung mehr auf. Letztlich müsst ihr euch über eure wechselseitigen Bedürfnisse unterhalten und überlegen, ob die kompatibel sind. Falsch ist es jedenfalls nicht, die Initiative zum Sex nicht zu ergreifen oder nicht mit zu Familienfeiern zu wollen.
 
  • #7
So und jetzt liest du dir das selbst alles nochmal durch und fragst dich selbst, was DU dazu meinst.

Welche Antworten stellst du dir denn hier vor? Ich meine, du hast ja wirklich ein Bild von einem Mann gezeichnet, mit dem nun wirklich niemand zusammensein will. Da gibt es ja keinen einzigen Punkt, der irgendwie stimmig ist.

Auf was wartest du denn?
 
  • #8
Wieso bist du mit ihm zusammen?

Es liest sich tatsächlich einseitig. Eine gesunde Beziehung sollte eine für beide angenehme Dynamik haben. Wie beim Tennis, mal macht einer, mal der andere, ein Geben und Nehmen. Hier scheint dies nicht zu klappen, evtl ist er nicht verliebt?

Was hält dich bei ihm, was ist gut in der Beziehung?
 
  • #9
Das ist ein Haufen Negatives, statt zu hohe Erwartungen. Es gibt ja nicht mal nur die Nicht-Erfüllung von Erwartungen, sondern er ist verhaltensmäßig im Minus-Bereich. Deine Beziehung klingt für mich belastend und langweilig. Ich denke mal, Dein Freund langweilt sich auch und lässt nur laufen, sonst hätte er selber Vorschläge für gemeinsame Unternehmungen, würde auch mal Aktivitäten entwickeln und nicht so genervt reagieren, wenn Du was vorschlägst.
 
  • #10
Ich habe gelernt, dass man etwas erst als Beziehung definiert, wenn man sich mehr als 1x die Woche sieht und täglich kurz schreibt und die Kommunikation pflegt, damit diese nicht verkümmert und der Gegenüber weiß, was los ist und seine Sicherheit hat. Eine Beziehung soll nicht extra Energie abzapfen, durch sowas, dass man sich tage- und wochenlang nicht meldet.

Ist das alles nicht der Fall, war es bisher immer unverbindlich und ich unglücklich. Und heute würde ich einfach so lange andere Männer weiterdaten, bis dem Wunsch auf mehr Nähe selbstständig vom Mann nachgekommen wird. Ändert sich nichts nach 1 Jahr, dann abhaken, weil es nur eine Affäre ist! Will er dich nicht mehr sehen und hören, will er halt auch dich nicht und ich suche mir andere Männer zu meinem Schutz und meinen Bedürfnissen. Ich finde das daher eine gute Richtlinie auch für dich.

Hak den Mann ab, er ist deine Affäre, gibt dir nur bisschen das Gefühl auf mehr. Kritik kann man sich übrigens nur erlauben, wenn man dem Partner auch Komplimente macht und ihm seine Sicherheiten gibt, ansatt ihn abzuwerten, sonst ist er ganz schnell weg!

Abhaken diese Affäre! Das ist nicht dein Freund und das würde ich ihm auch klar so sagen, dass er den Status Freund und Partner nicht verdient hat, nichtmal Kumpel, weil seine Kumpels kritisiert man nicht ständig. Und ständig nach Sex betteln zu müssen, ist bisschen entwürdigend.
 
  • #11
Ich bin der Meinung, das gehört dazu. Ich gehe auch immer gerne bei ihm mit. Ist ja auch nicht so häufig.
Du musst Dir überlegen, ob Du Deinen Freund so akzeptieren kannst, wie er ist. Mit "das gehört dazu" kommst Du nicht weiter, damit versuchst Du ihn zu einem anderen Menschen zu machen. Er scheint ein eher introvertierter Mensch zu sein, und möglicherweise sind solche Mitkommtreffen für ihn stressig. Er verbringt seine Zeit lieber allein oder mit Dir zusammen, aber ohne weitere Freunde und Familie. Du kannst Dich damit arrangieren, aber Du kannst ihn nicht auf den Kopf drehen. Außerdem musst Du möglicherweise akzeptieren, dass manche Männer einfach total anders ticken als Frauen.
 
  • #12
Das hört sich eher so an, als machst Du die Beziehung und er versucht, das zu verhindern.

Wie sieht denn die Beziehungsvergangenheit dieses Mannes aus? War er jemals länger liiert, hat er auch mal mit einer Frau zusammengelebt? Was hat ihn so emotional verkrüppeln lassen? Wie sieht es denn in seiner Herkunftsfamilie aus?

Nein, ich meine nicht Ghosting, aber was würde denn passieren, wenn Du Dich einfach mal nicht mehr meldest. Hast Du den Test schon gemacht? Fängt er irgendwann an, Dich zu vermissen? Wann meldet er sich denn dann bei Dir? Merkt er überhaupt, wenn Du Dich nicht meldest?
 
  • #13
Mein jetziger Freund ist auch eher der stille Typ, macht wenig Komplimente, kommt selten mit. Ich bin aber "geheilt", nachdem ich zuvor mit dem Obercharmeur zusammen war, der mich und meine ganze Familie mit tollen Worten um den Finger gewickelt hat. Das war aber alles nur heiße Luft. Er hat keines seiner Versprechen eingelöst, hat gelogen und war wahrscheinlich ein Psychopath. Mir ist mein jetziger stiller sensibler ehrlicher Freund lieber.
 
  • #14
Kenne ich von mir. Als ich mich damals von meiner Exfrau trennte, kamen auch bei uns diese Notwendigen versuche es noch einmal miteinander zu probieren. Was ich auch völlig Richtig finde. Man sollte nichts unversucht lassen. Aber in dieser nennen wir es mal Wiederfindungsphase, war ich auch zu so einen Leblostier mutiert. Hatte viele Eigenschaften die du von deinem Freund hier auszeigst.
Mir wurde später bewusst, dass meine damalige Frau mir nicht mehr das bedeutete, als sie es noch viele Jahre vor der Trennung tat. Es war mir egal ob sie bei mir war oder nicht. Ich hatte auch keine Lust mehr irgendetwas vorzuschlagen. Wenn sie da war gut. Wenn nicht auch gut. Es machte für mich keinen Unterschied. Wenn wir Sex hatte gut, wenn nicht ebenfallst gut. Es war mir sehr Gleichgültig. Bei ihr war das Gegenteil der Fall. Sie bemühte sich. Als ich endlich Wach wurde und erkannte das es sie quält, beendete ich es entgültig. Eine schlimme Zeit für sie, wie ich heute weiß. Und es tut mir sehr leid das ich damals so unterwegs war. Ich war Kalt und abgestumpft, was Gründe hatte,die mir heute klar sind. Ich bin heute in meiner Partnerschaft wieder völlig anders. Mir ist wieder wer sehr Wichtig.
m45
 
  • #15
Ok, ich habe auch ein sehr schwaches Nähebedürfnis, aber eigentlich nur, was die Frequenz unserer Treffen betrifft.
Nicht die Inhalte.
Was du beschreibst, wäre sogar mir viel zu wenig.

Ihr seht euch sehr selten, er will dann nichts unternehmen, sich nicht unterhalten und keinen Sex.
Was macht ihr denn, um die Zeit totzuschlagen ?

Und was findest du gut an ihm ?
Ich könnte auch fragen: warum bist du mit ihm zusammen ?

Euer Alter und Familienstand wäre noch interessant, wenn auch nicht wichtig für die Bewertung der Sachlage.

w 49
 
  • #16
Du beschreibst einen Mann, mit dem ich nicht zusammen sein möchte, den ich aber auch mal als Partner hatte, vor vielen Jahren. Er ist Fremdgegangen.

Ich habe auch (noch) eine Fernbeziehung. Mein Partner ist Künstler und zuweilen in der ganzen Welt unterwegs. Er lebt in Schweden und in ca. 2 Jahren werde ich zu ihm ziehen.

Auch er ist kein Meister der grossen Worte, Komplimente, Liebesbekundungen und Dergleichen gehen ihm auch nicht ständig über die Lippen, aber das muss es auch nicht.

Manchmal sehen wir uns auch 3-4 Wochen am Stück nicht und manchmal ist er 2 Wochen am Stück bei mir, aber er will immer wissen, wie es mir geht, er meldet sich regelmässig und lässt mich nie unnötig lange auf Antworten oder einen Rückruf warten.
Ich kann mich immer darauf verlassen, dass er sobald es passt, auch reagiert.
So oft es Möglich ist, sehen wir uns und wenn es nur für einen Tag ist, er kommt zu mir, oder holt mich zu sich, wenn er in D irgendwo beschäftigt ist. Ich bin schon im Tourbus mitgefahren etc...

Ich bin auch nicht so der schlag Mensch, der ständig über WA tippt oder Tägliches telefonieren braucht oder so, aber wir schreiben uns Geschichten, oder Texte, er zeichnet für mich, ich zeichne z.B. Comics für ihn, er schickt mir Bilder oder Videobotschaften von unterwegs.
Er merkt sich viele Kleinigkeiten, die ich mag, oder die mir Wichtig sind, manchmal staune ich, was er sich so gemerkt hat.
Von Unterwegs bekomme ich immer wieder Pakete und Päckchen von ihm, mit Süßigkeiten von denen er weiß, dass ich sie mag oder sie mir schmecken könnten, oder mit (teilweise signierten) Alben von Bands die ich kenne/mag, oder die mir gefallen könnten.

Ich muss aber auch sagen, dass ich das "Vermissen" auch sehr geniesse.
Im Moment bin ich so noch glücklich, da ich in meinem Leben noch ein paar Dinge zu regeln habe, bevor ich gehe und bin froh, die Zeit und den Raum noch zu haben. Wir wünschen uns eine gemeinsame Zukunft. Ich bin ihm Wichtig und das spüre ich auch wenn er nicht bei mir ist.

Auch eine FB kann vielfältig und liebevoll gestaltet werden, ebenso unser Intimleben und an Zuwendung und Zärtlichkeit mangelt es nicht. Einseitigkeit, wie ich es von Früher her kenne, kommt nicht vor.
Dafür, dass ich ihn Anfangs nicht wollte, läuft es wirklich gut :D

Ich wünsche Dir, dass Du erkennst, was das Richtige für Dich ist.

Viele Grüße
 
  • #17
Liebe FS,

deine Ansprüche sind sehr gering, allein dir gegenüber. Du bist sehr geduldig. Geben und Nehmen kann ich bei euch beiden nicht erkennen.
Hast du ihn nicht längst schon einmal gefragt, warum er mit dir zusammen ist und was du ihm bedeutest, hast du dich schon einmal selber gefragt, was dich hält?
 
  • #18
Vielleicht ist es so, dass er umgekehrt all diese von dir genannten - m.E. völlig normalen - Bedürfnisse nicht hat. Und von sich auf andere schließt bzw automatisch annimmt, auch andere, auch du, hätten diese Bedürfnisse nicht in einer Beziehung. Wie würde er es wohl finden, wenn du dich mal ganz genauso wie er verhalten würdest?
 
  • #19
Wie kommst du darauf, dass deine Ansprüche zu hoch sind? Das was du verlangst klingt für mich ganz normal.
Ich finde es sowieso schwer, Ansprüche an eine Beziehung als hoch oder niedrig einzustufen. Es gibt eben Dinge die dem einen wichtig sind und dem anderen nicht, wie gemeinsame Zeit, Nähe, sexuelle und emotionale Kompatibilität. Diese kann man auch selbst wenig beeinflussen, daher macht es keinen Sinn diese Ansprüche heben oder senken zu wollen. Wenn man langfristig glücklich sein will müssen bestimmte Anforderungen befriedigt werden, ansonsten beginnt eine solche Grübelei wie bei dir.

Ich denke ihr seid auf vielen Ebenen einfach nicht kompatibel. Damit ihr es halbwegs miteinander aushaltet, gehst du Kompromisse ein und verbiegst dich. Gerade diese grundlegenden Dinge wie das Nähe-Distanz-Verhältnis sollten einfach von alleine funktionieren ohne dass einer auf der Strecke bleibt oder man immer ewig diskutieren muss wann man sich sieht.
 
  • #20
Für mich hört sich das nach einer Alptraum-Beziehung an, die für mich niemals in Frage gekommen wäre. In meinem persönlichen Umfeld gibt es auch ein paar dieser "verkorksten" Beziehungen und ich frage mich immer, warum sich die Frauen das antun. Das A und O in einer Beziehung ist nunmal, dass man sich gegenseitig lieb hat und das auch zeigt. Muss ja nicht mit Worten sein, aber mit Gesten, Aufmerksamkeiten, Zärtlichkeiten etc. Und das Gegenseitig - ein Geben und Nehmen. Alles andere ist für mich keine richtige Beziehung. Dann ist es nur ein hinterher-Gerenne einer Frau hinter einem Mann, der eigentlich kein wirkliches Interesse hat.

Meine Meinung: du verschwendest deine Zeit mit diesem Typen. Du hast jemand verdient, der Feuer und Flamme für dich ist, der jede freie Minute am liebsten mit dir verbringen möchte. Der dich ehrt und sich für dich und dein Wohlergehen interessiert.

An deiner Stelle würde ich sein passives Verhalten spiegeln und mal schauen ob er es überhaupt merkt. Und wenn ja, wie er reagiert. Ob er anfängt sich Sorgen um dich zu machen, ob er dich vermisst, anfängt um dich zu kämpfen... Das wäre ja dann schonmal positiv. Wenn er gleichgültig bleibt, dann ab in die Tonne mit dieser "Beziehung". Ich würde mir das nicht antun.

w, 30
 
  • #21
Mich wundert, dass du dir das 3,5 Jahre antust. Das hat rein gar nichts mit hohen Ansprüchen zu tun sondern mit einem normalen Miteinander. Er blockt alles ab was eine Beziehung überhaupt erst ausmacht. Wofür ist er denn mit dir zusammen, was schätzt er denn an dir wenn er im Grunde nie greifbar ist?
 
  • #22
Ich finde die Antworten insgesamt etwas einseitig (auch wenn ich es grundsätzlich auch für keine tolle Beziehung halte). Wir lesen nur die FS:

- Auch sie führt seit 3,5 Jahren eine Wochenendbeziehung.
- Er fährt wohl ausschließlich zu ihr.

Da frage ich mich schon auch: warum fährt sie nicht wechselweise auch mal zu ihm, vielleicht auch mal während der Woche? Warum zieht sie nicht zu ihm, damit sie mehr Zeit haben? Wieso sollte die "Beziehungsvermeidung" nur auf einer Seite liegen?
 
  • #23
Was ist normal? Normal und gut ist, wenn es für beide passt. Bei Dir/Euch hört bzw. liest sich das leider nicht so.
Wenn Du das Gefühl hast in einem permanenten Defizit zu leben, dann wird Dich das auf Dauer nicht nur unglücklich sondern evtl. auch krank machen. Dein Partner ist ok so, wie er ist. Nur, evtl. passt er einfach nicht für DICH. Doch vielleicht zu einer anderen , die die selben Bedürfnisse hat wie er.
Du solltest Dich fragen, ob Du auf Dauer mit dem Mangel zurecht kommst und ob Du nicht zuviele Verbiegungen machst . Weshalb? Um nicht alleine zu sein. Diese Angst wäre Dein schlechtester Ratgeber. Ganz sicher gibt es auf dieser Welt einen, der in Dir kein Mangelbedürfnis hervorruft , sondern ein Gefühl der Fülle!
 
  • #24
Bist Du sicher, dass dieser Mann nicht doch noch anderweitig liiert ist?

Liebe Schildkröte
(warum eigentlich dieser Nickname? )

Was denkst Du - hältst Du so eine Beziehung für "normal"? Warum fragst Du uns?
Überlege Dir, was Du möchtest, was für Dich Partnerschaft bedeutet. Du hast hier schon einiges geschrieben.
Dann schreibe auf, wie Deine Beziehung aussieht, wie Du Dich fühlst.
Er wird sich nicht ändern. Er ist so.
Schau Dir an, was Du notiert hast, und zieh Deine Konsequenz, es ist Dein Leben.

Ich frage mich nur, warum Dir das solange gereicht hat, warum Du so wenig möchtest? Warum Du hier fragst - hoffentlich nicht um "Erlaubnis"? Schau Dir mal Deine Gründe, und Deinen Anteil bei dieser Beziehung - Du hast Dir zumindest diesen Partner gewählt.

Mir wäre es viel zu wenig, aber ich wäre nur solange geblieben, wie ich dies erlebt hätte - und die ersten Zeichen gibt es meistens bereits in der Kennenlernphase.
 
  • #25
Nachdem hier so viele gute Antworten kamen, erlaube ich mir eine Gegenfrage. Hältst du die Beziehung nur aufrecht, damit der Status
"Partnerschaft haben" erfüllt bleibt?
 
  • #26
Das hört sich nicht besonders gut an. Möchte dieser Mann überhaupt mit dir zusammen sein? Ist klar, dass man als Paar nicht in jedem Punkt gleich ticken muss, aber bei den wichtigsten doch wohl. Ich habe auch eine Fernbeziehung, sehe meinen Partner ebenfalls im Abstand von 2-3 Wochen. Er ist ebenfalls kein Mann der großen Gefühlsausbrüche oder Komplimente. Damit kann ich mittlerweile aber wirklich gut leben, da ich seine Liebe zu mir an vielen anderen Stellen spüre. Da kann ich auf die Worte verzichten. Aber was ist mit dir? Du scheinst seine Liebe an keiner Stelle zu spüren... mit einigen "Macken" des Partners kann man sich ja arrangieren und findet sie eventuell sogar liebenswert, aber das?! Er ist ja völlig gefühlskalt dir gegenüber. Er will dich weniger sehen, weniger unternehmen, macht keine Vorschläge für gemeinsame Aktivitäten, Sex will er anscheinend auch nicht und Besuche bei der Familie sowieso nicht. War er denn zu Beginn eurer Beziehung anders in all diesen Punkten? Du musst dir wirklich überlegen, ob du diese Beziehung so fortführen möchtest und wenn ja, zu welchem Preis. Wenn du dir darüber klar bist, dann sprich mit ihm. Hast du das denn noch nicht getan? Vielleicht muss er mal aufwachen und sein Verhalten ändert sich. Falls er dazu aber nicht bereit ist, dann ziehe Konsequenzen. Du bist offensichtlich nicht glücklich.
 
  • #27
Vielen Dank für eure Antworten. Ich war in der Zwischenzeit im Urlaub und habe mir auch einige Gedanken gemacht. Natürlich bin ich mir bewusst, dass die Schilderung einseitig ist, ist ja von mir. Und natürlich gibt es Dinge, die ich an meinem Freund schätze. Er ist zuverlässig und klug. Wir führen spannende Diskussionen. Und ich wusste auch von Anfang an, dass er im emotionalen Bereich einige Defizite hat. Aber es ging 2 Jahre sehr gut. Er hat sich bemüht, war aufmerksam und hat mir auf seine Art gezeigt, dass er mich liebt. Das war (gefühlt) von jetzt auf gleich vorbei (ich weiss, dass es normal ist, dass die Aufmerksamkeiten in einer Beziehung mit der Zeit abnehmen. Aber nicht in diesem Ausmass). Das ist vermutlich das Hauptproblem. Deshalb bin ich noch nicht gegangen. Ich weiss, dass er anders sein kann. Aber ich muss vermutlich einsehen, dass seine Gefühle für mich nicht mehr genug stark sind. Auch wenn er das abstreitet. Ich habe es bis jetzt einfach nicht geschafft zu gehen. und zwar aus einem einzigen Grund: Ich liebe diesen Mann. Mein Status ist mir sch...egal. um das mal klarzustellen. Ich war längere Zeit glücklicher Single. Ich habe auch keine Angst vor dem Alleinsein. Wie gesagt, ich habe ein sehr gutes Soziales Umfeld. Ich bin ein sehr aktiver Mensch und fast jeden Tag (unter der Woche abends) unterwegs. Sport, Kino, Theater, mit Freunden treffen, etc. Ich gehöre also mit Sicherheit nicht zu denen, die ihr Privatleben für ihre Beziehung aufgegeben haben. Und nein, es trifft auch nicht zu, dass ich nie zu ihm fahre. Das kommt so alle drei Wochen vor, was aber v.a. auch daran liegt, dass er in meiner Stadt aufgewachsen ist und bis vor ein paar Jahren immer dort gelebt hat. Seine Familie und seine Freunde sind dort. Es macht deshalb auch keinen Sinn, dass ich zu ihm ziehe, obwohl ich das sogar vorgeschlagen habe. Seine Antwort war "nein" mit besagter Begründung.
 
  • #28
Aber es ging 2 Jahre sehr gut. Er hat sich bemüht, ...

Das bedeutet nicht, dass es die nächsten 20 Jahre auch gut gehen muss. Du liest ja hier oft genug Beiträge, in denen nach 10 Jahren beklagt wird, dass es seit 8 Jahren keinen Sex mehr gibt. "er hat sich stets bemüht" ist in Arbeitszeugnissen ein Grund, gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch einzuladen...

Das war (gefühlt) von jetzt auf gleich vorbei ...Ich habe es bis jetzt einfach nicht geschafft zu gehen.

Zwei bittere Erkenntnisse. Die Frage ist doch: Was sind Deine langfristigen Ziele und wie passt er dazu? Möchtest Du in Deinem Leben in jeder eigentlich schlechten Beziehung abwarten, bis Du es schaffst zu gehen und so eine Reihe von zeitlich begrenzten Beziehungen führen?
 
  • #29
Liebe FS
Wenn dir klar war, dass er emotionale Defizite hat und es trotzdem zwei Jahre gut ging und für dich stimmig war, dann spreche doch mal mit ihm ihn Ruhe und zeige deine Bedürfnisse auf. Ich finde, das sollte man tun. Er kann sich dann ja überlegen, ob er bereit ist, mehr "Emotionen, Nähe etc." einzubringen. Du darfst ihm da ruhig eine Frist setzten. Er kann es sich in Ruhe überlegen wenn er nicht bereit ist und denkt, dass sei "Dein Problem", dann bleibt wohl nur die Trennung. Du vergeudest sonst wirklich deine Lebenszeit.

Alles Liebe und Gute!
 
  • #30
Es macht deshalb auch keinen Sinn, dass ich zu ihm ziehe, obwohl ich das sogar vorgeschlagen habe. Seine Antwort war "nein" mit besagter Begründung.

Seine Begründung, nicht zu ihm zu ziehen ist, dass seine Freunde und Familie dort leben? Ja... und? Du bist seine Partnerin - wenn ihr zusammen leben wollt, dann kann das kein Argument sein in meinen Augen.

Es tut mir Leid für dich, dass dir das jetzt alles schwer fällt. Und doch kann es sein, dass seine Art zu Lieben dir nicht reicht - ich will ihm nicht unterstellen, dass er dich nicht liebt. Wie auch? Jeder Mensch tickt da anders, einige zeigen es, andere weniger, und fallen dann in Fall einer Trennung in ein tiefes Loch, weil sie eben Emotionen schwer verarbeiten.

Setzt euch zusammen, was eure Wünsche sind, was ihr euch von einer Beziehung erwartet, und schaut ob das umsätzbar ist. Ich sehe da aber einen großen Unterschied, wie ihr Nähe ausleben wollt, und das ist schwer. Es kann durchaus sein, dass du langfristig so nicht glücklich bist. Ich wünsche Dir alles Gute und dass ihr einen Weg findet!
 
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