• #32
Es ist auch eine Sache, wie man um etwas bittet. Wertschätzung ist keine Einbahnstraße. Einem anderen vorzudiktieren, welche Gefälligkeiten er dienend zu erfüllen habe, damit man nicht als Sanktion beleidigt Drama veranstaltet oder "totales Desinteresse" unterstellt, ist eine Form von Geringschätzung. Mit der Erwartungshaltung, dass der Gegenüber die verlangte Gefälligkeit dienend zu erfüllen habe, bringt man den Gegenüber respektlos in die unangenehme Situation, sich entweder zu unterwerfen (und die Augenhöhe zu verlieren) oder aber "Nein" zu sagen und Sanktionen (Drama) hinzunehmen.

Genauso wie bei einem 3-Jährigen, der im Supermarkt trommelnd auf dem Boden nach dem Lolli schreit, weil es die Erwartungshaltung hat, dass der Lolli den Eltern fast nichts kostet und das Nichtgewähren des Lollis fehlende Liebe beweisen würde, gehört es in jeder Beziehung eben auch dazu, sich solchem übergriffigen Verhalten nicht einfach zu unterwerfen, wenn man nicht die wertschätzende Augenhöhe verlieren möchte. Ja, es mag keine große Aktion sein, dem Kind den Lolli zu kaufen. Doch das Kind fühlt sich dann bestätigt, dass es ein Recht auf den Lolli hatte und diese Art seiner Rechtdurchsetzung daher zulässig war. Wieso sollte das Kind sich auch respektvoller verhalten?

Menschen, die sich unterwerfen lassen, verlieren halt ihren Respekt und werden daher auch künftig nicht wertschätzender behandelt. Es entsteht ein Verhältnis, wo einer übergriffig die Regeln diktiert und der andere kaum noch wieder Augenhöhe einfordern kann.

Wenn man daher von einem anderen eine Gefälligkeit wünscht (egal ob Lolli, Sexhandlng oder Hausarbeit lesen), so gehört es zu einem gegenseitig wertschätzenden Verhalten, dass man dem Gegenüber zugleich auch kommuniziert, dass man die Erfüllung NICHT für eine Selbstverständlichkeit hält, der Gegenüber somit frei ohne Sanktionen auch "Nein" sagen darf, man sich aber über die Erfüllung der Gefälligkeit freuen würde. Der Gegenüber fühlt sich damit auf Augenhöhe, da er frei selber entscheiden darf, ob er selber Freude daran hat, dem Partner die Freude zu bereiten.

Kommuniziert man hingegen, dass man die Dienertätigkeit als Selbstverständlichkeit erwartet und ansonsten beleidigt ist, dann nimmt man dem Gegenüber den einzigen Grund, gerne den Gefallen zu erfüllen. Denn das Kind, welches den Lolli als Selbstverständlichkeit erwartet und sonst Drama veranstaltet, gibt den Eltern keinen Grund und keinen ehrlichen Dank, sich daran zu erfreuen, einem Menschen, der es auch zu schätzen weiß, eine Freude zu bereiten. Denn die Erfüllung durch den Diener dient dann nur noch der Vermeidung der Sanktion des Herrschenden.

Wer daher in einer Beziehung seinen Respekt nicht verlieren möchte, der achtet auch selber darauf, dass man sich bei übergriffigen Unterwerfungsversuchen nicht einfach zur Vermeidung von Sanktionen unterwirft und die Tätigkeiten übergriffig vordiktieren lässt.
 
  • #33
Es ist auch eine Sache, wie man um etwas bittet. Wertschätzung ist keine Einbahnstraße
Es ging mir nur um den Punkt, dass manche es völlig okay finden, wenn der andere das nicht lesen will, andere (darunter ich) das seltsam finden. Nicht um diese spezielle Beziehung, dazu weiß man hier zu wenig, außer: Es passt offensichtlich zumindest für sie nicht, wenn die einzigen positiven Sachen grundlegende Beziehungsdinge sind (zusammen was unternehmen..) und sie weder das Gefühl hat, dass der Humor zusammengeht noch man sich gut unterhalten kann und sie nicht mal körperliche Anziehung verspürt. Daher hatte ich am Anfang auch geschrieben, dass das doch sinnlos ist (und zwar dann für beide), das weiterzuverfolgen, wenn es von ihrer Seite aus gar nicht passt. Dafür kann ja auch keiner von beiden was. Ihm reicht ja das Gesprächsniveau scheinbar auch nicht, wenn er ebenfalls sagt "lass uns lieber was kochen, sonst ist so unangenehmes Schweigen".
Also, die Sache mit der Hausarbeit ist auf jeden Fall nicht der Punkt, aus dem die Beziehung keinen Sinn macht, sondern ein absolutes Nebenthema. Was ich aber eben trotzdem nicht sympathisch finde von ihm, das ist eben einfach meine persönliche Meinung - kann jeder anders sehen. Im Bezug auf den Rest der Beziehung tut er mir leid, falls er sehr verliebt ist und sie nur aus "Verzweiflung" mit ihm zusammen. Das hat natürlich keiner verdient.
 
  • #34
Was ich aber eben trotzdem nicht sympathisch finde von ihm, das ist eben einfach meine persönliche Meinung - kann jeder anders sehen.
Dann sollte man aber wenigstens so fair sein, es umgekehrt genauso von der FS nicht sympathisch zu finden, wenn diese seine einseitigen Wünsche nach Sex nicht erfüllt, also sich ebenfalls das Recht zugesteht, selber darüber entscheiden zu wollen, ob, wann und wie man dem Gegenüber eine Freude bereiten möchte.

Ich sehe das hingegen anders. Wer das Erfüllen einer Gefälligkeit zur Selbstverständlichkeit erklärt und das Nichtbedienen daher negativ bewertet (zB als "nicht sympathisch"), der verhindert selber und verweigert geringschätzend selber den einzigen Grund, warum der Gegenüber den Gefallen oder die Freude einem noch gerne bereiten sollte. Mit derartigen Erwartungshaltungen verhält man sich selber unsympathisch, so dass auch kein Grund ersichtlich ist, weshalb der Gegenüber dann noch motiviert sein sollte, auf die mit der Erwartungshaltung kommunizierte Geringschätzung umgekehrt mit einer Wertschätzung reagieren zu wollen.

Und nur, weil man übergriffig alleine für den anderen mitzubestimmen versucht, dass die Erfüllung der Gefälligkeit für den Gegenüber doch nichts Großes sei (nur wenige Minuten dauert und auch nicht weh tut), bedeutet es halt nicht, dass der Gegenüber nicht eine andere Bewertung vornimmt, weil er wie beim Lollikauf eben nicht den Kauf selber als etwas "Großes" betrachtet, sondern den damit übergriffigen Unterwerfungsversuch und die mit der Erwartungshaltung kommunizierte Nichtwertschätzung.

Denn genausogut könnte ansonsten auch einer für beide bestimmen und vordiktieren, dass Sex oder irgendeine Fetischhandlung doch auch nur ein paar Minuten dauert und nicht weh tut, so dass dazu "Nein" zu sagen unsympathisch ist und die fehlende Wertschätzung des Gegenübers beweist. Denn wieso sollte der andere dann nicht genauso das Recht haben, für beide zu diktieren, was als nur kleine selbstverständliche Gefälligkeit zu bewerten sei, weil es doch nicht weh tut und nur ein paar Minuten dauert?

Wer gerne gewertschätzt werden möchte, muss sich selber wertschätzend verhalten. Erwartungshaltungen und Abwertungen, nur weil der Gegenüber zu einem alleinigen Wunsch "Nein" sagt, sind das genaue Gegenteil davon.
 
  • #35
wenn diese seine einseitigen Wünsche nach Sex nicht erfüllt
Hm also ich finde, da gibt es schon einen eklatanten Unterschied, zwischen "Hausarbeit lesen" und Sex.
Deine Erklärung wäre, als hätte er sich geweigert eine Einkaufstasche in die Wohnung zu tragen, weil sie ihm kein Sex anbietet.
Ich denke, die FS wundert sich bei der Geschichte mit der Hausarbeit eher über sein allgemeines Desinteresse.
Womöglich kann er nicht lesen?
 
  • #36
Dann sollte man aber wenigstens so fair sein, es umgekehrt genauso von der FS nicht sympathisch zu finden, wenn diese seine einseitigen Wünsche nach Sex nicht erfüllt, also sich ebenfalls das Recht zugesteht, selber darüber entscheiden zu wollen, ob, wann und wie man dem Gegenüber eine Freude bereiten möchte.
Sex ist ja was anderes als eine Hausarbeit lesen. Komischer Vergleich. Beim Sex, den ich nicht will, lasse ich jemanden IN meinen Körper (als Frau), der andere würde mich sozusagen gegen meinen Wunsch benutzen. Das ist doch was ganz anderes, als wenn ich aktiv was für den anderen mache, um das er mich gebeten hat, und zwar kurz mal was lesen. Und um Interesse am anderen geht es da ja auch nicht. Du hast ja komische Vorstellungen.
Mit derartigen Erwartungshaltungen verhält man sich selber unsympathisch, so dass auch kein Grund ersichtlich ist, weshalb der Gegenüber dann noch motiviert sein sollte, auf die mit der Erwartungshaltung kommunizierte Geringschätzung umgekehrt mit einer Wertschätzung reagieren zu wollen.
Jeder hat bestimmte Erwartungshaltungen an den anderen in einer Beziehung, das geht gar nicht anders. Der eine, dass der andere ihm Freiheit lässt, nie eifersüchtig wird, er mit anderen Frauen flirten kann (als Beispiel). Der andere, dass der Partner jede freie Minute mit ihm verbringt. Die Erwartungshaltungen sollten nicht dazu dienen, den anderen zu verbiegen, aber sie müssen eben übereinstimmen. So einfach ist.
Ich mache meinem Partner gern eine Freude oder erfülle seine Bitten, und genau das erwarte ich dann auch. Ganz einfach.
Hier passt es auf gar keiner Ebene.
 
  • #37
da gibt es schon einen eklatanten Unterschied, zwischen "Hausarbeit lesen" und Sex. Deine Erklärung wäre, als hätte er sich geweigert eine Einkaufstasche ... zu tragen, weil sie ihm kein Sex anbietet.... Womöglich kann er nicht lesen?
Womöglich sind die, die Wünsche nach Sex verweigern, auch frigide und schlecht im Bett. Das kann natürlich alles sein. Vielleicht nehmen manche Menschen aber auch einfach nur eine andere Bewertung vor und erfüllen nicht unterwürfig Wünsche, nur weil andere einem diese mittels solcher negativ unterstellenden Vermutungen übergriffig zu diktieren versuchen bzw. bei einem "Nein" beleidigend werden.

Meine Erklärung war auch nicht, dass die Einkaufstasche quasi als beleidigte Retourkutsche nicht getragen wird, weil Sex verweigert wird, sondern dass die Einkaufstasche nicht getragen wird, weil der Gegenüber aufgrund seiner vermittelten übergriffigen Erwartungshaltungen sich respektlos, nicht wertschätzend bzw. keine Augenhöhe gewährt und damit dem anderen keinen Grund liefert, Freude daran zu empfinden, so einer Person noch gerne eine Freude bereiten zu wollen. Man passt sich mit dem Nein somit lediglich dem Verhalten an und stellt Augenhöhe wieder her, es auch nicht mehr für nötig zu halten, sich wertschätzender zu verhalten oder Interesse noch unter Beweis stellen zu brauchen.

Und wenn Du einen Unterschied zwischen "Hausarbeit lesen" und Sex sehen möchtest, dann sind wir uns offenbar einig, dass die bisherigen Begründungsversuche "ist dem Partner wichtig", kostet nichts, tut nicht weh und dauert lediglich vielleicht eine halbe Stunde, offenbar keine ausschlaggebenden Argumente dafür sind, warum ein Partner die alleinigen Wünsche des anderen Partners dienend erfüllen müsste.

Ihr bewertet Sex einfach als gefühlt etwas völlig anderes. Das zugrundeliegende Prinzip ist aber dasselbe, dass man Wünsche nicht mehr gerne erfüllt, wenn der Gegenüber übergriffig seine Wunscherfüllung zu einer angeblich allgemeingültigen Selbstverständlichkeit erklärt und ansonsten beleidigend wird. Beim Sex versteht ihr dieses Grundprinzip, meint aber Unterschiede zu anderen Wünschen herleiten zu können. Das könnt Ihr gerne machen. Dann versteht Ihr halt nicht, weshalb der Typ vorliegend wahrscheinlich irgendwann keine Notwendigkeit mehr sah, der FS immer weiter alle ihre alleinigen Wünsche unterwürfig zu erfüllen und sich weiter zum einseitigen Deppen zu machen, so dass ihr dem Typen dann halt beleidigend irgendeine Rechtsschreibschwäche, fehlendes Interesse oder Sympathielosigkeit vorwerfen müsst, um es Euch selber erklärlich zu machen.

Ich finde sein Verhalten hingegen normal und nachvollziehbar, dass er irgendwann keine Notwendigkeit mehr sah, einseitig unterwürfig alles recht machen zu sollen und mittels "Nein" sich lediglich auf die von der FS selber vorgelebten Ebene des geringschätzenden Nichtbemühens begab.
 
  • #38
dass er irgendwann keine Notwendigkeit mehr sah, einseitig unterwürfig alles recht machen zu sollen
Hmmmmm @xyz74 . Kann sein, dass er so negativ drauf ist, wie es in deiner Beschreibung wirkt. Dass er eingeschnappt reagiert, weil es keinen Sex gibt. Allerdings ist nicht klar, ob das Verhalten der FS so einseitig wäre. Zudem beschreibt die FS ihren Freund als "verliebt" und dass er ihr alle Zeit lassen will.
Ihr bewertet Sex einfach als gefühlt etwas völlig anderes.
Jep, es ist auch etwas völlig anderes. Denn Sex ist Intimität, eine Hausarbeit nicht.
Die FS ist vermutlich noch recht jung. Zum Beispiel Schülerin, wenn sie eine Hausarbeit anfertigen muss. Womöglich ist ihr Freund ebenfalls Schüler.
Ich glaube kaum, dass dieser junge Mann eine Defloration gleichwertig mit Korrekturlesen einer Hausarbeit betrachtet.
Eingeschnappt sind da eher ältere Männer, die sich ständig ungerecht von dieser Welt behandelt fühlen.
 
  • #39
Dass er eingeschnappt reagiert, weil es keinen Sex gibt.

Eingeschnappt sind da eher ältere Männer, die sich ständig ungerecht von dieser Welt behandelt fühlen.
Du möchtest es offenbar nicht verstehen. Er reagiert nicht eingeschnappt, indem er sich auf die von ihr vorgelebte Augenhöhe des "ich brauche mir keine Mühe geben" anpasst. Genausowenig wie Eltern ihrem im Supermarkt am Boden trommelnden Kind auch nicht "eingeschappt" keinen Lolli kaufen, sondern lediglich nur keinen Grund erkennen können, sich den alleinigen Wünschen des Kindes zu unterwerfen und dessen geringschätziges Verhalten mit einer Wertschätzung zu belohnen.

Aber gehe gerne weiter davon aus, dass (insbesondere ältere) Männer gerne eingeschnappt reagieren und dann Frauen ihre Leistungen vorenthalten, auf die diese einen selbstverständlichen Anspruch haben.
 
  • #40
Die FS ist vermutlich noch recht jung. Zum Beispiel Schülerin, wenn sie eine Hausarbeit anfertigen muss. Womöglich ist ihr Freund ebenfalls Schüler.
Ich glaube, sie ist Studentin. An der Uni schreibt man Hausarbeiten (längere schriftliche Arbeiten, die wiss. Standards entsprechen sollen). Das in der Schule sind eher Hausaufgaben. Gibt es an der Uni aber auch.

(Nur kurz zur Erklärung, ist aber eigentlich irrelevant für die Diskussion)

w26, ebenfalls gerade eine Hausarbeit schreibend
 
  • #41
w26, ebenfalls gerade eine Hausarbeit schreibend
Da wünsche ich doch viel Erfolg :)

Darauf bezog ich mich bei dem Gedanken, dass die FS noch recht jung sei:
ich kann nämlich da auf so gut wie keine Erfahrung zurückgreifen


Aber gehe gerne weiter davon aus, dass (insbesondere ältere) Männer gerne eingeschnappt reagieren
Es gibt natürlich immer mal wieder manipulative Menschen.
Ich glaube eben, dass Frauen sexuelle Zurückweisung eher als "nicht begehrt" einordnen und Männer als "Bestrafung". Wobei ich das Gefühl habe, dass bei manch Kandidaten die Frustration mit zunehmendem Alter größer wird.
Deine These ist ja nun insgesamt auch recht spekulativ.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #42
Es gibt natürlich immer mal wieder manipulative Menschen.
Ich glaube eben, dass Frauen sexuelle Zurückweisung eher als "nicht begehrt" einordnen und Männer als "Bestrafung". Wobei ich das Gefühl habe, dass bei manch Kandidaten die Frustration mit zunehmendem Alter größer wird.
Deine These ist ja nun insgesamt auch recht spekulativ.
Wie kommst Du darauf, dass irgendwer die sexuelle Zurückweisung hier vorliegend als "Bestrafung" einordnet hat?

Ausgangspunkt war doch, dass das Nichterfüllen des vordiktierten Wunsches (Durchsicht der Hausarbeit) von einigen hier als "allgemeines" bzw "totales Desinteresse" also "nicht begehrt" bewertet wurde. Keiner hat hier die sexuelle Zurückweisung durch die FS als eine "Bestrafung des Partners" eingeordnet, sondern nur Du versuchst sein Nichtinteresse an der Durchsicht ihrer Hausarbeit als quasi Bestrafung für ihre Sexverweigerung in irgeneinen Zusammenhang zu bringen, also quasi Nichtdurchsicht der Hausarbeit als quasi "eingeschnappte" bzw. "frustrierte" Strafe dafür, dass ihm der Sex verweigert wurde. Ich versuche die ganze Zeit zu erklären, dass es überhaupt nicht um "Bestrafung", "eingeschnappt" oder "frustriert sein" geht, sondern lediglich darum, dass er keine eigene Freude daran empfindet, unterwürfig Dinge erfüllen zu müssen, die ihm als angebliche Selbstverständlichkeit geringschätzend vordiktiert wurde, also auch nicht ersichtlich ist, weshalb er die übergriffige Geringschätzung mit einer Wertschätzung belohnen sollte. Dabei geht es überhaupt nicht um eine "Bestrafung", sondern darum, dass man anderen nur dann gerne einen Gefallen tut, wenn es nicht als eine Selbstverständlichkeit vordiktiert und erwartet wird. Beim Nichterfüllen von den alleinigen Wünschen des anderen geht es somit nicht um Bestrafung, sondern darum, dass keiner Lust darauf hat, von anderen mit dem übergriffig geringschätzigen Verständnis einer angeblichen Selbstverständlichkeit benutzt zu werden.

Welche "spekulative" These meinst Du? Dass ich es normal und nachvollziehbar finde, dass man zur Wahrung von Augenhöhe "Nein" sagt, wenn andere einem übergriffig verdiktieren wollen, dass sie die Dienertätigkeit bzw. Befolgung ihrer alleinigen Wünsche als Selbstverständlichkeit erwarten? Die FS fragt doch, ob ihre diesbezügliche Erwartung zu hoch war und es somit von ihm erwartet hat, dass er ihrem Wunsch nachkommt.
 
  • #43
Liebe @xyz74, mit deiner These geht jeder wohl konform, in einer Beziehung ist man nicht dem anderen sein Sklave und man kann auch bei bestimmten Wünschen & Forderungen einfach NEiN sagen, ohne dass dies in der Beziehung zur alles entscheidenden Gretchenfrage wird. Doch die FSin hat einfach irgendjemandem erhört, der sie erwählt hat, er nur mit ihr Zusammensein will, er will sie als Beziehungspartnerin. Sie im Gegenzug hat ihn einfach genommen, weil er da ist, ihre Freundinnen alle in Beziehungen sind, sie mit diesen gleichziehen wollte und halt mal eine Beziehung als Erfahrung leben; und damit sie hier nicht mit 30 J schreibt, sie hätten noch nie Beziehungserfahrung.
Der FSin ist schon bewusst, dass sie ihren Freund nicht dazu verdonnern kann, ihre Hausarbeit zu korrigieren, das ist nicht das Einzelthema, sondern eine Begebenheit von vielen anderen Dingen, die zwischen beiden nicht passen. Klar muss er ihre Hausarbeit nicht lesen, wäre sie verliebt, wäre es kein Thema; aber so unterstreicht sie mit diesem Beispiel doch, dass er ihr ggü. kaum Interesse an ihr als Persönlichkeit hat, als Frau und „als Frau zu bald flachlegen“ schon, aber er fragt sie nicht, für was sie brennt, Freunde & Familie ist er nicht dabei, Studium - klar ihre Sache - aber er zeigt so gar kein Interesse daran, welches Thema der Hausarbeit sie gerade fertigstellt, wie es im Studium vorangeht... halt der soziale Kitt fehlt, ihr zu zeigen, er interessiert sie für sie und ihre Interessen, er möchte wissen, was sie beschäftigt. Recht geben muss man schon, das Interesse beruht gefühlt auf Gegenseitigkeit, sie bemüht sich. Er bemerkt ja auch, so richtig will sie auch nicht; wenn dann das aufrechnen beginnt, er hat dies nicht getan und sie tut dafür jenes nicht bzw. sie macht das noch nicht, dafür hat er das Recht, jenes nicht zu tun; dann kann wirklich dieses Konstrukt von Beziehung in die Tonne treten; und das liegt nun weniger daran, dass er diese Hausarbeit bei Gelegenheit mal lesen sollte.
 
  • #44
... kaum Interesse an ihr als Persönlichkeit hat, als Frau und „als Frau zu bald flachlegen“ schon,... halt der soziale Kitt fehlt, ihr zu zeigen, er interessiert sie für sie und ihre Interessen, er möchte wissen, was sie beschäftigt.

Es ist normal, dass Menschen verschiedene Interesse haben und sich nicht für alle Dinge gleichermaßen interessieren. Während manchen körperliche Nähe wichtig ist, ist anderen soziale Nähe wichtig. Es ist daher in jeder Beziehung völlig normal, dass die Parteien einen gemeinsamen Weg zueinander finden müssen, mit dem beide glücklich werden können. Jeder kann dazu seinen Beitrag leisten. Denn indem man sich um die Interessen und Wünsche des Gegenübers bemüht und sein Herz für sich gewinnt, desto mehr wird er idR auch ein eigenes Bedürfnis entwickeln, sich daran zu erfreuen, auch umgekehrt sich um die Interessen und Wünsche des anderen zu bemühen.

Es ist ein Wechselspiel des wechselseitigen Bemühens, wo das Band zwischen den Personen stetig wachsen kann, wenn beide Parteien ihre jeweiligen Bedürfnisse berücksichtigt finden. Das Band wächst hingegen nicht, wenn das Bemühen nur einseitig ist. Und das Band kann auch schrumpfen. Denn je mehr die eigenen Bedürfnisse übergangen werden, desto mehr wird man auch die Lust verlieren, sich noch um die Bedürfnisse des anderen zu bemühen.


Tut sie das? Sie zeigt vielleicht Interesse in den Bereichen, die ihr wichtig sind (soziale Nähe). Das ist keine Leistung. Genauso kann der Typ sagen, dass er in den Bereichen Interesse zeigt, die ihm wichtig sind (körperliche Nähe). Die Frage ist jedoch, inwiefern sich die Parteien um die Bedürfnisse des Gegenübers bemühen, um das gemeinsame Band wachsen zu lassen. Und auch das ist keine ausschließliche Bringschuld, sondern jeder muss zugleich auch gucken, wie er seinen erwünschten Bereich für den Gegenüber interessanter macht, ihm das Bemühen also auf positive Art und Weise schmackhafter macht. Bloße Erwartungshaltungen, der Gegenüber habe sich um seine erwünschten Bereiche zu bemühen, führen eben kaum dazu, dass ein Gegenüber sich gerne bemüht.

So schreibt die FS, dass er ihren Bedürfnissen nach regelmäßgigen Whatsapp entgegenkommt, er erinnert sich an die Dinge, die sie ihm erzählt, tun regelmäßig soziale Dinge zusammen (sparzieren, kochen, ...), lässt ihr Zeit und drängt sie nicht, ... Auch schreibt sie, dass er bereits "einige Sachen verändert hat", die ihr gefehlt haben.

Von einem entsprechenden umgekehrten Bemühen der FS in den Bereichen, die ihm wichtig sind, liest man hingegen wenig. Sie schreibt, dass er Nähe und Zärtlichkeit vermisst, sie das aber nicht geben kann und abwartet, ob sich noch etwas entwickelt. Sie erwartet von ihm mehr Bemühen, meint aber umgekehrt einfach abwarten und sich nicht um ihn bemühen zu brauchen. So wächst das gemeinsame Band halt nicht.
 
  • #45
Du spürst das schon richtig: Du bist mit einfach nicht auf derselben Wellenlänge und nicht auf gleicher Augenhöhe.

Nicht immer passt man zusammen, und keiner ist schlechter als der Andere. Es braucht auch nicht das Suchen nach Rechtfertigungen wie Du es machst. Es hat einfach nicht sein sollen... liebevoll verabschieden und wieder das Singelleben geniessen.
 
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