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  • #1

"Zu selbstbewußt" - "zu anlehnungsbedürftig" - was wollt Ihr?

Selbstbewusste Frauen, die ein ausgefülltes Leben führen und daher zeitlich eingeschränkt sind, scheinen Männer zumindest ab 40 plus nicht zu wollen. Solche, die eher anlehnungsbedürftig sind, also signalisieren, dass bereit wären, sich bei gegenseitiger Zuneigung auf einen Mann einzulassen, ihre verfügbare Zeit nach ihnen auszurichten, wenn nötig und möglich auch ihre Lebensumstände, scheinbar auch nicht. Eigenständigkeit scheint gewünscht, wenn es bequem ist (die Frau also möglich nichts kostet, keine Zeit einfordert...), aber sonst nicht (dann gilt sie als zickig, stur, unflexibel, nicht anpassungsfähig genug..). Ein Dilemma!? "Authentisch bleiben" ist da leicht gesagt, wenn man aus dem einen oder anderen Grund öfters abgelehnt wurde. Wie seht Ihr das, Ihr Männer und Frauen?
 
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  • #2

... ist das Einzige, was dir bleibt, wenn du nicht bereit bist, dich unterzuordnen. Das nämlich würdest du früher oder später bereuen, weil du dich einfach verbiegen müsstest.

Ich wundere mich auch oft, wie selbstverständlich Männer davon ausgehen, dass sich die Zukünftige ihren Vorstellungen anpasst und sie nicht einkalkulieren, dass sich beide vielleicht zusammen setzen könnten, um herauszufinden, was in einer echten Gemeinschaft akzeptabel und möglich ist. Die meisten fragen ja auch gleich, ob frau bereit ist, zu ihnen zu ziehen; und nur wenige ziehen einen eigenen Ortswechsel in Betracht. - Umgekehrt (von Frau-zu-Mann) wird das vermutlich ähnlich sein.

Selbstbewusstsein schließt nicht aus, dass frau auch "anlehnungsbedürftig" ist. Bevor ich mich völlig gegen mein Ich entscheide, nehme ich lieber eine Ablehnung hin. w
 
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  • #3
Ich denke, man sollte eine Beziehung nicht mit einer "Lüge" beginnen. Wer von seiner Persönlichkeit her grundsätzlich sehr anpassungsfähig und -willig ist "lügt" nicht, wenn er sich auch beim ersten Date an sein Gegenüber anpasst. Wenn das Anpassen allerdings zum "Verbiegen" wird und sich ein schlechtes Gefühl einstellt, weil man sich im Grunde verstellt, ist das aus meiner Sicht kein guter Beginn.
(m/46)
 
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  • #4
Leider haben viele Frauen das Thema Emanzipation und dessen wirklichen Inhalte und Konsequenzen noch nicht verstanden - wie sollen es dann die Männer verstehen und leben? Gerade diejenigen 40+?
Was ich damit meine? - Frauen hätten gerne Selbständigkeit aber gleichzeitig die Versorgung durch den Mann. - nur ein Beispiel, das nicht funktionieren kann. Daher JA, bequem ist es für BEIDE (wenn die Frau wirklich emanzipiert ist und sich nicht nur die Rosinen rauspickt) wenn beide finanziell unabhängig sind UND bleiben, beide authentisch sind UND bleiben, beide selbstbewusst, aber auch BEIDE anlehungsbedürftig sind. Wer Schwächen UND Stärken haben und leben darf, kann diese im persönlichen Selbstbewusstsein auch beim anderen akzeptieren. Ziel: BEIDE profitieren! w/42
 
  • #5
Hier werden zwei Extreme beschrieben und da ist doch klar, dass beide einen mann abstoßen. Das normale Mittelmaß ist gefragt. Jemand der selbstbewust seine Interessen vertritt, aber auch einfühlsam und kompromisbereit ist. Ist doch nicht so schwer und vor allem sehr nachvollziebar. Von Männern wollen wir ja auch nichts Anderes
 
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  • #6
Hier werden zwei Extreme beschrieben und da ist doch klar, dass beide einen mann abstoßen. Das normale Mittelmaß ist gefragt. Jemand der selbstbewust seine Interessen vertritt, aber auch einfühlsam und kompromisbereit ist. Ist doch nicht so schwer und vor allem sehr nachvollziebar. Von Männern wollen wir ja auch nichts Anderes

Können diese Männer auch das Gleiche bieten, was sie von Frauen wollen?

w 47
 
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  • #7
Können diese Männer auch das Gleiche bieten, was sie von Frauen wollen?

Sie könnten, wenn die Frauen nicht immerzu quer schießen würden. Bei unterschiedlichen Vorstellungen muß 1.) ein Kompromiß gefunden werden und 2.) müssen auch beide zu diesem Kompromiß stehen. Oft läuft es dann aber auf ein "ich hab's dir ja gleich gesagt" hinaus.

Als Mann würde ich mir solche Worte niemals anmaßen, sondern loyal zur gemeinsam gefundenen Entscheidung stehen, auch wenn sie sich im nachhinein als falsch herausstellt. Frauen nehmen sich, wenn man sie ernst nimmt, zu viel heraus. Das richtige Mittelmaß ist ihnen fremd.
 
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  • #8
Sie könnten, wenn die Frauen nicht immerzu quer schießen würden. Bei unterschiedlichen Vorstellungen muß 1.) ein Kompromiß gefunden werden und 2.) müssen auch beide zu diesem Kompromiß stehen. Oft läuft es dann aber auf ein "ich hab's dir ja gleich gesagt" hinaus.

Als Mann würde ich mir solche Worte niemals anmaßen, sondern loyal zur gemeinsam gefundenen Entscheidung stehen, auch wenn sie sich im nachhinein als falsch herausstellt. Frauen nehmen sich, wenn man sie ernst nimmt, zu viel heraus. Das richtige Mittelmaß ist ihnen fremd.

So habe ich meine Frage nicht gemeint. Aber, so ein Verhalten, wie du es beschreibst, kenne ich kaum von Männern. Männer verkaufen gerne ihre Entscheidungen, als gemeinsam! besprochener Kompromiss. Da wundert es mich nicht, wenn Frau dann doch querschiesst, weil es nie einen gemeinsam festgelegten Kompromiss gab, auch wenn Mann das selbst glaubt.

Das Frauen sich zu viel heraus nehmen, wenn man sie ernst nimmt, ist eine vor dir festgelete sehr abwertende grundsätzliche Einstellung zu Frauen. Da wundert es dich nicht, wenn Frauen sich dagegen wehren/querschiessen?

Ich lese aus deinen Zeilen schon kein gesundes Mittelmass, sondern nur Abwertung, also erwarte doch von Frauen nicht das, was du hier schon schriftlich nicht "beweisen" kannst .-)!

w 47
 
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  • #9
Frauen nehmen sich, wenn man sie ernst nimmt, zu viel heraus. Das richtige Mittelmaß ist ihnen fremd.

Lieber Mann, kannst Du ein Beispiel nennen?
Ich kann Deine Aussage sonst nicht ganz ernst nehmen...

Falsche Entscheidungen versuche ich, wenn ich einen Weg sehe, zu revidieren. Sonst mache ich mir mein Leben lang Vorwürfe. Und meine Entscheidungen sind selten "Kompromisse" - das ist für mich gleichbedeutend mit "Verbiegen". Meine Vorschläge, Entscheidungen und Forderungen gegenüber Männern sind höchstens realistisch. D.h. ich kann ganz dahinter stehen.

Allgemein denke ich, die westliche Zivilistation befindet sich im geistigen Wandel. Wir sind davon zwangsweise betroffen, und wer die Flexibilität besitzt, neue Lebens- und Rollenmodelle zu entwerfen, wird als Sieger hervorgehen.
 
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  • #10
Allgemein denke ich, die westliche Zivilistation befindet sich im geistigen Wandel. Wir sind davon zwangsweise betroffen, und wer die Flexibilität besitzt, neue Lebens- und Rollenmodelle zu entwerfen, wird als Sieger hervorgehen

Genau das ist wohl ein Kernsatz! Keiner weiß genau wo die Reise hingeht, aber viele meine, ohne Zutun, auf dem richtigen Weg zu sein und suchen sich engstirnig und egoistisch den Weg des geringsten Widerstands aus - sprich: von allem nur das BESTE für mich! - so geht das leider nicht. Zu Flexibilität noch Weitsicht, Reflektion und Mut würde ich ergänzen. Gruß 3
 
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  • #11
Keiner weiß genau wo die Reise hingeht, aber viele meine, ohne Zutun, auf dem richtigen Weg zu sein und suchen sich engstirnig und egoistisch den Weg des geringsten Widerstands aus - sprich: von allem nur das BESTE für mich! - so geht das leider nicht. Zu Flexibilität noch Weitsicht, Reflektion und Mut würde ich ergänzen. Gruß 3

Das unterschreibe ich! Selbstbewusstsein und Anlehnungsbedürftigkeit in einem Reagenzglas muss möglich sein ohne gefährliche Explosionen.
Gegen Männer, die das Lebensdogma vorgeben wollen, und als ihre Frau müsste ich es nachbeten, reagiere ich allergisch.
Eine Beziehung ist für mich etwas, was man gemeinsam neu erschafft - ein kreatives Konstrukt aus dem Besten, was beide aus ihren Elternhäusern mitbringen, und natürlich eine Prise Zeitgeist.

Gruß von 8 (w, 36)
 
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  • #13
Selbstbewusste Frauen, die ein ausgefülltes Leben führen und daher zeitlich eingeschränkt sind, scheinen Männer zumindest ab 40 plus nicht zu wollen.

Seh ich auch so

Solche, die eher anlehnungsbedürftig sind, also signalisieren, dass bereit wären, sich bei gegenseitiger Zuneigung auf einen Mann einzulassen, ihre verfügbare Zeit nach ihnen auszurichten, wenn nötig und möglich auch ihre Lebensumstände, scheinbar auch nicht.

Hier ein klares DOCH und ich würde behaupten, das sehen die meisten (ehrlichen) Männer ähnlich

m,41
 
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  • #14
Klar: sie behauptet Hunger zu haben, und ich gehe davon aus, daß sie was essen will.
In Wirklichkeit geht es ihr nur um Aufmerksamkeit.

Hat sie dir das gesagt, oder wie kommst du darauf, dass sie "nur" Aufmerksamkeit will?

Verallgemeinerst du von deinem erlebten immer gleich auf das Denken bzw. Ticken aller Frauen?

Ein Gegenbeispiel:

Ein Mann sagt mir, dass er mich liebt, dabei will er nur Sex... Warum sagt er das nicht gleich? :)

W 47
 
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  • #15
Ich frage mich angesichts dieser Diskussion: warum gelingt es manchen Frauen und Männern miteinander auszukommen und sogar langfristig glücklich zu sein?

Meine Theorie: weil es dem Mann gelingt, sich ein bisschen in die Frau hineinzuversetzen und umgekehrt.

Spricht man von "DEN Männern" und "DEN Frauen" findet man als kleinsten gemeinsamen Nenner bestenfalls Unterschiede in der Anatomie. Ansonsten sind alle Individuen, die sich mögen können oder auch nicht.

Um auf die FS einzugehen: Wenn Du abgelehnt wurdest, gab es einfach keine Kompatibilität oder Bereitschaft, diese zu schaffen. Leider hast Du keinen Einfluss darauf, was der andere will. Sehr wohl aber kannst Du für Dich festlegen, dass jemand, der Dich nicht zu Deinen Wohlfühl-Bedingungen nimmt, für Dich auch nicht in Frage kommt. Bleib Dir treu und Du wirst früher oder später den finden, der das passende Teil im Beziehungspuzzle ist. Du willst doch nicht Deine Ferse abhacken, um den Prinz zu bekommen, der nicht für Dich vorgesehen ist?!
 
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  • #16
Ein Mann sagt mir, dass er mich liebt, dabei will er nur Sex... Warum sagt er das nicht gleich? :)

W 47

Ja, das ist die Frage :) Würden es die Männer gleich sagen, können sie sicher sein, dass die "bad girls" trotzdem gerne mitmachen! Die "good girls" werden natürlich empört ablehnen.
Der Vorteil ist, dass auf diese Weise nur der halbe Schaden entsteht bei halber Chance auf Erfolg für den Mann.
Die andere Variante bedeutet etwas mehr Erfolgswahrscheinlichkeit für den Mann, und eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, Gefühle zu verletzen.
Welche Frau ist schon so abgebrüht und lässt sich bewusst Liebe vorgaukeln, nimmt den Sex gerne mit und lacht den Mann im Nachhinein aus bzw. sich ins Fäustchen? Das ist eine verschwindend geringe Minderheit.
Mir gelingt es jedenfalls nicht, so cool zu sein :-( Aber ich kann Sex sehr wohl genießen, wenn ich die Bedingungen kenne. Wer kauft schon gerne die "Katze im Sack"....
Und welcher Mann will wirklich als A....... aus einer zwischenmenschlichen Begegnung herausgehen?

Also: Männlein wie Weiblein, Authentizität - auch wenn die FS es nicht gerne hören will - macht langfristig glücklicher.

w, 36
 
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  • #17
zum thema selbstbewusstsein und "authentisch sein" hab ich vor kurzem eine tolle seite entdeckt: [ ...] ich glaube auch das es nur diesen einen weg gibt. wer nicht "sich selbst" ist, das verbiegt sich und macht am ende nicht nur sich selber unglücklich sondern auch alle um ihn herum.

grüße,


[Mod.= unzulässige Signatur gelöscht! Registrieren Sie sich!]
 
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  • #18
Lieber FS,

Deine Fragestellung musste ich schon zwei mal lesen, bevor mir so richtig klar wurde, was Du meinst. Nebenbei: Ich bin Pädagoge und sehr geübt in wissenschaftlichen Texten. Deine Frage ist eher eine Bilanz, die Du hier selbst stellst, verkleidet in eine Fragestellung. Du suchst keine direkte Antwort, sondern eine Bestätigung Deiner Theorie. Diese basiert auf Erfahrungen, die Deinerseits wenig natürliche Partnerschaftserfahrungen erahnen lassen.

Ich kenne selbstbewusste Pärchen und anlehnungsbedürftige, letztere kletten regelrecht aneinander, sie erleben an ihrem Gegenüber das höchste Glück. Ist doch sch...egal, ob die für sich vielleicht nur eine halbe Person sind.
Lieber das- als ganz zu sein, und dafür am sonnabendlichen Cafetisch zu sitzen um Theorien für die Gründe inkompatibler Singles auszubrüten.

Ich rate Dir, diese pseudo-wissenschaftliche Elite-Stammtisch-Philosophie zu verlassen, - alles nur Theorien, jeder findet da in der Almwiese seine Blume der persönlichen Religion. Etwas näher kommst Du der Gesellschaft, die noch "frei" von Anforderungskatalogen, Partnerbörsen und Traumprinz-küss-mich-Versprechungen ist, wenn Du Dich ehrenamtlich engagierst, in einem Chor mitsingst o.ä..
 
  • #19
Also authentisch sind wir, wenn wir in die Kita kommen. Dann wird authentisch die Sandschippe dem Fräulein gegenüber auf den Kopf gehauen, wenn es unser Ego beleidigt oder uns kratzt. Danach kommt der große Anpassungsdruck, ("das macht man nicht") und sicher auch die Fähigkeit dazu, den anderen zu verstehen, Empathie, Mitleid zu empfinden, selbst wenn man selber angegriffen wird.
Um den Konformismusdruck zu verarbeiten wird eine Riesenmaschinerie an Verdrängungsmechnismen entwickelt, die im alltäglichen Leben reibungslos und einwandfrei zu funktionieren. Es ist auch ziemlich unerträglich, wenn man die eigenen verdeckten Aggressionen wahrnehmen müsste, seine eigenen Schwächen erkennen müsste, denn es könnte ja das eigene "perfekte" Selbstbewußtsein ankratzen. Aber wenn man sich seinen eigenen Fehlern nicht stellt, wird man sich seiner nie selbst bewußt sein, sondern zB nur "stark" und "selbstbewußt".

Ein klassisches Beispiel für so eine Verdrängung ist, dass mehr Frauen als Männer fremdgehen. Dies wird aber erst dann sichtbar, wenn ein Lügendetektortest angeschlossen wird. Wir Männer verdrängen genauso viel, und manchmal, in hellen Momenten, erkenne ich das auch an mir und erschrecke über mich selber. Beispiel: Wenn ich vorgestern zB gedanklich über ein sehr langsam laufende Frau lästere anstatt es zu würdigen, dass sie überhaupt etwas tut. Sie stellt sich ihren Problemen, tut etwas, und ich kann es nicht lassen, mich mit meiner größeren Sportlichkeit ihr gegenüber aufzuspielen. Ja es ist armselig, und ja es Teil meines Charakters, aber eben auch nicht der Ganze.
m44
 
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