• #1

Zu wenig Sex in der Ehe, weil mein Mann wenig Bedürfnis danach hat

Hallo, ich bin w, 48 und seit 21 Jahren verheiratet. Wir haben 2 Töchter 20 und 15 Jahre alt. Bei uns ist soweit alles ok, aber auch vieles langweilig geworden.
Mein Mann hatte schon immer, auch vor den Kindern wenig Lust auf Sex.
Wir haben alle 6 bis 8 Wochen Sex. Das ist mir viel zu wenig. Ich hätte gern 1 bis 2 mal die Woche Sex. Ich habe soviel Lust und kann manchmal an nichts anderes mehr denken. Ich habe auch schon an Seitensprünge gedacht, nur um dieses Bedürfnis zu befriedigen. Ich leide darunter, da es für mich doch ein wichtiger Punkt ist.
Hat unsere Ehe noch eine Zukunft? Sollte ich meinen Mann nur wegen diesem einem Punkt verlassen? Ich kann mir aber nicht vorstellen so weiter zu leben und zu leiden. Was sind eure Meinungen und Erfahrungen?
 
  • #2
Langsam, langsam. Als erstes kauf dir mal einen Dildo. Warum muß gleich ein ganzer Mann dranhängen? Selbst ist die Frau.
Sollte das nicht ausreichen, sprich mit deinem Mann über eine Öffnung der Ehe.
Je offener und ehrlicher du agierst, desto mehr vermeidest du unnötiges Drama.
 
  • #3
Alle 6 bis 8 Wochen ist extrem wenig. Zumal die Performance dann auch eher nicht so dolle sein wird. Dem Mann das sagen, sagen dass du ihn weiterhin liebst und dass du mehr brauchst und ihn zum "Cuckold" machen oder einfach fremdgehen.
Ich halte es für den größten Quatsch, wenn ein Partner in einer Beziehung keinen Bock auf Sex hat, dass dann der andere Partner sich dem anpassen sollte, womöglich nur wegen der Familie.
 
  • #4
Meine Meinung ist, dass eine Beziehung ohne sexuelle Kompatibilität nur dann halten kann, wenn sie geöffnet wird. Wenn eine Beziehung geöffnet wird, erfordert das ein hohes Maß an Ehrlichkeit und Respekt gegenüber dem Partner, insbesondere vor seinen Gefühlen. Wenn man in der Lage ist, einen anderen Menschen so zu sehen, dann auch potentielle Sexualpartner. Dh. schnell mal Seitensprünge mit Singles, die sich verlieben und so doof sind, auf eine Trennung zu hoffen, sind dann auch nicht drin, weil man die Gefühle dieser Menschen genauso respektiert.
Abgesehen davon, dass die Öffnung gar nicht möglich sein wird, wenn der Partner auf unbedingte Monogamie besteht.

Du lebst nur einmal. Dh. nicht, dass Du wie eine Egoistin durchs Leben stapfen sollst, sondern Deine Bedürfnisse achten und vertreten (und natürlich die von den Leuten, die mit Dir zu tun haben). Das ist wahnsinnig schwer, weil man sich einbildet, man könne leicht auf irgendwas verzichten, und dann verselbständigt sich das und artet in Betrug und Lüge aus oder in Krisen, dass man sein eigenes Leben verpasst.
Das Schlimmste, was ich mir selber angetan habe ist, dass ich nicht auf meine innere Stimme, die mir deutlich sagte, dass was nicht stimmt, gehört habe. Das bereut man am bittersten, denn man hat es gewusst und sich selbst ignoriert. Angst vor Veränderung, Angst, nicht mehr gemocht zu werden, Angst, aus der Gemeinschaft ausgestoßen zu sein.

Du wirst es bereuen, wenn Du nichts tust. Aber nicht in Richtung Betrug, sondern in Richtung reden, Beziehung neu definieren oder beenden.
Sollte ich meinen Mann nur wegen diesem einem Punkt verlassen?
Wenn alles andere supertoll ist, wirst Du so eine Beziehung vielleicht nicht mehr finden. Vielleicht nicht mal guten Sex oder nach einer Phase ist das Bedürfnis vorbei. Meiner Ansicht nach solltest Du mit Deinem Mann über die Öffnung der Beziehung reden. Wenn eure Beziehung dann für ihn nicht mehr passt, kannst Du nichts tun. Wenn er die Beziehung genauso toll findet wie Du, wird er sich auch überlegen, ob wegen dieses einen Punktes was Gutes wegzuschmeißen ist.
Und weil das öfter anklingt: NUR Sex. Wenn es "nur" Sex wäre, gäbe es niemals so viele Betrüger, denn sie könnten doch leichthin drauf verzichten, auf diesen unwichtigen Punkt in ihrem Leben.
 
  • #5
Hat unsere Ehe noch eine Zukunft? Sollte ich meinen Mann nur wegen diesem einem Punkt verlassen? Ich kann mir aber nicht vorstellen so weiter zu leben und zu leiden. Was sind eure Meinungen und Erfahrungen?
Du bist schon sehr sehr lange verheiratet bzw. in dieser Beziehung und das Sexbedürfnis deines Mannes war schon immer gering. Du leidest darunter (seit wann?) und du kannst es dir nicht vorstellen, dass du so weiter leben kannst. Diese Erkenntnis ist doch schon einmal eine Menge wert. Für mich persönlich besteht eine Ehe aus der Summe vieler Dinge - dazu gehört für mich auch ein befriedigendes Sexualleben. Wenn mein Partner und ich diesbezüglich nicht kompatibel wären, dann wäre für mich der erste Schritt ehrliche und vorwurfsfreie Kommunikation über diese Diskrepanz. Am Ende steht dann sicherlich irgendeine Lösung, sei es Trennung, Öffnung der Beziehung - was auch immer. Aber Reden wäre schon mal sehr gut.
 
  • #6
Einige werden jetzt wieder mutmaßen, dass dein Mann dich nie richtig attraktiv fand, oder dass er abwegige sexuelle Bedürfnisse habe, die er sich dir nie zu sagen traute, vielleicht auch, dass er schwul sei, oder dass er eine Geliebte habe usw..
Ich teile jedoch deine Erfahrung, dass der Mann derjenige mit dem geringeren sexuellen Bedürfnis innerhalb der Beziehung ist, absolut. Ich hielt das allseits geäußerte Klischee "Männer wollen mehr Sex als Frauen" schon immer für einen Mythos, eben, weil es meiner Erfahrung auch überhaupt nicht entspricht, und zwar in mehreren Beziehungen, mit unterschiedlichen Männern.

Da dein Mann schon immer so war und sich diesbezüglich ja gar nicht verändert hat, kann man nicht mal sagen: 'Frage ihn, warum er nur noch so wenig Lust auf Sex hat.' - Er war ja schon immer so. Da ist guter Rat teuer.
Trotzdem könnte es ein Ansatzpunkt sein, sich selbst zu fragen, warum dich das JETZT, nach 21 Jahren, so sehr stört, dass du die Frage hier stellst. Vielleicht hat es dich schon immer gestört, nur jetzt gibt es einfach diese Internetforen, in denen man sowas posten kann. Vielleicht hat sich aber auch noch mehr in eurer Beziehung in den letzten Jahren verändert, so dass da doch noch mehr ist. Eure Töchter sind nun auch flügge geworden und da verändert sich ja eine Paarbeziehung auch noch einmal.
Oder hast du vielleicht jetzt jemanden kennengelernt, so dass du dich stark in Versuchung fühlst, fremdzugehen?

Auf jeden Fall solltest du natürlich dein Problem deinem Mann gegenüber ansprechen, falls du das nicht schon getan hast, denn das ist eure ansonsten gute Beziehung nach 21 Jahren unbedingt wert. Es ist ja nicht dein alleiniges Problem, sondern ein Beziehungsproblem ureigenster Art, denn Sex ist Intimität, auf der körperlichen Ebene zum Ausdruck gebrachte, und damit gravierend für eine Paarbeziehung, wenn es da offenbar ein Manko gibt.
Paartherapie wäre natürlich ein nächster möglicher Schritt.


w51
 
  • #7
Und das fällt dir nach 21 Jahren ein? Ist kaum zu glauben oder irgendwie ernst zu nehmen! Bei einem so derart sexuellen Ungleichgewicht, passt man einfach nicht zusammen. Und du kommst nicht auf die Idee, mal darüber zu reden? Ich meine, für Männer ist alles in Ordnung, wenn Frau ihren Standpunkt nicht deutlich macht. Ich glaube, er wird aus allen Wolken fallen.

Nebenbei glaube ich höchstens zu einem sehr geringen Prozentsatz, dass dein Mann das so mitmacht ohne fremdzugehen. Meistens ist es doch so, dass diese Männer zweigleisig fahren das ganze Leben hindurch. Das fällt gar nicht auf. Fremdgehen fängt schon in sehr frühen Jahren an.
 
  • #8
Moiin @coco48,

es ist doch recht auffällig, wie häufig solche Fragen hier gestellt werden. Ich frage mich, ob in solchen Fällen, wenn scheinbar sonst "alles in Ordnung" ist, nicht tatsächlich ein Testosteronmangel vorliegen könnte. Schwache Libido ist dann nicht das einzige Symptom, z.B. sollte es auch Mangel an "gesunder Aggressivität", z.B. im Berufsleben, Antriebsschwäche etc. geben - ist das vielleicht bei deinem Mann so?
.
Wenn ihm an der Beziehung gelegen ist - und davon musst du ja ausgehen können - bring ihn doch dazu, das mal beim Urologen abklären zu lassen, reine Routinesache. Eine so niedrige Frequenz von GV ist in diesem Alter keine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern tatsächlich nicht normal.

manchmal
 
D

Dagobert

  • #9
Da es scheinbar nicht im Interesse der Evolution liegt, sexuelles Interesse mit "immer dem gleichen Partner" aufrecht zu erhalten, hat sie Mechanismen erfunden, das Interesse daran sukzessive herunter zu fahren. Siehe "Libido und Dopamin- Oxytocin-Ausschüttung". Der Mensch, immer bestrebt die Mechanismen der Natur zu ignorieren, muss dem halt irgendwie entgegen wirken.

Meines Erachtens ist Sex alles, was mit Zärtlichkeit in der Partnerschaft zu tun hat. Küssen, streicheln, massieren, Lächeln usw. Nicht nur direkte Penetration. Die ist irgendwann nur noch eine Brise Salz in der Suppe.

What to do? Wüsste ich selbst gerne. Wir bemühen uns, viel Zärtlichkeit zu leben, viel Gemeinsames zu machen, wenige Probleme an uns heran zu lassen, Dinge die uns nicht passen, nicht über zu bewerten. Die Sex-Frequenz, die wir am Anfang hatten, haben wir nicht mehr. Und nun? Trennung? Hass? Lieblosigkeit? Interesselosigkeit? Zurückweisung?

Nein, NIE UND NIMMER. Es wäre in keiner anderen Partnerschaft anders. Der Libidoverlust hängt wie ein Damokles-Schwert über jeder Partnerschaft und sollte auf andere Art ausgeglichen werden.

Heißt ja nicht, dass gar kein Sex mehr stattfindet. Aber halt nicht so oft, wie man(n) bzw. Fra(u) es gerne hätte.

Und dass man es sich anderswo holt? Kommt auf die Liebe, die Stärke der Zusammengehörigkeit, das gegenseitige Vertrauen an, ob das für Beide tolerabel erscheint. Patentrezepte gibt es sicher keine.

Ich würde es nicht für mich wollen. Sie genauso nicht für sich.
Ich könnte mir vorstellen, dass sie es täte. Sie bei mir eher nicht.
Ich bin sehr tolerant, was das betrifft. Sie etwas weniger.

Es gibt nur wenige Frauen, die mir so gut gefallen, wie sie.
Ich habe nicht das geringste Interesse, sie zu verlieren.
Sie wird sich das Gleiche bei mir denken.
 
M

Mooseba

  • #10
Schon mal daran gedacht, warum es nur am Mann liegen sollte? Denn darüber sollen sich hier ja Männer als erstes Gedanken machen, wenn sie über ihre lustlose Frau klagen.
 
  • #11
In meiner langjährigen Ehe (erster Partner, gleich geheiratet) war es auch so, nur umgekehrt. Ich war diejenige ohne Lust. Ich dachte, dass das Thema Sex für mich halt kein großes Thema ist. Bis ich jemanden traf, der Lust in mir auslöste, die ich bis dato nicht kannte. Und siehe da, ich kann und will es doch, oft und regelmäßig. Seitdem bin ich davon überzeugt, dass es nur den richtigen Partner braucht, um Sexualität voll und ganz genießen zu können. Mein Mann war es nicht. Und ich dachte all die Jahre, es läge an meiner genetisch veranlagten, vermeintlich schwachen Libido. Mein Mann war trotzdem ein perfekter Lebenspartner, wir harmonierten ansonsten gut. Aber Sex mit ihm hat mich nie interessiert.
Es waren trotzdem keine verschwendeten Jahre, weil wir ansonsten eine gute Zeit hatten. Aber letztlich hat die fehlende sexuelle Anziehungskraft und die fehlende Verliebtheit von Anfang an auf meiner Seite zum Bruch geführt. Ich hatte einen guten Freund an meiner Seite, leider mehr nicht. Die Trennung war unvermeidbar.
Was ich sagen will: Vielleicht hat dein Mann auch nicht die richtige Partnerin.
 
  • #12
Gute Nacht, ein derartiges Exemplar liegt direkt neben mir. 33 Jahre jung und keine Lust auf Sex... das letzte Mal ist schon zu lange her, dass ich es vergessen habe. Alles andere funktioniert reibungslos! Sex existiert nicht, daher kann ich Dich seeeeehr gut verstehen. Werde hier die Antworten mitverfolgen. Aber ich habe meinen Optimismus diesbezüglich verloren.
 
  • #13
Moin,
wie schon geschrieben - wenn die Gefühle füreinander ansonsten passen - wäre eine naheliegende Erklärung Testosteronmangel... habt ihr das mal abklären lassen?
Oder meint ihr, die Sache müsste einfach "von selbst" wieder ins Lot kommen - warum muss sie das von selbst schaffen? Ist es euch peinlich, damit zum Arzt zu gehen? Ist die Beziehung euch das nicht wert
Diese ... passive? medizinkritische?... Haltung ist wohl ziemlich typisch deutsch.
manchmal
 
  • #14
In meiner damaligen langjährigen Beziehung war ich diejenige, die keine Lust auf Sex hatte und meinte, ich bräuchte auch gar keinen Sex für's Glücklichsein. Der Grund war denkbar einfach: die Beziehung lief nicht besonders gut und mein Mann und ich waren sexuell auch nicht besonders kompatibel. Um es deutlich zu sagen: der Sex mit ihm gefiel mir nicht. Leider haben wir damals beide versäumt, uns offen darüber auszutauschen und unsere Wünsche zu äußern.
Nach der Trennung, mit anderen Partnern, lief das bedeutend besser. Kopfschmerzen, Müdigkeit, kaputt vom Job - all das kam mit dem richtigen Sex-Partner nicht mehr in meinem Leben vor.
Ich glaube, mit dem Sex ist es so wie mit dem Leibgericht: was man besonders lecker findet, davon kann man fast nie genug bekommen.
Offene Gespräche über Wünsche und Vorlieben, auch wenn sie schwer fallen und vielleicht unangenehm sind, sind m.E. der einzige Weg, an sexueller Unlust überhaupt etwas ändern zu können. Dazu muss sich dein Mann natürlich bereit erklären, ansonsten hat es keinen Sinn.
 
  • #15
Kopfschmerzen, Müdigkeit, kaputt vom Job - all das kam mit dem richtigen Sex-Partner nicht mehr in meinem Leben vor.
Ich denke, dass ist in allen Bereichen des Lebens so - ausschlaggebend ist einfach die Passung zwischen den Partnern. Gerade auch im Bereich der Sexualität, weil das sonst unweigerlich zu Frust bei mindestens einem Beteiligten führt. Nach 21 Ehejahren und gemeinsamen Kindern ist es natürlich schwierig, dieses Thema plötzlich auf den Tisch zu bringen. Mir ist immer noch nicht ganz klar, seit wann der fehlende Sex bzw. die schon immer gering ausgeprägte Libido ihres Mannes für die FS solch ein belastendes Thema ist - vielleicht hab ich es auch überlesen?
 
  • #16
Ich danke euch für die vielen verschieden Antworten. Für mich ist die Schlussfolgerung daraus, erstmal mit meinem Mann offen und ehrlich zu reden.
Ich finde auch die Erfahrungen interessant, dass es auch sein kann, dass dieser Mann nicht der richtige ist. So wie Jana es ausdrückt, wir wohl sexuell nicht kompatibel sind. Natürlich bedingt dies auch andere Sachen und es ist nicht alles harmonisch, sondern ich bin oft unzufrieden.
Ich werde mich wohl letzendlich trauen müssen erstmal eine Trennung zu vollziehen und dann offen für einen anderen Mann zu sein. Letztendlich spüre ich es schon lange, dass wir keine Zukunft mehr haben. Ich habe es viel zu lange ausgehalten.
 
M

Mooseba

  • #17
Ich werde mich wohl letzendlich trauen müssen erstmal eine Trennung zu vollziehen und dann offen für einen anderen Mann zu sein.
Ach so, aus diesem mickrigen Grund ist es ok, die Familie zu zerstören? Das ist nicht besser als wenn der Ehemann aufgrund seiner Midlifecrisis jüngere Frauen bevorzugt. Zu 0 % besser oder moralisch korrekter. Mitgehangen, mitgefangen. Ganz einfach.
Ich würde mir mal wünschen, dass soviel Verständnis für einen Mann gezeigt wird, dem der Sex mit seiner Frau viel zu wenig ist. Stattdessen soll er sich erstmal fragen müssen, ob er ein guter Liebhaber ist. Heuchelei pur!
 
  • #18
Ach so, aus diesem mickrigen Grund ist es ok, die Familie zu zerstören? Das ist nicht besser als wenn der Ehemann aufgrund seiner Midlifecrisis jüngere Frauen bevorzugt. Zu 0 % besser oder moralisch korrekter. Mitgehangen, mitgefangen. Ganz einfach.
Ich würde mir mal wünschen, dass soviel Verständnis für einen Mann gezeigt wird, dem der Sex mit seiner Frau viel zu wenig ist. Stattdessen soll er sich erstmal fragen müssen, ob er ein guter Liebhaber ist. Heuchelei pur!
Das ist ja jetzt wohl vollkommen daneben.

Es ist völlig irrelevant, wer in der Beziehung weniger Bedürfnis nach Sex hat, es ist auch irrelevant und nur eine subjektive Bewertung, wie gut / schlecht der Sex ist.

Relevant ist, dass eine Beziehung nur dann funktionieren kann, wenn beide mit Bedürfnis, Intensität, Art, Vorlieben kompatibel sind, oder eine für beide befriedigende Lösung gefunden haben.

Auf Dauer unbefriedigte, verleugnete, unterdrückte Grundbedürfnisse machen einen Menschen unzufrieden, unglücklich bis zum Verursachen psychischer Probleme wie Depressionen.
Sexualität ist eines dieser Grundbedürfnisse, es gibt viele Studien dazu, welche positiven Einflüsse auf die psychische und physische Gesundheit ein befriedigendes Sexualleben (das sich für jeden individuell definiert) hat.

Wenn es in einer Beziehung nicht passt, wird man auf Dauer eine Trennung kaum vermeiden können, oder man verleugnet sich weiterhin und leidet.

Liebe Coco,
Dir auf Deinem Weg alles Gute.
 
  • #19
Ach so, aus diesem mickrigen Grund ist es ok, die Familie zu zerstören? ...Heuchelei pur!
Sehe ich nicht so. Wenn die FS sich verantwortungsvoll Gedanken macht, ob sie die Beziehung aufrechterhalten möchte, und dann eine Trennung vollzieht, wenn sie keinen Sinn darin sieht, ist das aus meiner Perspektive eine völlig korrekte Vorgehensweise.
Meist ist es nicht nur der Sex, der nicht mehr stimmt.
Und es ist gerade keine Heuchelei, Probleme anzusprechen und ggf. die Konsequenzen daraus zu ziehen. Heuchelei wäre, "Bilderbuchfamilie" zu spielen und sich parallel einen Lover zu suchen, so wie es auch viele Männer machen.
 
  • #20
Ich würde mir mal wünschen, dass soviel Verständnis für einen Mann gezeigt wird, dem der Sex mit seiner Frau viel zu wenig ist. Stattdessen soll er sich erstmal fragen müssen, ob er ein guter Liebhaber ist. Heuchelei pur!
Dem zweiten Teil deines Posts würde ich zustimmen, keine Frage. Bei zu wenig Sex durch die Lustlosigkeit der Frau schreien hier tatsächlich ganz viele sehr laut, dass der Mann ja irgendwie immer die Schuld trägt. Ein unbefriedigendes Sexualleben allerdings als "mickrigen Grund" für eine Trennung zu bezeichnen finde ich unverschämt. Das System einer Ehe oder Beziehung funktioniert doch dadurch, dass das Paar gemeinschaftliche "Bausteine" hat, mit denen das Fundament gebaut wurde. Wenn ein "Baustein" wegbröckelt, dann wackelt das Fundament und an anderen Stellen enstehen Risse. Für die meisten Paare ist Sex ein Baustein, da er eine Freundschaft von einer Liebesbeziehung unterscheidet...
 
P

proudwoman

  • #21
Liebe coco, Du schreibst in Deinem Eingangspost, dass Du Lust ohne Ende auf Sex hast und ständig daran denken musst . Ich Frage mich nur, denkst Du dabei an Deinen Mann, begehrst Du ihn eigentlich noch und hattest Du ihn je begehrt?
Liebst Du ihn eigentlich? Davon lese ich hier nichts.
Kann tatsächlich auch sein, dass Du diejenige bist, die für ihn nicht mehr begehrenswert ist...schon mal daran gedacht?
Habt ihr darüber mal getredet, weil Du auch schreibst, dass sonst alles okay ist bei Euch. Wenn das alles vorbei ist, reden nichts bringt, dann musst Du wirklich gehen.
 
  • #22
Hast Du Deinem Mann auch schon darauf angesprochen, ihm Deine Wünsche mitgeteilt? Rede mit Deinem Mann über das Problem. Gespräche sind das A&O. Versuche dich eventuell langsam heranzutasten, ob es etwas gibt, das Deinen Mann hilft in Fahrt zu kommen und das eventuell die Lust auf Sex bei ihm steigert.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #23
Relevant ist, dass eine Beziehung nur dann funktionieren kann, wenn beide mit Bedürfnis, Intensität, Art, Vorlieben kompatibel sind, oder eine für beide befriedigende Lösung gefunden haben.
Auf Dauer unbefriedigte, verleugnete, unterdrückte Grundbedürfnisse machen einen Menschen unzufrieden, unglücklich bis zum Verursachen psychischer Probleme wie Depressionen.
Wenn hier der nächste Fremdgänger oder unterversorgte Ehemann schreibt, werde ich mich an Deine Worte erinnern.

Ich finde auch die FS soll mal ein paar Register ziehen, und auch das Gespräch mal suchen.
 
  • #24
hmmm vielleicht könnte dein Mann seiner sexuellen Lust auch ein wenig "nachhelfen"? Ich bin auch nicht unbedingt der Typ Mann der viel Lust hat, ist einfach schon immer so gewesen. Aber rede doch mal mit ihm darüber, dass es dir wichtig ist und du mehr Sex brauchst/mehr Bedürfnisse hast und ihn von ganzem Herzen liebst und nicht betrügen willst. Ich würde ihm auch sagen, dass du überlegt hast ihn zu fragen ob er vielleicht die Ehe öffnen möchte. Aber du eigentlich nur ihn willst und gar keinen Sex mit anderen Männern möchtest.
[MOD] So habt ihr beide was davon. Ich bin total zufrieden und habe damit meine Ehe und mich selber vorm betrogen werden gerettet.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #25
Gute Nacht, ein derartiges Exemplar liegt direkt neben mir. 33 Jahre jung und keine Lust auf Sex... das letzte Mal ist schon zu lange her, dass ich es vergessen habe. Alles andere funktioniert reibungslos! Sex existiert nicht, daher kann ich Dich seeeeehr gut verstehen. Werde hier die Antworten mitverfolgen. Aber ich habe meinen Optimismus diesbezüglich verloren.
Wenn ich lese "ein derartiges Exemplar" usw., dann frage ich mich stets, wieso dann eine Beziehung überhaupt noch aufrechterhalten werden soll. Liebevoll jedenfalls klingt ganz anders.
Ich weiß, dass es keine Zwangsläufigkeit gibt, dass sexuelles Begehren in einer Langzeitbeziehung schwindet. Wenn, dann ist es fast immer ein (wichtiges) Symptom, das auf tiefere Defizite hinweist.
Ansonsten meine auch ich, dass die FS sich und das, was sie für ihre Attraktivität in ihrer Beziehung (!) tut, durchaus ebenfalls nicht unhinterfragt lassen sollte. Sie wäre nicht die erste Frau, die da etwas ganz falsch einschätzt.
 
  • #26
Moin,

es ist nicht wahr, dass die Sexfrequenz in langjährigen Beziehungen zwangsläufig immer weiter zurückgeht. So 1-2x die Woche scheinen ganz gut (da hatte der gute alte ML schon recht). Natürlich gibt es Pärchen, die davon stark nach unten abweichen und angeblich auch gut auskommen... Das sind aber eben Ausnahmen, und gerade im Sexuellen gibt es ja alle möglichen Ausnahmen, die für das Gros der Bevölkerung nicht in Frage kommen.

Entsprechend sollte man sich schon Gedanken machen, wenn die Libido eines Mannes so schwach ausgeprägt ist, dass sie ganz weit von diesen 1-2x pro Woche liegt. Nicht nur der Partnerin, auch ihm selbst zuliebe - der Hormonhaushalt bzw. der Testosteronspiegel ist für alle möglichen Körperfunktionen wichtig.
Es ist unsinnig und nicht zielführend, extrem schwache Libido als etwas Gottgegebenes zu akzeptieren... wie wenn man sich trennt, weil jemand zu dick geworden ist (*kopfschüttel*). Der einzige Grund, das nicht urologisch abklären zu lassen, scheint mir deplatzierte ... Scheu? Scham?

Natürlich kann die Libido auch schwinden, wenn die Liebe fehlt. Aber das scheint mir eher ein weibliches Thema zu sein... beim Mann bleibt die Libido normalerweise ganz gut vorhanden, auch eine Frau, mit der er gerade gestritten hat, wird er meist nicht von der Bettkante schubsen...

manchmal
 
  • #27
Nur weil ein Partner keine Lust auf den gemeinsamen Paarsex mehr hat, muss nicht ein grundsätzliches Lust- oder Beziehungsproblem vorliegen.
Sicherlich ist es nicht bei allen Menschen so, aber in vielen Langzeitbeziehungen verliert sich die sexuelle Anziehung der Partner.
Ich weiß auch von einigen Menschen, dass sie z.B. auch Selbstbefriedigung dem Paarsex vorziehen.
Man kann dann, wenn man Lust hat. Es ist unaufwändiger. Maximale Stimulation (z.B. durch Pornos) ist möglich, usw.
Es ist also nicht gesagt, dass der Mann der FS keine Lust auf Sex hat - sondern nur keine Lust auf Sex mit ihr. Und das kann diverse Gründe haben, ich würde vorschlagen, sie fragt ihn einfach mal.

Einen Partner nur wegen fehlender Kompatibilität in Sachen Sex zu verlassen, halte ich für Quatsch. Man wird keinen Menschen finden, mit dem es in jedem Lebensbereich dauerhaft zu 100 % passt. Und es ist leichter, jemand Nettes für Sex zu finden, als jemand, mit dem man auch sonst gut leben kann. Das ist zumindest meine Erfahrung.
 
  • #28
Für mich ist das Argument "zu früh Sex gehabt, und deshalb nicht als Partner ernstzunehmen" keines
Ja, FÜR DICH vielleicht nicht. Es spricht aber gegen die Natur-gegebene Bindungspsychologie von Männern UND Frauen!

Männer verlieben sich (das ist hormonell beweisbar) DURCH AUSSICHT auf Sex, nicht DURCH den Sex selbst. Das heißt etwas pauschal gesagt, die Gefühle, die ein Mann nicht schon VOR dem ersten Mal Sex für die Frau aufgebaut hat, werden DANACH nicht mehr (so leicht) passieren.
 
  • #29
Liebe FS,

Deine Frage ist ja nun schon lange zurück: Was ist denn aus Dir/ Euch/ Eurem Sexual-Leben geworden?

Erzähl doch mal!

´Finde ich eh schade, dass sich so wenige Fragen-StellerInnen nach einer gewissen Zeit wieder melden und berichten. DAS würde uns im Forum doch allen weiterhelfen und uns interessieren, weil man doch gerade dann sehen kann, welche Tipps wirklich geholfen haben und welche nicht!
 
  • #30
Ja, FÜR DICH vielleicht nicht. Es spricht aber gegen die Natur-gegebene Bindungspsychologie von Männern UND Frauen!

Männer verlieben sich (das ist hormonell beweisbar) DURCH AUSSICHT auf Sex, nicht DURCH den Sex selbst. Das heißt etwas pauschal gesagt, die Gefühle, die ein Mann nicht schon VOR dem ersten Mal Sex für die Frau aufgebaut hat, werden DANACH nicht mehr (so leicht) passieren.
Eieiei, immer diese erzkonservative Herangehensweise. Der Mensch ist nicht über einen Kamm zu scheren. Manchen geht es so, anderen so, das ist höchst individuell. Ich habe schon Beziehungen gehabt, da ging man quasi nach ein paar Stunden in die Kiste und blieb ein paar Jahre zusammen. Der Mensch möchte immer Garantien und genormte Vorgehensweisen: wenn, dann. Nein, so geht das nicht . Und man nimmt sich viel mit der Schere im Kopf. Es können ganz wundervolle Begegnungen entstehen wenn man mal was anders macht und nicht in seiner Blase stecken bleibt. Wie bringt man Gott zum lachen ? Erzähl ihm von deinen Plänen!