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  • #1

Zusammenziehen - Wie die Kostenteilung planen?

Es gibt bestimmt viele hier, die das schon hinter sich haben:

Wir wollen demnächst zusammen ziehen.
Wie werden die Kosten am besten geteilt: Jeder zahlt einen festgelegten Prozentsatz seines Einkommens, der Rest bleibt für private Zwecke.

Welche Modelle habt ihr - wie berechnet ihr es, damit es fair ist (zumal Männer oft besser verdienen als Frauen, das ist leider Tatsache).

w
 
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  • #2
Dass Männer i.d.R. besser verdienen, liegt daran, dass Frauen nach oben daten ;)

Ich nehme mich da nicht raus, mein Freund ist 2 Jahre älter und verdient schon seit 3 Jahren gutes Geld, ich studiere noch und habe nur etwa 1000 Euro monatlich (was für eine Studentin auch nicht schlecht ist).
Wir sind auch vor kurzem zusammengezogen und natürlich teilen wir die Kosten nicht 50/50, sonst wäre ich notorisch pleite. Aber ich versuche, so viel wie ich kann, beizutragen, was dazu führt, dass ich am Ende des Monats nichts übrig habe und er viel sparen kann. Aber das ist ok, ich studiere eben noch.

Wir haben Fixkosten (Miete, NK, Lebensmittel) von etwa 1500 Euro und haben das so aufgeteilt, das ich 600 zahle und er 900. Ich fühle mich nicht "ausgehalten", weil er immer noch weniger Kosten hat, als zu der Zeit wo er allein gelebt hat.
Wir haben ein gemeinsames Konto eingerichtet, wo jeder monatlich seinen Anteil draufzahlt und von dort wird alles bezahlt.

Ich hätte auch kein Problem damit, den größeren Teil der Kosten zu tragen, wenn die Verteilung andersrum wäre. Aber wie du schon richtig bemerkt hast, hat meistens der Mann mehr. Funktioniert meiner Erfahrung nach auch besser in dieser Konstellation. Meinen Ex habe ich teilweise mitfinanziert und das kratzte gewaltig an seinem Ego.

w (27)
 
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  • #3
Welche Modelle habt ihr - wie berechnet ihr es, damit es fair ist (zumal Männer oft besser verdienen als Frauen, das ist leider Tatsache).

Bitte? Ich glaube ich lese nicht recht. Jeder hat sein Geld und jeder seine Kosten.
Ach ja stimmt, Männer bekommen das Geld vom Arbeitgeber geschenkt und können deshalb auch ruhig die Kosten der Lebenspartnerin übernehmen.
Hoffe, dein Typ weiss auf welche lauwarme Suppe er sich hier einlässt. Das riecht doch schon ganz streng.
 
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  • #4
Kosten für lebensführung also miete, strom/gas/wasser, lebensmittel, benzin für gemeinsame längere fahrten 50%-50% geteilt, dieses geld (1000,- pro nase) wird von jedem auf ein gemeinsames girokonto überwiesen und alles wird mit der gemeinsamen bankkarte bezahlt oder vom konto direkt abgebucht. Es gibt ein gemeinsamer geldbeutel mit etwas kleingeld für kleine einkäufe wie brot, etc.

Dann kann sich jeder von seinem restlichen geld kaufen, was er will oder auch den partner einladen, wenn man ausgeht, sowie die beiträge für seine eigenen versicherungen oder ähnliches.

So ist jeder gleichberechtigt.

Was heisst denn hier "fair"? Du willst, dass dein freund mehr zahlt, damit du deine "private zwecke" finanzieren kannst? DAS ist nicht fair!

W48
 
  • #5
Entweder jeder zahlt den gleichen Betrag. Das bietet sich vor allem an, wenn beide finanziell ähnlich leistungsfähig sind. Oder man quotelt die Belastung nach dem Einkommen.

Falls einer von beiden Realleistungen beisteuert, wie etwa Wohnraum, muß das natürlich mit einfließen
 
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  • #6
Jeder zahlt einen festgelegten Prozentsatz seines Einkommens, der Rest bleibt für private Zwecke.

Wieso denn diese ungerechte Aufteilung? Wer mehr verdient, der zahlt auch mehr, oder wie? Findest Du das richtig?

Aufgrund Deines restlichen Postings komme ich zum Schluss, dass Dein Partner mehr verdient, als Du und Dir diese am Einkommen festgemachte Aufteilung bares Geld spart. Kann ich nicht verstehen, wie man so denken kann, obwohl ich selbst Frau bin... Spätestens bei diesem Vorschlag würde ich als Mann zurückzucken und mir ernsthafte Gedanken machen, was meine Freundin da eigentlich liebt. Mich, oder eher mein Geld? Wollt ihr dann bei jeder Gehaltsveränderung neu eure Prozente errechnen, oder wie ist es geplant? Wirst Du den Löwenanteil zahlen, wenn Dein Partner arbeitslos ist oder vielleicht länger nur noch Krankengeld bekommt?

Ich habe drei Mal zusammen gewohnt. Zwei Mal davon hatte ich deutllich weniger Einkommen, als mein Partner zur Verfügung (da Studentin), einmal der Partner wegen Unterhaltszahlungen weniger, als ich. Es war für mich in allen drei Fällen überhaupt keine Frage, dass wir beide 50% beitragen, ich wäre noch nicht mal auf die von Dir avisierte Lösung gekommen.

Wenn man den Gehaltsunterschieden mal genauer nachgeht, kommen sie meist zustande, weil der mit dem niedrigeren Gehalt eine Lehre gemacht und der andere studiert hat, dadurch besser verdient. Rechnet man die Zeiten, während derer der Studierende nichts verdient hat, dann kommt man bei einem 30-jährigen Paar schnell darauf, dass der mit 16 in der Lehre schon Verdienende auf Lebenszeit gerechnet erheblich mehr verdient hat, als der Student, der mit 26 erstmals ein Gehalt aus seinem Beruf bezieht. Vielleicht solltet ihr diesen Umstand auch noch prozentual hineinrechnen *Ironie aus*.

Nehmt eine Wohnung und wählt einen Lebensstil, bei dem Du mit hälftiger Beteiligung finanziell problemlos zurecht kommst. Alles andere halte ich für Abzocke Deines Partners. Ich könnte nicht mehr in den Spiegel sehen, wenn ich mich auf diese Weise von meinem Freund aushalten liesse...

w, 50
 
  • #7
Jeder sollten den gleichen Betrag zahlen, ganz klar, alles andere ist ungerecht. Dies gilt immer dann, wenn die Wohnung hinterher auch paritätisch genutzt wird und beide die gleichen Vorstellungen von Qualität, Lage, Größe der Wohnung haben. Falls dies so ist, muss einfach gemeinsam eine Wohnung gesucht werden, die beiden gefällt und die sich beide leisten können und wollen. Die gemeinsame Wohnung muss so ausgesucht sein, dass sie hälftig für beide bezahlbar ist und möglichst auch nicht teurer ist als man vorher für sich alleine bezahlt hat. Dann kann nach dem Zusammenziehen auf keinen Fall einer jammern.

Ich finde die Vorstellung ABSURD, dass in derselben Dimension verdienende Partner die Kosten proportional zum Einkommen teilen. Auf solche Idee kann man eigentlich gar nicht kommen, wenn man klar denkt. Die Wohnung wird hälftig und zu gleichen Anteilen genutzt. Diese Kosten zahlt man. Wovon man sie zahlt, ist völlig unerheblich, und sei es aus Erbschaften, Zinserträgen oder eben Gehalt, ganz egal ob mit variablen Anteilen im Jahr, mit Bonifikationen, Urlaubs-, Weihnachtsgeldern oder Provisionen. Das kann doch nur zu Ärger und Ungleichbehandlung führen. Die Welt funktioniert einfach so, dass man tatsächliche Kosten begleicht, also hier die Hälfte, alles andere ist angewandter Kommunismus der dümmsten Art. Auch praktisch ist diese Idee dämlich, denn das würde dazu verleiten, bei Tariferhöhungen, Bonifikationen, Provisionen und so weiter immer neu rechnen zu müssen.

Es ist doch ganz einfach: Wer sich eine Wohnung 1:1 teilt, der zahlt verdammt nochmal auch 1:1 der Kosten. Das sollte doch wohl für jeden selbstverständlich sein.

Nur in den eher seltenen Fällen, dass einer bedeutend mehr verdient als der andere und er gleichzeitig auch noch darauf besteht, dass sich nicht eine auf das niedrigere Niveau angepasste Wohnung gesucht wird, sondern es unbedingt eine Wohnung sein muss, die größer, schöner, teurer ist, sollte der Besserverdienende auch mehr bezahlen. In dem Falle wäre es in Ordnung, wenn der schlechterverdienende Partner etwa so viel zahlt, wie er vorher für seine alleinbewohnte Wohnung zahlte oder wie er bereit gewesen wäre, für eine angemessene Wohnung hälftig zu zahlen.

Ungleiche Beiträge sind auch dann gerechtfertigt, wenn einer der Partner mehr als den hälftigen Anteil nutzen will, also z.B. ein zusätzliches Arbeitszimmer alleine belegen und nutzen will. Dies würde ich dann so berechnen, dass eine gleichwertige Vergleichswohnung mit einem Zimmer weniger als Basis genommen wird und die Differenz zur größeren Wohnung der das Zimmer nutzende Partner zusätzlich zahlt.
 
  • #8
Noch mal die Kurzantwort:
+ Miete hälftig teilen
+ Nebenkosten und Haushaltsführung hälftig teilen

Alles andere ist schlichtweg ungerecht und Abzocke.

Sucht Euch eine Wohnung, deren hälftige Kosten Ihr Euch beide leisten könnt und wollt.
 
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  • #9
Ich kann dir nur sagen, wie mein Partner und ich es gemacht haben:

Wir hatten vom allerersten Tag an gemeinsame Kasse, es wurden und werden gar keine Kosten berechnet und geteilt. Wir wirtschaften in einen Topf, und aus dem werden die Kosten bezahlt.

Ich weiss, gleich wird ein Aufschrei durchs Forum gehen.
UNS hat es jedenfalls nicht geschadet. Wir haben inzwischen geheiratet.
 
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  • #10
Ihr seid mir alle zu gruselig.
Wir haben es ziemlich einfach gemacht. Meinem Lebensgefährten gehört das Haus alleine in dem wir wohnen. Als wir zusammengezogen sind, haben wir es so geregelt, dass das, was ich vorher für meine Mietwohnung gezahlt habe, nun an ihn zahle. Wir wissen beide genau was der andere verdient und bei uns herrscht ein völliges Ungleichgewicht. Trotzdem besprechen wir zusammen, wenn etwas neu gekauft werden soll. Demnächst werden wir es sogar so machen, dass mein gesamtes Gehalt und seins auf ein gemeinsames Konto geht. Wir leben jetzt seit drei Jahren in einer wunderbaren Beziehung. Die Tatsache, dass wir beide jeweils ein Kind aus 1. Ehe haben, funktioniert trotz allem. Damit ich ein paar Rücklagen habe, sollte es trotzdem schief gehen, spare ich einen kleineren monatlichen Betrag.
Alles andere wird gemeinsam entschieden. Und, wenn ich einkaufen gehe, muss ich keine Erklärung abgeben, warum und wieviel Geld ich für unseren Einkauf ausgegeben habe.
Habt ihr wirklich soviel Angst übervorteilt zu werden?
Bei meinem Lebensgefährten kann es passieren, wenn seine Projekte schief gehen, dass wir von meinem Geld eine Zeitlang alleine leben müssen. Na und?
Ich verstehe Euer Problem nicht. Wenn ich mich ernsthaft dafür entscheide, mit einem Partner den Weg gemeinsam zu gehen, dann heißt dass auch das ich Vertrauen in diese Beziehung setze.
w/46
 
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  • #11
Also ich hab gar keine eigentliche Miete gezahlt, als ich zu meinem Freund gezogen bin, hab aber eine Pauschale von 400€ und alle Lebensmittel-Einkäufe gezahlt.
Damals war ich 29.
w
 
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  • #12
Ich habe etwa 70 % mehr als meine Frau verdient. Das Haus war von mir gekauft ohne Belastungen. Sie hat dafür nichts bezahlt; eine Miete wie es hier andere vorschlagen fände ich in unserem Fall albern.
Die regelmäßigen Hauskosten haben wir fast hälftig geteilt. Bei anderen Aufwendungen
habe ich regelmäßig einen höheren Anteil getragen, damit wir uns den Luxus auf meinem Wunschlevel leisten konnten.
Bei uns ist es aber so, dass meine Frau als Akademikerin auch recht gut verdiente.
Während ihrer Studentenzeit hatte sie genügend Aufwendungen für Ihre Studentenbutze, so dass ich die Kosten für unsere gemeinsame Wohnung dann alleine getragen habe und auch die
überwiegenden Kosten für unsere Unternehmungen.

Ich denke eine faire Kostenaufteilung muss sich bei jedem Paar neu ermitteln und wird sich im Laufe der Beziehung auch mal ändern müssen. Letztendlich muss auch dem schlechter Verdienenden ein Teil zum Sparen bleiben, wenn denn auch der Besserverdienende
Geld anspart und beide ansonsten ein Ausgabeverhalten auf gleichem Level haben.

m52
 
  • #13
Ich denke, daß eine solche Frage zwischen den Partnern abgesprochen und individuell gelöst werden sollte.

Für mich würde das WG-Model der meisten bisherigen Antworten bei einer Beziehung nicht in Frage kommen. Würde ich eine WG wollen, würde ich mit einer Frau zusammenleben - und jede von uns hätte zu ihrem Vergnügen bei Bedarf einen Liebhaber.

Männer haben schon immer deshalb gejagt und später viel Geld verdient, damit sie sich die schönste Frau aussuchen können und Frauen wollten schon immer schön sein, um unter den erfolgreichsten Männern wählen zu können.

Also FS, es kommt darauf an, was du für deinen Partner bedeutest. Wenn du für ihn ein Kumpel (mit dem er auch schläft) bist, dann ist 50:50 ok. Wenn du die Frau bist, für die er den größten Mamut erlegen und der er die Welt zu Füßen legen will, dann laß ihn das um Himmels willen auch tun!
 
  • #14
Na da seh ich doc mal wieder was für ein Glück ich habe- meine Liebste besteht darauf Ihren Anteil zur Hälfte zu übernehmen. Selbst meine heftige Gegenwehr konnte Sie nicht davon abbringen.

Und nein, wir verdienen beide nicht schlecht aber keineswegs gleich.

Eine Beziehung in der man darum feilschen muss hat ein paar weietre Probleme find ich.
 
  • #15
Jeder Ich finde die Vorstellung ABSURD, dass in derselben Dimension verdienende Partner die Kosten proportional zum Einkommen teilen.

So ganz absurd finde ich es ehrlich gesagt nicht. Natürlich ist es objektiv unangreifbar gerecht, die Lasten gleich zu verteilen. Einkommensunterschiede vergrößern sich durch dieses Modell aber. Indem von unterschiedlichen Einkommen ein gleicher Fixkostenbetrag weggeht, verschieben sich die zur freien Verfügung verbleibenden Anteile erheblich.

Beispiel:

A verdient 2.500,- und B verdient 1.500,-. Sie zahlen im Monatsschnitt 900,- Miete, 500,- Lebenshaltungskosten, 200,- Urlaub und 400,- Auto, also zusammen monatlich 2000,-. Zahlt nun jeder einen monatlichen Anteil von 1.000,- verbleiben A 1.500,- und B nur 500,-. A hat also den dreifachen Betrag zur freien Verfügung wie B, was zu Problemen bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung führt.

Würde man quoteln, würde A von den monatlichen Fixkosten 1.250,- und B 750,- übernehmen. A verblieben 1.250,- und B 750,-. A hätte immer noch deutlich mehr Geld zur freien Verfügung. Der Unterschied zwischen A und B bliebe aber in dem Verhältnis des Einkommensunterschieds 5/3 und würde nicht wie im obigen Rechenbeispiel auf 3/1 steigen.
 
  • #16
So ganz absurd finde ich es ehrlich gesagt nicht. Natürlich ist es objektiv unangreifbar gerecht, die Lasten gleich zu verteilen. Einkommensunterschiede vergrößern sich durch dieses Modell aber. Indem von unterschiedlichen Einkommen ein gleicher Fixkostenbetrag weggeht, verschieben sich die zur freien Verfügung verbleibenden Anteile erheblich.
Deine Rechnung ist natürlich OK, aber genau das ist doch der Punkt: Die Grundkosten der Lebenshaltung sind eben relativ konstant und selbst bei besserem Lebenstil steigen sie im allgemeinen nicht proportional an -- außer der Partner zockt einen ab.

Wohnt man alleine für sich, steigen die Wohnungskosten ja auch nicht dadurch, dass man eine Gehaltserhöhung bekommt. Die Wohnungskosten sind typische Fixkosten.

Selbstverständlich hat jemand, der mehr verdient, auch mehr übrig. Das ist doch der Sinn daran, Geld zu verdienen.

Gerade in frischen Partnerschaften, in denen das Zusammenziehen geradezu die Feuerprobe ist, wäre es grundfalsch, wenn nicht jeder Beteiligte für seine tatsächlichen Kosten aufkäme.

Dein Beispiel ergibt eine Nettotransferleistung von Euro 3.000,00 pro Jahr von den Besserverdienenden an den Schlechterverdienenden. Und das womöglich unter Umständen, die als Verliebtheit und "wir probiere es mal zusammen" bezeichnet werden müssen, nicht aber bereits als Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft. Das sollte hier dringend bedacht werden!

Wer würde seinem neuen Partner einfach so jedes Jahr Euro 3.000,00 schenken? Wohl kaum einer! Aber bei der großzügigen, proportionalen Mietauslegung passiert genau das! Das ist schlichtweg Aushalten und Nettotransfer und geht gar nicht.

Das Paar muss sich einfach eine Wohnung nehmen, die auch der Schlechterverdienende sich leisten kann und will. Wenn das gegeben ist, kann auch jeder seine eigene Kosten, also die hälftigen Wohnungskosten, tragen. Damit ist niemand dem anderen zu Dank verpflichtet oder abhängig und es findet kein Nettotransfer statt.
 
  • #17
Hinzu kommt doch, dass viele Fixkosten wie GEZ oder Kabelfernsehen ohnehin echte Fixkosten sind. Vorher musste man sie als Signle alleine tragen, jetzt teilt man sie sich. Da spart man doch ohnehin 50% der Kosten. Auch die meisten Wohnungen sind für ein Pärchen nicht doppelt so teuer wie die Single-Wohnung vorher, sondern regelhaft ist die hälftige Miete der Pärchenwohnung geringer als die volle Single-Miete. Insofern tritt im allgemeinen beim Zusammenziehen ohnehin ein Spareffekt ein.

Ich kann nicht nachvollziehen, wieso manche kommunistisch-proportional teilen wollen. Verstehe ich einfach nicht. Wollt Ihr denn auch, dass das Brot beim Bäcker für Gutverdienende mehr kostet als für Schlechtverdienende? Würdet Ihr eine Ferienwohnung mit Freunden auch nach Euren jeweiligen Gehältern teilen? Oder eine WG? Und wenn nein, warum da nicht? Was ist an einem frischen Partner anders, mit dem man erstmalig ausprobiert, ob Zusammenleben ünerhaupt klappt?

Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft, Gerechtigkeit und Fairness werden einfach nicht mehr großgeschrieben. Wer eine Leistung in Anspruch nimmt, soll verdammt noch mal dafür auch selbst zahlen. Nettotransferleistungen zwischen frischen Partnern sind doch irrsinnig. Niemand verschenkt mal so eben ein paar Tausend Euro, nur weil er das Zusammenwohnen ausprobieren möchte.
 
  • #18
H
Ich kann nicht nachvollziehen ..<..> Nettotransferleistungen zwischen frischen Partnern sind doch irrsinnig. Niemand verschenkt mal so eben ein paar Tausend Euro, nur weil er das Zusammenwohnen ausprobieren möchte.
Elitemänner interessieren ein paar Tausend Ocken im Jahr nicht. Sorry, falls das arrogant rüberkommen sollte

Eigenverantwortung und Leistungsbereitschaft, Gerechtigkeit und Fairness werden einfach nicht mehr großgeschrieben. Wer eine Leistung in Anspruch nimmt, soll verdammt noch mal dafür auch selbst zahlen.
Wo steht das? Ich darf mit meinem Geld doch machen, was ich will. Ich kann die Dame meines Herzens auch umsonst bei mir wohnen lassen und ihr jeden Monat ein neues Auto schenken. Wem gegenüber wäre das ungerecht und unfair?

Andere Menschen, andere Meinungen, leben und leben lassen und nicht immer pars pro toto denken.

So long,
m/43
 
  • #19
Elitemänner interessieren ein paar Tausend Ocken im Jahr nicht. Sorry, falls das arrogant rüberkommen sollte.
Yep, tut es. Und entspricht im allgemeinen nicht den Tatsachen.

Ich darf mit meinem Geld doch machen, was ich will. Ich kann die Dame meines Herzens auch umsonst bei mir wohnen lassen und ihr jeden Monat ein neues Auto schenken. Wem gegenüber wäre das ungerecht und unfair?
Korrekt. Natürlich darf man seiner Liebsten viel schenken. Dann aber bitte auch als Geschenk bezeichnen und nicht als "faires Teilen" -- und das ist der springende Punkt in der ganzen Diskussion.

Wenn es fair und angemessen zugehen soll, dann so wie ich sage. Wer großzügig sein will und seine Liebste gerne aushält, der darf das gerne tun. Dann soll er sich aber bitte auch bewusst sein, dass das ein Geschenk in vierstelliger Höhe ist. Der Beschenkte sollte sich dessen ebenfalls bewusst sein.

Bisher klang bei den "Proportionalteilern" aber nicht an, dass sie gerne Geschenke empfangen, sondern dass sie das verquerer wirklich irgendwie angemessen finden, Kosten nicht zu tragen, die sie verursachen.

Und wohlgemerkt: Es geht ja nicht um Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaften dauerhafter Partnerschaften, sondern um das erste Zusammenziehen zur Probe.
 
  • #20
Wer nimmt denn den ganzen Aufstand für eine gemeinsame Wohnung in Kauf, wenn die Partnerschaft nicht schon recht gefestigt ist? Wer, bitte? Ich nicht!

Wenn dann in etwa geklärt ist, wo welche Art von Wohnung gesucht werden soll, muss man Kassensturz machen und klären, was für wen wie tragbar ist. Allgemeingültige Regeln hierfür kann es nicht geben, dafür sind die Einzelfälle zu unterschiedlich.

Ich würde aber sehr nachdenklich, wenn sich die Dame eine 6-Zimmer-Wohnung in HH-Uhlenhorst wünschen würde, für die sie aus ihrem Mini-Gehalt € 450 zahlen könnte, der Rest verbliebe dem Herrn ... oder wenn der Herr ein Penthouse in der HafenCity wünschen würde, für das sich die Dame quasi ruinieren würde.

Es ist eine wichtige Entscheidung und wenn es nicht glatt und problemlos zu einer für Beide gut tragbaren Lösung käme, sondern in elendige Debatten münden würde... hmmmm....
 
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  • #21
Hier noch mal die #8

Herrje, was bin ich froh, dass mein Liebster und ich solche Diskussionen, wie ich sie hier in diesem Thread und nicht zum ersten Mal in diesem Forum lese, gleich von Anfang an NICHT geführt und uns die ganze Rechnerei vom Hals geschafft haben.

Es ging aber auch bei uns nicht

,

sondern wir haben von Anfang an ohne Wenn und Aber ja zueinander gesagt.
 
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  • #22
Wer spricht denn von Zusammenziehen auf Probe? Wer macht denn sowas? Entweder ich weiß, dass ich mit diesem Menschen zusammen leben will, dann ziehe ich mit diesem Menschen zusammen. Auf ein "auf Probe" würde ich mich nicht einlassen. Viele verwechseln hier Beziehung wirklich mit Job oder WG.
 
  • #23
Dann soll er sich aber bitte auch bewusst sein, dass das ein Geschenk in vierstelliger Höhe ist. Der Beschenkte sollte sich dessen ebenfalls bewusst sein.

Bisher klang bei den "Proportionalteilern" aber nicht an, dass sie gerne Geschenke empfangen, sondern dass sie das verquerer wirklich irgendwie angemessen finden, Kosten nicht zu tragen, die sie verursachen.

Als Proportionalteiler (Gegenteil von Halbleiter) fühle ich mich angespruchen, wobei ich in meiner letzten Beziehung Transferleister und nicht Transferleistungsempfänger war.

Ich denke, wir - einschließlich The_Sorcerer - liegen nicht weit auseinander:

1. Niemand kann erwarten oder gar verlangen, daß ein Partner mehr als die Hälfte bezahlt.
2. Tut er es doch (z. B. weil er wie ich, der Ansicht ist, daß er freiwillig den Partner entlastet, weil es einem selbst nicht weh tut), ist es eine nicht selbstverständliche Großzügigkeit.
3. Der so bezuschußte Partner muß zwar nicht ständig vor Dankbarkeit zerfließen, sollte sich aber dessen bewußt sein, daß sich sein Partner ständig großzügig zeigt und das alles andere als selbstverständlich ist.

P.S: Ich bin alles andere als kommunismusaffin und den Satz "Leistung muß sich lohnen" unterschreibe ich jederzeit und gerne. In meiner Beziehung möchte ich auch nicht um die Früchte meiner Leistung gebracht werden, aber ich möchte auch gerne meiner Liebsten gegenüber großzügig sein. Das bin ich aber auch nur deshalb gerne, weil sie es würdigt und nicht als selbstverständlich ansieht.
 
  • #24
Zu diesem Thema gibt es ja schon unzählbare Treads. Vielleicht mal dort ein bisschen lesen. Die beiden gegensätzlichen Positionen sind ja schon dargestellt worden. So lange in einer Beziehung nicht ein gemeinsames Einkommen besteht, würde ich nur mit 50/50 zusammen ziehen. Das hat für mich nichts mit unterschiedlichem Verdienst zu tun. Da ich weder ausgehalten werden will noch jemanden aushalten möchte, gibt es keine andere Möglichkeit. Wenn man aber eh nur noch ein Einkommen zusammen hat erübrigt sich die Frage natürlich. Jeder sollte es so machen, dass er im Falle einer Trennung, nicht das Gefühl hat, er wäre dem Partner noch was schuldig oder er wäre einem was schuldig. Denn hinterher bekommt man nichts von dem zurück.
 
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  • #25
Zwei saubere Modelle:

1. alles (!) in eine gemeinsame Kasse, fertig (also volle Wirtschaftsgemeinschaft); ggf. vertragliche Regelung falls Erbe im Spiel ist;
2. getrennte Kassen/Konten, dann sollten aber auch alle gemeinsamen Kosten 50/50 getragen werden.

Ist (1) nicht gewünscht, dann liegt es an irgendwelchen düsteren Erwartungen / Befürchtungen und folgerichtig sollte (2) gewählt werden. Meine Logik.
 
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  • #26
Wie war das? "Ihr seid mir alle zu gruselig..." schrieb hier jemand.
Obwohl. Nein, nicht alle, einige sagen sehr sinnvolle Dinge.
Ich würde ENTWEDER gleich alles in einen Topf werfen ODER die Kosten proportional aufteilen, falls ein großer Einkommensunterschied besteht (siehe auch das Rechenbeispiel von Volljurist).

Ich glaube, der Knackpunkt ist diese Denkweise:
"Würdet Ihr eine Ferienwohnung mit Freunden auch nach Euren jeweiligen Gehältern teilen? Oder eine WG? Und wenn nein, warum da nicht? Was ist an einem frischen Partner anders, mit dem man erstmalig ausprobiert, ob Zusammenleben überhaupt klappt?"

Aber: es ist anders - natürlich ist es das!
Mit meinem Partner (der beim Zusammenziehen so frisch ja nun nicht mehr ist) bilde ich eine Gemeinschaft, ein Team, eine Einheit... sucht euch ein geeignetes Substantiv aus. Mit Freunden ist das anders. Mit Freunden will ich aber auf diese Art auch nicht mein Leben teilen. Ich will nicht mit ihnen Seite an Seite alt werden. Es sind FREUNDE.
In einer WG ist das ja nochmal komplett anders, das sind evtl. ja nicht einmal Freunde, sondern nur Mitbewohner. Wie kann man das nur vergleichen?
Und ein anderer Gast hat angemerkt, dass sie eben nicht auf Probe zusammengezogen sind.
Das geht mir genauso! Wir werden nicht "auf Probe" zusammenziehen. Ich habe ja auch keine Partnerschaft auf Probe.
Mal ehrlich, bei soviel Zögern, Angst und Misstrauen würde ich erst gar keine Partnerschaft eingehen.

w30
 
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  • #27
Liebe FS,
mein Partner verdient auch deutlich mehr als ich, da ich noch studiere und mein Studium hauptsächlich selber finanziere. Er bezahlt Miete und NK komplett und ich gehe immer auf meine Kosten einkaufen und mache den kompletten Haushalt, da er dafür keine Zeit hat und wir die Zeit, die er da ist lieber mit schönen Dingen verbringen. Empfinde das auch nicht als Ausnutzerei. Wenn
irgendwann Kinder kommen werde ich ja auch deutlich schlechter verdienen, um UNSERE Kinder zu versorgen. Das ich dann weniger zurücklege für den Fall der Trennung rechne ich ihm ja auch nicht auf.

Wenn man an eine langfristige Partnerschaft glaubt, finde ich es einfach nur daneben sich die kosten genau aufzuteilen. Bezahlen die entsprechenden Poster auch im Restaurant getrennt?

W
 
  • #28
Deine Rechnung ist natürlich OK, aber genau das ist doch der Punkt: Die Grundkosten der Lebenshaltung sind eben relativ konstant und selbst bei besserem Lebenstil steigen sie im allgemeinen nicht proportional an -- außer der Partner zockt einen ab.
.

Abzocken geschieht in der Regel ohne die Zustimmung des Abgezockten, oder?
Wenn beide sich einig sind, ist die Wortwahl falsch. Dann hält der großzügigere den anderen allenfalls aus.

Das Paar muss sich einfach eine Wohnung nehmen, die auch der Schlechterverdienende sich leisten kann und will. Wenn das gegeben ist, kann auch jeder seine eigene Kosten, also die hälftigen Wohnungskosten, tragen. Damit ist niemand dem anderen zu Dank verpflichtet oder abhängig und es findet kein Nettotransfer statt.
Wer bestimmt das? Wenn ich meinen Partner bei mir wohnen lassen möchte, so what?
Letztendlich geht es um eine einvernehmliche Lösung. Diese kann hälftig ausfallen, 2/3 - 1/3, einer alles - der andere nichts.
Ob ein Außenstehender das gut/schlecht/absurd oder sonstwie findet ist glücklicherweise nicht entscheidend.

I
 
  • #30
Ich kann nicht nachvollziehen, wieso manche kommunistisch-proportional teilen wollen.

Musst Du auch gar nicht. Es reicht völlig zur Kenntnis zu nehmen, dass es offenkundig genügend Menschen gibt, die das für sich und ihre Beziehung als eine faire und gerechte Form der Verteilung finanzieller Belastungen ansehen und die im Traum nicht darauf kämen Nettotransferleistungen von einen zum anderen Partner auszurechnen.

Im Übrigen frage ich mich gerade, was Dich daran so erregt, dass Du gleich die Kommunismus-Keule zückst. Letztlich muss doch jedes Paar für sich entscheiden, wie Kosten verteilt werden, und wenn Dir die Lösung anderer Paare nicht zusagt, nun ja, ist es eben deren und nicht Deine Antwort auf diese Fragestellung, fertig.

Würdet Ihr eine Ferienwohnung mit Freunden auch nach Euren jeweiligen Gehältern teilen?

So formalistisch haben wir das nicht gehalten, aber eine Urlaubskasse nach dem Motto "Jeder gibt soviel er mag und dann gucken wir mal wie weit wir damit kommen" hatten wir unter guten langjährigen Freunden schon mehrfach, ja. Und über die inzwischen satt zwei Jahrzehnte war vermutlich jeder mal "Nettozahler" und mal "Nettoempfänger". Und nein, es käme keiner von uns auf die Idee das auch nur näherungsweise nachzuhalten.

Was ist an einem frischen Partner anders, mit dem man erstmalig ausprobiert, ob Zusammenleben ünerhaupt klappt?

Wenn ich mit einer Partnerin zusammenziehe, dann ist das unverbindliche "Ausprobieren" längst ereldigt, dann besteht für mich längst die Sicherheit, dass diese Beziehung auch im Alltag trag-und zukunftsfähig ist.

Vielleicht ist das der Unterschied, vielleicht liegt unsere unterschiedliche Sichtweise im Wesentlichen darin begründet, dass für mich ein Zusammenziehen einen "Partnerschaftsstatus" voraussetzt, der im Grunde schon bei der von Dir genannten "Wirtschaftsgemeinschaft" angekommen ist während Du den Punkt des Zusammenziehens deutlich früher siehst?

Gerechtigkeit und Fairness werden einfach nicht mehr großgeschrieben.

Darüber, was "gerecht" und was "fair" ist und was nicht lässt sich sicher lange und letztlich ergebnislos streiten. Wir werden uns aber hoffentlich schnell auf einen Minimalkonsens der Form "Wenn beide etwas als gerecht und fair für ihre Partnerschaft ansehen, dann müssen andere das weder verstehen noch nachvollziehen können, sondern haben es als Problemlösung dieses Paares schlicht zu respektieren" einigen können.

Nettotransferleistungen zwischen frischen Partnern sind doch irrsinnig.

Wenn einer der beiden eine nichthälftige Kostenaufteilung als "Nettotransferleistung" ansieht, dann ist das vermutlich kein Modell für diese Partnerschaft. Wenn jedoch beide ihre jeweiligen Zahlungen als fairen und gerechten Beitrag zur Finanzierung des gemeinsamen Lebens empfinden und ihnen schon der Gedanke an solche Aufrechnerei fremd ist, dann spricht wenig gegen ein solches Modell.
 
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