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Gast

  • #1

Zwei gegensätzliche Gefühle für einen Mann, wieso?

Starke Sehnsucht nach einem Mann zu empfinden, seine Gegenwart zu genießen, es nicht erwarten zu können, ihn zu sehen, gleichzeitig Angst vor ihm zu haben (ist unbegründet, er ist sehr lieb), das Gefühl wegrennen zu müssen - kennt diesen Gefühlswiderspruch jemand? Warum ist das so?
 
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Gast

  • #2
Kann auf irgendwelche tiefsitzenden Ängste hindeuten. Der Begriff "Beziehungsangst" ist zwar etwas sehr strapaziert und ist ja eher Symptom als Ursache, aber folgendes Buch kann ich auf jeden Fall empfehlen, ist so oder so interessant: Stefanie Stahl, "Jein! Bindungsängste erkennen und bewältigen. Hilfe für Betroffene und deren Partner".

m.
 
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Gast

  • #3
Zwei Möglichkeiten:
a) Bindungsangst (die reale Nähe ist schön wenn man zusammen ist aber im Kopf tauchen fragen auf wie "wird er in 10 Jahren auch noch zu mir passen", "ist er wirklich der Richtige für's ganze restliche Leben?"; "ist es wirklich richtig" etc.)

b) Angst vor Nähe (Der Wunsch nach Nähe ist stark, wenn man nicht beim anderen ist. Doch wenn man dort ist früher oder später: Beklemmung, Panik etc. Eine Ursache dafür könnte sein, dass man psychisch viel verdrängt hat und/oder dass man sich dem anderen nicht authentisch zu zeigen traut. Daraus kann sich eine Angst vor tiefergehenden Gesprächen oder eine Angst sich körperlich ganz hinzugeben ergeben bzw. Fluchtgedanken).

Mal googlen, gibt's viel Literatur dazu...
 
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  • #4
Vielleicht sagt Dir dein Unterbewußtsein, dass er nicht der Richtige für Dich ist! Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich ähnliche Gefühle hatte, dass irgendetwas mit ihm nicht stimmte, das an seinem Charakter irgendwas war, was mir nicht gut tat. Das hat sich dann auch früher oder später bewahrheitet. Du solltest Dir gut überlegen, ob Du das dauerhaft aushalten willst und kannst!

Viel Glück!
 
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  • #5
M40
Warum du Angst hast, kannst nur du wissen. Lass dir nichts unüberlegtes Einreden, niemand hier kennt ihn besser als du. Lass dir nicht einreden, dass mit ihm was nicht stimmen könnte, wäre schade eine Liebe aufzugeben, weil jemand der ihn nicht kennt was kritisches über deinen Freund schreibt.
 
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Gast

  • #6
Meiner Meinung nach ist der Grund für dieses Phänomen denkbar simpler Natur.
Ich schätze diese Erfahrung hat fast jeder schon einmal gemacht, wenn es ihn "so richtig erwischt" hatte.
Es beruht wohl direkt auf dem primären Gefühl der starken Anzihung. Dadurch ist die Erwartungshaltung die man in ein eventuelles treffen setzt derart hoch, dass diese zu einer stark ausgeprägten unterbewussten und scheinbar unbegründeten Angst vor der Gemeinsamen Zeit führt.
Dieser Effekt beruht ganz einfach darauf, dass man riesige Angst davor hat, etwas falsch zu machen und den so viel versprechenden Partner damit zu enttäuschen, was die Bezihung gefährten könnte.

Leider ist diese unterbewusste Angst nur Schwer zu bekämpfen, ein wenig davon wird immer bleiben, wobei das beste Mittel dagen meiner Meinung nach einfach das ist, sich die Ursache bewusst zu machen. Somit kann man sich selbst klar machen, dass diese Angst eigentlich unbegründet und vorallem Kontraproduktiv ist.
Meiner Erfahrung nacht ist sie mit einer der häufigsten Gründe, warum vermeindlich besonders Erfolgversprechende Bezihungen dennoch sehr gefährdet sein können zu scheitern.
 
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Gast

  • #7
Starke Sehnsucht nach einem Mann zu empfinden, seine Gegenwart zu genießen, es nicht erwarten zu können, ihn zu sehen, gleichzeitig Angst vor ihm zu haben (ist unbegründet, er ist sehr lieb), das Gefühl wegrennen zu müssen - kennt diesen Gefühlswiderspruch jemand? Warum ist das so?
Wie lange kennt ihr euch schon ? Noch nicht solange vermute ich. Wenn man sich noch nicht so gut kennt, aber gleich richtig verknallt ist dann fehlt noch das Vertrauen. Also trefft euch weiter und die Angst wird langsam abnehmen. Gerade wenn man in der Vergangenheit von seinem Partner schwer enttäuscht wurde, können solche Ängste auftreten.
 
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Gast

  • #8
Ist das generell so, wenn du einen Männ kennenlernst, mit ihm zusammen bist ?
Oder nur bei dem jetzigen?
Das wäre ja ein gravierender Unterschied .

Wenn es nur bei diesem einen so ist :
dann hör auf dein Bauchgefühl !

So etwas erlebte ich vor ca. 6 Jahren.
Er war ein erfolgreicher Geschäftsmann, tolles Aussehen, tolle Ausstrahlung, tolles Benehmen,
er wirkte einfach nur perfekt , Ich war fürchterlich verliebt. Meine Freundinnen waren begeistert von ihm . Jedoch meldetesich bei mir von Anfang an dieses unbeschreibliche Bauchgefühl .
Dieses *irgendwas stimmt nicht * , * ich will weg*, bis hin zu *ich hab Angst*. Einfach so, ohne das was vorlag.

Nach drei Monaten war ich schlauer. Da liess er die Maske fallen und es kam ein ganz anderer Mann zum Vorschein , wenn wir alleine waren. Alles , was er bis daher vor mir erfolgreich versteckt hatte, zeigte sich dann .... er suchte Streit, er pöbelte rum ( anders kann ich es nciht nennen, sorry , es war unterste Schublade ) . er trank, und zwar nicht nur ein zwei Gläser zuviel , auf einmal lagen offen psychopharmaka auf dem Küchentisch, er liess seinen PC einfach offen stehen mit den wildesten Pornos drauf. Wenn ich sagte, ich würde ihn verlassen , versprach er Besserung, wenn das nciht fruchtete, weinte er erbärmlich , als ihm das nicht half , fing er an mich zu beschimpfen, und es mündete dann in Bedrohungen.

Generell seh ich erst mal immer das Gute in einem Menschen. Mein Bauchgefühl hatte mich von anfang an aufmerksam machen wollen, das was nicht stimmte , ich schlug es hin und hielt mich an meine Verliebtheit. Er beherrschte seine Fassade , sein zweites Ich , perfekt im Geschäftsleben.

Im Privatleben - gott sei dank kann ich heute sagen - nur drei Monate.
Immer schön auf alles achten , auch und besonders auf das , was noch nicht sichtbar oder erkennbar ist !

Es muss nicht so bei Dir sein, könnte aber. Kommt drauf an, wie gut deine Antennen sind .

w, 57
 
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  • #9
Aus meiner Sicht (W/43) können es 2 Phänomene sein:

1. das was Gast #5 hervorragend zusammengefasst hat! 2 Menschen sind wirklich stark verliebt, fasziniert voneinander. Es entsteht dadurch eine Unsicherheit auf beiden Seiten, z.B. hinsichtlich Themen wie Timing (man möchte den anderen nicht verunsichern, überrennen, zuviel machen am Anfang), wann kommt man sich wie näher, wieviel gibt man preis.
In einer solchen Situation befinde ich mich grade. Ich hab einen faszinierenden Mann kennengelernt, mit dem ich mir sehr vieles vorstellen kann. Ich werde dadurch unsicher, schüchtern, brauche Zeit, um lockerer zu werden. Will nichts falsch machen, nichts gefährden.

2. Für mich klingt Deine Frage aber eher nach Angst vor Nähe (kenne ich auch von früher). Dieses Weglaufen wollen bei gleichzeitiger Anziehung und grosser Faszination. Klingt nach Nähe-/ bzw. Bindungsangst. Wenn das Bauchgefühl für den Mann aber grundsätzlich gut ist, also nichts gegen ihn als Mensch spricht, sollte man versuchen, diese Ängste zu überwinden. Wenn es in sehr grosse Ängste ausartet, panikartig wird, sollte man sich helfen lassen, habe ich seinerzeit auch gemacht.
 
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  • #10
Entweder warnt Dich Deine Intuition vor einer Gefahr, die unterschwellig von ihm ausgeht, oder Du hast schlichtweg Angst vor der Liebe. Stark sein ist relativ einfach, aber die Liebe entwaffnet und macht einen angreifbar und verletzlich. Und das ist natürlich schon zum Fürchten, ganz objektiv. m39
 
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  • #11
Mir (w,29) geht es derzeit ähnlich. Seit November sehe ich ihn (33) so alle 2 bis 3 Wochen, keine Ahnung ob da mehr von seiner Seite aus möglich wäre. Mein Gefühl kann ich kaum beschreiben. Das geht von Verliebtheitsgefühl bis zu 3 Tage nach einem Treffen, bis zu Enttäuschung weil er auf einer Veranstaltung ist, mich scheinbar bemerkt aber nicht gleich auf mich zukommt, bis zu dann mit ihm reden, lachen und ihn einfach wieder nur sympathisch finden und eben das Gefühl, dass es sowieso nicht passen würde. Vor den Treffen bin ich nervös, teilweise auch beim Treffen.

Bei meinem Ex damals (da ging es alles schnell und nicht verkopft) hatte ich sowas nie, ich war mir nicht unsicher, Berührungen fielen mir leicht (ihn nun kann ich nicht einmal freundschaftlich kurz an die Schulter fassen, habe da einfach Hemmungen).
 
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Gast

  • #12
An Gast #10:

das ist aber meines Erachtens wieder ein anderer Fall. Das ist einfach diese Ungewissheit, die Dich da umtreibt, bzw. seine anscheinend widersprüchlichen Signale. Da müsste es einfach mal einen Schritt weiter gehen bei Euch, etwas verbindlicher werden.

W/43
 
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  • #13
Das kenne ich nur zu gut. Bin in der gleichen Situation wie Gast #10. Nur das wir keine Berührungsängste haben. Das nonverbale stimmt einfach, doch der Rest macht mir Angst. Ich bin bevor ich ihn sehe nervös und unruhig, danach schwebe ich auf Wolke sieben. Es ist aber auf Dauer zermürbend.
Gast#9 hat das gut beschrieben mit dem "entwaffnet", es ist einfach so als wäre ich jedes Mal nackt vor ihm und er schleicht um mich rum, macht aber keine Anstalten einen Schritt nach vorne zu wagen.

FS, vielleicht sind es bei Dir diese Verliebtheits-Symptome- bis etwas passiert was Dir zeigt das es was werden könnte...

Außerdem muss ich sagen fühle ich mich so, nur wenn ich ganz ich selbst sein will. Früher wollte ich ein Bild abgeben ich sei dominant und cool, da hat es mich nicht so umgehauen wenn ich wusste das Gegenüber denkt ich sei ´ne hammerstarke Frau. Da konnte ich so wirklich die Führung übernehmen. Das brachte mir aber auch nichts, da ich als berechnend und promisk rüberkam. Was gar nicht stimmte. Deshalb möchte ich diesmal ganz ich selbst sein und denke wohl- er will mich nicht, er kann mich nicht mögen wenn ich verletzlich bin.

Klar ist es Schwachsinn, aber dennoch möchte ich mich vor dem Treffen drücken. Davonrennen, wie Du FS! :)
 
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  • #14
Ich denk, das kann auch viel Angst vor Ablehnung sein. Vor allem, wenn man so im Ungewissen schwebt. Die Angst, eben nicht so, wie man wirklich ist (verletzlich, schwach, angreifbar), angenommen, gemocht und gewollt zu werden. So wie Gast #12 sich früher verhalten hat, habe ich mich auch verhalten, eine gewisse Rolle gespielt. Jetzt bin ich auch ich, versuche es zumindest, fast nur noch zu sein. Das macht verletzlich, unsicher, irgendwie auch ungeübt (früher ging es leichter, wenn man die Kühle, Überlegene spielen konnte).

Aber nur so, authentisch, verletzlich, wird man glaub ich die Liebe finden.

Ich war nochmal Gast #8.
 
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  • #15
Aber nur so, authentisch, verletzlich, wird man glaub ich die Liebe finden.
Das ist das Intelligenteste, das ich hier seit langem gelesen habe und spiegelt meiner Meinung sehr gut das Hauptproblem vieler Singles wider.

Wir habe es einfach verlernt, offen unsere Bedürfnisse zu kommunizieren und verstecken uns aus Angst vor Verletzung immer mehr hinter einer kühlen Maske, die wir (ich schließe mich da nicht aus) nur sehr schwer wieder ablegen können.

Ich lese hier seit einiger Zeit mit und mir fällt immer wieder auf, wie kühl sich viele Menschen inzwischen geben. Da ist ständig nur die Rede von "mach Dich nicht lächerlich", "wirke bloß nicht "bedürftig"", "sage ihm auf keinen Fall, daß du ihn magst" usw. usw. Was soll das?

Jeder scheint nur noch Angst zu haben, sich zu öffnen und seine wahren Gefühle zu zeigen - bloß keine Schwächen zeigen scheint die Devise. Dabei ist auch meiner Meinung genau das Gegenteil richtig und zielführend.

Ich möchte keine "coole" Frau ohne Schwächen. Ich möchte eine liebevolle Frau und das darf sie mir auch gerne zeigen. DAS zeigt m.M. wahre Stärke und Selbstbewußtsein.

Mag sein, daß auch viele (sorry) Arschlochmänner schuld daran sind, daß sich Frauen so kühl verhalten, und so gesehen kann man es vielen Frauen sicher auch nicht mal verübeln. Umgekehrt gilt das ebenso. Schade drum.

Zum Thema: Auch ich denke, daß die FS wohl einfach eben diese Angst vor Verletzung hat wenn man sich stark verliebt hat.

m, 32
 
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  • #16
Ich kenne das nur allzu gut. Seit längerer Zeit bin ich in einen Mann sehr verliebt, dessen guten Seiten ich kenne, aber auch sehe, wie er mit anderen umgeht. Denn auf der anderen Seite kann er auch bösartig sein und lügen usw. . Welcher Mensch sich dahinter wirklich verbirgt, weis ich nicht. Aber gewisse Charakterzüge sind halt da und gänzlich ändern kann sich kein Mensch.

Um mich zu schützen, kann ich nur eine Fassade aufbauen. Und das bedeutet Gefühlschaos pur und negativer Stress. Ich freue mich immer ganz arg ihn zusehen, vermisse ihn, aber wenn ich ihn dann sehe ist mir schlecht, bin völlig (!!) verunsichert und möchte ständig wegrennen. Von der eigentlichen Freude merkt er nichts.

Ich befürchte, wenn ich hier authentisch wäre, ja dann würde ich es riskieren, mal richtig verletzt zu werden. Angst und fehlendes Vertrauen trifft es.
 
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  • #17
Ich bin nochmal #13 und #8.

An Gast #14: Ja, Du hast vollkommen recht mit Deinem Beitrag. Wenn man immer cool bleibt, sich nicht traut, sich wirklich zu zeigen, wird vieles einfach an der Oberfläche bleiben. Früher habe ich so meine Beziehungen zu (in der Regel) unnahbaren Männern angefangen. Diese Beziehungen haben dann nie eine gewisse Grenze an Vertrautheit, Intensität und Innigkeit überschreiten können. Ich habe es durch meine Coolness gar nicht zugelassen.

Im Moment lerne ich einen sehr offenen Mann kennen... ein gewissen Grundvertrauen war im Vergleich zu anderen schnell da. Auch wenn ich immer noch lange brauche, mich zu öffnen und mich zu zeigen, erlebe ich grade, wie es sein kann, wenn das Gegenüber offen, ehrlich, emotional und empathisch ist. Da läuten keine Alarmglocken mehr, da gibts keine Wegrennimpulse mehr. Da passt vieles und jeder gibt langsam mehr von sich preis.

Daher ist es schon so, dass man natürlich auf die innere Stimme hören sollte, was ich z.B. Gast von heute 13.42h raten würde. Was wilst Du mit jemandem, von dem Du jetzt schon weisst, dass er unehrlich ist und bösartig? Ich würde Dir raten, schnell zu rennen. Es kommt schon aufs Gegenüber an und das GUTE oder eben SCHLECHTE Gefühl.