• #1

Zweifel vor der Hochzeit. Wie damit umgehen?

Hallo zusammen,
Ich bin mit meinem Partner seit über 10 Jahren zusammen. Wir sind noch zu Schulzeiten zusammen gekommen (17 und 19) und nach gut 1,5 Jahren gemeinsam in eine andere Stadt zum Studieren. Seit gut einem Jahr sind wir verlobt und im Juni soll die Hochzeit stattfinden. Für uns war schon sehr schnell klar, dass wir einmal heiraten werden und auch vor unserer Verlobung haben wir schon lange darüber gesprochen, dass und wie wir den Rest unseres Lebens miteinander verbringen wollen.

Nun zu meinem Problem. Es begann mit einer kleinen Schwärmerei für einen Kollegen. Das war ganz harmlos und erst habe ich mir auch nichts dabei gedacht. In über zwei Jahren kam es schon häufiger vor, dass man sich zu jemand anderen mal hingezogen fühlt, oder etwas flirtet, solange man keine ernsten Absichten hegt und es oberflächlich bleibt, finde ich das ehrlich gesagt auch nicht schlimm (ehrlich gesagt halte ich es sogar fur ganz natürlich). Allerdings wurden meine Gefühle im letzten Jahr immer intensiver. Versteht mich nicht falsch, ich könnte meinen Partner nie betrügen, aber seit ca. 4 Monaten denke ich immer häufiger an diesen Kollegen. Ich habe richtig gehofft, dass wir uns in der Arbeit sehen oder es sich irgendwie ergibt, dass wir Zeit miteinander verbringen. Aufgrund der aktuellen Coronakrise, fährt unsere Firma seit einem Monat Kurzarbeit. Seitdem haben wir auch begonnen uns ab und zu privat zu schreiben. Auch hier bleiben wir eigentlich auf einer rein platonischen Ebene aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass es doch irgendwo zwischen uns knistert und habe daher ein schlechtes Gewissen. Ich kann ehrlich gesagt nicht einmal beurteilen, ob es meinem Kollegen genauso geht, oder ob ich mir all das nur einbilde.
All diese Gefühle machen mir Angst. Auch ist es aktuell eh fragwürdig, ob wir wegen der aktuellen Situation überhaupt im Juni heiraten können und ich merke so langsam, dass ich es gar nicht so schlimm fände, wenn wir die Hochzeit verschieben müssen. All diese Gedanken machen mir eine riesige Angst und verwirren mich so unendlich. Ich kann die Situation nicht mehr neutral betrachten und weiß gerade nicht, wie ich all das interpretieren soll. Habe ich nur kalte Füße und steigere ich mich daher nur unnötig in die Situation, oder sind das ernst zunehmende Vorzeichen, die ich nicht ignorieren sollte.
Ich weiß, dass ich eigentlich mit meinem Partner über all das reden sollte. Allerdings ahnt er von alle dem nichts und ist an sich sehr unsicher. Ich bin sein Leben und ich glaube, dass dieses Gespräch enorme Konsequenzen hätte. Sollte sich herausstellen, dass all das nur ein Hirngespinst ist, würde ich damit meiner Beziehung wahrscheinlich einen enormen Schaden zufügen, ohne das es wirklich notwendig gewesen wäre. Er würde enorme Verlustängste bekommen und sein Vertrauen in unsere Beziehung würde enorm darunter leiden. Gleichzeitig habe ich aber das Gefühl dringend in irgendeiner Form etwas tun zu müssen...
 
  • #2
Hallo TE,

ja Du scheinst nicht mehr klar denken zu können. Warum solltest Du mit Deinem Freund darüber reden? Was hättest Du ihm denn seit einem Jahr gesagt morgens wenn Du los gehst? Oh Schatz ich freu mich so auf die Arbeit, da ist der Kevin und wenn ich den sehe und er mich anschaut kribbelt es so schön im Bauch. Aber denk Dir nichts dabei ist ja nur oberflächlich.

Du hast keine Zweifel vor der Hochzeit Du willst einfach nicht mehr mit dem Mann zusammen sein und den Rest Deines Lebens mit ihm verbringen.

Meinst Du nicht seine Unsicherheit kommt ein wenig daher, dass er spürt Du bist schon abgesprungen und schenkst ihm aber keinen reinen Wein ein, weil Dir im Moment der Mut fehlt? Du die Ausrede Corona brauchst?

Du bist nicht besonders mitfühlend, wenn Du seine Unzulänglichkeiten, wie Lebensuntüchtigkeit ohne Dich, hervorhebst um selber keine Entscheidung treffen zu müssen. Immerhin hast Du 9Jahre wohl gern mit ihm Dein Leben geteilt, daher hat er es doch wohl verdient, die Wahrheit so zeitnah wie möglich zu erfahren.

w/36
 
  • #3
Ich war in anderer Situation, ich stand kurz vor der Trennung und wusste nicht, ob es richtige Entscheidung war. Dann habe ich mir vorgestellt, mit ihm die nächsten fünf Jahre zu sein. Der erste Gedanke war, um Gottes Willen. Dann war nur alles klar.
Deine Schwärmerei ist nicht die Ursache , sondern das Symptom. Unabhängig davon stell dir vor, die nächsten fünf Jahre mit deinem Freund zusammen zu sein. Ist das gutes Gefühl oder graust es dich davor - dann weisst du die Antwort.
 
  • #4
Hi,
Ich denke schon, dass es mit einer Art von Torschlusspanik zu tun hat. Wobei dein Tor hier nicht zugeht und du keinen mehr abbekommst, sondern dein Tor i.S.v. Möglichkeiten für eine neue Beziehung schließt sich. Das kann innerlich bestimmt eine Angst auslösen, die sich unbewusst darin kanalisiert, dass man sich dann doch noch mal intensiver umschaut. Zwei Faktoren kommen erschwerend hinzu:
1.Ihr seid SEHR früh zusammengekommen, vielleicht war er sogar dein erster Partner überhaupt. Ganz normal, dass du dich dann unbewusst fragst: wie wäre es denn mit einem anderen? Ist der, den ich habe, wirklich so toll? Ohne Vergleichsmöglichkeit könnte dein Mann der beste der Welt sein, und es würde dir immer noch schwerfallen, es wertzuschätzen. Ich denke, das ist normal.
2. Ihr wart erst zehn Jahre zusammen und heiratet erst jetzt. Klar, das ist in eurer Konstellation optimal, denn unter 20 wäre Heiraten fast bescheuert gewesen. Aber wenn man sich an eine Beziehung ohne Ring gewöhnt hat, kann einfach die Offizialisierung vor den Augen eurer Freunde und Familie eine gewisse Beklemmung auslösen, hab ich auch schon oft gehört bei Vorlaufzeit ab 10 Jahren.
Aber ihr habt ja auch Schutzfaktoren: ihr wart euch beide von Anfang an einig, dass ihr mal heiraten wollt, das ist sehr positiv! Und nur von dem wenigen Zeilen bekomme ich den Eindruck, dass du schon einen echt tollen Partner erwischt haben musst, denn es scheint zwischen euch keine größeren Probleme zu geben und ihr habt beide schon lange einander bewiesen, dass ihr zusammenpasst.
Daher mein Tipp: Versuchungen wird es IMMER im Leben geben, aber "so einen Guten" wie du jetzt hast wirst du schwerlich noch mal finden. Halte ihn gut fest :)

Ich hab auch einen Kollegen, den ich toll finde, der geht mir auch gerade überhaupt nicht aus dem Sinn. Ich hatte allerdings früher mit anderen Männern Erfahrungen und weiß eben, dass ein anderer Mann auch wieder Probleme mit sich bringt. Und dann sehe ich immer wieder, das das Schöne an meinem Freund ist, also das bezeichne ich als die üblichen Hochs und Tiefs. Wir sind jetzt 12 Jahre zusammen, und wir brauchen keine Ringe, und ich glaube gerade bei uns würde dieser Torschlusseffekt genau zutreffen. Haben zwei Kinder und in unserer Beziehung gibt es eher normale Probleme.
Also schlage ich mir andere Männer aus dem Kopf, das kriegt man normalerweise schon irgendwie hin, schaffst du auch :)
W35
 
  • #5
Hmm. Versuch doch mal für dich herauszufinden, was genau es ist, was dir an dem Kollegen gefällt.

Welche Sehnsüchte und heimlichen Wünsche du auf ihn projezierst. Ob er dir etwas gibt, was du von deinem Mann nicht bekommst (zB. Anerkennung deiner Leistung, Begehren oä)

Irgendetwas in dir springt auf ihn an.
Wenn du das herausfindest kannst vielleicht daran arbeiten, in deiner Beziehung diesen Punkt zu verbessern.

Heirat und Scheidung sind teuer. Das würde ich mit gut überlegen, gerade wenn du Zweifel hast.

Überlege auch, ob er wirklich der ist, den du heiraten will. Oder ob es sich zum Selbstläufer entwickelt hat, das Umfeld es erwartet oder ob es nur so eine fixe Idee in deinem Kopf ist.
 
  • #6
Für mich hört es sich so an, als wenn du vor allem noch aus Bequemlichkeit und Mitleid mit deinem Partner zusammen bist. Sorry für die harten Worte, aber das hier

Ich bin sein Leben
Er würde enorme Verlustängste bekommen
finde ich erschreckend. Woher willst du wissen dass du "sein Leben" bist? Sagt er es dir oder fühlst du es, dass er ohne dich nicht klarkommt? Du bist für seine (frühkindlichen?) Verlustängste nicht verantwortlich, da muss er schon selber dran arbeiten.

Insgesamt klingt es so, als ob du es brauchst, dass du "sein Leben" bist. Ich würde dringend empfehlen, über dich selbst und DEIN Leben nachzudenken. Stell dir mal euch beide in 10 Jahren vor. Wie fühlt sich das an?

w 55
 
  • #7
Das Problem ist, dass Du Dich sehr früh auf einen (DEN) Mann festgelegt hast und keine anderen Partnerschaften kennst.

Du warst 17 als ich Euch kennengelernt habt ein Mädchen und heute bist Du 28/29 und eine Frau. Du hast Dich entwickelt, Deine Perspektive hat sich verändert. Aber Du hast keine anderen Männer in diesen Jahren kennengelernt. Du hast immer aus dem gleichen Topf gegessen und jetzt fällt es Dir plötzlich auf.


Für uns war schon sehr schnell klar, dass wir einmal heiraten werden und auch vor unserer Verlobung haben wir schon lange darüber gesprochen, dass und wie wir den Rest unseres Lebens miteinander verbringen wollen.
Wird sicherlich von Vielen hier als löblich und romantisch beschrieben Deine Einstellung, aber auch etwas naiv und blauäugig, findest Du nicht?

Du weisst nicht einmal, was in zwei Monaten passiert ...

Wir sind hier bei EP. Hier sind viele versammelt, die Partnerschaften hatten und die meisten gingen davon aus es hält ein Leben lang ...
 
  • #8
Weil du außer deinem Partner keine sonstige Erfahrung hast, würde ich erstmal dazu raten: Hochzeit absagen.
In der Coronakrise sowieso. Man will doch jetzt nichts "hinflatschen" in diesem Mist. Das empfinde ich als sehr unreif und verantwortungslos.

Mal abgesehen bezweifle ich, dass ihr im Juni schon Gäste einladen könnt oder Hochzeiten stattfinden werden.

Habt ihr überhaupt eine Sexualität? Logischerweise bekommen Menschen auch mal sexuelles Interesse für andere Menschen. Ich mag mir nicht vorstellen, nur mit einer Person Sex zu haben ein Leben lang.

Dein Partner wir dich zusätzlich schnell abturnen, wenn er so an dir klemmt und du sein gesamtes Leben bist, während du Interesse an was Neuem empfindest.

Zudem seid ihr echt viel zu jung, um heute noch zu heiraten. Solche Beziehungen unter solchen Problemen halten nicht lang.


Auch ein unsicherer Partner ist in meinen Augen kein guter Partner.

Ja, musst was in Angriff nehmen und du wirst REIF werden müssen und mit deinem Partner reden müssen, dass die Dinge sich wandeln. Nachher denkt er noch, dir geht es gut und er selbst führt schon längst eine Affäre. Ich kann mir kaum vorstellen, dass dein Freund nie auch mal für eine andere Frau geschwärmt hat in den 10 Jahren. Nicht in heutiger Internetzeit. Sorry, da bist du reichlich naiv.
 
  • #9
Diese Kinderehen sind ein Problem an sich. Den ersten Liebes- bzw. Sexualpartner im Leben zu heiraten, heißt sich zu binden, bevor man richtig gelebt hat. Das liegt nur den wenigsten. Der Mensch ist nicht monogam. Du merkst es gerade an Dir. Du hast eigentlich schon jetzt das Gefühl, etwas zu verpassen. Dieses wird massiv werden.

Lebt Euch erst einmal aus und denkt in ein paar Jahren ggf. noch mal über heiraten nach. Oder sprich einmal das Thema offene Ehe an.
 
  • #10
Wenn es kein ja ist, ist es ein Nein. Ein bisschen verheiratet geht nicht, genauso wenig wie ein bisschen schwanger. Es ist vorbei. Wenn man so früh zusammenkommt hält es selten, und nun ist es soweit, du musst weiterziehen.
 
  • #11
Verschiebe die Hochzeit auf jeden Fall um mind. 1 Jahr.

Deine derzeitigen Zweifel und Gefühle für einen Anderen sind leider nicht normal.

Wo ist der Inspirationsmaster, wenn man ihn mal braucht ?
Hier kann er wirklich mal darlegen, wie tief, zweifelsfrei, zugewandt und liebevoll die Beziehung für so eine Entscheidung und dauerhafte Verbindung sein muss.

Es gibt nicht gräßlicheres (auch Unfaireres gegenüber dem Partner) als eine leichtfertige Entscheidung zur Ehe. Die Menschen welche das so machen, sind für mich das allerletzte, kurz vor KiFi.
 
  • #12
Du hast nicht geschrieben, wie Deine Beziehung ist. Klar ist man nicht blind, wenn man verpartnert durch die Welt läuft. Neulich habe ich sogar die Meinung einer älteren Dame gehört, die sagte, es sei normal, dass Ehemänner in der Gegend rumbaggern. (Hat mich etwas entsetzt, diese Selbstverständlichkeit.)

Aber sich Fremdverlieben, ist für mich ein ganz klares Zeichen, dass was mit der Beziehung nicht stimmt. Entweder ist sie festgefahren und aufzulösen oder irgendwas wird seit langem nicht bearbeitet, müsste es aber werden.
Wie @realwoman schreibt:

Deine Schwärmerei ist nicht die Ursache , sondern das Symptom.
Ich sehe das genauso, dass Du Dir mal Deine Beziehung für die nächsten Jahre vorstellen solltest. Springst Du vor Glück oder willst Du weinen?

Bei euch ist es nun so, dass ihr keine andere Erfahrung gemacht habt. Was gibt es noch Tolles da draußen, bevor man sich absolut festlegt? Aber ich denke, man kann hundertprozentig von einer Heirat überzeugt sein und sollte das auch.

Kalte Füße ... Warum kriegt einer kalte Füße und sollte er das ignorieren?
Ich bin 50. Früher war ich totale Heiratsgegnerin. Rückblickend würde ich sagen, weil ich in mir fühlte, dass ich gar nicht die Fähigkeit in mir spürte, den Richtigen auswählen zu können. Und das würde ich übersetzen mit "ich konnte (noch) nicht lieben". Frei und ohne Hemmungen, ohne Wenn und Aber, ohne Angst vor Verletzung und Abhängigkeiten. Und - wichtig - ohne das Gefühl, dass man alles im Leben auch wieder ändern kann, wenn man gewillt ist, Einbußen hinzunehmen. Ich meine, man kann sich ja auch wieder scheiden lassen, es ist keine Schicksalsentscheidung, die nicht mehr rückgängig gemacht werden könnte.
Das ECHTE Problem beginnt, wenn man zwei Leben so miteinander verwebt, dass Trennung zu viel wegreißen würde. Wenn man sich nur noch als Einheit zu zweit sieht, nicht mehr als Individuum. Dieses Gefühl wird mE schon gebraucht, wenn man eine Familie gründen will. Also es geht vielleicht für den Normalmenschen gar nicht, ohne dieses Gefühl in eine Ehe zu gehen, er muss daran glauben, dass sie für ewig hält. Und wer will dabei schon an Trennung denken. Aber es ist keine nie wieder rückgängig zu machende Sache. Plan B kann Scheidung sein, wenn A - die Beziehung ist super - nicht läuft. Und da wäre man dann schon wieder bei dem Thema: IST die Beziehung denn super?
Sieht nicht so aus.
 
  • #13
Ich denke, es gibt im Leben immer wieder Phasen, wo alles auf den Prüfstand kommt, ob man den richtigen Weg im Leben bislang ging, ob es so weitergehen kann und man sich damit glücklich fühlt. Mit Ende 20 z.B. kommt so eine Zeit. Das sind für mich die Phasen im Leben, in denen man es ändern könnte. Zu anderen Zeiten ist man mit anderen Themen beschäftigt und/oder braucht seine Kraft für anderes. Klar geht es dann auch, aber dann kommt vielleicht noch mehr zusammen.
Verpasst man z.B. eine Trennung in dieser Zeit, dreht man noch eine Runde, bis das Schlimme wieder deutlich auffällt und man wieder die Kraft zur Trennung finden kann, oder aber man wird getrennt durch den anderen, der auch so eine Phase hatte und nicht so verzagt ist. Dann MUSS man sich - gelenkt durch einen anderen - eben doch damit auseinandersetzen, obwohl man gerade schon woanders geschwächt ist.

Ich weiß, dass ich eigentlich mit meinem Partner über all das reden sollte.
Nee, nicht unbedingt über alles. Du hast ihn nicht betrogen und was soll er mit der Info, dass Du in einen anderen Mann verliebt bist? Er wird fragen, was nun werden soll, und vor der Frage stehst Du ja selbst und musst sie selbst beantworten, es sei denn, Dein Partner macht gleich Schluss. Aber damit würde ich nicht rechnen.

Also dass es einen anderen Mann gibt, würde ich erstmal mit mir selbst klären. Denn wenn es nicht um ihn geht, weil Du eigentlich mit dem auch nicht zusammensein willst, sondern mit Deinem Partner, der sich aber ändern soll, geht es ja doch nur um Deine Beziehung, die für Dich nicht mehr stimmt. DAS würde ich checken. Du hast über Deine Beziehung nichts geschrieben, aber ich fänd interessant, wie die so ist und was Dich stört.
 
  • #14
Ich finde es immer wieder traurig, dass so stabile und lange Beziehungen kaputt gehen.
Ihr seid jetzt um die 30 und habt einen langen Weg hinter euch.
Siehst du deinen zukünftigen Mann als guten Vater an? Möchtest du Kinder und Eigentum mit ihm haben?
Ich kann leider nur davor warnen, sich ins jetzige Single-Leben der heutigen Gesellschaft (z.B. Online Dating- viele psychisch Kranke, Bindungsgesörte und Affärensucher sind hier zu finden!) zu stürzen, wenn man eine langjährige, funktionierende Bindung hat.
Werft eure Beziehung nicht weg, redet miteinander, ggf. Paartherapie.
Gut möglich, dass du hormonell gerade total geblendet bist und das Abenteuer mit dem anderen Mann (Kollege: auch sehr unvorteilhaft, im Arbeitsleben eine Affäre zu beginnen!!!) lockt.
Ich würde dir raten, einen Psychologen zu konsultieren und Kopf, Bauch und Herz in Einklang zu bringen, bevor du deine Partnerschaft riskierst.
Dein Mann kann recht schnell eine Jüngere finden und noch lange Vater werden, bei dir wird es bald eng und wenn du dann allein bist, wie soll das ausgehen?
Ich weiß, dass ich dir jetzt ggf. Angst einjage, aber ich weiß wovon ich spreche. Es wird immer schwerer, Ü30 noch einen passenden Mann zu finden, mit dem eine Familiengründung möglich ist. Die Altlasten (Exfrauen, Kinder, Schulden) sind immer ein Hindernis und du bist die 2. Wahl.
Bei deinem aktuellen, langjährigen Freund bist DU hingegen die Nr.1 und das ist etwas ganz Besonderes! Diesen Status verlierst du aber, und das kann am Ende sehr weh tun und man kann es nunmal nicht rückgängig machen...
 
  • #15
Wir können Dir nicht sagen ob Du heiraten sollst oder nicht.

Du bist hier in einem Single Forum und die meisten Foristen stehen Ehen grundsätzlich skeptisch gegenüber oder sind mit ihrer eigenen Ehe gescheitert.

Es gibt doch Eheseminare. Bei den Katholiken ist die Teilnahme sogar obligatorisch. Ich kenne einige Paare, denen das sehr geholfen hat. Ein Paar hat im Laufe eines katholischen Ehe-Seminars gemerkt, dass sie nicht zusammen passen und sich getrennt.
 
  • #16
Bei deinem aktuellen, langjährigen Freund bist DU hingegen die Nr.1 und das ist etwas ganz Besonderes! Diesen Status verlierst du aber, und das kann am Ende sehr weh tun und man kann es nunmal nicht rückgängig machen...
Was aber, wenn die Heirat doch ein Fehler ist, wenn die lange Beziehung längst nicht mehr gut ist. Dann hat sie das Schreckenszenario, das Du beschreibst, in einigen Jahren.

Ich denke nicht, dass eine Beziehung an sich einen Wert hat, sie muss auch wertvoll sein. Deswegen finde ich es auch befremdlich, wenn jemand klatscht, weil ein anderer es schon lange mit einem Partner aushält, auch wenn der erste Reflex Klatschen sein könnte. Aber das Klatschbedürfnis wertet mitunter auch Paare ab, die den Mut zur Trennung hatten, einen Neuanfang mit anderen Partnern wagten und es vielleicht besser trafen, denn: Der Partner, den ich mir mit 30 wähle, passt höchstwahrscheinlich besser zu mir als der, den ich mit 20 gewählt hätte, da ich ja entwicklungsmäßig nicht stehengeblieben bin. Dass sich ein Partner genau in die gleiche Richtung und in gleichem Maße entwickelt wie man selbst, ist ein glücklicher Zufall. Meist sehe ich, dass die Verpartnerten sich blockieren und verbiegen, damit die Beziehung erhalten bleibt (so, wie ich es auch gemacht hatte in meiner Exbeziehung).
Also ich denke, dass die Länge einer Beziehung kein Grund sein sollte, sie nicht zu beenden.

ist an sich sehr unsicher. Ich bin sein Leben [...] Er würde enorme Verlustängste bekommen und sein Vertrauen in unsere Beziehung würde enorm darunter leiden.
Die Verlustängste hat er vielleicht sogar schon von Hause aus. Dass eure Beziehung drunter leiden würde, wenn Du vom Kollegen erzählst, ist ja klar. Wie schon geschrieben - finde ich nicht nötig, da Du es selbst mit Dir klären musst und nicht von Deinem Partner erwarten kannst, dass er was tut.

Warum hast Du einen Partner, der so von Dir abhängig ist? Könnte es sein, dass Dich diese Nicht-Augenhöhe belastet?
Es ist sehr schmeichelhaft und gibt sehr viel Sicherheit, wenn der Partner einem sagt "Du bist mein Leben". Aber das heißt auch nur, dass man diese Haltung seinerseits für sich braucht, weil man selbst Verlustängste hat. Ansonsten würde es einen ja ersticken. Außer, es ist einfach mal so als was Liebes gesagt, ohne dass der andere Schnappatmung dabei kriegen muss wegen Klammerei. Aber so klingt das nicht, was Du schreibst, es klingt eher danach, dass Du Dich befreien wollen könntest von einer Umklammerung.

Die Hochzeit kann man gut verschieben mit der Krise jetzt. Außer, ihr wolltet sowieso im kleinen Kreis heiraten. Aber: Das löst nicht Dein Problem, ihn eventuell GAR NICHT mehr heiraten zu wollen.
 
  • #17
Für uns war schon sehr schnell klar, dass wir einmal heiraten werden und auch vor unserer Verlobung haben wir schon lange darüber gesprochen, dass und wie wir den Rest unseres Lebens miteinander verbringen wollen.
Ich bin sein Leben und ich glaube, dass dieses Gespräch enorme Konsequenzen hätte.
Du fühlst Dich nur noch Deinem Partner gegenüber verpflichtet.

Auf Heirat freut man sich. Du müsstest doch mit Vorfreude mitten in der Organisation stecken.

Grundlegendes stimmt nicht.
Dein Kollege wird damit gar nicht viel zu tun haben.
 
  • #18
Ich weiß, dass ich eigentlich mit meinem Partner über all das reden sollte.
An Deiner Stelle würde ich mir zuerst klar werden, ob ich die Beziehung noch will oder nicht. Dass man andere Männer oder Frauen mal attraktiv findet, finde ich nicht schlimm, aber in einer Beziehung sollte man eine Zukunft sehen, gerade bevor man heiratet. Darüber kannst Du mit Deinem Partner ein Gespräch führen, wenn Du zu dem Schluss kommst, dass Du Zweifel hast.
Kalte Füße vor der Hochzeit finde ich normal. Aber Du wirfst jetzt unter Umständen vorschnell 10 Jahre Beziehung weg. Das würde ich mir gut überlegen, andererseits tun, wenn ich nicht mehr wirklich glücklich wäre. Sicher aber nicht, weil irgendwo irgendjemand auftaucht, der vielleicht interessant werden könnte. Und das würde ich auch nicht meinem Partner erzählen und damit die Beziehung in Frage stellen.
 
  • #19
Ich denke nicht, dass man heiraten sollte, wenn man schon innerlich merkt, man will nicht. Denn du sagst ja, du wärst sogar froh, wenn die Hochzeit nicht im Juni stattfindet. Alle Ehen, die so angefangen haben, die ich kenne, sind schnell gescheitert. Denn die Zweifel gehen nicht weg, nur weil man einen Ring am Finger hat.
So jung und so lange zusammen hält sicher häufiger nicht, weil man sich in der Zeit noch stark verändert. Ich kenne aber auch Paare, die sehr glücklich sind nach zehn oder mehr Jahren, und mit 16 zusammengekommen sind. Die reden aber anders von ihrem Partner als du. Nämlich liebevoll und wertschätzend und dass sie sich das Leben ohne den anderen nicht vorstellen möchten. Du denkst nicht so. Daher würde ich auf keinen Fall heiraten. Das wäre unfair deinem Freund gegenüber. Mit dem Kollegen, das halte ich auch eher für ein Symptom.

W, 36
 
  • #20
Liebe FS,

ich hätte an deine Stelle die Hochzeit auf Eis gelegt.

Leichter Flirt mit anderen Geschlecht ist in jede Beziehung vorhanden, denke ich.
Kein Mensch will ein Partner haben, den andere kaum attraktiv oder interessant finden. Es ist wie auf den Markt, gibt ein Gefühl etwas Wertvolles zu haben.

Andere Sache, wenn es nicht mehr leichter Flirt ist, sondern richtige Verliebtheit ist.
Du liebst deinen Partner nicht mehr.
Findest du es fehr, einst so geliebten Menschen, Fremdgehen antun?

Man denkt meistens beim Fremdgehen an Sex. Für mich fängt es schon mit fremd verlieben.
Partner soll, in erste Linie, verwandte Seele sein, ich will mit ihm nicht nur gemeinsames Zuhause und Bett haben, ich will mit ihm mein Leben teilen.

Ich lese hier öfter: "mein Mann liebt mich, aber in andere Frau hat er verwandte Seele gefunden".
Für mich ist es ein Grund für umgehende Trennung, was ich auch schon mal getan habe.
Das größte Geschenk, welches ein Partner, den anderen schenken kann, ist seine Zeit, Aufmerksamkeit und Anteilnahme am seinen Leben.
Alles andere wäre gelogen.

Liebst du dein Mann nach 10 Jahren Beziehung immer noch?
Ihr seid sehr jung zusammen gekommen und jeder entwickelt sich weiter, Lebensansichten ändern sich, zum Glück muss man heut zutage nicht mehr in eine Ehe verharren.
Meine Meinung nach, ihr habt sich auseinander gelebt.

Ich wünsche dir eine richtige Entscheidung zu treffen.

Alles Gute
W47
 
  • #21
In über zwei Jahren kam es schon häufiger vor, dass man sich zu jemand anderen mal hingezogen fühlt
Liebe FS,
wieso kam es in über 2 Jahren bei Dir häufiger vor, dass Du Dich zu jemand anderem Hingezogen Fühlst? Studium beendet, Firma gewechselt und so neue, attraktive Männer kennengelernt und somit entdeckt, dass es noch andere Männer gibt als Deinen Partner? Das finde ich wichtig und da solltest Du sehr genau hingucken, denn da liegt die Antwort für Dein Problem.

etwas flirtet... finde ich das ehrlich gesagt auch nicht schlimm .. ganz natürlich
Das ist eine Mentalitätsfrage. Ich finde es natürlich, wenn ich mit der Beziehung unzufrieden bin und an Wechsel denke.
Ausgesprochen dumm ist es mit jemandem rumzuflirten, für den man tiefere Gefühle hegt, ohne vorher sein Leben aufgeräumt zu haben. Dann steckt man nämlich in so einer Tinte wie Du.
Deine Einstellung, mit anderen zu flirten sein natürlich ist etwas, was die hohe Scheidungsrate begründet - geht meistens schief, weil es kein Flirt bleibt sondern Affäre wird die irgendwann platzt.

Auch ist es aktuell eh fragwürdig, ob wir wegen der aktuellen Situation überhaupt im Juni heiraten können
Heiraten könntet ihr sicherlich, wenn Dir die Ehe wichtiger ist, als Dich auf einer Feier darzustellen.
Ich würde es nicht tun, denn wenn Du auf Nummer sicher bist, dass der Warmwechsel gelingt, wirst Du Deinen aktuellen Partner verlassen.
In solchen Krisen ist es immer hilfreich, wenigstens zu sich selber ehrlich zu sein. Dann triff man auch die besten Entscheidungen für sich selber.

Habe ich nur kalte Füße und steigere ich mich daher nur unnötig in die Situation, oder sind das ernst zunehmende Vorzeichen, die ich nicht ignorieren sollte.
Du hast keine kalten Füße vor der Ehe. Dein Interesse an anderen Männern scheint schon länger erwacht und jetzt hast Du mit einem mehr rumgemacht und heizt die Sachen wegen viel Zeit (=Langeweile) noch mehr an. Für mich sind das ernstzunehmende Vorzeichen, die Du nicht ignorieren sollest.
Verschieb die Hochzeit also nicht unter dem feigen Deckmäntelchen der Coronakrise sondern verhalte Dich wie ein anständiger Mensch und sag Deinem Partner, dass Du Zweifel an eurer Beziehung hast und grad ganz heftig versuchst, einen anderen Mann anzufachen.

sein Vertrauen in unsere Beziehung würde enorm darunter leiden
Sein Vertrauen leidete darunter, dass Du ihm täglich dreist ins Gesicht lügst, an die Absage der Hochzeit unter einem Deckmäntelchen laufen lassen willst und mit einem anderen Mann rummachst.
Vielleicht ist es anders. Es geht ihm genauso wie Dir: Du bist garnicht mehr sein Leben, sondern er macht auch mit einer Kollegin rum und ist froh, dass ihr nicht heiratet.